Broschüre aus 1931, die auf die Gefahren des elektrischen Stromes hinweist

josef

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#1
Der Mediziner Stefan Jellinek brachte 1931 eine kleinen Broschüre "Elektroschutz in 132 Bildern" heraus, die anschaulich und plakativ zeigen, wie es zu Stromschlägen kommen kann und wie solche – teilweise skurrilen – Unfälle vermieden werden können.

Neben einer Kurzvorstellung von Stefan Jellinek bringt der nachfolgende "derStandard" Artikel auch einige der Bilddarstellungen aus 1931:

Hochspannung! Lebensgefahr! Der Stromtod lauert 1931 überall

Stefan Jellinek und die Gefahren des elektrischen Stroms
Stefan Jellinek (1871-1968) war ein österreichisch-britischer Mediziner, der als einer der ersten Wissenschaftler die Auswirkungen des elektrischen Stroms auf den menschlichen Körper untersuchte. Er beschäftigte sich intensiv mit Elektrounfällen, untersuchte Menschen, die vom Blitz getroffen wurden, führte eine Reihe von Selbstversuchen durch und veröffentlichte seine bahnbrechende "Theorie vom elektrischen Scheintod". Dr. Jellinek fand heraus, dass man Menschen nach einem elektrischen Unfall durch geschickte Wiederbelebungsversuche oft noch retten kann.

Bekannt wurde Jellineks Theorie vor allem durch ein Ereignis im August 1924. Eine Frau und ihre kleine Tochter lagen im kleinen Ort Bruckneudorf/Kaisersteinbruch im Burgenland bereits in der Aufbahrungshalle – für tot erklärt, nachdem beide vom Blitz getroffen worden waren. Ein Urlauber, der Mediziner Dr. Warecha aus Wien, kam zufällig vorbei, hörte die Geschichte und schlug vor, Jellineks Theorie zu überprüfen. Warecha begann bei der Frau mit künstlicher Beatmung, und erklärte einem Bauern, der anwesend war, wie er dem kleinen Mädchen helfen musste. Und das "Wunder" geschah. Nach etwa einer Stunde intensiver Bemühungen erwachten die beiden vom Blitz Getroffenen wieder und lebten munter weiter. Jellineks Theorie war bestätigt.


Foto: Technisches Museum Wien
Der Klassiker: Haarnadel in der Steckdose – ein absolutes No-Go!


Jellinek betreute auch das von ihm gegründete Elektropathologische Museum in Wien. In diesem sammelte er an die 1800 Präparate von Unfällen, um die Forschung zur Unfallverhütung und der Heilung von Folgen solcher Stromunfälle voranzutreiben. Die Universität Wien richtete 1929 sogar einen eigenen Lehrstuhl für Elektropathologie ein – als erste Universität weltweit.

Als Jude verlor Jellinek 1938 allerdings seine Stellung an der Universität und auch sein Museum. Er emigrierte nach Oxford, erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg seine Sammlung zurück, blieb aber in England, wo er 1968 auch starb. Das Elektropathologische Museum in Wien betreute er jedoch weiter.

Im Jahr 2005 wurde Jellineks umfangreiche Sammlung schließlich vom Technischen Museum Wien übernommen, wo Teile des ehemaligen Elektropathologischen Museums in Sonderausstellungen erkundet werden können.

Elektroschutz in 132 Bildern
In seiner kleinen Schrift "Elektroschutz in 132 Bildern" aus dem Jahr 1931 zeigt Jellinek anschaulich und plakativ, wie es zu Stromschlägen kommen kann und wie solche – teilweise skurrilen – Unfälle vermieden werden können.

Die Illustrationen in der Broschüre sind ausgesprochen drastisch und zeigen eine Vielzahl von Gefahrenquellen auf. Knallrot fließt der Strom unaufhaltsam durch Babys, Hausfrauen, Schaffner und kleine Burschen, die auf Dächer klettern. Vom Melken, Baden und Staubsaugen bis hin zum Einwerfen eines Briefes in den Briefkasten (!) – der Stromtod lauert überall. Selbst unsere tierischen Freunde sind nicht vor den Gefahren, die der elektrische Strom bereithält, sicher. Und natürlich darf auch der Klassiker nicht fehlen: Pinkeln von der Brücke, gut gezielt auf eine Starkstromleitung!
Kurt Tutschek, 3.5.2017
http://derstandard.at/2000056816880/Hochspannung-Lebensgefahr-Der-Stromtod-lauert-1931-ueberall

Bilder Teil 1

Hier eine Bildauswahl aus dem erstaunlichen Büchlein, das mitunter – neben aller Tragik – auch zum Schmunzeln anregt:

Bildquelle: Die Bilder wurden dem Autor vom Technischen Museum Wien zur Verfügung gestellt.


Staubsaugen kann ihr Leben gefährden!


Tramway nach Lainz – in Kürze schaffnerlos!


Reichlich skurril, aber das Baby begeht quasi Selbstmord.


Was hat der kleine Bursche eigentlich auf dem Hausdach verloren?


Auch unsere tierischen Freunde sind allzeit gefährdet!


Stromtod zwischen Mistgabel und Misthaufen.
 
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josef

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#2
Der Stromtod lauert überall... Bilder Teil 2

aus http://derstandard.at/2000056816880/Hochspannung-Lebensgefahr-Der-Stromtod-lauert-1931-ueberall

Bildquelle: Die Bilder wurden dem Autor vom Technischen Museum Wien zur Verfügung gestellt.


Der Beweis: E-Mails sind sicherer als Briefe.


Ein weiterer Klassiker: der gute alte Föhn und der Wasserhahn.


Nicht einmal das Bett ist ein sicherer Ort


Der tragische Tod einer Friedenstaube.


Tödliche Weihnachten.


Könnte jedem passieren: Tod beim Melken.


Susanna im Bade


Ein weiterer Klassiker: Pinkeln auf die Starkstromleitung.


Strom-Gadse ist gleich tote Gadse.


Mann ohne Schuhe mit Lampe und Tisch, der vor der Haustür steht und auf dem ein Buch liegt. Logisch.

- derstandard.at/2000056816880/Hochspannung-Lebensgefahr-Der-Stromtod-lauert-1931-ueberall

Bildquelle:
Die Bilder wurden dem Autor vom Technischen Museum Wien zur Verfügung gestellt.
 

dermike

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#3
Ein Glück, dass die Isolation der Geräte deutlich verbessert wurde.
Sonst wäre heutzutage der Strom verboten.
Übrigens schöne Bilder.
Es sind auch Fehler drin: Wenn Susanna im Bade den Wasserhahn berührt, der im Erdreich mit der Stromleitung Kontakt hat, dann gibt es einen gewaltigen Kurzschluss, sonst nichts.


dermike
 
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