Das zu zwei Drittel von der EU geförderte Projekt „Life Viennatura“ soll seltene Tier- und Pflanzenarten schützen und gleichzeitig das Stadtklima verbessern. Das rund 90 Hektar große Areal in Breitenlee wird in den kommenden Jahren schrittweise renaturiert.
Verschiebebahnhof 1945 stillgelegt
Der Verschiebebahnhof Breitenlee war nur kurz in Betrieb und wurde bereits 1945 stillgelegt. Die Stadt Wien hat das Areal von den ÖBB erworben, um das bisher größte innerstädtische Renaturierungsprojekt zu starten. In den Jahrzehnten ohne Nutzung konnte sich auf dem Gelände ein wertvoller Biotop-Komplex aus Wald und Trockenrasen entwickeln.
ORF Wien
Der alte Verschiebebahnhof liegt schon lange brach, invasive Arten wie – im Bild – die Robinie haben sich hier breitgemacht
Um diesen zu erhalten und auszubauen, sind nun umfangreiche Maßnahmen geplant. Allerdings haben auch invasive Pflanzenarten hier Fuß gefasst. Diese sogenannten Neophyten, allen voran Götterbaum und Goldrute, können die ansässigen Arten verdrängen und ganze Wiesen naturschutzfachlich entwerten.
Entsiegelung, Weideflächen, Trockenrasen
Geplant sind die Entsiegelung von Betonflächen, die Wiederherstellung von Trockenrasen und Steppenlebensräumen, die gezielte Bekämpfung von nicht heimischen Pflanzenarten sowie die Wiesenpflege und Schaffung von Weideflächen. Ziel ist es, Lebensräume für zahlreiche Arten von Wildtieren und raren Pflanzen, darunter Vögel, Wildbienen, Heuschrecken und Orchideen zu sichern und weiter auszubauen.
Das renaturierte Gebiet soll künftig auch als Naherholungsraum für die Wiener Bevölkerung dienen – allerdings nicht als klassischer Park, sondern als naturbelassene Landschaft. Durch Besucherlenkung, Information, Wegeführung und einzelne Aussichtsplattformen will man einen verständnisvollen Umgang mit dem Lebensraum fördern.
Umsetzung bis Ende 2032
Darüber hinaus trägt das Areal zum Stadtklima bei: Die Fläche wirkt als Frischluftschneise und sorgt durch Verdunstung und Beschattung für Abkühlung in der Umgebung. Wichtige Projektpartner sind unter anderem der Stadt-Wien-Forst- und Landwirtschaftsbetrieb, die 48er, das Naturhistorische Museum, Birdlife Österreich und Local Governments for Sustainability (ICLEI) Europe. Die Umsetzungsarbeiten haben bereits begonnen und sollen bis Ende 2032 abgeschlossen sein.
19.03.2026, red, wien.ORF.at
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Naturschutzareal Breitenlee