Breitenlee - Verschiebebahnhof

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alleswisser1

Guest
#22
Alter Bunker bei Verschiebebahnhof Breitenlee und etwas mehr...

Habe mich in dieser Gegend nebst der nahe gelegenen, damals noch zugänglichen Deponie Rautenweg intensiv herumgetrieben:

Da gab (gibt?) es einen beim ehemaligen Verschiebebahnhof Breitenlee gelegenen alten Betonbunker mit einer zum Schutz? erdgeschütteten oberen Ebene und zumindest einer unterirdischen Ebene vermutlich für die Eisenbahnangestellten.

Die Türe fehlte schon lange, drinnen war nur Müll und Brandreste. Vor dem Eingang wurde in riesiger Betonbrocken deponiert aber so daß man dennoch noch hineingehen konnte.

Zuordnung: Dort, knapp unterhalb wo die Autobahn den Grünstreifen kreuzt. Zufahrt war nur über Feldweg und den Rest durch den "Urwald".


Zum Bahnhof selbst kann ich noch einbringen:

In der Azaleengasse gab es eine aufgelassene Kohlenhandlung. „Willst Du´s haben warm und fein – dann kauf beim KohlenXXXX (Lerl?) ein.“ Die Halle an der Kreuzung zur Oleandergasse steht glaube ich heute noch hinter den Plakatwänden. Dann kommt die Freifläche und dann war auf einem gemauerten/betonierten Sockel das Holzhäuschen mit drei Räumen und zwei Eingängen. Ein Spielplatz für unsereins....der das ganze „okkupiert“ hat und nahe gefundenes „Klumpert“ dorthin geschleppt und analysierte. Das Haus hat man dann irgendwann einmal abgerissen und wieder ein Haus oder ein Containerhaus hingestellt.

Ging man das Gleis weiter, folgt links der noch heute bestehende Betrieb einer Firma. Dann kam rechts ein bereits aufgebrochener Holzschuppen mit jeder Menge Müll darin (Tonbandgerät). Links, ein paar tausend Quadratmeter groß ein umzäunter Schrottplatz mit alten Autobussen und sonstigen eisenhältigem Material, der von der Grenze besagter Firma bis etwa 50 m vor den alten Brückenpfeilern verlief. Zusätzlich wurden auch neue Zugänge an ausrangierten Postbussen und PKW's zerschnitten.
Dahinter war eine wohl privat angelegte Moto-Cross Strecke.
Vis a vis des Schrottplatzes zwischen Eisenbahngleis und der Azaleengasse gab es ein großes eingeschossiges Doppelhaus, vermutlich Eisenbahnerhaus, das, als ich es kennenlernte schon unbewohnt war und von den Arbeitern die in jenen Tagen begannen den Schrottplatz mit Schneidbrennern zu leibe zu rücken und in Waggons zu verlagern zur Hälfte als Unterkunft diente. Dann wurde es auch abgerissen.

Geht man das fiktive Gleis noch nach den Brückenpfeilern weiter, dann findet man noch Spuren des Abrollgleises, bzw. der Rampe zur noch (2011) stehenden Straßenbrücke. Weiter entlang am Damm der ebenso bereits von Moto-Cross Fahren „adaptiert“ worden war/ist befand man sich an der als „Schmatelka“ bezeichneten links davon gelegenen Schottergrube.
Mit einer Schottergrube kann man bekanntlich zwei mal Geld machen. Der Abbau war „zu meiner Zeit“ schon abgeschlossen und es folgte die Aufschüttung mit allem was man heute wohl besser nicht wissen, aber früher oder später im Essen und Trinken schmecken wird können…..

Zum Spielen gab es kurze Zeit noch ein leeres Trafohäuschen sowie alte Autowracks, darunter auch ein Käfer…

Das der von der Gemeinde Wien als Brachfläche gehaltene Grünstreifen zwischen bestehender Gleisanlage und der nunmehrigen Autobahn ebenfalls viele Betonteile aufweist, deren Herkunft, wenn sie nicht als Deponiegut einst angeschüttet wurden auch eine Vergangenheit am Ort haben können wäre zu prüfen. Eine damals am Feldweg gefundene Granate ~8.8 die wahrscheinlich ein Bauer aus dem gegenüberliegenden Feld herausgeplügt und liegengelassen hat werte ich als Indiz hiezu.
 
#23
@besserwisser1

Das der von der Gemeinde Wien als Brachfläche gehaltene Grünstreifen zwischen bestehender Gleisanlage und der nunmehrigen Autobahn ebenfalls viele Betonteile aufweist, deren Herkunft, wenn sie nicht als Deponiegut einst angeschüttet wurden auch eine Vergangenheit am Ort haben können wäre zu prüfen. Eine damals am Feldweg gefundene Granate ~8.8 die wahrscheinlich ein Bauer aus dem gegenüberliegenden Feld herausgeplügt und liegengelassen hat werte ich als Indiz hiezu.
Ausser dem Gleisanlagen und den wenigen Bauten der Bahn war dort absolut nichts. Schon gar nichts militärisches.
Die nächste Flakstellung war eine Doppelbatt. an der Wagramerstraße (Wo heute die Mülldeponie ist).
Eine 8,8cm muß nicht zwangsweise eine Flakgrante sein. Auch Pak und Tiger verwendeten dieses Kaliber. Abgesehen davon; nicht jede Flakgranate detonierte. Manche kamen auch wieder als ganzes runter. Soll heißen; eine Granate macht noch keine Stellung.



lg

Cerberus9
 
G

gottfried1

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#24
Rangierbahnhof Breitenlee

Liebe Kollegen,

Es war von der DR die weiterführung der gleise südwärts durch die Lobau, beim heutigen zentraltanklager vorbei, über die Donau mit einmündung in die winterhafenbrücke und die donauländebahn geplant. Andererseits die weiterführung der gleise im norden in etwa über Gerasdorf, Strebersdorf und einmündung in die NW-bahn bei Korneuburg.
Ist jemanden etwas hierüber bekannt?

Mfg
Gottfried1
 

josef

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#25
Hallo Gottfried.
willkommen im Forum und besten Dank für deinen 1. Beitrag! Von einem Ausbau und Schaffung eines Güterzugringes im Norden und Osten von Wien habe ich noch nichts gehört. Möglich ist aber vieles, die Stäbe der Reichsbahn planten noch fleißig bis die Russen quasi "vor der Tür standen"! Bekannt war bzw. ist, dass das Hauptaugenmerk auf 2 Großverschiebebahnhöfe gelenkt wurde, im Norden Ausbau von Strasshof und im Süden die Planung bei Rustenfeld mit großzügigen Verbindungen und Anbindungen im Wiener Becken.

Vielleicht war der Streckentorso vom Ölhafen entlang des Donau-Oder-Kanals eine Vorleistung?
Siehe Gleis in der Lobau - Donau-Oderkanal

lg
josef
 
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gottfried1

Guest
#26
Breitenlee Verschiebebahnhof

Hallo Kollegen,

Bin erst jetzt auf diesen themenkreis gestossen! Zu den diversen planungen eines verschiebebahnhofes in Breitenlee gibt es im buch von Ernst Kurz, "Die städtebaulichen beziehungen Wiens zum verkehr" eine skizze, wonach die DR die östliche ausfahrt durch die Lobau in richtung Kaiser E´dorf über die Donau verlängern wollte und aus anderen quellen die nordausfahrt über Stammersdorf und Strebersdorf in die nw-bahn und einer donaubrücke zur fjb. Näheres ist mir in diesem fall aber nicht bekannt.

Gottfried1
 

josef

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#27
Luftbilder aus 1938 - Vbf. Breitenlee

Auf den neuen Seiten "Geodatenviewer der Stadtvermessung Wien" sind gute Lubi des Verschiebebahnhofgeländes Breitenlee aus 1938 zu finden! Besonders interessant im Zusammenhang mit den Fotos von @Harry und @Soundy:

1. Übersicht, gut zu erkennen die Straßenbrücke über das Gleisfeld.
2. Detail Brücke.
3. Reste des ehemaligen, nie fertiggestellten, Segment-Rundlokschuppens mit Drehscheibengrube.


Bildquelle: © wien.at/ViennaGIS
 

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Harald 41

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#28
:danke Josef;

Für die interessanten Luftbilder, die Drehscheibe konnte ich nicht mehr sehen, dürfte heute die Siedlung drauf stehen.

LG Harry
 
H

Harald 41

Guest
#31
:danke Für die Aufklärung,
da hinten war ich auch schon einmal, muss ich übersehen haben fand nur vom Bundesheer die Übungsbunker.

LG Harry
 
#32
Gut möglich, dass oberirdisch gar nichts mehr erkennbar ist.
Werde dem Gelände aber sowieso mal wieder einen Besuch abstatten, wenn sich die Temperaturen wieder in einem akzeptablen Bereich bewegen.
 

josef

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#33
Lokschuppen-Bauruine Vbf. Breitenlee

Dort befindet sich keine Siedlung, das ist heute mitten im Wald/Gestrüpp.
Auf Google Maps ist ein heller (halber) Ring zu erkennen, dessen Durchmesser und Position zu der Drehscheibe passen könnten.
Bereits 1956 wurde dort ordentlich "herumgeackert"!
2009 ist "aus der Luft" nur mehr Botanik zu sehen...

Bildquelle: © wien.at/ViennaGIS
 

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#34
Ich muss mich korrigieren, der von mir auf Google Maps gefundene „Ring“ kann nichts mit der Drehscheibe zu tun haben. Die befand ca. 100 m davon entfernt.
Es hilft manchmal ungemein, wenn man die Bilder übereinander legt … :rolleyes:
 
A

ashes

Guest
#35
Verschiebebahnhof Breitenlee

Hallo!

Bin ganz neu in diesem Forum! Der ehemalige Verschiebebahnhof war natürlich ein Tüpl. Ich war 87/88 in Groß-Enzersdorf stationiert und wir fuhren fast wöchentlich zu Übungen hin. Schon damals fielen mir diese riesigen Pfeiler auf, hatte aber natürlich keine Ahnung dass es sich dabei um ein Areal eines verfallenen Verschiebebahnhof handelt. Wieso gibts eigentlich keine Bilder vom Bau und weiter bis 1940, die wären viel interessanter als die heutigen.
 

josef

Administrator
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#36
Hallo Karl,
ein herzliches Willkommen im Forum!
Wieso gibts eigentlich keine Bilder vom Bau und weiter bis 1940, die wären viel interessanter als die heutigen.
Wie du siehst, befassen sich die Beiträge im Forum eher mit der "jüngeren Geschichte".

Aber in speziellen Eisenbahnforen bzw. entsprechender Literatur, Archiven usw. wird es mit Sicherheit auch Fotos aus der Bauzeit geben :)

lg
josef
 
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