Lost Places in Österreich

Hallo Typ180,
danke für den intressanten Hinweis! Gut, das Gebäude befindet sich nicht im Weinviertel, sondern im Raum Wienerwald. Es dürfte jedoch das Gebäude definitiv mit diesen Ziegeln gebaut worden sein, da sich mehrere dieser Stücke dort befinden. Auch in den Mauerresten konnte man diese Ziegel erkennen. Wäre es möglich, diese Ziegel vom Weinviertel hierher geschafft zu haben, oder sind es doch andere?

Lg
Michi
 

josef

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Ziegelzeichen mit den Initialen J + G
Hallo!
Falls das Gebäude bzw. der Ziegel aus dem Weinviertel (Bezirk Gänserndorf) stammt, könnte es sich um die Initialen von Josef Grün - die Zahl 7 steht für die jeweilige Ziegelschlagerpartie (Gruppe von Arbeitern) handeln...
Wie Gerhard schon schrieb, deuten die Initialen J + G auf das (ehemalige) Ziegelwerk Josef Grün in Spannberg, Bezirk Gänserndorf, hin!
Josef und Karoline Grün übernahmen ca. 1902 einen Ringofen in Spannberg von einem gewissen Johann Dollinger. 1932 ersteigerte ein Franz Baumgartner das Ziegelwerk...
1939 wurde der Betrieb eingestellt, der desolate Ringofen stürzte zu Kriegsende durch die Druckwelle eines nahen Bombentreffers ein...

Die Ausprägung der Ziegelzeichen war nicht immer gleich, nur die Initialen veränderten sich nicht!
Als Beispiel 2 verschiedene Ziegelzeichen von Josef Grün:

1541447566209.png 1541447607568.png
Quelle: Ramml, C.F.; Ziegelöfen und Lehmabbaue der politischen Bezirke Mistelbach und Gänserndorf (Niederösterreich): Geschichte und Geologie – Archiv für Lagerstättenforschung, Band 27, Wien 2014
(Seite 103 f)
 
Intressant wäre herauszufinden aus welcher Ziegelei der Stein auf Bild 77 stammt, meine Recherchen auf Ziegelarchiv Schlot.at verliefen erfolglos.
Nach einer schriftlichen Anfrage bei den Bezirksmuseen Wien/Sondermuseum/Ziegel-Baukeramik, bekam ich heute von Herrn Dr. Gerhard Zsutty eine kompetente und aussagekräftige Antwort. In diesen Sinne ein herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Gerhard Zsutty für die Auskunkt!

Da es sehr viele ähnliche Ziegelzeichen gibt, ist die Angabe des genauen Fundortes immer sehr wichtig. Immerhin haben Sie von einem verfallenen Gebäude im Wienerwald gesprochen, was ein fast identes Zeichen aus dem Weinviertel wohl ausschließen dürfte. Ich denke daher, dass ich mit der Ziegelei des Johann Glasauer in Gablitz richtig liege.
Glasauer kaufte 1903 Grundstücke in Gablitz und suchte im Juni bei der Bezirkshauptmannschaft Hietzing-Umgebung um dieBewilligung zur Errichtung einer Ziegelbrennerei auf der Parzelle 295/9 Ried Mitterauen an. Die kommissionelle Verhandlung fand am 19.6.1903 statt. Der Ziegelofen bekam die Bauparzellen Nr. 215
Das Gewerbe Ziegelbrennerei wurde 1909 wieder abgemeldet.
Ich hoffe, dass diese Angaben mit dem Fundort halbwegs übereinstimmen. Ziegel wurden früher selten auf größere Entfernung transportiert, außer es gab günstige Eisenbahnverbindungen,

Mit freundlichen Grüßen
G. Zsutty
Zitat: Schriftliche Antwort der Ziegelbestimmung von Herrn Dr. Gerhard Zsutty (Bezirksmuseen Wien)

Lg
Michi
 

josef

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Da es sehr viele ähnliche Ziegelzeichen gibt, ist die Angabe des genauen Fundortes immer sehr wichtig.
Danke Michi für die Erkundigung im Ziegelmuseum!
Das Sprichwort heißt nicht umsonst: Geh gleich zum Schmied und nicht zum Schmiedl :)
Also gab es nicht nur in Transdanubien einen Ziegelbrenner mit den Initalen J + G...

lg
josef
 
Hallo Vita!
Nun kann dir nur beim 2.Bild helfen - Robert Ölzelt Sohn von Adele (Ziegel mit A Ö) die um die Jahrhundertwende Ziegel für das Kaiserhaus produzierte - in Konkurrenz mit dem berühmten "Kaiserziegel! H D - Heinrich Drasche - Vorgänger der "Wienerberger Ziegel! Die anderen kenn ich auch nicht!

Aber wie schon in den Beiträgen lesbar wende dich am besten an das Ziegelmuseum im 14. Bezirk!

LG - Gerhard Typ180
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider droht diesen Gebäude der Abriss, zumindest hört man dies in der Nachbarschaft. Zum Glück konnte ich noch Eindrücke festhalten, was jedoch mit den Oldtimer Benz passiert ist unklar.

19.jpg

11.jpg
 

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Verfallenes Wohnhaus mit Teich und Nebengebäude:
Die Grundmauern des Gebäudes dürften noch den Ursprung entsprechen. Man konnte das Obergeschoss nicht betreten, da die Holzstiege nicht mehr vorhanden, bzw eingestürtzt war. Auch die Fischteiche dürften von einer Forellenzucht stammen, die eventuell einen Zusammenhang mit den Gebäude haben.
Auf Bild5 sieht man, daß im Obergeschoss mit Ziegel der Bau weitergeführt wurde, oder wurde das Gebäude später um einen Stock erweitert?!

1.jpg

7.jpg
 

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josef

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Hallo Josef,
hinten ist wo das Schwänz`chen in der Höh;):D.
lg
Michi
Am linken Ende sehe ich Augen und an der gegenüberliegenden Seite rechts ein Halsband ;)

...und für Alle, die sich wieder wegen einer Themenabweichung Richtung OT beschweren vorweg: Ein wenig Spaß schadet nie, außerdem haben wir ja schon Fasching!

lg
josef
 
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