Bundesheer investiert zusätzliche 16 Milliarden Euro

TORad

Active Member
#21
Guten Tag,

Wer Soll das Bezahlen?
Offenbar müssen wir beim Heer 4 Mrd. mehr pro Jahr, wegen der gesteigerten Kosten der letzten zwei Jahre, für den Betrieb ausgeben.
Und Skyshielt ist noch nicht in der Vorausplanung inklusive 2027 drinnen.

Alter Grundsatz ich glaube es erst wenn es da ist.

Und der Rest sind Schlagzeilen.

Grüße
Ralf

P.S. Ich begrüße Aufrüstung aber warum nicht den Ulan? (General Dynamik?)
 

Berni8

Well-Known Member
#22
Wir haben in den letzten Jahrzenten viel zu wenig in unsere Landesverteidigung investiert (wie auch das restliche Europa - Friedensdividende lässt grüßen), was sich jetzt natürlich rächt!!!
Ich würd auch alles jetzt noch vor der Wahl festzurren, wer weis was dann nächstes Jahr ist!!!:rolleyes:

Der Ulan wird ja auch aufgerüstet, und auch der Pandur kommt von General Dynamics!
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#23
BESCHAFFUNGSPAKET
Bundesheer bekommt Luftabwehrsystem für neue Pandur-Panzer
Mit Skyranger 30 erhält das Heer die Fähigkeit, seine Bodentruppen gegen Angriffe mit Drohnen, Raketen, Hubschraubern und Flugzeugen zu schützen
Eine Tonne abspecken. Das ist ziemlich viel, wenn es um eine vier Tonnen schwere Waffenstation geht. Aber vier Tonnen, das wäre zu schwer, um die Luftabwehrstation auf einen Pandur Evolution 6 × 6 aufzusetzen. Anders wäre das mit dem Pandur 8 × 8, dem etwas größeren Mannschaftstransportpanzer von General Dynamics European Land Systems (GDELS). Aber den will das Bundesheer nicht kaufen, man hat sich auf zusätzliche 225 Pandur 6 × 6 festgelegt. Der Vertrag wurde am Montag dieser Woche unterschrieben, DER STANDARD hat den Beschaffungsvorgang bereits in der Vorwoche bekanntgemacht.

Und prompt war Kritik gekommen, dass es nicht sinnvoll erscheine, hunderte Radpanzer zu kaufen, wenn es für diese keinen Schutz gegen Drohnen und andere Bedrohungen aus der Luft gibt. Aber diese Kritik läuft ins Leere: Rheinmetall hat – nicht nur, aber auch – für den Pandur das Skyranger-Flugabwehrsystem entwickelt. Allerdings hat sich der erste Entwurf eben auf den achträdrigen Pandur 8 × 8 bezogen und sich als zu schwer für den leichteren Pandur Evolution 6 × 6 des Bundesheers erwiesen. Also Rückmeldung an die Industrie: Das System muss um ein Viertel leichter werden, sonst suchen Bundesheer und GDELS einen anderen Lieferanten.

Und das Abspecken hat tatsächlich geklappt, berichtet der für die Entwicklung zuständige Brigadier Georg Kollmann: Man habe an dem Turm von Rheinmetall alle Panzerung eingespart, die man nur einsparen konnte – denn im Turm selbst befindet sich ohnehin kein Soldat.

Optimierungsprozess
Und dann ging es Kilo um Kilo weiter: Optimierung der Radaranlage, Karbonmaterialien anstatt Stahl und Nutzung jeglicher Effizienzsteigerung, bis der in der Schweiz gemeinsam mit dem österreichischen Bundesheer entwickelte Turm inklusive zweier Mistral-Lenkwaffen, der 30-Millimeter-Kanone und etwa 300 Schuss der Ahead-Munition auf ein Gewicht von unter 3.000 Kilo gekommen ist und auf den Pandur 6 × 6 gepasst hat.


Der abgespeckte Skyranger.
Conrad Seidl

Am Mittwoch dieser Woche war es so weit. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner konnte mit Rheinmetall den Vertrag über 36 Skyranger-Systeme abschließen, die von 2026 bis 2030 im Simmeringer GDELS-Werk auf Pandur-Panzer montiert und an das Bundesheer ausgeliefert werden sollen.

Die Kosten sind in die 1,8 Milliarden Euro, die für den Pandur-Kauf budgetiert sind, bereits eingerechnet – allein die 36 Flugabwehrtürme dürften ein Viertel des Paketpreises ausmachen, genauere Zahlen geben weder Verteidigungsministerium noch Rheinmetall bekannt. Eine Option auf neun weitere Systeme ist im Vertrag (aber nicht im Kaufpreis) enthalten.

Mit Sky Shield kompatibel
Rheinmetall feiert das Geschäft bereits als einen "Marktdurchbruch" – der Erfolg in Österreich bilde den Anfang einer breiten Einführung des Skyranger 30 in Europa. Das System passt nämlich in die Sky-Shield-Initiative und stellt den unmittelbaren Truppenschutz vor Bedrohungen aus kurzer Entfernung dar.


Die Geschosse mit 162 Superprojektilen können per künstlicher Intelligenz die aktuell größte Bedrohung ansteuern. Auslösen muss die Waffe aber nach wie vor ein Mensch.
Conrad Seidl

Österreich ist das erste Land, das den Skyranger-Turm bekommt, die deutsche Bundeswehr dürfte ihn künftig auf ihren Radpanzer Boxer, die ungarischen Honvédség wollen ihn auf den Schützenpanzer Lynx montieren. Alle weiteren Kunden dürften von den Innovationen und Gewichtsreduktionen profitieren, die das Bundesheer ausgehandelt hat, auch wenn sie etwa andere Lenkwaffen verwenden als Österreich.

Wie DER STANDARD erfuhr, ist in dem Beschaffungspaket auch eine Erstausstattung mit Munition enthalten. Das betrifft sowohl die zur Bekämpfung von Flugzeugen gedachten leichten Mistral-Raketen als auch die 30-Millimeter-Projektile der Ahead-Munition. Dabei handelt es sich um Geschoße, die 162 Subprojektile mit einem Gewicht von je 1,24 Gramm enthalten, sich nach einer vom Gefechtsfeldrechensystem des Panzers vorbestimmten Flugzeit zerlegen und das Ziel – etwa einen Hubschrauber oder eine Drohne – treffen und zerstören sollen.

Zwar kann das System zur Not auch autonom betrieben werden (etwa, wenn die Funkverbindung abreißt), seine Stärke liegt aber darin, dass es sich in das gesamte Luftlagebild einfügen kann und durch künstliche Intelligenz die jeweils größte Bedrohung zur Bekämpfung zugewiesen bekommt. Die Waffe auslösen muss aber dennoch ein am System geschulter Soldat, versichert Kollmann.
(Conrad Seidl, 23.2.2024)
Bundesheer bekommt Luftabwehrsystem für neue Pandur-Panzer
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#24
Millionen-Umbau in der Kaserne Hörsching
1708883192572.png

Österreich rüstet bei der Landesverteidigung auf – es wird wieder Geld in das Bundesheer investiert und maßgeblich davon profitieren wird Oberösterreich. Der Standort Hörsching soll in den nächsten Jahren massiv aufgewertet werden.
Online seit heute, 15.56 Uhr
Teilen

Mehr als 100 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Kaserne Hörsching und den Fliegerhorst Vogler. Erst am Freitag wurde bekannt, dass die neuen Skyranger Luftabwehrsysteme auch in Hörsching stationiert werden. Neun Stück dieser Waffensysteme für Pandur-Panzer werden nach Oberösterreich kommen, zumal in Hörsching ja auch die vierte Panzergrenadierbrigade untergebracht ist. Mit der unmittelbaren Nähe zum Flugplatz ist das neue Waffensystem zur Drohnenabwehr gerade für Hörsching ein Gewinn.
BKA/ Andy Wenzel
So sehen die Türme des „Skyranger“ Luftabwehrsystems aus.

Um- und Ausbau
Dafür muss aber um- und ausgebaut werden. Neben der Infrastruktur muss Personal geschaffen und ausgebildet werden. Es braucht geeignete Werkstätten, Mechaniker und auch die Schießplätze müssen vorbereitet werden. Hörsching wird künftig auch die neuen Hubschrauber beherbergen – vier C390 Transportflugzeuge, die Nachfolger der Hercules Maschinen. Dafür müssen noch Hangar gebaut werden.
25.02.2024, red, ooe.ORF.at

Link:
Millionen-Umbau in der Kaserne Hörsching
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#25
Drohnen und Roboter erkennen ABC-Gefahren
1712743166516.png
Die Bedrohung durch atomare, biologische und chemische Kampfstoffe ist da, das zeigt auch der Krieg in der Ukraine. Das ABC-Abwehrzentrum des Bundesheeres in Korneuburg ist auf den Umgang mit diesen Gefahren spezialisiert und setzt künftig auf modernste Technologien.
Online seit heute, 6.22 Uhr
Teilen
Auch in der ABC-Abwehr macht die Technik große Fortschritte. Statt der Soldaten sollen mit Sensoren ausgestattete Drohnen und unbemannte Roboterfahrzeuge ABC-Gefahren rasch erkennen. Unter der Leitung des ABC-Abwehrzentrums des Bundesheeres wurde ein entsprechendes EU-Projekt am Dienstag am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig (Bezirk Zwettl) vorgestellt.

Mit neuesten Technologien ausgerüstete Drohnen erkennen Kampf- und Gefahrenstoffe. Sie können zu der Gefahrenstelle fliegen und Messungen durchführen. Die Präsentation am TÜPL Allentsteig fand anlässlich des Abschlusses der ersten Phase des Projekts statt.
Jürgen Schlechter, der Kommandant des ABC-Abwehrzentrums, erklärte gegenüber noe.ORF.at: „In der Phase ist es darum gegangen, zu prüfen, ob das, was wir hier militärisch wollen, auch technisch umsetzbar ist. Es ging auch darum, ob die Drohnen fliegen und unterschiedliche Sensoren aufnehmen können. Zudem standen die Datenflüsse der Sensoren auf dem Prüfstand.“

1712743258893.png
ORF/Petra Ottitsch
Dieses unbemannte Fahrzeug ist mit Detektoren ausgestattet

Auch ein unbemanntes Fahrzeug ist bei der Präsentation der ABC-Abwehr im Einsatz. Es ist mit Detektoren ausgerüstet und kann eine Probe für eine Laborauswertung nehmen. Die Sensoren des Roboters und der Drohnen melden die Daten unverzüglich an eine Auswertestation. In dieser laufen sämtliche Daten zusammen und werden berechnet.

„Soldaten können rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen“
Mit den gebündelten Daten kann sich ein Einsatzleiter laut Schlechter ein Bild machen: „Er kann abschätzen, wie sich die Gefahrensituation vor Ort weiter entwickeln wird. Wird die Strahlung höher, wird die Giftdosis höher oder nimmt sie ab. Und dementsprechend können dann mehr oder weniger Soldaten ihren Auftrag weiter erfüllen beziehungsweise rechtzeitig ihre Schutzmaßnahmen ergreifen.“

Für die Spezialisten des ABC-Abwehrzentrums haben die neuen Technologien viele Vorteile, wie Schlechter betont: „Wir würden im Normalfall zwei Stunden brauchen, um dieses Ergebnis zu bekommen. Mit dem Einsatz der modernen Technologien können wir diese Zeit auf 40 bis 45 Minuten verkürzen. Wir müssen keinen Soldaten und keine Soldatin mehr direkt an die Gefahrenquelle bringen, weil das erledigen uns Roboter und Drohnen.“

ABC-Abwehrtechnologien werden weiterentwickelt
Ab Juni geht das Projekt gemeinsam mit vier EU-Ländern und Industriepartnern in die nächste Phase. Dann sollen die Serienreife und die militärische Einsatzfähigkeit weiterentwickelt werden. Spätestens 2028 ist der Einsatz der neuen ABC-Abwehrtechnologien beim Bundesheer geplant.
10.04.2024, Petra Ottitsch, noe.ORF.at
Drohnen und Roboter erkennen ABC-Gefahren
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#26
9 der 36 neuen Luftabwehrpanzer des Systems „Skyranger“ kommen nun nach Freistadt statt nach Hörsching:

Kaserne Freistadt bekommt Fliegerabwehr
1713266448240.png

Die Kaserne Freistadt wird zum neuen Fliegerabwehr-Stützpunkt. Wie der ORF erfahren hat, werden die neuen Pandur-Panzer samt Fliegerabwehrturm jetzt doch im Mühlviertel stationiert und nicht wie anfangs geplant in Hörsching.
Online seit heute, 12.04 Uhr
Teilen
Für die Kaserne Freistadt sind es gute Nachrichten, denn der Standort wird vom Bundesheer nicht nur neu ausgerichtet, sondern auch über Jahrzehnte abgesichert. Das Militärkommando Oberösterreich bekommt insgesamt neun der neuen Pandur-Radpanzer mit dem Luftabwehrsystem „Skyranger“ und wird sie im Mühlviertel stationieren. Die Kosten für einen der neuen „Pandur EVO“ liegen bei acht Millionen Euro pro Stück. Die Kaserne Freistadt bekommt damit ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es am Dienstag von Oberösterreichs Militärkommandant Dieter Muhr.

Perspektive für Personal und Standort
„Für die Kaserne Freistadt bedeutet das eine immense Aufwertung“, sagt Muhr. Immerhin handle es sich um hochmoderne und spezifische Ausrüstung, die damit ins Mühlviertel komme. Das bringe auch Perspektiven für das Personal. Die Pandur, ausgestattet mit einem Luftabwehrturm, seien essentiell für den Schutz für die 4. Panzergrenadierbrigade vor einer Bedrohung aus der Luft. Sie sind aber auch dafür geeignet die Bevölkerung vor Drohnenangriffen zu schützen, so das Bundesheer.

Militärkommando Oberösterreich
Kaserne Freistadt

Größere Investitionen nötig
Um für die neuen Panzer samt Waffensystem in Form eines Luftabwehrturms gerüstet zu sein, muss die Kaserne Freistadt noch weiter adaptiert werden. Es werde geeignete Werkstätten, Hallen, Garagen und Flugdächer brauchen, so Muhr. Auch in den Übungsplatz Geyerhof in St. Peter werde investiert werden. Die Planungen seien bereits im Laufen. Auch die Ausbildung des Personals soll noch heuer beginnen. Dafür dürften auch Ausbildungen im Ausland nötig sein. Die Panzer selbst müssen erst produziert werden. Muhr rechnet mit den ersten Auslieferungen ab dem Jahr 2026.
16.04.2024, red, ooe.ORF.at
Kaserne Freistadt bekommt Fliegerabwehr
 

Berni8

Well-Known Member
#27
Passt hier vielleicht am besten - Steyr-Arms wird verkauft: (Quelle orf)

WIRTSCHAFT
Tschechische Investmentgruppe kaufte Steyr Arms
Die tschechische Investmentgruppe RSBC hat mit 23. April den österreichischen Waffenproduzenten Steyr Arms zu 100 Prozent von der SMH Holding GmbH übernommen. Die Übernahme ermögliche weiteres Wachstum und sichere den Standort Österreich, berichtete RSBC am Mittwoch.

RSBC will eine neue Holding gründen, zu der auch das slowenische Produktionsunternehmen Arex gehört, laut Aussendung führender Hersteller von Schutzausrüstung und Schutzbekleidung sowie Trainingsmunition. Arex-CEO Tim Castagne wird die strategische Entwicklung beider Unternehmen leiten. Durch das gemeinsame Produktportfolio, die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie die Stärkung der Vertriebs- und Servicekanäle sollen in Zukunft Synergien realisiert werden.

Soll zu weiterem Wachstum von Steyr Arms beitragen
„Steyr Arms genießt einen ausgezeichneten Ruf und steht für Vertrauen und Qualität. Wir sind überzeugt, dass die Ressourcen und das umfassende Know-how von RSBC zum weiteren Wachstum von Steyr Arms beitragen werden“, sagte Schönfeld zur Übernahme. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Steyr Arms – 1864 als „Josef und Franz Werndl & Company, Waffenfabrik und Sägemühle in Oberletten“ gegründet – stellt Schusswaffen für Militär und Polizei sowie Jagd- und Sportwaffen her, agiert weltweit und beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich und den USA. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von über 45 Mio. Euro. Flaggschiff ist das Gewehr Steyr AUG, das bei mehr als zwei Dutzend Armeen und Spezialeinheiten weltweit im Einsatz ist.
24.04.2024, red, ooe.ORF.at/Agenturen

Link:
Steyr Arms

Tschechische Investmentgruppe kaufte Steyr Arms
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#28
AUFBAUPLAN
USA billigen Verkauf von zwölf Black-Hawk-Hubschraubern an Österreich
Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 967 Millionen Euro. Laut Verteidigungsministerin Tanner ist der Kauf ein wichtiger Schritt zu einer modernen Armee
Washington – Die US-Regierung hat den Verkauf von zwölf Black-Hawk-Transporthubschraubern an Österreich genehmigt. "Der vorgeschlagene Verkauf wird Österreichs Fähigkeit zur Abschreckung aktueller und künftiger Bedrohungen verbessern", erklärte die US-Behörde für internationale Sicherheitskooperation (DSCA) am Mittwoch (Ortszeit). Die Kosten, einschließlich Logistik und Service, wurden mit 1,05 Milliarden Dollar (967,12 Millionen Euro) angegeben.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner nannte die US-Entscheidung in einer Stellungnahme gegenüber der APA einen "weiteren wichtigen Schritt auf unserer Mission Vorwärts zu einer modernen Armee. Mit diesen zwölf weiteren Black-Hawk-Hubschraubern können wir unsere Flotte weiter voll modernisieren und bauen diese insgesamt auf 24 Stück S-70 aus."

Tanner hatte den Ankauf der Staffel im Rahmen des Bundesheer-Aufbauplans im August angekündigt. Die zusätzliche Staffel ist im Aufbauplan fix vorgesehen. Möglich macht dies das von der Regierung beschlossene Sonderbudget, dass bis 2032 Investitionen in Höhe von 16,6 Mrd. Euro vorsieht. Drei zusätzliche S-70 Black Hawks zu den bisher bestehenden neun Maschinen wurden bereits zuvor vom Ministerium geordert.


Mit den zwölf weiteren Black-Hawk-Hubschraubern wird Österreichs Flotte auf insgesamt 24 Stück ausgebaut.
(Symbolbild)APA/BARBARA GINDL

Ersatz für Agusta Bell
Die zusätzlichen Hubschrauber würden in Zukunft für einen adäquaten Ersatz der Helikopter vom Typ Agusta Bell (AB-212) sorgen – diese seien noch bis 2030 einsatzfähig, erklärte Tanner. Das Bundesheer werde somit in Richtung Zwei-Flotten-Lösung gehen, "sodass unsere Hubschrauberstaffeln künftig nur noch aus zwei Typen bestehen – damit kommen wir unserem Ziel näher", so Tanner.

"Der vorgeschlagene Verkauf wird die außenpolitischen und nationalen Sicherheitsziele der Vereinigten Staaten unterstützen, indem er dazu beiträgt, die Sicherheit eines Partners zu verbessern, der eine Kraft für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa ist", heißt es in der Genehmigung der US-Behörde. Betont wird auch die verbesserte militärische Interoperabilität.

Österreich werde keine Schwierigkeiten haben, diese Ausrüstung in seine Streitkräfte zu integrieren. Es gebe keine bekannten Offset-Vereinbarungen für Gegengeschäfte im Zusammenhang mit dem Verkauf. Zu den Kosten heißt es vonseiten der DSCA, dass der tatsächliche Dollarwert niedriger sein könne, je nach dem endgültigen Bedarf. Parallel zur Österreich-Entscheidung genehmigte die US-Behörde auch den Verkauf von weiteren zwölf Black Hawks an das neue Nato-Mitglied Schweden.
(APA, 30.5.2024)
USA billigen Verkauf von zwölf Black-Hawk-Hubschraubern an Österreich
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#29
An Bord beim Hercules-Nachfolger des Bundesheers
Die C-390 sorgt bei Flugzeugbauer Embraer für volle Auftragsbücher durch EU-Armeen. Auch das österreichische Heer kauft vier der Jets. Im Werk in Brasilien lud der Hersteller zum Vorführflug
Reportage

Die C-390 Millennium an Embraers Hauptsitz im brasilianischen São José dos Campos.
REUTERS/GABRIEL ARAUJO

Die Triebwerke rauschen über dem glühenden Asphalt. Journalisten von Flugzeugblättern machen Selfies mit der wuchtigen Maschine im Hintergrund. "Força Aérea Brasileira" steht auf dem in grün-grauem Camouflage lackierten Armeetransporter: "Brasilianische Luftstreitkräfte". Drinnen ist es, wie immer in Militärfliegern, spartanisch. Sitzbänke vom Komfort schlechterer Campingsessel, längs der Flugrichtung gegenüberliegend angeordnet; eine eher rustikale Bordtoilette, aber immerhin, es gibt eine; und diplomatisch statt militärisch formuliert könnte man sagen: ringsum "zweckmäßige" Innenverkleidung.

Als die Maschine zum Abheben ansetzt, werden die Triebwerke noch ein bisschen lauter – wieder eher diplomatisch formuliert. Starten quer zur Flugrichtung ist auch nicht so komfortabel wie etwa in der Emirates-Business-Class, aber wer wird schon die Prinzessin raushängen lassen, wenn es zum Beispiel um die Verteidigung des Vaterlandes geht. "Dieses Baby ist bereit für die nächsten 50 Jahre", sagt João Bosco da Costa Junior, Präsident der Militärsparte des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer, über das Flugzeug. "Und wir planen, in den kommenden 20 Jahren an die 500 Stück davon zu verkaufen."

Militärisches Flaggschiff
Es ist die C-390, das neue militärische Flaggschiff Embraers, das am Unternehmenshauptsitz in São José dos Campos nahe der Millionenmetropole São Paulo im Flugbetrieb vorgeführt wird. Und auch wenn es nicht jeder Passagier dem subjektiven Reiseerlebnis anmerken würde: Die C-390 ist der aktuell modernste Militärtransporter am globalen Markt.

Dass das Flugzeug kann, was es kann – Güter zur Truppenversorgung, bis zu 80 Passagiere und Fahrzeuge von der Größe eines Pandur-Panzers transportieren zum Beispiel –, spielt nicht nur eine wesentliche Rolle für Embraer, sondern auch für die Republik Österreich. Denn: Die drei ähnlich großen Transportflugzeuge, die das Bundesheer derzeit besitzt, können das nicht. Zumindest nicht zuverlässig.

Desaster für Verteidigungsressort
Als die Terrororganisation Hamas im Oktober Israel attackierte und sich das Außenministerium wenig später entschloss, ausreisewillige Österreicherinnen und Österreicher per Evakuierungsflug aus Tel Aviv zu holen, tat man das, was man in solchen Situationen eigentlich immer tut: Man forderte per Assistenzanfrage im Verteidigungsministerium die Bereitstellung einer Hercules-Transportmaschine an.

Nur: Das weit in die Jahre gekommene und entsprechend störungsanfällige Flugzeug hob wegen eines technischen Defekts nicht ab. Im Passagierraum hatte es zu rauchen begonnen. Das Ministerium musste auf die Schnelle eine Passagiermaschine der Austrian Airlines für den Evakuierungsflug aufstellen – Verzögerung und ungeduldig werdende Passagiere im Krisengebiet inklusive. Ein peinliches Fiasko für das Außenministerium. Ein Desaster für das Heeresressort.


Militärtransportertypisch: die eher spartanische Inneneinrichtung. Für die Journalistinnen und Journalisten an Bord aber kein Grund für Beschwerden – der Flug dauert nur rund 40 Minuten.
Embraer

Vertrag ante portas
Glück im Unglück für Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: Inmitten all der schlechten Presse konnte sie zumindest darauf verweisen, sich um eine Lösung der technischen Lufttransportprobleme bereits gekümmert zu haben. Nur drei Wochen zuvor hatte sie entschieden, die drei Hercules-C-130-Transporter aus dem Baujahr 1967 durch drei bis vier C-390 Millennium von Embraer zu ersetzen. Kostenpunkt: 130 bis 150 Millionen Euro pro Stück. Allerdings: Bis die ausgeliefert sind, dauert es jedenfalls noch bis 2027.

Die Vertragsunterzeichnung sollte bis Mitte 2024 abgeschlossen sein, kündigte Tanner vergangenen Herbst an. Wie steht es nun, Mitte Juni, um Österreichs neue Militärjets? Man befinde sich im Endspurt, heißt es auf STANDARD-Nachfrage aus dem Verteidigungsministerium. Innerhalb der nächsten Wochen sollte alles unterschrieben sein.


Das moderne Cockpit mit großen Bildschirmen hat etwas von Oberklasselimousine. Nur doch etwas größer – und dass die Kiste fliegen kann.
Embraer

Das bestätigt auch Embraers Militär-CEO Bosco da Costa Junior im Gespräch mit dem STANDARD in São José dos Campos. "Die Vertragsverhandlungen sind im Grunde abgeschlossen." Klappt es dann mit der Auslieferung 2027? Ja, sagt er bestimmt. Auch schon im ersten Halbjahr 2027? "2027", lautet die Antwort. Ob der CEO auch Diplomat sei? "Ich bin Brasilianer."

Korruptionsverdacht minimieren
Was den Fertigungsprozess jedenfalls beschleunigt: Die Konfiguration der neuen Maschinen dürfte ziemlich genau jener der niederländischen Bestellung entsprechen. Denn Österreich wird die Beschaffung über ein sogenanntes Government-to-Government-Geschäft abwickeln. Das heißt: Formal ist der Vertragspartner des Verteidigungsressorts nicht Embraer selbst, sondern die Regierung der Niederlande. Diese Konstruktion soll Verdachtslagen hinsichtlich Korruption und potenzielle Nebenabsprachen minimieren und außerdem Synergieeffekte bei Pilotenausbildung, Wartung und Beschaffung von Ersatzteilen bringen.

Embraer, das heuer 55-Jahr-Firmenjubiläum feiert, ist mittlerweile der nach Airbus und Boeing drittgrößte Flugzeugbauer der Welt. Gut 19.000 Mitarbeiter hat das Unternehmen inzwischen, mehr als 60 Regierungen und Armeen rund um den Globus hat man bereits beliefert. Und der Hersteller setzt mit seiner C-390 gerade zu einem Lauf bei der Ausstattung europäischer Armeen an: Portugal und die Niederlande haben je fünf Stück bestellt, Ungarn und Tschechien je zwei, Österreich vier. Mit Nachahmern in der EU ist zu rechnen.


In die Ladeluke der C-390 passt ein Pandur-Panzer des Bundesheers
Embraer

Auch zwei große Abnehmer außerhalb Europas gibt es bisher für den Militärtransporter. In der brasilianischen Heimat hat die Armee gleich 19 Stück beauftragt. Südkorea will ebenfalls mehrere Exemplare kaufen, wie viele genau, ist noch nicht geklärt. Mit weiteren EU-Staaten sei man bereits im Gespräch, sagt Bosco da Costa Junior. Schweden etwa müsse wie Österreich demnächst seine veraltete Hercules-130-Flotte ersetzen. "Da sind wir gut im Rennen", sagt er beim Rundgang durch die gigantischen Hangars, in denen die C-390 gefertigt wird. Aus dem noch unverkleideten Rumpf einer Maschine ist Hämmern zu hören. Daneben wird einer der beiden Flügel gerade von einem Roboter bearbeitet.

Interimslösung fürs Heer
Bosco da Costa Junior hatte kürzlich auf Wien-Besuch im STANDARD-Gespräch auch eine Zwischenlösung für Österreich durch sein Unternehmen in Aussicht gestellt. Denn bis zur Auslieferung der neuen Transporter in drei Jahren wird sich das Verteidigungsressort etwas überlegen müssen, will man weitere Desaster wie bei der Evakuierung aus Tel Aviv verhindern. Um weiter auf die überalterten Hercules zu setzen, ist deren Pannenanfälligkeit einfach zu groß. Im Ministerium bestätigt man dem STANDARD, an einer Interimslösung zu arbeiten. Dazu würden aktuell mehrere Varianten im Sinne einer Kosten-Nutzen-Abwägung geprüft.

Eine der möglichen Optionen wäre, dass das Heer ein oder zwei C-390-Exemplare, die Embraer für eigene Testzwecke gebaut hat, zur Zwischennutzung anmieten könnte. Wie sieht es damit aus? "Wir können das den Österreichern ohne weiteres anbieten", sagt Bosco da Costa Junior. "Bisher haben sie uns aber noch nicht gefragt."
(Martin Tschiderer, 27.6.2024)

Die Reise nach São José dos Campos erfolgte auf Einladung von Embraer.
An Bord beim Hercules-Nachfolger des Bundesheers
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben