Fliegerhorst Graz-Thalerhof

josef

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#1
Habe noch 4 Fotos von der "Ausstellung 2011 in Zeltweg - 100 Jahre Militärluftfahrt in Österreich" vom Flh. "Nittner" Thalerhof. Trotz der schlechten Bildqualität (unscharfe Darstellung auf den Bildtafeln, Lichtverhältnisse...) stelle ich die Bilder zwecks Dokumentationszwecken hier rein:

1. Lubi Ende der 50iger Jahre:
Oben-Bildmitte -> der damals noch relativ kleine Zivilteil.
Rechte obere Platzecke -> 3 Mannschafts- und Wirtschaftsgebäude der Fliegerkaserne, errichtet vom 1. ÖBH ca. 1936-37, an der zur
unteren rechten Platzecke verlaufenden Verbindungsstraße (Südende der Piste) -> div. Werkstätten- und Kasernengebäude noch von den Fliegertruppen der k.u.k. Monarchie.
Unterhalb, fast parallel zur Piste, rechter Bildrand -> Hangars aus der Monarchie bzw. 1. ÖBH, darunter, in der dunklen Fläche des "Schachenwaldes" die großen LW-Hangars mit den hellen Betonvorfeldern.

Alle Objekte, bis auf die Kasernengebäude oben und die LW-Bauten unten im Schachenwald wurden Ende der 1960iger, Anfang der 70iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wegen der Pistenverlängerung abgerissen.

2. Lubi aus 1936 - Flh. der Luftstreitkräfte des 1. ÖBH:
Südende des Platzes, Blickrichtung von O nach W. Unten (im Vordergrund) die in Bau befindlichen 3 Mannschaftsgebäude und der Wirtschaftsblock, an der nach oben (W) führenden Verbindungsstraße die Gebäude der alten k.u.k. Fliegerkaserne mit Werkstätten und am oberen Bild- (Platz-)Rand Hangars ebenfalls aus der Monarchie bzw. 1. ÖBH. Dahinter der Schachenwald, wo ab 1938 die Bauten der LW entstanden. Alle die am Bild erkennbaren Bauobjekte mit Ausnahme der damals in Bau befindlichen im Vordergrund, wurden wie vorhin beschrieben, abgerissen. Quer durch die Bildfläche führt jetzt die Piste.

3. SW-Ecke des Fliegerhorstes - Anfang der 1970iger Jahre:
Die Bauten an der Verbindungsstraße sind schon abgerissen, die kleinen Hangars in Bildmitte werden bald folgen. Die beiden Dunklen Dbjekte sind noch von den k.u.k. Fliegertruppen. Am rechten Rand erkennt man den Beginn des Schachenwaldes mit den großen LW-Hangars und Beton-Vorfeldern.
In der linken Ecke befindet sich das damalige Pistenende mit Einmündung des Rollweges von den Hangars. Die Piste wurde dann Richtung S (nach oben) verlängert. Auch die Privathäuser im Hintergrund wurden abgesiedelt.

4. Hallenvorfeld im Schachenwald 1965 mit Trainer "Fouga Magister"

Bildquelle: Bildtafeln Ausstellung 2011 Flh. Zeltweg
 

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josef

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#2
Ende nach 99 Jahren...

Bundesheer verlässt Fliegerhorst nach 99 Jahren

Am Fliegerhorst Nittner ist am Montag nach 99 Jahren die militärische Nutzung des Militärflughafens eingestellt worden. Festgelegt wurde die Schließung bereits 2005 vom Ministerrat, Grund sind Einsparungsmaßnahmen des Bundesheeres.

Seit 2005 ist das Ende des Fliegerhorstes neben dem Flughafen Graz Thalerhof beschlossene Sache: Das Bundesheer muss sparen und im Zuge dessen werden auch Immobilien verkauft – mehr dazu in Fliegerhorst Nittner: Käufersuche bis November (steiermark.ORF.at; 26.7.2013). Für den Fliegerhorst Nittner gibt es allerdings auch weiterhin noch keinen Käufer.

Warten auf 10,5-Millionen-Gebot
Die Anlage befinde sich „im freien Verkauf“, heißt es von der mit dem Verkauf beauftragten SIVBEG. Der erste Bieter, der den ausgeschriebenen Mindestpreis von 10,5 Millionen Euro bietet, erhält demnach den Zuschlag.

1914 wurde der Fliegerhorst Nittner in Graz Thalerhof feierlich eröffnet. In den 80er-Jahren waren hier rund 400 Soldaten stationiert, in den letzten Monaten waren es nur noch rund 60 Bedienstete. Sie werden nun nach Zeltweg in die Fliegerwerft 2 verlegt. Die Gebäude werden - mangels eines Käufers - wohl noch eine Zeit lang leer stehen.

Grenzwache in Kriegszeiten
Zu den Höhepunkten des Fliegerhorstes zählten die Stationierung der Saab Draken Ende der 80er-Jahre sowie die Überwachung der Südgrenze im Zuge der Jugoslawienkrise. Militärkommandant Brigadier Heinz Zöllner, wies in seiner Ansprache beim Abschieds-Festakt darauf hin, dass der Abschied vom Fliegerhorst Nittner nicht freiwillig geschehe, sondern aufgrund der Einsparungsmaßnahmen des Bundesheeres. Jedoch: „Jedes Ende ist auch ein Anfang und wir müssen uns den neuen Herausforderungen und Aufgaben stellen“, blickte Zöllner in die Zukunft.

“Erinnerungen weitertragen“

Kasernenkommandant Herbert Beitler warf hingegen einen wehmütigen Blick zurück: „Die Thalerhofer waren ein eingeschworenes Team mit sozialem Gespür, alle Soldaten und Zivilbediensteten haben über fast 100 Jahre beste Arbeit geleistet. Ab morgen ist unser Fliegerhorst Geschichte“, sagte Beitler. „Alle Thalerhofer werden ihre Erlebnisse und Erinnerungen in Kopf und Herzen weitertragen.“

Im Laufe der 99-jährigen Geschichte waren bis auf die Eurofighter alle Düsenflugzeuge des Bundesheeres am Fliegerhorst Nittner stationiert, am längsten die Saab 105. Daher wurde der Festakt auch mit einem Überflug von vier Saab 105 beendet.
http://steiermark.orf.at/news/stories/2619447/
 

josef

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#9
Nachnutzung Fliegerhorstgelände:

Mercedes baut südlich von Graz G-Teststrecke
Seit 40 Jahren wird in Graz der Mercedes G produziert. Nun baut Mercedes-Benz südlich von Graz ein Test-Areal, auf dem Kunden ihr Gefährt ausgiebig testen und auch in Extremsituationen erleben können werden.
Auf dem ehemaligen Gelände des Fliegerhorsts Nittner in Kalsdorf südlich von Graz entsteht auf rund zehn Hektar Fläche das neue „Mercedes G-Class Experience Center“ - ein Testgelände mit künstlichen Hügeln und steil abfallenden Mulden, aber auch mit asphaltierten Strecken.

Das Auto „erfahren“
Hier können Mercedes-Kunden in Zukunft ihr Fahrzeug auf Herz und Nieren testen und „erfahren“, sagt Gunnar Güthenke, Geschäftsführer der Mercedes-Benz G GmbH: „Wir bauen hier sowohl verschiedene Arten von Steigungshügeln - bis zu 100 Prozent, das heißt 45 Grad -, die der Kunde mit dem Fahrzeug fahren kann auf unterschiedlichsten Untergründen, dann haben wir Fahrten im Wald, wir haben Fahrten durch Wasser, im Schlamm und natürlich auch auf der Straße, wo wir Möglichkeiten bieten, Schleudertests zu machen - in kontrollierter Umgebung, dass der Kunde auch die Fahrsicherheitssysteme des Autos erleben kann.“

Seit 40 Jahren ein Erfolgsprodukt
Seit 40 Jahren wird der Mercedes G in Graz produziert, und das Fahrzeug - mit Preisen jenseits der 100.000 Euro - verkauft sich besser denn je: 22.000 Stück waren es im Vorjahr, und bei Mercedes-Benz erwartet man auch in Zukunft jährlich weitere Wachstumsraten.


ORF

Mit dem neuen Testgelände will man Kunden aus der ganzen Welt nach Graz locken: „Wir haben heute schon in der Größenordnung von 2.000 Gästen pro Jahr, die wirklich aus allen Ländern dieser Welt zu uns kommen, um zu sehen, wo wird der G gefertigt, um mit uns am Schöckl zu erleben, wie sich der G im Gelände bewegt. Auf dem Schöckl ist die Fahrmöglichkeit für Kunden aber sehr eingeschränkt, deshalb wollen wir ihnen hier die Möglichkeit geben, möglichst viel auch selbst zu fahren“, so Güthenke.

Fertigstellung im Herbst
Bis Herbst soll das neue Experience-Center fertig sein - dann sollen auch die ersten Kunden ihren Mercedes G südlich von Graz testen können.

Link:
Publiziert am 22.02.2019
Mercedes baut südlich von Graz G-Teststrecke
 

TORad

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#10
Schönen Nachmittag,

Das Bild 6 Stammt von der ehemaligen einfahrt und wurde in den 90 Jahre aufgelöst und durch eine neue Einfahrt ersetzt.
Bild 7 und 8 gehören eigentlich zusammen diese beiden sind die Seitenteile eines Hangars des Typs wie er noch zwei mahl vorhanden ist.
Die damalige BGV hat anstatt das Dach zu reparieren die Halle damals abreißen lassen kosten des Abrisses waren höher als die Sanierung o_O
So sagte zumindest derjenige der dies Beauftragte.
Wenn ich Bild 5 betrachte denke ich das du die Bilder erst vor kurzem gemacht hast. ;)

Grüße
Ralf
 

josef

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#14
Ist das Dorf für die Verlängerung der Landebahn entfernt worden? stimmt das Foto?
Siehe erklärenden Text zu Bild 3 - Beitrag #1 -> abgerissen! (Quellen: Fotos "Hangar 8 - Flh. Zeltweg" und Text "E.Pitsch; >Die Fliegerhorste des Bundesheeres in Krieg und Frieden<; HGM 1982")
ich bin gerade beim Vergleichen - es werden ca. 100 Jahre Altersunterschied sein
Die Lubi von der ÖNB sind aus den 1930iger Jahren...
 

josef

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#16
Ich habe Zeitungsberichte angefunden von einem weiteren Flughafen in Graz 1937:
weitere ANNO Zeitungsberichte zu diesem Thema konnte ich nicht finden
Ich habe nie etwas davon gehört – weiß jemand mehr?
Da geht es um keinen 2. Flughafen für Graz sondern nur um die örtliche strikte Trennung zwischen militärischen und zivilen Flugbetrieb am Thalerhof!

Dazu bei Erwin Pitsch, "Die Fliegerhorste des Bundesheeres in Krieg und Frieden", Wien 1982, S. 57ff:

1936:
Der jahrelange Streit zwischen Zivilluftfahrt und den Militärfliegern um den Flugplatz Thalerhof konnte gegen Ende des Jahres zwar nicht beigelegt, aber doch etwas gemildert werden. Nach einer neuerlichen heftigen Kontroverse verlangte das BMLV wieder die Trennung des zivilen vom militärischen Flugbetrieb und forderte das Handelsministerium auf, endlich die dafür erforderlichen Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Dieses teilte nun mit, daß für das kommende Jahr ein Luftfahrtkredit von S 500.000,- zur Errichtung der durch die Bedürfnisse der Heeresverwaltung in Graz-Thalerhof notwendig gewordenen neuen Anlagen für die Zivilluftfahrt - eines Abfertigungsgebäudes und eines Flufzeughangars - vorgesehen wäre. Weil nach dem Bau einer Fliegerkaserne im Osten des Platzes die Verkehrsmaschinen zwischen den Militärobjekten abgefertigt wurden und eine Geheimhaltung des militärischen Betriebes nicht mehr gewährleistet werden konnte, beschloß man, die beiden Objekte noch in den Jahren 1937/38 im Nordosten des Flugfeldes zu errichten und nach deren Inbetriebnahme sämtliche Objekte im Süden der Heeresverwaltung zu übergeben. Für den geplanten Ausbau des Zivilflughafens Graz erhoffte man sich eine dementsprechende Beteiligung des Landes Steiermark und der Stadt Graz, vor allem beim Beu der notwendigen Verkehrswege. Die für die Anlegung des Zivilflughafens im Nordosten erforderlichen Planierungen und die Regulierung des nördlichen Teiles des Flugfeldes wurden im Frühjahr 1937 in Angriff genommen. Trotz der erzielten Übereinstimmung bezüglich der Trennung und der Zustimmung des BMfF wurde der Bau der Flugzeughalle als "minder dringlich" auf ein weiteres Jahr zurückgestellt, da die erforderlichen Summen plötzlich nicht mehr vorhanden waren...

1938:
Der Fliegerhorst war bis 1938 weitgehend modernisiert worden...

...nur der für die Trennung der Zivil- und Militärluftfahrt so bedeutende Bau des Abfertigungsgebäudes im Nordosten des Platzes war über die Vorbereitungsarbeiten nicht hinausgekommen. Ende 1937 hatte das BMfHuV noch die Errichtung eies Hangars für Segelflugzeuge des Aero-Clubs 100 m südlich des zu errichtenden Abfertigungsgebäudes des Zivilflughafens genehmigt. Alle diese Projekte konnten aber erst später nach der Übernahme des Flugplatzes durch die Deutsche Luftwaffe fertiggestellt werden.
 

josef

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#18
Ergänzung zu Beitrag #19:
Hab diesen Beitrag aktualisiert - daher passt der untere Folgebeitrag nur bedingt dazu.
Hab meinen Beitrag #19 aktualisiert
Bitte in Zukunft Beiträge zu denen es bereits eine Antwort gibt im Original stehen lassen und für Aktualisierungen/Ergänzungen einen neuen Beitrag erstellen!
So sind später die Zusammenhänge besser verständlich...
 
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#20
hab die Luftangriffe ca. aus dem Bereich des Flughafens zusammengeschrieben
Bezugsquelle: Landesarchiv Steiermark

17. Februar 1944:
Zwischen 13.30 und 14.00 Uhr werfen aus Süden anfliegende Flugzeuge 28 mittelschwere Bomben auf Seiersberg und Neuseiersberg; 1 Haus wird total zerstört, 10 werden mittelschwer und 2 leicht beschädigt, eine Person wird schwer verletzt.

25. Februar 1944:
Um 11.30 Uhr werden aus einem ca. 100 Flugzeuge umfassenden, aus Süden kommenden Bomberverband 101 Sprengbomben zu je 250 kg auf Oberpremstätten (Bez. Graz-Umgebung) abgeworfen; ein Wirtschaftsgebäude wird total zerstört, zwei Wohnhäuser werden mittelschwer und eines schwer beschädigt. Zwei US-Bomber und zwei deutsche Jagdflugzeuge werden abgeschossen; die Absturzstellen sind nicht bekannt.
Um 12.05 Uhr greift ein aus Richtung Graz kommender Verband von 24 US-Bombern den Flughafen Thalerhof an und wirft ca. 100 Bomben zu 250 kg. Im Bereich des Flughafengeländes werden das Kino, die Tankanlage und die Werkstätten zur Gänze zerstört, drei Flugzeughallen, ein Motorenwerk und vier Wohnhäuser im angrenzenden Ort Forst mittelschwer beschädigt. Im angrenzenden Wald hinterlassen Sprengbomben 15 große Bombentrichter. Vier Wehrmachtsangehörige finden den Tod.
Zwischen 12.10 und 13.00 Uhr werden 23 Bomben zu 250 kg auf Seiersberg, Neuseiersberg und Neuwindorf abgeworfen, durch die zwei Gebäude schwer, 12 mittelschwer und 6 leicht beschädigt werden.


24. Mai 1944:
Um ca. 10.00 werden aus zwei Geschwadern von 48 amerikanischen Bombern, die aus Richtung Graz angeflogen kommen, ca. 70 Splitterbomben FRAG 20 auf die Eisenwarenfabrik Lapp-Finze AG geworfen; beschädigt werden das Werksgebäude und der Öltransformator. Neun Personen finden den Tod.

26. Juli 1944:
Um 11.45 Uhr fallen aus einem amerikanischen Bomberverband 300 Splitterbomben 20 FRAG auf Oberpremstätten bei Graz; zwei Wehrmachtsangehörige und ein Kind werden getötet, zwei Kinder schwer und acht Erwachsene leicht verletzt.
Zwischen 12.10 und 12.14 werden aus einem Geschwader von 27 aus Graz wegfliegenden viermotorigen Bombern ca. 50 Splitterbomben zu 9 1/2 kg auf den Flughafen Thalerhof geworfen.


16. Oktober 1944:
Gegen 11.00 Uhr fallen im Gemeindegebiet von Zettling bei Premstätten 13 Sprengbomben zu 250 kg auf freies Ackergelände, davon sieben als Blindgänger; der Flurschaden ist gering.
Um 12.00 Uhr werden aus einem Geschwader von etwa 30 Flugzeugen, die aus Westen anfliegen, ca. 240 Bomben zu 250 und 500 kg auf das im Kaiserwald gelegene Munitionslager geworfen. 3 ha Wald werden schwer beschädigt, in der angrenzenden Ortschaft Zwaring drei Gebäude total, zwei schwer und vier mittelschwer.


5. März 1945:
In der Zeit zwischen 22.30 und 23.00 Uhr werden auf die Ortschaften Lebern, Abtissendorf und Wagnitz in der Gemeinde Feldkirchen bei Graz ungefähr 80 mittelschwere Sprengbomben (Minenbomben MC 500) und einige hundert Stabbrandbomben geworfen. An dem Angriff, der dem südwestlichen Teil von Graz gegolten hat, waren 40 bis 50 Flugzeuge beteiligt. Die Bomben sind durch den Wind jedoch vertragen worden. Infolge von Bränden werden 27 landwirtschaftliche Gebäude schwer, durch Sprengbomben acht schwer und vier mittelschwerbeschädigt. Der Bahnhof von Abtissendorf, Fernsprechkabel der Deutschen Wehrmacht und zwei unbewohnte Holzbaracken werden ebenfalls schwer beschädigt. 29 Personen sind obdachlos. In der Nähe des
Flugplatzes Thalerhof, im Gebiet von Abtissendorf, wird ein amerikanisches Flugzeug von der Flak abgeschossen; der Flugzeugführer verunglückt beim Absturz tödlich, die übrigen Besatzungsmitglieder werden von Leuten der Flakbatterie gefangengenommen. Durch einen Treffer in der Flakstellung Wagnitz werden drei Angehörige des RAD (Reichsarbeitsdienstes) getötet und mehrere schwer verletzt.


9. März 1945:
Um ca. 11.40 Uhr werfen drei Flugzeuge sieben Flüssigkeitsbrandbehälter auf Weitendorf bei Wildon; durch diese wird ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude vollkommen niedergebrannt.
Zwischen 12.30 und 12.45 Uhr springen nach einem um die Mittagszeit auf Graz erfolgten schweren Angriff vier Flieger mit Fallschirmen nördlich von Wildon ab und landen im Gemeindegebiet von Weitendorf. Zwei von ihnen werden von der in der Zementfabrik Weitendorf untergebrachten Wehrmachtseinheit und einer von einer Polizeieinheit gefangengenommen und dem Luftwaffenkommando Thalerhof übergeben. Einem Besatzungsmitglied gelingt die Flucht.
Von 12.30 bis 13.15 Uhr werden von 60 aus Osten anfliegenden Bombern 25 mittelschwere Bomben auf Seiersberg und Neuseiersberg geworfen; sechs Wohnhäuser und zwei Wirtschaftsgebäude werden getroffen; drei werden leicht, zwei schwer und drei total beschädigt.
Um 13.30 Uhr fallen auf die Ortschaft Zettling (Bez. Graz-Umgebung) mittelschwere Sprengbomben, die an zwei Wohnhäusern leichte und an einem mittelschwere Gebäudeschäden verursachen.


27. März 1945:
Zwischen 20.00 und 20.30 Uhr fallen sieben mittelschwere Bomben auf Neuwindorf und Neuseiersberg; sieben Gebäude werden leicht und eines schwer beschädigt.

31. März 1945:
Ein vom Nachtangriff auf Graz rückfliegender Bomberverband wirft um ca. 20.30 Uhr 23 Sprengbomben und einige Brandbomben auf Neu-Windorf südlich von Graz; es gibt zwei schwere und zwei mittelschwere Schäden an Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Ein Mann springt aus einem angeschossenen Flugzeug mit dem Fallschirm ab und findet dabei den Tod. Um ca. 10.30 Uhr werden von ebenfalls aus Graz rückfliegenden Flugzeugen ungefähr 400 Stabbrandbomben auf das Gemeindegebiet Zettling bei Graz geworfen; sie fallen auf freies Feld und verursachen keinen nennenswerten Schaden.

1. April 1945:
Zwischen 23.45 und 24.00 Uhr werfen mehrere amerikanische Bomber 20 mittelschwere Bomben auf Kalsdorf (Bez. Graz-Umgebung); es gibt einen Totalschaden und zwei schwere Beschädigungen von Wohngebäuden. Zwei englische Kriegsgefangene werden getötet, vier Personen schwer verletzt und vier Leute obdachlos.

3. April 1945:
Zwischen 11.00 und 12.00 Uhr greifen zwei jugoslawische Jagdmaschinen von Süden kommend mit Bordwaffen und leichten Bomben die Bahnanlagen in Abtissendorf an; das Bahnhofgelände wird leicht, der Bahnkörper, die Gleise und die Fernsprechleitungen werden durch vier leichte Bomben mittelschwer beschädigt. Ein Flugzeug wird abgeschossen, wobei der Pilot ums Leben kommt.

19. April 1945:
In der Zeit zwischen 18.00 und 18.20 Uhr werfen zwölf aus Norden anfliegende amerikanische Bomber ca. 45 Splitterbomben zu 9 1/2 kg auf den Flughafen Thalerhof; es gibt lediglich leichte Waldschäden, und eine Person wird schwer verletzt.

5. Mai 1945:
Von 10.00 bis 10.15 Uhr werfen ungefähr fünfzehn russische Flugzeuge an die 45 Sprengbomben zu 9 kg auf Kalsdorf bei Graz und beschädigen damit etliche Wohnhäuser und eine am Bahnhof stehende Lokomotive. Eine Person wird getötet, zwei Personen werden verletzt. In den folgenden Tagen bis zum Ende des Krieges werden die Bahnhöfe von Kalsdorf und Werndorf fast täglich zwischen 06.00 Uhr und dem Einbruch der Dunkelheit von Tieffliegern mit Bordwaffen angegriffen; dabei werden ca. zehn Lokomotiven weitgehend zerstört.

Lageskizze 1943 + weitere Infos -> Link
 
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