„Stein.Zeit.Museum“
Der älteste Bergbau der Steiermark
Das neue „Stein.Zeit.Museum“ in Stift Rein widmet sich nicht nur der spannenden Geschichte des Hornstein-Abbaus in der Jungsteinzeit, sondern beleuchtet auch archäologische Funde innerhalb des Zisterzienserklosters und in der Region.
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Der älteste Bergbau der Steiermark
Der älteste Bergbau der Steiermark
Das neue „Stein.Zeit.Museum“ in Stift Rein widmet sich nicht nur der spannenden Geschichte des Hornstein-Abbaus in der Jungsteinzeit, sondern beleuchtet auch archäologische Funde innerhalb des Zisterzienserklosters und in der Region.
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Das neue Museum ist im Untergeschoß der gotischen Kreuzkapelle des Stiftes Rein untergebracht. Auf drei Räume verteilt gibt es Einblicke in das Leben und die Arbeitsweise der Menschen vor bis zu 6.500 Jahren, stammen doch etwa die Spuren des Hornstein-Abbaus in der Region rund um das Stift aus dem Neolithikum, der späten Jungsteinzeit.
Hornstein
„Es geht hier vor allem um einen Hornstein-Bergbau, den das Universalmuseum Joanneum und die Akademie der Wissenschaften über einige Jahre hinweg durch archäologische Ausgrabungen nachweisen konnte. Der befindet sich hier ganz in der Nähe des Stifts. Jetzt ist dort nur mehr eine Wiese, das sieht man nichts mehr vom ehemaligen Abbau, aber wir waren in der Lage, durch die archäologischen Untersuchungen Abbauschächte nachzuweisen, in denen dieser Hornstein bergmännisch gewonnen wurde“, so Co-Kurator Michael Brandl von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Stift Rein
Für die Menschen der Region war der Hornstein ein bedeutender Rohstoff – zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen vor allem, aber auch zur Erzeugung von Feuer: „Wir sind hier in einer Zeitschiene, wo es noch kein Metall gibt – die Leute haben keine Messerklingen oder Beilklingen nehmen können, um zu schneiden, zu hacken oder für sonstige Tätigkeiten, wo man scharfe Kanten braucht. Sie mussten einen Rohstoff besorgen, der diese Tätigkeiten erfüllen kann – und dafür war Hornstein, Feuerstein und ähnliche Dinge überlebensnotwendig“, sagt Brandl.
Abbau und Nutzung
In Vitrinen sind die Exponate rund um den Hornstein-Abbau zu sehen – rund um den Abbau ebenso wie um die Nutzung, erklärt Co-Kurator Daniel Modl vom Universalmuseum Joanneum: „In einer Vitrine sehen wir die Produkte, die aus dem Bergbau selbst stammen, also aus diesen Abbauschichten gewonnen worden sind. Die haben wir dort gefunden, die zeigen wir von den Rohplatten bis zu den ersten Produkten und Halbfertigprodukten, die dann zurückgelassen worden sind, weil sie der Qualität eben nicht entsprochen haben, sonst wären sie nicht in der Grube drinnen. Dann gehen wir in der zweiten Vitrine darauf ein, wie diese Sachen in den Siedlungen aussehen. Das ist es, wie es Archäologen meistens finden, wenn wir eine Ausgrabung machen in einer jungsteinzeitlichen Siedlung, dann finden wir unterschiedliche Produkte wie Pfeilspitzen, Messerklingen, Dolche und Beile – solche Sachen, die sieht man hier aus Hornstein.“
Stift Rein
Neben dem jungsteinzeitlichen Hornsteinabbau in Rein – übrigens dem ältesten sicher nachgewiesenen Bergbau der Steiermark – widmet sich das „Stein.Zeit.Museum“ auch archäologischen Funden in und um das Stift Rein, sowie auch archäologischen Forschungen im Gebiet der heutigen Marktgemeinde Gratwein-Straßengel.
„Der erste industrielle Abbau der Steiermark“
Auch der Wirtschaftsdirektor des Stifts Prior Pater Martin sieht im neuen Museum eine Bereicherung: „Es bedeutet in erster Linie was für die Gemeinde und die Region, es zeigt auf, wie lang die Besiedelung und wie wichtig die Besiedlung war. Es ist in gewisser Weise der erste industrielle Abbau in der Steiermark.“
17.11.2025, red, steiermark.ORF.at
Link:
Stift Rein
Hornstein
„Es geht hier vor allem um einen Hornstein-Bergbau, den das Universalmuseum Joanneum und die Akademie der Wissenschaften über einige Jahre hinweg durch archäologische Ausgrabungen nachweisen konnte. Der befindet sich hier ganz in der Nähe des Stifts. Jetzt ist dort nur mehr eine Wiese, das sieht man nichts mehr vom ehemaligen Abbau, aber wir waren in der Lage, durch die archäologischen Untersuchungen Abbauschächte nachzuweisen, in denen dieser Hornstein bergmännisch gewonnen wurde“, so Co-Kurator Michael Brandl von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Für die Menschen der Region war der Hornstein ein bedeutender Rohstoff – zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen vor allem, aber auch zur Erzeugung von Feuer: „Wir sind hier in einer Zeitschiene, wo es noch kein Metall gibt – die Leute haben keine Messerklingen oder Beilklingen nehmen können, um zu schneiden, zu hacken oder für sonstige Tätigkeiten, wo man scharfe Kanten braucht. Sie mussten einen Rohstoff besorgen, der diese Tätigkeiten erfüllen kann – und dafür war Hornstein, Feuerstein und ähnliche Dinge überlebensnotwendig“, sagt Brandl.
Abbau und Nutzung
In Vitrinen sind die Exponate rund um den Hornstein-Abbau zu sehen – rund um den Abbau ebenso wie um die Nutzung, erklärt Co-Kurator Daniel Modl vom Universalmuseum Joanneum: „In einer Vitrine sehen wir die Produkte, die aus dem Bergbau selbst stammen, also aus diesen Abbauschichten gewonnen worden sind. Die haben wir dort gefunden, die zeigen wir von den Rohplatten bis zu den ersten Produkten und Halbfertigprodukten, die dann zurückgelassen worden sind, weil sie der Qualität eben nicht entsprochen haben, sonst wären sie nicht in der Grube drinnen. Dann gehen wir in der zweiten Vitrine darauf ein, wie diese Sachen in den Siedlungen aussehen. Das ist es, wie es Archäologen meistens finden, wenn wir eine Ausgrabung machen in einer jungsteinzeitlichen Siedlung, dann finden wir unterschiedliche Produkte wie Pfeilspitzen, Messerklingen, Dolche und Beile – solche Sachen, die sieht man hier aus Hornstein.“
Neben dem jungsteinzeitlichen Hornsteinabbau in Rein – übrigens dem ältesten sicher nachgewiesenen Bergbau der Steiermark – widmet sich das „Stein.Zeit.Museum“ auch archäologischen Funden in und um das Stift Rein, sowie auch archäologischen Forschungen im Gebiet der heutigen Marktgemeinde Gratwein-Straßengel.
„Der erste industrielle Abbau der Steiermark“
Auch der Wirtschaftsdirektor des Stifts Prior Pater Martin sieht im neuen Museum eine Bereicherung: „Es bedeutet in erster Linie was für die Gemeinde und die Region, es zeigt auf, wie lang die Besiedelung und wie wichtig die Besiedlung war. Es ist in gewisser Weise der erste industrielle Abbau in der Steiermark.“
17.11.2025, red, steiermark.ORF.at
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Stift Rein
Der älteste Bergbau der Steiermark