Burgenland: Vor Bauarbeiten für Umspannwerk sind derzeit Archäologen am Werk

josef

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Unterwart
Archäologen graben beim Umspannwerk
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Das Umspannwerk der Austrian Power Grid in Unterwart wird vergrößert. Vor den eigentlichen Bauarbeiten sind derzeit Archäologen am Werk. Denn das Erweiterungsareal birgt viele Zeugnisse vergangener Epochen.
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Seit Wochen untersuchen die Wissenschaftler eine Fläche von 30.000 Quadratmetern. Es wurden bereits viele Funde gemachtt, die Aufschluss über die lange Besiedelungsgeschichte im Areal des Unterwart, Rotenturm und Siget geben. „Wir haben hier mehrere Zeitphasen, wir haben etwas Urgeschichtliches, wir haben etwas Römisches, wir haben etwas Mittelalterliches“, erklärte der Archäologe Kurt Fiebig. Das Erstaunliche an dieser Fundstelle sei die Größe und dass diese Befunde alle übereinander lägen.


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Ausgrabungen beim Umspannwerk

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Ausgrabungen beim Umspannwerk

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Ausgrabungen beim Umspannwerk

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Gesammelte Funde

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Ausgrabungen beim Umspannwerk

Umspannwerk muss erweitert werden
Das Grabungsgelände grenzt unmittelbar an das Umspannwerk Unterwart, das in den nächsten Monaten erweitert werden soll. Man müsse das Umspannwerk Südburgenland erweitern, weil im Burgenland massiv Wind- und Sonnenstrom erzeugt werde, erklärte Mara Schwarz-Mitrovic von der Austrian Power Grid AG (APG). Das sei mehr als in der Region verbraucht werden könne und daher sei es wichtig, diesen Strom gut einspeisen zu können, damit er österreichweit verteilt und genutzt werden könne.


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7.000 Jahre alter Faustkeil entdeckt
Bisher stießen die Archäologen bei ihren Grabungen vor allem auf Funde aus dem Neolithikum. So entdeckten sie zum Beispiel einen Faustkeil, der an die 7.000 Jahre alt sein dürfte. Daneben gibt es Hinweise auf eine dichte römische Besiedelung sowie Funde aus dem Mittelalter wie slawische Keramik mit Wellenbandverzierungen.

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Keramikscherben mit Wellenbandverzierung

Rätselhaftes römisches Gebäude
Rätsel geben den Archäologen die Reste eines römischen Gebäudes auf, das jedenfalls für die Zeitspanne zwischen dem ersten und dritten nachchristlichen Jahrhundert sehr groß war. Man müsse erst klären, welche Funktion das Gebäude gehabt habe und warum es gerade hier gestanden sei, sagte Fiebig. Vielleicht gebe es einen Zusammenhang mit dem römischen Straßennetz: „Dass wir uns hier tatsächlich an einer römischen Hauptverkehrsstraße befinden, von der wir aber heute nichts mehr wissen und nichts mehr sehen.“

Die Funde werden gesammelt und dokumentiert. Die Ergebnisse sollen später der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.
30.08.2025, red, burgenland.ORF.at
Archäologen graben beim Umspannwerk
 
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