#1
Hallo
Ich bin in Traismauer/NÖ aufgewachsen, und folgendes wurde mir des öfteren von meinem Vater erzählt, bzw. habe ich als Kind bzw. Judendlicher selbst getan oder erlebt. Auch einige Fragen sind dabei...

1. Der Bahnhof von Traismauer wurde während des Krieges stark zerstört. Ich hab mal Fotos davon gesehen, jedoch ist das schon Ewigkeiten her - hat irgendwer eine Quelle wo man diese Fotos noch finden könnte?

2. Oberhalb dees Bahnhofs befindet sich halb im Hang eine gut versteckte, relativ groß angelegte ebene Fläche (geschätzte 20x50m und heute dicht bewachsen - nur ein schmaler Weg geht mittendurch) - was könnte da gewesen sein? Oberhalb dieser "Plaatte befindet sich..

3. Ganz oben an der Kante des Hügels ein betoniertes Weinberghäuschen von wo aus man das gesamte Tullnerfeld gut überblicken kann. Mein Vater erzähltee mir dass er als Kind hier oben oft mit den Flugzeugmodellen gespielt hat die in dem Häuschen waren - früher noch mit Zubau und Plexiglaskuppel. Auch ein altes Dienstglas das ich von Ihm geerbt habe hatte er von da...

4. Der Bahnhof hat ein Anschlussgleis direkt in das Werksgelände von Martin Miller. Anschliessend ist gleich das Werksgelände der Fa.Bekum (da habe ich meine Ausbildung gemacht). Gehörten die beiden Areale einmal zusammen (Hermann-Göring Werke?). Das Areal grenzt direkt an die Traisen, und hier soll auch mal eine Brücke direkt ins Werksgelände existiert haben - man sieht noch Reste im Flussbett. Gibts dazu Aufzeichnungen?

5. Im Werksgelände der Fa.Miller existiert ein Stollen in den Berg - mein Vater meinte dass hier Kurbelwellen gesenkgeschmiedet wurden, und man den Lärm noch in der Stadt hören konnte. Is da was wahres dran?

6. Oberhalb des Stolleneingangs, oben am Berghang in den Weingärten steht ein gemauerter Bunker (heeute als Weinberghütte genutzt, und legaal nicht erreichbar) mit Betondecke, verwinkeltem Eingang und Richtung Norden mit zwei Sehschlitzen versehen. Oben auf der Betondecke sah man (zumindest damals noch - ich war schon lange nicht mehr da) regelmäßig angebrachte dicke Gewindebolzen. Mir wurde damals erzählt dass hier ne Flak stand. Richtig oder Falsch?

7. Weiter stadtauswärts, wenn man links Richtung Weingärten eeinbiegt gibt es den "Tobel. Der Tobel ist ein Hohlweg mit bis zu 10-20m hohen Lehmwänden (Ich selbst besitze da noch einen Weinkeller). Mein Vater war als Kind von den Schnitzerein der Gefangenen fasziniert die sie in die Lehmwände machten. Woher kamen die? Zwangsarbeiter aus dem Werk?

8. Im Tobel - auf halbem Weg Richtung Bergkapelle - kommt man rechts an einem einsamen Weinberg vorbei von dem man meinen sollte dass er hier nicht hingehört. So groß wie ein Fussballfeld bildet er eine Schneise innerhalb der Lehmwände. Heute schon mehrfach umgebaggert und neu gestaltet. Mein Vater sagte immer hier hätte sich ein Schießstand befunden. In den umliegenden Höhlen fanden wir als Kinder noch graue Kistenteile mit schwarzen kyrillischem Aufruck die wir stolz präsentierten - die Höhlen wurden daraufhin versiegelt und waren nie wieder gefunden.

So... mal genug Anekdoten aus meiner ehemaligen Heimat
Würde mich interessieren ob der eine oder andere das eine oder andere dazu weiss.

lg
 

josef

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#2
Traismauer

Hallo Steph,
interessante Schilderungen...
1. Der Bahnhof von Traismauer wurde während des Krieges stark zerstört. Ich hab mal Fotos davon gesehen, jedoch ist das schon Ewigkeiten her - hat irgendwer eine Quelle wo man diese Fotos noch finden könnte?
Fragen/Suche an/beim: Gemeindeamt, Heimatmuseum, Bahnhofchronik (wurde früher von den Bf-Vorständen geführt, kann aber nicht sagen, ob sich nach der "Zerschlagung" der ÖBB in Geschäftsbereiche noch jemand zuständig fühlt...), private Bestände...
Jedenfalls stimmt es, dass der Bf Traismauer besonders in den letzten Kriegsmonaten öfters "heimgesucht" wurde. Muss mal suchen, da ist mir etwas von einer großen Explosion bzw. Brand in Erinnerung (Mun- oder Kesselwagenzug). Die Strecke Tulln-Herzogenburg (St.Pölten) war ja eine wichtige Umleitungsstrecke bzw. Abfuhrstrecke der Werke und Anlagen um Moosbierbaum...
2. Oberhalb dees Bahnhofs befindet sich halb im Hang eine gut versteckte, relativ groß angelegte ebene Fläche (geschätzte 20x50m und heute dicht bewachsen - nur ein schmaler Weg geht mittendurch) - was könnte da gewesen sein? Oberhalb dieser "Platte befindet sich..
Werde das bei Gelegenheit einmal begutachten...
3. Ganz oben an der Kante des Hügels ein betoniertes Weinberghäuschen von wo aus man das gesamte Tullnerfeld gut überblicken kann. Mein Vater erzähltee mir dass er als Kind hier oben oft mit den Flugzeugmodellen gespielt hat die in dem Häuschen waren - früher noch mit Zubau und Plexiglaskuppel
Flugwache => siehe: http://www.geheimprojekte.at/ls_bunker_velm-goetzendorf.html und "Niederabsdorf". Beidseitig des Donautales gab es auf den Anhöhen eine Kette solcher Flugwachen. Z.B. etwas schräg gegenüber oberhalb der linken Donauseite bei Rohrendorf mit Blick bis zu den Hängen des Wienerwaldes...
4. Der Bahnhof hat ein Anschlussgleis direkt in das Werksgelände von Martin Miller. Anschliessend ist gleich das Werksgelände der Fa.Bekum (da habe ich meine Ausbildung gemacht). Gehörten die beiden Areale einmal zusammen (Hermann-Göring Werke?).
Ja! Wobei sich am "Bekum"-Teil früher auch Fetigungen für die Voith AG (St.Pölten) befanden. Anlagen wurden nach Kriegsende von den Russen als "Deutsches Eigentum" beschlagnahmt und in das unter sowjetischer Verwaltung stehende "USIA-Imperium" eingegliedert (bis zum Staatsvertrag 1955). Voith konzentrierte (ca. in den 1970iger Jahren) alles am Standort P (siehe auch ehemaliges WNF-Werk Obergrafendorf: http://www.geheimprojekte.at/firma_wnf_obergrafendorf.html ) und verkaufte an Bekum.
Das Areal grenzt direkt an die Traisen, und hier soll auch mal eine Brücke direkt ins Werksgelände existiert haben - man sieht noch Reste im Flussbett. Gibts dazu Aufzeichnungen?
Dazu kann ich nichts sagen...
5. Im Werksgelände der Fa.Miller existiert ein Stollen in den Berg - mein Vater meinte dass hier Kurbelwellen gesenkgeschmiedet wurden, und man den Lärm noch in der Stadt hören konnte. Is da was wahres dran?
Von einer U-Verlagerung in Traismauer ist mir nichts bekannt, auch im "Wichert" gibt es dazu nichts...Nehme eher an, der Stollen diente LS-Zwecken und der Lärm stammte aus den oberirdischen Werkshallen...
6. Oberhalb des Stolleneingangs, oben am Berghang in den Weingärten steht ein gemauerter Bunker (heeute als Weinberghütte genutzt, und legaal nicht erreichbar) mit Betondecke, verwinkeltem Eingang und Richtung Norden mit zwei Sehschlitzen versehen. Oben auf der Betondecke sah man (zumindest damals noch - ich war schon lange nicht mehr da) regelmäßig angebrachte dicke Gewindebolzen. Mir wurde damals erzählt dass hier ne Flak stand. Richtig oder Falsch?
Ist mir nichts bekannt, jedenfalls keine "größere Flak-Batterie" mit Geschützen 8,8 cm und > ...
7. Weiter stadtauswärts, wenn man links Richtung Weingärten eeinbiegt gibt es den "Tobel. Mein Vater war als Kind von den Schnitzerein der Gefangenen fasziniert die sie in die Lehmwände machten. Woher kamen die? Zwangsarbeiter aus dem Werk?
Sicher, damals waren bei den meisten Rü-Betrieben Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene beschäftigt...untergebracht in Barackenlagern.
8. Im Tobel - auf halbem Weg Richtung Bergkapelle - kommt man rechts an einem einsamen Weinberg vorbei von dem man meinen sollte dass er hier nicht hingehört. So groß wie ein Fussballfeld bildet er eine Schneise innerhalb der Lehmwände... ein Schießstand befunden. In den umliegenden Höhlen fanden wir als Kinder noch graue Kistenteile mit schwarzen kyrillischem Aufruck ...
Schießstand, von den russischen Besatzern genutzt...?

lg
josef
 
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S

salsipuedes

Guest
#3
Hello

Was ich zu diesen Thema sagen kann!!!!!!


Wie du weist wird ja die Donau Umfahrung in Traismauer gebaut. Bei div. Voruntersuchungen der zu bebauenden flächen wurde sehr viel Munition gefunden. Es ist auch bekannt das es hier einen Frontverlauf gab und die Kämpfe so einige Zeit angedauert haben. Ich bin der Meinung das du auf der S33 Richtung Krems auf der Festland Seite so einiges an Unterständen und Schützengräben zu finden sind. Aber was Traismauer an sich selbst gut ist das die Gemeinde Aufzeichnungen besitzt von der zeit.

MFG R
 

josef

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#4
Luftangriffe Bf Traismauer

Frage von @Mississippiquee:
1. Der Bahnhof von Traismauer wurde während des Krieges stark zerstört. Ich hab mal Fotos davon gesehen, jedoch ist das schon Ewigkeiten her - hat irgendwer eine Quelle wo man diese Fotos noch finden könnte?
Heute Nachmittag standen bei mir Bahnhöfe am Programm => Traismauer, Herzogenburg und Paudorf. Bei der Aufarbeitung des Themas stolperte ich auch über eine Festschriftbroschüre betreffend

"100 Jahre Eisenbahn St.Pölten - Tulln 1985"; Herausgegeben von einem Festkomitee; Goldmann-Druck Tulln 1985

und darin befinden sich 2 Fotos des Bf Traismauer nach einem Bombenangriff vom 17.10.1944! (Ohne weitere Quellenangabe).

1. Bombenkrater im Gleisbereich, dahinter Lagerhaus der "Gutscher-Mühle"
2. Gleisbereich mit zerstörten Waggons usw.

Fotos von heute:
3. Das schön renovierte Bf-Gebäude von der Gleisseite
4. Ostausfahrt Richtung Tulln
5. Westausfahrt Richtung Herzogenburg
6. Nochmals Richtung O, links war der Standort des Lagerhauses. Rechts der Hang mit den diversen Beschreibungen von @Mississippiquee
 

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#5
Super! Danke!
Ein Foto würde mich besonders interessieren:
Es zeigt das gesamte Bahnhofsgelände - Blickrichtung diesselbe wie auf dem 5. Bild.
Mir ist auch eingefallen das das im Heimatmuseum hängt, wie auch noch weitere Infos zum Bahnhof...

DANKE jedenfalls!
 
#6
Soweit ich mich erinnere stand das Lagerhaus auch in meiner Kindheit noch, und befand sich zwischen drittem und viertem Foto (eher mehr zum 4. Bild hin) - heute sind da Parkplätze und eine große Fläche mit Wildwuchs...
 
#8
Ich hab heute mal (analoge) Bilder gemacht vom Stolleneingang, besser gesagt von einem der Stolleneingänge, bei "MartinMiller" und dem darüberliegenden Bunker am Hang (hatte schön auf einem Hochformat platz). Sobald das entwickelt ist, werd ich es hier einstellen...
 

josef

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#9
Hallo Steph,
wann warst Du in Traismauer? War heute Vormittag durch Zufall ebenfalls vor Ort! Oben am Hang, hatte ein ausführliches, nettes Gespräch mit einem Anrainer des Beobachtungsstandes (Bunker...). Gibt lt. Angaben des Herren 2 LS-Stollen...

Bericht folgt in den nächsten Tagen, möchte noch darauf hinweisen, dass sich das Bauwerk auf einem eingezäunten Privatgrundstück befindet!

lg
josef
 
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#10
Ganz genau das ist das gute Stück. :)
Liegt genau oberhalb des Stolleneingangs.
Mir fielen gestern (nachmittag) mehrere zugemauerte Stolleneingänge auf, die teileweise auch Gleisanschluss gehabt haben dürften. Wobei die Gleise (jetzt?.. oder schon damals?) kurz vor der Wand enden...
 
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josef

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#11
Traismauer - Teil 1

War, wie schon kurz angekündigt, am Sonntag d. 5. 4. auf „Lokalaugenschein“ im Bereich Traismauer und erkundete ein paar von @Mississippiquee angeführte Plätze. Nachfolgend der 1. Teilbericht zu den Punkten:

6. Oberhalb des Stolleneingangs, oben am Berghang in den Weingärten steht ein gemauerter Bunker (heute als Weinberghütte genutzt, und legal nicht erreichbar) mit Betondecke, verwinkeltem Eingang und Richtung Norden mit zwei Sehschlitzen versehen. Oben auf der Betondecke sah man (zumindest damals noch - ich war schon lange nicht mehr da) regelmäßig angebrachte dicke Gewindebolzen. Mir wurde damals erzählt dass hier ne Flak stand. Richtig oder Falsch?
Ich fuhr durch den „Tobel“ auf die durch Weingärten geprägte Hochfläche über der Stadt. Gleich an der Böschungskante oberhalb des ehemaligen M. Miller-Werkes fand ich den an den Hang angebauten Beobachtungsbunker. Die Seitenwände des auf einem eingezäunten Grundstück liegenden Baues bestehen aus einem rohen Ziegelmauerwerk mit sich nach innen verjüngenden Sehschlitzen (Schießscharten...?). Die Blickrichtung durch die Sehschlitze war ca. 180 ° Richtung SW/W/NW über das untere Traisental und ein Stück Donautal, wobei heute nach NW wegen der üppigen Vegetation kein „Fernblick“ mehr möglich ist. Eine Betondecke mit bewachsener Erdüberdeckung schließt das Bauwerk nach oben ab. Mit einem Anrainer, dessen Vater während der Kriegszeit bei M. Miller beschäftigt war, führte ich dann ein längeres Gespräch. Ein genauer Verwendungszweck des Bauwerkes ist nicht bekannt und es gibt nur Vermutungen. Am ehesten könnte es zu einer leichten Flakstellung gehört haben oder als Beobachtungsbunker mit ähnlicher Funktion wie Splitterschutzzellen... erhöhte Lage mit vollem Überblick über das Werksgelände. Jedenfalls ist von einer „schweren Flak-Batterie“ (oder mehreren) in Traismauer nichts bekannt und mein Gesprächspartner konnte auch zu einer „leichten Flak“ nur von Gerüchten berichten...

5. Im Werksgelände der Fa.Miller existiert ein Stollen in den Berg - mein Vater meinte dass hier Kurbelwellen gesenkgeschmiedet wurden, und man den Lärm noch in der Stadt hören konnte. Ist da was wahres dran?
Jedenfalls wurde das M. Miller – Werk damals gewaltig ausgebaut und es wurden neben der in der einschlägigen Literatur erwähnten Munitionsfertigung für Bordwaffen hochwertige Schmiedeteile (Kurbelwellen usw.) für Panzer- und Flugzeugmotore gefertigt. Zu weiteren geplanten Werkserweiterungen Richtung Süden, entlang der Traisen, kam es wegen der fortschreitenden Kriegsereignisse nicht mehr. Zum Schutz der Belegschaft vor Fliegerangriffen wurden in den Hang östlich des Werkes, unterhalb des Beobachtungsbunkers, weiträumige LS-Anlagen mit 2 Hauptstollen getrieben. Der Betrieb hatte damals eine Belegschaftsstärke von ca. 6.000 Mitarbeitern, hauptsächlich Fremdarbeiter und Kriegsgefangene! Gearbeitet wurde im 3 - Schichtbetrieb und die LS-Stollen konnten bei Fliegeralarm eine Schicht problemlos aufnehmen. Eine unterirdische Fertigungsverlagerung in die Stollen gab es lt. meinem Informanten nicht!

Für die Stammbelegschaft des Werkes wurde im Norden des Stadtzentrums eine Arbeitersiedlung im typischen NS-Stil errichtet. Noch weiter nördlich, an der Straße zur Donau im Bereich der heutigen Sportanlagen, war ein Barackenlager für die Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen.

4. Der Bahnhof hat ein Anschlussgleis direkt in das Werksgelände von Martin Miller. Anschließend ist gleich das Werksgelände der Fa.Bekum (da habe ich meine Ausbildung gemacht). Gehörten die beiden Areale einmal zusammen (Hermann-Göring Werke?). Das Areal grenzt direkt an die Traisen, und hier soll auch mal eine Brücke direkt ins Werksgelände existiert haben - man sieht noch Reste im Flussbett. Gibts dazu Aufzeichnungen?
Die Firma M. Miller gehörte während des Krieges zum Firmenverband der „Reichswerke Hermann Göring“. Das Firmenareal umschloss das Gelände der beiden dort befindlichen Firmen BEKUM und Böhler-Uddeholm. Die Gleise der Anschlussbahn existieren teilweise noch im Werksgelände, die Anschlussweiche und das Gleisstück zwischen Venusbergstraße und Bahnhofgleise wurden entfernt...Zu einer Traisenbrücke kann ich nichts sagen.

Nun zu den Fotos, Teil 1:
1. Hochfläche mit Weingärten über der Stadt Traismauer, im Hintergrund die Donauauen.
2. Blick von der Hangkante auf das Objekt.
3. Blick von der SW-Seite.
4. Hangaufwärts.
5. Blick Richtung W auf das Werk Links Fa. BEKUM, rechts Miller-Böhler-Uddeholm. Im Mittelgrund Traisental...
6. Richtung NW, rechts alter Betriebsteil v. M.Miller AG. Rechte Bildhälfte im Hintergrund wieder die Donauauen.
 

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josef

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#12
Traismauer

Fotos – Teil 2:

1. Unterhalb des Zaunes entlang der Straße führt ein LS-Stollen unterhalb der Straße und den Häusern in den Hang.
2. Verrostetes Lüftungsrohr des LS-Stollens am Hang.
3. Renoviertes Fabriksensemble (Kraftwerk) des alten M.Miller-Werkteiles nördlich der Bahn (Gartenring).
4. Innerhalb des Werksgeländes liegen noch die Gleise der ehemaligen Anschlussbahn.
5. Nach der Straße ist das fehlende Gleisstück zu den Bahnhofgleisen erkennbar.
6. Da fuhr schon längere Zeit kein Zug mehr…(ehemalige Bahneinfahrt ins Werksgelände).
 

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#13
Für die Stammbelegschaft des Werkes wurde im Norden des Stadtzentrums eine Arbeitersiedlung im typischen NS-Stil errichtet. Noch weiter nördlich, an der Straße zur Donau im Bereich der heutigen Sportanlagen, war ein Barackenlager für die Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen.
GENIAL! DAS wusste ich nicht, obwohl mir der Baustil der "Siedlung schon immer "zu denken" gab... :)
Im Wald gegenüber befand sich die zugehörige Kläranlage die mittlerweile wohl ausgegraben ist - ebenfalls ein "gefährlicher" Kinderspielplatz...



Fotos Teil 2 - Bild 1
Hier sieht man gut den (heute) verglasten und überdachten Kohlenbunker des Werks - ich habe damals die Pläne für den Umbau gezeichnet, und dabei auch vollen Zugang zu den Werksplänen gehabt.
 
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#14
Oberhalb des Werks und des Bunkers stand ja das "Wasserhaus" mit der fertigen, und der noch offenen Zisterne. Das Haus wurde aufgrund von mehreren Unfällen geschliffen.
Man konnte über eiserne Leitern hinunter in den Wasserspeicher, und auf der anderen Seite (ausserhalb des Speichers / innerhalb des Hauses) entlang einer dicken Rohrleitung hinunter in die Pumpenkammer.
Man musste aber beim klettern besonders aufpassen, und so kam es zu den erwähnten Unfällen und zu mehreren Abstürzen mit schweren/schwersten Verletzungen.
 

josef

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#15
Traismauer - Teil 2

Oberhalb des Werks und des Bunkers stand ja das "Wasserhaus" mit der fertigen, und der noch offenen Zisterne. Das Haus wurde aufgrund von mehreren Unfällen geschliffen.
Man konnte über eiserne Leitern hinunter in den Wasserspeicher, und auf der anderen Seite (ausserhalb des Speichers / innerhalb des Hauses) entlang einer dicken Rohrleitung hinunter in die Pumpenkammer.
Man musste aber beim klettern besonders aufpassen, und so kam es zu den erwähnten Unfällen und zu mehreren Abstürzen mit schweren/schwersten Verletzungen.
Da hänge ich gleich meinen "Traismauer-Bericht - Teil 2" an:

Genau das Gleiche berichtete mein Gesprächspartner! Die riesigen Betonbecken wurden ebenfalls in der Kriegszeit errichtet. Wegen der Unfallgefahr wurden die Betonwände teilweise abgebrochen und die Becken mit den Betonstücken verfüllt. Das Ganze wurde dann mit einem Teil des seinerzeitigen Aushubmaterials, welches in der Nähe zu einem künstlichen Hügel aufgeschüttet war, überdeckt.

1. Die ehemaligen Wasserbecken befanden sich am Gelände der Brachfläche bzw. des Holzlagerplatzes in Bildmitte.
2. Anschüttung mit ehemaligen Aushubmaterial, durchsetzt mit Betonbrocken der teilweise abgebrochenen Becken.
3. Künstlich aufgeschütteter Erdhügel mit dem seinerzeitigen Aushubmaterial.
4. Gut erkennbar die Fläche des zur Wiederauffüllung verwendeten Materials.
 

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#16
4. Gut erkennbar die Fläche des zur Wiederauffüllung verwendeten Materials.
DAS stimmt so nicht!
Der eine Teil des Hügels fehlt immer schon - an der Optik des Aushubhügels hat sich seit min. 40 Jahren nichts geändert. Hier hatten meine älteren Brüder und später auch ich schon rauschende Feste gefeiert.
das Gebäude stand genau da wo das Holz lagert - anschliessend das fertige (überdeckte) Becken - nochmal anschliessend das unfertige (noch offene) Becken.
Das fertige Becken hatte oben Entlüftungsöffnungen die später mit schweren Stahlplatten ((die gibts da immer noch) abgedeckt wurden und in die man hervorragend hineinrufen und sein Echo hören konnte...
Ich denke das fertige Becken wurde auch gar nicht verfüllt, sondern einfach verschlossen.

Zum Verfüllen der Becken wurde das Gebäude an sich verwendet - sprich: das Gebäude wurde direkt in die Wassserreservoirs hineingeschoben.
 
#18
Zu folgendem Punkt muss ich auch noch was anmerken:
2. Oberhalb dees Bahnhofs befindet sich halb im Hang eine gut versteckte, relativ groß angelegte ebene Fläche (geschätzte 20x50m und heute dicht bewachsen - nur ein schmaler Weg geht mittendurch) - was könnte da gewesen sein?

Man erreicht das Plateau wenn man am "Laterndlkeller" vorbei, weiter an den Weinkellern und dem Wasserauffangbecken vorbei dem Hohlweg folgend bergauf geht.
Auf halbem Weg im Hohlweg zweigt dann ein kleiner Fussweg links ab (mit einem kleinen Vorplatz). An dieser Gabelung befindet sich oben am Hohlweg eine relativ gut ausgebaute, große Stellung, und weiter unterhalb an der Böschung im Wald einige große Bombentrichter.
Folgt man dem Fussweg durch den Wald erreicht man nach kurzem Weg das Plateau oberhalb des Bahnhofs - unterhalb der Luftwache.
Der linke vordere "Spitz" dieser Fläche lässt sich auch gut vom Bahnsteig aus erkennen wenn man den nach Osten gerichteten Blick nach rechts in den Wald hineinschweifen lässt...
 

josef

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#19
Folgt man dem Fussweg durch den Wald erreicht man nach kurzem Weg das Plateau oberhalb des Bahnhofs - unterhalb der Luftwache.
Habe die Fläche von der Betonhütte aus gesehen, war aber nicht unten. Sieht mir sehr nach ehemaligen Barackenstandort aus...Unterkunft für Flugwache-Personal?

Fotos für "Traismauer 3" (Flugwache) folgen in den nächsten Tagen.

lg
josef
 
#20
WOW... Du legst Dich ja mächtig ins Zeug - dabei bin ich der Einheimische (wobei ich Dich ja nicht kenn...)
Alle Achtung. Aber mir machts Spaß, und ich bin erstaunt über die "AHA"-Momente dies immer noch gibt.

Danke ... jedenfalls.
 
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