josef

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#1
Der Tüpl Bruck-Neudorf wurde von der Wehrmacht ab 1938 durch Enteignung von riesigen Grundflächen und Absiedelung des Ortes Sommerein wesentlich vergrößert. So reichte der Tüpl SW von Kaisersteinbruch weiter ins Leitha-Gebirge und bis an die Ortsgrenze von Mannersdorf sowie im W und. NW bis an die Leitha. Nach Kriegsende bis 1955 waren die Sowjets „Hausherren“ am Tüpl und mit der Übernahme durch das ÖBH 1956 wurde der Platz wieder verkleinert.

In diesem ehemaligen Erweiterungsgebiet sind heute noch zahlreiche Übungsbunker der Wehrmacht zu finden. Die Bauten sind einfache, rechteckige, Betonklötze mit Scharten und von unterschiedlicher Größe. Gleichartige bzw. ähnliche Bunker sind auch noch im Sperrgebiet des Tüpl Allentsteig (=> früher Döllersheim) und auf ehemaligen Wehrmachtsübungsplätzen in Tschechien zu finden. => siehe

http://www.vvpdedice.net/c56-1/ss-truppenbungsplatz-beneschau-bhmen.html

Fotos:

- Kleiner Bunker unterhalb der Straße Kaisersteinbruch-Sommerein

- Bunker verschiedener Größe in der Ebene zur Leitha (Mittelgrund), Aufnahme von der Straße Sommerein-Mannersdorf

- Großer Bunker unterhalb Straße Sommerein-Mannersdorf, interessant bei diesem Bauwerk ist die Schmalseite Richtung NW mit einer dreiecksförmigen „Tarnmauer“ an der Stirnfront. Diese Mauer dürfte eine Feldscheune darstellen, da in der Mitte ein aufgemaltes „Rundbogentor“ erkennbar ist. Ähnliche Tarnbemalung, eine Scheune (Bauernhof) darstellend, mit den gleichen braunen Farbtönen aber nicht mehr so gut erhalten, gibt es am „Trafobunker“ der Anlage „Schlier“ in Redl-Zipf.

- Stirnseite des Bunkers mit aufgemaltem Tor, im Hintergrund W-Hang des Leithagebirges

- Seitenansicht mit Scharte
 

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josef

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#2
Einige weitere Bilder:

- Bunker direkt am SW Ortsrand von Sommerein mit aufgemalten Fenstern...und irgendwann wurde ein alter Leiterwagen auf die Decke gestellt...

- Nochmals der kleinere Bunker unterhalb der Straße Kaisersteinbruch-Sommerein, deutlich sind Sprengspuren und Abplatzungen durch Einschüsse zu sehen. Lt. Gespräch mit einem Einheimischen dürften diese Beschädigungen erst nach dem Krieg, bei Übungen der sowjetischen Besatzer, entstanden sein.

- Weitere Details des großen Bunkers mit der Tarnmauer: O-Seite mit ehemaligem Eingang und Scharte.

- Detail des aufgemalten Tores und Torbogen mit Inschrift "18HT42"...eventuell ein Hinweis auf die Errichtung 100 Jahre später => 1942?
 

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Harald 41

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#3
Bunker Sommerein

Hallo Josef:
Ich habe eine frage,sind die Bunker von innen auch zu beobachten oder sind sie verschlossen,wenn ja gehen sie auch unter die Erde?
LG Harry
 
H

Harald 41

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#4
Hallo;
Machte mir heute selber ein Bild von den Bunkern,da ich aber über Schwadorf kam bot sich mir ein anderes Bild auf der Rückseite zwischen Sommerein und Mannersdorf standen noch weitere Bunker,konnte leider nicht alle Fotografieren,da es teilweise sehr Nebelig war, und weiters möchte ich mich gleich dafür entschuldigen das die Fotos nicht ganz scharf geworden sind, war teilweise sehr trüb.
Die Bunker sind heute alle in Privatbesitz und werden teilweise für Partys verwendet oder als Geräteschuppen,weiters sind sie alle verschlossen.
Hatte mit zwei Zeitzeugen gesprochen die mir unabhängig voneinander sagten ,dass die Bunker nie in Betrieb gingen,da das Gebiet vorher von den Russen besetzt wurde.
Weitere Informationen stehen im Beitrag von Josef.

LG Harry

PS: In Nögis konnte ich ca.20 Bunker sichten.
 

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josef

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#7
:danke Harry für die Fotos!
Muss mich nachträglich für die Nichtbeantwortung Deiner Frage v. 05.07.2008 (Beitrag #3) entschuldigen, dürfte ich damals übersehen haben.
Hatte mit zwei Zeitzeugen gesprochen die mir unabhängig voneinander sagten ,dass die Bunker nie in Betrieb gingen,da das Gebiet vorher von den Russen besetzt wurde.
Möchte die Aussagen der Zeitzeugen etwas relativieren: Die Bunker waren nie als "Kampfstellungen" gedacht, sondern wurden als Übungsbunker am damals in dieses Gebiet reichende Übungsgelände des Tüpl Bruck errichtet. D.h., sie wurden sehrwohl im damaligen Übungsbetrieb verwendet. Kann aber nicht sagen, ob für Angriffs- oder Verteidigungsszenarien (oder beides...). Siehe dazu auch Beitrag #1 bzw. den dort angeführten Thread von @Dieter.

Beim Bau des Südostwalls (Reichsschutzstellung) 1944/45 kam es auch zur Errichtung einer "Sehnenstellung" von Bruck an der Leitha in SW-Richtung bis in den Raum Mannersdorf. Diese am Westhang des Leithagebirges verlaufende Linie folgte in etwa dem Gebietsstreifen mit den Bunkern, die, soweit sie die richtige Lage zur Verteidigungslinie hatten, in diese mit einbezogen werden sollten (oder wurden ?). Genau darauf vermute ich die Mitteilungen der Zeitzeugen => Die Russen waren schneller, die Bunker konnten nicht mehr besetzt werden => gingen nie in Betrieb !
lg
josef
 
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Harald 41

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#9
Hallo Josef;
Zitat:
Muss mich nachträglich für die Nichtbeantwortung Deiner Frage v. 05.07.2008 (Beitrag #3) entschuldigen, dürfte ich damals übersehen haben.

Sehe darin kein Problem,da Du und Markus den Österreichtreat ganz alleine machst,wobei Markus auch nicht soviel Zeit hat.

LG Harry
 
#10
Ich habe eine frage,sind die Bunker von innen auch zu beobachten oder sind sie verschlossen,wenn ja gehen sie auch unter die Erde?
LG Harry
Hallo Harald,

anbei Bilder aus dem Bunker von Sommerein. Der Bunker ist verschlossen. XXXXX Edit von Joe. So bitte nicht.XXXX :ichsagnix:
 

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Geist

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#13
Ich hab am Donnerstag eine kleine "Bunkerroas" gemacht und immerhin 13 der dortigen Bunker mir angeschaut. Da Harald weiter oben geschrieben hat, dass die Bunker alle zu und verschlossen sind, hatte ich kein Stativ mit, weswegen ich in den Bunkern, die alle offen waren und meist nicht mal Türen hatten, frei Hand in die Dunkelheit schießen musste, was zu nicht ganz scharfen Ergebnissen führte.
Besonders sehenswert sind die Tarnanstriche, die ich auf 4 der Bunker gefunden habe und die Wandbeschriftungen teils russischer Natur aus der Besatzungszeit, die ich allerdings nur in einem der Bunker gefunden habe.
 

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