„Lager Glasenbach“
In der Salzburger Alpenstraße ist vor 80 Jahren mit dem Ende der Nationalsozialisten ein Internierungslager von den Amerikanern gegründet worden. Fälschlicherweise wurde es unter dem Namen „Lager Glasenbach“ bekannt. Im Kunst-Quartier in der Stadt Salzburg gab es am Montagabend eine Präsentation zur Geschichte des Ortes.
Online seit heute, 6.00 Uhr
Teilen
Rund 8.000 Inhaftierte befanden sich zu Spitzenzeiten in der Haftanstalt, die in Wirklichkeit „Camp Marcus W. Orr“ hieß. Die allermeisten von ihnen waren handfeste Nationalsozialisten. Die amerikanischen Truppen verwahrten sie zwar, eine tatsächliche Entnazifizierung fand in dem Lager aber nicht statt.
Filmvorführungen zur Entnazifizierung
Der Historiker Peter Eigelsberger hielt im Kunst-Quartier am Montagabend einen Vortrag zum „Lager-Glasenbach“. "Die einzige Entnazifizierungsmaßnahme war der Film „Todesmühlen", den sie den Lagerinsassen vorgeführt haben. Das ist ein Film, den die Amerikaner nach der Befreiung in verschiedenen Konzentrationslagern gedreht haben, um die Gräuel vorzuführen. Aber sonst haben sie eigentlich nicht wirklich was gemacht. Sie wollten bei so einem großen Häftlingsbestand Ruhe haben.“
1947 aufgelöst
Das „Lager Glasenbach“ war das größte Internierungslager für Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher auf österreichischem Gebiet. 1947 löste sich das „Camp Marcus W. Orr“, das nach einem US-amerikanischen Soldaten benannt wurde, auf. Viele der Inhaftierten kehrten anschließend wieder in ihr normales, gesellschaftliches Leben zurück.
06.05.2025 red, salzburg.ORF.at
„Lager Glasenbach“ im Kunst-Quartier