Bodensee: Historisches Motorschiff "Oesterreich" nach Umbau- und Renovierung wieder in Betrieb

josef

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#1
„Motorschiff ‚Oesterreich‘ - Phönix aus der Asche“
Das Motorschiff „Oesterreich“ lief im Jahre 1928 das erste Mal in Bregenz vom Stapel. Damals war es das erste Schiff am Bodensee mit Dieselantrieb – neben den großen Schaufelrad-Dampfern. Das Schiff erlebt bewegte Zeiten auf dem See. Im Krieg wird es fast vollständig zerstört, in den folgenden Jahrzehnten immer wieder umgebaut und restauriert. Im Jahr 2009 wird das Schiff ausgemustert und wartet sechs Jahre auf seine geplante Verschrottung.


Michael Häfner










5 Fotos ORF Vorarlberg

Diese zu verhindern, war das Ziel eines eigens gegründeten Vereins: Er will die „Oesterreich“ 90 Jahre nach ihrem ersten Stapellauf wieder im alten Glanz erstrahlen lassen. Nach einer mehrjährigen Umbauphase nahm das Schiff im April 2019 offiziell wieder seinen Dienst als Passagierschiff auf. Gemeinsam mit dem Raddampfer „Hohentwiel“ soll das Schiff den Flair der alten Zeiten auf dem Bodensee wieder aufleben lassen.

Dazu gibt es am 12. Mai um 16.30 Uhr auf ORF 2 die Dokumentation „Motorschiff ‚Oesterreich‘ – Phönix aus der Asche“ im Rahmen der Reihe „Erlebnis Österreich“ zu sehen.
„Motorschiff ‚Oesterreich‘ - Phönix aus der Asche“
 

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#2
Die jüngere "Schwester" der "Oesterreich", das Motorschiff "Austria" feiert heuer ihren 80. Geburtstag:

Motorschiff Austria feiert 80. Geburtstag

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Das Motorschiff „Austria“ feiert heuer ihr 80-jähriges Jubiläum. Trotz ihres stolzen Alters ist sie immer noch das schnellste und größte Passagierschiff auf dem Bodensee – und ist dort täglich im Einsatz.
Fast 60 Meter lang, 12 Meter breit und 350 Tonnen schwer: Das sind die Maße der MS Austria. Angetrieben wird sie von zwei jeweils 750 PS starken Motoren, die für den notwendigen Schub auf die zwei Voith-Schneider Propeller sorgen. Besonders sei auch der Hubraum von rund 60 Litern, sagt Michael Mathis, Steuermann und Maschinist bei den „Vorarlberg Lines“. Bevor das Schiff in See sticht, werden die Motoren immer „durchgedreht“, sagt Mathis, um möglichst früh zu erkennen, wenn etwas nicht stimmen sollte.

1939 vorübergehend stillgelegt
1939 wurde die MS Austria im Bregenzer Trockendock zusammengebaut und ist mit kleinen Unterbrechungen seitdem auf dem See unterwegs. Schon im September 1939 wurde sie nach ihren letzten beiden Ausfahrten stillgelegt. Ein Schicksal, das nicht nur die Austria traf, sondern die gesamte Motorschiffflotte Österreichs und Deutschlands, erklärt Arnulf Dieth, Schiffshistoriker und Buchautor: Der Treibstoff wurde nämlich für die Kriegsführung gebraucht.

Fotobestand Arnulf Dieth
Während der Kriegszeit trug die Austria den Namen „Ostmark“

Zu Kriegsbeginn wurde das Schiff bis Kriegsende auf den Namen „Ostmark“ umbenannt. 1948 fuhr die Austria unter französischer Flagge und absolvierte neben Kursfahrten auch immer öfter Charterfahrten.

Täglich im Einsatz
Heutzutage ist das Schiff zwischen April und Oktober täglich im Linieneinsatz unterwegs. Im Dezember kommen noch Advent- und Silvesterfahrten dazu. „Für uns ist die MS Austria ein richtiges Arbeitspferd, sie wird täglich eingesetzt im Kurs – und das die ganze Saison durch“, sagt Alexandro Rupp, Geschäftsführer der „Vorarlberg Lines“. Mit bis zu 1.200 Gästen pro Fahrt sei die Austria „mit Abstand“ das umsatzstärkste Schiff.
Zudem ist die MS Austria auch das größte Schiff am Bodensee. Das Schwesterschiff Vorarlberg ist zwar zwei Meter länger, fasst aber weniger Passagiere. „Die Vorarlberg ist bekanntgeworden durch die legendäre Schiffstaufe und die Austria ist bekanntgeworden durch die Blaue-Band-Rennen“, sagt Historiker Dieth zu den beiden Schiffen. Von 1950 bis 1953 hat die Austria nämlich das Blaue Band für das schnellste Schiff am Bodensee gewonnen – ebenso wie bei der Neuauflage 2003.
ORF Vorarlberg
Chronik: Motorschiff Austria feiert 80. Geburtstag
 

josef

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#3
Historischer Raddampfer:
Besonderes Jubiläum für Hohentwiel
Sie ist für den Bodensee prägend: Die Hohentwiel. Am Sonntag vor 30 Jahren brach der historische Raddampfer nach einer fünfjährigen Genalsanierung zur zweiten Jungfernfahrt auf.
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Noch vor dem ersten Weltkrieg wurde die Hohentwiel in den Dienst gestellt. Ein Dampfkessel mit rund 8.000 KW Dampfleistungg sorgte für die nötige Energie. Statt mit Kohle wird dieser heutzutage umweltbewusst mit Heizöl Leicht befeuert.

1962 wurde sie ausgemustert. Die Verschrottung drohte. Nach langem Hin und Her kaufte schließlich der Bregenzer Segelclub das Schiff um 150.000 Schilling und baute es zum Clubheim im Sporthafen-Bregenz um.

Restaurierung des Schiffes
1984 gründete sich der Verein internationales Schifffahrtsmuseum und kauft das zusammengerostete Wrack. Reinhard Kloser – später Kapitän der Hohentwiel – wurde neben vielen anderen zum Retter der Hohentwiel.

In einem eigens eingerichteten Trockendock in Hard enstand in dreienhalb Jahren aus dem verrosteten Wrack wieder die stolze Hohentwiel. 2,4 Millionen Euro kostete die Restauriernung – bezahlt von den Bodensee-Anrainerstaaten. Ein verhälnissmäßig günstiger Preis, der nur durch das große Engagement von vielen Firmen in der Region zu erreichen war.

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Das Wrack vor der Rettung...
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Zweite Jungfernfahrt
Am 17. Mai 1990 fand nach der Taufe die zweite Jungfernfahrt des Schaufelraddampfers statt. 2004 übergab Kapitän Kloser das Ruder an seinen Nachfolger Kapitän Konstatzky.
Das historische Schiff braucht viel Pflege, da es die Maschinen-Teile nicht von der Sange gibt. Sechs Mann Besatzung sorgen für die Wartung. Seither verzeichnet das Schiff rund 200 Einsätze pro Saison. Sechs Crewmitglieder sorgen dafür, dass die Räder geschmiert bleiben.

Solange die Grenzen in der Bodenseeregion wegen der Pandemie nicht vollständig geöffnet sind, lohnt sich ein Betrieb des historischen Dampfers nicht. Es dauert also noch ein wenig, bis das Juwel wieder im Bodensee seine Runden dreht.
17.05.2020, red, vorarlberg.ORF.at
Besonderes Jubiläum für Hohentwiel
 
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