Brände von Elektroautos als neue Herausforderung für die Feuerwehren

josef

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#1
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Brennende E-Autos als große Gefahr
Elektroautos stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Batterien sind bei einem Brand das größte Risiko. Generell muss ein brennendes Elektroauto noch lange nachbearbeitet werden. Die Feuerwehr hat nun einen Löschcontainer im Einsatz.
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Rund 11.000 Liter Wasser seien laut Hersteller notwendig, um beispielsweise einen brennenden Tesla endgültig zu löschen. Ein durchschnittliches Feuerwehrauto führt aber nur rund 2.000 Liter Wasser mit. Ein brennendes Elektroauto muss noch lange nachbearbeitet werden, sagt Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl. Das Auto könne bis zu drei Tage nach dem Brandgeschehen noch Feuer fangen, so der Landesfeuerwehrkommandant.

ORF
Feuerwehr testet den Löschcontainer

Löschcontainer im Einsatz
Die Feuerwehr hat nun ein approbates Mittel für den Löscheinsatz bekommen. Ein bei der Feuerwehr Schwaz stationierter Löschcontainer ist im Einsatz. Der kann zum brennenden Elektroauto gebracht werden.
„Wir haben nun die Möglichkeit, mit einem Container das Auto zu kühlen. Der Container ist wasserdicht, das Auto wird in den Container gestellt, wird von oben und unten mit Wasser besprinkelt und bis zur Sitzoberfläche geflutet“, so Hölzl. Dieses Vorgehen ist sehr wichtig, da vor allem die Batterien, das Herzstück der Elektroautos, zum größten Risiko gehören.

Risiko Batterie
Die Batterien sind das Herzstück aller Elektrofahrzeuge – und zugleich auch ihre empfindlichste Stelle, denn sie sind nur schwer löschbar.
Das Problem bei einem Elektrofahrzeug sei definitiv der Akku aufgrund der hohen Energiedichte, sagt Landeschemiker Manfred Holzer. Die Batterie beinhalte eine Vielzahl an Chemikalien und auch Säuren, die beim Brand austreten könnten und mit denen die Feuerwehr bisher nicht zu tun hatte. Der Akku sei außerdem gut verbaut, man müsse sich den vorstellen wie einen wasserdichten Koffer.
Für die Feuerwehr sei es schwierig, Löschwasser rein zu bringen und eine Kühlwirkung zu erreichen, so der Landeschemiker. Brennt eine Elektrobatterie, dann folgen in einer Kettenreaktion Kurzschlüsse, die das Feuer ständig aufs Neue entfachen können. Im Löschcontainer wird das Elektroauto drei Tage unter Wasser gesetzt und von der Feuerwehr beaufsichtigt.

ORF
Der Löschcontainer ist in Schwaz stationiert

Problematik Strom
Ein Löscheinsatz oder Einsatz bei einem verunfallten Elektroauto kann auch durch den Strom zu Problemen führen. Es gibt mehrere Kabelstränge. Ein Trennschalter sei bei einem Unfall unbedingt zu deaktivieren. Es gebe mehrere Maßnahmen zu treffen und die Feuerwehren seien dahingehend unterrichtet.
Datenbanken der diversen Hersteller können bei einem Unfall abgerufen werden, denn jedes Fahrzeug sei anders, so Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl.

Ausrüstung und Ausbildung gefordert
Derzeit gibt es landesweit nur einen solchen Container, der in Schwaz stationiert ist. Allerdings hofft man von Seiten der Feuerwehr, dass noch weitere folgen. Eine wichtige Komponente sei außerdem die Ausbildung der freiwilligen ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Sachen Brände und alternative Antriebe, sagt Landeschemiker Manfred Holzer.
Helena Fröhlich; tirol.ORF.at
Verkehr: Brennende E-Autos als große Gefahr
 

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#4
Ernstfall ist eingetreten:

Brennender Tesla landet in Kühlcontainer
Auf der Walchseestraße bei Kössen ist am Freitag der Fahrer eines Elektroautos gegen einen Baum geprallt. Der Tesla fing daraufhin Feuer. Da eine brennende Batterie eines Elektroautos kaum zu löschen ist, musste die Feuerwehr mit einem Spezialcontainer anrücken.
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Fahrzeug geriet in Brand. Personen, die an der Unfallstelle vorbeikamen, holten den Mann aus dem Fahrzeug und verständigten die Rettungskräfte. Der Lenker wurde mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus St. Johann geflogen.

ZOOM.Tirol
Der Tesla begann nach dem Aufprall zu brennen
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Die alarmierte Feuerwehr Kössen konnte den Brand löschen
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Der Fahrer wurde bei dem Aufprall verletzt
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ZOOM.Tirol
Die Feuerwehr musste den Tesla in der Folge …
ZOOM.Tirol
… in den Spezialcontainer heben
ZOOM.Tirol
In dem Container werden das Auto und damit auch die Batterie gekühlt

Für die Bergungsarbeiten musste die Walchseestraße gesperrt werden, aus Schwaz musste ein spezieller Container gebracht werden, um den Tesla kühlen zu können.

11.000 Liter Wasser für brennenden Tesla
Batterien von Elektroautos sind bei einem Brand das größte Risiko. Bei solchen Fahrzeugen ist die Batterie an der Fahrzeugunterseite angebracht und damit schwer zugänglich. Sie kann auch nicht ohne Weiteres ausgebaut werden. Die Batterie beinhaltet eine Vielzahl an Chemikalien und Säuren, die bei einem Brand austreten könnten und mit denen die Feuerwehr bisher nicht zu tun hatte.

Rund 11.000 Liter Wasser sind laut Hersteller notwendig, um beispielsweise einen brennenden Tesla endgültig zu löschen. Ein durchschnittliches Feuerwehrauto führt aber nur rund 2.000 Liter Wasser mit. Ein brennendes Elektroauto muss noch lange nachbearbeitet werden, sagte Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl. Das Auto könne bis zu drei Tage nach dem Brandgeschehen noch Feuer fangen, so Hölzl.

Container für alle gängigen Elektrofahrzeuge geeignet
Seit einigen Wochen verfügt die Feuerwehr über einen speziellen Löschcontainer für Elektroautos. Der Container ist 6,8 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,5 Meter hoch, wasserdicht und wiegt drei Tonnen. Damit können alle gängigen Elektrofahrzeuge, sollten deren Batterien in Brand geraten bzw. überhitzen, im Container aufgenommen und dauerhaft gekühlt werden.

Link:
04.10.2019, Chronik: Brennender Tesla landet in Kühlcontainer
 

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#6
Noch immer Probleme mit dem ausgebrannten "Tesla" Wrack:

E-Autowracks: Brandgefährlicher Sondermüll
Seit fünf Wochen steht in Walchsee das ausgebrannte Wrack eines Tesla. Niemand will sich die Finger daran verbrennen, den Wagen mit seiner unberechenbaren, 600 kg schweren Lithium-Ionen-Batterie zu entsorgen.
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Geschmolzenes Blech, verschmorte Kabel, das schwarze Skelett des Fahrersitzes, alles zusammengeknittert auf der Bodenplatte, in der die Riesenbatterie ruht, von der niemand genau weiß, welche giftigen Bestandteile sie enthält: Das ist alles, was von der einstigen Luxuslimousine übrig geblieben ist. Ein Anblick, der ihrem Besitzer, Dominik Freymuth aus Walchsee, den Schweiß auf die Stirn treibt. Er fühlt sich vom Hersteller und dessen angeblichem Entsorgungspartner „im Stich gelassen, an der Nase herumgeführt, verarscht“.

ZOOM.Tirol
4. Oktober 2019: Freymuths Tesla in Flammen

Jeden Morgen, den er daran vorbeigeht, erinnert ihn das Wrack an den Unfall am 4. Oktober, als er – aus Unachtsamkeit, wie er zugibt – von der Straße zwischen Kössen und Walchsee abgekommen und gegen einen Baum geprallt ist. Wie in Sekundenschnelle alles lichterloh brannte, wie ihn nachfolgende Autolenker aus den Flammen zerrten. Zwei Wochen ist Freymuth danach im Krankenhaus gelegen.

„Eine fünfwöchige Odyssee“
Währenddessen hat die Feuerwehr das Wrack in einem Spezialcontainer unter Wasser gesetzt und drei Tage lang gekühlt, um zu verhindern, dass die Batterie wieder Feuer fängt. Der Abschleppunternehmer Georg Greiderer hat die „automobile Wasserleiche“ dann zu einem Parkplatz am äußersten Rand seines Firmengeländes gebracht, weil man ja nie wisse, ob das Ding nicht doch wieder in Flammen aufginge, sagt er. Seither versucht Greiderer, jemanden zu finden, der das Wrack fachgerecht entsorgt. „Eine fünfwöchige Odyssee“, sagt er mit einem resignierten Grinsen.

ORF
Verkohlte Erinnerung, fünf Wochen nach dem Unfall

Der Hersteller Tesla habe beim Erstkontakt eine problemlose Entsorgung zugesichert und sich dann nicht mehr gemeldet. Auf Rückfrage ist Greiderer an Teslas österreichischen Entsorgungspartner ÖCAR Autoverwertungs GmbH verwiesen worden. Auf der Tesla-Homepage liest sich das so: „ÖCAR Automobilrecycling verfügt über ein großes Netzwerk von autorisierten Recycling- und Entsorgungspartnern, welche vom Umweltministerium vollständig lizenziert sind.“

Ein Entsorgungspartner ohne Lizenz
Ganz so vollständig offenbar doch nicht, denn ÖCAR hat gar keine Genehmigung, Tesla-Modelle zu übernehmen. Auf die Frage, wie sie sich denn die Entsorgung eines Elektroautos vorstelle, antwortet ÖCAR-Sprecherin Pia Kleihs: „Darüber kann ich Ihnen keine Auskunft erteilen, da wir für Tesla keine Berechtigung haben.“ Tesla verweist also auf seiner Homepage, pikanterweise im Kapitel „Nachhaltigkeit“, auf einen Entsorgungspartner, der gar nicht befugt ist, einen Tesla zu recyceln.

Geheimnisvolle Zusammensetzung
Die Tiroler Entsorger lehnen die Verwertung eines havarierten Tesla rundheraus ab. Da wisse man einfach nicht mehr, wo die Batterie anfinge und wo sie aufhöre, sagt Recyclingunternehmerin Ingeborg Freudenthaler aus Inzing, und das sei brandgefährlich.
ZOOM.Tirol
Das Löschwasser, in dem der Tesla gekühlt wurde, ist heute ein begehrtes Souvenir für Wissenschafter

Martin Klingler, Entsorgungsfachmann beim Schwazer Umweltunternehmen DAKA, sagt, eine so große Lithiumbatterie könne seine Firma nicht übernehmen, da man den Mix aus gefährlichen Stoffen in ihrem Inneren gar nicht kenne. Die Elektromobilhersteller hielten die Zusammensetzung ihrer Elixiere streng geheim, um ihren Wettbewerbsvorteil nicht zu verlieren. Die Flüssigkeit, in der das Unfallauto vom Walchsee gekühlt wurde, ist ein gefährlich giftiges Gebräu, aber mittlerweile ein begehrter Tropfen. Die Montanuniversität Leoben habe sich bereits Proben davon gesichert, um dem Geheimnis ihres Inhalts auf die Spur zu kommen, sagt Klingler.

Der Recyclingpapst ist ratlos
Den Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik in Leoben hat Roland Pomberger inne. Mit seiner jahrelangen Erfahrung beim steirischen Entsorgungskonzern „Saubermacher“ gilt er als Recyclingpapst Österreichs.
Auf die Frage, wie man denn mit der verformten und möglicherweise beschädigten 600 kg-Batterie eines Tesla zu verfahren habe, antwortet er mit einem entwaffnenden: „Ich weiß es nicht.“ Das falle in die Produzentenverantwortung, und der Walchsee-Tesla zeige, dass sich der Hersteller darüber bisher wohl zu wenig Gedanken gemacht habe. Man habe hier versäumt, von der Wiege bis zu Bahre zu denken, sagt auch Freudenthaler. Der Produzent habe etwas hergestellt, ohne darüber nachzudenken, wie diese Dinge entsorgt werden sollen.

ORF
Haben genug von Elektroautos: Freymuth (links) und Greiderer (rechts)

Derzeit gibt es im Mitteleuropa zwei Unternehmen, die in großem Stil unbeschädigte Batterien für Elektroautos recyceln: den belgischen Wiederverwerter Umicore und die deutsche Firma Redux, Tochtergesellschaft des steirischen Konzerns Saubermacher. Beide versuchen, in unterschiedlichen Verfahren, vor allem die Rohstoffe Kobalt, Nickel und Kupfer rückzugewinnen. Die Recyclingquote bei Redux liegt nach eigenen Angaben bei etwa 70 Prozent. Reines Lithium abzuscheiden, ist zwar theoretisch möglich, aber so aufwendig, dass es sich nicht rentiert.

„Zeitbombe“
Beide Entsorger liegen jedoch außerhalb der Reichweite des demolierten Walchsee-Tesla. Der Transport der unberechenbaren Batterie würde nämlich eine EU-Gefahrengut-Genehmigung erfordern, die es in Österreich noch gar nicht gebe, sagt
Klingler von der Firma DAKA.

Abschleppunternehmer Greiderer, auf dessen Grund das Wrack gestrandet ist, gibt die Hoffnung dennoch nicht auf. Vor einer Woche habe ihm Tesla zugesichert, dass ein Experte aus Holland kommen würde, um die Batterie zu entladen. Seither hat er jedoch nichts mehr vom Entlademeister gehört. Für Freymuth, den ehemals stolzen Tesla-Besitzer, ist jedenfalls klar: „Ich kaufe mir sicher keinen mehr, jetzt, wo ich weiß, auf welcher Zeitbombe ich sitze.“
13.11.2019, Kurt Arbeiter, ORF Tirol
Umwelt: E-Autowracks: Brandgefährlicher Sondermüll
 

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#7
Tiroler Unternehmen löst Tesla-Problem
Für das Tesla-Wrack von Walchsee ist am Donnerstag nach langer Suche eine Lösung gefunden worden. Die Karosserie wurde zur Verschrottung nach Kufstein gebracht. Mit der Batterie bleibt auch der problematische Teil des Wracks in Tirol und wird hier entsorgt.
Sechs Wochen steht das Wrack eines abgebrannten Tesla schon auf dem Firmengelände eines Abschleppunternehmers in Walchsee. Am Mittwoch trennten endlich Techniker der Firma Tesla den 600 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akku vom Fahrzeugwrack.

Dann stellte sich heraus, dass sie nicht die nötige Genehmigung hatten, um die Batterie weiter zu zerlegen. In der Not wandte sich Tesla an das im benachbarten Kössen ansässige Spezialunternehmen SEDA Umwelttechnik, einen weltweit tätigen Ausstatter von Autoverwertern.

ORF

Tiroler haben Know-how für solche Batterien
Die Firma verfügt sowohl über die Gerätschaften als auch über das Know-how, um große Lithium-Ionen-Akkus zu behandeln. Tesla überlässt dem Tiroler Unternehmen nun die Batterie des Unfallautos zu Forschungs- und Entwicklungszwecken. Noch am Abend wurde sie in einem Spezialbehälter nach Kössen gebracht. Außerdem wird das Tiroler Unternehmen gemeinsam mit Tesla an künftigen Entsorgungslösungen für E-Autobatterien arbeiten.
22.11.2019, red, tirol.ORF.at
Tiroler Unternehmen löst Tesla-Problem
 

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#8
Vom komplizierten Leben und Sterben der E-Auto-Batterie
Elektroautos werden bald in nennenswerter Zahl unterwegs sein. Für Feuerwehren, Verschrotter und Entsorger sind sie derzeit eine Herausforderung
Die Autohersteller drücken 2020 viele neue E-Modelle in den Markt, um die strengeren Abgasvorschriften zu erfüllen. Über Vor- und Nachteile der Elektromobilität wird heftig diskutiert. Eine Schwachstelle hat sich aber im vergangenen Herbst deutlich gezeigt: Wie umgehen mit der Batterie, wenn es brenzlig wird? Ein Lehrstück gab es in Tirol. Nachdem ein Tesla bei einem Unfall ausgebrannt war, gab es wochenlang Schwierigkeiten mit der Entsorgung des 600 Kilo schweren Akkus. Tesla hatte zwar mit Öcar eine Firma genannt, die für die Entsorgung zuständig sei, die hatte jedoch keine Lizenz. Als schließlich Tesla-Techniker aus den Niederlanden anreisten, um die Batterie auszubauen, durften sie nicht Hand anlegen. Wie kam es dazu? Tesla weist alle Schuld von sich: Man habe im November 2018 "sämtliche notwendigen Anträge für die Listung bei Öcar bei der zuständigen Behörde eingereicht". Eine Genehmigung sei nie gekommen, auch keine Absage. Überhaupt habe es kein Muh oder Mäh gegeben, "keine Rückfragen oder sonstiges Feedback". Nun habe man den Prozess "proaktiv erneut angestoßen".


Das Herzstück der E-Autos ist die Batterie. Auch die Stromer werden irgendwann zu Schrott. Alleine die wenigen Modelle derzeit produzieren 250.000 Kilogramm Abfall.
Foto: Kreisel Electric

Fragt man mit der Materie Vertraute wie Walter Kletzmayr, Geschäftsführer der Arge Shredder, Vertreter der großen Schredderbetriebe in Österreich, spricht dieser von einem "Ausnahmefall". Die Betriebe zerlegen Altautos in ihre Bestandteile, um die Rohstoffe der Verwertung zuführen. Eigentlich gebe es mit E-Autos keine Probleme, sagt Kletzmayr.

Noch. Denn aus den 50.000 Stromern, die derzeit auf den Straßen herumkurven, werden mehr – und der Einzel- künftig zum Regelfall. Roland Pomberger, Abfalltechniker an der Montanuniversität Leoben, ist "fast dankbar" für den Tesla-Fall. Was bis dahin noch nie jemand beleuchtet habe: "Was passiert, wenn man den Akku in einem Wrack hat", das E-Auto also so demoliert ist, dass die Batterie nicht ausgebaut werden kann.
Das Problem aus seiner Sicht: "Das Unfallwrack gibt es nicht. Das geht von angedepscht bis zu ausbrechenden Bränden in der Batterie, dazwischen gibt es viele Abstufungen. Nur, vorher weiß man das nicht genau." Beim Tesla in Tirol war das eines der Probleme. Die Feuerwehr hatte das Fahrzeug gelöscht und danach in einen Container gestellt. Damit geht es aber erst los: Abschleppen, Akkuausbau – die Schnittstellen zwischen den Akteuren seien nicht geklärt, sagt Pomberger: "Wer entscheidet, ob ich das mit der Flex herausschneiden kann?"

Bürokratisches Dilemma
Dazu kam, was Kletzmayr ein "bürokratisches Dilemma" nennt. Es stelle sich die Frage: Ist ein zerdepschtes E-Auto ein Altfahrzeug? Wichtig für die Praxis: Denn wer die Erlaubnis hat, Altautos zu entsorgen, darf noch lange keinen Brandrückstand mitnehmen. Eine wichtige Unterscheidung: Bei den Schreddern landet das ausgeweidete Fahrzeug. Öl, Benzin, Scheibenschutzmittel, alles wird getrennt. Aus dem gefährlichen Abfall wird damit ein ungefährlicher. Beim Tesla war nichts mehr zu trennen, ergo gefährlicher Abfall. Die beiden Tesla-Techniker durften aus abfallrechtlichen Gründen nicht bergen. Übrigens hatte beim Tesla die Antriebsbatterie gar nicht gebrannt, sondern nur eine Stützbatterie. Ergo viel Rauch um nichts.

Der Besitzer des ausgebrannten Tesla in Tirol hatte alle Mühe mit dem Wrack.
Foto: APA/ZOOM.TIROL

So sieht das Christian Klejna, E-Auto-Experte beim ÖAMTC: Auch wenn die Feuerwehren noch eine gewisse Scheu vor den Stromern hätten, am Ende sei die Sache nicht komplizierter als beim Verbrenner.

Roman Sykora, im Bundesfeuerwehrverband für gefährliche Stoffe zuständig, sieht das anders. Die Hersteller wälzen die Probleme mit dem Handling ab, sagt Sykora. So sei etwa der Hauptschalter bei jedem Modell woanders. "Jeder hat sein eigenes System. Bei dem einen ist vorne etwas zu drehen, bei den anderen schmilzt ein Teil der Batteriehülle. Es gibt keinerlei Standardisierung." Die Feuerwehr habe durchaus keine Lust, "Betatester für die Hersteller zu spielen". Außerdem habe man zwar Container, aber sei das Wrack gelöscht, könne es vorkommen, dass dieses drei Wochen später noch einmal zu brennen beginnt. Kletzmayr sagt, aus dem Fall hätten jedenfalls alle gelernt. Aber: "Die Thematik der E-Auto-Wracks ist nicht gelöst."

Alles im Griff
Auch abseits davon gibt es offene Fragen – selbst wenn die Hersteller die Entsorgung so weit im Griff haben. Und davon gehen sie aus. Bei der Salzburger Porsche-Holding, Generalimporteur für VW in Österreich, heißt es, es habe bislang keine Probleme gegeben. Jeder Servicepartner in Österreich, insgesamt gut 400, sei mit einem Quarantäneplatz ausgerüstet, so Technikleiter Johann Schmidinger. Gibt es ein Problem, ruft der Betroffene (mit Servicevertrag) bei VW an, dort werde für die fachgerechte Bergung gesorgt. Im Ernstfall übernimmt dann der befugte Entsorger Saubermacher. Mit einem solchen kooperiert auch Renault. Der Hersteller ist schon lange mit E-Autos auf dem Markt – von Auffälligkeiten in Sachen Batterie weiß man zumindest im Kundenzentrum nichts zu berichten. Darüber hinaus hat Renault ein eigenes Batteriereparaturzentrum in Leonding. Denn nicht immer muss ein Akku nach einem Unfall oder Defekt entsorgt werden. Manchmal reicht auch eine Reparatur.
Weite Reise
Die gute Nachricht: Die Hersteller geben großzügig Garantie, und Ausfälle während der Garantiezeit sind selten. Andernfalls kann es knifflig werden. Kann ein Akku etwa von Renault repariert werden, muss er nach Frankreich. Zwar haben viele Kunden ihre Batterie geleast oder gemietet und die meisten eine Batterie- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen – gibt es die jedoch nicht, fallen Transportkosten an. Und im zugegeben unwahrscheinlichen Fall, dass ein Auto in einen Unfall verwickelt und die Batterie kaputt ist, der Rest des Autos aber kein Totalschaden, wird es teuer: Bei Renault fallen für eine Batterie ohne Montage rund 9000 Euro an. Grundsätzlich bestimmt die Reichweite den Preis: je ausdauernder, desto teurer. 20.000 Euro sind da kein illusorischer Betrag.


Was die Sache mit der Wiederverwertung der Rohstoffe insgesamt betrifft, so sind allenfalls erste Schritte getan. Saubermacher – beim steirischen Versorger landen derzeit alle E-Autobatterien, die in Österreich ihr Lebensende erreicht haben – hat für das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus 2018 eine neue Anlage in Bremerhaven eröffnet und dort drei Millionen Euro investiert. Nicht ohne Risiko, denn derzeit sind die verwertbaren Mengen noch zu gering für eine wirtschaftliche Verwertung. Kobalt, Nickel und Mangan werden bereits recycelt. Beim Lithium ist die Menge noch zu klein.
(rebu, 16.1.2020)

Mehr aus der E-Auto-Serie:
Herzstück im Stromer: Die Suche nach tausendundeiner Batterie
Ladekabel sucht Ladestation
Öffentliche Hand will bald keine Verbrenner mehr kaufen – mit Ausnahmen

Alle setzen auf Elektroautos – doch werden die Fahrer auch umsteigen?

Vom komplizierten Leben und Sterben der E-Auto-Batterie - derStandard.at
 
#9
Man habe im November 2018 "sämtliche notwendigen Anträge für die Listung bei Öcar bei der zuständigen Behörde eingereicht". Eine Genehmigung sei nie gekommen, auch keine Absage. Überhaupt habe es kein Muh oder Mäh gegeben, "keine Rückfragen oder sonstiges Feedback". Nun habe man den Prozess "proaktiv erneut angestoßen".
Das ist ja eine putzige Ausrede. :)
 

josef

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#10
Burgenland: Schulung für Feuerwehren für Unfälle mit E-Autos

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Durch die vorgebenen Emissionssenkungen steigen immer mehr Menschen auf Elektro- und Hybridfahrzeuge – also eine Kombination aus Elektro- und Benzinmotor – um. Damit man in einer Unfallsituation vorbereitet ist, organisierte der ÖAMTC gemeinsam mit Feuerwehren im Bezirk Neusiedl am See eine Schulung.
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Zirka 30.000 Elektrofahrzeuge sind derzeit auf Österreichs Straßen unterwegs und es werden immer mehr, das heißt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein E-Auto in einen Unfall verwickelt wird, steigt. Nach einem Unfall mit einem E-Fahrzeug sind bestimmte Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Bis dato gibt es allerdings kein Standardverfahren für die Bergung, so Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Ronald Szankovich.

„Es gibt schon derart viele Aussagen von Feuerwehren. Der eine sagt, er nimmt das ganze Auto und gibt es in ein Wasserbad, wenn es gebrannt hat, oder droht zu brennen. Ich erhoffe, dass wir dementsprechenden Input vom ÖAMTC bekommen, wie wir das behandeln sollen“, so Szankovich. „Das große Problem ist, dass Feuerwehrleute mittlerweile schon wissen müssen, wo die Kartuschen für die Airbags sind. Dann muss man natürlich auch wissen, wo die Leitungen sind“, sagte Reinhard Rovny von der Feuerwehr Frauenkirchen.

Fahrzeug sicher abstellen und kontrollieren
Die Feuerwehren Frauenkirchen, Gols, Mönchhof, Halbturn, Podersdorf und St. Andrä waren bei der Schulung dabei. Nach einem Unfall, vor allem wenn das Fahrzeuges stark beschädigt ist, ist die Situation besonders kritisch. Von außen kann nicht festgestellt werden, ob der Lithium-Ionen-Akku defekt ist. Hier ist besondere Vorsicht gefragt, erklärte Christian Klejna, der Leiter der technischen Schulungen des ÖAMTC.

ORF
Besondere Vorsicht ist nach einem Unfall wegen des Akkus geboten

„Wenn jetzt ein Unfall ist, wo die Batterie eine Schädigung hat, dann hat man eine Besonderheit, dass man das Fahrzeug einmal so versorgen muss, dass es auf einen sicheren Platz abgestellt wird. Dann muss beobachtet werden, ob eine Erwärmung stattfindet – wenn eine Brandgefahr da ist, muss die Feuerwehr rechtzeitig kühlen oder eben dementsprechend löschen“, sagte Klejna.

Als Fahrer eines E-Fahrzeuges sollte man jedenfalls eine sogenannte Rettungskarte des jeweiligen Automodells mit sich führen. Auf dieser sind alle wichtigen Informationen für Rettungskräfte eingezeichnet.
Schulung für Feuerwehren für E-Autos
 
#11
Ich finde die Diskussionen über das böse E Auto herrlich amüsant... Es sollte doch sonnenklar und erfreulich sein, dass sich die Einsatzorganisationen hinsichtlich dem technologischem Fortschritt weiterbilden. Das Akkus brennen ist klar. Auch klar ist, dass bei dem oben angeführten Tesla der Akku gar nicht brannte, aber Hauptsache ist gleich mal halbseidene Infos über ORF und APA loszulassen. Mein 78 jähriger Vater glaubte bis vor kurzem auch noch, dass die Akkus Sondermüll sind, von den 80 Litern Benzin die er alle 2 Wochen bei einem Wirkungsgrad von gesamt (Tank bis Reifen) von unter 30% kommt, musste er gedanklich erst einmal gebracht werden. Dass ein Großteil der Flüchtlingswelle nur losgezogen ist weil wir billiges Öl unter besch....en Bedingungen wollen, steht halt nicht in der Kronen Zeitung... Und das Super-Duper Argument von der Akku Entsorgung: Kleiner Denkanstoss - seltene Erden sind drinnen_und bleiben drinnen! Auch wenn der Akku 'kaputt' ist! So wie wie heute schon für eine profane alte Bleibatterie schon wieder ein 10 Euro bekommen wird sich der Markt für gebrachte Akkus entwickeln. Garantiert! Wer dazu an verifizierbarern Infos Interesse hat möge beim Fraunhofer Institut nachfragen...
So nebenbei: Von der untergehenden deutschen Autoindustrie gesponserte Dokus zeigen ja so gerne die Lithium Minen in welchen Kinder schuften: Die schuften dort nicht erst seit Elon Musk zum Auto bauen anfing! Gut 60% des Lithiums werden für die Glas und Porzellan Herstellung benötigt! Ich heiße das Ganze natürlich nicht für gut und bin mir sicher, dass die Speichertechnik von heute in 5 Jahren schon absolent ist und genau da sind wir jetzt am Punkt : Man vergleicht hier 80 Jahre Verbrennungsmotoren Technik mit 10 Jahren E Antriebstechnik. Der Vergleich mit einer von Wasserkraft angetriebenen Drehbank mit einer 5 Achs CNC Maschine sei hier gestattet...
Zur Reichweite der Autos: Ich fahre mit meinem E Auto beruflich ca 45000km pro Jahr. Und nein. Es ist kein Tesla sondern ein Kia. Ich habe noch 3 weitere Autos vom Defender bis hin zum neuen 8 sitzigen Familienbus. Warum ich mich damit auf der rechten Spur bei 110 dahingleite? Weil mir taugt... Und wenn der Akku dann mal hin sein sollte zerlege ich ihn und nutze ihn als PV Speicher.
Und die Co2 Geschichte.... VERGESSEN! Solange die Chinesen rausblasen dürfen was sie wollen, um uns mit den unter katastrophalen Bedingungen hergestellte Artikel über Amazon und Co zu überrollen, mache ich mir höchstens Gedanken darüber wie der Großteil der Bevölkerung zu Lemmingen eines jungen Mädchens geworden sind und Freitags für eine bessere Welt demonstrieren ohne den eigenen Wohlstand in Frage zu stellen....
 
#12
Ich finde die Diskussionen über das böse E Auto herrlich amüsant...
Elektroauto is richtig geil. Leise, super Beschleunigung und geringer Verbrauch.
Leisten muss man sich es halt können .... Golf: 22.000€ zu eGolf 33.000€.
11.000€ sind 8.800l Diesel - da komm ich schon recht weit bis sich das amortisiert(selbst wenn Strom nichts kosten würde).
 
#13
Das mit dem sich leisten können ist mit Sicherheit ein Argument...! Mir ist auch klar, dass der Peugeot Partner, welchen ich vor dem Elektro Kia hatte, seine Dienste noch bei mir leisten würde. Immerhin fährt er ja noch beim jetzigen Eigentümer. Aber wie schon geschrieben... So habe ich halt aus dem Hang zur Technik in der höchsten Entwicklungsstufe den Kia gekauft, für einen Tesla hat´s halt nicht gereicht! Aber ist es nicht immer so...? Warum hat man vor 10 Jahren den Röhrenfernseher gegen einen Flachbildschirm getauscht obwohl er noch tadellos funktionierte? Warum gehen wir heutzutage noch Schifahren, obwohl aus volkswirtschaftlicher Sicht und vor allem aus Umweltschutzgründen dies der der komplette Wahnsinn ist? Diese Liste liese sich wohl bei jedem Europäer endlos fortsetzten...
 
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