Niedrigwasser in europäischen Gewässern bringt auch manche Kuriositäten zum Vorschein

josef

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#1
Trockenheit und Hitze
Niedrigwasser bringt Kurioses zum Vorschein
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Die extreme Hitze und Trockenheit haben viele Teile Europas anhaltend im Griff. Viele Gewässer verzeichnen historisch niedrige Pegelstände, darunter vor allem die Donau und der Rhein. Das Niedrigwasser erschwert die Schifffahrt, bringt zugleich aber etwa alte Schiffwracks sowie Mammutknochen zum Vorschein.
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APA-Images/dpa/Federico Gambarini
Im Rhein bei Kleve und Emmerich im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen nahe der niederländischen Grenze liegt das mutmaßliche Wrack des Frachters „De Hoop 1“ . Am 19. März 1895 explodierte das mit Dynamit beladene Frachtschiff „Elisabeth“ und zerstörte die umliegenden Schiffe, darunter die „De Hoop 1“. 16 Menschen kamen dabei ums Leben.
IMAGO/Pixsell
Bei Opatovac im Osten Kroatiens an der Grenze zu Serbien ragt das 1937 gesunkene ungarische Frachtschiff „Fulton“ aus der Donau. Das Schiff war damals mit Kohle beladen und in Richtung Novi Sad in Serbien unterwegs. Die Unglücksursache ist bis heute nicht geklärt.
Reuters/Djordje Kojadinovic
Bei Prahovo im Osten Serbiens direkt an der Grenze zu Rumänien ragen die Überreste einer deutschen Kriegsflotte, die 1944 beim Rückzug vor der Roten Armee von den Deutschen selbst versenkt wurde, aus der Donau. Ein Teil dieser Wracks soll im Rahmen eines von der EU geförderte Projekts bis 2028 entfernt werden. Wegen vermutlich noch enthaltener Munition gestaltet sich das Vorhaben jedoch schwierig.
APA-Images/dpa/Stefan Rampfel
Die Aseler Brücke am Edersee im nördlichen Teil des deutschen Bundeslandes Hessen ist nur bei äußerst geringen Pegelständen sichtbar, sie wird daher auch als „Edersee Atlantis“ bezeichnet. Zurzeit fasst der See ein Volumen von nur mehr 40 Millionen Kubikmeter Wasser, in der Regel sind es rund 200 Mio. Kubikmeter.
IMAGO/CTK Photo
An der Elbe in der tschechischen Stadt Decin direkt an der Grenze zum deutschen Bundesland Sachsen ragen Hungersteine aus dem Fluss. Benannt sind Hungersteine nach der mit Dürrezeiten in Verbindung stehenden Gefahr einer Hungersnot.
ORF/Arnold Klement
Auch am Nussensee im Salzkammergut sorgen die extremen Temperaturen und die Trockenheit für niedrige Wasserpegel. 22 Kilogramm Kriegsschrott kamen dabei zum Vorschein, darunter Munition, Zünd- und Sprengkörper. Der Entminungsdienst des Bundesheeres war im Einsatz, der See war kurzfristig gesperrt.
IMAGO/Markus Matzel
Am Rhein bei Düsseldorf kommen auch immer wieder alte E-Scooter zum Vorschein. Die Stadt kämpft schon seit Längerem gegen deren Entsorgung in den Fluss an.
IMAGO/Anadolu Agency/Robert Nemet
In der Donau bei Budapest kamen durch die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Wasserpegelstände ebenfalls alte Relikte zum Vorschein
APA/AFP/Rousse Regional Historical Museum
Bei der bulgarischen Stadt Russe im Norden an der Grenze zu Rumänien wurden Überreste eines Wollmammuts entdeckt, darunter ein Kieferknochen, Teile des Schulterblatts sowie ein Oberschenkelknochen
APA/AFP/Romain Perrocheau
Nicht nur die niedrigen Pegelstände bringen Kurioses zum Vorschein. In Frankreich sorgten die verheerenden Waldbrände dafür, dass im Ort Le Porge nahe der Großstadt Bordeaux Patronenhülsen und Munition – mutmaßlich aus dem Zweiten Weltkrieg – entdeckt wurden.

05.08.2026, red, ORF.at/Agenturen
Trockenheit und Hitze: Niedrigwasser bringt Kurioses zum Vorschein
 

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#2
In Bildern
Europas Flüsse kaum wiederzuerkennen
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Ob Po in Italien, Rhein in Deutschland oder Donau in Österreich – Hitze und Dürre haben in Europa zu teils historisch niedrigen Pegelständen geführt. Vielerorts sind die Flüsse so gut wie ausgetrocknet und kaum wiederzuerkennen. Die dadurch eingeschränkte Schifffahrt bringt etliche weitere Probleme mit sich.
Online seit gestern 15.08.2026, 23.19 Uhr
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Das Niedrigwasser in den Flüssen bringt eine Vielzahl an Folgen mit sich – für die Schifffahrt, die Stromerzeugung, die Landwirtschaft und die Flussökosysteme. Gütertransporte werden eingestellt, AKWs abgeschaltet, Erntebestände vertrocknen und Fische sterben.

Ursache für das Niedrigwasser sind laut Fachleuten mehrere Faktoren: die geringen Mengen durch Schneeschmelze im Winter, ein sehr mildes Frühjahr, fehlende Niederschläge, die anhaltende Trockenheit sowie die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen.
Die Hitze erhöhe zusätzlich die Verdunstung und verschärfe die Situation, hieß es etwa vom Wasserstraßenbetreiber viadonau gegenüber ORF.at. Eine Rolle spielt hierbei auch die Klimakrise: Durch diese werden laut Weltklimarat Extremwetterereignisse wie Hitze und Dürre häufiger und intensiver.

IMAGO/Anadolu Agency/Robert Nemeti
Ungarn kämpft schon länger gegen die niedrigen Donau-Pegel, besonders im Hinblick auf das AKW Paks. Am Samstag wollen die Behörden zwei Lastkähne in der Donau versenken.
APA/AFP/Attila Kisbenedek
So soll der Wasserstand angehoben und die Abschaltung einer der beiden letzten verbliebenen Turbinen verhindert werden
Reuters/Leonhard Foeger
„Die Donau führt derzeit außergewöhnlich wenig Wasser“, heißt es auch von viadonau. An mehreren Pegeln würden die Wasserstände deutlich unter 50 cm liegen, einem wichtigen Orientierungswert für die Schifffahrt.
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Copernicus
Auch auf Luftbildaufnahmen ist der Rückgang des Pegelstands der Donau im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zu sehen
AP/Marko Drobnjakovic
Mit dem Niedrigwasser kommt längst Versunkenes zum Vorschein, hier etwa im serbischen Teil der Donau nahe Prahovo ein Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg
AP/Martin Meissner
Auch in Deutschland führen die Flüsse zu wenig Wasser. Aktuell wird nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein jeden Tag ein neuer historischer Tiefpunkt des Wasserpegels gemessen.
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Die Deutsche Bahn will nun alte Güterwaggons wieder in Betrieb nehmen, wie es am Samstag hieß. Denn der Rhein kommt im Moment für Transporte kaum infrage (hier: Satellitenaufnahmen des Rheins bei Bacharach).
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In Italiens längstem Fluss, dem Po, wurden im Juli aufgrund der extremen Trockenheit Sand- und Kiesbänke sichtbar, die normalerweise unter Wasser liegen
Reuters/Remo Casilli
Die Wasserknappheit im gesamten Po-Einzugsgebiet wurde inzwischen als „hoch“ eingestuft. Dazu kommt: Durch das Vordringen von Meerwasser wird das Wasser zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu salzig.
IMAGO/ABACAPRESS/Shootpix/Abaca
Kleinere Flüsse, wie hier der Fango auf Korsika, sind mittlerweile komplett ausgetrocknet oder nur noch ein kleines Rinnsal
Reuters/Kuba Stezycki
Auch in der Weichsel, dem längsten Fluss Polens, wurde der niedrigste jemals in Warschau gemessene Wasserstand verzeichnet
APA/AFP/Fabrice Coffrini
Normalerweise mündet der französisch-schweizerische Fluss Doubs in den See Lac des Brenets. Dieser sieht derzeit jedoch selbst aus wie ein Fluss.
16.08.2026, Tamara Sill, ORF.at/Agenturen

In Bildern: Europas Flüsse kaum wiederzuerkennen
 
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