Hakenkreuz auf Bergfried in Kärnten

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Harald 41

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#1
Hakenkreuz auf Ruinenturm sorgt für Wirbel

Auf einem Turm der Ruine Hochkraig (Gemeinde Frauenstein) prangt seit 80 Jahren ein weißes Hakenkreuz. Das Mauthausen-Komitee fordert schon lange die Entfernung. Solche Arbeiten seien laut Besitzer und Denkmalamt aber sehr gefährlich, es bestehe Einsturzgefahr.

Das weiße Hakenkreuz ist von außen zwar nur schwer erkennbar, aber es befindet sich auf dem Bergfried der Burgruine Hochkraig in der Gemeinde Frauenstein. Das stößt dem Mauthausen Komitee und dessen Sprecher Peter Gstettner sauer auf. Er meint in einem Interview in der Zeitschrift „profil“: „Ein zur Zeit des NS-Putsches 1934 aufgemaltes Hakenkreuz befindet sich 80 Jahre danach noch immer an dieser Stelle. Das dürfe einfach nicht sein.“

Das Bundesdenkmalamt teilt diese Ansicht grundsätzlich, fügt aber hinzu, eine Entfernung sei extrem schwierig, da der Bergfried einsturzgefährdet sei. Das Hakenkreuz sei nicht aufgemalt, sondern regelrecht in die Mauer eingearbeitet worden. Es könnte nur weggeschremmt werden, und dadurch könne der denkmalgeschützte Bergfried einstürzen, hieß es auf Anfrage des ORF Kärnten.

Besitzer sieht Bund zuständig
Das Bundesdenkmalamt könne sich vorstellen, ein Kunstprojekt daraus zu machen und mit aufklärenden Tafeln auf die Geschichte des Nazi-Symbols aufmerksam zu machen. Davon hält aber der Besitzer der Burgruine Hochkraig, Peter Goess, nichts, wie er dem ORF am Montag mitteilte. Er brauche keine Pilger, weder mit rechtem noch mit linkem Gedankengut. Goess distanziert sich von dem Gedankengut der Nationalsozialisten. Diese hätten das Kreuz in den Bergfried eingearbeitet, und für die Entfernung sei nicht er, sondern die Republik zuständig.

Gefährliche Arbeiten?
Um das Hakenkreuz zu entfernen, müssten Bergsteiger mit einer besonderen Ausbildung eingesetzt werden. Selbst diese würden sich in große Gefahr begeben, so Goess. Er hat die Zugänge zur Burgruine Hochkraig versperrt. Aus der Ferne sei das Hakenkreuz nicht sichtbar. Das Mauthausen-Komitee fordert die Gemeinde Frauenstein auf, das Hakenkreuz entfernen zu lassen. Doch auch der dortige Amtsleiter fühlt sich nicht zuständig.

Publiziert am 14.04.2014
http://kaernten.orf.at/news/stories/2641810/

http://www.burgerbe.de/2011/04/16/burg-hochkraig-und-der-fluch-des-hakenkreuzes/

LG Harry
 
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Edgar

CN 5. Kolonne
#4
Kurzzeitig hatte man auch unsere Burg auch einmal mit diesem Symbol verziert. Auf Intervention der Stiftung wurde es wieder entfernt.

Aus der "Thüringischen Landeszeitung" vom 26.08.2010

Auf der Wartburg wurde das Kreuz ausgetauscht
26.08.2010 - 09:05 Uhr
Ein historischer Reiseführer beleuchtet den Thüringer Alltag in der Nazi-Zeit.

Eisenach/Weimar. Am 11. April 1938 haben die Nationalsozialisten einen der markantesten Symbolorte deutscher Geschichte für ihre Zwecke okkupiert: Auf der Wartburg bei Eisenach ließ Nazi-Statthalter Fritz Sauckel das fünf Meter hohe Kreuz auf dem Bergfried in 411 Meter Höhe über dem Meeresspiegel durch ein noch größeres Hakenkreuz ersetzen. Als "Siegeszeichen" sollte es weithin sichtbar vom Anschluss Österreichs an Nazideutschland künden. Eine historische Aufnahme von der Wartburg unterm Hakenkreuz wählte der Berliner Ch. Links Verlag zum Titelbild des historischen Reiseführers "Thüringen 1933-1945", in dem der Jenaer Historiker und Archivar Willy Schilling über 80 markante Orte auflistet und erläutert.

Gruß vom Edgar
 

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#5
Ich weiß, es ist nur News aber:


http://www.news.at hat geschrieben:
Ebenso zufrieden wandelt der Kärntner Aristokrat Peter Goess durchs Leben – auf eigenem Grund und Boden. Er besitzt 2.000 Hektar, die bei einem Verkauf derzeit rund 25 Millionen Euro bringen würden. Seit dem Jahr 1730 befindet sich das Anwesen im Eigentum der Familie.

Goess führt nun als Erster in seinem Stammbaum den Betrieb höchstpersönlich als Forstmeister. Die Jagdverpachtung bringt ihm etwa 56.000 Euro im Jahr, der Umsatz mit Holz beträgt rund das Zehnfache.

Goess, der bei der wirtschaftlichen Nutzung seines Landstriches ebenfalls auf die Jagd setzt, stapelt dabei augenzwinkernd tief: „Ich lege selbst Hand an, weil das Geld spart.“

Quelle: http://www.news.at/articles/0448/30/98981_s1/wem-oesterreich-die-150-grund-waldbesitzer-landes

Mein Mitleid mit dem Herrn Goess hält sich in Grenzen. Wenn man weiß wie viele Menschen der in seinen Forst/Schlossbetrieben beschäftigt, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel betrachtet, ist es eine richtige Sauerei, dass dieser 3-Tages-Job nicht schon längst erledigt ist. Ein typisches Vorgehen für Leute mit richtig Geld und den richtigen Freunden bei der Presse. Ich warte immer noch auf die Schlagzeile "Großgrundbesitzer provoziert die Demokratie Österreichs mit Hakenkreuz auf einer seiner vielen Burgen" Wenn Denkmalschutzgesetz und/oder Abzeichengesetz richtig angewandt werden, sind durchaus spürbare Sanktionen möglich. Früher hätte Herr Goess nach der öffentlichen Weigerung drei Tage später die Steuer im Haus gehabt.
 

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#6
geh bitte das gibts ja ned. Is es nicht wurscht ob dort ein Hakenkreuz am Bergfried ist oder nicht? Weiss e jeder dass es alt ist und nicht neu erschaffen wurde. Also was soll dieses Theater eigentlich? Diese ganzen Naziverbrechen sind bitteschön schon 70 Jahre her. Wäre es nicht ein Hakenkreuz sondern etwas anderes würde man es auf Grund seines Alters und der Seltenheit vermutlich unter Denkmalschutz stellen (bitte nicht falsch verstehen, ich hab natürlich mit Nazis nix am Hut).
 
#7
In meinen Augen ist das Geschichtsfälschung... diese Zeit gehört genauso zur Geschichte wie positive Ereignisse und ich finde nicht, dass man alles negative entfernen darf. Man sollte es als Mahnmal stehen lassen...


Genau die gleiche Diskussion gibt es bei uns in Graz mit der Conrad-von-Hötzendorf-Straße...
 

pauli

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#9
Österreich hat ja auch gar keine anderen Sorgen ! Ich wette hier wird für die Entfernung mehr Geld ausgegeben als für die Erhaltung des Gebäudes. Und wenn es dann entfernt ist, was dann ? Wurde die Geschichte dann eine andere ?
 

josef

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#10
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Um ein Abgleiten in weitere Diskussionen zu verhindern (egal ob links oder rechts), wurde eine Passage eines Beitrages entfernt und der Thread geschlossen!

:admin
 

josef

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#11
Hakenkreuze als ungewollte Relikte
Noch vor 1938 haben illegale Kärntner Nazis an schwer zugänglichen Stellen Hakenkreuze angebracht. Neben der Burgruine Hochkraig prangt auch oberhalb von Ferlach ein Hakenkreuz. Entfernt werden diese Relikte wohl nie.
Über der Büchsenmacherstadt Ferlach prangt im Sattnitzmassiv seit den 1930er Jahren ein Hakenkreuz. Auch auf der Burgruine Hochkraig ist weithin ein Hakenkreuz zu sehen - mehr dazu in Weiterhin Streit um Hakenkreuz auf Turm (kaernten.ORF.at; 26.4.18).


ORF
Die Erosion hat im Sattnitzmassiv bei Ferlach bereits ganze Arbeit geleistet. Das Hakenkreuz - immerhin vier Quadratmeter groß - ist kaum noch zu sehen.

Etliche solcher Hakenkreuze existieren in Kärnten auch 73 Jahre nach dem Sturz des Nazi-Regimes. Die Entstehungsgeschichte des Ferlacher Hakenkreuzes hat Hans M. Tuschar genau dokumentiert. Er beschreibt in seinem Buch, wie sein Vater mit Freunden loszog, um bei Glainach über die Drau zu setzen. Dann ließen sie sich mit einem Korb an einem Hanfseil die Wand hinab. An einer besonders schwer zugänglichen Stelle entstand unter Lebensgefahr das vier Quadratmeter große Hakenkreuz.

„Man spricht nicht gern darüber“
Auch der Ferlacher Chronist Rainer Adamik beschäftigte sich mit diesem Kapitel „Heimatgeschichte“: „Meine persönliche Meinung lautet, dass die damalige Gendarmerie es auch nur als Lausbubenstreich hingestellt hat. Man hat mit den Verursachern auch gesprochen, dass sie es wieder entfernen sollen. Sie haben sich aber geweigert, es sei zu gefährlich, hieß es. Nur mit Glück hätten sie es überlebt.“ Im Rosental sei das Hakenkreuz allen bekannt, „es kennt auch jeder die Geschichte dazu, aber man spricht nicht gern darüber“.

Gemeinde spricht von bis zu 15.000 Euro Kosten
Im Sandstein ist das Symbol auch noch nach 85 Jahren von Waidisch aus zu sehen, verblasst zwar, aber als Hakenkreuz erkennbar, wenn die Lichtverhältnisse passen. Das Hakenkreuz hoch über Ferlach jenseits der Drau gehört ins Gemeindegebiet von Maria Rain.

Das Relikt verschwinden zu lassen sei bisher kein Thema gewesen, sagte Bürgermeister Franz Ragger: „Ich habe mich erkundigt, es wäre ein Einsatz mit Seilen notwendig. Das Steuergeld liegt uns nicht sehr locker in der Tasche, man muss jeden Euro umdrehen. 10.000 bis 15.000 Euro in die Hand zu nehmen, um das zu beseitigen – ich glaube, das ist nicht notwendig.“ Der Bürgermeister hofft darauf, dass die Erosion das Hakenkreuz irgendwann von allein zum Verschwinden bringt.

Urheber meist schon verstorben
Die Hakenkreuz-Maler von damals sind mittlerweile alle verstorben. Der Respekt vor den Millionen Opfern des Regimes, das hinter diesem in Österreich heute verbotenen Symbol stand, müsse gewahrt bleiben, sagte der Leiter des Landesarchives, Wilhelm Wadl, zu dem Fall.

Das Hakenkreuz verschwinden zu lassen sei aber auch keine Lösung. Wadl: „Die Vergangenheit hinterlässt eben Spuren. Sie gewalttätig tilgen zu wollen ist ja auch nicht hilfreich in der ehrlichen Auseinandersetzung. Man muss zu diesen unsäglichen Zeichen stehen, aber kann sie nicht unkommentiert stehen lassen.“ In diesem Sinne werden die im Land mehr oder weniger sichtbaren Hakenkreuze die Menschen wohl noch längere Zeit an die „braune Vergangenheit“ Kärntens erinnern.

Publiziert am 13.07.2018
Hakenkreuze als ungewollte Relikte

Zum Glück hilft die Natur bei der Entsorgung dieser Symbole aus den dunkelsten Jahren der jüngsten Geschichte mit...
Es ist nur zu hoffen, dass das auch noch in den kranken Gehirnen so mancher Zeitgenossen eingebrannte Gedankengut in Verbindung mit diesen Symbolen ebenfalls ehebaldigst verschwindet!
 

josef

Administrator
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#12
Hakenkreuz auf Burgruine wird entfernt
Das Hakenkreuz auf der Burgruine Hochkraig (Bezirk St. Veit/Glan) wird entfernt. Land und Bund werden sich die Kosten teilen. Laut Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gibt es eine Einigung mit dem Burgherren.
Seit 1934 prangt auf dem Turm der Ruine Hochkraig in Frauenstein ein riesiges Hakenkreuz. Zum Vorschein kam es vor einigen Jahren nach Baumschlägerungen. Seit damals ging es um die Frage, wer eine Entfernung bzw. Sanierung bestellen und bezahlen soll. Der Burgherr Peter Goess hatte eine Finanzierung abgelehnt, mehr dazu in Hakenkreuz auf Ruinenturm sorgt für Wirbel.


ORF
Das Hakenkreuz soll nach 85 Jahren verschwinden

Entfernungsarbeiten laufen bereits
Diese Diskussion sei jetzt beendet, so Landeshauptmann Peter Kaiser am Samstagvormittag. Das Hakenkreuz werde entfernt. Die Arbeiten zur Entfernung dieses Schandmales laufen bereits“, so Kaiser, der sich mit dem ehemaligen Kulturminister Gernot Blümel und mit Vertretern des Kulturministeriums für eine finanzielle Beteiligung einsetzte. Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 95.000 Euro inklusive notwendiger Sanierungsarbeiten übernehmen das Kulturministerium (80.000 Euro) und die Kulturabteilung des Landes (15.000 Euro), hieß es am Samstag in einer Aussendung.

„Keinen Millimeter Platz“ für Nazi-Symbole
„Mit der Entfernung dieses Symbol des Nationalsozialismus wollen wir keineswegs unsere Erinnerung entfernen. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und sich Kärnten bzw. Österreich heute in aller Deutlichkeit von allen nationalsozialistischen und faschistischen Tendenzen distanziert. Derartige fehlgeleitete Ideologien haben weder in Kärnten noch sonst irgendwo in Österreich auch nur einen Millimeter Platz“, so Kaiser.

Bescheid für Entfernung ausgestellt
Das Hakenkreuz sollte laut Kaiser bereits im Vorjahr entfernt werden. Dies sei aber aus verschiedenen - auch witterungsbedingten - Gründen nicht möglich gewesen. Für die Entfernung wurde per Bescheid ein Kärntner Unternehmen beauftragt.

Publiziert am 08.06.2019
Hakenkreuz auf Burgruine wird entfernt
 
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