Großglockner-Hochalpenstraße

josef

Administrator
Mitarbeiter
#21
90 Jahre Glocknerstraße
1750961106854.png

Die Großglockner Hochalpenstraße wird heuer 90 Jahre alt. Sie wurde im Sommer 1935 eröffnet – gegen den Widerstand deutscher und österreichischer Nationalsozialisten und des Alpenvereins. Zum Jubiläum erscheint eine ORF-Filmdokumentation.
Online seit heute, 17.09 Uhr
Teilen
Die Panoramastraße sei noch immer ein Monument für Tradition und Innovation, sagen ihre Fans.
Mittwochabend wurde in der Stadt Salzburg das Jubiläum „90 Jahre Großglockner Hochalpenstraße“ groß gefeiert. Politiker aus Salzburg und Kärnten sahen sich den neuen ORF-Film an.

Tausende Jobs in der Wirtschaftskrise
Pinzgauer Alphorn-Künstler bliesen zur Feier des Tages – ein besonderer Moment, bei dem das flächenmäßig größte Denkmal Österreichs gewürdigt wurde. Landes- und Bundespolitiker reisen nach Salzburg an. Der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner sagt, die Straße sei in wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten gebaut worden – auch um Arbeitsplätze zu schaffen. Anlässlich des Jubiläums widmet sich ein neues „Österreich-Bild“ des ORF filmisch dem 48 Kilometer langen Meisterwerk – mit bisher nie gezeigten Szenen.
Landeshauptmann Wilfried Haslauer betont, seine erste Angelobung von Bundesheer-Soldaten auf der Franz-Josefs-Höhe sei ein Highlight seiner politischen Karriere gewesen, die nun zu Ende gehe.“

Fotostrecke
ORF
Bus mit Journalisten befährt die Straße anlässlich der Eröffnung vor 90 Jahren
ORF
Fuscher Törl, der höchste Punkt auf Salzburger Seite

ORF
Edelweißspitze

ORF
Hunderte Autos bei der Eröffnung im Hochgebirge

ORF
Schneeräumung mit den klassischen „Wallack-Pflügen“

Flugbild: Gerald Lehner
Die Straße bei der Fuscherlacke zwischen Fuschertörl und Hochtor

Flugbild: Gerald Lehner
Hochtor

Flugbild: Gerald Lehner
Nordrampe und Sackstraße zur Edleweißspitze

Flugbild: Gerald Lehner

Flugbild: Gerald Lehner
Fuscher Seite unter dem Fuscher Törl

Flugbild: Gerald Lehner
Großglockner und seine Trabanten mit den Resten der Pasterze, rechts die Sackstraße zur Franz-Josefs-Höhe

Flugbild: Gerald Lehner
Fuscher Törl (unten rechts) vor der Schneeräumung mit Blick zum Hochtor

Flugbild: Gerald Lehner
Großglockner von Norden

Flugbild: Gerald Lehner
Oberer Pasterzenboden als Nährgebiet der Pasterze (Mitte unten). Hinten Johannisberg und Hohe Riffl

„Große soziale Komponente für Besucher“
Eine Straße durch den heutigen Nationalpark bis hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – das wäre heute wohl nicht denkbar, sagt der Kärntner Landtagspräsident Reinhart Rohr: „Das Projekt hat auch eine soziale Komponente. Diese Hochgebirgslandschaft ist mit der Straße erreichbar, was sie sonst nicht wäre.“

Johannes Hörl ist Vorstandsdirektor der Betreiber- und Aktiengesellschaft: „Wir haben in den 1960er-Jahren 350.000 Pkw pro Jahr gehabt, heute haben wir die Hälfte mit 170.000. Wir haben das mit einer fahrzeugbezogenen Maut geschafft, nicht mehr einer personenbezogenen.“

Politische Agitation gegen unabhängiges Österreich
Alpenverein, deutsche Nationalsozialisten und ihre in Österreich damals noch illegal aktiven Parteigenossen agierten, agitierten und protestierten gegen den Bau der Hochalpenstraße und dessen Förderung durch die damalige Bundesregierung Österreichs. Argumentiert wurde mit „Naturschutz“. Politisch gekämpft wurde auch gegen Seilbahnprojekte. Eine sollte sogar zur Adlersruhe zum Gipfelbereich gebaut werden.

Es ging den Nationalsozialisten auch darum, der jungen Ersten Republik und ihrem Tourismus wirtschaftlich zu schaden, um sie für den „Anschluss“ an Hitlers Reich reif zu machen. Ab März 1938 war der Glockner dann bis Mai 1945 der höchste Berg Deutschlands.

Extreme Gletscherschmelze durch Trockenheit
Nach dem schneearmen Winter sind Österreichs Gletscher heuer schon seit Beginn der Schmelzsaison stark unter Druck. Noch nie lag so wenig schützender Schnee auf dem Eis. Bis zum Herbst stehe eine Rekordschmelze bevor, sagt Gletscherforscherin Andrea Fischer von der Akademie der Wissenschaften.

Flugbild: Gerald Lehner
Glocknerwand und Großglockner, von 1938 bis 1945 der höchste Berg Deutschlands

Laut Bergführern waren klassische Ski-Hochtouren im Frühling heuer nicht mehr möglich – mehr dazu in salzburg.ORF.at (13.5.2025)
26.06.2025, red, salzburg.ORF.at

Weiterer Link:
Großglockner Hochalpenstraße

ORF-Film-Doku: 90 Jahre Glocknerstraße
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#22
Großglockner-Hochalpenstraße
Die automobile Bezwingung der Alpen
1754215678575.png

Die Idee, die Alpen für den touristischen Verkehr zu erschließen, hat 1935 in der Großglockner-Hochalpenstraße, einen Höhepunkt gefunden. Das Projekt galt als Meilenstein der Baukunst, aber auch als enorme Herausforderung. Heute ist sie eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Am Sonntag feiert die auch als Glocknerstraße bekannte Strecke ihren 90er.
Online seit gestern 02.08.2025, 22.01 Uhr
Teilen
Der höchste befahrbare Punkt liegt mit der Edelweißspitze auf 2.571 Metern, vom Tal bis hinauf durchquert man vier Vegetationsstufen: Die Großglockner-Hochalpenstraße sollte, sich durch das Kernstück des Nationalparks Hohe Tauern schlängelnd, perfekt in die Landschaft passen. Sie ist ein Blickfang für die Ewigkeit und eine der beliebtesten Freizeitdestinationen des Landes. Knapp 900.000 Besucherinnen und Besucher kommen jede Saison.

Am 3. August 1935 wurde die 48 Kilometer lange Panoramastraße eröffnet. Ihre Geschichte reicht freilich viel weiter zurück. Der Übergang wurde bereits in vorkeltischer Zeit bewandert, wie archäologische Funde nahelegten. Bis in die Neuzeit war er einer der wichtigsten Alpenübergänge.

picturedesk.com/brandstaetter images/Votava
Es war ein Prestigeprojekt und Symbol für den Fortschritt: Bauarbeiten an der Glocknerstraße

Die Habsburger nutzten das Glockner-Gebiet als Jagdrevier, im 19. Jahrhundert entstanden erste Jagdhütten samt kleineren Fahrwegen. Der erste große Streckenabschnitt wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen: Der Spatenstich für diese "Kaiserin-Elisabeth-Straße“ zwischen Heiligenblut und dem Glocknerhaus erfolgte 1900, bis sie fertig war, sollte es zehn Jahre dauern.

picturedesk.com/ÖNB-Bildarchiv/Rübelt
Rehrl und Wallack machten sich schon 1934 auf zur Erstbefahrung in einem eigens umgebauten Auto

Das Rennen um die besten Ideen war aber längst eröffnet: Mit dem aufkommenden Tourismus kursierten über die Jahre zahlreiche Vorschläge in der Öffentlichkeit, wie man nun mit der hochalpinen Straßen weiter tun könnte. Den Zuschlag erhielt 1924 schließlich der Ingenieur Franz Wallack, der nicht nur die Straße, sondern auch gleich ein paar Berghotels bauen sollte. Vor allem aus Geldmangel verzögerte sich das Projekt allerdings einmal mehr um Jahre. Richtig begonnen wurde mit dem Bau 1930.

picturedesk.com/brandstaetter images/Archiv Lunzer
Schon bald nach der Eröffnung 1935 war die Straße ein Publikumsmagnet

Das Heft in die Hand genommen hatte Salzburg. Der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl (Christlichsoziale Partei), leidenschaftlicher Autofahrer, machte die Glocknerstraße zu seiner Priorität. Er gilt heute als die treibende Kraft hinter ihrem Bau.

picturedesk.com/brandstaetter images/Austrian Archives
Die feierliche Eröffnung wurde zur Großveranstaltung

Die Heldengeschichte lieferte er gleich mit: Schon ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung kündigte Rehrl an, als erster Mensch die Hohen Tauern mit einem Automobil zu überqueren – ein waghalsiges wie prestigeträchtiges Unterfangen. Er ließ dafür eigens seinen Steyr 100 umbauen, denn die Straße bestand damals noch weitgehend aus grobem Untergrund und war eigentlich noch gar nicht befahrbar.

picturedesk.com/brandstaetter images/Votava
Der Tourismus blühte in den folgenden Jahrzehnten auf, und damit nahmen auch die Einnahmen durch die Maut zu

Gemeinsam mit Wallack wurde die Fahrt geplant. Auch der Straßenplaner war höchst skeptisch, arbeitete aber intensiv an der Befahrbarkeit der Straße. In seinen Memoiren hielt Wallack in Richtung Rehrl fest: „Er soll nur kommen, und wenn irgendwo nicht alles klappt, dann werden wir die Kiste tragen – sofern sie nicht zu schwer ist.“ Rehrl und Wallack bestiegen am 22. September 1934 den Wagen und meisterten unter großer medialer Aufmerksamkeit die halsbrecherische Fahrt. Sie dauerte sieben Stunden.

picturedesk.com/brandstaetter images/Votava
Auch heute noch finden zahlreiche Events und Sportveranstaltungen wie hier die Österreich-Radrundfahrt 1957 statt

Danach erhielten die Bauarbeiten neuen Schwung, dem auch politisch turbulente Zeiten keinen Abbruch taten. Im Gegenteil: Im Ständestaat wurden – wie später auch unter NS-Herrschaft – Autoverkehr und Straßenbau gefördert. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die Großglockner-Hochalpenstraße schließlich 1935 mit Böllerschüssen und Festmessen in Anwesenheit von Bundespräsident Wilhelm Miklas eröffnet, einen Tag später fand schon das „1. Internationale Großglockner Rennen für Automobile und Motorräder“ statt.

picturedesk.com/Expa/Stefanie Oberhause
rTrotz der zahlreichen Besucher wird auf der Glocknerstraße Wert auf Naturschutz und Nachhaltigkeit gelegt

Schon im Vorfeld des 90-Jahre-Jubiläums wurde heuer auf das Monument aufmerksam gemacht. Im Juni lud die Betreiberin, die Großglockner Hochalpenstraßen AG, zum großen Festakt. Der ORF präsentierte ein neues „Österreich-Bild" zum Geburtstag. Denn 2025 markiert noch ein weiteres Jubiläum: Die Hochalpenstraße ist seit zehn Jahren auch das größte offiziell anerkannte Denkmal der Republik.
03.08.2025, red, ORF.at
Großglockner-Hochalpenstraße: Die automobile Bezwingung der Alpen
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#23
Bau der Glockner-Straße auf Kärntner Seite
1757424677768.png

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist vom Kärntner Ingenieur Raimund Pierl entworfen worden und führt von Heiligenblut bis nach Fusch in Salzburg. Der Kärntner Abschnitt ist elf Kilometer lang, der Bau begann 1900.
Online seit heute, 6.10 Uhr
Teilen
Der Weg über das Hochtor ist eine alte Römerstraße, die schon in der Hallstattzeit laut vorkeltischen Funden benutzt wurde. Der Bau der modernen Straße erfolgte aus wirtschaftlicher und touristischer Notwendigkeit, wie es hieß.

Denn immer mehr Menschen wollten zumindest zum Fuße des Glockners und nicht mehr, wie damals üblich, mit Pferdefuhrwerken. Heidi Rogy vom Geschichtsverein Kärnten: „Als im August 1900 erstmals ein Automobil in Heiligblut einfuhr, sorgte dies bei den Leuten noch für große Verwunderung. Bereits im Sommer 1904 soll dann ein Automobilfahrer die noch im Bau befindliche Straße zum Glockner Haus bis zum Ende der Ausbaustrecke anstandslos befahren haben.“

ORF
Großglockner Hochalpenstraße

Erzherzog kam auch mit Auto
Das sprach sich herum. Zwei Jahre später kam Erzherzog Franz Ferdinand mit seinem Automobil nach Heiligenblut und er fuhr von dort Richtung Großglockner, so Rogy: „Da die Straße noch immer nicht fertiggestellt war, mussten er und seine Begleitung den letzten Abschnitt des Weges zum Glockner Haus noch zu Fuß zurücklegen. Die Zahl jener, die mit dem Automobil Heiligenblut besuchten, war im Steigen begriffen.“

Das wiederum machte den Kutschern von Dölsach zu schaffen, sie fürchteten nämlich um ihr täglich Brot. Und nicht nur das, diese modernen Automobile sorgten auch noch für andere Probleme der Kutscher, so Rogy: „Auf der schmalen Straße durch das obere Mölltal waren beim Zusammentreffen von zwei Fahrzeugen an den besonders engen Stellen Probleme programmiert. Besonders dann, wenn es sich bei einem davon um ein Automobil handelte. In solchen Fällen mussten die Pferde abgespannt werden und die Fahrgäste absteigen, damit der Landauer zur Hälfte über den Straßenrand gehoben werden konnte, sodass das Automobil daran vorbeikam.“

ORF
Besonders beliebt ist die Bergstraße bei Motorradfahrern

Zar von Bulgarien von Dohlen fasziniert
Inzwischen schritt der Bau der Straße zum Glockner Haus voran. 1909 konnte man mit dem Auto bereits von Heiligenblut bis zum Glockner Haus auffahren. Das zog immer mehr Touristen an. „Zu den illustren Gästen, die 1909 mit einem Automobil vorfuhren, zählten Zar Ferdinand und Kronprinz Boris von Bulgarien. Bei seinem Ausflug ins Glocknergebiet fand Ferdinand von Bulgarien zu großem Gefallen an den Alpendohlen, dass er beschloss, diesen Vogel in Bulgarien einzubürgern.“

Der Bauleiter der Alpenstraße musste im Auftrag des bulgarischen Zaren 15 dieser Alpenvögel einfangen und sie in speziellen Käfigen an den Königshof nach Sofia in Bulgarien schicken. „Ferdinand von Bulgarien bedankte sich bei ihm mit einer königlichen Krawattennadel“, so Rogy.

Großglockner Hochalpenstraßen AG

Immer mehr Autos auf dem Glockner
Inzwischen kamen immer mehr Automobile auf die Glockner Straße. „Am 9. September 1911 verzeichnete man beim Glockner Haus bereits die Ankunft des 100. Automobils in dieser Saison.“ Um des Ansturms Herr zu werden, richtete man ab 1912 auch eine Buslinie ein, die die Touristen vom Bahnhof in Lienz über Heiligenblut zum Glockner Haus brachte.

„Fürs erste verwendete man dafür einen Wagen mit sieben Sitzplätzen. Seit Juli 1913 standen dann bereits zwei Postautomobile mit je zwölf Sitzen auf der Strecke Lienz-Glockner-Haus im Einsatz“, so Historikerin Rogy. "Bis heute verlor diese Straße nichts an ihrem Reiz und ihrer Faszination. Pro Jahr zählt man bis zu 300.000 Fahrzeuge, hochgerechnet rund eine Million Besucher.
09.09.2025, red, kaernten.ORF.at
Bau der Glockner-Straße auf Kärntner Seite
 

HannesZ

Well-Known Member
#24
Da ich den Thread gerade erst entdeckt habe möchte ich gerne einen Beitrag vom letzten Jahr dazu posten. Ich bin letztes Jahr mit meinem Bruder mit dem Rad über den Großglockner gefahren. Eine grandiose, aber auch anstrengende Erfahrung. :)
 
Oben