Bergkristall - St. Georgen a.d. Gusen

Dieses Thema im Forum "Militär, Rüstung, Zeitgeschichte 12.03.38-08.05.45" wurde erstellt von josef, 15. Dezember 2004.

  1. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Im „alten“ gelöschten Österreichforum gab es einen Beitrag über die bevorstehende Sanierung der Stollenanlagen von „Bergkristall“ in St. Georgen an der Gusen.

    Hier ein Auszug eines Artikels aus den OÖ. Nachrichten, Lokalteil Mühlviertel vom 11.04.2003:

    …1998 wurden die Stollen (Anmerkung St. Georgen) der Republik Österreich zugesprochen. Seit 1.1.2001 betreut die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) bundesweit 280 Stollen, 18 liegen in OÖ.

    „Diese Stollen mussten alle mühsam aufgefunden und vermessen werden“, erinnert sich BIG-Geschäftsführer Ch. Stadlhuber. Einsturzgefährdete Objekte werden saniert. Vor allem der Eingang des Stollens in St. Georgen muss gesichert werden, dieser ist der einzige in die unterirdische Anlage. Um die Standsicherheit der Wohnsiedlung Hasenfeld zu gewährleisten, werden Kies und Dämmmaterial in Zwischenräume gefüllt, beim Zugang entsteht ein Schacht. Bis April 2004 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, investiert werden insgesamt 8,2 Millionen Euro. Im gesicherten Teil könnte eine Ausstellung über Häftlingsarbeit in der Rüstungsindustrie untergebracht werden, geplant ist weiters eine Gedenkstätte.


    Dazu auch ein Link zur voestalpine Krems Finaltechnik GmbH, welche die zur Sanierung eingebauten Stahlrohrelemente lieferte, die von der Fa. STRABAG montiert wurden:

    http://www.voestalpine.com/finaltec...k/vaft_strassensi/c/vaft_ss_stahlro/p/35733.3

    Nach den vorhin angeführten Informationen müsste das Sanierungsprojekt zeitlich schon abgeschlossen sein. Kennt jemand die weitere Vorgangsweise bezüglich Ausstellung/Gedenkstätte? Wäre sicher angebracht, einen Gedenkstollen, ähnlich wie in Ebensee, in Verbindung mit der nahen Gedenkstätte Mauthausen und dem „Gusen-Memorial“ zu installieren.

    lg
    josef
     
  2. do17e

    do17e Guest

    Hallo Josef,

    hab die Sanierung regelmäßig verfolgt. Es wurde in mehrere Etappen gearbeitet. Zuerst (2002) durch den letzten verblieben Eingang nähe der Kiesgrube und in einem zweiten Schritt (2003) wurde am Feld drüber einer "künstlicher" Eingang geschaffen. Es gibt eine Fotodukumentation der BIG darüber. Gefunden wurde nach meinen Informationen so gut wie nichts. Auch in den bis dahin noch verschütteten Stollen kamen keine Übrraschungen zum Vorschein. Es gibt einen Heimatverein in St. Georgen der einen Gedenkstollen einrichten will, jedoch hat der Besitzer des Grundstückes auf dem sich der letzte offene Eingang befindet keine Zustimmung gegeben. Man hat überleht einen neuen Eingang zu graben, wie weit dieses Projekt gekommen ist kann ich aber nicht sagen. Es gibt in St. Georgen ein Heimatmuseum in dem div. Fundstücke besichtigt werden können
     
  3. monolit

    monolit New Member

    Stollen in Gusen zugeschüttet

    War im Wochenend-Standard:

    "Linz - Notwendige Sicherungsarbeiten oder eine bedenkliche Form der Baulandgewinnung? Zwischen diesen beiden Fronten bewegt sich derzeit ein Streit um das größte NS-Bauwerk Österreichs: die ehemalige Stollenanlage "Bergkristall" in St. Georgen an der Gusen. Fakt ist, dass die Bundesimmobiliengesellschaft BIG als Besitzerin derzeit beträchtliche Teile der Stollen mit Beton auffüllt. Künftig werden dadurch von den bisher sieben Kilometern nur mehr gut zwei Kilometer des weitläufigen Gangsystems begehbar sein."

    Quelle und mehr dazu: http://derstandard.at/fs/1245820378404/Eine-Betondecke-ueber-die-dunkle-Vergangenheit
     
  4. Harald 41

    Harald 41 Guest

    Verdrängen und vertuschen,dass ist Österreichs Politik siehe Roggendorf-Quarz,
    und Profitgier,wenn man was drauf baut kann man doppelt drann verdienen oder?:motzen::

    LG Harry
     
  5. wolfgang

    wolfgang Guest

    5 Kilometer Stollen mit Beton auffüllen!?Die sind ja noch bescheuerter als die in Berchtesgaden/Obersalzberg!

    Als nächstes wird dann ein ganzer Berg abgetragen um vorhandene Stollensysteme zu zerstören.

    Und als Vorwand muß immer die "Sicherheit" herhalten,weil man es sonst ja überhaupt nicht rechtfertigen könnte.
     
  6. Markus

    Markus Moderator

    Was heißt als nächstes? Schau mal nach Roggendorf...

    LG,
    Markus
     
  7. Soundy

    Soundy Well-Known Member

    Will jemand von Euch die Stollenanlage "Bergkristall" haben?

    Neuer Eigentümer für größtes NS-Bauwerk gesucht.

    Für das größte NS-Bauwerk Österreichs, die unterirdischen Stollen des ehemaligen KZ Gusen in Oberösterreich, wird ein neuer Eigentümer gesucht. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist bereit, die Anlage ohne Gegenleistung abzugeben. Das gab Pressesprecher Ernst Eichinger am Mittwoch vor Journalisten in St. Georgen (Bezirk Perg) bekannt. Um die Zukunft der Stollen ist ein Streit entbrannt.

    Hintergrund ist die Sicherung des einsturzgefährdeten Stollensystems, das bereits zwischen 2002 und 2005 teilweise verfüllt wurde. Im Mai dieses Jahres sind erneut die Betonmischer aufgefahren. Wenn diese letzte Baustufe abgeschlossen ist, sollen nur mehr zwei von sieben Kilometern übrig sein. Die BIG begründet diese Maßnahmen mit "Gefahr in Verzug". Der Linzer Sand im Untergrund habe den "Rieselfaktor von Kristallzucker", erklärte Projektleiter Karl Lehner.

    Bei vielen Bürgern und beim zuständigen Gedenkkomitee schrillten daraufhin die Alarmglocken: Man wünsche sich hier eine Gedenkstätte. "Auch wenn wir in Österreich wenig über die Geschehnisse in Gusen aufgeklärt sind, so ist das ein weltbekanntes Bauwerk", sagte Vorstand Rudolf Haunschmied. Im Ausland wisse man meist besser über die Ereignisse in der Anlage während der NS-Zeit Bescheid als bei uns. Beim Bau der bis zu 40 Meter tief unter der Erde liegenden Stollen seien mehr als 10.000 Menschen umgekommen. "Das ist vergleichbar mit den Pyramiden in Ägypten, jeder Meter ist ein Toter." Die BIG stelle sich nicht gegen eine Gedenkstätte, betonte Eichinger. Eine mögliche Errichtung liege allerdings in der Kompetenz des Innenministeriums.

    Im KZ Gusen waren zeitweise mehr Menschen inhaftiert als im bekannteren Hauptlager Mauthausen. Mindestens 70.000 Menschen wurden zwischen 1939 und 1945 hierher gebracht, mindestens 35.800 von ihnen starben.
    (APA)

    Quelle: http://www.wienweb.at/content_apa.aspx?menu=4&cid=1995001141025082

    Soundy
     
  8. Peter

    Peter Member

  9. Siddhi

    Siddhi Guest

    Vorschlag

    bin schon recht lange als "lurker" hier unterwegs und schätze dieses forum sehr, als mal ein vorschlag an die "community":

    wie wärs wenn wir gusen oder vielleicht ein ähnliches objekt als "culture bunker" verwenden würden? nicht so wie die ausseer salzbergwerke, sondern eher wir der "Saatgut Bunker" auf svalbard (http://de.indymedia.org/2008/08/225333.shtml). Könnte ein EU/ AUT pendent zur amerikanischen "long now" projekt werden, als voll mit Datenträgern die 10,000 Jahre halten könnten usw.

    Alles klar was ich meine? was denkt ihr? LG S
     
  10. Stefan_oö

    Stefan_oö Guest

  11. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Nochmal der Volltext der Stellungnahme des BMI für den Fall, dass der Link wieder verschwidet:
    http://www.mauthausen-memorial.at/index_open.php

    Da sehe ich die übliche Vorgangsweise des Problems: Zuständigkeit mehrerer Ministerien und Dienststellen, hin- und her Schiebung von Verantwortung! Als in Aussicht gestellte Lösung zur Beruhigung nach außen die Einsetzung von Arbeitsgruppen, Auftragserteilung an diverse Institutionen zur Erstellung von Gutachten und Machbarkeitsstudien usw.. Irgendwann Präsentation der Ergüsse, Einsprüche und Gegenvorschläge weiterer Behörden, Gemeinden, Anrainer und sonstiger Interessensgruppen... Vertagung weiterer Aktivitäten und Einholung weiterer Gutachten, Rechtsexpertisen und sonst. Stellungnahmen usw. ... und irgendwann am St.Nimmerleinstag wird man draufkommen, dass "alles für die Katz" war, da zwischenzeitlich im Auftrag irgend einer anderen Behörde die Verfüllung der Stollen unter dem Titel "GEFAHR IN VERZUG" durchgeführt wurde...

    Vielleicht ist diese Darstellung ein wenig ironisch, übertrieben oder sonst was, aber leider bei anderen Vorhaben und Projekten ist es so ähnlich abgelaufen!

    lg
    josef
     
  12. SuR

    SuR ... wie immer keine Zeit ... Mitarbeiter

    Da hast Du leider den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Und hinterher will dann keiner "schuld" gewesen sein.
     
  13. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Übernahme der Stiollen durch Innenministerium?

    Heute im ORF-OÖ.:

    Quelle: http://ooe.orf.at/stories/372740/
     
  14. Liebscher

    Liebscher New Member

    Hallo! So ist es auch mit vielen anderen Örtlichkeiten, welche nicht unmittelbar mit unserem Anliegen in Verbindung stehen. Man hat den Eindruck, dass eine mutwillige Zerstörung bestimmter Einrichtungen eingeplant wird, wie auch immer, und dann unter dem Deckmantel " Sicherheit" ein mehr oder weniger schnelles Verschwinden , manchmal über Nacht, uns täglich in Erstaunen versetzt.
     
  15. Peter

    Peter Member

    Ich frage mich in wieferne es sinnvoll erscheint hier nichts zu tun.

    Wenn der Stollen wirklich einstuerzen sollte, bleibt wohl weinig Alternative als das Auffuellen mit Beton oder aehnlichem.

    Des weiterem scheint wohl Jedem der sich mit der NS-Vergangenheit befasst bekannt zu sein, was in Gusen geschehen ist.

    Hier eine Diskussion zu starten, ob nun Mauthausen oder Gusen einen hoeheren Bekannteitsgrad hat, oder wie man diesen erhoehen koennte, waere irgendwo zuviel "pietaetloser Marketing-Charakter", welcher - in Anbetracht der begangenen Verbrechen nicht umbedingt eine Adaequate Wiedergutmachungspolitik darstellen könnte. - dies nur meine Gedanken.
     
  16. micha83

    micha83 Guest

    hallo an alle der bunker ist genau vor meiner tür! gibt es da irgend wo noch einen zugang oder kann man da garnicht rein!

    lg micha
     
  17. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Willkommen im Forum!
    Du musst es ja genauer wissen als alle Anderen, wenn der "Bunker" genau vor deiner Tür liegt :ichsagnix:

    Wenn Du die Stollenanlage "Bergkristall" meinst, dann ist alles zu! Eigentum der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft). Aber vielleicht veranstalten sie mal einen "Tag der offenen Stollentür"...?

    lg
    josef
     
  18. Heimberger

    Heimberger Guest

    Stollen Gusen

    :hilfe2:weis jemand ob die Stollen jetzt ganz zu sind ?
     
  19. 1985erURI

    1985erURI Guest

    Würde mich auch interessieren. wohne in der Nähe. Hab mit nen Freund gesprochen der in Langenstein wohnt und der war als Kind oft drinnen!

    Soll aber einige kleine Eingänge geben. wäre interessant ob da noch einer offen ist.

    war gesten in der Umgebung St. Georgen in nem Waldstück da ist ein Bunker bzw. Eingang ob der dazu gehört keine Ahnung. Liegt ne Menge Müll und Äste drin.

    Gruß
     
  20. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Hallo Christoph!
    Willkommen im Forum.

    Zur Frage wegen der Stollen:

    Die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) hat zuerst die Anlagen in Langenstein -> "Kellerbau" und dann -> "Bergkristall" in St. Georgen "saniert" und DICHTGEMACHT! Was auch gut und richtig ist! Dadurch wird die Chance gewahrt, vielleicht doch irgendwann noch die Objekte für das breite Publikum als "Gedenkstollen" zugänglich zu machen... man darf die Hoffnung nie aufgeben!

    Wenn Du über die Suchfunktion "Bergkristall" eingibst, ist einiges über die Sanierung usw. zu finden!

    Anbei noch ein Bild, dass ich vor einigen Jahren nach der Sanierung eines Einganges von "Kellerbau" aufnahm...
     

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