josef

Administrator
Mitarbeiter
Wissenschaft
Schnellerer Datenaustausch bei Erdbeben

Grenzübergreifend wird ja schon lange im Bereich des Erdbeben-Katastrophenschutzes gearbeitet und auch geforscht. Jetzt gibt es unter dem Titel „Armonia“ ein neues, gemeinsames EU-Projekt von sieben Organisationen aus Italien und Österreich. Ziel ist ein noch schnellerer Datenaustausch über die Grenzen.

Teilen
2020 war in Österreich ein Erdbebenjahr. Fast 1.500 Mal bebte laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik die Erde. 69 Beben waren deutlich spürbar. Mit zehn fühlbaren Erdstößen liegt Kärnten an zweiter Stelle in der Bundesländerstatistik und somit deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die jüngsten Beben in Kroatien waren ebenfalls in Kärnten spürbar. Die Stärke des Bebens am 29. Dezember betrug 6,4. Das Epizentrum befand sich rund 170 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

ORF
Erdbeben Kroatien

Hinweise aus der Bevölkerung als wertvolle Quelle
Schwankende Christbäume und Hängelampen, klirrendes Geschirr und wackelnde Möbel – etliche Wahrnehmungen aus der Bevölkerung gingen auch in Kärnten nach dem Beben – telefonisch oder per E-Mail – bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ein, so Christian Stefan von der ZAMG Klagenfurt: „Die werden dann gesammelt. Damit kann dann eine Auswertung erfolgen, die dann zentral in der Abteilung Geophysik in Wien durchgeführt wird. Da wird dann festgestellt: wo ist das Epizentrum des Bebens gewesen und die Auswirkungen – wie war das bei uns spürbar? Ob es auch Schäden gibt kann dann auch beurteilt werden anhand der Meldungen und der Modelle, die dann dahinter liegen.“

ORF
Christian Stefan ZAMG Klagenfurt

Grenzübergreifender Austausch seit Ende der 1970er Jahre
Seit Ende der 1970er Jahre intensivierte sich der grenzübergreifende Austausch bei Naturkatastrophen und Erdbeben. Am 6. Mai 1976 wurde Kärntens Nachbarregion Friaul – laut Experten – von einem der schwersten Erdbeben in der Geschichte des Alpen-Adria-Raumes heimgesucht. Tausende Tote wurden damals beklagt, mehr als 45.000 Menschen wurden obdachlos. Unter den Helfern waren auch viele Kärntner.

Hauptbetroffen war damals das Gebiet rund um Gemona in Friaul, dort lag auch das Epizentrum des Bebens. Auch in Kärnten hatte das Erdbeben von Friaul damals Schäden verursacht: „Wir haben die sogenannte periadriatische Nahzone, die sich durch das Gailtal erstreckt und parallel zur Grenze nahezu – bis nach Bad Eisenkappel – verläuft und darüber hinaus. Wir haben aber festgestellt, dass diese Zone selber nicht so erdbebengefährdet ist. Es sind viel mehr die Erdbeben, die aufgrund der Subduktion der afrikanischen Platte unter die Alpen stattfindet. Die entladen sich hauptsächlich in Slowenien und in Friaul. Das war auch die Ursache für die Erdbeben 1976, die in einer Tiefe von zehn bis 50 Kilometer stattgefunden haben. Nur weil dort das Epizentrum ist bedeutet das nicht, dass in Österreich nichts passieren kann. Ganz im Gegenteil: Wir haben viele Gebäudeschäden damals erlebt.“

ORF
Wolfgang Lenhardt

Ziel: Besserer Überblick und beschleunigter Datenaustausch
Das sei die Urstunde einer Erdbebennorm gewesen, sagt Lenhardt. Es wurde beispielsweise festgelegt, wie Gebäude in Österreich gebaut werden sollen, um möglichen Erdbeben standzuhalten und es wurde der Grundstein für gemeinsame grenzübergreifende Forschungsaktivitäten im Erdbeben-Katastrophenschutz gelegt. Jetzt gibt es ein neues EU-Projekt unter dem Titel „ARMONIA“, durch das der Datenaustausch über die Grenzen hinweg noch schneller von sich gehen soll.

Gemeinsam mit den italienischen Regionen Friaul-Julisch Venetien und Veneto entstehen Einsatzprotokolle, die für alle Beteiligten zugänglich sind. Sie sollen dabei helfen, bei Naturkatastrophen Rettungsaktionen zu beschleunigen und zu erleichtern: „Wir empfangen ja seit 2000 leicht die Daten aus dem Friaul. Also die Tests von den Messstationen, die Messwerte werden auch bei uns visualisiert und zur Standardauswertung verwendet. Jetzt geht es darum, das Ganze noch zu beschleunigen“, sagt Wolfgang Lenhardt. Er ist Leiter der Abteilung für Geophysik bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. Sie ist aus Österreich neben der Universität Innsbruck am Projekt „ARMONIA“ beteiligt.

ORF
Risse in Hausmauer

Gefahrenstellen sollen besser lokalisiert werden
Es gehe darum, sehr schnell den Zivilschutz oder die Landesalarm- und Warnzentrale in Klagenfurt darüber zu informieren, wie groß das Ausmaß von einem Erdbeben war – im Vergleich zu jenem von 1976 in Friaul zum Beispiel.

Auch eine homogene Auswertung der Messdaten in Echtzeit werde angestrebt, damit es zu keinen unterschiedlichen Auffassungen kommt auf beiden Seiten der Grenze komme, so Lenhardt. Das betreffe zum Beispiel Fragen danach, welche wichtigen Infrastrukturen in Gefahr seien oder wo Hangrutschungen ausgelöst werden könnten.

ORF
Bei einem Webinar am 17.12.2020 tauschten sich die Experten unter anderem über sogenannte „Gebäudewächter“ aus

Gebäude erhalten hochsensible „Wächter“
Die ZAMG hat im Rahmen des Projekts in Tirol und Kärnten sechs neue Erdbebenstationen installiert und ein Test-Gebäude in Innsbruck mit Sensoren bestückt. Auch auf Gebäuden unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bauart werden Messgeräte installiert, sogenannte „Wächter“. Sie liefern Erkenntnisse darüber, wie anfällig die jeweilige Bausubstanz für Erdbeben ist.

Wolfgang Lenhardt: „Wenn ich zum Beispiel an einer Brücke ein Messgerät habe, dann kann ich erfahren, welchen Kräften diese Brücke oder Gebäude bei einem Erdbeben ausgesetzt ist. Habe ich das nicht, dann kann ich es nur abschätzen aus der Entfernung durch eine Station, die 20 Kilometer entfernt ist mit einem anderen Untergrund und dergleichen. Deswegen hat man sich bemüht, vor allem auf der italienischen Seite, noch weitere, viele Stationen zu errichten.“

ZAMG/Wolfgang Lenhardt
Gerät zur Messung von Erdstößen im Keller eines Gebäudes

Digitaler Atlas entsteht
Auch die Einsatzzentralen werden mit modernen technischen Hilfsmitteln ausgestattet: thematische Karten in Echtzeit etwa sollen zeigen, wo genau Erdbeben Schäden verursachen. Was früher einmal der gute alte Atlas war, soll künftig – in digitaler Form – die Arbeit der Einsatzorganisationen erleichtern.

Außerdem arbeitet die ZAMG im Bereich historische Erdbebenforschung. Dabei werden bis tausend Jahre zurück, also bis weit vor den Beginn instrumenteller Messungen, historische Schriften ausgewertet. Die Erkenntnisse werden auf die Auswirkungen von Erdbeben nach modernen Messkriterien umgelegt und fließen in Baunormen ein.

ORFKärntner
Delegation 2016 bei einem Besuch der Einsatzzentrale des Zivilschutzes (protezione civile) in Palmanova

So bald wie möglich wieder gemeinsame Übungen
Vereinheitlicht werden soll in Zukunft auch die Ausbildung. Gemeinsame Übungen der Nachbarregionen sind ebenfalls geplant. Freiwillige des Katastrophenschutzes und die Bevölkerung sollen verstärkt eingebunden werden, denn im Fall eines Erdbebens ist jede Minute kostbar.
Für das nächste halbe Jahr stehen noch die Abschlussarbeiten des EU-Projekts ARMONIA an – die dann auch langfristig gesehen den Erdbebenschutz im Alpen-Adria-Raum verbessern sollen.
16.01.2021, red, kaernten.ORF.at

Links:
Schnellerer Datenaustausch bei Erdbeben
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Starkes Erdbeben erschütterte Admont
1611130686139.png

Mittwochfrüh hat in Admont im Bezirk Liezen ungewöhnlich stark die Erde gebebt. Laut Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) hatte das Beben eine Magnitude von 4,5. Über mögliche Schäden ist derzeit nichts bekannt.
Online seit heute, 9.12 Uhr
Teilen
Das Beben mit der Stärke 4,5 ereignete sich um 8.30 Uhr, etwa sechs Kilometer westlich von Admont entfernt. Das Erdbeben wurde im Bereich des Epizentrums stark verspürt, und konnte auch in weiten Teilen Österreichs wahrgenommen werden.

Wie haben Sie das Erdbeben in Admont erlebt? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen unter der Nummer 0316 42 58 58

Leichte Gebäudeschäden möglich
Laut ZAMG sind im Bereich des Epizentrums, wo unter anderem etwa das Stift Admont liegt, leichte Gebäudeschäden möglich. Bislang wurden aber keine Schäden gemeldet. Die Bevölkerung wird ersucht, ihre Wahrnehmungen über das Online-Formular des Erdbebendienstes bekannt zu geben.
Immer wieder kommt es in der Steiermark zu leichten Erdbeben – zuletzt Anfang Jänner in der Obersteiermark – mehr dazu in Leichtes Erdbeben bei Judenburg (5.1.2021). Stark auch in der Steiermark zu spüren war zuletzt das schwere Erdbeben in Kroatien nahe Zagreb, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen – mehr dazu in Deutlicher Erdstoß in Graz spürbar (29.12.2020).
20.01.2021, red, steiermark.ORF.at

Link:
Starkes Erdbeben erschütterte Admont
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Einige Schäden nach Erdbeben bei Admont
Mittwochfrüh hat bei Admont im Bezirk Liezen ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4,7 stattgefunden. Es kam zu einzelnen Gebäudeschäden, etwa in der Wallfahrtskirche Frauenberg. Das weltberühmte Stift blieb verschont.
Online seit heute, 15.43 Uhr (Update: 15.23 Uhr)
Teilen
Das Beben ereignete sich um 8.30 Uhr etwa sechs Kilometer westlich von Admont entfernt und in etwa acht Kilometer Tiefe. Die Magnitude wurde nach genauer Prüfung sogar von 4,5 auf 4,7 nach oben korrigiert. Das Beben wurde von Bewohnern nahe dem Epizentrum sehr deutlich gespürt: Tische wackelten und Kastentüren mit Mangetverschlüssen sprangen auf, hieß es seitens der ZAMG. Die Bevölkerung wird ersucht, weitere Wahrnehmungen über das Onlineformular des Erdbebendienstes bekanntzugeben.

1611166687345.png

„Zehn Sekunden stark gespürt“
Bis Mittwochnachmittag gingen bereits knapp 2.000 Wahrnehmungsmeldungen bei der ZAMG ein. Mario Brandmüller vom Stift Admont schilderte etwa im APA-Gespräch, dass es ordentlich gerüttelt habe: „Wir saßen im zweiten Stock und haben zuerst an eine Dachlawine gedacht.“ Bilder seien von den Wänden gefallen, die Computermonitore und Lampen hätten gewackelt, sagte er.

Auch Christian Haider, der Bürgermeister der flächenmäßig zweitgrößten Gemeinde der Steiermark mit rund 5.000 Einwohnern, hat das Erdbeben hautnah miterlebt: „Laut eigener Wahrnehmung und Wahrnehmung der Bürger hat man es doch zehn Sekunden sehr stark gespürt – im Bodenbereich die Vibration und auch an den Wänden, dass man es teilweise auch an den Bildern gesehen hat, dass die stark zu vibrieren begonnen haben.“

In den insgesamt vier Ortsteilen der Gemeinde war das Erdbeben allerdings sehr unterschiedlich spürbar, schildert Haider: „Das heißt, die Ortsteile Johnsbach und Weng waren fast gar nicht betroffen. Wobei die beiden anderen Ortsteile, Admont und Hall, doch sehr stark betroffen waren.“

Fotostrecke mit 4 Bildern
APA/PRIOR PATER MAXIMILIAN
Schäden in der Wallfahrtskirche Frauenberg
APA/PRIOR PATER MAXIMILIAN
Schäden in der Wallfahrtskirche Frauenberg

APA/PRIOR PATER MAXIMILIAN
Schäden in der Wallfahrtskirche Frauenberg

APA/PRIOR PATER MAXIMILIAN
Schäden in der Wallfahrtskirche Frauenberg

Schäden an Wallfahrtskirche Frauenberg
Im Bereich des Epizentrums wurden auch bereits erste Schäden gemeldet. Noch am Vormittag hatte ein Baumeister mit der Begutachtung begonnen: Für die weltberühmte Klosterbibliothek sowie die Kirche beim Stift gab es vorerst Entwarnung, da seien bisher keine Schäden bemerkt worden. Doch die wenige Kilometer entfernt liegende Wallfahrtskirche Frauenberg hat es laut Brandmüller schwer getroffen: Fensterscheiben seien zerbrochen und Deckenmalereien abgebröckelt. Die Kirche sei deshalb so schwer getroffen, weil sie nahezu über dem Epizentrum stehe, erklärte Brandmüller.

Das Beben dürfte auch in weiten Teilen Österreichs gespürt worden sein, dennoch waren die Bewegungen beispielsweise in Graz nicht so stark zu bemerken wie beim letzten schweren Beben in Kroatien Ende Dezember, bei dem in Kroatien sieben Menschen ums Leben kamen – mehr dazu in Deutlicher Erdstoß in Graz spürbar (29.12.2020). Das dürfte an der eher geringen Tiefe des Bebens liegen, schilderte die Erdbebenexpertin der ZAMG, Fee-Alexandra Rodler, gegenüber der Austria Presse Agentur.

Beben in dieser Stärke nur selten
In Admont hat die Erde zuletzt vor 200 Jahren so stark gebebt, erklärt der Seismologe Helmut Hausmann von der ZAMG: „Das ist relativ stark für österreichische Verhältnisse, und wenn man sich das anschaut, dann tritt so eine Magnitude in der Steiermark nur alle 15 Jahre auf.“ Leichtere Beben in der Steiermark sind dagegen nichts Ungewöhnliches – zuletzt etwa bebte es Anfang Jänner in der Obersteiermark – mehr dazu in Leichtes Erdbeben bei Judenburg (5.1.2021).

Nachbeben noch zu erwarten
An der Erdbebenstation in Admont erreichten die Bodenbewegungen zwölf Zentimetern pro Sekundenquadrat – das ist ungefähr nur ein Drittel jener Beschleunigung, der Gebäude heutzutage laut ÖNORM-Baurichtlinie ohnehin standhalten müssen, sagt der Seismologe: „Das ist der normale Spannungsaufbau durch die afrikanische Platte, die nach Norden auf die eurasische Platte driftet. Und an bestimmten Störungen – das kann in dieser Region die Weyer-, die Pyhrn- oder die Salzach-, Ennstal-, Mariazell-, Puchbergstörung sein –, dort können sich dann diese Spannungen plötzlich lösen.“

In der Region Admont solle man sich daher auch auf Nachbeben einstellen, auch in den nächsten Wochen noch, so der Seismologe. Dass es bisher noch keine gab, sei äußerst ungewöhnlich.
20.01.2021, red, steiermark.ORF.at/Agenturen

Einige Schäden nach Erdbeben bei Admont
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Wieder Erdbeben im Raum Admont
Im Raum Admont im Bezirk Liezen hat am späten Samstagvormittag neuerlich die Erde gebebt. Es handelt sich laut Zentralanstalt für Meteorolgie und Geodynamik um ein Nachbeben nach dem starken Erdbeben von Mittwoch.
Online seit heute, 13.21 Uhr
Teilen
Vergangenen Mittwoch hatte bei Admont ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4,7 stattgefunden. Es kam zu einzelnen Gebäudeschäden, etwa in der Wallfahrtskirche Frauenberg. Das weltberühmte Stift blieb verschont – mehr dazu in Einige Schäden nach Erdbeben bei Admont

Seismologe: Nachbeben zu erwarten
An der Erdbebenstation in Admont erreichten die Bodenbewegungen am Mittwoch zwölf Zentimetern pro Sekundenquadrat – das ist ungefähr nur ein Drittel jener Beschleunigung, der Gebäude heutzutage laut ÖNORM-Baurichtlinie ohnehin standhalten müssen, sagte der Seismologe Helmut Hausmann, der bereits am Mittwoch auch betonte, man solle sich in der Region auf Nachbeben einstellen, auch in den nächsten Wochen noch.

Magnitude von 2.2 am Samstag
Ein solches gab es am Samstag um 10:58 Uhr. Es erreichte eine Magnitude von 2.2 auf der Richterskala und wurde im Bereich des Epizentrums vereinzelt verspürt. Schäden an Gebäuden seien keine bekannt und der Magnitude nach nicht zu erwarten, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorolgie und Geodynamik (ZAMG).
23.01.2021, red, steiermark.ORF.at
Wieder Erdbeben im Raum Admont
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Erneut Erdbeben in der Obersteiermark
In der Obersteiermark hat in der Nacht auf Mittwoch erneut die Erde kurz gebebt. Das Beben ereignete sich unweit von Trofaiach, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch mit.
Online seit heute, 7.32 Uhr
Teilen
Immer wieder kommt es vor allem in der Obersteiermark zu kleineren Erdbeben, zuletzt zwei Mal im Raum Admont – mehr dazu in Einige Schäden nach Erdbeben bei Admont (20.1.2021) und in Wieder Erdbeben im Raum Admont (23.1.2021). Die Erdstöße am Mittwoch gegen 1.43 Uhr einige Kilometer westnordwestlich von Leoben waren etwas leichter, aber dennoch deutlich zu spüren.

Stärke von 3,4
Die Erdstöße erreichten eine Magnitude von 3,4 auf der Skala. Schäden seien bei dieser Stärke eher nicht zu erwarten, so die Experten. Der Österreichische Erdbebendienst ersucht aber, das sogenannte Wahrnehmungsformular im Internet auszufüllen; auch eine schriftliche Meldung an die Hohe Warte 38 in 1190 Wien ist möglich.
27.01.2021, red, steiermark.ORF.at
Erneut Erdbeben in der Obersteiermark
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
FRAGE & ANTWORT
Warum bebte die Erde zuletzt immer wieder?
Ein schweres Erdbeben erschütterte zu Jahresende Kroatien, und im Jänner häuften sich Erdstöße auch in Österreich. Was spielt sich ab unter der Erde?

Ende Dezember hat ein Beben der Stärke 6,4 in der kroatischen Stadt Petrinja schwere Schäden angerichtet. In Österreich bebte es leichter.
Foto: Imago Images

Frage: Es gab es zuletzt eine Häufung von Beben in Österreich. Gibt es einen Zusammenhang mit dem schweren Erdbeben in Kroatien?
Antwort: Nein, zumindest keinen direkten. Indirekt gibt es dahingehend einen Zusammenhang, dass sowohl Österreich als auch Kroatien an die Adriatische Platte angrenzen, die sich seit Millionen von Jahren langsam nach Norden gegen die Eurasische Platte schiebt, was da wie dort voneinander unabhängige Bruch- und Störungszonen verursacht. Laut dem Seismologen Wolfgang Lenhardt * von der ZAMG ist es reiner Zufall, dass es kurz nach dem Beben in Kroatien Ende Dezember zu dieser Häufung an spürbaren Erdstößen in Österreich gekommen ist. Infolge des Bebens südlich von Zagreb ist zudem die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung gestiegen, es gingen weit mehr Meldungen als üblich beim Erdbebendienst ein.

Frage: Sind mehrere Beben hintereinander also nichts Ungewöhnliches?
Antwort: Statistisch gesehen liegt die Zahl der jüngsten Beben zwar im oberen Bereich, aber im Rahmen. Seit dem Jahr 2000 werden in Österreich im Mittel 48 Erdbeben pro Jahr wahrgenommen, das entspricht etwa vier pro Monat. Zuletzt gab es aber Jahre mit mehr Meldungen, 2020 waren es zum Beispiel knapp 70. Die meisten Beben machen sich durch ein deutliches Rütteln bemerkbar, doch etwa alle zwei bis vier Jahre muss in Österreich auch mit leichten Gebäudeschäden durch ein stärkeres Erdbeben gerechnet werden. Schwere Schäden an Gebäuden kommen bedeutend seltener vor, hier beträgt die durchschnittliche Wiederkehrperiode etwa 75 Jahre. Das kann aber stark variieren.

Frage: Wann ist ein Beben spürbar?
Antwort: Das hängt vor allem davon ab, wie tief im Boden der Erdbebenherd liegt. Ab einer gemessenen Magnitude von 2,5 wird der Erdbebendienst automatisch aktiv und informiert die Landeswarnzentralen. Das Gleiche gilt, wenn mindestens zwei Meldungen aus der Bevölkerung eingehen. Seichte Erdbeben, etwa in der Gegend um Lech am Arlberg, werden oft schon bei einer Magnitude von 1,5 wahrgenommen. Die weitaus größere Zahl der vom seismologischen Messnetz registrierten Erdstöße ist aber nicht spürbar. Rund 12.000 weltweite Ereignisse pro Jahr wurden in heimischen Messstationen detektiert. Darunter fallen etwa 1500 tektonische Bewegungen auf österreichischem Boden. Zudem werden Sprengungen, Atomtests und sogar Meteorexplosionen, die einen Luftschall erzeugen, registriert.


Frage: Wo in Österreich sind die erdbebenanfälligsten Gebiete?
Antwort: Mithilfe historischer Daten kann Österreich in verschiedene Gefahrenzonen eingeteilt werden (siehe Grafik oben), die auch Grundlage für die Baunorm sind. Tektonisch besonders aktive Zonen sind das Rheintal in Vorarlberg, das Inntal und seine Seitentäler, das Mur- und Mürztal, das Semmeringgebiet und das Wiener Becken. Die zuletzt deutlich spürbaren Beben sind auf die sogenannte Ennstaler Störung zwischen Admont und Liezen sowie auf die Trofaiacher Störung nahe Leoben zurückzuführen.

Frage: Was ist in Ardning bei Admont, wo am 20. Jänner ein Beben der Magnitude 4,5 stattgefunden hat, unter der Erde passiert?
Antwort: Erdbeben entstehen, wenn sich Spannungen im Untergrund, die durch die Bewegung tektonischer Platten aufgebaut wurden, ruckartig lösen. Im Fall von Admont lag der Herd, auch Hypozentrum genannt, in etwa zehn Kilometern Tiefe unter dem Epizentrum in Ardning, wenige Kilometer von Admont entfernt. Das Epizentrum ist der Punkt an der Erdoberfläche, wo die Energie ihre größte Wirkung hat. Seismologen gehen davon aus, dass sich dabei die Erdkruste in zehn Kilometern Tiefe um weniger als zehn Zentimeter verschoben hat. Zum Vergleich: Bei einem Beben der Stärke 7 kann sich die Kruste um ein bis zu zwei Meter verschieben. Zuletzt gab es in der Nähe von Admont im Jahr 1810 ein ähnlich starkes Beben. Das heißt, es brauchte hier fast 200 Jahre, bis der aufgestaute Druck abgebaut wurde. In den nächsten Tagen kann es hier auch noch zu Nachbeben kommen.

Frage: Wie wird die Magnitude berechnet?
Antwort: Mit immer sensibleren Seismometern können heute kleinste Bodenbewegungen in der Größenordnung von einem Nanometer pro Sekunde erfasst werden. Die Daten sind Basis für die Bestimmung der Magnitude, eines logarithmischen Maßes der am Bebenherd freigesetzten Schwingungsenergie. Das Maß wurde 1935 von Charles Richter eingeführt. Als Magnitude Null definierte Richter jene Erschütterung, die in 100 Kilometern Entfernung vom Epizentrum nicht mehr messbar war – mit damaligen Geräten. Heute können negative Magnituden bis zu –3 aufgespürt werden, im Labor sogar bis zu –7,8. Nach oben hin gibt es eine natürliche Grenze. Da die Erdkruste nur begrenzt Deformationsenergie speichern kann, die sich in Form von Erdbeben entlädt, ist eine Magnitude größer als 9,5 nicht möglich. Für die Bewertung der Schäden auf der Erdoberfläche wird eine Intensitätsskala verwendet, die von einem (nicht fühlbar) bis zwölf Grad (vollständig verwüstend) reicht.

Frage: Wann könnte es wieder zu stärkeren Erdbeben in Österreich kommen?

Antwort: Das letzte Erdbeben, das schwere Gebäudeschäden verursachte, ereignete sich 1927 in Schwadorf nahe Wien mit einer Stärke von 5,2 auf der Richterskala und einer Intensität von Grad 8. 1972 erreichte ein Beben in Seebenstein im südlichen Teil des Wiener Beckens eine Stärke von 5,3. Die Folgen waren bis Wien spürbar, es blieb aber bei Gebäudeschäden. Seismologen rechnen damit, dass es im Wiener Becken in etwa 50 bis 70 Jahren wieder zu einem ähnlichen Ereignis kommen könnte, da Erdbeben oft in der Nähe früherer Epizentren auftreten. Mit katastrophalen Erdbeben wie etwa in Chile – dort wurde 1960 die größte Magnitude von 9,5 gemessen – ist in Mitteleuropa aber jedenfalls nicht zu rechnen.
(Karin Krichmayr, 6.2.2021)

* Die Fragen wurden mithilfe von Wolfgang Lenhardt, Leiter der Abteilung Geophyik an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) – einer Forschungseinrichtung des Wissenschaftsministeriums –, beantwortet.

Links
Nachlese
Warum bebte die Erde zuletzt immer wieder? - derStandard.at
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Leichtes Erdbeben südlich von Innsbruck
Am Freitagvormittag hat es südlich von Innsbruck ein leichtes Erdbeben gegeben. Obwohl das Beben laut der ZAMG nur eine Magnitude von 2,2 erreichte, wurde es im Bereich des Epizentrums bei Mutters deutlich verspürt.

Laut dem Erdbebendienst der ZAMG seien keine Schäden an Gebäuden bekannt und bei einem Beben dieser Stärke auch nicht zu erwarten. Das Beben hatte sich um 8.25 Uhr ereignet. Der Erdbebendienst der ZAMG ersucht die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf der Homepage des Bebendienstes der ZAMG auszufüllen.
12.02.2021,red, tirol.ORF.at

Leichtes Erdbeben südlich von Innsbruck
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
...und am Nachmittag auch in NÖ.:

STÄRKE 2,6
Leichtes Erdbeben bei Wiener Neustadt
Südwestlich von Wiener Neustadt hat sich am Freitagnachmittag ein leichtes Erdbeben ereignet.
Von APA / NÖN.at. Erstellt am 12. Februar 2021 (17:54)

Nach Angaben des Erdbebendiensts der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wurde eine Magnitude von 2,6 gemessen. Die Erschütterungen im Bereich des Epizentrums seien leicht spürbar gewesen.

Der ZAMG lagen keine Meldungen von Schäden an Gebäuden vor. Selbige seien bei der Stärke der Erschütterungen auch nicht zu erwarten. Der Erdbebendienst ersuchte jedoch die betroffene Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf Ihr Erdbebenbericht — ZAMG auszufüllen oder schriftliche Meldungen an die Adresse Hohe Warte 38, 1190 Wien zu schicken.
Leichtes Erdbeben bei Wiener Neustadt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Leichtes Erdbeben im Bodenseeraum
Ein leichtes Erdbeben im deutschen Bodenseeraum ist Montagabend auch vereinzelt in Österreich spürbar gewesen. Das Beben erreichte eine Stärke von 3,1 nach Richter.
Online seit heute, 8.02 Uhr
Teilen
Nach Angaben des Erdbebendiensts der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wurde um 20.43 Uhr eine Magnitude von 3,1 gemessen. Schäden an Gebäuden sind keine bekannt und aufgrund der geringen Stärke des Bebens auch nicht zu erwarten.

ZAMG bittet um Bebenmeldung
Der Erdbebendienst der ZAMG ersucht die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf der Homepage zur Bebenmeldung auszufüllen oder schriftliche Meldungen an folgende Adresse (Porto zahlt Empfänger) zu senden: Erdbebendienst der ZAMG, Hohe Warte 38, A-1190 Wien.
Zentrum nahe Konstanz
Nach Angaben der ZAMG befand sich das Zentrum des Bebens in der Nähe von Konstanz am Bodensee. Detaillierte Informationen über das Ereignis berichtet die ZAMG auf der u.a. Internetseite.
02.03.2021, red, vorarlberg.ORF.at/Agenturen

Link:
Leichtes Erdbeben im Bodenseeraum
 
Oben