Burgenland: Archäologische Grabungen im Hannersdorfer Ortsteil "Burg"

josef

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#1
Burg: Funde aus der Steinzeit
In Burg (Ortsteil von Hannersdorf) im Bezirk Oberwart werden seit September archäologische Grabungen durchgeführt. Nun konnte der Nachweis erbracht werden, dass schon vor 7.000 Jahren die Region besiedelt war.
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Bei einer Führung durch die Grabungen konnte sich die Bevölkerung ein Bild über die geschichtsträchtige Gemeinde machen. Schon in der Steinzeit befand sich hier eine befestigte Höhensiedlung. Die Ausgrabungen im Bereich des Friedhofs und der Kirche haben nun ergeben, dass hier schon vor 7.000 Jahren Menschen lebten. „Wir haben ungestörte Siedlungsbefunde – in einem kleinen Ausschnitt, aber doch – die ganz klar zeigen, dass hier alt- und mittelneolithische Besiedlung stattgefunden hat“, so Archäologe Alarich Langendorf.

Bei einer weiteren Grabung auf dem Hügel entdeckten die Archäologen die Grundmauern einer Burg, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde. „Wir haben in diesem Bereich die Gelegenheit, die mittelalterliche Entwicklung der Burg zu untersuchen. Das ist der Kernbereich. Hier befindet sich die dichteste Bebauung an Befestigungswerken“, so Langendorf.

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Führungen bis Ende Oktober
Ein Teil des Grabungsprojekts ist die Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Noch bis Ende Oktober werden jeweils am Freitag und Samstag Führungen angeboten. „Am Ende ist das, was wir der Bevölkerung mitteilen, das was überbleibt. Die erzählen es den Verwandten, den Kindern und das ist das Allerwichtigste – dass das Wissen hier bei den Leuten bleibt“, sagte Archäologin Manuela Thurner.

Die Besucher aus der Region sind erstaunt über die im Hügel verborgenen Schätze die nun ans Tageslicht gebracht werden. „Als Kinder haben wir hier gespielt und haben Schneeglöckerl gesucht. Wir sind überall hier herumgeklettert. Jetzt bin ich natürlich schon überrascht, dass ich eigentlich schon über die Burgmauern geklettert bin“, so Elfriede Pomper aus Burg. „Ich hatte keine Ahnung, das Burg so eine Geschichte hat. Es ist wirklich unglaublich, was es hier alles gibt“, sagte Johann Farkas aus Großpetersdorf.

Besucher anziehen
Ein weiteres Ziel ist es gemeinsam mit ungarischen Archäologen grenzüberschreitend die Region für historisch Interessierte touristisch zu entwickeln. „Es geht darum Dinge gemeinsam zu entwickeln, die grenzüberschreitend sind und einfach viel größer werden und wir dadurch Leute anziehen, die historisch Interesse haben, aber auch Interesse an Events und wir so die Betten füllen können“, so Tourismuskonsulent Hans Peter Neun. Kommendes Jahr sollen im angrenzenden Schandorf, beim größten Hügelgräberfeld Europas, die archäologischen Grabungen fortgesetzt werden.
19.10.2020, red, burgenland.ORF.at
Burg: Funde aus der Steinzeit
 

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#2
Römische Geschirrfabrik entdeckt
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Grabungen in Burg, einem Ortsteil von Hannersdorf (Bezirk Oberwart), haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder archäologische Besonderheiten zutage gefördert. Nun sind die Forscher auf eine industrielle Geschirrproduktion der Römerzeit gestoßen – ein archäologischer Schatz, wie es heißt.
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Die römische Keramikwerkstätte liegt in unmittelbarer Nähe zum Badesee Burg und besteht aus gut 120 Brennöfen. Dort produzierten früher hunderte Menschen ab dem ersten Jahrhundert etwa 200 Jahre lang Gebrauchsgeschirr in riesigen Mengen. „Wir haben Teller zum Essen, wir haben Becher zum Trinken, wir haben Kochgefäße mit Töpfen drauf – das ist wirklich das Geschirr, das man eigentlich zum Leben verwendet hat“, erzählte die Welgersdorfer Archäologin Michaela Löffler-Leutgeb vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien.

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Grabungsleiterin: War wohl große Industrie
Zu finden sind in Burg Fehlbrände, also Ausschussware: Mit den Scherben wurden nicht mehr verwendete Öfen zugeschüttet. Die Dimension der Anlage ist riesig. Es sei auf jeden Fall eine industrielle Produktion, sagte Grabungsleiterin Basema Hamarneh. Aber man wisse noch nicht, wie die Werkstatt organisiert gewesen sei. Denn das sei kein kleiner Produzent gewesen, sondern vielleicht eine große Industrie. So etwas müsse zentral organisiert werden, sagte Hamarneh.

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Lehm und Ton könnten aus den Pinkaauen gekommen sein

Der Ton für die Produktion dürfte aus den naheliegenden Pinkaauen gekommen sein. Die Rohstoffe könnten aber auch pinkaabwärts zu den Brennöfen transportiert worden sein. Holz zur Befeuerung der Öfen war reichlich vorhanden. Abgesetzt wurde das Geschirr überregional, hauptsächlich wahrscheinlich über die nahegelegene römische Stadt Savaria, das heutige Szombathely.

Löffler-Leitgeb: Sitzen auf archäologischem Schatz
Die Keramikproduktion, die man aus Österreich und aus den Limesstädten entlang der Donau kenne, komme in keinster Weise an das Level industrieller Produktion von Gebrauchswaren in Burg heran, sagte Löffler-Leutgeb: „Das ist tatsächlich einzigartig so weit und da sitzen wir auf einem archäologischen Schatz gerade.“

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In der Region gibt es eine Reihe von Funden wie etwa die Hügelgräber von Schandorf

Die nahe Umgebung ist reich an archäologischen Funden: etwa die Hügelgräber von Schandorf, frühmittelalterliche Burgen oder die Kreisgrabenanlagen in Rechnitz – mehr dazu in Multimedia Hügelgrab gibt Einblick in Geschichte und Rechnitz: Fenster in die Steinzeit. Der Hannersdorfer Bürgermeister Gerhard Klepits träumt von einem zentralen Ausstellungsort für die Fundstücke in der Region.

Forschungen dauern an
Die Ausgrabungen sind außerdem als Lehrgrabungen für die Studentinnen und Studenten des Instituts für Klassische Archäologie konzipiert. Sie schätze bei dem Studium besonders die Abwechslung zwischen Schreiben, Lernen und physischer Arbeit, sagte Studentin Pia Auer. In weiteren Arbeiten sollen nun die Organisation der Vermarktung des Geschirrs, die Werkstätten und die Arbeitssituationen der Keramiker erforscht werden.
30.07.2026, red, burgenland.ORF.at
Römische Geschirrfabrik entdeckt
 
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