Artemis II
Rakete für bemannte Mondmission erreicht Startposition
Das SLS der Nasa mit dem Raumschiff Orion an seiner Spitze könnte in wenigen Wochen vier Menschen auf eine Reise um den Mond schicken
Rakete für bemannte Mondmission erreicht Startposition
Rakete für bemannte Mondmission erreicht Startposition
Das SLS der Nasa mit dem Raumschiff Orion an seiner Spitze könnte in wenigen Wochen vier Menschen auf eine Reise um den Mond schicken
Das Vehikel für die Rückkehr von Menschen zum Mond hat seinen letzten Weg auf der Erde hinter sich gebracht. Die vollständig montierte Space-Launch-System-Rakete (SLS) rollte am Samstag aus dem Vehicle Assembly Building der Nasa in Cape Canaveral (Florida, USA). Nach fast zwölf Stunden gemächlicher Fahrt erreichte die riesige Mondrakete die Startrampe 39B des Kennedy Space Centers – ab da geht es für sie nur mehr nach oben.
Das nächste mögliche Startfenster für die Mission Artemis II öffnet sich am 5. Februar und schließt sich nach sechs Tagen wieder. Ein Start sei frühestens am 6. Februar möglich, hieß es zuletzt von der Nasa. Allerdings herrscht keine Eile, es gäbe weitere Startfenster im März und April.
Mit nur maximal 1,3 Kilometer pro Stunde rollte ein sogenannter "Crawler" die 1.600 Tonnen schwere SLS-Rakete vorsichtig zum Startplatz. Es ist einer von zwei Crawlern, die schon die Saturn-V-Raketen zu ihrem Startplatz brachten.
IMAGES NORTH AMERICA/JOE R
Weiter als je zuvor
Damit haben die letzten Vorbereitungen für die erste bemannte Mission zum Mond seit mehr als 50 Jahren begonnen. "Das ist der Beginn einer sehr langen Reise", sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz am Samstag. Läuft alles nach Plan, könnten die zwei Nasa-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, die Nasa-Astronautin Christina Koch sowie der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen bereits in wenigen Wochen in ihrer Orion-Kapsel weiter ins All hinausfliegen als je zuvor ein Mensch.
Das Gesamtensemble des Artemis-Programms besteht aus der 98 Meter hohen Schwerlastrakete SLS und der Orion-Kapsel. Dazwischen sitzt das European Service Module (ESM). Das vier Meter breite Kernstück der Orion-Raumschiffe wird von der Esa beigesteuert und ist für Missionen mit bis zu vier Astronautinnen und Astronauten ausgelegt. Es beherbergt einen Großteil der Versorgungsinfrastruktur: Haupttriebwerk und Treibstofflager, Solarpaneele und Klimasystem, Sauerstoff- und Wasservorräte.
Eine halbe Runde um den Mond
Mit Artemis I im November 2022 wurden bereits das Raketensystem und die Kapsel Orion erfolgreich getestet. Artemis II legt nun die Grundlagen für eine künftige bemannte Landung auf dem Mond im Rahmen der Mission Artemis III (frühestens in zwei Jahren). Am Beginn der Artemis-II-Mission stehen zunächst zwei Erdorbits, um alle lebenserhaltenden Systeme und Navigationsinstrumente mit der vierköpfigen Besatzung an Bord gründlich zu testen
In einer hohen Erdumlaufbahn führt die Crew zudem ein "Proximity Operations Demonstration"-Manöver durch, bei dem sie die Annäherung an die ausgebrannte Oberstufe der Rakete übt. Dann schließlich zündet das Triebwerk des europäischen Servicemoduls und bringt Orion auf eine viertägige Reise in Richtung Mond.
Sobald das Raumschiff den Einflussbereich des Mondes erreicht, folgt es einer sogenannten "freien Rückkehrbahn". Dabei umrundet Orion den Mond in einer Distanz von etwa 10.400 Kilometern auf der erdabgewandten Seite, ohne jedoch in einen Orbit einzuschwenken. Die Schwerkraft des Mondes befördert die Kapsel ohne großen Treibstoffaufwand zurück in Richtung Erde.
Die Artemis-II-Besatzung vor der Orion-Kapsel (von links): Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Hammock Koch.
NASA/Kim Shiflett
Zehntägige Mission
Während des Flugs um die Rückseite des Mondes sind drei Stunden speziell für Mondbeobachtungen, Fotografien und geologische Untersuchungen vorgesehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, eine spätere Landung am Südpol des Mondes vorzubereiten. Nach insgesamt etwa zehn Tagen im All tritt Orion mit einer Geschwindigkeit von fast 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und landet schließlich am Fallschirm hängend im Pazifischen Ozean.
Vorerst aber hat die Nasa am Boden alle Hände voll zu tun: Nun, da die Rakete ihren Startplatz erreicht hat, stehen sorgfältige Überprüfungen an – ebenso wie eine Generalprobe. Beim sogenannten "Wet Dress Rehearsal" wird die Rakete während der Betankungsvorgänge und der Countdown-Prozeduren eingehend getestet. Erst danach soll die endgültige Freigabe für die Artemis-II-Mission erfolgen.
tberg, red, 19.1.2026)
Links
Nasa’s Moonbound Artemis II Rocket Reaches Launch Pad
Nasa: Artemis II
Das nächste mögliche Startfenster für die Mission Artemis II öffnet sich am 5. Februar und schließt sich nach sechs Tagen wieder. Ein Start sei frühestens am 6. Februar möglich, hieß es zuletzt von der Nasa. Allerdings herrscht keine Eile, es gäbe weitere Startfenster im März und April.
Mit nur maximal 1,3 Kilometer pro Stunde rollte ein sogenannter "Crawler" die 1.600 Tonnen schwere SLS-Rakete vorsichtig zum Startplatz. Es ist einer von zwei Crawlern, die schon die Saturn-V-Raketen zu ihrem Startplatz brachten.
IMAGES NORTH AMERICA/JOE R
Weiter als je zuvor
Damit haben die letzten Vorbereitungen für die erste bemannte Mission zum Mond seit mehr als 50 Jahren begonnen. "Das ist der Beginn einer sehr langen Reise", sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz am Samstag. Läuft alles nach Plan, könnten die zwei Nasa-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, die Nasa-Astronautin Christina Koch sowie der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen bereits in wenigen Wochen in ihrer Orion-Kapsel weiter ins All hinausfliegen als je zuvor ein Mensch.
Das Gesamtensemble des Artemis-Programms besteht aus der 98 Meter hohen Schwerlastrakete SLS und der Orion-Kapsel. Dazwischen sitzt das European Service Module (ESM). Das vier Meter breite Kernstück der Orion-Raumschiffe wird von der Esa beigesteuert und ist für Missionen mit bis zu vier Astronautinnen und Astronauten ausgelegt. Es beherbergt einen Großteil der Versorgungsinfrastruktur: Haupttriebwerk und Treibstofflager, Solarpaneele und Klimasystem, Sauerstoff- und Wasservorräte.
Eine halbe Runde um den Mond
Mit Artemis I im November 2022 wurden bereits das Raketensystem und die Kapsel Orion erfolgreich getestet. Artemis II legt nun die Grundlagen für eine künftige bemannte Landung auf dem Mond im Rahmen der Mission Artemis III (frühestens in zwei Jahren). Am Beginn der Artemis-II-Mission stehen zunächst zwei Erdorbits, um alle lebenserhaltenden Systeme und Navigationsinstrumente mit der vierköpfigen Besatzung an Bord gründlich zu testen
In einer hohen Erdumlaufbahn führt die Crew zudem ein "Proximity Operations Demonstration"-Manöver durch, bei dem sie die Annäherung an die ausgebrannte Oberstufe der Rakete übt. Dann schließlich zündet das Triebwerk des europäischen Servicemoduls und bringt Orion auf eine viertägige Reise in Richtung Mond.
Sobald das Raumschiff den Einflussbereich des Mondes erreicht, folgt es einer sogenannten "freien Rückkehrbahn". Dabei umrundet Orion den Mond in einer Distanz von etwa 10.400 Kilometern auf der erdabgewandten Seite, ohne jedoch in einen Orbit einzuschwenken. Die Schwerkraft des Mondes befördert die Kapsel ohne großen Treibstoffaufwand zurück in Richtung Erde.
Die Artemis-II-Besatzung vor der Orion-Kapsel (von links): Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Hammock Koch.
NASA/Kim Shiflett
Zehntägige Mission
Während des Flugs um die Rückseite des Mondes sind drei Stunden speziell für Mondbeobachtungen, Fotografien und geologische Untersuchungen vorgesehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, eine spätere Landung am Südpol des Mondes vorzubereiten. Nach insgesamt etwa zehn Tagen im All tritt Orion mit einer Geschwindigkeit von fast 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und landet schließlich am Fallschirm hängend im Pazifischen Ozean.
Vorerst aber hat die Nasa am Boden alle Hände voll zu tun: Nun, da die Rakete ihren Startplatz erreicht hat, stehen sorgfältige Überprüfungen an – ebenso wie eine Generalprobe. Beim sogenannten "Wet Dress Rehearsal" wird die Rakete während der Betankungsvorgänge und der Countdown-Prozeduren eingehend getestet. Erst danach soll die endgültige Freigabe für die Artemis-II-Mission erfolgen.
tberg, red, 19.1.2026)
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Nasa’s Moonbound Artemis II Rocket Reaches Launch Pad
Nasa: Artemis II












