josef

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#61


Rekordjahr für steirischen Erzberg

Auf dem Erzberg werden heuer rund drei Millionen Tonnen Erz abgebaut - so viel wie seit 30 Jahren nicht. Investitionen der vergangenen Jahre fruchten mittlerweile, und auch die Besucherzahlen steigen.
Die Verantwortlichen und Mitarbeiter der VA Erzberg freuen sich heuer über eine besonders reiche Ernte. Sieben Tage die Woche wird in vier Schichten abgebaut. 230 Mitarbeiter sind derzeit für die VA Erzberg im Einsatz.

Investitionen machen sich bezahlt
Im Jahr werden rund zwölf Millionen Tonnen Gestein abgebaut, daraus konnte heuer eine Rekordmenge an hochwertigem Feinerz gewonnen werden, berichtet Geschäftsführer Josef Pappenreiter: „Heuer werden wir die größte Menge seit 30 Jahren produzieren. Es werden fast drei Millionen Tonnen Erz sein, die wir hier am Erzberg abbauen.“


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55.000 Besucher erlebten den Erzberg vom „Hauly“ aus

„Wir haben einerseits viel in qualitätsverbessernde Maßnahmen investiert, andererseits aber auch in produktivitätssteigernde Maßnahmen. Auch die Betriebe in Linz und Donawitz haben einen wesentlichen Beitrag geleistet, da sie unser Erz in Kombination mit anderen Erzen bestmöglich verhütten und einsetzen können“, so Pappenreiter.

Anstieg auch bei Besucherzahlen
Investiert wurde etwa in ein neues Feinerzlager. Außerdem wurde heuer um weitere zehn Millionen Euro die Aufbereitungsanlage erweitert und an einen Großbrecher angeschlossen, so Christian Treml, zweiter VA Erzberg-Geschäftsführer: „Diese neue Anlage bringt einerseits den Vorteil, dass wir die Qualität weiter steigern können. Und zweitens - und das ist noch viel wichtiger -, dass wir die Nutzung der Lagerstätte und somit auch der Bergbau-Lebensdauer entsprechend verbessern können.“

Die VA Erzberg hat nun auch einen ersten Schritt in Richtung Elektromobilität gesetzt: Getestet wird derzeit der erste dieselelektrische Schwerlastkraftwagen. 2017 war auch abseits der Produktion ein Rekordjahr: 55.000 Gäste haben „Abenteuer Erzberg“ besucht und die Produktion vom „Hauly“ aus erlebt. Damit waren um 20 Prozent mehr Besucher am steirischen Erzberg als im Jahr davor.

Link:
Publiziert am 30.11.2017
http://steiermark.orf.at/news/stories/2881385/
 
#62
Noch ein Thema zu den Förderbahnen am Erzberg, das in der Literatur nach meinem Wissensstand bisher nur wenig bis gar keine Beachtung bzw. Aufarbeitung gefunden hat: In Münichtal ist ja noch heute der Schlackenberg zu sehen. Er ist eine Ablagerung aus der Eisenverhüttung, die im Hochofenwerk in den Jahren 1901 bis 1930 und 1937 bis 1945 erfolgte.
Neben einem Schlackenaufzug besorgte die Verbringung der Schlacke eine sich den Haldenveränderungen anpassende Förderbahnanlage mit 830 mm-Spurweite und beachtlicher Gleislänge, die überwiegend elektrifiziert war und in einer bisher nicht genau eingrenzbaren Epoche rund um den Schlackenberg führte. Die Bahnanlage ist auch in einem direkten Zusammenhang mit dem Namen dieses Forums zu sehen: Die Gleisanlage entlang des Fölzbaches im Uhrzeigersinn um den Kegel war nämlich zunächst nur über ein Stockgleis in einem Stollen im Schlackenberg erreichbar, der vermutlich in offener Bauweise errichtet worden war. Wer weiß dazu etwas, wer kennt dazu Informationen oder Bildmaterial?
 
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#64
@radionaut schrieb: Die GHN-45 Kanonen - Gun Howitzer Noricum (45 km Reichweite) kamen auch auf den Erzberg!
In den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts suchte die damalige VOEST-Tochter „Noricum“ für die in Liezen produzierten Kanonen ein Test- und Einschießgelände. Dieses glaubte man im „Reichraminger Hintergebirge“ gefunden zu haben. Doch engagierte Vorkämpfer für den Nationalpark „Kalkalpen“ verhinderten das Vorhaben, wie auch spätere Kraftwerksprojekte. So entschloss man sich, auf konzerneigenen Gründen am hinteren Erzberg einen solchen Schießplatz einzurichten! Der Transport der GHN-45 Kanonen erfolgte per Bahn mittels adaptierten Spezialwagen (Seitenwände, Planenabdeckung...) zwischen dem Werk Liezen und dem Bhf. „Erzberg“. Wobei zwischen dem Bhf. Eisenerz und Bhf. Erzberg die damalige Zahnradstrecke befahren wurde. Soweit ich mich erinnere, gibt es von diesen Transporten Fotos in damaligen Ausgaben der Zeitschrift „Eisenbahn Österreich“.

Zur Einstellung der Kanonen usw. wurde auf relativ kurze Distanz in ein Stollenmundloch am Gegenhang des hinteren Erzberges geschossen. Das Gebiet war natürlich gesperrt und vom Tal als auch von den bei Führungen befahrenen Routen nicht einsehbar...
"Kanonenzug" auf der Erzbergbahn

Im Heft 1/1983 - "Schienenverkehr aktuell" fand ich auf Seite 12 ein Foto eines vorhin beschriebenen "Kanonentransportzuges" auf der Erzbergbahn. Im gegenständlichen Fall sind die GHN-45 Kanonen nur mit Planen abgedeckt (getarnt...). Aus Fotos in "Eisenbahn Österreich" sind mir auch mit speziellen Seitenwänden ausgestattete Güterwagen inkl. Planenabdeckung in Erinnerung...

(Bildquelle SVA 1/1983 S. 12)
 

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#66


Tunnelforschungszentrum am Erzberg folgt 2019
Derzeit werden die nötigen Tunnelröhren durch den Erzberg gesprengt. Nach der geplanten Eröffnung Ende 2019 steht das Zentrum für Forschungen und Tests in Bereichen wie Belüftung, Sicherheit oder Energie zur Verfügung.
Das Zentrum am Berg ist - laut eigenen Angaben - das modernste und größte Tunnelforschungszentrum Europas. Am Donnerstag stattete Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) dem Zentrum einen Besuch ab.

Üben für den Ernstfall
Bereits während des Baus des Zentrums der Montanuni Leoben wird geforscht - mit Ende 2019 soll es dann fertiggstellt sein und seine Pforten öffnen. Neben der Forschungsmöglichkeit für Firmen und die Wissenschaft, wird es auch für die Bevölkerung zugänglich sein, erklärt Zentrumsleiter Robert Galler: „Es soll vor allem auch der Bevölkerung dienen in den ausgebauten Abschnitten einmal üben zu können, was ich denn tun muss, wenn es wirklich zum Ernstfall kommt in einem Eisenbahn- oder Autobahntunnel.“


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Derzeit werden ein Straßen- und ein Eisenbahntunnel in den Erzberg gebaut
Insgesamt fünf Röhren soll es geben. Für die ÖBB oder auch die ASFINAG eine Möglichkeit um Dinge, wie etwa das Verhalten von Materialien, auszuprobieren. „Auf der anderen Seite können wir hier auch Unfälle simulieren, schauen was brauchen wir an Ausrüstung, wie laufen die ab, was müssen wir noch beachten, um es dann auch bei uns in die Praxis umzusetzen“, so die ASFINAG-Vorstandsdirektorin Karin Zipperer.

Forschung im Bereich Sicherheit und Gestein
Für die Studierenden der Montanuni sei das Tunnelsystem eine Forschungsspielwiese, freut sich der Rektor der Montanuni Leoben Wilfried Eichelseder: „Sei es mal rein das Training, das Verhalten im Tunnel. Aber natürlich - das ist das Wichtigere - die Forschungsthemen: wie schauen Sicherheitssysteme der Zukunft oder Vortriebssysteme aus, wie ist das Gestein unterschiedlich, wie kann man den Vortrieb gestalten und da werden die Studenten voll mit dabei sein.“


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Finanziert wurde das Großprojekt mit Mitteln von Land und Bund. Da es viele Tunnelbauten in Österreich gäbe, brauche es auch Forschung auf diesem Gebiet: „Im Sicherheitsbereich, im Entlüftungsbereich - also alles das wird hier möglich sein. Einsatzkräfte werden hier vor Ort sein und schauen was können wir tun wenn im Tunnel ein Brand ausbricht, also ein sehr, sehr spannendes Projekt“, so der Verkehrsminister.

Links:
Publiziert am 09.08.2018
Tunnelforschungszentrum am Erzberg folgt 2019
 
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