Alpenländisches Schützenwesen

josef

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#1
Krachen muss es, rauchen und stinken – Das Salzburger Schützenwesen
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Schützenvereine zählen zu den ältesten Salzburger Traditionsvereinen und gehen auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Heute gibt es im Bundesland Salzburg 110 Kompanien und die mehr als 6.000 Schützen sind in Vereinen engagiert. Am 4. September trafen sich die Salzburger Schützenkompanien im bayerischen Mühldorf anlässlich der letzten Ritterschlacht auf deutschem Boden – der Schlacht von Mühldorf 1322. Dieses Großtreffen zwischen Salzburger und Bayerischen Schützen soll ein starkes Zeichen für Frieden und Tradition setzen.

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Jubiläums – Schützen- und Trachtenzug in Mühldorf am Inn
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Jubiläums – Schützen- und Trachtenzug mit vielen Abordnungen
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Struckerschützen Altenmarkt
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Schifferstützen Oberndorf
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Interview mit Historiker und ehemaligem Hauptmann der Prangerstutzenschützen Mattsee, Herbert Handlechner
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Herbert Handlechner mit einem Prangerstutzen
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Herbert Handlechner im Museum im Früstenstöckl in Ebenau, mit Kameramann
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Der Landeskommandant der Salzburger Schützen, Josef Braunwieser
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Historische Schützenmusik der Prangerstutzenschützen Mattsee mit Herbert Handlechner (rechts)
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Historische Schützenmusik der Prangerstutzenschützen Mattsee, im Hintergrund der Mattsee
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Schlossermeister Josef Reichl bei der Herstellung eines Prangerstutzen
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Schlossermeister Josef Reichl mit Prangerstutzen

Dienten die Schützen einst der Verteidigung, sind sie heute bei kirchlichen Festen, Ehrenempfängen, Hochzeiten und Taufen in ihren schmucken Uniformen im Salzburger Land zu bewundern. Die engagierten Betreiber der Schützenvereine halten aber auch Bräuche am Leben, die vielleicht längst in Vergessenheit geraten wären – so etwa die Prangstangen Innergebirg, die Piratenschlacht auf der Salzach oder das Musizieren der Schützen von Mattsee.
15.11.2022, red, salzburg.ORF.at
Krachen muss es, rauchen und stinken – Das Salzburger Schützenwesen
 

TORad

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#2
Schönen Nachmittag,

die Sendung ist sicher Sehenswert. Zumindest ist Herbert Handlechner zufrieden und das bedeutet für mich etwas da ich ihn schon lange kenne und wir gemeinsam Geschichte studiert haben.
Ich freue mich.

Liebe Grüße
Ralf
 

josef

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#3
Aufmarsch von 600 Schützen bei Wallner-Gedenkfeier
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600 Schützen aus dem ganzen Bundesland sind am Sonntag zur Anton Wallner-Gedenkfeier in der Landeshauptstadt zusammengekommen. Dabei gedenken sie des Salzburger Freiheitskämpfers gegen die Franzosen im Jahr 1809.
Online seit gestern, 17.26 Uhr
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Am Salzburger Residenzplatz zeigte sich am Sonntag ein farbenprächtiges Bild, als 108 Fahnenabordnungen der Salzburger Schützen aus allen Bezirken zur Anton Wallner-Gedenkfeier in die Landeshauptstadt kamen. Jedes Jahr wird die Gedenkfeier in einem anderen Bezirk durchgeführt. Für den Landesschützenverband ist es die höchste Feier.

Heuer stand der Gedenktag im Zeichen des Friedens: „Wenn in unserer Nähe Krieg herrscht, dann denkt man immer darüber nach. Gott sei Dank leben wir in Frieden und Freiheit und das ist das höchste Gut, das wir erhalten können“, sagt Salzburgs Landesschützenkommandant Josef Braunwieser aus Bergheim (Flachgau). Musikalisch umrahmt wurde die 63. Wallner-Feier durch drei Musikkapellen mit insgesamt rund 100 Musikantinnen und Musikanten.

Neuer Landesfähnrich kommt aus der Stadt
Ernst Mosshammer ist bereits seit rund 25 Jahren bei der Bürgergarde der Stadt Salzburg aktiv. Am Sonntag übernahm er das Amt des Landesfähnrich und ist damit einer von sechs Landesfähnrichen, die bei feierlichen Anlässen in der Mozartstadt die Landesfahne tragen. „Es ist eine große Ehre voranzugehen und meinen Schützenkameraden die Richtung zu zeigen. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe“, sagt Mosshammer.

6.500 Schützen – fixe Größe im Vereinsleben
Die 111 Kompanien und Garden im Bundesland sind eine fixer Bestandteil im Vereinsleben in den Salzburger Gemeinden. Nach der Festmesse nahmen die Abordnungen am Residenzplatz Aufstellung – dabei erfolgte auch eine Meldung an den Salzburger Landeshauptmann, der die Front der mehr als 600 Schützen abschritt. Zu einem derartigen Festtag gehört auch ein Ehrensalut dazu.

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Die angetretenen Fahnenabordnungen standen am Sonntag stellvertretend für die rund 6.500 Schützen in Salzburg. „Als Kammeraden trifft man sich, man rückt miteinander in Freud und Leid aus, es ist einfach schön ein Schütze zu sein“, sagt Konrad Prodinger, Bürgerliches Schützenkorps aus Tamsweg (Lungau).

Oft Schütze bis ins hohe Alter
Ein Blick in die Statistik zeigt, die Faszination ein Schütze zu sein, scheint lange zu halten: Das ist Familientradition, ich bin jetzt 60 Jahre Schütze und beim Landesschützentag bin ich immer dabei", schildert der 82-jährige Prangerschütze aus Hallwang (Flachgau), Rupert Lindner. Die nächste Wallner-Gedenkfeier für den Freiheitskämpfer gegen die Franzosen wird 2024 im Lungau stattfinden.
13.02.2023, red, salzburg.ORF.at
Aufmarsch von 600 Schützen bei Wallner-Gedenkfeier
 

josef

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#4
Tirol: Schützen könnten als Männerbastion fallen
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Erstmals liegen einstimmige Anträge zweier Tiroler Schützenkompanien vor, auch Frauen als Gewehrträgerinnen aufzunehmen. Bis jetzt gab es immer nur Zurufe von außen, doch mit diesem Wunsch aus der Organisation heraus will der Landesschützenkommandant nun einen intensiven Diskussionsprozess starten.
Online seit heute, 12.26 Uhr (Update: 17.56 Uhr)
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Das Ergebnis könnte eine Zäsur in der jahrhundertealten traditionellen Tiroler Männerbastion sein. Zaghafte Ansätze gab es bereits 2016, als die Tiroler Grünen die Diskussion anzettelten, Frauen an die Gewehre zu lassen. Politisch war das Thema schnell erledigt, dennoch begann innerhalb des Tiroler Schützenwesens ein Nachdenkprozess.

Dabei wurden elf Leitmotive erarbeitet. Eines betrifft die Wertschätzung der Frauen im Tiroler Schützenwesen. Hier hieß es: „Wir wollen die Zukunft im Bund der Tiroler Schützenkompanien gemeinsam mit Frauen und Männern gestalten.“ Dieses Motiv bewegte zwei Oberländer Schützenkompanien, den Antrag auf Aufnahme von Frauen zu stellen.

Einstimmige Beschlüsse
Die Beschlüsse fielen einstimmig, so Landesschützenkommandant Thomas Saurer. Die Begründungen seien sehr einfach gewesen, es sei der Bedarf von weiblichen Mitgliedern da, von Marketenderinnen, die sagen, zukünftig mit dem Gewehr ausrücken zu wollen. Das sei in den Kompanien behandelt und eingebraucht worden. Dem wolle man sich jetzt in einem basisdemokratischem Diskussionsprozess und dann in einer basisdemokratischen Entscheidung stellen, so Saurer.

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Thomas Saurer selbst lässt sich nicht in die Karten schauen

Der Bund der Tiroler Schützenkompanien ist in vier Viertel gegliedert: Oberland, Tirol-Mitte, Unterland und Osttirol. Jedes dieser Viertel umfasst mehrere Bataillone, denen wiederum Kompanien untergeordnet sind.

Offizieller Diskussionsreigen startet im Herbst
So startet der Schützenbund im Herbst mit Viertel-Bildungstagen. Damit beginnt ein Diskussionsprozess mit Schützen und Marketenderinnen. Es werde beraten und das Pro und Kontra abgewogen, so Saurer. In diesem Prozess habe man die Möglichkeit, die Meinungen und Stimmungen hervorzuholen.

Grundsatzbeschluss wird erwartet
Am Ende steht ein Grundsatzbeschluss, der Landesverband möge die Statuten ändern oder auch nicht. Sollten Frauen grundsätzlich mit dem Gewehr ausrücken dürfen, so liegt die Entscheidung am Ende aber immer noch bei der einzelnen Kompanie selbst. Denn auch die Kompanien haben als Vereine ihre eigenen Statuten, sagte Saurer, der sich nicht in die Karten blicken lassen will, wie er zu dieser Thematik steht. Es sei ihm wichtig, hier neutral zu bleiben, er werde den Prozess begleiten und moderieren, so der Landesschützenkommandant. Ein heißes Thema innerhalb des Tiroler Schützenwesens ist es allemal, geht es doch auch um eine der letzten Männerbastionen Tirols.

Grüne über „zarte Schritte der Öffnung“ erfreut
Die Tiroler Grünen zeigten sich über die „zarten Schritte der Öffnung bei den Tiroler Schützen“ erfreut. „Wir Grüne haben die Diskussion 2016 in Gang gebracht. Dass nun aus der Basis heraus das Anliegen kommt – von Marketenderinnen, die mit dem Gewehr ausrücken möchten – ist ein starkes Signal. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt für unser Land – nicht als Bruch mit Bräuchen, sondern als bewusste Erweiterung und Stärkung unserer lebendigen Tradition“, so Zeliha Arslan.

Diese Entwicklung markiere einen bedeutenden Schritt für Tirol. Die Grün-Politikerin ortete nun in vielen männlich geprägten Domänen ein Umdenken. Die Diskussion dürfe nicht sein, ob es eine Öffnung brauche, sondern wie man sie umsetzen könne.
25.08.2025, red, tirol.ORF.at
Schützen könnten als Männerbastion fallen
 

josef

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#5
Tradition
Keine Frauen am Gewehr bei Tiroler Schützen

APA/HBF/PETER LECHNER
Die Tiroler Schützen rücken beispielsweise bei landesüblichen Empfängen für Ehrengäste aus

Mit überwältigender Mehrheit haben die Tiroler Schützen in einem Grundsatzbeschluss abgelehnt, dass Frauen in ihren Reihen künftig mit Gewehr ausrücken dürfen. Knapp 87 Prozent der Stimmberechtigten in einer Briefwahl des Schützenbunds wollten, dass alles so bleibt, wie es ist.
Online seit heute, 6.00 Uhr
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Damit bleibt der Wirkungsbereich von Frauen im Bund der Tiroler Schützenkompanien auf ihre Rolle als Marketenderinnen beschränkt. Dabei sind sie unter anderem für die Verpflegung der Schützen bei Veranstaltungen zuständig, dazu gehört auch das Ausschenken des traditionellen „Schnapserls“. Laut Schützenbund sind die Marketenderinnen aber auch wichtig für Zusammenhalt und Traditionspflege.

Stimmberechtigt bei der geheimen Briefwahl waren jede der 235 Schützenkompanien in Tirol, der Bundesausschuss des Schützenbunds sowie Ehrenoffiziere. 322 Personen waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei rund 93 Prozent. Die Auszählung erfolgte am Dienstagabend. Dabei entfielen 86,96 Prozent der abgegebenen Stimmen darauf, in der Frauenfrage bei den Schützen alles beim Status quo zu belassen.

Landeskommandant: Keine Entscheidung gegen Frauen
Der Landeskommandant der Tiroler Schützen, Thomas Saurer, sagte, er sehe im Abstimmungsergebnis keine Entscheidung gegen Frauen bei den Tiroler Schützen. Vielmehr sei es eine Bestärkung der Tradition, eine Entscheidung „für historisch gewachsene Aufgaben und Rollenverteilung“.

Die Tradition sei für die Tiroler Schützen ein zentrales Element ihres Selbstverständnisses. Und da sei es wichtig, dass „wir den Mut haben als Tiroler Schützen zu sagen, wir sind ein Stück weit Identität, es ist eine kulturelle Erinnerung, und wir stehen dazu, das ist unsere Tradition“, so Saurer. Er hielt fest, dass Frauen im Schützenwesen eine „tragende Säule im Vereinsleben, in der Jugendarbeit, in der Organisation, im sozialen Engagement und in vielen weiteren Aufgaben haben“. Vereinsrechtlich könnten sie daher als vollwertige Mitglieder Funktionen bis hin zur Obfrau bekleiden.

ORF
Landeskommandant Thomas Saurer sprach von einer basisdemokratischen Entscheidung

Ausgelöst wurde die Diskussion im Schützenbund durch zwei Oberländer Kompanien. Sie setzten sich dafür ein, dass Frauen bei den Schützen an die Gewehre gelassen werden – mehr dazu in Schützen könnten als Männerbastion fallen.

Diskussionsprozess mündete in Abstimmung
Aufgrund des Begehrens der zwei Kompanien wurde im vergangenen Herbst innerhalb des Schützenbunds ein Diskussionsprozess in Gang gesetzt. „Zwischen Tradition und Zeitgeist bewegt sich der Bund in einem sensiblen Spannungsfeld. Ziel ist es nicht, Altes zu verwerfen, sondern gemeinsam zu entscheiden, wie Tradition weiterleben kann, ohne den Zusammenhalt zu gefährden“, hieß es zum Abschluss des Diskussionsprozesses, auf den die jetzige Grundsatzabstimmung folgte – mehr dazu in Frauen ans Gewehr: Entscheidung steht an.

ORF Tirol
Der Wirkungsbereich von Frauen im Bund der Tiroler Schützenkompanien bleibt auf ihre Rolle als Marketenderinnen beschränkt

Die geheime Briefwahl wurde von 1. Dezember 2025 bis 15. Jänner 2026 durchgeführt. Beim Bund der Tiroler Schützen sprach man von einer basisdemokratischen Entscheidung. Nach Auszählung der eingelangten Stimmen wurde das Ergebnis Mittwochfrüh bekanntgegeben. Sie fiel mit breiter Mehrheit gegen Schützinnen, die Gewehre tragen dürfen, aus.

NEOS: „Rückschritt für Gleichstellung“
NEOS übte harsche Kritik am Abstimmungsergebnis: Gleichstellung bedeute nicht, „dass Frauen am Rand mitwirken dürfen, sondern dass ihnen dieselben Möglichkeiten offenstehen wie Männern – beim Aufmarsch, bei der Mitgliedschaft und bei der Mitgestaltung“, so Klubobfrau Birgit Obermüller. Tradition dürfe „nicht ein Vorwand sein, um überholte Rollenbilder aufrechtzuerhalten“. Wer Tradition lebendig halten wolle, müsse sie weiterentwickeln. Obermüller vermutete, dass es „erst dann ein Umdenken geben wird, wenn der Nachwuchsmangel nicht mehr zu übersehen ist“.
21.01.2026, red, tirol.ORF.at
Keine Frauen am Gewehr bei Tiroler Schützen
 
#6
schön, dass hier Männer über die Rolle von Frauen bei den Tiroler Schützen abstimmen.

Der Landeskommandant der Tiroler Schützen, Thomas Saurer, sagte, er sehe im Abstimmungsergebnis keine Entscheidung gegen Frauen bei den Tiroler Schützen. Vielmehr sei es eine Bestärkung der Tradition, eine Entscheidung „für historisch gewachsene Aufgaben und Rollenverteilung“.
Man stelle sich vor, diese Argumentation würde auf andere Lebensbereiche umgelegt.
Wir hätten immer noch kein Frauenwahlrecht, Männer würden immer noch entscheiden, ob Frauen arbeiten gehen dürfen etc.

In meinen Augen ist das Ganze ein Armutszeugnis für (West)Österreich. Und jede Frau, die da mitmacht, tut sich selbst keinen Gefallen.
Aber sie dürfen ja immer noch die Männer verpflegen und Schnapserl ausschenken.
 

josef

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#8
Bergisel-Stadion Innsbruck
Großes Schützen-Treffen am Wochenende
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Mehr als 10.000 Schützen, Marketenderinnen, Musikkapellen und Gäste aus Bayern, Südtirol, dem Trentino und Tirol werden dieses Wochenende in Innsbruck zum Alpenregionstreffen der Schützen erwartet. Geplant sind unter anderem eine Messe im Bergiselstadion und ein Marsch durch Innsbruck.
Online seit heute, 5.54 Uhr
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Das Regionstreffen steht heuer unter dem Motto „Miteinander für unsere Heimat“, wie Landeskommandant Thomas Saurer gegenüber ORF Tirol erklärte. Der Bergisel wurde bewusst als Schauplatz für das Treffen gewählt: „Vor über 200 Jahren haben die Tiroler dort gegen die Bayern gekämpft und jetzt stehen wir dort Seite an Seite. Da geht jedem Schützen und jeder Marketenderin das Herz auf“, schwärmte er.

Erstmals Schützen-Treffen in Innsbruck
Das Treffen soll die Verbindung der einzelnen Kompanien untereinander stärken. Immerhin gelte es, auch ein Jubiläum zu feiern: „Diese Alpenregion der Schützen gibt es seit 50 Jahren und der Höhepunkt ist eben dieses Zusammentreffen“, erklärte Saurer. „So etwas kommt wirklich nur alle paar Jahre vor.“

Das letzte große Zusammentreffen fand vor zwei Jahren in Garmisch statt, davor gab es ein Treffen im Passeiertal. Dass heuer Innsbruck als Austragungsort gewählt wurde, stellt eine Premiere dar.

Tiroler Schützen
Für das Treffen sind eigens 8.000 Festabzeichen angefertigt worden

Öffi-Umleitungen
Am Sonntag kommt es ab 11.00 Uhr zu großräumigen Umleitungen in Innsbruck. Die Straßenbahnen verkehren bis zu den Haltestellen Sillpark und Anichstraße, die Buslinien enden am Hauptbahnhof, Finanzamt und Stubaitalbahnhof. Die Linien 1 und S bleiben in der Garage. Zusätzlich bieten die IVB an diesem Tag einen Gratis-Zubringershuttledienst an. Informationen dazu auf der IVB-Seite sowie in der App wegfinder.

Das Treffen startet am Samstag am Innsbrucker Landhausplatz mit dem Eintreffen der Formationen, untermalt von der Musikkapelle Hötting und der Militärmusik Tirol. Auch eine Ehrenkompanie aus Garmisch und eine Garde des Bundesheeres werden vor Ort sein. Die Fahne wird offiziell übergeben und gehisst, gefolgt vom Zapfenstreich und einem Empfang im Landhaus.

Großer Festmarsch durch Innsbruck
Der Sonntag beginnt im Bergiselstadion mit einer Festmesse des Abts des Stift Wilten. Dann folgen ein Festakt und ein Marsch in die Stadt. Die Fähnriche – also die Fahnenträger – werden hier angewiesen, an heiklen Punkten ihre Fahnen und Stangen zu senken, um nicht in die elektrischen Leitungen der Straßenbahnen zu gelangen. Auch ohne direkte Berührung könnte es sonst zu einem lebensgefährlichen Stromüberschlag kommen.

Land Tirol/Kathrein
Beim Festmarsch gelten für die Fahnenträger besondere Sicherheitsanweisungen

Links:
28. Alpenregionstreffen der Schützen
Sonderausgabe des „Tiroler Adler“-Magazins zum Alpenregiontreffen
Großes Schützen-Treffen am Wochenende
 

josef

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#9
Zu diesen Geschlechterrollen-Problemen der strammen "Alpenfolkloretruppen" im Westen kann man bei uns im Osten nur den Kopf schütteln...:);):D

Hall in Tirol
Marketender von Schützenfest ausgeladen
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In Tirol gibt es einmal mehr Aufregung über die Geschlechterrollen bei Traditionsvereinen: Weil bei der Haller Speckbacher Stadtmusik auch Männer als Marketender mitmarschieren, wurde sie vom 72. Bezirksschützenfest in Hall in Tirol ausgeladen. Der Schützenbezirk wollte bei seinem Festtag am 28. Juni Diskussionen über Marketender vermeiden.
Online seit heute, 14.59 Uhr
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Bereits beim Schützenjahrtag der Speckbacher Schützenkompanie im März sei es unter den Schützen zu „intensiven Diskussionen und teilweise erheblichem Unverständnis“ aufgrund von Marketendern gekommen, hieß es seitens der Schützen. „MeinBezirk“ hatte zuerst berichtet.

Diskussionen und Kontroversen befürchtet
Nachdem die Kompanie bei der Stadtmusikkapelle angefragt habe, beim Bezirksschützenfest nur mit Marketenderinnen auszurücken und das dort verneint worden war, entschied sich der Schützenbezirk für die Ausladung der Stadtkapelle. „Im Zusammenhang mit der landesweiten basisdemokratischen Entscheidung, künftig keine Frauen als Gewehrschützinnen zuzulassen, sowie der Befürchtung, dass dadurch erneut ein entsprechender Konnex hergestellt werden könnte“, sei so entschieden worden, sagte Kurt Mayr, Bezirkskommandant des Schützenbezirks Hall.

APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Die Schützen wollten laut eigener Angabe die Marketender vor Anfeindungen und belastenden Situationen schützen

„Dabei spielte die Teilnahme eines männlichen Marketenders eine zentrale Rolle, da dadurch erneute Diskussionen und öffentliche Kontroversen befürchtet wurden.“ Die Schützen wollten eine „sachliche und ruhige Durchführung“ des Fests gewährleisten, sagte Mayr auch der „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag-Ausgabe). Der Marketender sollte zudem „vor möglichen persönlichen Anfeindungen und belastenden Situationen“ geschützt werden.

Musikkapelle wollte auf Marketender nicht verzichten
Für die Obfrau der Stadtmusikkapelle, Claudia Posch, kam ein Verzicht auf ihre Marketender unterdessen nicht infrage. „Zumal einer der Marketender ein fixes Mitglied der Kapelle ist und ihm ein Mitwirken keinesfalls verwehrt werden soll – schon gar nicht aufgrund seines Geschlechts.“ Die Speckbacher hätten sich Anfang 2026 bewusst dafür entschieden, auch Männer als Marketender zuzulassen. Nicht nur um den Mitgliederstand zu gewährleisten, sondern auch um ein Zeichen für die Gleichbehandlung der Geschlechter zu setzen.

Landesverbände mit unterschiedlichen Reaktionen
Die Causa führte auch zu Reaktionen der Verbände auf Landesebene. Der Landesobmann des Tiroler Blasmusikverbandes, Peter Spanblöchl, zeigte „überhaupt kein Verständnis“ und bezeichnete die Ausladung als „starkes Stück“. Marketender hätten jedenfalls einen Platz bei den Tiroler Musikkapellen: „Auch historisch ist das gar kein Thema, das war immer ein männlicher Beruf.“

Der Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, Thomas Saurer, bezog nicht direkt Stellung, sondern verwies darauf, „dass die Entscheidung darüber, welche Vereine und Formationen zu einer Veranstaltung eingeladen werden, grundsätzlich beim jeweiligen Veranstalter liegt“. Er appellierte jedoch, dass es „unser gemeinsames Ziel“ sein sollte, „Verständnis für unterschiedliche Standpunkte aufzubringen und ein respektvolles Miteinander zu pflegen“. Die Schützen stünden jedenfalls für einen „sachlichen Dialog“, meinte er.

Stadtpolitik stellt Streichung von Förderungen in den Raum
Die Stadtpolitik zeigte sich von dem Vorfall nicht angetan, die Streichung der Förderung für die Veranstaltung stand im Raum. Für Bürgermeister Christian Margreiter könnte es schon „Konsequenzen“ haben, sollte ein „verdienter Haller Verein von einem Bezirksschützenfest ausgeladen“ werden. Kein Verständnis kam auch vonseiten oppositioneller landespolitischer Vertreter. NEOS-Landessprecherin und Klubobfrau Birgit Obermüller sah bei den Schützen den „nächsten Schritt rückwärts“.

„Wer jede Form von Gleichberechtigung oder Offenheit als Kontroverse betrachtet, sollte sich fragen, ob er im Jahr 2026 angekommen ist“, sprach sie von einer „Absurdität“. Auch die Grünen übten starke Kritik an den Schützen. „Der Wunsch nach Gleichstellung entsteht längst innerhalb der Vereine selbst und wird dennoch von Teilen des Schützenwesens radikal abgewürgt“, meinte Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan. Die Schützen hätten „offenbar Angst vor einer gesellschaftlichen Debatte“.
02.06.2026, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Marketender von Schützenfest ausgeladen
 
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