Brenner-Basistunnel inkl. Zulaufstrecken

josef

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BBT Baulos Hochstegen ist abgeschlossen
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Beim Bau des Brennerbasistunnels ist nun das Baulos Hochstegen (H52) fertiggestellt worden. Die Arbeiten in einer geologisch anspruchsvollen Zone nahe der Brennergrenze konnten in der vorgegebenen Bauzeit beendet werden.

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23 Monate dauerten die Bauarbeiten an dem eher kleinen Baulos mit einer Auftragssumme von 102 Millionen Euro. Dafür war es geologisch sehr anspruchsvoll. Die Mineure mussten die Tunnelröhren zuerst durch Bündner-Schiefer, und dann durch wasserführenden Hochstegen-Marmor vortreiben. Dazu mussten viele Injektionen und weitere Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden.

BBT-SE
Swietelsky-Projektleiter Markus Morianz und BBT-Projektleiter Michael Knapp zeigen sich über das Ende der Bautätigkeiten erfreut

Außerdem wurden 900 Meter Erkundungsstollen in Richtung Brenner ausgebrochen, der damit nur mehr zwei Kilometer von der Staatsgrenze am Brenner entfernt ist. Mit Ende des Jahres wird der Baustellenbereich an die nachfolgende Baufirma übergeben, die für den neuen Abschnitt Pfons-Brenner zuständig ist.

400.000 Kubikmeter Gestein ausgebrochen
Im Rahmen des Bauloses wurden von Swietelsky Tunnelbau insgesamt fünf Kilometer Tunnel vorgetrieben, davon 3,2 Kilometer Haupttunnel und jeweils 0,9 Kilometer Erkundungsstollen bzw. Verbindungstunnel und Querschläge. 400.000 Kubikmeter Gestein wurden dabei ausgebrochen und 4.000 Kubikmeter Material injiziert.
15.12.2023, red. tirol.ORF.at

BBT Baulos Hochstegen ist abgeschlossen
 

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#42
Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“
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Laut den Vorständen der Brennerbasistunnelgesellschaft steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Termin für die Öffnung Brennerbasistunnels (BBT) im Jahr 2032 eingehalten wird. Eine Unsicherheit bestehe noch bei der Bahntechnik-Ausschreibung, denn hier gab es einen Einspruch.
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Die Vorstände der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE, Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola, gehen mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass der Brennerbasistunnel wie anvisiert auch tatsächlich im Jahr 2031 fertiggestellt und 2032 in Betrieb gehen wird. Eine Unwägbarkeit sei aber noch die Ausschreibung die Bahntechnik betreffend, weil es hier einen Einspruch gebe.

1,6 Kilometer bis Durchschlag an Grenze
Risken für etwaige Verzögerungen seien im derzeitigen Bauprogramm bzw. dem Projektmanagement enthalten, sodass man aus momentaner Sicht die Termine 2031 und 2032 bestätigen könne, so Gradnitzer im APA-Interview. Hinzu komme: „Sämtliche Tunnelbaulose sind vergeben und in Bau. Somit können keine Vergaberisken aus den Baulosen mehr auftreten.“

Zudem verfüge man mittlerweile auch über einen „fast durchgängigen Erkundungsstollen“, der für die geologische Erkundung von eminenter Bedeutung sei. „Es fehlen nur noch 1,6 Kilometer bis zum Durchschlag an der Grenze. Somit sind auch die geologischen Risken deutlich reduziert, das Gebirge großteils erkundigt“, konkretisiert der österreichische BBT-Vorstand.


Noch Unklarheiten bei Bahntechnik
Einen „Stolperstein“ in vergaberechtlicher Hinsicht hat sich aber inzwischen offenbar aufgetan. „Die Bahntechnik, die ab dem Jahr 2028 eingebaut werden soll, ist noch nicht ausgeschrieben. Wir haben hier die Planungsausschreibung in Vergabe und haben dahingehend einen Einspruch bzw. einen Nachprüfungsantrag bekommen, der vom Verwaltungsgericht in Bozen behandelt wird“, erläuterte Gradnitzer.

Am 7. März stehe dahingehend eine Verhandlung an, ergänzte Cardola. Mit einer Entscheidung, das heißt einem erstinstanzlichen Urteil, sei nach derzeitigem Stand Ende März zu rechnen. Man hoffe, dass sich das Gericht dieser „heiklen Angelegenheit bewusst ist und die Termine bzw. Fristen eingehalten werden.“ Ergehe noch im März ein erstinstanzliches Urteil, könne man umgehend einen entsprechenden Auftrag erteilen und noch im April die Planungsleistungen einleiten lassen.

Sollte es erst im Herbst zu einem erstinstanzlichen Urteil kommen, was man nicht erwarte, würde es „schwierig“ werden, die Termine 2031 und somit auch 2032 einzuhalten, räumte Gradnitzer ein. Aber davon gehe man „Stand jetzt“ nicht aus.

BBT SE
Im Dezember wurde das Baulos „Hochstegen“ nahe der Brennergrenze abgeschlossen

Bisherige Verzögerung einkalkuliert
Ursprünglich war eine Inbetriebnahme des Tunnels Ende 2028 anvisiert worden, im Jahr 2021 kam es schließlich zu einer Rückdatierung auf 2032. Den Hauptgrund dafür machte Cardola ganz klar in der Corona-Krise aus. Eine „weltweite Katastrophe wie Covid war nicht vorhersehbar und damit auch nicht das Risiko“, so der italienische Vorstand, man habe die Arbeiten in der Zeit nie komplett unterbrechen müssen, aber die Arbeiten seien aufgrund der Sicherheits- und Gesundheitsauflagen natürlich langsamer vonstatten gegangen. Der Unterschied zu früher: Nun seien im Bauprogramm auch andere Risiken wie Vergabeverfahren, Ausrüstung und Planung berücksichtigt.

Die Gesamtprojektkosten würden bei 10,5 Milliarden Euro bleiben. Im Vorjahr wurde Kostenschätzung von ursprünglich kalkulierten 9,6 Milliarden Euro nach oben korrigiert – mehr dazu in Baukosten für BBT steigen auf 10,5 Mrd. Euro. Über 2,3 Milliarden Euro sind EU-Förderungen.

Inbetriebnahme der Zulaufstrecke in Deutschland fraglich
Eher reserviert zeigten sich die Vorstände hinsichtlich der Zulaufstrecke vor allem im Norden in Deutschland, deren Trassenplanung sich als äußerst schwierig gestaltet und umstritten ist. Zuletzt war sogar davon die Rede, dass sogar das Jahr 2040 als jenes der Inbetriebnahme der nördlichen Zulaufstrecke nicht halten könnte. Als Vorstände der BBT SE sei man in erster Linie für die Errichtung des Haupttunnels zuständig, betonte Gradnitzer. „Ich gehe davon aus, dass die Projektpartner im Norden, also die Deutsche Bahn, ihre Projektzeitpläne einhält und damit passt für mich das Gesamtsystem“, meinte der Brennerbasistunnel-Manager.
11.07.2024, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“
 
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