Tiroler Zugspitzbahn
Älteste Seilbahn Tirols wird 100 Jahre
Am 5. Juli 1926 ist in Ehrwald die erste Seilbahn Tirols eröffnet worden. Der Bau der Zugspitzbahn auf den höchsten Gipfel Deutschlands war eine technische und finanzielle Pionierleistung und ist bis heute prägend für die Region. Die 100 -jährige Geschichte schreibt viele spannende Kapitel.
Online seit heute, 6.00 Uhr
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Älteste Seilbahn Tirols wird 100 Jahre
Älteste Seilbahn Tirols wird 100 Jahre
Am 5. Juli 1926 ist in Ehrwald die erste Seilbahn Tirols eröffnet worden. Der Bau der Zugspitzbahn auf den höchsten Gipfel Deutschlands war eine technische und finanzielle Pionierleistung und ist bis heute prägend für die Region. Die 100 -jährige Geschichte schreibt viele spannende Kapitel.
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Die Tiroler Zugspitzbahn ist untrennbar mit dem Namen Hermann Stern verbunden. Der Anwalt aus Reutte war ein Vordenker und Pionier auf vielen Ebenen. Er war Wegbereiter für die Ansiedelung der Planseewerke im Außerfern, forcierte den Ausbau der Krankenversorgung und Elektrizität und war letztendlich Hauptakteuer bei der Realisierung der Zugspitzbahn.
Abenteuerliche Bauarbeiten und moderne Antriebstechnik
Stern profitierte bei seinen Seilbahnplänen von der Wirtschaftssituation und positiven Tourismusgesinnung seitens der Politik in Österreich. Denn nach dem ersten Weltkrieg kam 1925 die Währungsreform mit der Einführung des Schilling, die Bundesregierung aber auch die Landespolitik forcierten den Ausbau des Tourismus.
Zugspitzbahn
Tonnenschweres Bau- und Seilbahnmaterial musste mit Manneskraft antransportiert und auf den Berg gebracht werden
1924 jedenfalls konnte mit dem Bau der Zugspitzbahn in Ehrwald begonnen werden. Die Bauarbeiten waren herausfordernd und zum Teil lebensgefährlich. Schließlich musste schweres Material nicht selten zu Fuß über viele hundert Höhenmeter nach oben transportiert werden. Technisch konstruierte die Leipziger Firma Bleichert einen Antrieb, der ausschließlich in der Talstation untergebracht war. Ein Novum zu dieser Zeit.
Zugspitzbahn
Kurz vor der Eröffnung stattete Bundespräsident Hainisch der Zugspitzbahn und Hermann Stern einen Besuch ab.
Österreich war deutlich schneller als Deutschland
Nach zweijähriger Bauzeit konnte die Tiroler Zugspitzbahn feierlich eröffnet werden – Jahre bevor der Berg von Deutschland aus erschlossen wurde. Denn eine Zahnradbahn auf das Zugspitzblatt von Garmisch aus wurde erst 1930 eröffnet. Sowie die bayrische Zugspitzbahn führte jene in Tirol vorerst nicht ganz auf den Gipfel.
Zugspitzbahn
Am 5. Juli 1926 wurde die Tiroler Zugspitzbahn eingeweiht.
Dennoch war die Tiroler Zugspitzbahn von Beginn an Publikumsmagnet und sie beförderte im ersten vollen Betriebsjahr 1927 knapp 130.000 Besucher hinauf auf den Berg. Für die letzten 200 Höhenmeter auf den Gipfel konnten Bergführer gebucht werden. Der Erfolg der Zugspitzbahn riss dann mit der Eröffnung der Bahn auf deutscher Seite, vor allem aber dann mit der 1000-Mark-Sperre abrupt ab. Die ging Pleite und wurde an die bayrischen Kollegen verkauft.
Rückkauf, Aufschwung und dann neuerlicher Verkauf
Nach dem Krieg wurde die Tiroler Zugspitzbahn vom Land Tirol zurückgekauft. In dieser Zeit wurde eine Mittelstation für Skifahrer am Gamskar errichtet und letztendlich 1964 – zwei Jahre nach dem Brand des Kammhotels – eine neue Seilbahn von der bestehenden Bergstation bis zum Gipfel eröffnet.
Weitere 24 Jahre blieb die Bahn dann im Eigentum des Landes Tirol. Weil ab dringenden Investitionen anstanden, hat man sich dazu entschlossen, die Bahn samt den Ehrwalder Almbahnen zu privatisieren. Den Zuschlag erhielt 1988 die Zillertaler Gletscherbahnen GmbH.
Neue Bahn vom Tal direkt auf den Gipfel
Von den Gletscherbahnen wurde Franz Dengg ins Außerfern entsandt, um dort die Zugspitzbahn zu neuem Leben zu erwecken. Sofort wurden Pläne für einen Neubau der Bahn samt neuer Talstation geschmiedet und bereits drei Jahre nach der Übernahme wurde diese eingeweiht. Sie führt seitdem direkt vom Tal direkt auf den Gipfel.
ORF
Ein defekter Elektroofen löste 2003 einen Großbrand in der Talstation aus.
Damit war der wirtschaftliche Aufschwung eingeleitet. Auch ein Vollbrand der Talstation 2003 konnte diesen nicht stoppen. Nur sechs Monate nach dem Brand ging die Bahn wieder in Betrieb und befördert bis heute jährlich weit über hunderttausend Touristen auf die Zugspitze.
ORF
Über steile Felswände bringt die Tiroler Zugspitzbahn weit über hunderttausend Gäste jährlich auf Deutschlands höchsten Gipfel.
Namens- und Arbeitgeber für eine ganze Region
Neben der neuen Bahn hat die Familie Dengg auch im Umfeld kräftig investiert. Am Fuße der Zugspitzbahn ist in den letzten Jahren ein Familienresort mit einem Viersterne-Hotel und auch einem Campingplatz entstanden. Auf der Bergstation gibt es ein Panoramarestaurant und ein seit heuer neu konzipiertes Museum. Ein eigenes Busunternehmen sorgt für den Gästetransport in der Zugspitzarena, wie die Ferienregion genannt wird.
ORF
Die neue Talstation samt Hotel und Campinplatz
Gemeinsam mit der Ehrwalder Almbahn ist die Zugspitzbahn samt seinen Nebenbetrieben wichtigster Arbeitgeber in der Region. Tirolweit zählt diese mittlerweile zu den zehn nächtigungsstärksten Ganzjahresdestinationen. Für Tirol war die Zugspitzbahn Initialzündung für den Bau vieler weiterer Bahnen im ganzen Land.
05.07.2026, Stefan Lindner, tirol.ORF.at
Abenteuerliche Bauarbeiten und moderne Antriebstechnik
Stern profitierte bei seinen Seilbahnplänen von der Wirtschaftssituation und positiven Tourismusgesinnung seitens der Politik in Österreich. Denn nach dem ersten Weltkrieg kam 1925 die Währungsreform mit der Einführung des Schilling, die Bundesregierung aber auch die Landespolitik forcierten den Ausbau des Tourismus.
Tonnenschweres Bau- und Seilbahnmaterial musste mit Manneskraft antransportiert und auf den Berg gebracht werden
1924 jedenfalls konnte mit dem Bau der Zugspitzbahn in Ehrwald begonnen werden. Die Bauarbeiten waren herausfordernd und zum Teil lebensgefährlich. Schließlich musste schweres Material nicht selten zu Fuß über viele hundert Höhenmeter nach oben transportiert werden. Technisch konstruierte die Leipziger Firma Bleichert einen Antrieb, der ausschließlich in der Talstation untergebracht war. Ein Novum zu dieser Zeit.
Kurz vor der Eröffnung stattete Bundespräsident Hainisch der Zugspitzbahn und Hermann Stern einen Besuch ab.
Österreich war deutlich schneller als Deutschland
Nach zweijähriger Bauzeit konnte die Tiroler Zugspitzbahn feierlich eröffnet werden – Jahre bevor der Berg von Deutschland aus erschlossen wurde. Denn eine Zahnradbahn auf das Zugspitzblatt von Garmisch aus wurde erst 1930 eröffnet. Sowie die bayrische Zugspitzbahn führte jene in Tirol vorerst nicht ganz auf den Gipfel.
Am 5. Juli 1926 wurde die Tiroler Zugspitzbahn eingeweiht.
Dennoch war die Tiroler Zugspitzbahn von Beginn an Publikumsmagnet und sie beförderte im ersten vollen Betriebsjahr 1927 knapp 130.000 Besucher hinauf auf den Berg. Für die letzten 200 Höhenmeter auf den Gipfel konnten Bergführer gebucht werden. Der Erfolg der Zugspitzbahn riss dann mit der Eröffnung der Bahn auf deutscher Seite, vor allem aber dann mit der 1000-Mark-Sperre abrupt ab. Die ging Pleite und wurde an die bayrischen Kollegen verkauft.
Rückkauf, Aufschwung und dann neuerlicher Verkauf
Nach dem Krieg wurde die Tiroler Zugspitzbahn vom Land Tirol zurückgekauft. In dieser Zeit wurde eine Mittelstation für Skifahrer am Gamskar errichtet und letztendlich 1964 – zwei Jahre nach dem Brand des Kammhotels – eine neue Seilbahn von der bestehenden Bergstation bis zum Gipfel eröffnet.
Weitere 24 Jahre blieb die Bahn dann im Eigentum des Landes Tirol. Weil ab dringenden Investitionen anstanden, hat man sich dazu entschlossen, die Bahn samt den Ehrwalder Almbahnen zu privatisieren. Den Zuschlag erhielt 1988 die Zillertaler Gletscherbahnen GmbH.
Neue Bahn vom Tal direkt auf den Gipfel
Von den Gletscherbahnen wurde Franz Dengg ins Außerfern entsandt, um dort die Zugspitzbahn zu neuem Leben zu erwecken. Sofort wurden Pläne für einen Neubau der Bahn samt neuer Talstation geschmiedet und bereits drei Jahre nach der Übernahme wurde diese eingeweiht. Sie führt seitdem direkt vom Tal direkt auf den Gipfel.
Ein defekter Elektroofen löste 2003 einen Großbrand in der Talstation aus.
Damit war der wirtschaftliche Aufschwung eingeleitet. Auch ein Vollbrand der Talstation 2003 konnte diesen nicht stoppen. Nur sechs Monate nach dem Brand ging die Bahn wieder in Betrieb und befördert bis heute jährlich weit über hunderttausend Touristen auf die Zugspitze.
Über steile Felswände bringt die Tiroler Zugspitzbahn weit über hunderttausend Gäste jährlich auf Deutschlands höchsten Gipfel.
Namens- und Arbeitgeber für eine ganze Region
Neben der neuen Bahn hat die Familie Dengg auch im Umfeld kräftig investiert. Am Fuße der Zugspitzbahn ist in den letzten Jahren ein Familienresort mit einem Viersterne-Hotel und auch einem Campingplatz entstanden. Auf der Bergstation gibt es ein Panoramarestaurant und ein seit heuer neu konzipiertes Museum. Ein eigenes Busunternehmen sorgt für den Gästetransport in der Zugspitzarena, wie die Ferienregion genannt wird.
Die neue Talstation samt Hotel und Campinplatz
Gemeinsam mit der Ehrwalder Almbahn ist die Zugspitzbahn samt seinen Nebenbetrieben wichtigster Arbeitgeber in der Region. Tirolweit zählt diese mittlerweile zu den zehn nächtigungsstärksten Ganzjahresdestinationen. Für Tirol war die Zugspitzbahn Initialzündung für den Bau vieler weiterer Bahnen im ganzen Land.
05.07.2026, Stefan Lindner, tirol.ORF.at