Turbulente Zeiten
Die deutsche Autoindustrie ist auf Schleuderkurs, BMW kommt aber besser durch die Krise
Während der Gewinn bei VW, Porsche und Mercedes geschmolzen ist wie Schnee im Frühling, fällt der Gewinnrückgang bei BMW vergleichsweise moderat aus
Die deutsche Autoindustrie ist auf Schleuderkurs, BMW kommt aber besser durch die Krise
Die deutsche Autoindustrie ist auf Schleuderkurs, BMW kommt aber besser durch die Krise
Während der Gewinn bei VW, Porsche und Mercedes geschmolzen ist wie Schnee im Frühling, fällt der Gewinnrückgang bei BMW vergleichsweise moderat aus
Die vergangenen Wochen hatten es für die deutsche Autoindustrie in sich. Die Hersteller vermeldeten einer nach dem anderen herbe Gewinneinbrüche. Den Anfang hat Mercedes-Benz im Februar gemacht. Der deutsche Luxusautobauer hat im abgelaufenen Jahr seinen Gewinn nahezu halbiert und will nun verstärkt im günstigeren Osten produzieren.
Nach der Gewinnschmelze um ebenfalls knapp die Hälfte bei Volkswagen vermeldete dieser Tage auch die Sportwagentochter Porsche einen Gewinneinbruch um gut 90 Prozent. Man hat die Erklärungen für die Misere zuletzt in verschiedenen Varianten immer wieder gehört: Die Geschäfte in China, dem wichtigsten Automarkt der Welt, laufen mehr schlecht als recht, die Konkurrenz drängt auch nach Europa, die Zölle in den USA kosteten viel Geld und Donald Trump sorgt ebendort für eine Renaissance der Verbrenner. Trump hat die staatliche Förderung für E-Mobilität gestrichen und damit auch andere Autokonzerne zu kostspieligen Kurskorrekturen gezwungen, darunter GM, Ford und Stellantis, die Muttergesellschaft von Opel, Fiat und Chrysler. Und die E-Modelle sind insgesamt weniger begehrt als erhofft und erwartet. So mancher Autobauer hat in der Folge die E-Autopläne über den Haufen geworfen.
BMW hat sich nie vom Verbrenner verabschiedet. Derzeit scheint die Strategie aufzugehen.
IMAGO/Dwi Anoraganingrum
Oliver Blume etwa hatte vor seinem Ausstieg aus dem Porsche-Chefsessel noch die Strategie umgekrempelt – mehr Verbrenner sollten das Ruder herumreißen. Ein sündteurer Strategiewechsel: VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat die Kosten für die Verbrenner-Verlängerung mit fünf Milliarden Euro beziffert. An einem harten Sparkurs führe kein Weg vorbei, machte der neue Porsche-Chef Michael Leiters bei der Vorlage der Geschäftszahlen klar und schwor seine Mannschaft auf "rigorose Kostendisziplin" und "Leistungskultur" und auf verschärften Stellenabbau ein. Schon beschlossen ist die Streichung von 4000 Jobs, dabei soll es nicht bleiben. "Die Welt um uns hat sich geändert", sagte Leiters. Ähnlich hatte am Tag davor Oliver Blume getönt: "Wir stellen fest, dass das Geschäftsmodell, das uns über Jahrzehnte getragen hat, in dieser Form nicht mehr funktioniert", hatte der Konzernboss eingeräumt.
Probleme in China und den USA
Der Letzte im Reigen ist nun der bayerische Autobauer BMW. Am Donnerstag legte der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse die Jahresbilanz für 2025 vor. Dabei bestätigt sich, was sich bereits abgezeichnet hat: Die Münchner kommen deutlich besser durch die Krise als die Konkurrenz. Dennoch schrumpft der Gewinn auch bei den Bayern – das dritte Jahr in Folge. Zipse sagte auch für dieses Jahr ein Minus beim Gewinn voraus. Im Vorjahr sank der Vorsteuergewinn vergleichsweise moderat um 6,7 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben mit 7,45 Milliarden Euro drei Prozent weniger Gewinn übrig. Der Umsatz ist um 6,3 Prozent auf 133,5 Milliarden Euro geschrumpft. Den Absatz konnte BMW mit seinen Marken BMW, Mini und Rolls-Royce und 2,46 Millionen verkaufter Fahrzeuge hingegen sogar leicht steigern.
Kommen die Bayern besser durch die Krise als die anderen deutschen Autobauer? Trotz der Probleme in China und in den USA? Der schwächelnde Markt in China trifft alle Premiumhersteller und die chinesischen Anbieter fahren den westlichen Herstellern bei E-Autos davon. BMW profitiert allerdings nach Einschätzung von Experten nun davon, dass das Unternehmen nie den Abschied aus dem Verbrennergeschäft angekündigt, sondern seit Jahren Verbrenner und Elektroautos parallel entwickelt und gebaut hat. Auch das eine kostspielige Strategie, derzeit scheint sie besser aufzugehen als die der Konkurrenz.
Die Zölle beschäftigen allerdings auch die Bayern. Finanzchef Walter Mertl bezifferte ihren Einfluss auf die Gewinnmarge im Autogeschäft auf 1,5 Prozentpunkte im vergangenen Jahr. Die Aussichten für das laufende Jahr seien etwas günstiger, sagte er. Die Hoffnung liegt vor allem auf dem neuen vollelektrischen iX3, der als erstes Modell der Neuen Klasse zu haben ist. Mit dem Fahrzeug werde es insbesondere in Europa gelingen, Margenparität zu Verbrennern zu erreichen, sagte Finanzchef Mertl. "Damit einher geht auch die Rückkehr zu einer Gewinnmarge im Autogeschäft von acht bis zehn Prozent."
(Regina Bruckner, 13.3.2026)
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Die Zölle beschäftigen allerdings auch die Bayern. Finanzchef Walter Mertl bezifferte ihren Einfluss auf die Gewinnmarge im Autogeschäft auf 1,5 Prozentpunkte im vergangenen Jahr. Die Aussichten für das laufende Jahr seien etwas günstiger, sagte er. Die Hoffnung liegt vor allem auf dem neuen vollelektrischen iX3, der als erstes Modell der Neuen Klasse zu haben ist. Mit dem Fahrzeug werde es insbesondere in Europa gelingen, Margenparität zu Verbrennern zu erreichen, sagte Finanzchef Mertl. "Damit einher geht auch die Rückkehr zu einer Gewinnmarge im Autogeschäft von acht bis zehn Prozent."
(Regina Bruckner, 13.3.2026)
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