Lt. Pentagon sollen Ford und General Motors mehr in die Rüstungsproduktion einsteigen

josef

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Kriegswirtschaft
Bericht: Pentagon will US-Autowerke in Waffenfabriken umbauen lassen
Laut Recherchen des "Wall Street Journal" sollen die CEOs von Ford und General Motors auf die Verschiebung in Richtung Rüstungsindustrie eingestimmt worden sein

General Motors ist mit dem Infantry Squad Vehicle bereits für die US-Army im Einsatz.
GM Defense

Da den USA angesichts laufender Militäroperationen langsam die Waffen ausgehen, will das Pentagon die Autobauer des Landes dazu bewegen, einzelne Autofabriken in Waffenfabriken umzurüsten. Das zumindest berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider. Zu einem entsprechenden Meeting mit hochrangigen Beamten aus dem Verteidigungsministerium seien unter anderem Mary Barra, CEO von General Motors, und Jim Farley, CEO von Ford, zusammengekommen.

Auf Anfrage des Wall Street Journal ließ das Pentagon wissen, man fühle sich verpflichtet, die "Basis der Rüstungsindustrie schnell auszubauen", indem man alle kommerziellen Lösungen und Technologien einsetze. Damit wolle man sicherstellen, dass die US-Soldaten einen "entscheidenden Vorsprung" behalten.

"Ewiger" Krieg?
Im vergangenen November hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth – noch vor den Angriffen auf Venezuela und den Iran – in einer Rede seine Erwartungen an die Rüstungsindustrie zum Ausdruck gebracht: "Wir kaufen nicht einfach nur etwas. Wir lösen lebenswichtige Probleme für unsere Soldaten. Wir bauen nicht für Friedenszeiten. Wir stellen das Pentagon und unsere industrielle Basis auf Kriegswirtschaft um."

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte bereits im März davor gewarnt, dass nach dem Angriff aus den Iran die Raketenlagerbestände in den USA, aber auch in Europa und dem Nahen Osten, praktisch leer seien. Wenig zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump noch damit gebrüstet, die USA könnten "ewig" Krieg führen. Mittlerweile spielt aber auch Rheinmetall selbst mit dem Gedanken, Werke von deutschen Autoherstellern zu übernehmen.

Mit GM Defense hat General Motors bereits 2017 eine eigene Sparte für Rüstungsindustrie geschaffen. Für die US-Army entwickelt GM Defense das Infantry Squad Vehicle mit Platz für bis zu neun Soldaten, das wegen seiner leichten Bauweise von Transporthubschraubern wie dem UH-60 Blackhawk oder dem CH-47 Chinook direkt an den Schauplatz gebracht werden kann.

Zurück in die Vergangenheit
Sowohl Ford als auch General Motors haben aber eine deutlich weiter zurückreichende Geschichte in der Rüstungsindustrie. Schon im Ersten Weltkrieg verlagerte General Motor mehr als 90 Prozent seiner Lkw-Produktion in den militärischen Bereich. GM-Tochter Cadillac produzierte mit dem Davidson-Cadillac das erste gepanzerte Fahrzeug der Vereinigten Staaten. Im Zweiten Weltkrieg übertrug Präsident Franklin D. Roosevelt GM-Chef William S. Knudsen die Verantwortung für den Aufbau eines "Arsenals der Demokratie"– einer Rüstungsindustrie gegen Nazideutschland.

Darin spielte auch die Ford Motor Company eine entscheidende Rolle, die 390.000 Panzer und Trucks und 8.000 Flugzeugbomber produzierte. Das nationalsozialistische Deutschland wiederum griff auf die in Friedenszeiten errichteten Ford-Fabriken in Deutschland zurück, um Fahrzeuge für die Wehrmacht herzustellen. Firmengründer Henry Ford hatte aufgrund seiner ideologischen Nähe zur NSDAP bereits 1938 das Großkreuz des deutschen Adlerordens erhalten.
(miwi, 17.4.2026)

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