Ehemalige "Hütte Linz" und "Eisenwerke Oberdonau"

#21
zu Treffling:
Nur hier trifft Josefs Statement zu: „Die anderen Würzburg 65 - Riese Geräte waren den Flak-Einheiten direkt zugeteilt…". Tatsächlich scheint das dortige FuMG 65 in erster Linie der 12,8 cm RAD-Doppelbatterie 2./340 zur Feuerleitung gedient zu haben. Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß die gewonnenen Messwerte auch der Ln.-Truppe zur Verfügung standen.
Angesichts von so viel Fachwissen (gilt für alle hier) kann ich normalerweise nur staunend mitlesen, jetzt hab ich aber dennoch eine Frage.

Kannst du diese Stellung genauer pinpointen? Ich geh davon aus dass die am Pfenningberg war.(?)(Lubi?)
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#22
Bekam einige Anfragen betreffend der RHG und werde diese hier im Forum, wie ich den Fragestellern per Antwort-Mail bereits mitgeteilt habe, soweit mir möglich, auf 2 Themen zusammenfassen und behandeln:

1. Gab es in Linz mehrere Firmen der Reichswerke?
Ja, die „Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring“ Linz (waren eine Tochterfirma des gleichnamigen Konzerns mit Sitz Berlin) untergliederten sich am Standort Linz in die Organfirmen:

Hütte Linz der „Alpine Montan Ges. Hermann Göring, Linz“: Kokerei, Erzaufbereitung, Hochofenbetrieb… => Erzeugungsstufe bis zum Roheisen, Weiterverarbeitung bei -

Eisenwerke Oberdonau Ges.m.b.H. (EWO): Stahlwerk, Walzwerke, Gießerei, Schmiede, Bearbeitung… => „Veredelung und Weiterverarbeitung des Roheisens der Hütte“ zu Panzerblechen, Guss- und Schmiedeteilen für verschiedene Panzertypen, Fertigung von Panzerwannen und Aufbauten… Die EWO unterstanden direkt der Rüstungsinspektion des Heeres und profitierten dadurch bei der Zuteilung von Baumaterial, maschineller Ausstattung, Betriebsmittel usw., wogegen die „Hütte Linz“ auf diesem Sektor oft Schwierigkeiten hatte, die sich bei diversen Bauverzögerungen auswirkte.

Stahlbau Linz Ges.m.b.H. => zuerst Stahlbau zur Errichtung der Hallen- u. Betriebsanlagen am Standort, gegen Kriegsende allgemeiner Stahlbau und Rüstungsaufträge (Zulieferer für die EWO bei Komponenten der Panzerteilefertigung).

Dazu ein Hinweis auf den Bericht über die RHG bei http://www.geheimprojekte.at/firma_rhg_huette_linz.html, wo ich auf einem Modellfoto (Technisches Museum Wien) mittels einer roten Trennlinie die Werksteile „Hütte“ und "EWO" darstellte.

2. Es wird oft vom Panzerwerk/Panzerproduktion in Linz berichtet, wurden dort Panzer erzeugt bzw. welche Typen ?
Nein, es wurden keine kompletten Panzerfahrzeuge hergestellt, sondern nur Großkomponenten wie Panzerwannen, Aufbauten (Türme) sowie diverse Guss- und Schmiedeteile für Panzerketten, Laufwerkeiteile usw. sowie Fein- und Grobbleche, Panzerplatten und Stahlblöcke als Rohlinge für andere Rüstungsbetriebe…

Den größten Anteil an Großkomponenten für die Panzerfertigung stellten die Fertigung von Wannen und Aufbauten für den Panzer IV und das Sturmgeschütz IV dar.

Die Endfertigung des Panzers IV erfolgte im „Nibelungenwerk“ St. Valentin http://www.geheimprojekte.at/firma_sdp_nibelungenwerk_st-valentin.html
und die Teile für das Sturmgeschütz IV wurden zu den „Krupp-Gruson Werken“ nach Magdeburg geliefert. Wannen und Türme für den Panzer V „Panther“ kamen zur Endmontage zu MAN nach Nürnberg.

Einige Zahlen der wichtigsten bei den EWO in Linz von 1942 – 1944 gefertigten Großbauteile für Panzer:

Panzer und Sturmgeschütz IV: Wannen 3.449 Stk., Aufbauten 3.117 Stk.
Panzer V „Panther“ : Wannen 1.986 Stk., Aufbauten 1.786 Stk.
Sturmpanzer „Brummbär“ : Wannen 42 Stk.
Jagdtiger : Wannen 70 Stk.
Quelle: N.Schausberger; Rüstung in Österreich 1938-45; Wien 1970; Seite 198

Hier noch ein Querverweis der Ablauf-Darstellungen von @Markus zu einigen Rüstungsprogrammen in Österreich 1938 – 1945:
http://www.geheimprojekte.at/ruestung.html

Ich hoffe, mit diesem Bericht zumindest einige der an mich herangetragenen Fragen in grober Übersicht beantwortet zu haben…

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#23
Ein paar Bilder des RHG-Komplexes "vom Boden":

1. Beginn der Stahlhochbaumontage des 1. Hochofens mit 3 Winderhitzern Ende 1938, dahinter sind Baggerarbeiten am Werkshafenbecken zu erkennen. Im Vordergrund ist noch ein Haus des ehemaligen Ortes St.Peter zu erkennen, der abgesiedelt wurde.

2. Ca. Anfang 1940, die schon weiter fortgeschrittene Hochofengruppe. Im Vordergrund die Hochbahn zur Beschickung der Erzbunker. Rechts davon war ursprünglich eine weitere Gruppe von 6 Hochöfen geplant (insgesamt 12), die aber nicht zur Ausführung kamen. Hinter den Hochöfen Richtung Donau sind die 2 Schlote der Erzaufbereitung-Sinteranlage zu erkennen. Links der Hochofengruppe das bereits teilweise geflutete Becken des Werkshafens mit der Betonkranbahn für das spätere Kohlenlager der dort anschließenden Kokerei. In der Bildmitte ist im Hintergrund ganz schwach die Donau zu erkennen, davor das damals schon in Betrieb stehende Dampfkraftwerk (Rauchwolke).

Die Fotos 1. u. 2. betreffen den Werksteil der "Hütte Linz", die folgenden 2 Bilder sind von den "Eisenwerken Oberdonau" (EWO).

3. Vor der Fertigstellung stehende Hallenbauten der EWO.

4. Blick von der Kranbahn in einen riesigen Hallenbau der EWO mit der anlaufenden Fertigung von Panzerwannen und Aufbauten...

Bildquellen:
Foto 1,2 u. 4: Archiv der Stadt Linz; Linz zwischen Demokratie und Diktatur 1918-1945; Linz 2006; Seite 160 u. 161
Foto 3: Archiv der Stadt Linz; Bilder des Nationalsozialismus in Linz; Linz 2007, Seite 93
 

Anhänge

#24
Angesichts von so viel Fachwissen (gilt für alle hier) kann ich normalerweise nur staunend mitlesen, jetzt hab ich aber dennoch eine Frage. Kannst du diese Stellung genauer pinpointen? Ich geh davon aus dass die am Pfenningberg war.(?)(Lubi?)

Die RAD-Flakbatterie 2./340 befand sich im Ortsgebiet von Außertreffling. Mit dem Begriff "Am Pfenningberg" würde der Stellungsraum nur sehr grob angesprochen. Der Pfenningberg selbst ist eine Erhebung von 606 m ü.d.M. östlich von Linz und erstreckt sich über die Gemeinden Steyregg (im Süden) und Engerwitzdorf (im Norden). Präziser ließe sich die Lage RAD-Flakbatterie mit "Am Nordhang des Pfenningberges, ostwärts von Plesching und südlich der Alten Gallneukirchnerstraße (Linzerstraße), an der Einmündung der Lachstattstraße (Steyreggerstraße), am Ostrand des heutigen Truppenübungsplatzes" lokalisieren (siehe beiliegende Kopie aus Google-Maps).

Gruß Flakuntergruppe
 

Anhänge

#25
Ich hab schon vermutet dass die am TÜPl lag - aber wegen des Pfennigberg im Süden der den Radaranlagen den Blick blockiert hätte war mir das ein bissel suspekt.

Aber ich nehme mal an dass die Flughöhe der Bomber in einem Bereich war wo sie eh nicht durch den Radarschatten flogen.

Danke für die Bilder - du solltest das in eine GE-Placemark-Sammlung überführen.
 
#27
Wenn die Bilder aus Google-Earth sind: BITTE SOFORT DIE QUELLENANGABE HINZUFÜGEN!!!

Markus
Flakuntergruppe schrieb:

"Die RAD-Flakbatterie 2./340 befand sich im Ortsgebiet von Außertreffling. Mit dem Begriff "Am Pfenningberg" würde der Stellungsraum nur sehr grob angesprochen. Der Pfenningberg selbst ist eine Erhebung von 606 m ü.d.M. östlich von Linz und erstreckt sich über die Gemeinden Steyregg (im Süden) und Engerwitzdorf (im Norden). Präziser ließe sich die Lage RAD-Flakbatterie mit "Am Nordhang des Pfenningberges, ostwärts von Plesching und südlich der Alten Gallneukirchnerstraße (Linzerstraße), an der Einmündung der Lachstattstraße (Steyreggerstraße), am Ostrand des heutigen Truppenübungsplatzes" lokalisieren (siehe beiliegende Kopie aus Google-Maps).

Ich bitte um Nachsicht, sollte diese Quellenangabe nicht den Usancen entsprechen, ich habe es zumindest mal so versucht. Und ich frage ganz bescheiden und höflich an, wie es professioneller ginge.

Gruß Flakuntergruppe
 
#29
Die RAD-Flakbatterie 2./340 befand sich im Ortsgebiet von Außertreffling. Mit dem Begriff "Am Pfenningberg" würde der Stellungsraum nur sehr grob angesprochen. Der Pfenningberg selbst ist eine Erhebung von 606 m ü.d.M. östlich von Linz und erstreckt sich über die Gemeinden Steyregg (im Süden) und Engerwitzdorf (im Norden). Präziser ließe sich die Lage RAD-Flakbatterie mit "Am Nordhang des Pfenningberges, ostwärts von Plesching und südlich der Alten Gallneukirchnerstraße (Linzerstraße), an der Einmündung der Lachstattstraße (Steyreggerstraße), am Ostrand des heutigen Truppenübungsplatzes" lokalisieren (siehe beiliegende Kopie aus Google-Maps).
Gruß Flakuntergruppe
Im Anhang noch einmal die Karte aus Google Maps.
http://maps.google.at/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q
Ich hoffe nun den Nutzungsbestimmungen (die ich unabsichtlich ungenügend angewandt habe) gerecht zu werden.
Gruß - Flakuntergruppe
 

Anhänge

#30
Zum leidigen Thema copyright verweise ich mal auf einen älteren Beitrag.

So sind die Nutzungsbedinungen bei GE festgelegt. Das gilt in artähnlichem Umfange natürlich auch für die anderen bekannten Diensteanbieter.

@Flakuntergruppe:
Schick mir die Quellenangaben - ich editier das dann in Deinen Postings nach.

Gruß
Gerd
Hallo Otto.
Herzlichen Dank für die Hilfestellung. Nun weiß ich ja Bescheid und ich hoffe diesen Newcomer-Fehler nicht mehr zu machen (... denn niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden).
Gruß - Othmar
 
#31
Flakuntergruppe schrieb:

Lt. der Datenbank/Schauplätze bei www.geheimprojekte.at gab es ca. 1 - 2 km nördlich dieser Flak-Batterien eine FuMG-Stellung am Römerberg: http://www.geheimprojekte.at/t_linzf.html - ... "Kirsche".

"Kirsche":
Ein glaubwürdiger Zeitzeuge der "Heimatflak" teilte mir mit, daß es am Freinberg (am selben Platz, an dem heute der ORF-Sendemast steht) drei militärisch genutze etwa 60 m hohe Sendemasten gegeben hat. Die doch sehr großen Funkmessgeräte "Würzburg-Riese" und/oder "Freya" hätte der in diesem Linzer Stadtteil beheimatete Zeitzeuge sicher gesehen, er verneint aber entschieden deren Existenz.

Bin zwar noch nicht so alt, aber als Fast-Linzer und teilweise mit Sendern beschäftigt kamen mir die 3 Masten am Freinberg etwas komisch vor. Ich hab nun nachgelesen:
Der Sender am Freinberg wurde 1928 errichtet und bestand damals aus zwei etwa 45 m hohen Masten mit etwa 110 m Abstand. Diese Anlage wurde 1936 durch einen 165 m hohen Sendemast ersetzt. Kurzfristig können also 3 Maste nebeneinander gestanden haben, über 3 etwa 60 m hohe Maste konnte ich bisher nichts herausfinden.
Quelle: z.B. http://wapedia.mobi/de/Sender_Freinberg

In http://www.atlantikwall.info/radar/austria/ra_.htm#Oberösterreich und Salzburg wird für Linz Römerberg eine Jägerleitstelle mit der Bezeichnung Kirsche-Y angegeben.
Auf Lostplaces. de (http://www.lostplaces.de/cms/component/option,com_fmdb/Itemid,0/task,2/typ,1/quad,13/id,304/) wird Kirsche-Y als Jägermeßstellung bezeichnet, ausgestattet mit "3 Egon mit AN". Die angegebenen Koordinaten (N 48°18, O 14°17) geben einen Platz in einem Linzer Innenhof zwischen Stifterstraße-Hafnerstraße-Baumbachstraße am Fuße des Römerbergs an.

Haben dort 3 Egon (=6 Freya?) Platz und messtechnisch einen Sinn?

lg, koka
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#33
@koka:
Auf Lostplaces. de (http://www.lostplaces.de/cms/compone...uad,13/id,304/) wird Kirsche-Y als Jägermeßstellung bezeichnet, ausgestattet mit "3 Egon mit AN". Die angegebenen Koordinaten (N 48°18, O 14°17) geben einen Platz in einem Linzer Innenhof zwischen Stifterstraße-Hafnerstraße-Baumbachstraße am Fuße des Römerbergs an.
Die Koordinaten inklusive der Ortskennzeichnung auf der Karte bei lostplaces kann man wegen der Ungenauigkeit (Eingabe- bzw. Systembedingt) großteils vergessen!

Die Angaben zu "Kirsche" stammen von : Hoffmann; Die Geschichte der Luftnachrichtentruppe; Band II/1; Der Flugmelde- und Jägerleitdienst 1939 - 1945; Seite 502; OKL Generalnachrichtenführer, Jägermeßstellungen, Stand 20.6.1944
und die vage Ortsbezeichnung dort lautet bei Linz!

...die Bände von Hoffmann werden zu Wahnsinnspreisen gehandelt, der 1968 erschienene Bd. II/1. kostet z.B. Euro > 300,- ... und das ist mir für solche Angaben wie "bei Linz" schon ein wenig zu teuer...:D:D:D
http://www.amazon.de/gp/offer-listing/B0000BRNI7/ref=dp_olp_0?ie=UTF8&condition=all


lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#34
Panzer-Endmontage im Nibelungenwerk

Als Ergänzung zu der Panzerwannen- und Türmefertigung bei den EWO in Linz nun ein paar Fotos von der Endmontage im Nibelungenwerk St. Valentin:

1. Montagestraße,
2. Endfertigung,
3. Zerstörungen nach einem alliierten Bombenangriff.

Bildquelle: K.H.Rauscher; Steyr im Nationalsozialismus - Industrielle Strukturen

4. GE-Foto des heutigen Nibelungenwerk-Geländes, die Hallen auf der linken Werksseite wurden nicht mehr aufgebaut.

5. GE-Karte zur Übersicht der räumlichen Distanz zwischen RHG-EWO Linz und Nibelungenwerk St.Valentin

Zusätzliche Infos über das Ni-Werk:

https://www.unterirdisch-forum.de/index.php?threads/nibelungenwerk-st-valentin.4492/
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
#35
Hallo!


Im Nibelungenwerk St. Valentin wurden übrigens auch Panzertriebwagen für Normalspur gebaut.

Es gibt ein Foto nach April 1945 das einen fertigen und mehrere unfertige vierachsige Panzertriebwagen zeigt - leider gibts das Copyright !

LG
kennyG
 
#36
Froschbergflak

Hallo!

Ich hab am Wochenende Zeit gehabt, mich ein bischen mit Fotos zu spielen und mich vor Ort umzusehen.
Aus meiner Sicht wird die Lage der Flakstellung mit " südlich der heutigen Hausnummer Kudlichstraße 29" falsch angegeben. Legt man die von Josef ausgewerte Ausschnittvergrößerung aus dem Luftbild und den GE-Ausschnitt Froschberg übereinander, so ergibt sich, dass die von Josef lokalisierten Stellungen im Bereich der heutigen Lehar-Straße und Robert-Stolz-Straße lagen. Bezogen auf die Kudlichstraße entspricht das etwa "südlich Hausnummer 47 bis 63".

koka
 

Anhänge

#37
Josef, manchmal kommt der Zufall zu Hilfe :) - Mission 164 aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.

Bild 1: Mission 164 // 20-01-1945 // 461st BG
461st BG Mission 164

Bild 2: Mission 164 // 20-01-1945 // 461st BG
NARA-Ref.: 342-FH-3A04916-116222AC

Schade nur das die weiter oben angesprochen Flakstellungen nicht mit erfasst wurden.

Gruß
Gerd
Nun, auf Bild 2 ist zumindest die Gaumberg-Flak gut zu erkennen. Es hat allerdings den Anschein, als ob nur noch eine Batterie aktiv wäre.
Die Stellungen am Froschberg habe ich auch eingezeichnet

koka
 

Anhänge

#38
Gaumbergflak

Hier einige Bilder, wie es dort heute aussieht:

Bild 1: Der Reisenberger
Bild 2: Blick vom Reisenberger zur Kapelle
Bild 3: Die Kapelle
Bild 4: Tafel auf der Kapelle
Bild 5: ehemaliger Stellungsraum, Blick Ri Süden
Bild 6: Vogelscheuche (?) im Weingarten

Gruß aus Leonding, koka
 

Anhänge

#39
Hallo!

Ich hab am Wochenende Zeit gehabt, mich ein bischen mit Fotos zu spielen und mich vor Ort umzusehen.
Aus meiner Sicht wird die Lage der Flakstellung mit " südlich der heutigen Hausnummer Kudlichstraße 29" falsch angegeben. Legt man die von Josef ausgewerte Ausschnittvergrößerung aus dem Luftbild und den GE-Ausschnitt Froschberg übereinander, so ergibt sich, dass die von Josef lokalisierten Stellungen im Bereich der heutigen Lehar-Straße und Robert-Stolz-Straße lagen. Bezogen auf die Kudlichstraße entspricht das etwa "südlich Hausnummer 47 bis 63".

koka
Vorläufiges Ergebnis zur Stationierung deutscher Flakartillerie am Froschberg:
Erfahrungsgemäß hat Richard Kutschera in seinem Buch “Die Fliegerangriffe auf Linz im zweiten Weltkrieg - Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1965/66“ bei Auflistung der Linzer Flakbatterien keinen großen Wert auf Differenzierung nach den Kalibern gelegt. Ein Indiz für den Einsatz leichter oder mittlerer Flak am Froschberg ergibt sich aus der Geländekonfiguration der "Winklerwald-Anhöhe". Am unteren Teil des Froschberges erscheint der Einsatz schwerer Flak wenig plausibel. Das Gelände oberhalb des Bahnhofes entspräche aber exakt den Einsatzgrundsätzen der Flakartillerie zur Tieffliegerabwehr. Insgesamt muß die Dislozierung leichter und mittlerer Flakartillerie auch im Zusammenhang mit den im Umkreis von etwa 5.000 m stationierten schweren Flakbatterien verstanden werden (z.B. Gaumbergflak), da diese selbst nicht zur Tieffliegerabwehr geeignet waren.
Auswertung des Luftbildes: Auf dem Bomberzielfoto der USAAF sind je drei Vertiefungen bzw. Aufschüttungen (Erdwälle) zu erkennen, die vermutlich nicht als Bombentrichter anzusprechen sind. Es könnte sich um die Stellungen von zwei Flak-Zügen zu je drei 2,0 cm oder auch 3,7 cm-Geschützen handeln. Die näher bei der Kudlichstraße gelegene Stellungsgruppe (roter Kreis) weist Begehungsspuren zu/von drei nördlich davon befindlichen Baracken auf. Ebenso verhält es sich bei der südostwärts befindlichen Stellungsgruppe (gelber Kreis). Auch hier führen Spuren zu/von unmittelbar südlich darunter liegenden Baracken in die Geschützstellungen. Bei den grünen Markierungen könnte es sich um Bombentrichter handeln.
Es scheint so, als hätte „koka“ die Batterie präzise lokalisiert (siehe beiliegendes Foto vom 06.02.2009). Weiterführende Ortsbestimmungen im Zusammenhang mit Relikten der Fabigan-Feichtinger-Ziegelei habe ich mir für das Frühjahr vorgenommen. Dabei wird mich Frau H.S. begleiten, sie ist eine Enkelin des damaligen Besitzers des „Hofmeindlgutes“. Zur Recherche über die „Froschbergflak“ ist das Buch von Frau Erika Hamann „Der Froschberg-ein Stadtteilbuch“ zu empfehlen. Es ist in der VKB Froschberg um 14,53 Euro erhältlich.
Gruß und Dank an "koka".
 

Anhänge

#40
Hier einige Bilder, wie es dort heute aussieht:

Bild 1: Der Reisenberger
Bild 2: Blick vom Reisenberger zur Kapelle
Bild 3: Die Kapelle
Bild 4: Tafel auf der Kapelle
Bild 5: ehemaliger Stellungsraum, Blick Ri Süden
Bild 6: Vogelscheuche (?) im Weingarten

Gruß aus Leonding, koka
Hallo koka.
Auch ich war vor Ort und habe mit Herrn Johann Reisenberger (Jg. 1934) vlg. "Gaumberger" gesprochen. Auf Grund seiner Schilderungen habe ein vorläufiges Ergebnis zur Gaumberg-Buchberg-Flak erstellt. Angeblich soll auch noch ein Foto vom Jahre 1945 existieren auf welchem eine 10,5 cm Flak direkt beim "Reisenberger" zu sehen ist. Das Bild müßte im Besitze eines Herrn Karning (Stv.Bankstellenleiter am Harter Plateau) sein. Er hat mir versprochen danach zu suchen.
Das Kapitel kann erst abgeschlossen werden, wenn Herr Reisenberger das "vorläufige Ergebnis" noch einmal überprüft hat.
Gruß Flakuntergruppe
 

Anhänge

Oben