Kuriose und außergewöhnliche Sammelleidenschaften und Hobbys

josef

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#61
Kärnten: Dudelsacksammler aus Gurk

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Die einen sind vom Dudelsack hellauf begeistert, die anderen finden die Töne schrecklich. Karl Schnitzer aus Gurk gehört zur ersten Gruppe, denn er ist vom Dudelsack seit vielen Jahren fasziniert. Mittlerweile sammelte er 17 Dudelsäcke und spielt täglich darauf.
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Den Anfang machte der Böhmische Bock
Karl Schnitzer und seine Frau Lydia proben täglich. Die zwei Musiker, die auch schon an der Wiener Staatsoper sangen, sind seit 45 Jahren ein Paar und auch beim Musizieren ein gutes Team.
Lydia Schnitzer beherrscht mehrere Instrumente, ihr Mann spielt 17 verschiedene Dudelsäcke, die er sich in Deutschland, Italien, der Slowakei und in Tschechien anfertigen ließ.

Begonnen hat die Dudelsack-Leidenschaft mit dem Böhmischen Bock, sagte Schnitzer: „Einmal ist ein Freund zu Weihnachten zu uns auf Besuch gekommen, der hatte einen Böhmischen Bock mit. Den habe ich ausprobiert und schon am nächsten Tag wollte ich so ein Gerät haben.“

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Die Dudelsäcke können aus unterschiedlichen Holzarten gemacht werden, jeder klingt anders

Zu Beginn stand ein musikalischer „Schock“
Was mittlerweile harmonisch klingt, war für Lydias musikalisches Gehör am Anfang ein kleiner Schock, erzählte sie. „Am Anfang hat es in den Ohren ein bisschen weh getan, weil man die Töne da noch nicht so erwischt. Meine Freunde haben gesagt ‚du Arme, du musst das aushalten‘ aber es ist dann immer besser geworden.“

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Lydia beherrscht mehrere Instrumente, Karl spielt auf 17 Dudelsäcken

Zuviel Druck macht Ton zu hoch
„Das schwierigste an den Dudelsäcken ist, dass man den Balg, also den Sack, aufpumpen muss und dass dann die Luft gleichmäßig in den Bordun – daher kommt der Ton, der immer mitschwingt – und in die Spielpfeife ausströmt. Wenn man da zu viel Druck ausübt, wird der Ton zu hoch, übt man zu wenig Druck aus, wird der Ton meistens zu tief“

Ob aus Buchsbaum, Oliven- oder Birkenholz, ob aus Ziegen- oder Rindsleder, jeder Dudelsack hat seinen ganz eigenen Klang. Karl Schnitzer sind alle ans Herz gewachsen. „Es ist einfach die Lust, neue Sachen auszuprobieren und neue Klänge zu erforschen.“

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Der Dudelsackfan aus Gurk hofft, dass sich künftig auch mehr junge Menschen für dieses Instrument begeistern können.

Stammt nicht aus Schottland
Der Dudelsack wird zwar vor allem mit Schottland in Verbindung gebracht, stammt aber ursprünglich aus dem arabischen Raum, es gibt Darstellungen und Terrakottafiguren mit Dudelsäcken. Die Sackpfeife, wie der Dudelsack auch genannt wird, in ihrer jetzigen Form entstand im 16. Jahrhundert. In Schottland war er als höfisches Instrument beliebt und verbreitete sich durch die britische Militärmusik von dort in alle Welt.
21.05.2020, red,kaernten.ORF.at
Dudelsacksammler aus Gurk
 

josef

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#62
Im Stall der ausgestopften Tiere
Roland Rauter führt in Döbriach am Millstätter See ein privates Tiermuseum der ganz besonderen Art. 280 Exemplare sind in einem Stall ausgestellt. Die meisten der ausgestopften Tiere sind im Straßenverkehr verendet. Zu sehen sind auch seltene Tierarten.
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Roland Rauter ist Jäger und Mitglied in der Vogelschutzorganisation Birdlife. Die etwa 280 ausgestopften Tiere, die sich in seiner Scheune in Döbriach befinden, sind nicht von Jägern erlegt worden, sondern Opfer des Straßenverkehrs geworden. Perfekt präpariert sind sie aber auch ein Nachweis dafür, welche Tiere in welchen Gegenden Kärntens zu finden sind. „Zu mir kommen viele Jäger und schauen sich die ausgestopften Tiere an.“

Habichtskauz, Biber und Wildkatze
Unter den ausgestellten Exemplaren sind aber auch seltene Tiere, von denen es bereits seit Jahrzehnten gar keinen Nachweis gegeben hat. Etwa ein Habichtskauz oder der erste Biber im Bereich Afritz. Auch eine Wildkatze gehört zu den Ausstellungsstücken, sie wurde tot auf einer Straße in Lendorf gefunden. Zu den seltenen Exemplaren im privaten Museum zählt eine Blauranke, die in Kärnten als beinahe ausgestorben gilt, oder die Zwergdommel.

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Regelmäßig werden die Tiere von Roland Rauter entstaubt und gereinigt
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Ein ausgestopfter Waschbär erwartet die Besucher gleich beim Eingang

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Die Blauranke gilt in Kärnten als beinahe ausgestorben

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Auch eine ganze Fuchsfamilie ist im Museum zu sehen

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280 Exemplare hat Roland Rauter mittlerweile in seinem Tiermuseum gesammelt

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Ein seltenes Exemplar einer Zwergdommel findet sich ebenfalls im Museum

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Die meisten der ausgestopften Tiere sind im Straßenverkehr verendet

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Diese Fischotter wurde ebenfalls Opfer des Straßenverkehrs

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Vor allem Jäger gehören zu den Besuchern des privaten Tiermuseums

Immer wieder werden überfahrene Tiere bei Roland Rauter abgegeben. „Da kommen die Leute und dann muss man halt so tun, als ob es einem leid tut, aber eigentlich freue ich mich über ein weiteres Exemplar. Weil tot ist eh schon tot.“

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Auch diese Wildkatze wurde Opfer im Straßenverkehr

„Einen Bären hätte ich noch gerne“
Das Tiermuseum ist sein privater Rückzugsort, sagt Rauter, der über sich selbst lachen kann. „Manche sagen, das sei eine Sammelleidenschaft, ich sag, ich hab vielleicht einen Vogel.“ Was er noch gerne in seinem Museum hätte? „Einen Wolf vielleicht, oder einen Luchs, oder einen Bären, die würden gut in mein Museum passen.“
07.06.2020, red, kaernten.ORF.at
Im Stall der ausgestopften Tiere
 

struwwelpeter

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#63
„Einen Bären hätte ich noch gerne“
Naja, einen Bären im Straßenverkehr zu erlegen, da möchte ich nicht im Auto sitzen.:eek:

Skurill ist auch diese Aussage:
„Da kommen die Leute und dann muss man halt so tun, als ob es einem leid tut, aber eigentlich freue ich mich über ein weiteres Exemplar. Weil tot ist eh schon tot.“
 

josef

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#64
Vom Gärtner zum Oldtimer-Restaurateur

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Alte Fahrzeuge sind für viele Menschen faszinierend. Einige widmen sich Traktor-Oldtimern und bringen sie mit viel Liebe und Aufwand wieder in Schuss, um sie bei gemeinsamen Ausfahrten zu präsentieren. Einer von ihnen ist Josef Haumer aus Ruprechtshofen (Bezirk Melk).

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Josef Haumer ist pensionierter Gärtner und passionierter Oldtimer-Restaurateur. Zurzeit arbeitet der 67-Jährige an einem 15-PS-Oldie von Steyr, die Restauration ist in der Schlussphase. Die Teile dafür sind – oft über Umwege – aber noch erhältlich.

In seiner kleinen Landwirtschaft seien immer Traktoren im Einsatz gewesen, erzählt er, die Leidenschaft zum „Zangeln“ packte ihn aber erst später. Für ein Erntedankfest sei ein alter Traktor gesucht worden. Er habe so einen gehabt, aber: „Der war verstaubt, nicht funktionsfähig. Da entschloss ich mich, ihn herzurichten. Und schon hatte mich das Virus gepackt.“ Das wirkte sich so aus, dass er inzwischen sechs Traktoren in der Garage stehen hat.

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Josef Haumer ist passionierter Oldtimer-Restaurateur
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300 Arbeitsstunden bis zum Schmuckstück
Drei bis sechs Monate und um die 300 Arbeitsstunden dauert es, um einen solchen Veteranen zum chromglänzenden Schmuckstück zu machen. Beim Reparieren hilft man sich gegenseitig, denn Josef Haumer ist nicht allein. In den Nachbarorten Ruprechtshofen und St. Leonhard am Forst haben sich um die 50 Oldtimerfans zum Verein „Traktorfreunde Leonhofen“ zusammengeschlossen.

Wenn ein solches Werk fertig ist, steht einer Parade nichts mehr im Wege. Die Traktorfreunde fahren dann gemeinsam aus, aber in kleineren Gruppen, erzählt Josef Haumer: „Wir fahren höchstens mit 15 Traktoren aus, um den Verkehr nicht zu behindern, nehmen ausschließlich Nebenstraßen und legen auch immer wieder Stopps ein, um Autos vorbeizulassen.“ Trotzdem haben die Oldies schon viele ferne Ziele gesehen, bei Treffen in ganz Österreich.

Immer wieder Angebote
Wer so ein Hobby hat, braucht eben nach Gleichgesinnten nicht lang zu suchen. Und nach neuen Objekten. Immer wieder würden ihm alte Traktor-Skelette angeboten mit dem Ziel, wieder funktionsfähige Maschinen daraus zu machen, sagt Haumer. Aber er will kein Museum oder Ähnliches eröffnen, dieses Hobby soll ganz privat bleiben. Wenn der „15er“, den er in Arbeit hat, fertig ist, dann wird aber doch wohl doch irgendwo wieder ein alter, verstaubter Veteran darauf warten, von Josef Haumer und seinen Freunden auf Hochglanz gebracht zu werden.

12.07.2020, Robert Salzer, noe.orf.at

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Vom Gärtner zum Oldtimer-Restaurateur
 

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#65
Briefmarken: Die „Aktie des kleinen Mannes“
Die „Aktien des kleinen Mannes“ nannte man Briefmarken damals. Wer früher Briefmarken sammelte, holte sich die weite Welt nach Hause. Aber wer interessiert sich heute noch für die Feinheiten der Philatelie?

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Briefe und damit Briefmarken werden in Zeiten von Mail, Whatsapp und SMS immer seltener. Es gibt sie aber noch, die Philatelisten: Sie lieben die Jagd und den Tausch von seltenen Briefmarken. In Bludenz trifft sich einmal im Monat der örtliche Briefmarkensammlerverein.

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Start jedes Treffens ist eine kleine Auktion, bei der Sammler fehlende Marken zu kleinen Preisen erstehen können. Doch die meisten sind langjährige Briefmarkenfans mit jeweils ganz speziellen Sammlerleidenschaften.
So werden Briefmarken etwa nur zu einem bestimmten Thema oder nur aus einem Land gesammelt.

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Briefmarken: Die „Aktie des kleinen Mannes“
 

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#66
Tullner sammelt Schlüsselanhänger aus aller Welt
Leopold Schödl besitzt inzwischen über 7.500 Stück, darunter viele seltene Exemplare.
NÖN, Ausgabe Tulln, von Helga Urbanitsch. Erstellt am 09. August 2020

Leopold Schödl bei seiner umfangreichen Sammlung von Schlüsselanhängern aller Art auf dem Dachboden seines Hauses.
Foto NÖN, Urbanitsch

Leopold Schödl entdeckte bereits als 10-Jähriger sein großes Interesse an Schlüsselanhängern, als er 1962 von seinem Vater einen geschenkt bekam.

Inzwischen sind es gezählte 7.500 Stück, aus aller Welt und aus den verschiedensten Materialien, darunter Leder, Kunststoff und Metall. In Seiner Sammlung, die der gelernte Maschinenschlosser und Betriebsleiter am Dachboden seines Hauses feinsäuberlich in Vitrinen, geordnet nach Themen und Ländern, aufbewahrt, finden sich auch seltene Stücke und Anhänger mit Funktionen wie zum Beispiel Fotoapparate.

„Die Teile kommen aus aller Welt, Bekannte und Verwandte wissen von meinem Hobby und es kommen immer mehr dazu“, freut sich der leidenschaftliche Sammler.

Aber nur mit gekauften Schüsselanhängern gibt sich Leopold Schödl nicht zufrieden, es werden auch Stücke nach eigenen Vorstellungen angefertigt. Diese werden auch mit Sprüchen, Bildern und Gedanken versehen.

Kreativität wird im Hause Schödl groß geschrieben. Gattin Christine, die früher auch Mitglied in der Tullnerfelder Schreibstube war, bringt in Mußestunden gerne ihre Gedanken zu Papier, dabei werden viele Erinnerungen festgehalten.
Das Ehepaar Schödl betrieb 35 Jahre lang einen Gastbetrieb in Unterpaschenbrunn, Sierndorf.
Jetzt in der Pension genießen sie die Zeit mit Kindern und den drei Enkelkindern. Und es wird weiter gesammelt - und geschrieben.
Tullner sammelt Schlüsselanhänger aus aller Welt
 
#67
Briefmarken:

Ich habe früher auch Briefmarken gesammelt; dieser Bereich ist aber seit Jahrzehnten mehr oder weniger tot.
Die Preise, welche in eigenen Katalogen oder Online publiziert werden, werden regelmäßig bedeutend unterschritten.

Betreffend Briefmarken gibt es jedoch interessante Neuerscheinungen der österreichischen Post, die das Potential für Wertsteigerungen haben:
Crypto Stamp eine Briefmarke die einen Wert verkörpert, der auf Etherium basiert und auch als Briefmarke genutzt werden kann (weltweit die Erste).
Etherium ist quasi die zweite digitale Währung hinter Bitcoin.
Die Post war auch wesentlicher Wegbereiter in Österreich betreffend Kauf von digitalen Währungen in unkomplizierter Form für den "kleinen Mann".

Gerade vor einigen Wochen wurde eine zweite Tranche an Crypto Stamps der österreichischen Post ausgegeben Hier

Wer sich dafür interessiert, findet auf Willhaben viele Angebote.

Nochmal den Beitrag #65 von Josef gelesen:
Stimmt, die Aktie des kleinen Mannes.
Für uns erzählen die Briefmarken auch die Geschichte eines Landes.
z.B. ist mir eine Briefmarke in Erinnerung "Eupen Malmedy wieder deutsch", oder die Hitler Briefmarken, dessen Gesicht schraffiert wurde bei Untergang des deutschen Reiches.
Übrigens waren Briefmarken eine wichtige Einnahmensquelle für Hitler's Privattasche (sein Portrait).
 
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josef

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#68
Vom Holzbildhauer zum Flugzeugbauer

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In Pitten (Bezirk Neunkirchen) baut Koloman Mayrhofer historische Flugzeuge aus den Jahren 1905 bis 1930 nach. Der Autodidakt zählt damit zu den weltweit wichtigsten Fachleuten für die Flugzeugtechnik der ersten zwei Jahrzehnte der Luftfahrt.

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Begonnen hat alles für Koloman Mayrhofer bereits in der Kindheit. Was man so alles aus Holz machen kann, hat ihn schon damals fasziniert. Er wird Holzbildhauer und träumt lange davon, sich selbst ein eigenes Flugzeug zu bauen. Im April 2012 ist es dann soweit – Mayrhofer finalisiert den originalgetreuen Nachbau einer Albatros D.III. und geht damit in die Luft. Das aufsehenerregende Original wurde einst in den angesehen Flugzeugwerken in Wiener Neustadt in Lizenz hergestellt.

Mit dem Nachbau der Albatross beginnt für Koloman Mayrhofer ein neuer Lebensabschnitt. Er gründet die Firma CraftLab und spezialisiert sich darauf, historische Flugzeuge und Autos zu rekonstruieren. 2016 übersiedelt die Firma von Wien nach Pitten. Sieben Mitarbeiter arbeiten im Handwerkslabor, wie Mayrhofer seine Firma nennt. Und tatsächlich ist das, was Koloman Mayerhofer macht, zu hundert Prozent Handarbeit. Wie damals, zu Beginn des 20. Jahrhundert, als die ersten Flugzeuge der Welt gebaut wurden.

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Koloman Mayrhofer gründete die Firma CraftLab und spezialisierte sich darauf, historische Flugzeuge und Autos zu rekonstruieren
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In dieser Halle in Pitten entstehen die technischen Kunstwerke
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Sieben Mitarbeiter arbeiten im Handwerkslabor, wie Mayrhofer seine Firma nennt.
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Mayrhofer hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt

14-sitziger Pferdeomnibus in Rekonstruktion
Man müsse akribisch forschen, abschätzen, was noch zu restaurieren ist und fanatisch sein, damit das klappt, meint Mayrhofer. Aus kleinsten Brocken liest er wie ein Archäologe und ist fasziniert von der Geschichte jedes Objektes. Seine Bibliothek umfasst mittlerweile über 1.000 Bücher, die in den Jahren 1910 bis 1930 über Flugzeugbau geschrieben wurden, dennoch existiert bei manchen Objekten kein einziger Bauplan. Dann muss getüftelt werden.

Ebenfalls gerade in Rekonstruktion im CraftLab-Labor sind zwei ADR6-Automobile, die bei Austro Daimler 1929 in Wiener Neustadt gebaut wurden. Ebenso ein 14-sitziger Pferdeomnibus aus dem Jahr 1885. Dass es für historischen Flugzeugbau nur wenige, aber internationale Kunden gibt, liegt auf der Hand. Auch wenn tausende Arbeitsstunden und oft Jahre vergehen, wenn der Erstflug eines originalgetreu nachgebauten Flugzeugs endlich stattfindet, sind für Koloman Mayrhofer dann so manche schlaflose Nächte vergessen.
05.10.2020, Barbara Baldauf, noe.ORF.at

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Vom Holzbildhauer zum Flugzeugbauer
 

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#69
Männer, die Tauben Walzer tanzen lassen
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Beim traditionellen Jauken werden eigens dafür gezüchtete Hochflugtauben möglichst hoch in den Himmel aufgejaukt. Ihre Flugbewegungen erinnern dabei an das Walzertanzen. In Niederösterreich gibt es nur mehr wenige Jauker.

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Auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes von Österreich steht seit dem Vorjahr auch das Jauken. Darunter versteht man die Zucht, das Training und das Wettfliegen mit Wiener Hochflugtauben. Die Ursprünge dieser Tradition, die es nur in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland gibt, reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Und nur mehr wenige betreiben diese, darunter Jauker Josef Steinacher aus Hirtenberg (Bezirk Baden): „Ich habe vor etwa 40 Jahren begonnen Wiener Hochflugtauben zu züchten“, erzählt er, „durch strenge Selektion werden Tauben gezüchtet, die im Schwarm besonders hoch in den Himmel hinauffliegen können.“

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Jauker Josef Steinacher in seinem Taubenschlag

Mehr als 1.000 Meter über dem Boden
Wenn Steinacher seine Tauben aus dem Schlag lässt, dann fliegt der gesamte Schwarm, im Fachjargon Stich genannt, höher und höher in den Himmel hinauf. Die sogenannte Preishöhe, die die Tauben erreichen sollen, ist jene, bei der man den Flügelschlag der einzelnen Tauben mit freiem Auge nicht mehr erkennen kann. Dabei fliegen die Tauben mindestens 1.000 Meter über dem Grund. Der Stich bleibt dabei zusammen und vollbringt eine einzigartige Choreografie, die Taubenfreunde an den Tanz eines Walzers erinnert.

Falken und Hubschrauber als Trainer
„Mindestens eine Stunde muss der gesamte Stich in der Preishöhe bleiben“, ergänzt Jauker Alfons Rückl, der am Wiener Stadtrand bei Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) wohnt: „Man sagt, dass ein Falke der beste Trainer sei. Da fliegen die Tauben besonders hoch. Vor einigen Tagen ist ein Hubschrauber unter dem Taubenschwarm geflogen, der hat die Tauben auch in die Höhe getrieben.“

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In der Preishöhe sind die Tauben nur mehr als Punkte erkennbar

Um das Jahr 1850 erlebte das Jauken eine erste Hochblüte. An warmen Sommertagen sollen damals bis zu 200 Taubenschwärme am Wiener Himmel zu sehen gewesen sein. Auch der Hochadel wie Kaiser Franz I. ließ im Park des Schlosses Schönbrunn Hochflugtauben züchten und jauken. Um die Jahrhundertwende konnten Jauker bei Flugwettbewerben stattliche Preisgelder gewinnen. Die Hochflugtaube galt als „Rennpferd des kleinen Mannes“.

Goldene Zeit des Jaukens zur Jahrhundertwende
Tierarzt Berthold Traxler aus Maria Anzbach (Bezirk St. Pölten) erforscht Geschichte und Gegenwart des Jaukens: „Bis zum zweiten Weltkrieg wurde das Jauken fast ausschließlich im Wiener Stadtgebiet betrieben. Heute gibt es nur mehr wenige Jauker, die in ihrer Mehrzahl außerhalb der Stadt leben, insbesondere im Weinviertel und entlang der Südbahnstrecke“, weiß Traxler. Die Gründe dafür seien Platzprobleme und Nachbarschaftskonflikte in Wien.

Wie beliebt das Jauken um das Jahr 1900 gewesen sei, erkenne man daran, dass damals eigene Taubenlieder komponiert und gesungen worden sind. Es gibt auch einen Jauker-Fachjargon, berichtet Traxler: „Besonders liebliche Täubinnen mit bläulichen Augen nennen die Jauker ‚perlaugerte Pupperl‘. Die hübschen Männchen werden ‚Gigerl‘ genannt. Das ‚Göderl‘ ist der Hautsack unter dem Schnabel der Taube. Und wenn eine Taube ‚hosert‘ ist, dann hat sie dicht befiederte Beine.“

Berthold Traxle
Wiener Hochflugtauben: Ein „Gigerl“ (links) und ein „Pupperl“ (rechts)

Die Anerkennung des Jaukens als immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO freut die Jauker. „Zugleich ist es ein Auftrag für uns, junge Taubenfreunde für das Jauken zu begeistert“, sagt Alfons Rückl: „Ich würde sogar Tauben von mir weiterschenken, wenn sich jemand dafür interessiert. Für mich ist es wichtig, dass der alte Brauch des Jaukens nicht ausstirbt!“
12.10.2020, Fabian Fessler, noe.ORF.at

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Männer, die Tauben Walzer tanzen lassen
 

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#70
Ein Leben für den Flohmarkt
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Alten, gebrauchten Gegenständen ein zweites Leben zu schenken, ist für ein Ehepaar in Wolfsberg das schönste Hobby. Die beiden haben einander nicht nur auf einem Flohmarkt kennengelernt, sie sind auch schon seit ihrer Jugend begeisterte Flohmarktbesucher- und Käufer.
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Bei dieser Leidenschaft kommt im Lauf der Zeit Einiges zusammen. Damit das nicht überhand nimmt, richteten Margit und Albert Moser in einem Haus einen Floh- und Trödelladen ein. Vom Keller bis zum Dachboden ist das eigens gekaufte Haus voll gepackt. 1971, als Jugendlicher, begann Albert Moser, Geldscheine und Bierdeckel zu sammeln. Daraus entstand eine echte Sammelleidenschaft.
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Auch der Garten ist Flohmarkt

„Das muss man mitnehmen“
Kein Flohmarkt ist vor ihm sicher: „Wenn man geht und etwas sieht, muss man es mitnehmen. Nimmt man es nicht mit, ist man traurig, weil man das nicht mehr kriegt.“ Das Handeln sei lustig, jeder Stand auf einem Flohmarkt sei anders und manchmal finden einen die Sachen wie von selbst, so Albert Moser. Ist er ein Messie? Nein, so Moser, denn beim Messie ist das eine Gier. Beim Sammeln erfreue man sich.

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Albert Moser

Seine Ehefrau teilt das Hobby, er lernte sie auf einem Flohmarkt in Ungarn kennen, sagte Moser: „Ich war in Ungarn, wollte handeln und da ist eine hübsche Dame neben mir gestanden und lacht, weil ich mit Händen und Füßen geredet habe. Dann spricht sie mich auf Deutsch an.“ Margit Moser sagte, sie sei auch zur gleichen Zeit dort und habe ihn verstanden. Dann gingen die beiden etwas trinken, sahen einander öfter und so sei mehr daraus geworden, so Ehemann Albert.

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Margit Moser

Liebevoll wird alles geputzt
Schmutz und Staub findet man im Trödelladen keinen, es wird alles regelmäßig geputzt. Von manchen Dingen trennen sich die beiden ungern, so Margit Moser: „Ich habe das geputzt, ich habe das gepflegt und dann ist es weg von mir.“ Beim Verkaufen sei das Bauchgefühl wichtig, so Margit Moser: „Wenn jemand sympathisch ist, dann bin ich billiger, ist jemand nicht sympathisch, bleibe ich beim Preis. Das muss man spüren.“

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Albert Moser erinnert sich an zwei Kundinnen, die etwas Spezielles suchten: „Ich habe ein Musikinstrument gehabt, da kamen noch zwei Herrschaften, die erzählten, dass auch der Opa auch so eines hatte. Spontan habe ich gesagt, das kostet 30 Euro. Die beiden Frauen waren enttäuscht, der andere war glücklich. Das sind die Handlereien, wie man mit den Leuten zusammenkommt.“

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Manchmal muss man sich trennen
Von Donnerstag bis Samstag ist das Trödelhaus für Kunden geöffnet, am Sonntag gehen die beiden nach wie vor auf Flohmärkte. So kaufen sie mit dem Geld von einem verkauften Stück wieder etwas Neues, so Albert Moser. „Einmal hat man Glück, einmal Pech. Von Ladenhütern muss man sich trennen, die muss man fast verschenken. Es wird sonst einfach zuviel.“
16.10.2020, red, kaernten.ORF.at
Ein Leben für den Flohmarkt
 

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#71
Pensionierter Druckereibesitzer kümmert sich jetzt um die Erhaltung ausrangierter Druckmaschinen
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Die Bergers und ihr Leben für den Buchdruck
Seit fünf Generationen betreibt die Familie Berger eine Druckerei in Horn. Ferdinand Berger hat als Urenkel des Firmengründers den Beruf in die Wiege gelegt bekommen. In der Pension kümmert er sich jetzt um die Erhaltung ausrangierter Druckmaschinen.
Online seit heute, 19.35 Uhr
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Das Türschild der „Druckerei Ferdinand Berger“ musste nie geändert werden: Seit Gründung der Druckerei vor mehr als 150 Jahren heißen alle Chefs Ferdinand. Der erste Ferdinand begann im Jahr 1868 mit einer Handdruckpresse. Unter dem zweiten Ferdinand wurden die Druckerpressen mit Dampf betrieben. Als nach dem Ersten Weltkrieg der dritte Ferdinand den Betrieb übernahm, gab es in Horn bereits elektrischen Strom. 1940 wird der vierte Ferdinand geboren. Er ist einer der letzten Drucker Österreichs, die noch das Setzen und Drucken von Hand gelernt und ausgeübt haben. Mittlerweile ist der Betrieb an die nächste Generation übergeben.

Lebenslange Leidenschaft für alte Drucktechniken
„Für mich war schon als Kind klar, dass mein Platz in der Druckerei ist“, erzählt Ferdinand Berger, „ein großes Glück, denn das Erstellen von Druckvorlagen mit Holzbuchstaben und Messinglinien ist das Schönste, das es gibt. Das ist auch der Grund, warum ich die alten Techniken, solange ich lebe, auch am Leben erhalten will.“

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Ferdinand Berger (r.) und ein Druckerkollege bei einer Hochdruckmaschine, Baujahr 1890
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Jeder Druck erforderte damals etliche Handgriffe

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Tausende Lettern wie diese ordneten die Handsetzer damals pro Stunde ein

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Plakate wurden mit großen Lettern gedruckt

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Die Steinplattendruckmaschine wurde vor mehr als 200 Jahren entwickelt

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Auch die Kupferdruckmaschine kann nach wie vor benutzt werden

Die moderne Druckerei ist mittlerweile an den Horner Stadtrand übersiedelt. Die ehemaligen Räumlichkeiten in der Innenstadt sind eine Art privates Druckereimuseum. „Die Sammelleidenschaft hat mich erfasst und ich bin stolz, dass ich hier alle technisch möglichen Drucktechniken vorführen kann: Hochdruck, Tiefdruck und Flachdruck“, sagt Ferdinand Berger.
Er hält gemeinsam mit anderen pensionierten Druckerkollegen die ausrangierten Maschinen in Schuss – darunter eine 200 Jahre alte Maschine für Kupfertiefdrucke, die von Künstlern für das Drucken von Radierungen verwendet wird, sowie eine Steindruckmaschine, die von Alois Senefelder Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt wurde.

Schwerpunkt der Sammlung sind aber die Hochdruckmaschinen. Hier müssen die Druckplatten für jede Buchseite neu zusammengestellt werden. In den Setzkästen der Druckerei liegen zigtausende Buchstaben in allen möglichen Größen und Schriftarten. „Die Handsetzer mussten intelligente Menschen sein“, erinnert sich Ferdinand Berger, „sie mussten rechnen können, um zu wissen, wie viele Zeilen auf der Seite Platz haben. Sie mussten die Rechtschreibung beherrschen und sie mussten genau wissen, wo welche Buchstaben liegen. Schließlich mussten die Handsetzer 1.000 Buchstaben pro Stunde setzen.“

Eindrucksvolle Einblicke für Interessierte
Als im Jahr 1911 der elektrische Strom nach Horn kam, wurde das Tempo in der Druckerei erhöht. Die „Linotype“-Maschinen hatten eine Tastatur. Die Setzer konnten die Texte nun auf der Tastatur eingeben. Die Maschine goss die getippten Buchstaben automatisch auf eine Bleistange. „Da mussten die Setzer 6.000 Buchstaben setzen. Bei den noch moderneren Maschinen sogar 12.000 Buchstaben pro Stunde“, erklärt Berger.

Die private Sammlung ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Falls sich jemand aber besonders dafür interessiert, nimmt sich Ferdinand Berger gerne Zeit. Seine Leidenschaft erklärt er auch so: „Johannes Gutenberg hat den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden und so die Welt mit Blei verändert. Andere haben es mit Blei und Pulver probiert, die sind alle gescheitert."
25.10.2020, Fabian Fessler, noe.ORF.at

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Die Bergers und ihr Leben für den Buchdruck

 

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#72
Landkarten als Fenster zur Vergangenheit

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Auch ohne die Wohnung zu verlassen, kann man Reisen, etwa in die Geschichte Kärntens. Der Spittaler Gerhard Lerchbaumer sammelt seit Jahrzehnten Landkarten mit dem Schwerpunkt Kärnten. Vor wenigen Wochen erschien sein Kartenbuch, das ein Fenster in die Vergangenheit aufmacht.

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Lerchbaumers Leidenschaft zu Landkarten begann in der Kindheit. Schon in der Volksschule blätterte er fasziniert durch seinen Atlas. Reisen mit dem Finger auf der Landkarte: Viele Teile der Welt, vor allem in Afrika, hat er nie selbst gesehen, trotzdem hat er eine gute Vorstellung, wie es dort aussehen muss, auch in Verbindung mit den Büchern von Karl May: "Da gab es in einigen Teilen vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten natürlich Erinnerungen an Karl May und da waren auch Begriffe von Karl May, wo man gewusst hat wo Kurdistan ist und die Schluchten des Balkan und so weiter. Wo der Kara Ben Nemsi seine Reisen gemacht und gehandelt hat.“

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Gerhard Lerchbaumer

Mit dem Finger einmal um die Welt
Reisen durch eine Welt, die sich sehr veränderte, was sich auch in den Karten widerspiegelt: „Bei den politischen Grenzen hat sich natürlich sehr viel getan, überhaupt in den späten 1950er Jahren. Es haben sich auch die Namen von Staaten geändert. Aber natürlich auch die geographischen Beschaffenheiten vom Norden am Mittelmeer über die Sahara bis in den grünen Kongo, was man auch auf den physischen Landkarten erkennen kann.“

Vom Kind zum Pensionisten, der jetzt Zeit hat, seiner Passion nachzugehen. Er sucht in Auktionshäusern und bei bei Händlern: „Die erste Karte die sich in meiner Sammlung befindet, hat noch mein Vater gekauft. Das war 1960 beim Welz in Salzburg und das ist diese bekannte Karte über das Erzbistum Salzburg und Kärnten. Die weiteren Karten, die ich dann zu sammeln begann, kamen etwas später. Meine Sammlung ist aus den letzten 30 bis 35 Jahren. Und ich bin jetzt doch schon mehr als doppelt so alt.“

Kärnten in alten Ansichten
Nun gab der leidenschaftliche Sammler ein Buch mit alten Karten von Kärnten heraus. 106 Karten, meist im Original, recht klein und trotzdem detailreich sind im Buch abgebildet: „Die erste Karte ist eine der ältesten Karten die es überhaupt gibt. Sie stammt aus einem der ältesten Atlanten, die bekannt sind – nämlich von einem Atlas von Ptolemäus aus dem Jahre 1478."

Auf ihr sei natürlich Kärnten als Kärnten nicht abgebildet, daafür aber die Provinz Noricum, so Lerchbaumer: " Was sehr erfreulich ist für mich als Spittaler, es ist auch die Tiburnia verzeichnet und auch der in Kärnten bekannte Begriff Ambidravi von den Völkern auf beiden Seiten der Drau. Was mir an dieser Karte auch besonders gefällt ist die Vorstellung, obwohl es dafür überhaupt keinen Beleg gibt, aber rein zeitlich, dass dieser Atlas vielleicht an Bord der Santa Maria von Kolumbus war. Jedenfalls zeitlich wäre es denkbar.“

ORF/Peter Matha
Der Sammler hat nun ein Buch heraus gegeben

Mittelkärnten auf einer Karte ausgewiesen
Kärnten in alten Ansichten, wie man sich das Land im 16. oder 17. Jahrhundert vorgestellt hatte. Immer sehr markant die Drau: „Es gibt eine Karte, die ist spätes 18. Jahrhundert, die untergliedert in Oberkärnten, Unterkärnten und interessanterweise Mittelkärnten, was nirgends vorkommt. Und dann den innerösterreichischen Atlas von Kindermann. Da ist der Villacher Kreis, sprich Oberkärnten, drinnen und der Klagenfurter Kreis.“
Wie jeder Sammler hat auch Gerhard Lerchbaumer einen Favoriten: „Meine Lieblingskarte ist von Gerard de Jode aus 1578. Diese Karte, die auch den Bucheinband ziert, ist meiner Meinung nach auch die schönste Karte, die es von Kärnten gibt. Ich hab sie in fünf Ausfertigungen."

„Kärnten in alten Landkarten“
Die Zusammenstellung von Lerchbaumers Buch zeigt gedruckte Werke aus Ptolemäus-Atlanten, von bedeutenden Kartografen wie Abraham Ortelius, Gerard de Jode oder Gerard Mercator aus dem 16. Jahrhundert und Beispiele österreichischer Regionalkartografie. Einen Höhepunkt bildet die nur zweimal erhaltene Karte des Israel Holzwurm aus dem Jahr 1612.
19.11.2020, red, kaernten.ORF.at
Landkarten als Fenster zur Vergangenheit
 

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#73
Weihnachtswunderland für Zuhause

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Weihnachts-WC-Papier, Weihnachtsmänner, Rentiere, Weihnachtsteller, Lichterketten, Schneekugeln, Krippen, es gibt nichts, was Angelika Putzi und Richard Bester nicht zum Thema Weihnachten haben. Jedes Jahr verwandeln sie ihre 60 Quadratmeter-Wohnung in ein Weihnachtswunderland.
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Das Haus von Familie Putzi-Bester in Waidmannsdorf ist schon von außen nicht zu übersehen. Es funkelt und leuchtet weihnachtlich. Auch die Nachbarn ließen sich schon von der Dekorationsleidenschaft inspirieren. Wenn einem dann die Wohnungstür geöffnet wird, ist man plötzlich in einer Weihnachtswunderwelt.

Kontrastprogramm zu Geburtstag im grauen November
Angelika Putzi sagt, ausschlaggebend sei ihr Geburtstag mitten im November gewesen. Sie sei traurig darüber, dass er ausgerechnet in die graueste Zeit des Jahres falle, wo rundherum auch nichts passiere. Also wollte sie sich selbst eine kleine Freude bereiten und begann damit, ihre eigenen vier Wände schon etwas früher als andere weihnachtlich zu dekorieren: „Irgendwann wurde es immer mehr.“

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Angelika Putzi liebt ihre weihnachtliche Wohnung

Aufgabenteilung erleichtert Aufbauarbeiten
Eine Woche lang brauchen Angelika Putzi und Richard Bester bis für die rund 2.000 Weihnachtsmänner, Christkindln, Nussknacker, Krippenfiguren, Schneemänner, Kugeln, Weihnachtstassen, Teller und Lichterketten ein passendes Plätzchen gefunden ist.

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Angelika Putzi sagte, sie fange gleich nach Allerheiligen an, die ersten Kisten aus dem Keller zu tragen. „Dann kommen schon die ersten Kugeln und Figuren heraus.“ Während sie sich dem „Kleinkram“ widmet, montiert ihr Mann die Lichter. Irgendwann sei ihm der ständige Batteriewechsel zu umständlich geworden und er habe auf Verkabelung und Trafo umgestellt: „Mittlerweile haben wir mehrere Schalter und Zeitschaltuhren und dann läuft das.“

Für Deko bis ins Erzgebirge gereist
Neben funkelndem Baumschmuck und opulenten Weihnachtsfiguren entdeckt man hier auch Raritäten. Dafür nahmen die beiden auch weite Reisen in Kauf, erinnert sich Angelika Putzi, die sich glücklich schätzt, dass ihr Mann mittlerweile ihre Leidenschaft und „Verrücktheiten“, wie sie sagt, teilt. Für die Schwibbögen und Räuchermännchen fuhren die beiden ins Erzgebirge, um sie direkt dort zu kaufen, wo sie hergestellt werden.

Auch Richard Bester fühlt sich wohl, in seinem „hausgemachten“ Weihnachtswunderland und genießt es, sagt er. Noch bis einschließlich 2. Februar strahlt die Weihnachtswunderwelt täglich in hell erleuchtetem Glanz.
22.11.2020, red, kaernten.ORF.at
Weihnachtswunderland für Zuhause
 

josef

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#74
Von exotischen Vögeln fasziniert
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Seit 20 Jahren betreibt Markus Ruckhofer in Feldkirchen eine Auffangstation für exotische Vögel. Der Vogelexperte ist seit seiner Jugend von den Tieren fasziniert und hat großes Fachwissen, das er auch gerne weitergibt.
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Rund 50 Vögel fanden bei Ruckhofer ein neues Zuhause. Er kümmert sich bereits seit 20 Jahren um exotische Vögel, die im Vereinslokal der Vogelfreunde mitten in Feldkirchen untergebracht sind: „Wir haben Gelbbrustaras, dunkelrote Aras, Kakadus, Graupapagieren, Blaustirnamazon, Gelbkopfamazon, Gebirgslori, Wellensittich, Nympchensittich, Zwergpapageien und Grünzügelpapagei, Rotkopf- und Bergsittich.“


Markus Ruckhofer mit Chicco

Heikles Thema Futter
Die Vögel leben in großen Käfigen und nach Gruppen eingeteilt, damit sie gut miteinander auskommen. Jeden Abend ab 17.30 Uhr werden die Exoten gefüttert: „Am besten ist es, wenn man immer die gleiche Uhrzeit beim Füttern einhält. Wenn man abends füttert und sie tagsüber Hunger bekommen, fressen sie auch das Feine und klauben alles zusammen. Sonst wirft man zuviel Futter weg.“

Futterumstellungen sind für diese Tiere sehr schlecht. Man sollte immer das gleiche Körnerfutter kaufen, sonst verringert sich die Lebensdauer: „Einmal in der Woche bekommen sie Äpfel, Bananen, hartgekochte Eier, Zucchini.“ Wenn man einen Papagei kauft, muss man darauf achten, was der Vorbesitzer fütterte, egal, ob es Erdnüsse oder Früchte sind: „Wenn sie Obst vorher nie bekommen haben, fressen sie es nicht. Da muss man Geduld haben und nach ca. zwei Wochen probieren sie es dann. Alles, was süß ist, fressen sie gerne. Säuerliches werfen sie auf den Boden.“


Markus Ruckhofer
Grüne Papageien sind empfindlich beim Fressen

Tiere werden auch Publikum gezeigt
Um das Futter, den Tierarzt und die Räumlichkeiten finanzieren zu können, ist man im Verein auf Spenden angewiesen. Außerdem werden die Tiere bei Veranstaltungen präsentiert, so Ruckhofer: „Das hängt davon ab, ob man einen Tag der offenen Tür hat oder ob es Adventmärkte gibt, da werden wir gebucht.“

Das Hobby von Ruckhofer ist sehr zeitintensiv. Er verbringt jeden Abend von 17.30 Uhr bis 22.00 Uhr bei den exotischen Vögeln. Seine Partnerin Sabine Jöbstl ist seine Urlaubsvertretung. Sie mag die Vögel ebenfalls sehr gerne, ihr gefällt das Bunte und die Gelehrigkeit. Wenn man sich mit ihnen viel abgebe, beginnen sie zu sprechen.


Markus Ruckhofer
Graupapagei

Eine Vogelfreundschaft
Chicco ist ein Graupapagei und wurde von seiner Besitzerin aus Spittal abgegeben. Chicco hat eine Besonderheit, er will immer schmusen und ist zutraulich. Auch Lea ist ein Graupapagei, sie kann ein paar Worte sprechen: „Die haben wir aus Völkermarkt bekommen, der Besitzer musste sein Haus in der Pension verkaufen und wurde krank. Da haben wir den Vogel übernommen.“

Im gleichen Käfig sitzt auch der dunkelrote Ara Niko. Diese Ara-Art ist vom Aussterben bedroht, sagte Ruckhofer. Sie messen rund einen Meter von Schwanzspitze bis zum Kopf. Nikos bester Freund heißt Kurti, dem es derzeit nicht sehr gut geht. Der Graupapagei dürfte vom Vorbesitzer nicht richtig gehalten worden sein, ihm fehlen Brustfedern und er ist schwächer als die anderen Vögel. Niko und Kurti sind immer zusammen, so Ruckhofer: „Ich kann den Kurt von Niko nicht trennen, er wurde wahrscheinlich sterben. Niko verteidigt Kurti immer.“


Markus Ruckhofer
Von Kücken an aufgezogen

Zwei Gelbbrustaras leben im Käfig daneben. Sie sind bereits mit sieben Wochen bei hier gelandet und wurden von Hand aufgezogen. Alle zwei Stunden wurden sie mit der Spritze gefüttert. Denn wenn der Kehlkopf austrockne, sterben sie, so Vogelexperte Ruckhofer: „Je älter sie werden, desto weniger muss man füttern. Mit 18 Wochen sind sie futterfest und fressen von selbst dazu.“


Papagei beim Fressen
Markus Ruckhofer

Wenn ein exotischer Vogel ausbüchst, wird Ruckhofer angerufen. Je länger der Vogel weg ist, umso stärker werden die Flügel und die Chance schwindet, ihn wiederzubekommen. Wenn ein Vogel im Herbst entfliege habe er schlechter Überlebenschancen, außer er finde einen Unterschlupf. Grundsätzlich seinen die Vögel beringt und man könne nachschauen, wem er gehört.

23.11.2020, red, kaernten.ORF.at
Von exotischen Vögeln fasziniert
 
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