Ehemaliges Foltermuseum Wien

josef

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#1
(Update Thread-Titel Juli 2023)

Folter-Museum Wien

Am 10.02.2018 besuchte ich das "Folter Museum Wien" im LS-Tiefbunker unter dem Esterhazypark im 6. Bezirk.

In den folgenden 5 Teilen stelle ich einen Großteil der dort zu sehenden Darstellungen von Foltermethoden und die dafür verwendeten Gerätschaften vor. es sind (meistens) je Exponate 2 Fotos: Linkes Bild eine Kurzbeschreibung (in Form von Leucht- und Bildtafeln, teilweise etwas schwierig zu lesen...) und am rechten Bild die dazugehörige Szene bzw. das Foltergerät.

Noch ein Hinweis: Manche Szenen sind für Kinder und "empfindliche" Mitmenschen wegen der Grausamkeit nicht zur Ansicht geeignet...

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#2
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Teil 1:
Folterinstrumente- u. Geräte

(Sämtliche Aufnahmen v. 10.02.2018)
 

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#3
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Teil 2:
Folterinstrumente- u. Geräte
 

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#4
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Teil 3:
Folterinstrumente- u. Geräte
 

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#5
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Teil 4:
Folterinstrumente- u. Geräte
 

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#6
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Teil 5:
Folterinstrumente- u. Geräte
 

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#7
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Hinrichtungsmethoden
Teil 1:
 

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#8
Fotos aus dem "Folter-Museum Wien" - Hinrichtungsmethoden
Teil 2:
 

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#9
"Folter-Museum Wien" - ein wenig Geschichte:

Allgemeines, geschichtliche Entwicklung, Versuch einer Vereinheitlichung der Rechtsordnung durch Kaiserin Maria Theresia und Reformen ihres Sohnes Joseph II.:
 

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#13
Hexenwahn: Medien als Brandbeschleuniger
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Mit zahlreichen Fallgeschichten zeichnet der Historiker Kai Lehmann in „Hexen vor Gericht“ ein Bild der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit, erklärt den Einfluss der damals aufgekommenen Massenmedien und räumt mit so manchem Mythos auf.
Online seit heute, 11.20 Uhr
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Wie Lehmann klarstellt, dürfte es keinen „monokausalen Erklärungsansatz für die großen Hexenverfolgungen“ geben. Vielmehr sei der Hexenwahn als „eine Ideologie zu verstehen, in der verschiedene Vorstellungen zu dem gemeinsamen Ziel zusammenkamen, das Böse auszurotten“.

Lehmanns Anliegen ist es, mit „Hexen vor Gericht. Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800“ verschiedene Motivlagen hinter dem Hexenwahn zu beleuchten und damit zu einem besseren Verständnis für das damalige Handeln beizutragen. Hierfür beleuchtet er unter anderem ausführlich, was Menschen damals wussten und welche zum Beispiel medizinischen Erkenntnisse ihnen noch fremd waren. Mit seinem Buch trägt der Historiker wesentlich zu einer Sensibilisierung bei und beleuchtet Parallelen zwischen der Epoche der Frühen Neuzeit und der heutigen Zeit.

Fallbeispiele geben Einblick in Geschichte
Anhand zahlreicher konkreter Fallbeispiele erklärt Lehmann das damalige Rechtsverständnis und gibt umfassende Einblicke in den Alltag und die Lebensrealitäten der Menschen. So erfährt man nicht nur über unterschiedliche Krankheiten und Tierseuchen, die die Menschen heimsuchten und in ihrer Existenz bedrohten, sondern auch, wie das frühneuzeitliche Heiratssystem funktionierte, wie das Prozesswesen sich änderte und wie Aberglaube zum Teil genutzt wurde, um unliebsame Mitbürger und Mitbürgerinnen loszuwerden.

So berichtet Lehmann unter anderem von mehreren Fällen, in denen Frauen von ihren Ehemännern als Hexen verleumdet wurden, mit dem Vorwurf, sie hätten ihnen ihre Manneskraft geraubt oder hätten an „mysteriös-schaurigen Zusammenkünften“ teilgenommen. Auch wenn sich viele der Fallgeschichten stark ähneln, ist die Vielzahl der Berichte interessant, weil sie Einblicke in die Geschichte und den Umgang mit Missbrauchserfahrungen, ehelicher Gewalt und politisch-religiösen Differenzen ermöglichen.

Problematisches Sexualverständnis
Dem Umgang mit Sexualität, die Lehmann zufolge in allen „Hexenprozessen und in der Gedankenwelt der Hexentheoretiker wie überhaupt der damaligen Zeitgenossen eine herausgehobene Rolle“ spielte, ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Eindrücklich schildert der Historiker darin, welchen Einfluss das Christentum darauf hatte, dass zunehmend Körperlichkeit und damit verbundene Sexualität aus dem gesellschaftlichen Leben verdrängt wurden.

Dass um 1500 Syphilis in Europa epidemisch um sich griff, wurde als Bestätigung für die „teuflische Gefährlichkeit des Geschlechtsaktes“ gesehen. „Traurige Bestseller“ wie der „Hexenhammer“ verstärkten die bestehende Frauenfeindlichkeit. Dem Autor zufolge zeigt der Blick auf die Geschichte deutlich, dass es bei der strikten Regelung des Sexualverhaltens der Menschen letztlich um Macht ging. So seien gerade die Hexenprozesse auch dafür genutzt worden, „sexuelle Macht zu erlangen und zu missbrauchen“.


Public Domain
Viele Frauen wurden Opfer der Hexenprozesse – Albrecht Dürer: „Fliegende Hexe“ (um 1505)

Interessant sind auch die Einblicke, die Lehmann in das Denken und Handeln von „Hexenjägern“ gibt wie etwa des Rechtsgelehrten Franz Burimann (um 1590 geboren). Aus einfachen Verhältnissen stammend, entwickelte er sich zu einem „fanatischen und sadistischen Hexenjäger“, der für den Tod von mehr als 300 Menschen verantwortlich war. Die Akten zeigen deutlich, dass es ihm wesentlich darum ging, sich selbst zu bereichern. So ließ er sich nicht nur seine Dienste teuer bezahlen, sondern bereicherte sich auch am Hab und Gut der Getöteten – ein Muster, das sich bei vielen der „Hexenjäger“ erkennen lässt.

Klischee der Ausrottung „weiser Frauen“
Lehmann räumt in seinem umfassenden Werk auch mit Mythen auf, wie etwa der in den 1970ern aufgestellten These, dass den Hexenverbrennungen vor allem „weise Frauen“ zum Opfer gefallen seien, weil „ihr uraltes medizinisches Wissen aus heidnisch-germanischen Zeiten vom Erdboden getilgt werden“ sollte. Wie er darlegt, muss das aufgrund neuerer Erkenntnisse als falsch zurückgewiesen werden. So würden „quellenmäßig gesicherte Zahlen“ zeigen, dass heilkundige Frauen wie Hebammen nicht überproportional unter den Opfern vertreten waren.
Der Unterschied zwischen ihnen und vielen anderen Frauen sei lediglich, dass Hebammen in den Prozessakten mehr ins Auge fallen, weil sie eine eigene Berufsbezeichnung aufwiesen, während andere Frauen häufig nur durch den Beruf des Mannes gekennzeichnet waren. Ausgesuchte Opfer der „Hexenjäger“ seien sie jedoch nicht gewesen. Das Perfide an den Hexenprozessen sei vielmehr gerade der Umstand gewesen, dass jeder und jede jederzeit zum Opfer werden konnte.


Public Domain
Darstellungen wie dieser Holzschnitt (1489) befeuerten den Glauben an Hexen

Unzählige Menschen wurden grausam gefoltert und dabei gezwungen, andere zu benennen, die ebenfalls im Bund mit dem Teufel stünden. Dass die Foltermethoden von Lehmann mitunter genau beschrieben werden können, zeigt wie umfassend und detailliert die historischen Prozessakten der Zeit sind. Die Lektüre dieser Grausamkeiten ist teilweise schwer erträglich.

Druckerpresse und Flugblätter
Der Autor legt dar, dass unerklärliche Krankheiten, rätselhaftes Viehsterben, „aus dem Nichts kommende Todesfälle“, Habgier, Neid, Missgunst, Hass und Rache, burschikose Frauen und eine sehr hohe Kindersterblichkeit immer schon Motive für Hexenverfolgungen waren. Das sich verändernde Klima und vor allem das Aufkommen neuer Massenmedien – ermöglicht durch Druckerpresse und Flugblätter – führte jedoch ab 1570/1580 zu einer regelrechten Welle an Hexenjagden in Mitteleuropa.

Infolge der öffentlichen Vollstreckung der Todesurteile kam es, so Lehmann, „zu einem regelrechten Hinrichtungstourismus“. Die dabei verbreiteten Berichte über vermeintliches Hexenwesen trieben die Verfolgungen immer weiter an. Zeitungen wie die Ende des 16. Jahrhunderts herausgegebene „Erweiterte Unholden Zeitung“ bedienten, so der Autor, die grausame Sensationslust „auf Boulevardniveau“, schürten die Angst vor der Weltverschwörung der diabolischen Hexensekte und forderten zu weiteren gnadenlosen Hexenjagden auf.

Deutlich zeigt sich, dass ein mediales Korrektiv zu dieser Zeit kaum vorhanden war, da die Publikationen der Gegner der Hexenverfolgung nur eine gelehrte Minderheit erreichten. „Die Massenmedien konnten folglich ihre Botschaft ideologisch konkurrenzlos unters Volk bringen“, so Lehmann.

Rolle der Kirchen
Wie der Historiker darlegt, waren von den frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen zumeist Frauen betroffen: „Der Frauenanteil der Opfer beträgt durchschnittlich 80 Prozent. Allerdings bestehen hier konfessionelle Unterschiede.“ Warum in protestantischen Territorien der Frauenanteil höher ist als in katholischen, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.

Differenziert beleuchtet Lehmann die Rolle der Kirche und einzelner Geistlicher. Die Frage, warum in katholischen Gebieten mehr Menschen die Verfolgung mit dem Leben bezahlen mussten, stellt, wie Lehmann betont, ebenfalls ein Forschungsdesiderat dar. Leser und Leserinnen, die sich für die Geschichte der Hexenverfolgungen interessieren, finden sicherlich großen Gefallen an der Lektüre des Buches.

Empfehlenswert ist es aber auch für alle anderen, macht Lehmann doch immer wieder deutlich, was uns mit Menschen aus damaligen Zeiten verbindet und wie nah wir der Gefahr ungerechter Verurteilungen, vorschneller Urteile und Grausamkeiten gegenüber Mitmenschen auch heute immer wieder kommen.
02.07.2026, Irene Klissenbauer, religion.ORF.at

Buchhinweis
Kai Lehmann: Hexen vor Gericht. Krisen, Angst und Massenmedien.
Herder,
432 Seiten

Hexenwahn: Medien als Brandbeschleuniger
 
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