Nordkorea gesteht schweren Unfall bei Zeremonie für neues Kriegsschiff ein
Kim Jong-un war persönlich anwesend, um den neuen Stolz der nordkoreanischen Marine einzuweihen. Dann jedoch ging laut Staatsmedien beim Stapellauf eines Kriegsschiffs so einiges schief
Kim Jong-un bei der Präsentation des neuen Kriegsschiffs.
via REUTERS/KCNA
Pjöngjang – In Nordkorea ist es bei einer feierlichen Zeremonie für einen neuen Zerstörer der nordkoreanischen Marine zu einem schweren Unfall gekommen. Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete, wurden "einige Teile des Bodens des Kriegsschiffs zerdrückt", als der 5000 Tonnen schwere Zerstörer in Chongjin vom Stapel gelassen wurde. Der bei der Zeremonie anwesende Machthaber Kim Jong-un sprach von einem "kriminellen Akt".
Kim sagte, dass dieser "kriminelle Akt, der durch absolute Nachlässigkeit verursacht wurde, nicht toleriert werden" könne. Die "unverantwortlichen Fehler" der zuständigen Beamten würden Thema bei der nächsten Vollversammlung des Zentralkomitees der Partei sein. Der Vorfall habe "die Würde und die Selbstachtung" des nordkoreanischen Staates zum Zusammenbruch gebracht. Die sofortige Reparatur des Schiffs sei nicht nur eine praktische Frage, sondern eine politische Notwendigkeit und direkt mit der Autorität des Staates verbunden. Kim ordnete an, dass das Schiff noch vor einem wichtigen Treffen der regierenden Arbeiterpartei im Juni wiederhergestellt werden müsse.
Ursache
Laut KCNA waren "unerfahrene Kommandeure und operative Nachlässigkeit" für den Unfall verantwortlich. Als Ursache wurde Gleichgewichtsverlust genannt. Ob es bei dem Unfall Verletzte gab, wurde zunächst nicht bekannt.
Auf einem Fernseher in Seoul ist eine Satellitenaufnahme des Kriegsschiffs zu sehen.
AFP/ANTHONY WALLACE
Das südkoreanische Militär erklärte, Nordkorea habe um die Zeit der ersten Berichterstattung über den fehlgeschlagenen Stapellauf mehrere Marschflugkörper von einem Gebiet südlich des Hafens aus abgefeuert. Details wurden zunächst nicht bekannt. Das Militär teilte weiter mit, die Geheimdienste Südkoreas und der USA hätten die Vorbereitungen für den Stapellauf beobachtet.
Die Führung in Pjöngjang hatte Ende April ein neues Kriegsschiff vorgestellt, das mit Atomwaffen bestückt werden kann. Der 5000 Tonnen schwere Zerstörer Choe Hyon kann Beobachtern zufolge zwei taktische Kurzstrecken-Atomraketen tragen.
Besitz von Nuklearwaffen angestrebt
Das diplomatisch weitgehend isolierte Nordkorea strebt nach eigenen Angaben den Besitz von Nuklearwaffen an, um Bedrohungen durch die USA und ihre Verbündeten, darunter Südkorea, entgegenzuwirken. Die beiden Koreas befinden sich technisch gesehen weiterhin im Krieg, da der Konflikt zwischen 1950 und 1953 mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich derzeit an einem Tiefpunkt. Kim hatte Südkorea im vergangenen Jahr als "Hauptfeind" bezeichnet. Nordkorea führt regelmäßig Waffentests aus und verstößt damit gegen UN-Resolutionen.
Die USA und Südkorea werfen Nordkorea zudem vor, Russland mit der Entsendung von mehr als 10.000 nordkoreanischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Pjöngjang hatte im April erstmals die Entsendung von Truppen nach Russland bestätigt. Analysten zufolge erhofft Kim sich im Gegenzug fortschrittliche Technologie von Moskau sowie Kampferfahrung für seine Soldaten.
(APA, 22.5.2025)
Nordkorea gesteht schweren Unfall bei Zeremonie für neues Kriegsschiff ein
Kim Jong-un war persönlich anwesend, um den neuen Stolz der nordkoreanischen Marine einzuweihen. Dann jedoch ging laut Staatsmedien beim Stapellauf eines Kriegsschiffs so einiges schief
Kim Jong-un bei der Präsentation des neuen Kriegsschiffs.
via REUTERS/KCNA
Pjöngjang – In Nordkorea ist es bei einer feierlichen Zeremonie für einen neuen Zerstörer der nordkoreanischen Marine zu einem schweren Unfall gekommen. Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete, wurden "einige Teile des Bodens des Kriegsschiffs zerdrückt", als der 5000 Tonnen schwere Zerstörer in Chongjin vom Stapel gelassen wurde. Der bei der Zeremonie anwesende Machthaber Kim Jong-un sprach von einem "kriminellen Akt".
Kim sagte, dass dieser "kriminelle Akt, der durch absolute Nachlässigkeit verursacht wurde, nicht toleriert werden" könne. Die "unverantwortlichen Fehler" der zuständigen Beamten würden Thema bei der nächsten Vollversammlung des Zentralkomitees der Partei sein. Der Vorfall habe "die Würde und die Selbstachtung" des nordkoreanischen Staates zum Zusammenbruch gebracht. Die sofortige Reparatur des Schiffs sei nicht nur eine praktische Frage, sondern eine politische Notwendigkeit und direkt mit der Autorität des Staates verbunden. Kim ordnete an, dass das Schiff noch vor einem wichtigen Treffen der regierenden Arbeiterpartei im Juni wiederhergestellt werden müsse.
Ursache
Laut KCNA waren "unerfahrene Kommandeure und operative Nachlässigkeit" für den Unfall verantwortlich. Als Ursache wurde Gleichgewichtsverlust genannt. Ob es bei dem Unfall Verletzte gab, wurde zunächst nicht bekannt.
Auf einem Fernseher in Seoul ist eine Satellitenaufnahme des Kriegsschiffs zu sehen.
AFP/ANTHONY WALLACE
Das südkoreanische Militär erklärte, Nordkorea habe um die Zeit der ersten Berichterstattung über den fehlgeschlagenen Stapellauf mehrere Marschflugkörper von einem Gebiet südlich des Hafens aus abgefeuert. Details wurden zunächst nicht bekannt. Das Militär teilte weiter mit, die Geheimdienste Südkoreas und der USA hätten die Vorbereitungen für den Stapellauf beobachtet.
Die Führung in Pjöngjang hatte Ende April ein neues Kriegsschiff vorgestellt, das mit Atomwaffen bestückt werden kann. Der 5000 Tonnen schwere Zerstörer Choe Hyon kann Beobachtern zufolge zwei taktische Kurzstrecken-Atomraketen tragen.
Besitz von Nuklearwaffen angestrebt
Das diplomatisch weitgehend isolierte Nordkorea strebt nach eigenen Angaben den Besitz von Nuklearwaffen an, um Bedrohungen durch die USA und ihre Verbündeten, darunter Südkorea, entgegenzuwirken. Die beiden Koreas befinden sich technisch gesehen weiterhin im Krieg, da der Konflikt zwischen 1950 und 1953 mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich derzeit an einem Tiefpunkt. Kim hatte Südkorea im vergangenen Jahr als "Hauptfeind" bezeichnet. Nordkorea führt regelmäßig Waffentests aus und verstößt damit gegen UN-Resolutionen.
Die USA und Südkorea werfen Nordkorea zudem vor, Russland mit der Entsendung von mehr als 10.000 nordkoreanischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Pjöngjang hatte im April erstmals die Entsendung von Truppen nach Russland bestätigt. Analysten zufolge erhofft Kim sich im Gegenzug fortschrittliche Technologie von Moskau sowie Kampferfahrung für seine Soldaten.
(APA, 22.5.2025)