Austria Tabak - ehemalige Fabriksanlagen

t3atnö

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#1
Hallo ich möchte mal ein neues Thema eröffnen das sehr stark mit Hainburg und eigentlich mit ganz Österreich zu tun hat.
Da die Austria Tabakwerke ja bereits Geschichte sind und alle Produktionsstandorte geschlossen wurden ist man glaube ich in diesem Forum Fabrikanlagen, Ruinen, Gebäude richtig .
Da das Thema äusserst umfangreich ist bitte ich euch wenn ihr auch etwas zu dem Thema beizutragen habt euch auch daran zu beteiligen :danke.
Alleine in Hainburger Stadtzentrum hatte annähernd jeder grössere Gebäudekomplex mit der ATW zu schaffen.
Größter Arbeitgeber in Hainburg und der ganzen Region über 100 Jahre die Austria Tabakwerke und das Militär .
Auf dem Bild zu sehen 2 Schlote des Heizhauses, links davon der Kindergarten der ATW und rechts von den Schloten einer der Gebäudekomplexe der Tabakwerke.
Ein Teil davon ist heute das Hotel altes Kloster und die Kulurfabrik Hainburg http://www.kulturfabrik-hainburg.at/de.
Im unteren Bereich der Ansichtskarte erstreckt sich über die ganze Länge die ehemalige K u K Pionierkadettenschule .

Quelle des Bildes alte Ansichtskarte seit 76 Jahren in Familienbesitz.
 

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josef

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#2
Hallo ich möchte mal ein neues Thema eröffnen das sehr stark mit Hainburg und eigentlich mit ganz Österreich zu tun hat.
Da die Austria Tabakwerke ja bereits Geschichte sind und alle Produktionsstandorte geschlossen wurden ist man glaube ich in diesem Forum Fabrikanlagen, Ruinen, Gebäude richtig .
Da das Thema äusserst umfangreich ist bitte ich euch wenn ihr auch etwas zu dem Thema beizutragen habt euch auch daran zu beteiligen.
Danke für die Eröffnung eines Threads zu diesem Thema:superOK

Da gibt es eine Fülle von interessanten Details zu den ehemaligen Werksstandorten

- Hainburg
- Wien
- Krems-Stein
- Linz
- Fürstenfeld
- Hallein
- Schwaz
- Klagenfurt

besonders betreffend Architektur und Nachnutzung der Objekte! Diese vorgenannten ehemaligen Werke sind mir bekannt, gab es noch weitere?

Hier noch der Link zu "Tante-Wiki" über die "Austria Tabak" ...

lg
josef
 

josef

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#3
Ehemalige Tabakfabrik Krems-Stein

Ich will nun als weiteren ehemaligen Standort der „Austria Tabak AG“ die Werke in Krems-Stein kurz vorstellen:

1850 kaufte die K.u.k. Finanzverwaltung ein Gasthaus in Stein an der Donau, damals noch eigenständige Stadt, heute Stadtteil von Krems und richtete dort eine Zigarrenproduktion ein. Bereits 1852 wurde die Fabrik großzügig erweitert.

Nach Ende des 1. Weltkrieges gingen für Österreich die damaligen Virginiafabriken in Budweis, Laibach und Sacco bei Rovereto verloren. Als Ersatz entschloss sich 1919 die staatliche Tabakmonopolverwaltung (Tabakregie) zur Errichtung eines neuen Werkes in Stein. Die nach Plänen des Wiener Architekten Paul Hoppe für eine Jahresproduktion von 100 Millionen Virginias ausgelegte Fabrik wurde Mitte 1922 eröffnet. Im Schnitt wurden 800 Personen (überwiegend Frauen) mit der Virginia-Erzeugung beschäftigt.

Die Nachfrage nach Virginias sank in der Nachkriegszeit laufend und so wurde das Werk 1988-89 stillgelegt. Als Nachnutzer eines Teiles der Anlage folgte die „Niederösterreichische Landesakademie“.

1994 erfolgte mit Gründung der „Donau-Universität Krems“ die Übernahme und Adaptierung des ganzen Gebäudekomplexes für universitäre Zwecke. Das Areal im Umfeld der Tabakfabrik befindet sich seither im ständigen Ausbau, im ehemaligen Kesselhaus z.B. etablierte sich die „Österreichische Filmgalerie“ und im modernen „Campus-Gelände“ die „IMC-Fachhochschule Krems“ usw. …


Die alte Fabrik diente ab 1922 vorerst weiterhin zur Aufbereitung und Lagerung von Tabak. Musste aber während des Krieges zwecks Unterbringung von 800 Ostarbeitern geräumt werden. 1945-47 waren dann 800 Mann der Sowjet-Division „Wolkenstein“ in den alten Fabriksräumen einquartiert. 1958 kaufte die benachbarte Teppichfabrik Eybl das Objekt und nutzte es wieder für Produktionszwecke. Nach Übersiedlung der Firma Eybl in ein neues Werk 1980 in die Kremser Industriezone stand das Gebäude einige Zeit leer.

Anfang der 1990iger Jahre des vorigen Jahrhunderts adaptierte man das alte Fabriksobjekt als Ausstellungszentrum. 1995 erfolgte die Eröffnung der international bekannten „Kunsthalle Krems“als wichtiger Bestandteil der „Kunstmeile Krems“ !

Nachstehend 2 alte Ansichtskartenbilder. Aktuelle Fotos werde ich nach der "Schneeschmelze" nachbringen :)

1. Alte Tabakfabrik in Stein, heute "Kunsthalle Krems"
2. Ansichtskarte aus 1922 der "neuen Tabakfabrik", heute Teil der Donau-Universität
 

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josef

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#4
Ehemalige Tabakfabrik Hallein

In Hallein wurde 1869 die "K.k. Tabak- und Zigarrenfabrik" errichtet. Die Fabriksobjekte wurden 1940 an die im Rüstungszulieferbereich tätigen "Eugen Grill" - Werke verkauft.

1. Lage der Tabakfabrik Hallein 1890
2. Produktionssaal zur Zeit der Monarchie
3. Ansichtskarte ca. 1900

Bildquelle: J.Kriegseisen, K.Mühlbacher,J.Schatteiner,W.Wintersteller;„Die Eugen Grill Werke in Hallein“ ;Schriftenreihe des Stadtarchiv Hallein Nr. 1
 

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josef

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#5
Ehemalige Tabakfabrik Klagenfurt

1858 trat die K.u.k. Armee die Klagenfurter Waienhauskaserne in der Deutenhofenstraße an das k.k. Tabakmonopol zwecks Errichtung einer Zigarrenfabrik ab. Doch schon 1862 meldeten die Militärs wieder Eigenbedarf an den Baulichkeiten an und es musste ein neuer Standort für die Zigarrenfabrik gesucht werden. Diesen fand man in der Bahnhofstraße und 1864 nahm dort die neue Tabakfabrik ihren Betrieb auf.

1939 oder 1940 (genauer Zeitpunkt ist mir nicht bekannt) übernahmen die "Wiener Neustädter Flugzeugwerke" (WNF) das Fabriksobjekt und richteten dort das "WNF Werk V" ein. Erzeugt wurden Randkappen für die Flügel und Leitwerksteile für die Me 109.

Nach mehreren schweren Bombenangriffen waren die Werksanlagen derart zerstört, dass im Februar 1945 der Betrieb gänzlich zum Erliegen kam. die Reste des Betriebes wurden nach dem Krieg abgerissen und die Flächen einer Neuverbauung zugeführt.

Siehe auch http://unterirdisch.de/index.php?threads/wnf-werk-v-in-klagenfurt-ehemalige-tabakfabrik.13643/

Fotos aus: G.Finding; Klagenfurt in Schutt und Asche
 

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#8
Ehemalige Tabakfabrik Fürstenfeld

Die Tabakfabrik in Fürstenfeld war ein sehr großes Areal praktisch mitten in der Stadt gelegen. Das Firmengelände war durch die Feistritzgasse geteilt und durch eine Stahlbrücke (eine der ersten Stahlbrücken im Nietverfahren in Österreich) mit dem zweiten Teil des Firmengeländes (Lager, Gewächshäuser etc) verbunden. Es bestand vom Bhf Fürstenfeld eine AB direkt ins Firmengelände. Dieser wurde aber seit den 1980er Jahren nicht mehr benutzt und um ca. 2008 endgültig abgetragen. Nachdem die Austria Tabak an die Galhager Gruppe verkauft worden war, wurde nach Ablauf der 3 jährigen Standortgarantie das Werk 2004 geschlossen. Die Maschinen für die Zigarrenerzeugung (zB. Capriolé, Falstaff, Regie-Virginier,..) wurden abgebaut und nach Rumänien und nach England gebracht.
Aus dem ehemaligen Tabaklager wurde ein Jugendgästehaus, der zweite Teil des Areals verfällt langsam und man sucht noch immer nach einer Nachverwendung der Gebäude, vermutlich werden aus Gebäudeteilen Wohnungen.
Zuletzt waren noch 80 Mitarbeiter beschäftigt.
 

t3atnö

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#9
ATW Haiburg Abriß

Möchte euch hier ein paar Bilder einstellen vom Abriß bzw Umbau der ehemaligen ATW Hainburg .
Es wurde zum Glück ein Nachnutzer gefunden der Geschäfte und Wohneinheiten aus den ehemaligen ATW Werk machen möchte.
 

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josef

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#19
Ehemalige Tabakfabrik Fürstenfeld

Die Tabakfabrik in Fürstenfeld war ein sehr großes Areal praktisch mitten in der Stadt gelegen. Das Firmengelände war durch die Feistritzgasse geteilt und durch eine Stahlbrücke mit dem zweiten Teil des Firmengeländes (Lager, Gewächshäuser etc) verbundenAus dem ehemaligen Tabaklager wurde ein Jugendgästehaus, der zweite Teil des Areals verfällt langsam und man sucht noch immer nach einer Nachverwendung der Gebäude, vermutlich werden aus Gebäudeteilen Wohnungen...
Neue Nachnutzungspläne:
Unternehmer plant Japan-Museum in Fürstenfeld

In der Oststeiermark gibt es Pläne für ein japanisches Museum. Ein Grazer Unternehmer möchte ein Areal in Fürstenfeld kaufen und dort in einigen Jahren das Projekt realisieren. Erste Vorgespräche hat es am Freitag auf höchster politischer Ebene gegeben.

Geplant ist das Museum im Schloss am Stein. Hier haben bis 2005 die Austria Tabakwerke produziert. Jetzt, acht Jahre nach dem Ende der Tabakproduktion, möchte der Grazer Unternehmer Werner Hochegger das Gebäude kaufen und ein japanisches Museum errichten.

Erste Verhandlungen erfolgreich
Am Freitag hat es in Fürstenfeld eine Verhandlungsrunde mit dem japanischen Botschafter, dem Staatssekretär im Außenministerium, Reinhold Lopatka, und dem Fürstenfelder Bürgermeister Werner Gutzwar gegeben. Lopatka zeigte sich über die Pläne des privaten Investors begeistert und sieht darin eine einmalige Möglichkeit, die japanische Kultur dem europäischen Publikum näherzubringen. Er werde gemeinsam mit dem japanischen Botschafter das Projekt unterstützen und hofft darauf, dass zahlreiche Kunstobjekte aus dem Land der aufgehenden Sonne ihren Weg ins steirische Thermenland finden.

Objekte aus den 47 japanischen Präfekturen
Konkret sollen Kunst- und Kulturobjekte aus allen 47 Präfekturen Japans gezeigt werden. Der Fürstenfelder Bürgermeister erhofft sich durch das Projekt eine weitere Aufwertung der Stadt. Investor Werner Hochegger selbst wollte sich vorerst nicht zum Projekt äußern. Er bestätigt zwar die Pläne, allerdings sei man erst am Anfang.
Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2589720/
 

t3atnö

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#20
ATW Hainburg Abriß stand 23.06.2013

Der Abriß geht voran aber warum mann obwohl eine Bahnanbindung direkt am Gelände ist den Schrott mit dem Lkw wegkarrt ist mir Rätselhaft .:schlecht: Ja ja auch die Firma Scholz hat Bahnanbindungen an ihren Standorten.
Vom Schutt rede ich gar nicht.......:pueh:
 

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