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#22
Seltene und neue Einblicke am Flughafen
Die Besucherwelt auf dem Flughafen in Schwechat ist um eine Attraktion reicher. Neben der Airport-Tour und der Terrasse auf dem Dach von Terminal 3 gibt es seit Donnerstag auch einen multimedialen Erlebnisraum mit seltenen Einblicken.
In dem Erlebnisraum, der sich ebenfalls im Terminal 3 am Flughafen Schwechat befindet, sind vier Pavillons eingerichtet. Sie zeigen unter anderem den Flugzeug-Start und die -Landung aus Pilotensicht in einem nachgebauten Cockpit sowie den Weg eines als Gepäckstück aufgegebenen Koffers. Zudem ist in den Pavillons der Flughafen vom Tower aus zu sehen. Die vierte Station präsentiert das rege Treiben und Geschehen am Airport, das auch nachts stattfindet.


ORF
Die Welt des Fliegens wird auf 600 Quadratmeter aus verschiedenen Perspektiven gezeigt

Es dürfe „gestaunt“ werden, sagte Kinderbuchautor Thomas Brezina, der kreative Kopf hinter dem Projekt, am Donnerstag bei der Eröffnung. „Mein Zugang ist immer, dass ich mich frage, was begeistert mich und wie kann ich es erklären, dass ich es selber verstehe“, erklärte er seine Herangehensweise. „Hier am Flughafen war es dann so, dass ich mir alles zeigen und mich überall herumführen habe lassen. Daraus sind die Ideen gewachsen.“

100.000 Besucher blicken hinter die Kulissen
Zwei Jahre lang arbeitete Brezina mit seinem Team am Erlebnisraum. Die Umsetzung sei für den Kinder- und Jugend- sowie Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent ein „großes und schönes Abenteuer“ gewesen. Die Besucher sollen staunen, was sich so alles auf einem Flughafen abspielt. Auf mehr als 600 Quadratmetern wird die Welt des Fliegens aus verschiedenen Perspektiven vermittelt.

Der multimediale Erlebnisraum soll nicht nur Kinder, sondern „von zwei bis 99 jede Altersgruppe“ ansprechen, sagte Flughafen-Vorstandsdirektor Günther Ofner. Er verwies auf 100.000 Besucher jährlich, die hinter die Kulissen blicken wollten. Mit der Erweiterung sollen die Zahlen laut Ofner weiter steigen. „Für uns ist damit auch eine Informationsaufgabe erfüllt, weil wir wissen, dass es wichtig ist, dass die Menschen besser verstehen, wie das komplizierte Räderwerk Flughafen funktioniert“, so Ofner. Für die Erweiterung der Besucherwelt investierte der Flughafen insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Links:
Publiziert am 06.10.2017
http://noe.orf.at/news/stories/2870554/
 

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#24


Flughafen zeigt „100 Jahre Luftpost“
Der Flughafen in Schwechat zeigt seit Montag „100 Jahre Luftpost“. Die historische Schau wurde im General Aviation Center und VIP Terminal eröffnet. Per Mittwoch wandern die Exponate in die Besucherwelt im Terminal 3.

Der Luftfahrtstandort Wien-Schwechat sei weltweit als Pionier des Flugwesens anzusehen, erinnerte der Airport in einer Aussendung. Im März 1918 startete hier die weltweit erste Flugpostlinie. Ausgangspunkt war das Flugfeld Aspern, von wo aus täglich die Strecke über Krakau, Lemberg, Proskurow nach Kiew und wieder retour - 1.200 Kilometer pro Richtung - zurückgelegt wurde.


Flughafen Wien

In der Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum dieser Pionierleistung sind Postkarten aus der damaligen Zeit, Briefmarken und Kuverts, Illustrationen von alten Flugzeugmodellen und sogar eine Bauanleitung für die Etrich-Taube zu sehen. Historisches Flair aufkommen lassen zudem originale Fliegeruniformen, bereitgestellt von der Interessensgemeinschaft Luftfahrt Fischamend.

„Österreich hat Luftfahrtgeschichte geschrieben“
„Mit der weltweit ersten regelmäßigen Luftpostlinie und einem der ersten in größerer Stückzahl erbauten Flugzeugtypen war Österreich ein wichtiger Entwicklungstreiber in der Geschichte der Fliegerei und hat vor 100 Jahren Luftfahrtgeschichte geschrieben“, betonte Flughafen-Vorstand Günther Ofner bei der Eröffnung der Schau. Bereits damals habe der Luftfahrtstandort Wien-Schwechat wichtige Verkehrswege in den Osten eröffnet. Heute sei der Airport „eines der wichtigsten Verkehrsdrehkreuze nach Osteuropa“.

Link:
Publiziert am 15.05.2018

Flughafen Wien
Flugfeld Aspern

Flughafen Wien
Flugfeld Aspern


ORF


ORF

http://noe.orf.at/news/stories/2912714/
 

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#25
Der Luftfahrtstandort Wien-Schwechat sei weltweit als Pionier des Flugwesens anzusehen, erinnerte der Airport in einer Aussendung. Im März 1918 startete hier die weltweit erste Flugpostlinie. Ausgangspunkt war das Flugfeld Aspern, von wo aus täglich die Strecke über Krakau, Lemberg, Proskurow nach Kiew und wieder retour...
Diese Aussage "Wien-Schwechat" ist weltweiter Pionier... ist m. E. nicht korrekt!

Der "Luftfahrtstandort Schwechat" entstand erst 1938 durch die Errichtung des Fliegerhorstes "Heidfeld"! Der "Wiener Flugplatz" war damals "Aspern"! Schwechat-Heidfeld wurde dann der "Heinkel AG" überlassen und zum Hauptwerk der Firmengruppe "Heinkel-Süd" ausgebaut... und ab April 1944 immer wieder bombardiert! Der Standort Schwechat avancierte erst in den Nachkriegsjahren zum "Wiener Flugplatz" während der bis 1955 von den Sowjets besetzte "Flugplatz Aspern" bis zur Stilllegung 1977 immer mehr an Bedeutung verlor...
 

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#26
Reste ehemaliges Mun-Lager des Fliegerhorstes Schwechat-Heidfeld - Teil 1:

Entdeckte auf NÖGIS bzw. Google Earth noch Bauwerke des Mun-Lagers vom ehemaligen LW-Fliegerhorst im Süden des Flughafengeländes beim "Katharinenhof"!

Fliegerhorst Schwechat-Heidfeld - "Target-Skizze" der 450th Bomb Group (BG) der USAF mit den Werksanlagen der "Heinkel AG":
1605295448114.png
Außerhalb der südlichen Platzgrenze befand sich das Mun-Lager mit Gleisanschluss zur nördlich, bei den Flugplatzobjekten, verlaufenden Anschlussbahn, welche beim damaligen Bahnhof "Fischamend-Reichsstraße" in die "Preßburgerbahn" eingebunden war.

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Aufklärungs-Lubi vom 13.04.1944 von den noch unzerstörten Flugplatz- bzw. Werksanlagen. 2 Wochen später begannen die Luftangriffe. Im Kreis die Mun-Lagergebäude. (https://ncap.org.uk/frame/6-1-8-1-24?pos=0 )


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Bombenangriff vom 26.04.1944 - abfliegender Bomber in Flugrichtung von N nach S über dem Flugfeld. Im Kreis am Südrand des Platzes das Mun-Lager... (450th BG - aus "50 Jahre Kriegsende - Schwechater Kriegstagebuch 1944-45" aus 1995)


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Angriffsfotos vom 26.04.1944 (N -> unten). Teile des Mun-Lagers "überlebten" die Angriffe und die Demontagen der Nachkriegszeit!
(Fotos 450th BG)

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Das aktuelle NÖGIS-Luftbild zeigt einige ehemalige Mun-Lagergebäude, das kleine Bauwerk links oben dürfte ein Hochbunker sein, darunter erkennt man den Eingang zu einem überdeckten Bunker.


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GE-Bild - Blickrichtung Norden zur Startbahn. Innerhalb der südlichen Platzeinfriedung erkennt man links wieder den Eingang zum Bunker, darüber der kleine Hochbunker (?) und nach rechts einige ehemalige Mun-Lagerhäuser. Das langgestreckte Bauwerk rechts dürfte jüngeren Datums sein...


Weitere GE-Bilder siehe Teil 2:
 

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#27
Reste ehemaliges Mun-Lager des Fliegerhorstes Schwechat-Heidfeld - Teil 2:

Weitere GE-Bilder:
1. - 2. Nordansicht
3. - 4. Westansicht
5. - 6. Ostansicht
7. - 8. Südansicht
 

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Andreas

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#28
Voriges Jahr wurde das Gelände noch von der Flughafenfeuerwehr für Brandübungen genutzt, daher auch die verrußten Eingänge der Munbunker.
Weiters werden dort auch Hunde ausgebildet.
In der Nähe vom Katharinenhof fand ich mal Bombensplitter und eine Kartusche: Schwechat Flugfeld - Hülse und Bombenspitze (4).JPG
 

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#29

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#30
Flughafen baut Terminal 3 für 420 Mio. Euro aus
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Der Flughafen Wien in Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) wird den Terminal 3 in den kommenden Jahren kräftig ausbauen und nimmt dafür 420 Millionen Euro in die Hand. Geplant seien etwa neue Einkaufs- und Gastronomieangebote sowie neue Busgates.
Online seit heute, 13.44 Uhr (Update: 14.03 Uhr)
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Auf 70.000 Quadratmetern sollen bis 2027 über 30 neue Einkaufs- und Gastronomieangebote, mehr Aufenthaltszonen, Lounges, eine neue Sicherheitskontrolle und 18 neue Busgates entstehen. Das Bauprojekt sei seit Juli 2023 im Gange, nun starte die intensive Bauphase mit den Tiefbauarbeiten, gab der Airport am Mittwoch bekannt.

Finanziert werde das Projekt zur Gänze aus dem künftigen Cashflow, ohne Kredite, sagte Flughafenvorstand Günther Ofner laut einer Aussendung. Für die mehr als 30 geplanten Geschäfte und Lokale laufe die Mieterakquise auf Hochtouren. Einziehen sollen renommierte österreichische und internationale Topmarken und Premiumanbieter.

APA/FLUGHAFEN WIEN/ZOOMVP.AT
Bis 2027 ist die Fertigstellung geplant

Die neue Süderweiterung wird von ARGE Porr/Elin/Ortner durchgeführt. Nach den Tiefbauarbeiten mit dem Einsatz von über 900 Bohrpfählen und der Errichtung des Gebäudefundaments starten die Hochbauarbeiten des sechsgeschoßigen Bauwerks, gefolgt vom Innenausbau und der Einrichtung der Gebäudetechniksysteme.

Arbeiten unter laufendem Betrieb
Die CoV-Pandemie hat das Vorhaben, das ursprünglich bereits 2023 fertiggestellt sein sollte, verzögert. Gearbeitet wird unter laufendem Flughafen- und Terminalbetrieb. Die Süderweiterung soll auch eine bequeme Transferverbindung zwischen den F- und G- sowie C- und D-Gates schaffen.
Man wolle die Terminalinfrastruktur auf internationales Topniveau heben und zudem „beim Ambiente besser werden“, sagte Vorstand Julian Jäger am Mittwoch auf dem Airport. Nach dem Rekordergebnis 2019 und dem zweithöchsten Passagieraufkommen der Geschichte im vergangenen Jahr (29,5 Millionen, Anm.) sei das Vorhaben ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des Airports. „Drei harte Arbeitsjahre“ würden warten.

Fotostrecke mit 3 Bildern
ORF/Sarah Prankl
Bei der Erweiterung des Terminal 3 startet nun die intensive Bauphase, heißt es
ORF/Sarah Prankl
ORF/Sarah Prankl

Flughafen will „in der Zeit und im Budget“ fertig werden
Die Süderweiterung sei „das zweitgrößte Bauwerk in der Geschichte des Unternehmens“ und ein Schlüsselprojekt der Qualitäts- und Investitionsoffensive der kommenden Jahre, fügte Ofner hinzu. Er gab das Versprechen ab, „in der Zeit und im Budget“ fertig zu werden.
Der Flughafen sei einer der wichtigsten Arbeitgeber der Ostregion, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Mit der Süderweiterung werde ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte des Airports aufgeschlagen. Bürgermeister Michael Ludwig verwies auf die Bedeutung des Airports für den „Wirtschaftsmotor Wien“. Die Weiterentwicklung und der Ausbau der Terminalinfrastruktur seien zu begrüßen.


MEHR ZUM THEMA
Flughafen hält an dritter Piste fest


Dritte Piste: Heuer keine Entscheidungen
Bei der geplanten dritten Start- und Landebahn würden heuer keine Entscheidungen fallen, sagte Jäger im Jänner in einer Pressekonferenz. Es liefen aber Vorbereitungen, um 2025 oder 2026 entscheidungsfähig zu sein. Der Vorstand geht von einer Bauzeit von sieben Jahren aus. Der Flughafen beantragte 2023 einen Aufschub und hat nun bis Mitte 2033 Zeit, den Bau der dritten Piste abzuschließen.
14.02.2024, red, noe.ORF.at/Agenturen
Flughafen baut Terminal 3 für 420 Mio. Euro aus
 

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#31
Flughafen feiert 70-jähriges Bestehen
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Der Flughafen Wien in Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) hat am Donnerstag sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung stand die Entwicklung des Verkehrsknotenpunkts: von 64.000 auf 30 Millionen Passagiere.
Online seit heute, 10.59 Uhr
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Quasi als Geburtstagsgeschenk wurde während der Veranstaltung die Einigung von AUA-Management und Gewerkschaft auf einen neuen Kollektivvertrag für das Bordpersonal bekannt. Das sei „eine ganz, ganz tolle Nachricht für den Standort“, sagte Flughafen-Vorstand Julian Jäger. „Ich freue mich sehr“, quittierte Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig die Einigung bei der AUA. Auch der Airport sei „dadurch gestärkt“.

Als Zeitzeugin war die 94-jährige Emma Setzer aus Fischamend zur Jubiläumsveranstaltung eingeladen. Sie war von 1954 bis 1984 auf dem Flughafen beschäftigt. „40 Leute“ seien bei der ersten Weihnachtsfeier gewesen, erinnerte sich die Mitarbeiterin der ersten Stunde.
Es sei eine „großzügige Geste“ gewesen, dass Großbritannien den Flughafen Wien, die damalige Royal Air Force (RAF) Station Vienna, 1954 an Österreich zurückgegeben hat, wurde bei der Feier betont. Botschafterin Lindsay Skoll sprach daher von einer „kleinen Rolle“, die das Königreich in der Erfolgsgeschichte des Airports einnehme. Als „entscheidende Infrastruktur“ und einen der wichtigsten Arbeitgeber bezeichnete Bundeskanzler Karl Nehammer in einer Videobotschaft den Flughafen.

Flughafen/Martin Steiger
Eine der ersten Mitarbeiterinnen auf dem Flughafen Wien-Schwechat: Emma Setzer

Synthetischer Treibstoff und Klimawandel
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Ludwig als Eigentümervertreter strichen einmal mehr die Bedeutung des Verkehrsknotenpunkts für den Wirtschaftsstandort hervor. Von einem „Jobmotor“ sprach die Politikerin. Sie betonte auch das Miteinander der beiden Bundesländer mit dem Flughafen, das es im Sinne des Standorts weiterhin zu „leben, hegen, pflegen“ gelte. Ein Wirtschaftsmotor wie Wien brauche gut funktionierende Infrastruktur. Der Airport spiele dabei eine ganz besondere Rolle, sagte Ludwig.

Was „Flugscham“ angehe, verwies Mikl-Leitner darauf, dass der Flughafen „alles“ tue, „um CO2-neutral zu arbeiten“. Was es noch brauche, sei synthetischer Treibstoff. Die Wichtigkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel betonte auch Ludwig. Er kündigte zudem an, sich gemeinsam mit den ÖBB für eine noch stärkere Anbindung des Drehkreuzes in Schwechat aus östlichen Nachbarländern einsetzen zu wollen.

Optimistischer Blick in die Zukunft
Airport-Vorstand Jäger blickte am Donnerstagabend auf eine „unglaubliche Reise“ zurück. 30 Millionen Passagiere seien „so viele, wie Prag, Budapest und Bratislava zusammen haben“. Wichtigste Akteure für das Wachstum seien „die Partner“ des Flughafens. „Wir sind voller Elan“, betonte Vorstandskollege Günther Ofner und verwies auf eine „klare Unternehmensstrategie“. Der Blick in die Zukunft sei demnach optimistisch.
„Wir werden weiter investieren“, kündigte Jäger an. Von vier Mrd. Euro in den kommenden zehn Jahren sprach Ofner. Die Zahl der Passagiere bis dahin werde auf vermutlich 35 bis 40 Millionen jährlich steigen. Wachstum, Fünf-Sterne-Qualität und „kein CO2-Ausstoß (Net Zero CO2) bis 2033“ nannte Jäger als drei vorrangige Ziele, die verfolgt würden.

Seinen Ursprung am Standort Schwechat hatte der Flughafen Wien bereits 1938 als Militärflugplatz der deutschen Luftwaffe. Für die Opfer der zwei dortigen Außenlager des KZ Mauthausen ist im Herbst 2021 das Mahnmal „Niemals vergessen"auf der Abflugebene vor dem Terminal 3 enthüllt worden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Areal von den britischen Besatzungstruppen übernommen und als Royal Air Force (RAF) Station Vienna betrieben.

Der tatsächliche Startschuss als heimischer Airport erfolgte am 11. Dezember 1953 mit der Gründung der "Wiener Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H.“. Im Jänner 1954 wurde als erster privat verwalteter Flughafen Österreichs der operative Betrieb aufgenommen.

Verlängerung der Piste als erstes Highlight
Im ersten Jahr zählte der Airport in Schwechat 64.211 Passagiere – so viele sind es heute mittlerweile an einem einzigen Tag. Im Jubiläumsjahr 2024 werden etwa 30 Millionen Fluggäste erwartet. Der bisherige Rekord stammt mit 31,7 Millionen aus 2019.

Erstes Highlight im Ausbau der Infrastruktur war 1959 die Verlängerung der damaligen Piste 12/30 (heute 11/29). Es folgten die Eröffnung des neuen Abfertigungsgebäudes ein Jahr später sowie die Inbetriebnahme der zweiten Piste (16/34) im Oktober 1977. Als „weichenstellendes Ereignis der Flughafengeschichte“ gilt der Gang an die Börse 1992.

ORF
Die Entwicklung schreitet voran: Die neue Süderweiterung des Terminal 3 soll 2027 in Betrieb gehen soll

2003 startete der City Airport Train (CAT), 2005 ging der 109 Meter hohe neue Tower in Betrieb. Ein Jahr später wurde das neue VIP- und General Aviation-Terminalgebäude eröffnet. Seit 2012 gibt es den Terminal 3, seit mittlerweile vier Jahren den Office Park 4, wo auch das Event zum Airport-Jubiläum über die Bühne gegangen ist. Anfang 2023 nahm der Flughafen Wien eine der größten PV-Anlagen Österreichs in Betrieb.

Aktuell laufen die Bauarbeiten für die neue Süderweiterung des Terminal 3, die 2027 in Betrieb gehen soll. Als Zukunftsprojekt gilt nicht zuletzt die viel diskutierte dritte Piste. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat das Projekt genehmigt.
26.04.2024, red, noe.ORF.at/Agenturen

Flughafen feiert 70-jähriges Bestehen
 

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#32
Gegenüberstellung BEV- Österreich Karte 1960 mit aktueller Ö-Karte 1:50.000 des Flughafengeländes in Schwechat

1960:
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Auf der 1960iger Karte ist schon der 1956 begonnene Neubau des bogenförmigen Abflug- und Ankunftsgebäudes erkennbar. Links davon (westlich) befinden sich noch die Objekte aus der Zeit des Fliegerhorstes "Heidfeld" bzw. der Heinkel-Werke AG, welche die Kriegszerstörungen überlebt haben. Ebenso ist die Anschlussbahn (AB) zur Güterbeförderung des ehemaligen Fliegerhorstes/Heinkel-Werke vom östlich des Flugplatzes gelegenen Bahnhof "Fischamend-Reichsstraße" ausgehend zu sehen. Die Trasse der ehemaligen "Pressburgerbahn" (heute S7 Wien - Flughafen - Wolfsthal) verlief von Schwechat kommend bis zum Bf. Fischamend-Reichsstraße nördlich der "Pressburger Bundesstraße" (B9) und querte diese nach dem Bahnhof um weiter nach Fischamend zu gelangen. Nach der Straßenquerung zweigt die Strecke nach Götzendorf ab und von dieser wieder führte im Rechtsbogen die Flughafen-AB in Gegenrichtung südlich der "B9" nach Westen zurück ins Flugplatzgelände.

Die befestigte Piste aus der Kriegszeit war nicht so lang und endete in etwa bei der Kote 176 (unterhalb der "Kleinen Heide). Der kurze Gleisbogen beim neuen Flh.-Gebäude ist der Rest eines Gleises, welches am ehemaligen Pistenende vorbei und dann mit weiterem Bogen das Munitionslager des Fliegerhorstes, an der Straße oberhalb des "Katharinenhofes", bediente.

Oberhalb der Flh. - Objekte befand sich die "Haltestelle (H.St.) Schwechat - Flughafen Wien" an der Pressburgerbahn. Dieser Haltepunkt stammt ebenfalls noch aus der Zeit des "Fliegerhorstes Heidfeld" bzw. der "Heinkel-Werke" und genügte anscheinend den Beförderungsbedürfnissen der Soldaten und Werksarbeitern der damaligen Zeit.

Der Passagiertransfer zwischen Stadt und Flughafen zum Zeitpunkt der Kartenerstellung (1960) und auch noch Jahre danach, erfolgte hauptsächlich mit Bussen.


Aktuelle Ausgabe:
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Quelle der 2 Karten: Austrian Map

Nun ist der Flughafen an die "Ostautobahn A4" angebunden, die "Pressburger Bundesstraße B9" wurde im Flh.-Bereich verlegt und den gestiegenen Verkehrsbedürfnissen angepasst. Die zwischenzeitlich bis zum Flughafen zweigleisig ausgebaute "Flughafen-Schnellbahn S7" wurde neu trassiert und über einen unterirdischen Bahnhof direkt mit dem Flughafen-Hauptgebäude verbunden. Auf der Karte ist die unterirdische Linienführung strichliert dargestellt. Neben der Schnellbahn S7 wird mit dem "City-Airport-Train" (CAT) zwischen Bf. Wien-Mitte - Flughafen eine Direktverbindung mit 16 Minuten Fahrzeit angeboten und diverse innerösterreichische "Rail-Jet" Verbindungen enden bzw. starten am Flughafenbahnhof...

1977 wurde östlich der alten Piste "11/29" (3500 m L, 45 m B) die 2. Piste "16/34" (3600 m L, 45 m B) eröffnet.

Mehr zur Geschichte und den Ausbauten des Flughafen Wien-Schwechat seit 1960:

Flughafen Wien-Schwechat – Wikipedia
Flughafen Wien - Flughafen Wien AG
Vienna AirportCity -Büro- und Business Campus am Flughafen Wien



Als Ergänzung zur Karte aus 1960:

2 Fotos der alten, für Flugpassagiere unattraktiven, Haltestelle "Schwechat - Flughafen Wien". Sie wurde in der Kriegszeit für das Personal des Fliegerhorstes "Heidfeld" an der "Pressburgerbahn" errichtet.
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Quelle: Fotoreportage 60 Jahre Flughafen Wien Schwechat

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Quelle: A.Horn, Die Preßburgerbahn 1914-1974, Bohmann Verlag Wien 1974, S. 65


Der Bahnhof "Fischamend-Reichsstraße" wurde bei der Neuerrichtung des unterirdischen Flughafenbahnhofes ebenso wie das zu Kriegsbeginn errichtete Anschlussgleis ins Flugplatzgelände abgerissen. Die AB diente ursprünglich zum Gütertransport (Treibstoff, Munition bzw. Materialen für die "Heinkel-Werke") und in der Nachkriegszeit hauptsächlich zur Anlieferung von Kerosin für die Flugzeuge der Wien anfliegenden Fluggesellschaften. Mit dem Bau einer Pipeline von der Raffinerie Schwechat direkt zum Flughafentanklager wurde der Kesselwagentransport per Bahn hinfällig...
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Quelle: A.Horn, Die Preßburgerbahn 1914-1974, Bohmann Verlag Wien 1974, S. 65

Beistellung eines Kesselwagens mit Flugbenzin durch Diesellok 2060.58 im März 1957 auf der ehemaligen AB zum Flughafen:
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Quelle: A.Horn, Die Preßburgerbahn 1914-1974, Bohmann Verlag Wien 1974, S. 164
 

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#35
Flughafen: Dritte Piste kommt nicht
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Paukenschlag in Schwechat: Wie der Flughafen am Dienstagabend in einer Presseaussendung bekanntgegeben hat, wird das geplante Projekt der dritten Piste nicht weiter verfolgt. Nach eingehender Analyse habe der Vorstand diese Entscheidung getroffen.
25. November 2025, 18.11 Uhr (Update: gestern, 8.55 Uhr)
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Nach der Analyse aller relevanten Entscheidungsfaktoren habe der Vorstand am Dienstag beschlossen, das geplante Projekt der dritten Piste nicht weiter zu verfolgen. Ungeachtet dessen könne der Flughafen Wien-Schwechat mit den geplanten Ausbauten der Terminalkapazität und dem bestehenden Zweipistensystem auch in Zukunft weiter wachsen und bis zu 52 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen, heißt es.

„Neben den auf rund zwei Milliarden massiv gestiegenen prognostizierten Baukosten haben sich auch die Rahmenbedingungen infolge der überlangen Verfahrensdauer grundlegend geändert. So wurden im Jahr 2005 pro Flugbewegung im Schnitt 71 Passagiere befördert, 2024 waren es durch den Einsatz größerer Flugzeuge bereits 139 Passagiere, was den Druck auf die Pistenkapazität mildert. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung ist auch, dass die größten Airline-Kunden am Standort dem Projekt negativ gegenüberstehen und ohne Refinanzierung durch höhere Tarife die wirtschaftliche Basis der Investition nicht darstellbar ist“, erklärten die Vorstände der Flughafen Wien AG, Mag. Julian Jäger und Dr. Günther Ofner.

Ein weiterer Entscheidungsgrund war auch die nach 17 Monaten nach wie vor offene Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) im Rechtsmittel gegen eine abändernde Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Verfahren um die Bauzeitverlängerung, heißt es in der Aussendung des Flughafens.

ORF / Sunk
Das vorläufige Ende eines Projekts mit langer Geschichte: 1996 wurden die Pläne einer dritten Piste angekündigt

Neues Pistenprojekt in ferner Zukunft nicht ausgeschlossen
Mit der heutigen Entscheidung schließe man aber nicht aus, dass bei Bedarf in ferner Zukunft nach einem neuen Genehmigungsverfahren ein Pistenprojekt verfolgt wird.

Die getroffene Entscheidung führe dazu, dass die von 2018 bis 2020 angefallenen Zahlungen aus dem Mediationsvertrag an den Umweltfonds und an Anrainergemeinden, die auf das Pistenprojekt aktiviert wurden, mit 55,9 Millionen Euro in der Bilanz 2025 nicht liquiditätswirksam wertzuberichtigen sind. Aus diesem Grund ändere die Flughafen Wien AG auch ihre Guidance für das Nettoergebnis vor Minderheiten 2025 auf rund € 210 Mio. (bisher rund € 230 Mio.). Die neue Guidance beinhaltet auch positive Effekte einer besseren Verkehrsentwicklung in den letzten Wochen als ursprünglich angenommen, so der Flughafen in der Aussendung.

Projekt beschäftigt Flughafen seit mehr als 20 Jahren
Wirtschafts- und Tourismusvertreter in der Ostregion waren größtenteils für eine dritte Piste. Umweltschützer und Anrainer dagegen. Gestritten wurde seit langem, phasenweise intensiv. Erstmals angekündigt wurden die Pläne einer dritten Piste 1996. Das Projekt beschäftigt den Flughafen Wien-Schwechat schon seit Anfang der 2000er Jahre. Zuerst startete man mit einem Mediationsverfahren mit den Anrainern. Im Jahr 2007 reichte der Airport die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) und die Projektunterlagen für die zusätzliche Piste ein. Im Jahr 2019 gab der VwGH letztinstanzlich grünes Licht für die dritte Piste.

Die Coronavirus-Pandemie und die Krise der Luftfahrt in den Jahren 2020 bis 2021 verzögerten das Projekt. Vor der CoV-Krise war geplant, 2024 oder 2025 mit den Arbeiten zu beginnen. Seit 2022 ist die Luftfahrtbranche weltweit wieder im Aufwind.
Der Flughafen gehört zu je 20 Prozent der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich. Die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält zehn Prozent. Die Airports Group Europe und der Streubesitz machen je rund 44 bzw. sechs Prozent aus.

Mikl-Leitner sieht „wirtschaftliche Entscheidung“
Aus den Landesregierungen Wiens und Niederösterreichs hat es erste Reaktionen auf das Aus für das Pistenprojekt gegeben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) spricht von einer „wirtschaftlichen Entscheidung“. Jetzt sei es wichtig, den Ausbau der Airportregion und die Modernisierung des Flughafens weiter voranzutreiben. „Unser Flughafen bleibt die zentrale Verkehrsdrehscheibe Österreichs und wird weiter wachsen.“ Die Airportregion zähle heute zu den dynamischsten Wirtschaftsregionen Europas „und wird das auch bleiben“.

Wiener Stadträtin ortet „klares Signal“
Auf geplante Erweiterungen bei Terminals und Modernisierungen verwies auch Wiens Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ). Sie ortete „eine verantwortungsvolle und vorausschauende Entscheidung“, „ein klares Signal in Richtung Nachhaltigkeit“ und nicht zuletzt eine nunmehr gegebene Planungssicherheit.

FPÖ kritisiert Entscheidung
Als „verheerendes Signal für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich“ kritisierte FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker die Entscheidung. Er kritisierte aber auch die anderen Parteien, sah „das direkte Ergebnis der wirtschaftsfeindlichen Politik der Verlierer-Koalition“ aus ÖVP, SPÖ und NEOS. Diese hätten schließlich gegenüber „grünen Ideologen und selbst ernannten Klimarettern“ klein beigegeben und solchen das Feld überlassen, so Hafenecker.

Grüne: „Wird weiterhin Spannungen geben“
Die Grünen Niederösterreich betonten immer gegen die 3. Piste am Flughafen Wien gewesen zu sein. „Insofern haben wir ein lachendes und weinendes Auge mit der Bekanntgabe für das Aus der Flughafenerweiterung“, so Landessprecherin Helga Krismer. Mit dem Aus der dritten Piste wurden immense Steigerungen beim Flugverkehr in den Raum gestellt. „Im Brennpunkt steht der gekurvte Anflug. Es ist daher davon auszugehen, dass es weiter Spannungen und Widerstand in der Region geben wird.“
26.11.2025, red, noe.ORF.at
Flughafen: Dritte Piste kommt nicht
 

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#36
Experte: Aus für dritte Piste „richtige Entscheidung“
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Die Entscheidung des Flughafens Wien-Schwechat, die umstrittene dritte Piste doch nicht zu bauen, hat viele überrascht. Für Luftfahrtexperte Kurt Hofmann ist das nachvollziehbar. Im Wettbewerb um Billigairlines sieht er für den Airport aber noch weitere Herausforderungen.
Online seit heute, 5.16 Uhr
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Nach jahrzehntelangen Forderungen nach einer dritten Piste, für die bereits alle Genehmigungen vorlagen, kündigte der Flughafen am Mittwoch via Aussendung an, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen wolle der Airport mit den bestehenden zwei Pisten weiter wachsen und künftig mehr als 50 Millionen Passagiere abfertigen. Dafür wolle man nun mehr in Terminal-Infrastruktur investieren.

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ORF

„Neben den auf rund zwei Milliarden Euro massiv gestiegenen prognostizierten Baukosten haben sich auch die Rahmenbedingungen infolge der überlangen Verfahrensdauer grundlegend geändert“, erklärte der Flughafenvorstand via Aussendung. Während 2005 pro Flugbewegung 71 Passagiere befördert wurden, waren es im Vorjahr durch den Einsatz größerer Flugzeuge bereits 139 Passagiere, „was den Druck auf die Pistenkapazität mildert“.

Auch Airlines gegen dritte Piste
Die Flughafenchefs verweisen auch auf eine schwierige Refinanzierung des Großprojekts. Die größten Airline-Kunden am Standort würden dem Projekt negativ gegenüberstehen und „ohne Refinanzierung durch höhere Tarife ist die wirtschaftliche Basis der Investition nicht darstellbar“. Man könne eine dritte Piste nicht für alle Zukunft ausschließen, „aber wir werden frühestens in den 2040er Jahren wieder darüber nachdenken müssen“.
Für Luftfahrtexperte Kurt Hofmann ist diese Entscheidung mit Blick auf die generelle Entwicklung in der Luftfahrt nachvollziehbar und richtig. Die Planungskosten von etwa 90 Millionen Euro, die in den letzten 25 Jahren investiert wurden, seien „ein kleinerer Schaden als eine große Investition, die vielleicht so nicht mehr notwendig sein wird“, sagte er im „NÖ heute“-Interview.

ORFLuftfahrtexperte Kurt Hofmann glaubt an Wachstum auch ohne dritte Piste
noe.ORF.at: Herr Hofmann, die Baukosten für eine dritte Piste sind inzwischen zu groß geworden, sagen die Flughafenvorstände. Trotzdem hat der Flughafen jetzt 90 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Kam dieses Nein jetzt nicht zu spät?
Kurt Hofmann: Es ist eine wirtschaftlich richtige Entscheidung, weil sich das Gesamtbild der zivilen Luftfahrt in Europa und auch weltweit sehr verändert hat. Die Kosten, wie kolportiert wird, würden sich um die zwei Milliarden Euro bewegen. Wenn man jetzt hier 90 Millionen Euro aufgrund der vielen Jahre, in denen man sondiert und geplant hat, verliert, ist es unüberschaubar und ein kleinerer Schaden als eine große Investition, die vielleicht so nicht mehr notwendig sein wird.​
Man darf auch nicht vergessen, dass das Umfeld dynamischer wird. Die Airlines haben größere Flugzeuge, befördern mehr Passagiere, die Flugzeuge sind voller. Und wir erleben gerade seit der Pandemie neue Umstände, wie sich die zivile Luftfahrt im wirtschaftlichen Bereich entwickelt.​
noe.ORF.at: Der Flughafen sagt auch, er könne mit zwei Pisten wachsen. Jetzt stehen die wirtschaftlichen Zeichen generell nicht unbedingt auf Wachstum. Sehen Sie mögliches Wachstum am Flughafen?
Hofmann: Die beiden Pisten, die vorhanden sind, können über 300.000 Flugbewegungen pro Jahr bewerkstelligen. Jetzt sind wir deutlich darunter. Also Wachstum ist durchaus möglich, und das nimmt Druck von den Kapazitäten bei den Flugbewegungen. Aber natürlich ist der Terminal mehr gefordert, wenn mehr Passagiere in größeren Flugzeugen fliegen. Aber hier baut der Flughafen Wien aus und ich denke, Wachstum ist möglich.​
Für die nächsten Jahre sehe ich hier keine allzu großen Probleme. Man darf auch nicht vergessen, andere Flughäfen in Europa haben dasselbe Problem. München bekommt auch keine dritte Piste, wird mit zwei Pisten weiter wachsen werden, weil auch die Lufthansa betont, das ist dort nicht notwendig. Also wir sehen hier eine Entwicklung in der europäischen Luftfahrt, wo Wien nicht ganz alleine ist.​
noe.ORF.at: Die Absage der dritten Piste während Billigairlines Flugzeuge abziehen, was sagt das generell über den Standort aus?
Hofmann: Der Flughafen Wien wäre einer der wenigen Flughäfen in Europa gewesen, der eine dritte Piste bauen hätte können, weil die Genehmigungen vorliegen. Aber wie besprochen hat sich das wirtschaftliche Umfeld verändert, was die Billigairlines anbelangt. Zehn Flugzeuge weniger im nächsten Jahr wird sicherlich auch Auswirkungen auf das Aufkommen am Flughafen haben. Wir dürfen aber nicht vergessen: Der Flughafen Wien kommt von einem hohen Passagierniveau. Ich denke, allzu groß wird der Einbruch nicht sein.​
Billigairlines sind sehr dynamisch unterwegs. Ryanair pocht natürlich auf niedrigere Gebühren, gerade bei den Ticketabgaben, Wizz-Air zieht sich komplett zurück, aber es ist ein Kommen und Gehen. Die Billigairlines werden ihr dynamisches Geschäftsfeld weiter so umsetzen und der Flughafen Wien, denke ich, kann Teile davon kompensieren, wenn die AUA vielleicht nächstes Jahr mehr wächst. Aber es ist immer ein „Up and Down“ und nächstes Jahr vielleicht ein bisschen weniger Passagieraufkommen.​
noe.ORF.at: Der Flughafen hat deshalb schon gesagt, er will seine Gebühren um 4,6 Prozent ab Jänner senken. Wird das ausreichen, um konkurrenzfähiger zu werden?
Hofmann: 4,6 Prozent ist ein guter erster Ansatz. Aber es wird für manche Billigairlines wie Ryanair wahrscheinlich nicht reichen. Hier muss man dann auch schauen, dass vielleicht bei den Ticketabgaben, die Ticketsteuer sich etwas verändert. Ich denke für die AUA oder Lufthansa Gruppe ist das schon okay, aber es wird für manche andere Low Cost Billigairlines nicht genug sein. Und man kann auch hier vielleicht von der Bundesregierung einiges erwarten, etwa dass sie sich bei der Ticketsteuer bewegt.​
27.11.2025, Veronika Berger, noe.ORF.at
Experte: Aus für dritte Piste „richtige Entscheidung“
 
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