Kleinbahn von der Bahnstation "Bad Neusiedl" durch den Schilfgürtel zur Badeanstalt am Neusiedlersee

josef

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#1
Mit der Neusiedler Kleinbahn direkt ans Seeufer
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Neusiedl am See investierte in den 1920er-Jahren in eine Schmalspurbahn, die Ausflugsgäste direkt ans Ufer des Neusiedler Sees brachte. Die Kleinbahn, die nur ein gutes Jahrzehnt lang existiert hat, war kürzlich Thema bei einer Veranstaltung im Kulturzentrum Mattersburg.
Online seit heute, 15.08 Uhr
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Eine Schmalspurbahn mit einer Motorlokomotive brachte ab 1928 Ausflugsgäste vom Bahnhof „Bad Neusiedl am See“ zum Ufer des Neusiedler Sees. Die Strecke führte auf einem Damm neben dem Seekanal und endete nach eineinhalb Kilometern beim See, erinnerte sich Franz Renghofer aus Neusiedl am See. Betrieben wurde die Kleinbahn nur während der Badesaison. Die Betriebszeit war in etwa Mitte März bis Ende September.


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Um zum Baden ans Seeufer zu gelangen …

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...konnte man einst in der Neusiedler Kleinbahn Platz nehmen

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Auf der Strecke zum See wurde später die Straße gebaut
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Im KUZ Mattersburg gab es kürzlich eine Veranstaltung zur Neusiedler Kleinbahn

Pro Jahr habe die Neusiedler Kleinbahn ein paar Tausend Leute transportiert, erklärte Gerhard Gürtlich von der Burgenländischen Mobilitätsorganisationsgesellschaft, der im KUZ Mattersburg einen Vortrag über die historische Schmalspurbahn hielt. Diese habe nur ein kurzes Leben gehabt, nämlich bis 1939 oder 1940, genauer sei das noch nicht geklärt, so Gürtlich. Jedenfalls wird vermutet, dass die Kleinbahn wegen Nicht-Kriegsnotwendigkeit eingestellt wurde.

Lokomotive verschwunden
Mit dem Zweiten Weltkrieg endete also die Geschichte der Neusiedler Schmalspurbahn. Auf dem Damm der ehemaligen Kleinbahn wurde später die Straße zum See gebaut. Von der Bahnanlage existiert heute nichts mehr, auch die Lokomotive ist verschwunden. Dazu gibt es zwei Theorien: Entweder wurde sie von den Sowjets als Beute mitgenommen oder sie war später in der Zuckerfabrik im nahen Bruck an der Leitha im Einsatz.
17.03.2026, red, burgenland.ORF.at
Mit der Neusiedler Kleinbahn direkt ans Seeufer
 
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josef

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#2
Im Jahr 1987 beim ehemaligen "Carinthia-Verlag" Klagenfurt erschienen Buch meines leider schon verstorbenen Freundes
Manfred Hohn, Feldbahnen in Österreich,
fand ich weitere Infos zu dieser Kleinbahn. Dazu eine Kurzzusammenfassung der Seiten 115 - 119:

Die Stadtgemeinde Neusiedl am See wollte in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts am aufkommenden Fremdenverkehr mithalten und am Seeufer wurde eine als Pfahlbau konzipierte Badeanstalt errichtet. Um vom Ort zum Seebad zu gelangen, musste der dort rund 1,5 km breite Schilfgürtel überwunden werden. Es gab keine Straße durch den Schilfgürtel, sondern nur einen Stichkanal zum See und die Gäste mussten darauf umständlich mit Booten zu den Badeanlagen transportiert werden. Um diesen Umstand zu beseitigen, kam man 1926 auf die Idee, auf einer Dammtrasse eine Kleinbahnverbindung von der Neusiedl/Untere Station der Seewinkel-Bahn zur Badeanstalt zu errichten.

Dafür legte im Jänner 1927 das "Überlandwerk Frauenkirchen - Dressler & Klier" in Zusammenarbeit mit den "Österreichischen Siemens-Schuckert Werken" Wien und der "Maschinen- u. Waggonbau-Fabriks AG" Wien 11, ein detailliertes Offert über eine elektrische Kleinbahn. Ein für Oberleitungsbetrieb ausgerüsteter zweiachsiger Triebwagen für 20 Personen mit einem Einphasen-Wechselstromrepulsionsmotor, Leistung 4 PS bei einer Spannung von 220 Volt, sollte bei einer Zugleistung von 12 t 2 Anhängewagen für ebenfalls 20 Fahrgäste ziehen. Als Spurweite waren 600 mm vorgesehen.

Die finanzielle Lage der Stadt Neusiedl verhinderte jedoch die Umsetzung des Vorhabens! Trotzdem ließ man von den Vorstellungen einer Bahnverbindung zum Seebad nicht ab und die Firma "Orenstein & Koppel" (O&K) Wien erstellte ein den finanziellen Möglichkeiten der Stadt entsprechendes abgespecktes Projekt! Die feldbahnmäßige Ausführung wurde noch 1928 umgesetzt! Errichtet wurde diese Feldbahn mit von O&K erworbenen Altmaterial der eingestellten Wiener Neustädter "Waldschulbahn". So kamen 10 überholte vierachsige Drehschemelwagen und eine "Montania-Motorlok" zum Einsatz.

Wie bei anderen Bahnen auch, machte sich die wirtschaftliche Rezession in den dreißiger Jahren durch enormen Fahrgastschwund bemerkbar. Die Stadt Neusiedl konnte die Verluste der nur in den Sommermonaten zur Badesaison betriebenen Bahn nicht mehr tragen und der 2. Weltkrieg setzte den endgültigen Schlusspunkt! für die Bahn. So wurde der Betrieb ab Saison 1940 nicht mehr aufgenommen...
Wie auch im ORF-Beitrag angemerkt, konnte auch M. Hohn nichts konkretes über den Verbleib der Fahrzeuge ermitteln!


Planskizze der Gleisverläufe in den beiden Stationen:
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Ex Waldschulbahn-WN Garnitur mit"Montania-Motorlok" (600 mm Spurweite") und vierachsigen Drehschemelwagen
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detto...
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Skizze und 2 Fotos "Sammlung Manfred Hohn" (Manfred Hohn, Feldbahnen in Österreich, Klagenfurt 1987)
 
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