Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2:
"KENNST DU KÄRNTEN“
Die Zwillingsburgen von Leonstein
Die Ruinen der mittelalterlichen Burg Leonstein, nordwestlich von Pörtschach, sind ein äußerst interessantes Objekt mit viel Geschichte. Für Archäologen faszinierend ist die Burg aus Sicherheitsgründen für Besucher nicht zugänglich. Durch Funde weiß man, dass es eine Zwillingsburg war.
Online seit heute, 6.04 Uhr
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Die Zwillingsburgen von Leonstein
"KENNST DU KÄRNTEN“
Die Zwillingsburgen von Leonstein
Die Ruinen der mittelalterlichen Burg Leonstein, nordwestlich von Pörtschach, sind ein äußerst interessantes Objekt mit viel Geschichte. Für Archäologen faszinierend ist die Burg aus Sicherheitsgründen für Besucher nicht zugänglich. Durch Funde weiß man, dass es eine Zwillingsburg war.
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Im Jahr 1166 wurde die Burg erstmals in Zusammenhang mit Dietrich von Leonstein urkundlich erwähnt. Historikerin Renate Jernej: „Die Burg selber besteht aus einer Altburg, einem noch teilweise erhaltenen Bergfried, daneben eine zweigeschossige Kapelle und dann schließt sich darum noch ein weiterer Burghof an. Die Burg ist auch relativ groß und dann gibt es auch noch ein Wächterhäuschen daneben. Man kann das von außen zumindest erahnen, wie groß diese Burg ist.“
Was man heute nicht mehr sehen kann, ist, dass es keine 100 Meter entfernt neben Leonstein noch eine zweite Burg gab: „Das war die Seeburg. Auch davon wissen wir dank urkundlicher Nachrichten. 1142 wird ein Reimboto von Seeburg erwähnt. Es war eine Zwillingsburg-Anlage, die sich da über dem Wörthersee hoch über Pörtschach erstreckt hat.“
Johann Weichard von Valvasor – uploaded by Johann Jaritz
Burg und Schloss Leonstein um 1680
Heirat verband beide Burgen
Wie für die damalige Zeit üblich, kam es durch eine Heirat zur Verbindung dieser beiden Burgen: „Berthold von Seeburg heiratete Anna von Leonstein. Es hat dann eine weitere Besitzveränderung gegeben. Die Seeburg ist 1386 abgebrannt, wurde auch nicht mehr aufgebaut, sodass man heute von der Burg gar nichts mehr sehen kann.“
Allerdings gab es 1998 im Bereich dieser Seeburg archäologische Grabungen: „Da hat man feststellen können, dass die Mauern unter der Erde noch erhalten sind.“
Burgherren zogen im 16. Jahrhundert ins Tal
Während man die Seeburg nach dem Brand scheinbar aufgegeben hatte, wurde die Leonstein weiter bewohnt: „Bis hinein ins 16. Jahrhundert, dann ist es zu unbequem geworden, sich auf dem Berg niederzulassen und man ist ins Tal hinuntergezogen und hat direkt im heutigen Ort Pörtschach das Schloss Leonstein gebaut und die Burg ist dann langsam dem Verfall preisgegeben worden.“
Johann JaritzCC BY-SA 4.0
Verfallener Wohnturm von Leonstein
Während die Burgherren ins Tal zogen, übernahmen die Jesuiten den Burgberg, so Jernej: „Die Jesuiten haben dort oben das Areal besessen, diese Jesuitenherrschaft ist dann aufgelöst und in eine Studienfondsherrschaft übergeführt worden. Diese Studienfondsherrschaft ist dann schlussendlich am Beginn des 19. Jahrhunderts den Mönchen von St. Paul übergeben worden.“
Mönche errichteten erste Gloriette
Die Mönche waren dann auch die ersten, die damals eine heute noch bekannte Aussichtswarte errichtete: „Und zwar damals noch eine aus Holz gebaute Gloriette. Heutzutage steht ja da oben die um 1902 errichtete, steinerne Aussichtswarte hohe Gloriette. Von der hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick auf den Wörthersee, man sieht Pörtschach, Klangfurt, Velden, man kann rüberblicken auf den Pyramidenkogel, man sieht die Schlangeninsel. Aber man sieht auch eine weitere kleine Insel vor Maria Wörth gelegen, das ist die Kapuzinerinsel.“
Johann JaritzCC BY-SA 3.0
Ausblick von der Gloriette
Kapuzinerinsel mit Pfahlbauten
Von der Kapuzinerinsel weiß man zwar nicht, warum sie so heißt, aber man weiß, dass die Geschichte dieser Insel bis in die Steinzeit zurückreicht: „Wir reden jetzt von der Zeit so circa 4.000 vor Christus. Es hat kleinere Ausgrabungen gegeben, auch unter Wasser Tauchkampagnen, und da wurden unter anderem Pfahlbauten festgestellt. Aber man hat auch Keramikscherben gefunden, die in diese Zeit datieren und auch noch weitere Funde, die belegen, dass bis in keltische Zeit dort zumindest so etwas wie eine Station war für einen Fischfang, vielleicht aber auch sogar eine dauerhafte Siedlung“, so Historikerin Jernej.
26.11.2025, red, kaernten.ORF.at
Link:
Geschichtsverein für Kärnten
Was man heute nicht mehr sehen kann, ist, dass es keine 100 Meter entfernt neben Leonstein noch eine zweite Burg gab: „Das war die Seeburg. Auch davon wissen wir dank urkundlicher Nachrichten. 1142 wird ein Reimboto von Seeburg erwähnt. Es war eine Zwillingsburg-Anlage, die sich da über dem Wörthersee hoch über Pörtschach erstreckt hat.“
Burg und Schloss Leonstein um 1680
Heirat verband beide Burgen
Wie für die damalige Zeit üblich, kam es durch eine Heirat zur Verbindung dieser beiden Burgen: „Berthold von Seeburg heiratete Anna von Leonstein. Es hat dann eine weitere Besitzveränderung gegeben. Die Seeburg ist 1386 abgebrannt, wurde auch nicht mehr aufgebaut, sodass man heute von der Burg gar nichts mehr sehen kann.“
Allerdings gab es 1998 im Bereich dieser Seeburg archäologische Grabungen: „Da hat man feststellen können, dass die Mauern unter der Erde noch erhalten sind.“
Burgherren zogen im 16. Jahrhundert ins Tal
Während man die Seeburg nach dem Brand scheinbar aufgegeben hatte, wurde die Leonstein weiter bewohnt: „Bis hinein ins 16. Jahrhundert, dann ist es zu unbequem geworden, sich auf dem Berg niederzulassen und man ist ins Tal hinuntergezogen und hat direkt im heutigen Ort Pörtschach das Schloss Leonstein gebaut und die Burg ist dann langsam dem Verfall preisgegeben worden.“
Verfallener Wohnturm von Leonstein
Während die Burgherren ins Tal zogen, übernahmen die Jesuiten den Burgberg, so Jernej: „Die Jesuiten haben dort oben das Areal besessen, diese Jesuitenherrschaft ist dann aufgelöst und in eine Studienfondsherrschaft übergeführt worden. Diese Studienfondsherrschaft ist dann schlussendlich am Beginn des 19. Jahrhunderts den Mönchen von St. Paul übergeben worden.“
Mönche errichteten erste Gloriette
Die Mönche waren dann auch die ersten, die damals eine heute noch bekannte Aussichtswarte errichtete: „Und zwar damals noch eine aus Holz gebaute Gloriette. Heutzutage steht ja da oben die um 1902 errichtete, steinerne Aussichtswarte hohe Gloriette. Von der hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick auf den Wörthersee, man sieht Pörtschach, Klangfurt, Velden, man kann rüberblicken auf den Pyramidenkogel, man sieht die Schlangeninsel. Aber man sieht auch eine weitere kleine Insel vor Maria Wörth gelegen, das ist die Kapuzinerinsel.“
Ausblick von der Gloriette
Kapuzinerinsel mit Pfahlbauten
Von der Kapuzinerinsel weiß man zwar nicht, warum sie so heißt, aber man weiß, dass die Geschichte dieser Insel bis in die Steinzeit zurückreicht: „Wir reden jetzt von der Zeit so circa 4.000 vor Christus. Es hat kleinere Ausgrabungen gegeben, auch unter Wasser Tauchkampagnen, und da wurden unter anderem Pfahlbauten festgestellt. Aber man hat auch Keramikscherben gefunden, die in diese Zeit datieren und auch noch weitere Funde, die belegen, dass bis in keltische Zeit dort zumindest so etwas wie eine Station war für einen Fischfang, vielleicht aber auch sogar eine dauerhafte Siedlung“, so Historikerin Jernej.
26.11.2025, red, kaernten.ORF.at
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