1945: Kaserne - verm. MINDEN - wo genau?

H

hebbel

Guest
#21
Hmm. Gehört zwar nicht zur Lokalität Minden, aber da ich in #13 das Rennen gen Wismar erwähnt hatte:

Meinung des Chefs der No.2 T-Force (Kiel-Force), Major Tony Hibbert [Major James Anthony Hibbert]: "Hätte die 3. Fallschirmjägereinheit unter Brigadier James Hill [Brigadier Stanley James Ledger Hill DSO, MC, Unit: Brigade HQ, 3rd Parachute Brigade, zu der auch das von mir bereits erwähnte 1st Canadian Parachute Battalion gehörte] nicht die Russen bei Wismar aufgehalten, wäre die auch nur leicht bewaffnete T-Force-Einheit in Kiel von ihnen hinweggefegt worden, und Dänemark sowie Schleswig-Holstein wären vielleicht für Jahrzehnte hinter dem "Eisernen Vorhang" abgeriegelt worden."

"Aufgehalten" sicherlich im Sinne von "Wir sind schon da!", sodaß die RA schlecht weiter vordringen konnte. Vielleicht ein weiterer Grund, neben dem Interesse der Briten an den dortigen Werft- und Marineeinrichtungen.

(Eine Verbindung zu Minden ergibt sich aus der Zusammensetzung dieser T-Force, obwohl diese Truppe vermutlich aus Richtung Hannover kam :D Aber da müsste ich die Quelle checken.)

Gruß
Dieter
 
H

hebbel

Guest
#22
@SuR
Unbeschadet der Möglichkeit, daß es im Raum Minden auch "Targets" gab, wurden auch allgemeine Ziele definiert. Auch wenn sie alles "im Programm" hatten, von SIGINT (Nicht an der Enigma "herumknöpfeln"! :D) über V-Weapons bis Kernphysiker, so waren sie anscheinend auf "Naval Intelligence" und die betreffenden Evakuierungsräume besonders "heiß". Sie mußten sich die Ziele z.T. auch erst suchen. Ich denke, daß Minden das erste HQ auf deutschem Boden war, bevor es Richtung Norden ging.

By April 10th, the strength of the Unit was therefore disposed as follows:

Team 4 - with the Guards Armoured Division, destined for the capture of BREMEN.
" 5 - to cover HANOVER and then to proceed to BREMEN.
" 6 - to remain with the Canadian Armoured Division; to follow that formation to its eventual destination.
" 7 - to cover EMDEN with the Polish Armoured Brigade.
" 8 - to cover Western Holland.
" 10 - to cover HAMBURG and all points East.
" 55 - to cover the evacuation areas in the south.

Team 4 war im Falle Bremens ganz "vorne dran" und hat die Übergabe der Stadt erwirkt. On April 26th, Team 4, having pressed on [unkenntlich} ahead of the general advance, were the first troops to enter BREMEN and accepted the surrender of the town from the acting Burgomaster. The team also captured a NARVIK class destroyer which was lying in the harbour. This yielded some interesting documents.

Team 5 krebste im Raum Hannover herum, nachdem die Stadt bereits am 10. April durch die Amerikaner eingenommen worden war. Aber dann wurde es konkret: A further change in plans was caused by the discovery at HAN[N]OVER by Team 5, ...., of a number of clues leading to the HARZ mountains, which, it was now evident, was a dispersal area for Naval objectives evacuated from the North. In these circumstances ... received a new directive to take his team as quickly as possible to... Das dauerte aber seine Zeit, denn: On April 23rd the party started for the HARZ area...Altogether twenty six targets in the HARZ district were investigated, much intelligence material of extreme value recovered, the more important items being the following...

Auch in BUXTEHUDE waren sie vorne mit dabei:
On April 22, Team 10 and "X" troop played an important part in the Capture of BUXTEHUDE. This was the first purely Naval Intelligence target to be captured in this area.

Ich halte das zitierte ADM-File für authentisch, auch wenn man es unter der vermerkten Signatur nicht findet.

Vastehste mir? In der Hoffnung, Dich etwas aufgeweckt zu haben :D

Dieter
 
#25
Wie weiter? :D

Wenn ich jetzt noch raus bekomme, wo die Sonderinspektion I gesessen ist, dann kann ich die vielleicht auch sagen, welche Einheit (die auf den Bildern) ihn (edit: Glisczynski) damals hopps genommen hat.
Hallo SuR,
vielleicht kann ich ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. Mein Großvater, Bernhard v Glisczynski wurde nicht von den Alliierten festgenommen. Er flüchtete (Vergl. Albert Speer: Erinnerungen "...Glisczynski meldet sich nicht...") mit seinem Adjutanten nach Bayern. Wohin genau weiß ich nicht. Ich kann aber mal in der Familie fragen. Von dort aus nutzte er wohl alte "Seilschaften" und heuerte nach Kriegsende bei der Fa. Hanebeck an (siehe Wikipedia: Bernhard von Glisczynski). Entnazifiziert wurde er wohl nie, zumindest erzählte meine Großmutter, dass seine Akte immer wieder unter den Stapel kam. Aus den Erzählungen weiß ich zudem, dass er immer - oder zumindest noch eine lange Zeit - Angst hatte "abgeholt zu werden, besonders nachdem Eichmann gefunden und verurteilt worden war. Gestreifte Kleidung konnte er auch als alter Mann nicht ansehen. Für ihn war alles maritime (also blau-weiß-gestreift) KZ-Kleidung.
 
Gefällt mir: SuR

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#26
Hallo SuR,
vielleicht kann ich ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. Mein Großvater, Bernhard v Glisczynski wurde nicht von den Alliierten festgenommen. Er flüchtete (Vergl. Albert Speer: Erinnerungen "...Glisczynski meldet sich nicht...") mit seinem Adjutanten nach Bayern. Wohin genau weiß ich nicht. Ich kann aber mal in der Familie fragen. Von dort aus nutzte er wohl alte "Seilschaften" und heuerte nach Kriegsende bei der Fa. Hanebeck an (siehe Wikipedia: Bernhard von Glisczynski). Entnazifiziert wurde er wohl nie, zumindest erzählte meine Großmutter, dass seine Akte immer wieder unter den Stapel kam. Aus den Erzählungen weiß ich zudem, dass er immer - oder zumindest noch eine lange Zeit - Angst hatte "abgeholt zu werden, besonders nachdem Eichmann gefunden und verurteilt worden war. Gestreifte Kleidung konnte er auch als alter Mann nicht ansehen. Für ihn war alles maritime (also blau-weiß-gestreift) KZ-Kleidung.
Das ist ja eine echte Überraschung! :) Herzlich Willkommen im Forum!

Du kannst ja bei passender Gelegenheit mal in der Familie fragen, ob Genaueres zu seiner Flucht nach Bayern und der unmittelbaren Nachkriegszeit bekannt ist. Das wäre schon sehr interessant... und erkundige Dich doch bei der Gelegenheit, ob nicht noch irgendwo alte Unterlagen, Fotos, Tagebücher etc. existieren. ;)

Wegen der Entnazifizierung: Dass er da wirklich ganz "rumgekommen" ist, halte ich für eher fraglich. Leider sind Entnazifizierungverfahren nach meiner Erfahrung heute nur noch sehr schwer nachzuvollziehen - vor allem, wenn die betreffende Person mehrfach umgezogen ist. Relativ gute Chancen hat man in dem Landesarchiv/Staatsarchiv, das den damaligen Nachkriegswohnort heute abdeckt; das dürfte in Deinem Fall wahrscheinlich in NRW sein. Dort einfach mal eine Nachfrage stellen, ob Unterlagen vorliegen ...
 
Oben