Mittelmeer
Nukleartechnik für Nordkorea? Brisante neue Infos zu gesunkenem russischem Schiff
Der Frachter Ursa Major war Ende 2024 vor Spanien untergegangen. Einem Bericht zufolge könnte es ein gezielter Angriff des Westens gewesen sein
Nordkorea arbeitet an seinem ersten Atom-U-Boot. Im Dezember 2025 besichtigte Kim Jong-un den aktuellen Stand. Womöglich hätte Russland gerne mitgeholfen.
via REUTERS/KCNA
Einen Tag vor Weihnachten, am 23. Dezember 2024, kam es zu einem Schiffsunglück. Knapp 100 Kilometer vor der spanischen Küste, im westlichen Mittelmeer, ging ein russischer Frachter unter. Letztlich konnten 14 Menschen von der Ursa Major (auf Deutsch: der Große Bär) gerettet werden, zwei Besatzungsmitglieder galten als vermisst.
Nun, fast 17 Monate später, erscheint dieser Zwischenfall in einem ganz neuen Licht. Grund dafür ist eine Recherche von CNN, die einige brisante Informationen zutage fördert. Das Schiff dürfte demnach wohl Atomreaktoren für U-Boote transportiert haben, die es nach Nordkorea bringen sollte.
Heikle Lieferung für Pjöngjang
Nur zwei Monate zuvor hatte Diktator Kim Jong-un westlichen Geheimdiensten zufolge Truppen in die Ukraine entsandt, um Russland dort bei seinem Angriffskrieg zu unterstützen. Die Atomkomponenten, so CNN, könnten als Gegenleistung versprochen worden sein. Schließlich arbeitet Nordkorea schon länger an seinem ersten U-Boot mit Nuklearantrieb. Da man dadurch nicht auftauchen und tanken bzw. Batterien laden muss, sind durch den Nuklearreaktor an Bord weit längere Tauchgänge und somit auch Reichweiten sowie langfristig höhere Geschwindigkeiten möglich.
Die spanische Regierung, die den Vorfall untersuchen ließ, äußerte sich lange nicht dazu. Erst auf Druck der Opposition wurde Ende Februar 2026 verraten, dass der russische Schiffskapitän im Zuge der Ermittlungen erklärt hat, was er an Bord hatte: "Komponenten für zwei Kernreaktoren, die denen ähneln, die in U-Booten verwendet werden." Kernbrennstoff sei aber keiner dabei gewesen. Das Schiff, 2009 in Deutschland gebaut, habe immer wieder militärische Spezialfracht transportiert, heißt es.
Offizieller Zielhafen sei Wladiwostok gewesen, nicht weit entfernt von Nordkorea. Der Kapitän erklärte, er habe angenommen, dass die Fracht später in den nordkoreanischen Hafen Rason gebracht werden sollte. Mit an Bord waren auch zwei Kräne. Sie hätten den Ermittlungen zufolge dazu dienen sollen, empfindliche Fracht zu entladen.
Zur Unglücksursache heißt es, es habe drei Explosionen nahe dem Maschinenraum gegeben. Zwei Besatzungsmitglieder seien dabei gestorben. Vier Tage nach dem Untergang sprach der staatsnahe russische Schiffseigner Oboronlogistics von einem "gezielten Terroranschlag".
Leuchtraketen eingesetzt
Brisant ist auch, was direkt nach dem Untergang der Ursa Major passierte. Ein russisches Militärschiff, das den Frachter begleitete, soll andere Schiffe angewiesen haben, Abstand zu halten. Später wurden Leuchtraketen über dem Schiffswrack abgefeuert – spanischen Medienberichten zufolge vermutlich, um die Infrarotkanäle westlicher Geheimdienstsatelliten zu blenden. Dann wurden vier seismische Signaturen registriert, die auf weitere Explosionen hindeuten. Erst danach sank der Frachter.
Eine Woche später befand sich laut CNN ein russisches Spionageschiff am Ort des Untergangs und löste vier weitere Explosionen im Wrack aus, das sich nun in 2500 Metern Tiefe befand. Und im vergangenen Jahr sind zweimal US-Flugzeuge darüber geflogen, die darauf spezialisiert sind, nukleare Trümmer zu erkennen – sogenannte "Sniffer". Hinweise auf eine radioaktive Belastung gibt es dort laut Bericht bislang nicht.
Intervention des Westens?
Nun stellt sich die Frage nach dem Grund für den Untergang der Ursa Major. CNN schreibt dazu: "Es könnte eine seltene und risikoreiche Intervention eines westlichen Militärs darstellen, um zu verhindern, dass Russland einem wichtigen Verbündeten, Nordkorea, ein Upgrade der Nukleartechnologie schickt."
Den spanischen Ermittlungen zufolge könnte ein bestimmter Hochgeschwindigkeitstorpedo zum Einsatz gekommen sein, um den Schiffsrumpf zu treffen. Diesen haben laut CNN nur die USA, einige Nato-Verbündete, Russland und der Iran im Arsenal. Möglich wäre aber auch laut Experten, dass eine Haftmine das Schiff beschädigt hat.
CNN hat dazu mehrere westliche Sicherheits- und Geheimdienstbeamte befragt. Sie halten den Vorfall an sich für seltsam, manche Vermutungen der spanischen Ermittler für weit hergeholt. Eine andere Erklärung für die Explosionen an Bord und das russische Verhalten danach haben sie aber nicht.
(Kim Son Hoang, 13.5.2026)
Nukleartechnik für Nordkorea? Brisante neue Infos zu gesunkenem russischem Schiff
Nukleartechnik für Nordkorea? Brisante neue Infos zu gesunkenem russischem Schiff
Der Frachter Ursa Major war Ende 2024 vor Spanien untergegangen. Einem Bericht zufolge könnte es ein gezielter Angriff des Westens gewesen sein
Nordkorea arbeitet an seinem ersten Atom-U-Boot. Im Dezember 2025 besichtigte Kim Jong-un den aktuellen Stand. Womöglich hätte Russland gerne mitgeholfen.
via REUTERS/KCNA
Einen Tag vor Weihnachten, am 23. Dezember 2024, kam es zu einem Schiffsunglück. Knapp 100 Kilometer vor der spanischen Küste, im westlichen Mittelmeer, ging ein russischer Frachter unter. Letztlich konnten 14 Menschen von der Ursa Major (auf Deutsch: der Große Bär) gerettet werden, zwei Besatzungsmitglieder galten als vermisst.
Nun, fast 17 Monate später, erscheint dieser Zwischenfall in einem ganz neuen Licht. Grund dafür ist eine Recherche von CNN, die einige brisante Informationen zutage fördert. Das Schiff dürfte demnach wohl Atomreaktoren für U-Boote transportiert haben, die es nach Nordkorea bringen sollte.
Heikle Lieferung für Pjöngjang
Nur zwei Monate zuvor hatte Diktator Kim Jong-un westlichen Geheimdiensten zufolge Truppen in die Ukraine entsandt, um Russland dort bei seinem Angriffskrieg zu unterstützen. Die Atomkomponenten, so CNN, könnten als Gegenleistung versprochen worden sein. Schließlich arbeitet Nordkorea schon länger an seinem ersten U-Boot mit Nuklearantrieb. Da man dadurch nicht auftauchen und tanken bzw. Batterien laden muss, sind durch den Nuklearreaktor an Bord weit längere Tauchgänge und somit auch Reichweiten sowie langfristig höhere Geschwindigkeiten möglich.
Die spanische Regierung, die den Vorfall untersuchen ließ, äußerte sich lange nicht dazu. Erst auf Druck der Opposition wurde Ende Februar 2026 verraten, dass der russische Schiffskapitän im Zuge der Ermittlungen erklärt hat, was er an Bord hatte: "Komponenten für zwei Kernreaktoren, die denen ähneln, die in U-Booten verwendet werden." Kernbrennstoff sei aber keiner dabei gewesen. Das Schiff, 2009 in Deutschland gebaut, habe immer wieder militärische Spezialfracht transportiert, heißt es.
Offizieller Zielhafen sei Wladiwostok gewesen, nicht weit entfernt von Nordkorea. Der Kapitän erklärte, er habe angenommen, dass die Fracht später in den nordkoreanischen Hafen Rason gebracht werden sollte. Mit an Bord waren auch zwei Kräne. Sie hätten den Ermittlungen zufolge dazu dienen sollen, empfindliche Fracht zu entladen.
Zur Unglücksursache heißt es, es habe drei Explosionen nahe dem Maschinenraum gegeben. Zwei Besatzungsmitglieder seien dabei gestorben. Vier Tage nach dem Untergang sprach der staatsnahe russische Schiffseigner Oboronlogistics von einem "gezielten Terroranschlag".
Leuchtraketen eingesetzt
Brisant ist auch, was direkt nach dem Untergang der Ursa Major passierte. Ein russisches Militärschiff, das den Frachter begleitete, soll andere Schiffe angewiesen haben, Abstand zu halten. Später wurden Leuchtraketen über dem Schiffswrack abgefeuert – spanischen Medienberichten zufolge vermutlich, um die Infrarotkanäle westlicher Geheimdienstsatelliten zu blenden. Dann wurden vier seismische Signaturen registriert, die auf weitere Explosionen hindeuten. Erst danach sank der Frachter.
Eine Woche später befand sich laut CNN ein russisches Spionageschiff am Ort des Untergangs und löste vier weitere Explosionen im Wrack aus, das sich nun in 2500 Metern Tiefe befand. Und im vergangenen Jahr sind zweimal US-Flugzeuge darüber geflogen, die darauf spezialisiert sind, nukleare Trümmer zu erkennen – sogenannte "Sniffer". Hinweise auf eine radioaktive Belastung gibt es dort laut Bericht bislang nicht.
Intervention des Westens?
Nun stellt sich die Frage nach dem Grund für den Untergang der Ursa Major. CNN schreibt dazu: "Es könnte eine seltene und risikoreiche Intervention eines westlichen Militärs darstellen, um zu verhindern, dass Russland einem wichtigen Verbündeten, Nordkorea, ein Upgrade der Nukleartechnologie schickt."
Den spanischen Ermittlungen zufolge könnte ein bestimmter Hochgeschwindigkeitstorpedo zum Einsatz gekommen sein, um den Schiffsrumpf zu treffen. Diesen haben laut CNN nur die USA, einige Nato-Verbündete, Russland und der Iran im Arsenal. Möglich wäre aber auch laut Experten, dass eine Haftmine das Schiff beschädigt hat.
CNN hat dazu mehrere westliche Sicherheits- und Geheimdienstbeamte befragt. Sie halten den Vorfall an sich für seltsam, manche Vermutungen der spanischen Ermittler für weit hergeholt. Eine andere Erklärung für die Explosionen an Bord und das russische Verhalten danach haben sie aber nicht.
(Kim Son Hoang, 13.5.2026)