Italien: Funde in und um die antike Stadt Pompeji bei Neapel

josef

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#1
Überreste eines verschütteten Pferdes in Pompeji entdeckt

Wertvolles Zaumzeug deutet darauf hin, dass das Tier einst einem hochrangigen Offizier gehörte
Neapel – Archäologen haben nahe der antiken Stadt Pompeji bei Neapel die Überreste eines Rassepferdes freigelegt, das beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 unter den Aschemassen begraben und konserviert worden war:


foto: ap/cesare abbate
Das Tier habe wertvolles militärisches Zaumzeug getragen, erklärte der Direktor der Ausgrabungsstätte, Massimo Osanna.


foto: ap/cesare abbate
Das Pferd habe wahrscheinlich einem hochrangigen Militäroffizier gehört, der vor den Mauern von Pompeji in einem Landgut lebte.


foto: ap/cesare abbate
Es ist bereits das dritte Pferd, das in den verschütteten Stallungen des Anwesens entdeckt wurde, hieß es.


foto: ap/cesare abbate
Zuletzt waren in Pompeji im Oktober die Überreste von fünf Menschen entdeckt worden, die noch versucht hatten, dem Ascheregen in einem Haus zu entkommen. (red, APA, 24.12.2018)

Überreste eines verschütteten Pferdes in Pompeji entdeckt - derStandard.at
 
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#2
Überreste eines verschütteten Pferdes in Pompeji entdeckt

Wertvolles Zaumzeug deutet darauf hin, dass das Tier einst einem hochrangigen Offizier gehörte
Neapel – Archäologen haben nahe der antiken Stadt Pompeji bei Neapel die Überreste eines Rassepferdes freigelegt, das beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 unter den Aschemassen begraben und konserviert worden war:


foto: ap/cesare abbate
Das Tier habe wertvolles militärisches Zaumzeug getragen, erklärte der Direktor der Ausgrabungsstätte, Massimo Osanna.


foto: ap/cesare abbate
Das Pferd habe wahrscheinlich einem hochrangigen Militäroffizier gehört, der vor den Mauern von Pompeji in einem Landgut lebte.


foto: ap/cesare abbate
Es ist bereits das dritte Pferd, das in den verschütteten Stallungen des Anwesens entdeckt wurde, hieß es.


foto: ap/cesare abbate
Zuletzt waren in Pompeji im Oktober die Überreste von fünf Menschen entdeckt worden, die noch versucht hatten, dem Ascheregen in einem Haus zu entkommen. (red, APA, 24.12.2018)

Überreste eines verschütteten Pferdes in Pompeji entdeckt - derStandard.at
Ein verzweifelter Versuch. Sie wäre aber erstickt.
 

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#3
Amulette, Glücksbringer und Mini-Penisse in Pompeji entdeckt

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Pompeji-Parco Archeologico, massimo osanna
Archäologen stießen auf eine Schatztruhe mit exotischen Gegenständen, die womöglich Ritualen dienten
Archäologen haben in Italiens berühmtester Ausgrabungsstätte einen besonderen Fund gemacht: Im südöstlich von Neapel gelegenen Pompeji legten Forscher im sogeannten "Haus des Giardino" eine Truhe mit exotischen Gegenständen frei, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Dazu gehörten unter anderem Kristalle und Gesteine, aus Knochen gefertigte Knöpfe, orientalische Käfer, Amulette, Puppen, Glocken, Miniatur-Penisse und sogar ein kleiner Schädel. Der Fund könne Teil einer Art "Schatzkammer eines Zauberers" gewesen sein, sagte der Direktor der Ausgrabungsstätte Pompeji, Massimo Osanna.


Die Forscher vermuten einen kultischen Hintergrund: Viele der entdeckten Objekte wurden für Beschwörungen aller Art eingesetzt.
Foto: Parco Archeologico di Pompei

Fruchtbarkeitsrituale
Die Experten vermuten einen kultischen Hintergrund: Einige Gegenstände galten als Glücksbringer, anderen wurde laut Osanna direkt die Fähigkeit zugeschrieben, Pechsträhnen zu beenden. Die Objekte könnten demnach in Ritualen zur Steigerung der Fruchtbarkeit und der Verführungskraft eingesetzt worden sein oder auch, um das Gelingen einer Schwangerschaft oder Geburt zu beschwören.


Gold fand sich in der Truhe allerdings keines.
Foto: Parco Archeologico di Pompei

Wahrscheinlich hätten die Objekte nicht dem reichen Hausbesitzer gehört, sondern einem Diener oder Sklaven des Hauses, mutmaßte Osanna. Darauf deute hin, dass die Truhe keinerlei Gold enthielt, mit dem sich die Oberschicht gern schmückte.

Im selben Ausgrabungsgebiet waren Archäologen jüngst auf eine Inschrift gestoßen, die Historiker veranlasste, das mutmaßliche Datum des Vesuv-Ausbruchs zu ändern, der die Stadt mit Glut, Steinen und Asche begrub – vom 24. August auf den 24. Oktober 79 nach unserer Zeitrechnung.
(red, APA, 13.8.2019)
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#4
AUSGRABUNG EINES FRESKOS
Tod oder Gnade – Bild eines Gladiatorenkampfes in Pompeji entdeckt
Im Untergeschoss eines Hauses in Pompeji ist ein Fresko gefunden worden. Es zeigt zwei Gladiatoren im Kampf, einer ist verletzt. Der Fundort war wohl eine Kneipe für Gladiatoren – wo auch Sex angeboten wurde.


Zwei Kämpfer, ein Murmillo mit Schild und Schwert, ein Thraex, der blutend zu Boden - gefunden in Pompeji
Quelle: dpa/Ausgrabungsstätte Pompeji
In den verschütteten Teilen der berühmten Römerstadt Pompeji ist ein detailreiches Fresko eines Gladiatorenkampfes gefunden worden. Wie das Kulturministerium in Rom am Freitag mitteilte, wurde die Wandmalerei im Untergeschoss eines Gebäudes entdeckt, das an einer Kreuzung zweier gepflasterter Straßen lag und vermutlich eine Taverne für Gladiatoren sowie ein Bordell beherbergte.

Das farbige Fresko bildet in realistischer Weise zwei Typen von Gladiatoren – einen Murmillo und einen Thraex – zu einem Zeitpunkt des Kampfes ab, als der Thraex tiefe Wunden davongetragen hat und offenbar um Gnade bittet.

„Wir wissen nicht, wie dieser Kampf endete“, sagte der Leiter der Ausgrabungen, Massimo Osanna. „Es konnte der Tod sein oder die Gnade.“ Der Murmillo trägt entsprechend den Überlieferungen zu den verschiedenen Gattungen der Gladiatoren ein römisches Kurzschwert und einen großen, gewölbten Rechteckschild, der Thraex hat seinen Schild fallen lassen

Pompeji ist nach dem Kolosseum in Rom die am zweithäufigsten besuchte archäologische Stätte in Italien, 2018 wurden 3,6 Millionen Touristen gezählt. Die Stadt wurde im Jahr 79 vor Christus durch einen Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet.
Ausgrabung eines Freskos: Tod oder Gnade – Bild eines Gladiatorenkampfes in Pompeji entdeckt - WELT
 

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#5
Wie einige Bewohner Pompejis den Vulkanausbruch überlebten
In der Stadt am Fuße des Vesuvs starben im Jahr 79 zwar rund 20.000 Bewohner qualvoll. Doch so mancher konnte sich retten

"Der letzte Tag von Pompeji": Schrecken und Tod durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79, dramatisch in Szene gesetzt vom russischen Maler Karl Pawlowitsch Brjullow in den Jahren 1830 bis 1833.
gemeinfrei

Wann genau sich die verheerende Eruption des Vesuvs im Jahr 79 unserer Zeitrechnung ereignete, ist fast 2000 Jahre später immer noch unklar. Erst 2018 stieß man bei Ausgrabungen in Pompeji auf ein Graffito, das vermutlich vom 17. Oktober des Jahres 79 stammt. Deshalb geht man heute davon aus, dass der Vulkanausbruch, der Pompeji, Herculaneum und zwei weitere Städte unter einer bis zu 25 Meter hohen Schicht aus vulkanischer Asche und Bimsstein begrub, am 24. Oktober stattgefunden haben dürfte.

Die Wissenschaft weiß aber mittlerweile jede Menge über die Stärke der Eruption und die Abfolge des dramatischen Geschehens: Insgesamt setzte der Vesuv hunderttausendmal mehr thermische Energie frei als die Hiroshima-Bombe, und zum Höhepunkt des Ausbruchs entließ der Vulkan, der nur zehn Kilometer von Pompeji entfernt liegt, pro Sekunde 1,5 Millionen Tonnen geschmolzenes Gestein.


Pompeji im Sommer 2020 mit Blick auf den zehn Kilometer entfernten Vesuv. Mundnasenschutz kann heute Leben retten, damals aber nicht. Rettend war damals nur eine rasche Flucht.
AFP

Chronologie der Eruption
Dennoch haben etliche Bewohner den Vulkanausbruch überlebt. Doch wie war das möglich? Das liegt vor allem daran, dass bei einem Vulkanausbruch wie dem des Vesuvs, der am Vormittag begann, zunächst einmal sehr heiße Gase und Lava mit enormer Wucht kilometerhoch in die Atmosphäre geblasen werden und die ersten Asche- und Bimssteinregen noch relativ harmlos sind. Erst wenn der enorme Druck nachlässt, fliegen die Lavamassen nicht mehr so hoch – und werden immer gefährlicher. Rund 38 Prozent der 20.000 Opfer Pompejis starben in dieser Phase.

In den ersten Morgenstunden des nächsten Tages kam es dann zu fünf pyroklastischen Strömen: Dabei wälzten sich bis zu 800 Grad heiße Feststoff-Gas-Mischungen in Lawinentempo nach Pompeji und töteten all jene Bewohner, die in den Häusern der Stadt zuvor noch Schutz gefunden hatten. Mit anderen Worten: Die Menschen hatten am Nachmittag des 24. ein paar Stunden Zeit, sich möglichst weit von Pompeji zu entfernen, um dem Inferno zu entgehen, wie das Magazin "Wired" recherchierte.

Auf die Richtung kam es an
Doch es kam auch auf die richtige Richtung an. Im Wesentlichen gab es drei Optionen: eine Flucht aufs Meer in westlicher Richtung, entlang der Küste über Herculaneum nach Neapel oder nach Süden nach Stabiae und noch weiter.

Die Flucht am Boot war eher keine gute Idee, wie Tote im Bootshaus von Herculaneum zeigen. Der Wind blies vermutlich landeinwärts. Wer sich in Richtung Süden entfernte, musste das rasch und weit genug tun, denn der Wind blies den tödliche Ascheregen in diese Richtung. So starb Plinius der Ältere (der Onkel des Jüngeren, der über die Eruption berichtete) am 25. in Stabiae, rund sieben Kilometer südlich von Pompeji. Sicher war man erst etliche Kilometer weiter im Süd(west)en.


Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79: schwarzgrau die tödliche Aschewolke, grün die einzigen Fluchtrouten, die das Überleben sicherten.
Grafik: Der Standard

Die meisten de wenigen Überlebenden entkamen in Richtung Neapel, das gut 20 Kilometer entfernt liegt. Doch rasches Handeln war gefragt. Zunächst musste man nämlich erst noch Herculaneum passieren – und dafür war Eile geboten: Denn bereits gegen 17 Uhr wurde die Stadt am Fuße des Vulkans, wo 5.000 Menschen starben, von einem ersten pyroklastischen Strom heimgesucht. Und danach war es zu spät.
(tasch, 12.9.2020)

Quelle
Wired: "How to Escape From an Erupting Volcano"

Weiterlesen:
Pompeji: Skelett eines Kindes entdeckt, das vor Vulkanausbruch floh
Opfer des Vesuv-Ausbruchs zeigt glasartige Strukturen im Gehirn
Neuer Skelettfund in Pompeji: Frauen und Kinder auf der Flucht

Wie einige Bewohner Pompejis den Vulkanausbruch überlebten - derStandard.at
 

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#6
Spektakulärer Fund in Pompeji: Intakte Überreste zweier Männer entdeckt
Bei den beiden antiken Leichnamen dürfte es sich um einen Sklaven und um seinen Herren auf der Flucht handeln.


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Bei den Ausgrabungen auf der archäologischen Stätte von Pompeji in Süditalien ist Wissenschaftern ein spektakulärer Fund gelungen: Die Archäologen entdeckten die intakten Leichen von zwei Männern, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag. Dabei dürfte es sich um die Reste eines Sklaven und seines Herren handeln.

© Bild: APA/AFP/POMPEI ARCHAEOLOGICAL PARK/HANDOUT / HANDOUT

Die beiden Männer seien nach dem Ausbruch des Vesuvs auf der Flucht gewesen. Bei dem Herren dürfte es sich um einen Mann um die 40 Jahre handeln, der Sklave sei wesentlich jünger gewesen. Die Ausgrabungen waren in den vergangenen Monaten auch während des Lockdowns fortgeführt worden. Der Direktor der archäologischen Parks von Pompeji, Massimo Osanna, sprach von einem beeindruckenden Fund, der innovativen Techniken bei den Ausgrabungen zu verdanken sei.


© Bild: APA/AFP/POMPEI ARCHAEOLOGICAL PARK/HANDOUT / HANDOUT

Die antike Stadt Pompeji wurde im Jahr 79 nach Christus von der Asche des Vesuvs verschüttet. In letzter Zeit sind etliche bedeutende Funde in der Ausgrabungsstätte bei Neapel gemacht worden: Neben Skeletten mehrerer Menschen wurden auch Überreste eines Pferdes gefunden. Pompeji ist eine der berühmtesten archäologischen Stätten der Welt und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Italien.
21.11.2020
Spektakulärer Fund in Pompeji: Intakte Überreste zweier Männer entdeckt
 

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#7
Antikes Beisl in Pompeji nach fast 2.000 Jahren wieder zugänglich
Archäologen entdeckten die intakten Überreste eines römischen Schnellimbisses, der beim Vesuv-Ausbruch im Jahr 79 verschüttet worden war
Archäologen haben im italienischen Pompeji einen intakten Thekentisch in einer antiken Gaststätte aus der Zeit des Untergangs der Stadt freigelegt und zur Besichtigung freigegeben. Die "Snackbar" sei eine der ältesten in Pompeji, teilte der Parco Archeologico mit. "Die Möglichkeiten, dieses Thermopolium zu studieren, sind außerordentlich, weil zum ersten Mal ein Areal dieses Typs in seiner Gesamtheit ausgegraben wurde", sagte ein Vertreter des Museums.


Hier dürften einst Speisen und Getränke ausgegeben worden sein.
Foto: AFP/LUIGI SPINA

Thermopolium ist die Bezeichnung für eine antike römische Gaststätte, in der Speisen und Getränke zum schnellen Konsum feilgeboten wurden. Die Schank des Schnellimbisses war schon 2019 in Teilen ausgegraben worden. Bei den Arbeiten fanden die Experten auch Essensreste und Knochen von Menschen und Tieren, die Opfer der Vulkankatastrophe im Jahr 79 unserer Zeitrechnung geworden sein dürften. Bei den menschlichen Überresten handelt es sich ersten Erkenntnissen zufolge um die einer damals etwa 50 Jahre alten Person. Weitere Überreste würden noch untersucht.


Bildnis einer Nereide auf der antiken Theke.
Foto: Reuters/Luigi Spina

Obszöne Nachricht
Die gelb bemalte Theke ist mit Bildern von Tieren, der Darstellung einer Alltagssituation und dem Abbild einer Nereide, einer Nymphe des Meeres, verziert. Die abgebildeten Enten und ein Hahn waren wohl Tiere, die in der Verkaufsstätte geschlachtet und verkauft wurden. In dem Steintisch sind außerdem Löcher eingelassen, bei denen die Forscher davon ausgehen, dass darin die Lebensmittel zum Verkauf auslagen.


Auch eine obszöne Botschaft hat die Jahrtausende überdauert: "Nicia cinaede cacator" ist über dem Bildnis eines Hundes in Lateinisch eingeritzt ("Nicias schamloser Scheißer").
Foto: epa

Verheerender Vulkanausbruch
Pompeji war beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 unter Asche und Lava begraben worden. Im 18. Jahrhundert wurde die historische Stadt wiederentdeckt. Seitdem kommen immer wieder neue Erkenntnisse ans Licht. Die Ausgrabungsstätte gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Italiens. Zuletzt gelang den Archäologen die aufsehenerregende Rekonstruktion zweier Männer, die der Ausbruch überrascht hatte.
(red, APA, 28.12.2020)
Antikes Beisl in Pompeji nach fast 2.000 Jahren wieder zugänglich - derStandard.at
 

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#8
Nahezu intakter Triumphwagen in Pompeji ausgegraben

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In der versunkenen Stadt Pompeji in Süditalien haben Archäologen einen einzigartigen Triumphwagen aus der Antike ausgegraben. Das vierrädrige Gefährt aus Eisen sei quasi intakt, teilte der Archäologiepark heute mit. Den Fund hätten die Experten in der Villa Civita Giuliana im Norden der antiken Stadt gemacht. An der Seite ist er mit Dekorationen aus Zinn und Bronze verziert, die Männer und Frauen in erotischen Szenen zeigen.


APA/AFP/Handout

Den Forschern zufolge ist dieser Fund einzigartig in Italien. Der Wagen wurde nach ersten Erkenntnissen von der römischen Elite für feierliche Anlässe verwendet. Der Fundort auf dem Areal der Villa hatte bereits 2018 für Aufsehen gesorgt, weil dort die Überreste dreier Pferde entdeckt wurden.

Versuchte Plünderungen
Offenbar war nicht nur Archäologen der Wert dieses Ortes bekannt, denn Räuber gruben sich in Tunneln bis in die Ausgrabungsstätte vor, um dort zu plündern, hieß es weiter. Dadurch seien auch Schäden entstanden. Die Staatsanwaltschaft führe Ermittlungen in diesem Fall.
Italiens Kulturminister zeigte sich erfreut über den jüngsten Fund. „Pompeji verblüfft uns weiter mit seinen Funden, und so wird es noch viele Jahre sein mit 20 Hektar, die noch auszugraben sind“, sagte Dario Franceschini.

Die antike Stadt Pompeji liegt am Fuße des Vulkans Vesuv. Bei Ausbrüchen im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teils konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien.
28.02.2021, red, ORF.at/Agenturen

Nahezu intakter Triumphwagen in Pompeji ausgegraben
 

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#9
Grabfund in Pompeji liefert erstaunlichen Beweis
Forschende entdeckten mumifizierte Überreste eines Ex-Sklaven, der in Freiheit zu Ansehen kam und Aufführungen in griechischer Sprache abhalten ließ

Ein neuer Grabfund begeistert die Forschenden im Archäologiepark Pompeji.
Foto: AP Photo / Salvatore Laporta

In einer kleinen Grabkammer liegen auf 1,6 mal 2,4 Metern die Überreste von Marcus Venerius Secundio. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Gelände der untergegangenen Stadt Pompeji, am Golf von Neapel in Süditalien. Forscher des dortigen Archäologieparks stießen in den vergangenen Wochen auf die antike Ruhestätte und waren erstaunt. "Niemand hat sich so einen außergewöhnlichen Fund erwartet", erklärte Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.


In einer Grabstätte stieß man auf ungewöhnliche menschliche Überreste.
Foto: Reuters / Parco Archeologico Pompei

Es sei die Belohnung für eine langwierige Arbeit. Knochenanalysen ergaben, dass Marcus Venerius Secundio älter als 60 Jahre wurde, wie der Archäologiepark mitteilte. Das Skelett ist demnach eines der am besten erhaltenen, die je in Pompeji gefunden wurden, weil der Raum hermetisch abgeriegelt war und beste Bedingungen für ein Überdauern der Überreste schuf. Am Kopf des Leichnams sind noch kurze graue Haare zu sehen und Reste des Ohrs. Außerdem machten Stoffreste an seinem Körper die Forscher neugierig. Sie wollen klären, ob die Mumifizierung des Körpers beabsichtigt und dies damit Teil eines Ritus war.

Vom Sklaven zu Reichtum und Prestige
Aus der Inschrift über der Stätte erfuhren die Experten mehr über das Leben des Mannes – eine weitere Besonderheit. Marcus Venerius Secundio war den Erkenntnissen zufolge ein Servus publicus, also ein Sklave der Stadt Pompeji. Mit etwa 30 Jahren dürften ihn seine Besitzer in die Freiheit entlassen haben. Zumindest war das damals üblich, auch wenn die Verfügungsgewalt beim Besitzer lag.


Die Inschrift über der Grabstätte erwies sich als aufschlussreich.
Foto: EPA / Cesare Abbate

"Er kommt dann zu einem gewissen Reichtum, aber nicht übermäßig, doch immerhin so, dass er sich dieses Grab leisten kann", erklärt Zuchtriegel weiter. Das Grab liege außerdem in prominenter Position, am Ausgang des Stadttors Porta Sarno, so dass man es wirklich sehen konnte, wenn man die Stadt verließ. Aus der Inschrift geht auch hervor, dass der Ex-Sklave eine Art Tempelwächter des Venustempels war und am Kaiserkult teilnahm. Er konnte so laut Zuchtriegel soziales Prestige zeigen.


Üblicherweise wurden damals Brandbestattungen durchgeführt, ein bestattetes Skelett ist daher eine Seltenheit.
Foto: Alfio Giannotti / Pompeii Archeological Park / AP

Altgriechisch als kulturelles Statement
Die Inschrift lieferte außerdem einen Beweis für eine lang geglaubte, aber nie bewiesene Annahme: In Pompeji gab es Aufführungen auch auf Altgriechisch statt nur in lateinischer Sprache. "Er schreibt: Er allein hat vier Tage Spiele in Griechisch und Latein veranstaltet", berichtet Zuchtriegel. Es sei das erste Mal, dass man ein sicheres Zeugnis für diese Tatsache gefunden habe. Die römische Oberschicht lernte Griechisch damals als eine Art Bildungssprache in der Schule. Außerdem galt sie im östlichen Mittelmeerraum als Verkehrssprache – als das, wofür heutzutage etwa Englisch steht.

Der Ex-Sklave, so interpretiert es Zuchtriegel, wollte damit nicht nur seinen sozialen Status zeigen, sondern auch ein kulturelles Statement abgeben, also vermitteln: Ich habe auch Zugang zu dieser hohen Kultur. In Pompeji habe es zwar Menschen gegeben, die Griechisch sprachen, doch meistens seien das Sklaven oder Prostituierte gewesen.


Der Verstorbene war teilweise mumifiziert, sodass Reste eines Ohrs und weiße Haare erkennbar geblieben sind.
Foto: EPA/Pompeii Archeological Park

Keine Brandbestattung
Auch der Bestattungsritus sei in diesem Fall auffällig, erklärt Zuchtriegel: "Es ist ein Grab aus der letzten Phase Pompejis, also aus den 60er bis frühen 70er Jahren. Das ist eine Zeit, in der in Pompeji Erwachsene ausschließlich brandbestattet werden, und das ist das erste Grab aus dieser Zeit, was eine Leichenbestattung aufweist." Die Forscher stießen während Ausgrabungsarbeiten am Friedhof von Porta Sarno im Osten der antiken Römerstadt darauf.

Pompeji ging durch Ausbrüche des Vulkans Vesuv im Jahr 79 nach Christus unter. Asche, Schlamm und Lava begruben die Stadt unter sich. Im 18. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt. Seitdem stoßen Archäologen dort immer wieder auf spektakuläre und sehr gut erhaltene Funde aus der Römerzeit. Pompeji ist auch eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Italien.
(APA, 17.8.2021)
Grabfund in Pompeji liefert erstaunlichen Beweis
 
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