Bemannte NASA - Mondmission Artemis II

josef

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#1
Artemis II
Rakete für bemannte Mondmission erreicht Startposition
Das SLS der Nasa mit dem Raumschiff Orion an seiner Spitze könnte in wenigen Wochen vier Menschen auf eine Reise um den Mond schicken
Das Vehikel für die Rückkehr von Menschen zum Mond hat seinen letzten Weg auf der Erde hinter sich gebracht. Die vollständig montierte Space-Launch-System-Rakete (SLS) rollte am Samstag aus dem Vehicle Assembly Building der Nasa in Cape Canaveral (Florida, USA). Nach fast zwölf Stunden gemächlicher Fahrt erreichte die riesige Mondrakete die Startrampe 39B des Kennedy Space Centers – ab da geht es für sie nur mehr nach oben.

Das nächste mögliche Startfenster für die Mission Artemis II öffnet sich am 5. Februar und schließt sich nach sechs Tagen wieder. Ein Start sei frühestens am 6. Februar möglich, hieß es zuletzt von der Nasa. Allerdings herrscht keine Eile, es gäbe weitere Startfenster im März und April.


Mit nur maximal 1,3 Kilometer pro Stunde rollte ein sogenannter "Crawler" die 1.600 Tonnen schwere SLS-Rakete vorsichtig zum Startplatz. Es ist einer von zwei Crawlern, die schon die Saturn-V-Raketen zu ihrem Startplatz brachten.
IMAGES NORTH AMERICA/JOE R

Weiter als je zuvor
Damit haben die letzten Vorbereitungen für die erste bemannte Mission zum Mond seit mehr als 50 Jahren begonnen. "Das ist der Beginn einer sehr langen Reise", sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz am Samstag. Läuft alles nach Plan, könnten die zwei Nasa-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, die Nasa-Astronautin Christina Koch sowie der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen bereits in wenigen Wochen in ihrer Orion-Kapsel weiter ins All hinausfliegen als je zuvor ein Mensch.

Das Gesamtensemble des Artemis-Programms besteht aus der 98 Meter hohen Schwerlastrakete SLS und der Orion-Kapsel. Dazwischen sitzt das European Service Module (ESM). Das vier Meter breite Kernstück der Orion-Raumschiffe wird von der Esa beigesteuert und ist für Missionen mit bis zu vier Astronautinnen und Astronauten ausgelegt. Es beherbergt einen Großteil der Versorgungsinfrastruktur: Haupttriebwerk und Treibstofflager, Solarpaneele und Klimasystem, Sauerstoff- und Wasservorräte.

Eine halbe Runde um den Mond
Mit Artemis I im November 2022 wurden bereits das Raketensystem und die Kapsel Orion erfolgreich getestet. Artemis II legt nun die Grundlagen für eine künftige bemannte Landung auf dem Mond im Rahmen der Mission Artemis III (frühestens in zwei Jahren). Am Beginn der Artemis-II-Mission stehen zunächst zwei Erdorbits, um alle lebenserhaltenden Systeme und Navigationsinstrumente mit der vierköpfigen Besatzung an Bord gründlich zu testen

In einer hohen Erdumlaufbahn führt die Crew zudem ein "Proximity Operations Demonstration"-Manöver durch, bei dem sie die Annäherung an die ausgebrannte Oberstufe der Rakete übt. Dann schließlich zündet das Triebwerk des europäischen Servicemoduls und bringt Orion auf eine viertägige Reise in Richtung Mond.

Sobald das Raumschiff den Einflussbereich des Mondes erreicht, folgt es einer sogenannten "freien Rückkehrbahn". Dabei umrundet Orion den Mond in einer Distanz von etwa 10.400 Kilometern auf der erdabgewandten Seite, ohne jedoch in einen Orbit einzuschwenken. Die Schwerkraft des Mondes befördert die Kapsel ohne großen Treibstoffaufwand zurück in Richtung Erde.


Die Artemis-II-Besatzung vor der Orion-Kapsel (von links): Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Hammock Koch.
NASA/Kim Shiflett

Zehntägige Mission
Während des Flugs um die Rückseite des Mondes sind drei Stunden speziell für Mondbeobachtungen, Fotografien und geologische Untersuchungen vorgesehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, eine spätere Landung am Südpol des Mondes vorzubereiten. Nach insgesamt etwa zehn Tagen im All tritt Orion mit einer Geschwindigkeit von fast 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und landet schließlich am Fallschirm hängend im Pazifischen Ozean.

Vorerst aber hat die Nasa am Boden alle Hände voll zu tun: Nun, da die Rakete ihren Startplatz erreicht hat, stehen sorgfältige Überprüfungen an – ebenso wie eine Generalprobe. Beim sogenannten "Wet Dress Rehearsal" wird die Rakete während der Betankungsvorgänge und der Countdown-Prozeduren eingehend getestet. Erst danach soll die endgültige Freigabe für die Artemis-II-Mission erfolgen.
tberg, red, 19.1.2026)

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Nasa’s Moonbound Artemis II Rocket Reaches Launch Pad
Nasa: Artemis II
Rakete für bemannte Mondmission erreicht Startposition
 

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#2
Frage & Antwort
Was man zum Start der ersten astronautischen Mondmission seit 50 Jahren wissen muss
Artemis 2 soll erstmals seit 1972 wieder Astronauten in die Nähe des Mondes bringen. Mehrere Startfenster ab dem 9. Februar wurden angekündigt

Vor rund drei Jahren flog die Orion-Kapsel bereits an der "Rückseite" des Mondes vorbei. Bald sollen vier Menschen die gleiche Aussicht haben.
NASA/JSC

Nach vielen Verzögerungen soll es bald soweit sein: Am 9. Februar öffnet sich das erste Startfenster für Artemis 2, jenen Weltraumflug, der nach langer Pause wieder Astronauten in die Nähe des Mondes bringen soll. Für rund 50 Jahre setzte man auf die robotische Erforschung des Alls zu wissenschaftlichen Zwecken, astronautische Raumfahrt fand großteils nur im niedrigen Erdorbit in einer Höhe von rund 400 Kilometern statt (in einem Ausnahmefall in 1400 Kilometern). Nun rückt die Raumfahrt mit Crew wieder stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die historische Mission.

Frage: Warum ist die Artemis-2-Mission etwas Besonderes?
Antwort: Erstmals seit der Apollo-Ära der 1960er- und 70er-Jahre fliegen wieder Menschen zum Mond, der letzte Mondflug mit Crew erfolgte 1972. Dabei wird es auch einige "Space Firsts" geben, also Meilensteine der Raumfahrt. Bisher hat noch nie eine Frau den Mond umrundet, das wird sich mit Artemis 2 ändern. Auch sind zum ersten Mal ein Afroamerikaner und ein Kanadier bei einem Mondflug dabei. Eine Mondlandung ist erst für den nächsten Flug, Artemis 3, geplant. Für die Mission kooperieren die US-amerikanische Weltraumbehörde Nasa und die europäischen und kanadischen Pendants Esa und CSA. Laut dem neuen Nasa-Administrator Jared Isaacman soll der Flug die Crew weiter von der Erde wegführen als jede andere Mission in der Raumfahrtgeschichte – mit einer Distanz von mehr als 400.000 Kilometern.
Frage: Wer fliegt mit?
Antwort: Die US-amerikanische Ingenieurin Christina Hammock Koch (47) wird die erste Astronautin sein, die zum Mond fliegt. Sie und der Physiker und Militärflieger Jeremy Hansen (50) von der CSA werden die beiden Mission Specialists sein, für Hansen ist es sogar der erste Weltraumflug. Den Posten des Piloten übernimmt der Testpilot Victor Glover (49), der als erste Person of Color um den Mond fliegt. Der ehemalige Leiter des Nasa-Astronautenbüros und Marine-Testpilot Reid Wiseman (50) leitet die Mission als Kommandant.


Die Artemis-II-Besatzung vor der Orion-Kapsel: Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Hammock Koch.
NASA/Kim Shiflett

Frage: Wann und wo hebt die Mission ab?
Antwort: Vom Kennedy Space Center in Florida sollte Artemis 2 zwischen dem 6. Februar und dem 30. April Ortszeit starten – so der Plan. Nun wurde der Start wetterbedingt auf frühestens 8. Februar Ortszeit festgesetzt. Viele der einzelnen Startfenster fallen für europäische Uhrzeiten in die späten Nacht- oder frühen Morgenstunden. Kommt es zu gröberen Problemen, muss die Mission darüber hinaus verzögert werden. Der Flug selbst dauert etwa zehn Tage und endet mit der Landung der Crew-Kapsel im Pazifik. Die Vorarbeit leistete die Artemis-1-Mission 2022, die ohne menschliche Besatzung um den Mond flog. Nur Mikroorganismen in Form von Bierhefe waren als lebende Ladung mit an Bord.


Die Rakete ist bereit: Das Space Launch System (SLS), wurde in den vergangenen Tagen zur Startrampe transportiert.
AFP/JIM WATSON

Frage: Was passiert auf dem Flug?
Antwort: Wie schon vor der ersten Apollo-Mondlandung führt zunächst eine Mission um den Erdtrabanten, ohne darauf zu landen. Im neuen Raumschiff Orion mit einem maximalen Durchmesser von rund fünf Metern testen die drei Astronauten und die Astronautin die Lebenserhaltungs-, Kommunikations- und Navigationssysteme unter realen Bedingungen. Hier spielt die Esa direkt mit und liefert mit dem Europäischen Servicemodul eine wichtige Komponente von Orion. Es versorgt die vier Crewmitglieder mit Sauerstoff, Wasser und Strom, zudem beinhaltet es Antrieb und Wärmeregulierung. Beim Flug umkreist das Raumschiff die Erde, bevor sein Pfad quasi ein riesiges Unendlichkeitssymbol ins All zeichnet. Wenn es die "dunkle Seite des Mondes" passiert, die keineswegs permanent dunkel ist, sondern nur der Erde abgewandt, werden Aufnahmen aus dieser wenig bekannten Perspektive gemacht. "Von der Position der Besatzung aus wird der Mond etwa so groß wie ein Basketball auf Armeslänge erscheinen", heißt es vonseiten der Nasa. Zu den Aufgaben der Crew gehören auch wissenschaftliche Experimente und das Testen des Strahlenschutzes.


Die Infografik zeigt in zwölf Schritten die ungefähre Route und die Meilensteine der Artemis-II-Mission.
ESA

Frage: Welche Rakete wird eingesetzt?
Antwort: Ins All gebracht wird Orion mit dem Space Launch System (SLS). Diese Superschwerlastrakete ist fast 100 Meter lang und damit kürzer als die legendäre Saturn V, die die Apollo-Missionen transportierte. Rund 27 Tonnen Last könnte das SLS zum Mond transportieren – mehr, als das Space Shuttle in den niedrigen Erdorbit zu bringen vermochte. Das System wird jedoch wegen extremer Kosten von mehr als 30 Milliarden US-Dollar kritisiert und könnte schon nach den Artemis-Missionen aufgegeben werden, zugunsten kommerzieller Anbieter.


Zahlen und Vergleiche zum Space Launch System (SLS).
NASA/MSFC

Frage: Wie soll es danach weitergehen?
Antwort: Artemis 2 gilt als wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu künftigen Mondlandungen von Menschen, die mit Artemis 3 konkret vorbereitet werden. Die Crew für Artemis 3 steht noch nicht fest, doch zum ersten Mal sollen eine Frau und ein Europäer den Mond betreten. Ursprünglich war geplant, längerfristig eine neue Raumstation namens Lunar Gateway im Mondorbit zu installieren, die der Ausgangspunkt künftiger Mondlandungen wäre. Die entsprechende Finanzierung wurde jedoch aus Spargründen gestoppt. In Aussicht gestellt wird außerdem die wirtschaftliche Erschließung des Mondes sowie die Nutzung des Erdtrabanten als Zwischenstation bei Flügen zum Mars.


Die Orionkapsel muss sich auch bei Rückholtests im Pazifischen Ozean bewähren.
via REUTERS/NASA/Kenny Allen

Frage: Welche Rolle spielt der Wettstreit mit China?
Antwort: In der Neuauflage des Space Race, also des Wettrennens im All zu Zeiten des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion, wollen die USA nun auch vor China wieder Menschen auf den Mond bringen. Für die ostasiatischen Taikonauten ist eine Mondlandung 2030 geplant. US-Präsident Donald Trump hat der Nasa für die astronautische Mondlandung per Dekret eine Deadline bis 2028 gesetzt. Die Einhaltung wird von Fachleuten jedoch bezweifelt. Der einstige Nasa-Direktor Mike Griffin sprach sich sogar dafür aus, Artemis 3 und Folgemissionen mit Involvierung kommerzieller Raumfahrtunternehmen wie Elon Musks Space X und Jeff Bezos' Blue Origin zu streichen, die er als zu riskant und kompliziert bewertet. Ob und wann die astronautischen Mondlandungen tatsächlich umgesetzt werden, steht also noch in den Sternen.
(Julia Sica, 2.2.2026)
Was man zum Start der ersten astronautischen Mondmission seit 50 Jahren wissen muss
 

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#3
Artemis II
Start verschoben: Mondmission Artemis 2 startet frühestens im März statt Februar
Bei der Generalprobe der historischen Mission kam es zu einer "erhöhten Leckrate" und anderen technischen Problemen

Die Mondrakete wurde in Florida bereits ausgerollt, während der Generalprobe taten sich jedoch Probleme auf.
IMAGO/Jennifer Briggs

Mit Spannung wird der erste astronautische Flug um den Mond seit mehr als 50 Jahren erwartet, doch noch ist Geduld angesagt. Die Mission Artemis 2 hätte bereits Anfang Februar starten können; wie am Dienstagmorgen bekannt wurde, findet der Flug nun frühestens im März statt. Ein Leck sorgt für Probleme.

Zunächst wurde der frühestmögliche Termin wetterbedingt um ein paar Tage verschoben, dann fand am Montag am Kennedy Space Center in Florida schließlich die Generalprobe statt – das sogenannte "Wet Dress Rehearsal". Dabei wird die Rakete betankt, man prüft die Boden- und Sicherheitssysteme und führt die nötigen Abläufe bis kurz vor der Zündung durch.

Die Auswertung der Generalprobe führte dazu, dass der Start erst ab März stattfinden wird, wie Nasa-Chef Jared Isaacman auf X mitteilte. Dabei kam es bei der Befüllung mit flüssigem Wasserstoff zu einer "erhöhten Leckrate". Ein ähnliches Problem musste bereits vor dem Start von Artemis 1, der unbemannten Mission vor drei Jahren, bewältigt werden. Es war nicht der einzige Faktor, der für die Verzögerung sorgt: Abschlussarbeiten an der Crewkapsel Orion dauerten länger als erwartet, es kam zu Ausfällen der Audioübertragung und die Kälte machte mehreren Kameras zu schaffen.

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Oberste Priorität
Gründe genug, den Start um mehrere Wochen zu verschieben. "Wie immer bleibt die Sicherheit unsere oberste Priorität – für unsere Astronauten, unsere Belegschaft, unsere Systeme und die Öffentlichkeit", schrieb Isaacman. "Wir werden den Start nur dann durchführen, wenn wir davon überzeugt sind, dass wir für diese historische Mission bereit sind."

Im Rahmen von Artemis 2 sollen zum ersten Mal seit 1972 wieder Menschen in die Nähe des Mondes kommen. Auch zählen erstmals eine Frau, ein Afroamerikaner und ein Kanadier zur Crew einer Mondmission: Christina Hammock Koch, Victor Glover und Jeremy Hansen werden die zehntägige Reise mit Kommandant Reid Wiseman antreten. Sie sind in der Orion-Kapsel unterwegs, für die die europäische Weltraumorganisation Esa essenzielle Bestandteile beisteuerte. Zum Einsatz kommt die Schwerlast-Trägerrakete Space Launch System (SLS).

Nasa-Chef Jared Isaacman freut sich mit der Crew – bestehend aus Jeremy Hansen (Canadian Space Agency, CSA), Victor Glover, Christina Koch und Reid Wiseman– auf den Start der Mission.
IMAGO/Jennifer Briggs

Isaacman bedankte sich "bei der talentierten Nasa-Belegschaft sowie unseren Partnern aus der Industrie und aus dem Ausland, die unermüdlich an diesem Projekt arbeiten". Man werde die nötigen Reparaturen vornehmen, Tests und eine weitere Generalprobe durchführen. Angepeilt wird das Zeitfenster im März.

Artemis 100
Desweiteren erwähnte der Nasa-Administrator, dass das Artemis-Programm wiederholte und erschwingliche Missionen zum Mond möglich machen solle, "ganz im Sinne der nationalen Weltraumpolitik von Präsident Trump". Man wolle zum Mond zurückkehren, dort bleiben und in Zukunft bis zur "Artemis-Mission 100 und darüber hinaus" gehen.

Rund um den historischen Flug einer Besatzung zum Mond wird das Risiko des Unterfangens diskutiert. In der Vergangenheit wurde bei der Nasa durch die Space-Shuttle-Katastrophen Challenger und Columbia 1986 und 2003 Fehlverhalten rund um die Sicherheitsvorkehrungen deutlich. Das Management hatte bekannte Risiken nicht ernst genug genommen.

Hitzeschild-Bedenken
Nun ist jene Generation, die das Challenger-Unglück im Kindes- und Jugendalter mitverfolgte, bei Artemis in den Managementpositionen. Aktuell steht der Hitzeschild im Zentrum der Sicherheitsdiskussionen: Bei der Vorgängermission Artemis 1 kam es beim Wiedereintritt der Kapsel in die Erdatmosphäre zu Rissen und Abplatzungen am Bauteil, das die Crew vor der extremen Hitze schützen soll.


An der Spitze des Space Launch Systems mit seinen beiden Boostern befindet sich das Raumschiff Orion, das die vierköpfige Mannschaft um den Mond fliegen soll.
AFP/JIM WATSON

Untersuchungen ergaben, dass sich Gase im Material gestaut hatten. Da der Hitzeschild für Artemis 2 zu diesem Zeitpunkt bereits gefertigt worden war, wurde das Bauteil nicht verändert: Stattdessen soll das Raumschiff in einem anderen Winkel wieder eintreten, um die Hitzebelastung zu reduzieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die Risiken ernst genommen werden und die Crew sicher zur Erde zurückkommt. Nun darf sie jedenfalls die Quarantäne verlassen, die vor dem Flug sicherstellen soll, dass der Start nicht aus medizinischen Gründen verschoben werden muss. Etwa zwei Wochen vor der nächsten Abflugmöglichkeit steht die nächste Quarantäne an. Im kommenden Monat gibt es mehrere Startfenster vom 6. bis 11. März Ortszeit, falls es weitere Komplikationen gibt, ist auch ein Flug im April oder später möglich.
(sic, 3.2.2026)
Start verschoben: Mondmission Artemis 2 startet frühestens im März statt Februar
 

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#4
Nasa peilt Anfang März bemannten Mondflug an
Die Mondmission Artemis II soll am 6. März starten. Die US-Raumfahrtbehörde schränkte jedoch ein, dass für die Vorbereitungen noch mehr Zeit benötigt werden könnte


Der Start der Artemis II war ursprünglich für Februar geplant gewesen. Eine erste Generalprobe musste jedoch wegen hartnäckiger Lecks abgebrochen werden – diesmal gelang sie.
AFP/GREGG NEWTON

Washington – Die US-Raumfahrtbehörde NASA peilt nach einer erfolgreichen Generalprobe im Kennedy Space Center in Florida den 6. März für den Start ihrer bemannten Mondmission Artemis II an. Die Behörde schränkte jedoch am Freitag ein, dass für die verbleibenden Vorbereitungen noch mehr Zeit benötigt werden könnte.

Fast 50-stündiger Test
Bei dem fast 50-stündigen Test sei die Rakete mit rund 730.000 Gallonen (etwa 2,7 Millionen Liter) Treibstoff betankt worden, ohne dass es zu den zuvor aufgetretenen Wasserstoff-Lecks gekommen sei. "Ich hatte das Gefühl, dass die vergangene Nacht ein großer Schritt war, mit dem wir uns das Recht zu fliegen verdient haben", sagte Nasa-Startleiterin Charlie Blackwell-Thompson. "Ich bin sehr stolz auf das Team." Der Start war ursprünglich für Februar geplant gewesen. Eine erste Generalprobe musste jedoch wegen der hartnäckigen Lecks abgebrochen werden. Bei einer solchen Generalprobe, im Englischen "wet dress rehearsal" genannt, wird die Rakete vollständig betankt und der Start-Countdown simuliert, ohne dass die Triebwerke gezündet werden.

Vor einem endgültigen Starttermin müssten nun noch das Flugabbruchsystem der Rakete getestet und eine umfassende Überprüfung der Flugbereitschaft abgeschlossen werden. Bei diesem Treffen der Nasa-Führung werden alle Systeme und Prozeduren vor dem Start noch einmal kontrolliert. Die Mission Artemis II soll vier Astronauten auf einen zehntägigen Flug um den Mond und zurück zur Erde schicken. Es wäre der erste bemannte Flug zum Mond seit dem Ende des Apollo-Programms vor über 50 Jahren.
(APA, 20.2.2026)

Nasa peilt Anfang März bemannten Mondflug an
 

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#5
Rückschlag
Mondmission Artemis erneut verschoben, Rakete muss zurück in die Werkstatt
Auch bei der zweiten Generalprobe kam es zu Problemen bei der Betankung, die vierköpfige Nasa-Crew könnte frühestens im April zur historischen Mission aufbrechen

Der Mond rückt wieder ferner für die Artemis-Mission. Die SLS (Space Launch System)-Rakete und die Orion-Kapsel müssen wieder retour in die Werkshalle.
NASA/Sam Lott

Es ist ein historischer Flug, der seit Jahresanfang mit Spannung erwartet wird: Bereits am 6. Februar war der Start von Artemis 2, der ersten astronautischen Mondmission seit mehr als 50 Jahren, geplant. Nach Problemen bei der ersten Generalprobe zur Betankung wurde der Start auf März verschoben, aber auch daraus wird nichts. Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Sonntag bekanntgab, wird der Beginn der Mission, bei der eine vierköpfige Crew zunächst rund um den Mond fliegen soll, frühestens im April möglich sein. Nähere Einzelheiten sollen bei einer Pressekonferenz in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Zunächst muss das Artemis-2-Raketensystem noch diese Woche seinen Platz an der Startplattform räumen und für Reparaturen zurück in den Hangar gerollt werden. Als frühesten Termin für den Rollback auf dem Gelände des Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida hat die Nasa Dienstag anvisiert. Dies würde jedoch noch vom Wetter abhängen, am Wochenende war der Wind zu stark. Für die gut sechs Kilometer lange Strecke zur Werkshalle plant die Nasa mehrere Stunden ein.

Problem bei der Betankung
Nasa-Chef Jared Isaacman hatte bereits am Samstag auf der Plattform X mitgeteilt, dass auch die zweite Generalprobe zum Test aller Abläufe am vergangenen Donnerstag nicht ordnungsgemäß verlaufen sei. Es habe während der Betankung ein Problem mit der Helium-Zufuhr in der Oberstufe der Rakete gegeben. Zur Behebung des Problems müssten die Trägerrakete SLS und die Orion-Raumkapsel zurück in die Montagehalle gebracht werden. Damit könne das im März geplante Startfenster nicht mehr eingehalten werden.


Erst im Jänner wurde das riesige Raktetensytem aus der Werkshalle zur Startplattform gerollt, jetzt muss es wieder zurückgebracht werden.
IMAGES NORTH AMERICA/JOE R

Laut Isaacman war das Problem schon bei Artemis 1 aufgetreten. Es gibt verschiedene Stellen, an denen die Ursache liegen könnte; nun müsse danach gesucht werden. Der Nasa-Chef hob hervor, wie enttäuscht insbesondere das Team sei, erinnerte aber auch daran, dass das Apollo-Programm ebenso durch zahlreiche Rückschläge gekennzeichnet war.

Gelingt der Start im April?
Ob der Start im April erfolgen kann, hänge nun davon ab, wie schnell die technischen Probleme zu lösen seien. Die vierköpfige Crew war zuvor schon aus der Quarantäne entlassen worden. Anfang April könnte die Rakete an mehreren Tagen gestartet werden. Das momentan letzte Startfenster öffnet sich am 30. April.

Mit der Artemis-2-Mission sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman aus den USA sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden.

Die erste Mondlandung von Menschen seit 1972 ist derzeit für 2028 geplant. Es wird alles daran gesetzt, dass die Rückkehr zum Mond noch in Trumps Amtszeit fällt, also bis 2029 erfolgt – und die USA im neuen Wettlauf im All die Nase vorn behalten.
(kri, 23.2.2026)
Mondmission Artemis erneut verschoben, Rakete muss zurück in die Werkstatt
 

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#6
Prestigeprojekt
So versucht die Nasa, ihr Mondlandeprogramm zu retten
Unter dem Druck der Konkurrenz aus China wird das Artemis-Programm nun umgebaut. Neue Fernziele sollen die Vormachtstellung der USA sichern

Aktuell ist das 50 Meter hohe Starship von Space X, hier in einer künstlerischen Darstellung, als Landefähre für Artemis vorgesehen – inklusive Lift zum Abstieg auf die Oberfläche.
NASA / SpaceX

Nach und nach vollzieht sich, was ohnehin schon viele geahnt hatten. Bereits vor zwei Jahren hätten laut den ursprünglichen Plänen wieder Menschen die Mondoberfläche betreten sollen, doch Verzögerung reihte sich an Verzögerung. Vergangenes Jahr sagte der frühere Nasa-Administrator Mike Griffin: "Der Plan kann nicht funktionieren." Nun verkündete der neue Nasa-Chef Jared Isaacman, ein Milliardär und Amateurastronaut, weitreichende Änderungen im Fahrplan des Artemis-Programms.

Für Artemis 2 ändert sich vorerst nichts: Bereits Anfang April könnten erstmals Menschen zum Mond zurückkehren, allerdings ohne auf dem Erdtrabanten zu landen. Von der Landung mit der Folgemission Artemis 3 im Jahr 2028 ist nun allerdings keine Rede mehr. Artemis 3 soll zwar auf 2027 vorgezogen werden, doch eine Landung steht nicht mehr auf dem Programm. Stattdessen soll das Docken mit der Mondlandefähre im All geprobt werden.


Hier wartet das Space Launch System (SLS) mit der Orion-Kapsel von Artemis 2 auf das nächste Startfenster, das sich im April öffnet.
REUTERS/Joe Skipper

Vergangenen Dienstag wurde auch das Projekt einer Raumstation namens Lunar Gateway in der Mondumlaufbahn zumindest vorläufig abgeblasen. Stattdessen präsentierte ausgerechnet ein hoher Mitarbeiter des Gateway-Projekts leidenschaftlich den kaum weniger ambitionierten Plan einer permanenten Mondbasis, die allein 20 Milliarden US-Dollar kosten soll. Aus der Motivation dafür machte Isaacman keinen Hehl: Man sei quasi zum Erfolg verdammt, wenn man den Mond nicht China überlassen wolle. China hatte angekündigt, eine Mondlandung für das Jahr 2030 anzustreben. Isaacman hält nach wie vor an dem Plan einer Mondlandung im Jahr 2028 fest – nach Nasa-Plänen sollen es sogar zwei Landungen werden. Generell soll die Taktung der Starts erhöht werden, wenn auch mit reduzierten Zielvorstellungen.


So hätte Artemis 3 Menschen auf den Mond bringen sollen. Das wird nun frühestens bei Artemis 4 geschehen.
Nasa

Marshelikopter statt Raumstation
Das vorläufige Ende der Raumstation, für die auch die Esa mehrere Module hätte bauen sollen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem manche der Komponenten bereits fertiggestellt sind, darunter ein Ionenantrieb. Bei dieser Antriebsform wird nicht Treibstoff verbrannt, um so Rückstoß zu erzeugen, der Rückstoß entsteht durch die elektromagnetische Beschleunigung von einzelnen Ionen. Dieser Antrieb soll nun für eine neue Marsfähre verwendet werden.

Hätte der Antrieb in der Mondumlaufbahn seine Energie von Solarpaneelen erhalten sollen, so wird diese nun aus einem Atomreaktor kommen. Eine künftige Mission soll sechs Helikopter auf den Mars bringen, die in die Fußstapfen des Erfolgsprojekts Ingenuity treten, das von vielen eigentlich nicht als wertvolle wissenschaftliche Mission ernstgenommen wurde. Die Fluggeräte würden die Marsoberfläche mithilfe von Kamerabildern und Radarmessungen dokumentieren. Neu ist allerdings, dass die Helikopter schon in der Luft ausgesetzt werden sollen. Die Mission, die einen – zumindest nicht wie bei früheren Missionen mit Plutonium, sondern mit Uran betriebenen – Atomreaktor an die Spitze einer Marsrakete setzt, heißt ironischerweise "Skyfall".


Ein Aufzug auf dem Mond
Ob eine US-Mondlandung im Jahr 2028 gelingen kann, ist unklar. Viele der Unsicherheiten drehen sich um die Mondlandefähre. Ursprünglich war dafür das Starship des Weltraumunternehmens Space X von Milliardär Elon Musk, einem engen Vertrauten von Isaacman, vorgesehen. Zur Erinnerung: Die riesige Raumfähre, die von der stärksten Rakete aller Zeiten ins All gebracht wird, machte in den vergangenen Jahren durch geglückte Landungen gebrauchter Raketenstufen, aber auch durch spektakuläre Fehlschläge Schlagzeilen, die, wie man versicherte, Teil des Plans waren und wertvolle Daten lieferten. Menschen wurden damit bislang nicht transportiert.

Das 50 Meter hohe eigentliche Raumfahrzeug soll aufrecht stehend auf dem Mond landen. Ein Aufzug wird die Astronauten auf die Oberfläche und nach erfolgreicher Mission wieder zurück an die Spitze bringen. Es gibt eine weitere Besonderheit gegenüber den Apollo-Missionen: Das riesige Fluggerät ist nicht in der Lage, den für den Mondflug nötigen Treibstoff selbst ins All zu transportieren. Es muss also im Orbit betankt werden, und zwar mit Methan, einem für die Raumfahrt eher ungewöhnlichen Treibstoff. Die Entscheidung dafür fiel 2012 und wurde mit der Möglichkeit, Methan bei einer künftigen Kolonisierung des Mars vor Ort produzieren zu können, begründet.


2024 waren Donald Trump und Elon Musk noch enge Vertraute. Als es zum Bruch kam, verhinderte Trump Musks Wunschkandidaten für die Führung der Nasa. Schließlich wurde Jared Isaacman doch noch Nasa-Administrator.
Foto: via REUTERS/Brandon Bell

Eine im Missionsplan vorgesehene Übung des in der Raumfahrtgeschichte beispiellosen Betankungsmanövers steht noch aus. Sofern der nächste, im April geplante Testflug des Starship erfolgreich ist, könnte es noch 2026 soweit sein – zumindest laut aktuellen Informationen von Space X. Sollte das nicht gelingen, könnte ein Alternativkonzept das Rennen machen, eine kleinere Mondlandefähre des Konkurrenzunternehmens Blue Origin von Milliardär Jeff Bezos. Der Auftrag dafür wurde von der Nasa aber erst 2023 erteilt, weshalb sich die Fähre noch in Entwicklung befindet. Bereits bei Artemis 3 lässt sich die Nasa die Option offen, das Docken nicht nur mit dem Starship, sondern auch mit dem Lander von Blue Origin zu testen.

Probleme mit Rakete und Kapsel
Die Unklarheiten rund um die Landefähren sind aber nicht das einzige Problem. Auch die Rakete, die die Mondlandecrew mit einer Orion-Kapsel ins All bringt, bevor sie dort in die Landefähre umsteigt, bereitete schon so manche Sorgen. Der für 2016 geplante Erstflug des in großen Teilen von Boeing produzierten Space Launch Systems (SLS) verzögerte sich um sechs Jahre, das Projekt überzog seinen Budgetrahmen. Der Start von Artemis 2 musste wegen technischer Pannen an der Rakete immer wieder verschoben werden. Die Trump-Administration plante, das Projekt nach Artemis 3 einzustellen, doch nachdem sich die Mondlandung nun verzögert, werden auch Artemis 4 und 5 vom SLS Gebrauch machen.

Zu allem Überfluss macht auch die Orion-Kapsel, die auf der Spitze des SLS sitzt und die Mondcrew im All beherbergen wird, Schwierigkeiten – zusätzlich zu den üblichen Verzögerungen und Kostenexplosionen. Bei der Entwicklung des Hitzeschildes für den Wiedereintritt wich man von den Traditionen des Apollo-Programms ab. Das schlug sich bei der unbemannten Artemis-1-Mission prompt in Beschädigungen des Hitzeschildes nach dem Wiedereintritt nieder. Fachleute können nicht ausschließen, dass der Hitzeschild auch bei Folgemissionen brechen wird. Im Notfall soll eine dafür eigentlich gar nicht vorgesehene Schicht unter dem Schild die hohen Temperaturen überstehen können, doch es bleibt ein Maß an Unsicherheit, das weiterhin für Diskussionen sorgt.


Ein Bild aus besseren Zeiten: Im November 2022 umkreiste eine Orion-Kapsel ohne Crew den Mond. Der Plan, dasselbe Manöver mit Crew zu wiederholen, verzögerte sich immer wieder.
NASA/JSC

Wettrennen in Zielgeraden
Inzwischen arbeitet China weiter an seinem eigenen Mondlandeprogramm und verfolgt einen Zugang, der eher an die Apollo-Missionen als an die aktuellen Pläne der Nasa erinnert. In den USA wird befürchtet, dass China sich durch seine Präsenz auf dem Mond wichtige Eisreserven sichern könnte. Wohl auch um das Risiko einer Niederlage in diesem Wettlauf zu minimieren, setzt die Nasa ganz auf die Mondbasis als ferneres Ziel, mit dem sich Ambition demonstrieren lässt, ohne schnell Erfolge liefern zu müssen.

Für Isaacman ist nun jedenfalls der Zeitpunkt gekommen, "an dem wir alle unseren Glauben wiederfinden sollten", wie er am Dienstag sagte. An anderer Stelle gab er aber zu, dass es darum gehe, schier Unmögliches zu vollbringen.
(Reinhard Kleindl, 27.3.2026)
So versucht die Nasa, ihr Mondlandeprogramm zu retten
 

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#7
Mondmission
Start von „Artemis II“ steht bevor
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Mehrmals verschoben, soll die NASA-Mission „Artemis II“ in der Nacht auf Donnerstag nun starten: Erstmals seit mehr als 50 Jahren werden dabei wieder Menschen in Richtung Mond aufbrechen. Die vierköpfige Crew ist international und divers – und zumindest technologisch ist auch Europa dabei.
Online seit heute, 12.45 Uhr
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An Bord einer „Orion“-Kapsel sollen drei Astronauten und eine Astronautin mit dem Raketensystem „Space Launch System“ (SLS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Um 0.24 Uhr MESZ (18.24 Uhr Ortszeit) öffnet sich dafür ein rund zweistündiges Startfenster.

Hin und zurück in weniger als zehn Tagen
Der Start von „Artemis II“ war wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden und könnte sich auch diesmal wieder verschieben. Die US-Weltraumbehörde NASA zeigte sich jedoch optimistisch, und Meteorologen gaben die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Wetter mitspielen werde, mit 80 Prozent an.

Verläuft alles wie geplant, werden die Astronauten mehrere tausend Kilometer am Mond vorbeirasen, eine Kehrtwende machen und dann direkt zurückkehren, ein Flug, der weniger als zehn Tage dauert.

Eine diverse Crew
Bei der Crew handelt es sich um Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen, eine diverse und internationale Besatzung, denn darunter sind die erste Frau, die erste „Person of Color“ und der erste Nichtamerikaner, die Richtung Mond fliegen.

Koch hält bereits den Rekord für den längsten einzelnen Weltraumflug einer Frau. Sie war vor sechs Jahren 328 Tage an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) und nahm am ersten Weltraumspaziergang teil, der ausschließlich von Frauen durchgeführt wurde. Glover, ein Testpilot der Marine, war 2020 und 2021 der erste schwarze Astronaut, der an Bord der Raumstation lebte und arbeitete. Er war auch einer der ersten Astronauten, die mit SpaceX ins All starteten.

NASA/Frank Michaux
Die Crew: Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen (v. l. n. r.)

Hansen von der Canadian Space Agency, ein ehemaliger Kampfpilot, ist der einzige Neuling im Weltraum und der erste Nichtamerikaner, der an einer Mondmission teilnimmt. Crewkommandant ist Wiseman, ein pensionierter Marinekapitän, der 2014 an Bord der Raumstation lebte und später das Astronautenkorps der NASA leitete.

Erst in die Erdumlaufbahn, dann zum Mond
Nach dem Start fliegt die Crew nicht direkt zum Mond: Die SLS-Rakete wird die „Orion“-Kapsel zuerst in die Erdumlaufbahn bringen. Dort soll die Crew verschiedene Tests vornehmen, um sicherzustellen, dass das Raumschiff, das bisher noch nie mit Besatzung geflogen ist, bereit ist für die Reise zum Mond. Geplant ist etwa, die manuelle Steuerung des Raumschiffs zu testen.

Danach soll die Kapsel die Erdumlaufbahn verlassen und Kurs auf den Mond nehmen. Auf dem Weg dahin wird die Crew weitere Tests und Experimente vornehmen. Am sechsten Flugtag soll die „Orion“-Kapsel ihren am weitesten von der Erde entfernten Punkt erreichen. Sie fliegt dann rund 8.000 Kilometer hinter dem Mond, und dabei wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Die Crew wird dann weiter von der Erde entfernt sein als die Besatzung der spektakulär gescheiterten Mondmission „Apollo 13“, die bisher den „Entfernungsrekord“ hielt.

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Rückflug mit Hilfe der Mondschwerkraft
Der Rückflug zur Erde soll über die „Freie Rückkehrbahn“ erfolgen, bei der das Raumschiff allein durch die Mondschwerkraft und ohne zusätzlichen Antrieb wieder auf Kurs zur Erde gebracht wird. Nach drei, vier Tagen steht der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an, einer der gefährlichsten Momente der ganzen Mission.

Bei der Generalprobe für die Mondumrundung, der unbemannten Mission „Artemis I“, gab es unerwartete Probleme: Der Hitzeschild des Raumschiffs wurde stark beschädigt. Die NASA hat die Flugbahn nun angepasst, um die Kapsel einer weniger extremen Belastung auszusetzen. Nach dem Wiedereintritt soll das Raumschiff von Fallschirmen weiter gebremst werden und vor der Küste Kaliforniens im Pazifik aufsetzen – geplanterweise neun Tage, eine Stunde und 46 Minuten nach dem Start.

Auch Europa an der Mission beteiligt
Alle an „Artemis II“ beteiligten Menschen seien „extrem aufgeregt“, sagte NASA-Manager Jeff Spaulding bei einer Pressekonferenz. „Sie verstehen die Bedeutung dieser Mission.“ Auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist daran beteiligt und steuert unter anderem ein im Airbus-Werk im deutschen Bremen gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei.

„Artemis II“ sei ein „Meilensteinmoment für die menschliche Exploration und für die Rolle, die Europa dabei spielt, die Menschheit auf den Mond zurückzubringen“, sagte ESA-Chef Josef Aschbacher. „Wenn man das mit dem Auto vergleicht: Das Chassis und das Auto sind von der NASA gebaut. Aber der Motor, die Klimatisierung und der Sauerstoff im Auto kommen von der ESA“, so Aschbacher gegenüber ORF Wissen.

Landung auf dem Mond 2028 geplant
Der neue NASA-Chef Jared Isaacman hat die „Artemis“-Pläne gerade komplett verändert. Die Mission „Artemis III“, mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen. Stattdessen soll sich die „Orion“-Kapsel bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem soll es 2028 möglicherweise sogar zwei Mondlandungsversuche geben – „Artemis IV“ und „Artemis V“.
Eine Mondlandung soll innerhalb der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump erfolgen, der ein entsprechendes Dekret unterzeichnet hat. In Konkurrenz mit China wird außerdem eine dauerhafte besetzte Basis auf dem Mond anvisiert, dabei geht es primär um Rohstoffe und Technologiefortschritt.
01.04.2026, red, science.ORF.at/Agenturen

Start von „Artemis II“ steht bevor
 

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#8
„Artemis II“-Start
Crew auf dem Weg zum Mond
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Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Eine Astronautin und drei Astronauten hoben am Mittwoch um 18.35 Uhr Ortszeit (0.35 Uhr MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.
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Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis II“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. Ein kleines Problem gab es auch beim aktuellen Flug: Kurz nach dem Start brach die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum auf der Erde vorübergehend ab.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kontrollzentrum hätten die Astronauten nicht hören können, berichtete NASA-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz. Das Problem habe aber nach kurzer Zeit gelöst werden können, die Kommunikation sei wiederhergestellt. „Wir klären das Problem aktiv.“

Mehr als 2,3 Millionen Kilometer um Mond und Erde
„Artemis II“ baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission „Artemis I“ 2022 auf. An Bord der „Orion“-Kapsel soll die Crew, bestehend aus der US-Astronautin Christina Koch, ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen, etwa zehn Tage lang um den Mond fliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde landen soll.

APA/AFP/Jim Watson
Raketenstart in Cape Canaveral: Die Crew wird zehn Tage im All verbringen

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einem Achter um Erde und Mond. Die Crew soll insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sich die vier etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und könnten sich weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mondmission der NASA, Glover die erste nicht weiße Person und Hansen der erste Kanadier. Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bisher letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 verstorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten.

Kaspel fliegt größtenteils vollautomatisch
Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken soll die Crew aber immer wieder manuell steuern. Zudem müssen die Raumfahrer stets alle Systeme und auch ihre eigene Gesundheit mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschung. Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Das milliardenschwere „Artemis“-Programm, benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie, wurde von der NASA 2017 verkündet. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung („Artemis III“) bis 2024 vor. Seitdem kam es aber mehrfach zu Verschiebungen.

Zwei neue Landeversuche in Planung
Der neue NASA-Chef Isaacman hatte die „Artemis“-Pläne kürzlich noch einmal komplett verworfen. Die Mission „Artemis III“, mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen.

Reuters/Marco Bello
Schaulustige beim Raketenstart: Langfristiges Ziel ist eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond

Stattdessen solle die „Orion“-Kapsel bei dieser Mission im Weltraum an einem oder zwei Mondlandern andocken. Zudem solle es 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben: „Artemis IV“ und „Artemis V“. Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert.

Auch ESA involviert
Viele private Raumfahrtunternehmen und internationale Partner sind in das Programm involviert, darunter die Europäische Weltraumorganisation (ESA). Auch die Teilnahme europäischer Astronautinnen und Astronauten ist für die Zukunft angedacht. „Wir stehen an der Schwelle einer historischen Rückkehr“, sagte ESA-Chef Josef Aschbacher bei einer Pressekonferenz in Cape Canaveral. „Die NASA wird wieder Geschichte schreiben. Das ist sehr aufregend für uns alle.“

Wettlauf der Raumfahrtnationen
Für die USA symbolisiert die Rückkehr zum Mond strategisch die technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern und internationale Kooperationen zu prägen.
US-Präsident Donald Trump, in dessen erster Amtszeit das Programm ins Leben gerufen wurde, verbucht es auch als persönlichen Erfolg. In seiner TV-Ansprache zum Iran-Krieg gratulierte Trump der NASA und der „mutigen“ Crew. „Das war ganz schön beeindruckend“, sagte er zu Beginn seiner Rede.

Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.
02.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

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NASA
ESA

„Artemis II“-Start: Crew auf dem Weg zum Mond
 

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#9
Mondmission Artemis 2: Raumkapsel Orion hat Erdumlaufbahn verlassen
Das Triebwerk wurde in der Nacht auf Freitag wie geplant gezündet. Die Mondmission ist damit in die nächste Phase eingetreten


Die Mondmission Artemis II startete am 1. April in Florida mit vier Astronauten.
AFP/JIM WATSON

Cape Canaveral (Florida) – Die Raumkapsel Orion der NASA-Mission Artemis II hat am Donnerstag die Erdumlaufbahn verlassen und Kurs auf den Mond aufgenommen. Die aus Deutschland gelieferten Triebwerke der Raumkapsel "Orion" haben nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA wie geplant gezündet. Die bemannte Mondmission "Artemis II" ist damit in die nächste Phase eingetreten.

Die US-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen werden auf ihrer etwa zehntägigen Reise den Mond umrunden und sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Es ist die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren und gilt als Generalprobe für eine 2028 geplante Mondlandung.

Nach dem Start der 98 Meter hohen Rakete Space Launch System (SLS) am Mittwoch umrundete die "Orion" zunächst die Erde. Dabei prüften die Astronauten die lebenswichtigen Systeme.

Technologie aus Österreich
Die NASA setzt bei ihrem "Artemis"-Programm verstärkt auf Zulieferer aus der Privatwirtschaft. Die Schwerlastrakete SLS wurde von den US-Konzernen Boeing und Northrop Grumman entwickelt - und die Firma Magna aus Graz lieferte Hochdruckleitungen für die Flüssigtanks des "Space Launch System", mit dem die "Orion"-Kapsel gestartet wurde. Diese Kapsel baute Lockheed Martin. Angedockt an sie ist das "European Service Modul" (ESM), wobei Technologie des Wiener Hightech-Unternehmens TTTech die sicherheitskritische Datenkommunikation aller Lebenserhaltungs- und Steuerungssysteme sicherstellt.

Um den Auftrag für den Bau einer künftigen Mondlandefähre konkurrieren die Weltraumfirmen SpaceX und Blue Origin der Milliardäre Elon Musk und Jeff Bezos.

Das langfristige Ziel der "Artemis"-Missionen ist der Aufbau einer dauerhaften Mondstation. Von dort sollen Flüge zum Mars starten. Das gesamte Programm hat seit 2012 mindestens 93 Milliarden Dollar gekostet, schätzen Experten. Jeder Start der SLS schlage mit zwei bis vier Milliarden Dollar zu Buche.
(APA, 3.4.2026)
Mondmission Artemis 2: Raumkapsel Orion hat Erdumlaufbahn verlassen
 

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#10
Raumfahrt-Meilenstein
Wie der weitere Plan der Mondmission Artemis 2 aussieht
Die Raumkapsel ist unterwegs zum Mond, die großen Meilensteine erfolgen am Ostermontag und in der Nacht auf Samstag, den 11. April

Die Artemis-2-Mission beim Start vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral, Florida.
AFP/JIM WATSON

Gute Nachrichten am Montag: Die Orion-Raumkapsel "Integrity" der Mission Artemis 2, die in der Nacht auf Donnerstag abhob, hat nach zwei Umrundungen der Erde den Weg zum Mond eingeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt hätte der Flug noch abgebrochen werden können, falls sich Probleme aufgetan hätten. Nun ist dieser "Point of no Return" überschritten, in den kommenden Tagen führt das Swing-by-Manöver das Raumschiff mit der vierköpfigen Besatzung einmal um den Mond und zurück.


Dieses Foto der Erde hielt Kommandant Reid Wiseman fest, nachdem die Orion-Kapsel am Freitag Richtung Mond durchstartete.
AFP/NASA/REID WISEMAN

Mitten in der Nacht hieß es Feuer frei für das Europäische Servicemodul, das mit Orion verbunden ist und von der europäischen Weltraumorganisation Esa zur Verfügung gestellt wurde. Es hält nicht nur die Crew unter anderem durch die Sauerstoffversorgung am Leben, sondern verfügt auch über ein Haupttriebwerk, das am Montag für sechs Minuten aktiviert wurde und die Kapsel aus dem engeren Einflussbereich der Erde hinausbeförderte.


Die Reiseroute im Schaubild.
ESA

Neuer Rekord
Die Besatzung, bestehend aus Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und den Mission Specialists Christina Hammock Koch und Jeremy Hansen, wurde von der US-amerikanischen Weltraumbehörde Nasa beziehungsweise im Fall des Kanadiers Hansen von dem kanadischen Pendant CSA entsandt. Sie haben bislang unter anderem einen Sonnenuntergang hinter der Erde miterlebt, ein Sportgerät an Bord zum Muskelerhalt getestet, die Toilette reparieren müssen und erste Fernsehinterviews geführt.

Der nächste große Meilenstein steht für Montag, den 6. April an: Am katholisch-evangelischen Ostermontag wird die Orion-Raumkapsel Integrity hinter dem Mond vorbeifliegen und ihm auf bis zu 6000 Kilometer nahe kommen. Auch wird sie an diesem Tag, dem sechsten Missionstag, den erdfernsten Punkt der Reise erreichen – und dabei wahrscheinlich den Rekord von Apollo 13 brechen: 1970 kamen die Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise auf eine Distanz zur Erde von 400.171 Kilometern und waren damit bisher die Menschen, die sich am weitesten von der Erde entfernten. Nach aktuellem Plan wird die Artemis-2-Crew die Messlatte noch höher legen und am Montag gegen 19.45 Uhr MESZ voraussichtlich wenige Tausend Kilometer weiter vom Heimatplaneten weg sein.


Videoanruf bei der Crew. Es gibt keinen permanenten Livestream aus der Kapsel, da die Besatzung kein "Big Brother im Weltraum" erleben soll. Von links nach rechts: Jeremy Hansen, Reid Wiseman, Christina Koch und Victor Glover.
AFP/NASA TV/HANDOUT

Diese Phase wird besonders spannend, weil außerdem für 30 bis 50 Minuten die Kommunikation mit Raumsonde und Crew unterbrochen wird, während sich diese auf der anderen Seite des Mondes befinden. Als wäre dies nicht genug Aufregung, ist noch dazu damit zu rechnen, dass das Raumschiff gegen Ende des Vorbeifluges am Mond fast eine Stunde lang im Dunkeln ist, da aus der Perspektive der Crew die Sonne hinter den Mond tritt. Das bedeutet, dass kein Licht auf die Solarpaneele trifft, die Stromversorgung wird also auf die wichtigsten Anwendungen zurückgefahren.

Dunkle Seite
Für die Rückkehr von der in diesem Fall tatsächlich "dunklen Seite des Mondes" stellt das kein wesentlich erhöhtes Risiko dar: Auf dieser Flugbahn wird die Anziehungskraft des Erdtrabanten genutzt, um Orion wieder auf den Weg Richtung Erde zu schicken, wie es sich für sogenannte Swing-by- oder Slingshot-Manöver gehört. Laut Nasa wird die Crew die Zeit nutzen, um unter anderem Staub zu beobachten, der über dem Mond aufsteigt, womöglich treffen auch Meteoroiden auf der Mondoberfläche auf, die sich durch Lichtblitze bemerkbar machen.


Die Besatzung wird einen einzigartigen Blick auf den Mond aus nächster Nähe erhaschen. Er wird ihr etwa so groß vorkommen wie ein Basketball, der auf Armlänge gehalten wird.
REUTERS/Jon Nazca

Die Besatzung wird aber freilich nicht nur auf einen dunklen Mond blicken, sondern dessen Rückseite in teilweiser Beleuchtung erleben. Durch den Schattenwurf dürften sich Höhen und Tiefen deutlich hervorheben, die bei voller Sonneneinstrahlung schwierig zu erkennen sind. Die Crew wird die Mondoberfläche genau untersuchen sowie hochauflösende Foto- und Videoaufnahmen machen. Sie wurde vorab von Geologinnen und Geologen eingeschult, um sich an bestimmten Formationen und Kratern orientieren zu können.

In den folgenden Tagen wird das Triebwerk mehrmals für Korrekturmanöver angeworfen, um die Kapsel auf den richtigen Weg zurück zur Erde zu bringen. Die Crew wird weitere Tests durchführen und etwa besondere Strahlenschutzvorkehrungen prüfen, die wichtig sind für den Fall, dass ein Sonnensturm die Flugroute trifft.

Kritische Phase
Das Ende der rund zehntägigen Mission wird erneut nervenaufreibend: Am Freitag, den 10. April tritt die Raumfähre wieder in die Erdatmosphäre ein. Nachdem das Servicemodul die letzten Kurskorrekturen durchgeführt hat, trennt es sich von der Kapsel, die Temperaturen von 1700 Grad Celsius, stellenweise womöglich sogar 2800 Grad aushalten muss. Das wäre die Hälfte der Temperatur an der Oberfläche der Sonne.


Die Orion-Raumkapsel Integrity (links) beim Verlassen der Erde, die hier nur als helle Sichel zu sehen ist.
via REUTERS/NASA TV

Diese Phase ist besonders kritisch: Bei der Vorgängermission Artemis 1 fiel auf, dass das Hitzeschild eine höhere Belastung erfuhr als gedacht. Um die Crew besser zu schützen, wurde daher der Eintrittswinkel in die Erdatmosphäre angepasst, um für eine geringere Belastung zu sorgen.

Die Eintrittsgeschwindigkeit in die Atmosphäre dürfte rund 40.000 Kilometer pro Stunde betragen. Später bremsen mehrere Fallschirme die Kapsel schrittweise auf weniger als 30 km/h ab, wenn sie beim Splashdown im Pazifik landet. Anschließend wird die Crew mit Booten und Schiffen sowie Personal der Nasa und der US-Navy aus der Kapsel geholt und aufs Festland gebracht. Ob dies klappt, wird sich in der Nacht auf Samstag zeigen. Der Splashdown ist für Samstag, 11. April um etwa 02.06 Uhr geplant.
(Julia Sica, 3.4.2026)
Wie der weitere Plan der Mondmission Artemis 2 aussieht
 

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#11
In Einflusssphäre
„Artemis II“ kommt Mond immer näher
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Die „Artemis II“-Mission kommt dem Mond immer näher. Montagfrüh erreichte sie die Einflusssphäre seiner Gravitation. Dort wirkt die Schwerkraft des Mondes bereits stärker auf das Raumschiff als die der Erde, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. Zuvor hatte die Crew Gelegenheit für einen außergewöhnlichen Blick auf die Rückseite des Mondes.
Online seit heute, 7.43 Uhr
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Die Crew – bestehend aus den US-Astronauten Victor Glover, Christina Koch und Reid Wiseman sowie dem kanadischen Astronauten Jeremy Hansen – ist derzeit als erste seit mehr als 50 Jahren auf dem Weg in Richtung Mond. Sie waren in der Nacht auf Donnerstag (MESZ) in Richtung Weltall gestartet, rund 24 Stunden später verließen sie die Erdumlaufbahn.

Am Sonntag hatte die Crew die Gelegenheit, den Mond aus einer Perspektive zu sehen, die nie zuvor ein Mensch auf ihn hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihr Raumschiff bereits rund zwei Drittel der Reise Richtung Mond zurückgelegt. Die NASA veröffentlichte ein Foto, auf dem das Mare Orientale des Mondes zu sehen ist.

Ein besonderer Blickwinkel
„Diese Mission markiert das erste Mal, dass das gesamte Becken mit bloßem Auge gesehen werden kann“, erklärte die US-Raumfahrtbehörde. Der dabei fotografierte Krater wird auch als „Grand Canyon des Mondes“ bezeichnet. „Wir konnten zum ersten Mal die Rückseite des Mondes sehen, und es war einfach spektakulär“, sagte US-Astronautin Koch.

„Es ist ein ganz besonderes Kratergebiet, und bis heute hatte es tatsächlich noch kein Mensch gesehen“, sagte Koch in einer Sendung für Kinder in Kanada. „Wir hatten das Privileg, es zu sehen“, die gesamte Crew sei darüber begeistert gewesen. Die ersten Bilder der Rückseite des Mondes wurden bereits vor rund drei Jahren von einer südkoreanischen Mondsonde gemacht.

Einmal um den Mond
Das Eintreten in die Einflusssphäre (Sphere of influence, SOI) der Schwerkraft des Mondes am Montag war der nächste Meilenstein der „Artemis II“-Mission. Läuft weiter alles planmäßig, umkreisen die Astronauten den Mond und stellen dabei einen neuen Rekord auf, indem sie sich dabei weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor.

IMAGO/NASA
Die Erde von der „Orion“-Raumkapsel aus gesehen

„Außergewöhnliche Dinge gesehen“
Bereits am Samstag hatte die NASA ein von der Raumkapsel aufgenommenes Foto von der Erde veröffentlicht. Zuvor hatte die Raumfahrtbehörde um 6.00 Uhr MESZ die Crewmitglieder informiert, dass sie bereits mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt haben.
Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sagte der Kanadischen Weltraumbehörde (CSA) am Samstag bei einem Videoanruf, er habe von Bord der „Orion“ aus „außergewöhnliche Dinge“ gesehen. „Als wir kurz geschlafen hatten und wieder aufwachten, war die Erde schon so weit weg.“

Erster bemannter Flug seit 1972
Die Crew bestehend aus den vier Astronauten Hansen, Koch, Wiseman und Glover hob am Mittwoch um 18.35 Uhr Ortszeit (0.35 Uhr MESZ Donnerstag) an Bord ihrer „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.

IMAGO/NASA
Das „Orion“-Raumschiff im All

Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis II“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. „Artemis II“ ist der erste bemannte Mondflug seit 1972 und baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission „Artemis I“ 2022 auf.

Achter um Erde und Mond
An Bord der „Orion“-Kapsel soll die Crew etwa zehn Tage im All verbringen und um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll. Eine Landung auf der Mondoberfläche ist nicht geplant.

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einem Achter um Erde und Mond. Am weitesten Punkt sollen sich die vier fast 400.000 Kilometer von der Erde entfernt etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen. Insgesamt wird die Besatzung laut Fachleuten eine Strecke von etwa 1,1 Millionen Kilometern zurücklegen.

AP/Chris O’meara
Der Start der Mission erfolgte am Mittwoch um 18.35 (Ortszeit) auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für den Kanadier Hansen der erste. Die US-Amerikanerin Koch ist die erste Frau an Bord einer Mondmission der NASA, ihr Landsmann Glover die erste nicht weiße Person und Hansen der erste Kanadier. Die vier Astronauten sind als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren auf dem Weg zum Mond.
06.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

In Einflusssphäre: „Artemis II“ kommt Mond immer näher
 

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#12
Flug der Rekorde
„Artemis II“-Crew umrundete den Mond
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Ganz weit weg von der Erde, ganz nahe am Mond: Die „Artemis II“-Crew hat in der Nacht auf Dienstag ihre Reise um den Mond beendet. Laut der US-Weltraumbehörde NASA ist die „Orion“-Kapsel bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Die drei Astronauten und die Astronautin an Bord hatten sich während ihres Fluges weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor und Gelegenheit für spektakuläre Blicke auf Mond und Erde gehabt.
Online seit heute, 6.31 Uhr
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Die „Beobachtungsphase“ nahe dem Mond sei beendet, teilte die NASA am Montag um 21.35 Uhr US-Ostküstenzeit (EDT, 3.35 Uhr MESZ) mit, nun gehe es zurück zur Erde, noch am Dienstag werde die „Orion“-Kapsel die Einflusssphäre des Mondes verlassen. Die Rückreise wird bis Ende der Woche dauern.

Ihr Flug führte die Astronauten am Montag auf rund 6.545 Kilometer an den Mond heran. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant. Zuvor hatten sie sich so weit von der Erde entfernt wie noch nie ein Mensch zuvor, wie die NASA in einem Livestream mitteilte.

Rekord von „Apollo 13“ gebrochen
Den bisherigen Rekord von 400.171 Kilometer Entfernung zur Erde hatte die „Apollo 13“-Mission im Jahr 1970 aufgestellt. Die „Artemis II“-Crew erreichte um 19.02 Uhr EDT die geplante maximale Distanz von 406.771,35 Kilometern zur Erde.

IMAGO/NASA/ZUMA/Christinne Muschi
Der Mond von der „Orion“-Raumkapsel aus gesehen

Die Crew, bestehend aus den US-Amerikanern Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen, war in der Nacht auf Donnerstag (MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben.

Flugverlauf wie Achter um Erde und Mond
Der Flugverlauf von „Artemis II“ gleicht insgesamt einem Achter um Erde und Mond. Die Crew wird laut NASA von Start bis zur Landung eine Distanz von rund 1,1 Millionen Kilometern zurückgelegt haben. Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong.
Als bisher letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 verstorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bisher einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.
Besondere Blickwinkel
Während ihrer bisher sechstägigen Reise hatten die Astronauten auch Gelegenheit, den Mond so zu sehen, wie man ihn bisher nur von Bildern unbemannter Weltraumflüge kannte. Die NASA veröffentlichte etwa ein Foto, auf dem das Mare Orientale des Mondes zu sehen ist. „Diese Mission markiert das erste Mal, dass das gesamte Becken mit bloßem Auge gesehen werden kann“, erklärte die US-Raumfahrtbehörde. Der dabei fotografierte Krater wird auch als „Grand Canyon des Mondes“ bezeichnet.

„Wir konnten zum ersten Mal die Rückseite des Mondes sehen, und es war einfach spektakulär“, sagte US-Astronautin Koch. Die letzten Bilder der Rückseite des Mondes wurden vor rund drei Jahren von einer südkoreanischen Mondsonde gemacht.

Sonnenfinsternis und „Erdaufgang“
Montagabend beobachteten die vier Astronauten den „Erdaufgang“, den Augenblick, an dem die Erde hinter der Mondoberfläche aufsteigt. Danach folgte laut NASA eine etwa eine Stunde lange Sonnenfinsternis, während der die „Orion“-Raumkapsel, der Mond und die Sonne in einer Linie standen, wie die NASA mitteilte.

Wenn es nun zurück auf die Erde geht, verlässt das „Orion“-Raumschiff erst die Einflussspäre (Sphere of influence, SOI) des Mondes, die sie am Montag erreicht hatte. Dort wirkt die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff als die der Erde. Beim Rückflug wird es umgekehrt sein.

„Außergewöhnliche Dinge gesehen“
Bereits am Samstag hatte die NASA ein von der Raumkapsel aufgenommenes Foto von der Erde veröffentlicht. Hansen sagte der Kanadischen Weltraumbehörde (CSA) bei einem Videoanruf, er habe von Bord der „Orion“ aus „außergewöhnliche Dinge“ gesehen. „Als wir kurz geschlafen hatten und wieder aufwachten, war die Erde schon so weit weg.“

APA/AFP/NASA
Die Rückseite des Mondes

Zehn Tage im All
Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis II“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. „Artemis II“ ist der erste bemannte Mondflug seit 1972 und baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission „Artemis I“ im Jahr 2022 auf. Die aktuelle Reise dauert insgesamt zehn Tage, am Samstag soll die Raumkapsel planmäßig zur Erde zurückkehren und im Meer landen.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für den Kanadier Hansen der erste. Die US-Amerikanerin Koch ist die erste Frau an Bord einer Mondmission der NASA, ihr Landsmann Glover die erste nicht weiße Person und Hansen der erste Kanadier.

Trump gratuliert der Crew
US-Präsident Donald Trump gratulierte der Crew der Mondmission und lud sie nach ihrer Landung auf der Erde zu einem Empfang ins Weiße Haus ein. „Ich freue mich darauf, euch im Oval Office zu sehen“, sagte er während einer Liveschaltung mit der Crew, die er als „moderne Pioniere“ bezeichnete.

Die vier Astronauten benannten während ihres Fluges um den Mond einen zuvor namenlosen Mondkrater nach der Ehefrau ihres Kommandanten Wiseman. Der Krater – ein „heller Punkt auf dem Mond“ – solle von nun an Carroll-Krater heißen, sagte Hansen. Damit solle an die 2020 im Alter von 46 Jahren an Krebs verstorbene Ehefrau Wisemans erinnert werden.
07.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Flug der Rekorde: „Artemis II“-Crew umrundete den Mond
 

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#13
Mondmission
Artemis 2-Crew ist auf dem Weg zurück zur Erde
Die vier Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. In der Nacht auf Samstag (MESZ) soll die Crew im Pazifik landen


Christina Koch, Victor Glover (oben rechts), Reid Wiseman (unten rechts) und Jeremy Hansen (unten links) sind mittlerweile am Rückweg zur Erde.
AFP/NASA/HANDOUT

Houston (Texas) – Die vier Astronauten der Artemis 2-Mondmission sind auf dem Weg nach Hause. Ihre Kapsel Orion habe den Punkt passiert, an dem die Schwerkraft der Erde wieder stärker auf das Raumschiff wirke als die des Mondes, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. In der Nacht auf Samstag (MESZ) soll die Crew – bestehend aus den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen – im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen.

Auf dem Weg unterhielten sich die vier in einer Audio-Schaltung noch für einige Minuten mit den derzeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) stationierten Astronauten. Die ISS-Astronautin Jessica Meir fragte ihre Kollegin Koch wie sie Mond und Erde aus der Orion-Perspektive erlebt habe. "Ich habe nicht nur die Schönheit der Erde bemerkt, sondern auch, wie viel Dunkelheit drumherum war und das hat es noch viel mehr besonders gemacht."

2019 hatten Meir und Koch gemeinsam den ersten ausschließlich mit Frauen besetzten ISS-Außeneinsatz absolviert. "Jessica, ich hatte immer gehofft, dass wir mal wieder gemeinsam im Weltraum sein würden, aber ich hätte nie gedacht, dass es so sein würde", sagte Koch.

Platzprobleme
Artemis 2-Astronaut Glover berichtete von den im Vergleich zur ISS noch einmal deutlich eingeschränkteren Platzverhältnissen. "Alles, was wir machen, fängt grundsätzlich immer erst einmal mit einem Platzproblem an."

Die vier Artemis 2-Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der Nacht auf Donnerstag (MESZ) an Bord der Orion-Kapsel mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abgehoben und dann um den Mond herumgeflogen. Dabei entfernten sie sich auch weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor.
(APA, 8.4.2026)
Artemis 2-Crew ist auf dem Weg zurück zur Erde
 

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#14
Final Countdown
Der härteste Test der Mondmission Artemis 2 steht noch bevor
In der Nacht auf Samstag steht die heikle Landung an. Von der 50:50-Überlebenschance der Apollo-Missionen ist die Crew weit entfernt, doch insbesondere ein Bauteil sorgt für Restrisiko

Zurück zur Erde: Die Landung des Orion-Raumschiffs steht unmittelbar bevor.
Reid Wiseman/Nasa

In den frühen Morgenstunden des Samstags wird Europa erfahren, ob die erste astronautische Mondmission seit mehr als 50 Jahren sicher zu Ende gegangen ist. Für 2.07 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist die Landung der Orion-Raumkapsel Integrity im Pazifik geplant, zuvor werden die drei Astronauten und eine Astronautin an Bord das Abbremsen in der Erdatmosphäre unter immenser Hitze durchstehen. Es ist der gefährlichste Teil des Fluges.

Die Crew der Mission Artemis 2 – Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen – ging das Risiko in Absprache mit ihren Familien ein. Es ist längst nicht mehr so hoch wie bei den Apollo-Missionen der 1960er- und 70er-Jahre, die der Weltraumforscher Günter Kargl als Himmelfahrtskommando bezeichnet. "Bei Apollo ist man bewusst Risiken eingegangen, die heute ethisch nicht vertretbar wären", sagt der Experte vom Grazer Institut für Weltraumforschung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). "Jedem Astronauten war klar, dass er nur eine Fifty-fifty-Chance hat, zurückzukommen."

Familie im All
Die Vorbereitungen auf die Rückkehr der Artemis-Crew laufen längst auf Hochtouren. Den letzten vollständigen Tag im All verbrachte das Team vor allem damit, Equipment zu verstauen und zu sichern sowie sich nochmals genau mit den Prozeduren des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre zu befassen. Auch legte die Crew Kompressionskleidung an, die helfen soll, sich nach der Landung an die Schwerkraft zu gewöhnen und Schwindel entgegenzuwirken. Am Ende des Tages sollen die Sitze wie bei der Startkonstellation aufgebaut werden.

Was wird das Team am meisten am Leben im All vermissen? Für Missionsspezialistin Christina Hammock Koch ist es der Teamgeist: "Ich werde es vermissen, so eng mit diesen vielen Menschen an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, eine gemeinsame Mission zu haben, jeden Tag hart dafür zu arbeiten über Hunderttausende von Meilen hinweg, mit einem Team am Boden." Sie alle seien füreinander zu Brüdern und Schwestern geworden. "Dies ist ein Privileg, das wir nie wieder haben werden."


Gruppenfoto mit Maskottchen, von links nach rechts: Christina Hammock Koch, Jeremy Hansen, Victor Glover,Reid Wiseman und Rise.
via REUTERS/NASA

Es gebe für die gelernte Ingenieurin keinen Grund, sich über das Ende der Reise zu freuen, obwohl sie bereits mehr als eine Woche mit den anderen drei Astronauten verbracht hat. Nicht einmal die Fehlfunktion der Toilette konnte diese Erfahrung trüben. "Wir können nicht gründlicher forschen, wenn wir nicht ein paar unbequeme Dinge tun, wenn wir nicht ein paar Opfer bringen, wenn wir nicht ein paar Risiken eingehen", sagte Koch.

Heiß und schnell
Am letzten Reisetag legt die Besatzung die schützenden Raumanzüge an, die sie bereits beim Start getragen hat. Eine finale Kurskorrektur bremst die Kapsel ab und bereitet den richtigen Winkel für den Wiedereintritt vor. Durch die neue Ausrichtung zeigt das spitze Ende der Kapsel – der Bug – Richtung Atmosphäre. Das Europäische Servicemodul, das die europäische Weltraumorganisation Esa zur Verfügung gestellt hat, wird von der Raumkapsel Orion entfernt und zerfällt kurz darauf in der Atmosphäre.

Dann wird es feurig. Beim Wiedereintritt dürfte die Kapsel etwa auf 40.000 Kilometer pro Stunde kommen; dabei wird sich das Äußere der Kapsel auf bis zu 1650 Grad Celsius aufheizen. Der Prozess dauert zehn Minuten, und einige Minuten lang ist kein Funkkontakt zur Crew möglich, da die Kapsel von extrem heißem Plasma umgeben ist.

Wenn sich die Kapsel in einer Höhe von knapp acht Kilometern befindet, sollen sich zwei Bremsfallschirme entfalten, gefolgt von drei Hauptfallschirmen, die in drei Kilometern Höhe aufgehen und für ein Tempo von nur mehr 27 Kilometer pro Stunde sorgen. Am Freitagabend Ortszeit landet Orion im Pazifischen Ozean vor der Küste von San Diego. Nach dem Splashdown öffnen sich Airbags, die die Kapsel aufrichten. Laut Plan wartet die Crew anschließend auf die Schiffe der US-Marine, die sie gemeinsam mit Nasa-Personal aus der Kapsel holt und an Land bringt.

Risiko Hitzeschild
Die Landung gilt als gefährlichste Phase der Mission, und einige Fachleute machen sich große Sorgen, ob sie tatsächlich so ablaufen kann wie erwünscht. Die Raumkapsel Orion wurde zuvor erst einmal unter Realbedingungen getestet: Bei der Rückkehr von Artemis 1 im Jahr 2022 stellte man fest, dass der Hitzeschild beim Wiedereintritt stärker in Mitleidenschaft geriet als gedacht. Den Flugdaten zufolge wäre dies auch sicher gewesen, wenn eine Crew mitgeflogen wäre. Dennoch halten es Kritiker wie der ehemalige Nasa-Astronaut Charles Camarda für "verrückt", bei einem solchen Problem Menschen mitzuschicken.


Im Vorfeld wurde Kritik am Hitzeschild der Kapsel laut.
AFP/NASA/HANDOUT

Die Weltraumbehörde passte daraufhin für Artemis 2 den Eintrittswinkel in die Erdatmosphäre an, um die Hitzebelastung zu minimieren. Carmen Possnig, österreichische Reserveastronautin bei der Esa, zeigte sich vor kurzem in der Zeit im Bild 2, wie viele andere Kollegen, zuversichtlich: "Die Raumfähre wäre nicht geflogen, wenn nicht zertifiziert worden wäre, dass es diesmal klappen wird." Weltraumforscher Kargl weist darauf hin, dass die Systeme fehlertolerant gebaut werden, damit die Mission nicht gefährdet wird.

Doch die Erinnerung an tödliche Fehler bei den Katastrophen der Space Shuttles Challenger 1986 kurz nach dem Raketenstart und bei Columbia 2003 während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre sorgt auch jetzt für Nervosität. "Ich hoffe, dass die Nasa nicht aus wirtschaftlichem und politischem Druck in alte Gewohnheiten zurückfällt wie bei den Space Shuttles", sagt Günter Kargl. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht." (Julia Sica, 10.4.2026)
Der härteste Test der Mondmission Artemis 2 steht noch bevor
 

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#15
Bordcomputer mit 4Kb RAM
So unterschiedlich sind die Technologien von Apollo und Artemis
Als Menschen erstmals zum Mond flogen, hatten Mondkapseln keine Toiletten und die Erfindung des Transistors lag gerade zwei Jahrzehnte zurück. Vieles hat sich aber kaum geändert

Margaret Hamilton zeigt hier Ausdrucke des Softwarecodes, den sie mit ihrem Team vom MIT für das Apollo Projekt geschrieben hat.
gemeinfrei

Wenn englischsprachige Menschen ausdrücken wollen, dass eine Sache nicht schwierig sei, greifen sie zu der gängigen Redewendung, es handle sich dabei nicht um "Rocket Science" – "Raketenwissenschaft". Der Spruch ist seit Jahrzehnten üblich, und seither hat sich die Menschheit technologisch stark weiterentwickelt. Wenn nun mit Artemis 2 erstmals seit den 1970er-Jahren wieder Menschen zum Mond flogen, stellt sich deshalb die Frage, ob das, was damals noch "Rocket Science" war, heute überhaupt noch schwierig ist.

Die vielen Verzögerungen des Artemis-Programms der Nasa sprechen dafür, dass trotz der enormen technologischen Entwicklungen, auch in der Raumfahrt – mit permanent besetzten Raumstationen wie der ISS oder Tiangong und teils täglichen Raketenstarts in den Orbit –, Weltraumflüge immer noch enorm anspruchsvoll sind.

Bewährte Triebwerke
Tatsächlich hat sich manches seit dem Apollo-Programm kaum verändert. Raketen werden immer noch von Triebwerken angetrieben, in denen verflüssigter Sauerstoff gemeinsam mit einem Treibstoff wie Wasserstoff oder Methan verbrannt wird, um Rückstoß zu erzeugen. Im Fall des Space Launch System, der Rakete, mit der die Artemis-2-Crew zum Mond flog, sind die Triebwerke älteren Modellen nicht nur sehr ähnlich: Sie tragen die Bezeichnung RS-25 und haben bereits das Space-Shuttle angetrieben. Auch hier dienen die bereits bei Apollo eingesetzten Gase Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoffe.

Auch andere Komponenten stammen direkt aus dem Apollo-Programm, etwa der Raketenhangar, das Vehicle Assembly Building, inklusive der riesigen rollenden Plattform, die die Rakete zum Startplatz bringt.

Rechner mit 74 Kilobyte
Anderswo gibt es aber große Unterschiede. Die wohl größte technologische Entwicklung gab es auf dem Computersektor. Einer der wichtigsten Bestandteile der ursprünglichen Apollo-Missionen war der digitale Bordcomputer des Raumschiffs, der Apollo Guidance Computer. Entgegen der landläufigen Meinung hatte dieser keine raumfüllenden Dimensionen, sondern ungefähr die Größe eines heutigen Desktop-PCs.

Hier hören die Ähnlichkeiten auch schon auf. Was die Leistung betrifft, trennen den Guidance Computer und die zahlreichen Rechner der Artemis 2 sprichwörtliche Lichtjahre. Der von Raytheon entwickelte Computer verfügte über 74 Kilobyte Speicher und etwa 4 KB RAM, etwa ein Achtmillionstel eines heutigen Gaming-PCs mit 32 GB RAM.


Der Apollo Guidance Computer war ein Meisterwerk der Technik und erlaubte es der Kapsel, autonom zu navigieren.
Nasa

Handprogrammiert
Das bedeutet nicht, dass der Guidance Computer nicht leistungsfähig war: Der Rechner war zur Steuerung und Navigation der Apollo-Raumkapseln unerlässlich. Er verfügte sogar über die Fähigkeit der autonomen Navigation. Die Software für das 1961 entwickelte Gerät wurde sorgfältig von Hand programmiert, die Ära des "Vibecodings" unter Einsatz von KI war schließlich noch mehr als sechs Jahrzehnte entfernt. Ikonisch ist jenes Bild von der Informatikerin und Mathematikerin Margaret Hamilton, wie sie neben einem ausgedruckten Stapel des von ihr und ihrem Team entwickelten Codes steht, der sie beinahe überragt. Der Quellcode der Apollo-11-Mission ist übrigens bis heute erhalten, und man kann ihn sich auf Github herunterladen. Online finden sich auch Anleitungen, wie man sich selbst einen Emulator basteln kann, der den originalen AGC nachstellt, auch wenn diese schon etwas älter sind.

Die Nutzerschnittstelle war übrigens eine Tastatur und ein Bildschirm, das Setup erinnert aber eher an einen frühen Taschenrechner. Neben Zifferntasten gab es je nach Form des Befehls eine Taste für "Verb" oder "Noun".

Veraltete Hardware
Apropos älter: Natürlich fliegt die Crew der Orion-Raumkapsel mit einigermaßen modernem Gerät, aber eben nicht mit der Topausstattung, die man erwarten würde. Tatsächlich verwenden die Astronauten relativ alte Windows-Tablets. Dieser Einsatz von alter Technologie ist eine bewusste Entscheidung. Die Geräte müssen nämlich einen aufwendigen Zertifizierungsprozess durchlaufen, damit sie im All eingesetzt werden dürfen. Dabei wird etwa sichergestellt, dass die Geräte auch bei der höheren Strahlung im Weltraum noch ordnungsgemäß funktionieren. Erst wenn ein Gerät extremen Bedingungen standhält, kann es mit auf die Mission geschickt werden. Dazu kommt, dass die Tablets bereits vor 2020 angeschafft wurden, dem ursprünglich geplanten Start der Mondmission.

Das Gerät, das dem AGC der Apollo-Missionen entspricht, ist der Core Flight Computer von Orion. Dieser wird von einem IBM PowerPC 750 FX angetrieben, einer über 20 Jahre alten Single-Core-CPU. Ihr Vorteil: Sie wurde speziell gegen Strahlung abgeschirmt und ist immer noch rund 20.000 Mal schneller als sein Ur-Ur-Großvater.


Solche Sandwiches verzehrten die Apollo-Astronauten.
Nasa

Weltraummenü
Doch die Kapseln von Artemis und Apollo tragen nicht nur Computer, sondern auch eine Crew, deren Wohlbefinden für die Mission zentral ist. Dazu gehört geeignete Nahrung. Die Speisepläne bei Apollo und Artemis sind beide überraschend "irdisch", wenn man von der Verpackung absieht. Wichtig ist vor allem, dass die Weltraumnahrungsmittel wenig wiegen, ohne Kühlung haltbar sind und nicht bröseln, sowie dass sie gut verdaulich sind und nicht blähen. Die Apollo-11-Crew nahm als erste Mahlzeit Speck, Pfirsiche und Fruchtsäfte zu sich. Entwickelt wurde das Essen von der Leiterin des "Apollo Food System Teams" der Nasa, Rita Rapp. Viele Lebensmittel sind dehydriert und werden mit Wasser versetzt.

Das Essen ist dabei zum Teil für die Crew maßgeschneidert. Raumflüge sind physisch und psychisch anstrengend, das Lieblingsessen dabei zu haben, kann also einen Unterschied machen. Das war bei Apollo so und hat sich auch mit Artemis nicht geändert, wobei auf der Orion-Kapsel aus ganzen 189 verschiedenen Speisen gewählt werden kann.

Eines fehlt auf Artemis: Alkohol. Buzz Aldrin genoss auf der Mondoberfläche ein Fläschchen Wein. Dabei handelte es sich aber um Messwein, weil der bekennende Christ und heutige Trump-Unterstützer vor dem Ausstieg die Kommunion feierte – ohne den an lunaren Gottesdiensten nicht interessierten Kommandanten Neil Armstrong.

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So sieht die Toilette von Artemis 2 aus.
Nasa

Toilette als Fortschritt
Während das Essen bei Apollo also, vor allem im Vergleich zu Vorgängermissionen, überraschend modern war, gab es im Sanitärbereich die vielleicht bedeutendsten Fortschritte. Die Orion-Kapsel besitzt nämlich eine Toilette, das "Universal Waste Management System" (UWMS), über das bereits viel berichtet wurde, auch wegen einer lästigen Panne, die zwischendurch als behoben galt, nun aber offenbar neuerlich akut ist. Der Abfluss, der Urin ins Weltall leiten soll, ist vermutlich verstopft.

Die Crew kann in einem solchen Fall auf ältere Techniken aus dem Apollo-Programm zurückgreifen. Dessen Crewmitglieder mussten sich nämlich in Kunststoffbeutel erleichtern. Auch bei Artemis gibt es solche für den Notfall, und wie alle technischen Hilfsmittel tragen sie einen klingenden Namen: "Collapsible Contingency Urinals". Die Hoffnung lebt, dass Artemis 2 die einzige der neuen Mondmissionen mit diesem Problem bleiben wird und die Reservebeutel der kommenden Artemis-Flüge im unbenutzten Zustand direkt ins Museum wandern dürfen.
(Reinhard Kleindl, Peter Zellinger, 9.4.2026)

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„Artemis II“-Mondmission
Crew „gesund und glücklich“ auf der Erde
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„Eine perfekte Mission“: Nach ihrer historischen Mondumrundung sind die drei Astronauten und die Astronautin der „Artemis II“-Mission zurück auf der Erde. Die ersten Menschen, die seit über 50 Jahren in Mondnähe waren, landeten nach rund zehn Tagen im All mit der „Orion“-Kapsel plangemäß Freitagnachmittag (Ortszeit) im Pazifik, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit.
Online seit heute, 7.21 Uhr
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Die US-Amerikaner Reid Wiseman, Victor Glover und die US-Amerikanerin Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen entfernten sich bei ihrer Mondumrundung 406.773 Kilometer von der Erde – weiter als jeder andere Mensch je zuvor. Die Astronauten landeten vor der kalifornischen Küste im Pazifischen Ozean, wie Liveaufnahmen der NASA zeigten.


AFP/NASA/BILL INGALLS
Der Splashdown-Moment erfolgte um 02:07 Uhr rund 90 Kilometer vor der südkalifornischen Küste.

Dort halfen Spezialteams der NASA und des US-Verteidigungsministeriums der Crew aus der Kapsel und brachten sie dann per Helikopter zu einem speziellen Schiff. Die Crew sei „gesund und glücklich“, hieß es von der NASA. Sie soll nun medizinisch untersucht und dann nach Houston (Texas) ins dortige Space Center gebracht werden

Reuters/NASA
Spezialkräfte brachten die Astronauten nach ihrer Landung im Pazifik mit dem Helikopter zu einem speziellen Schiff

Trump gratulierte und will zum Mars
NASA-Chef Jared Isaacman nahm die Crew persönlich in Empfang und gratulierte ihnen zu einer „historischen Errungenschaft“. Isaacman sprach von einer „perfekten Mission“. „Das ist erst der Anfang.“ Für das Jahr 2028 sei eine Mondlandung geplant, sagte Isaacman.

US-Präsident Donald Trump gratulierte der „Orion“-Besatzung nach ihrer Rückkehr zur Erde. „Glückwünsche an die großartige und sehr talentierte Crew der Artemis 2“, schrieb er am Freitag (Ortszeit) auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Die gesamte Reise war spektakulär, die Landung war perfekt, und als Präsident der Vereinigten Staaten könnte ich stolzer nicht sein.“ Trump lud die Astronauten ins Weiße Haus ein und rief als künftiges Ziel eine Reise zum Mars aus: „Wir werden es wieder tun, und dann, nächster Schritt, Mars!“

Reuters/NASA
Für NASA-Chef Isaacman war es eine „perfekte Mission“

Erste Frau an Bord einer NASA-Mondmission
Die vier waren in der vergangenen Woche an Bord der „Orion“ mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abgehoben. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau, Glover zum ersten nicht weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier an Bord einer Mondmission der NASA.

Der Flugverlauf von „Artemis II“ glich insgesamt einem Achter um Erde und Mond. Die vier Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie flogen um den Mond herum und entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Mit ihrer „Orion“-Kapsel knackten sie den 1970 aufgestellten Rekord der „Apollo 13“-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.773 Kilometer von der Erde entfernt. Dem Mond näherten sie sich auf rund 6.545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant.

Beobachtungen auf Rückseite des Mondes
Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit den eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorher erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren.

Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten – mit speziellen Brillen – sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive der „Orion“ hinter dem Mond verschwand.

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bis dato letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bis dato einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.
11.04.2026, red, ORF.at/Agenturen
„Artemis II“-Mondmission: Crew „gesund und glücklich“ auf der Erde
 
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