Erwischt
Fünf-Euro-Tracker deckt Position von 500-Millionen-Euro-Kriegsschiff auf
Ein niederländischer Nachrichtensender deckt auf, wie leicht es ist, die Wege eines Kriegsschiffs zu verfolgen. Das Militär reagiert mit Verbot
Im Zeitalter der Daueroptimierung gehört das durchgängige Messen und Erfassen aller möglichen Daten, die etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben, fix dazu. Das ist manchmal nützlich, manchmal eher stressig, vor allem aber auch nicht ganz unproblematisch. Immerhin gehen damit auch allerlei Datenschutzprobleme einher. So gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle, bei denen Soldatinnen und Soldaten über ihre Laufaktivitäten die Position von geheimen Militärbasen verraten haben.
Die niederländisch Fregatte Evertsen wurde mit sehr einfachen Mitteln getrackt.
REUTERS/Stefanos Rapanis
Einfach mal ausprobieren
Doch Tracker lassen sich auch gezielt einsetzen, um militärische Geheimnisse aufzudecken, wie jetzt ein niederländischer Nachrichtensender beweist. Frei nach dem Prinzip "Frechheit siegt" hat man bei Omroep Gelderland einen billigen Bluetooth-Tracker um fünf Euro erstanden und in einer Grußkarte an die Luftverteidigungsfregatte Evertsen geschickt.
Und siehe da: Tatsächlich konnte man mit diesem simplen Trick die Wege des 500 Millionen Euro teuren Schiffs der niederländischen Marine wochenlang verfolgen. Vom niederländischen Marinehafen in Den Helder über Eindhoven bis zum Hafen im kretischen Heraklion reichte die Reise. Wege, die in dem Fall zwar militärtaktisch nicht über die Maßen relevant waren, aber eigentlich trotzdem geheim sein sollten.
Auf die Idee brachte die Journalisten übrigens das Verteidigungsministerium selbst. Dieses hatte online Informationen veröffentlicht, die es Familien erleichtern sollten, mit ihren im aktiven Einsatz befindlichen Verwandten Kontakt zu halten. Genau diesen Weg nutzte man aber, um die verhängnisvolle Grußkarte zu schicken.
Herumliegen
In die Hände spielte der Recherche dabei, dass Grußkarten beim Eintreffen nicht automatisch gescannt werden. Sonst wäre nämlich die enthaltene Batterie aufgefallen. Das passierte zwar tatsächlich später noch beim Sortieren der Post an Bord, aber da wurde die Position des Schiffs schon eine Zeit lang mit dem Tracker verfolgt.
Betont sei, dass der niederländische Sender diese Aktion in Abstimmung mit dem niederländischen Militär vorgenommen hat, dieses also vorab informiert war. Immerhin ging es nicht darum, wirklich geheime Informationen zu sammeln, sondern auf strukturelle Probleme hinzuweisen. In diesem Fall hat das auch tatsächlich Konsequenzen, so wurde nun der Versand von Grußkarten mit integrierten Batterien verboten.
(apo, 20.4.2026)
Fünf-Euro-Tracker deckt Position von 500-Millionen-Euro-Kriegsschiff auf
Fünf-Euro-Tracker deckt Position von 500-Millionen-Euro-Kriegsschiff auf
Ein niederländischer Nachrichtensender deckt auf, wie leicht es ist, die Wege eines Kriegsschiffs zu verfolgen. Das Militär reagiert mit Verbot
Im Zeitalter der Daueroptimierung gehört das durchgängige Messen und Erfassen aller möglichen Daten, die etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben, fix dazu. Das ist manchmal nützlich, manchmal eher stressig, vor allem aber auch nicht ganz unproblematisch. Immerhin gehen damit auch allerlei Datenschutzprobleme einher. So gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle, bei denen Soldatinnen und Soldaten über ihre Laufaktivitäten die Position von geheimen Militärbasen verraten haben.
Die niederländisch Fregatte Evertsen wurde mit sehr einfachen Mitteln getrackt.
REUTERS/Stefanos Rapanis
Einfach mal ausprobieren
Doch Tracker lassen sich auch gezielt einsetzen, um militärische Geheimnisse aufzudecken, wie jetzt ein niederländischer Nachrichtensender beweist. Frei nach dem Prinzip "Frechheit siegt" hat man bei Omroep Gelderland einen billigen Bluetooth-Tracker um fünf Euro erstanden und in einer Grußkarte an die Luftverteidigungsfregatte Evertsen geschickt.
Und siehe da: Tatsächlich konnte man mit diesem simplen Trick die Wege des 500 Millionen Euro teuren Schiffs der niederländischen Marine wochenlang verfolgen. Vom niederländischen Marinehafen in Den Helder über Eindhoven bis zum Hafen im kretischen Heraklion reichte die Reise. Wege, die in dem Fall zwar militärtaktisch nicht über die Maßen relevant waren, aber eigentlich trotzdem geheim sein sollten.
Auf die Idee brachte die Journalisten übrigens das Verteidigungsministerium selbst. Dieses hatte online Informationen veröffentlicht, die es Familien erleichtern sollten, mit ihren im aktiven Einsatz befindlichen Verwandten Kontakt zu halten. Genau diesen Weg nutzte man aber, um die verhängnisvolle Grußkarte zu schicken.
Herumliegen
In die Hände spielte der Recherche dabei, dass Grußkarten beim Eintreffen nicht automatisch gescannt werden. Sonst wäre nämlich die enthaltene Batterie aufgefallen. Das passierte zwar tatsächlich später noch beim Sortieren der Post an Bord, aber da wurde die Position des Schiffs schon eine Zeit lang mit dem Tracker verfolgt.
Betont sei, dass der niederländische Sender diese Aktion in Abstimmung mit dem niederländischen Militär vorgenommen hat, dieses also vorab informiert war. Immerhin ging es nicht darum, wirklich geheime Informationen zu sammeln, sondern auf strukturelle Probleme hinzuweisen. In diesem Fall hat das auch tatsächlich Konsequenzen, so wurde nun der Versand von Grußkarten mit integrierten Batterien verboten.
(apo, 20.4.2026)
Fünf-Euro-Tracker deckt Position von 500-Millionen-Euro-Kriegsschiff auf