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#1
Aus der ORF-Serie "Kennst du Kärnten":

"Lacknerhof" in Möllbrücke
Möllbrücke während der Franzosenkriege

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Möllbrücke bildet den Eingang zum Mölltal und wurde erstmals im Jahr 1253 als „Mölnprukke“ erwähnt. Ab 1307 war Möllbrücke Sitz eines Landgerichts der Grafen von Görz. In der Stadt befindet sich auch der bekannte „Lacknerhof“, der ein beeindruckender Zeitzeuge aus der Zeit der Franzosenkriege ist.
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Möllbrücke war immer schon ein bedeutender Standort am Beginn des Mölltales. Gemeinsam mit der Gemeinde Sachsensburg war man in der Zeit der Franzosenkriege auch ein strategisch wichtiger Punkt, sagt die staatlich geprüfte Fremdenführerin und Geschichtsexpertin, Astrid Lengner. „Möllbrücke war noch einmal so eine Engstelle, wo man vehement versucht hat, die Franzosen davon abzuhalten, durch unser Land weiter in Richtung Osten zu ziehen. Es sind bedeutende Schlachten geschlagen worden, am Schluss dann nicht mehr erfolgreich.“ Das Kaisertum Österreich verlor damals den fünften Koalitionskrieg gegen Frankreich. 1809 kam es dann zu einem bedeutenden Frieden zwischen den Franzosen und den Habsburgern, zum Friede von Schönbrunn.

Kärntner Oberkommandant befürchtete Fake-Nachricht
An diesen Frieden vom 14. Oktober 1809 wollte allerdings der damals regierende Oberkommandeur Johann Baptist Türk anfangs nicht so recht glauben, erzählt Kärnten Guide Astrid Lengner. „Der dachte, die Friedensnachricht sei eine Fake-Nachricht und hat weiter gekämpft, bis er dann endlich überzeugt werden konnte.“ Erst 1815 endeten die Napoleonischen Kriege in Europa mit der endgültigen Niederlage Napoleons und Frankreichs.
Relikte aus dieser Zeit befinden sich am Lacknerhof, der direkt an der Hauptstraße in Richtung Mölltal und Großglockner steht. Und an diesem Lacknerhof, der damals auch eine Poststation gewesen sein soll, sind noch heute die Einschusslöcher aus den Kämpfen mit den Franzosen zu sehen.


Raul de Chissota
Eine Sonnenuhr auf der Fassade des Lacknerhofes, deutlich zu sehen sind die Einschusslöcher aus der Zeit der Franzosenkriege

Bedeutende Fresken von Lobisser
Am Haus sind aber auch bedeutende Fresken zu sehen, die von Switbert Lobisser stammen, einem Benediktinermönch, Maler und Holzschneider der am 23. März 1878 zur Welt kam. Er war auch Kunsterzieher am Stiftsgymnasium in St. Paul im Lavanttal. Lobisser starb 1943 in Klagenfurt. Weil seine Werke antiquiert und bodenständig waren, lösten sie speziell bei den Nazis Wohlgefallen aus. Lobisser selbst sympathisierte mit der Nazi-Ideologie. Das war auch in seinen Motiven deutlich zu sehen, die Blut und Boden, markige Männer und gebärfreudige Frauen zeigten.

Das besondere an Lobissers Fresken ist, dass sie nicht Momentaufnahmen sind, sondern szenische Darstellungen aus dem menschlichen Leben zeigen. Lobissers Fresken in Möllbrücke scheinen auf den ersten Blick eher ungewöhnlich, sagt die Geschichtsexpertin, „denn Lobisser hatte ja Zeit seines Lebens eher im Unterkärntner Raum zwischen Klagenfurt und St. Paul gearbeitet“.


Raul de Chissota
Der heilige Michael im Kampf mit dem Drachen

Schriftband für „übermütigen“ Franzosen
Doch nach Möllbrücke kam der Künstler durch die Familie Thaler, mit der er befreundet war. „Durch diese Familie kam er nach Möllbrücke, wo er auch schon ihr Haus mit Fresken verziert hatte.“ 1932 renovierte Lobisser die Fassade auf dem Lacknerhof. „Er wurde beauftragt, eine Erinnerung an die Franzosenzeit auf diesem Haus fest zu machen. Und da gibt es neben dem heiligen Michael, der dort unter einer Sonnenuhr dargestellt ist, eine Darstellung von einem Franzosen, der ganz keck aus einem Fenster heraus schaut“, sagte Lengner.

Darunter ist auf einem Schriftband zu lesen: „Franzosen hier, Tiroler dort, so kämpft man anno neun und wie man sieht, in diesem Haus, schlug manche Kugel ein. Ein Offizier aus Frankreichs Heer, voll kühnem Übermut, er stellt sich keck zum Fenster hin, doch bald lag er im Blut.“


Raul de Chissota
Der Franzose, mit Inschrift im Schriftband: „Franzosen hier, Tiroler dort…“

Dieser Spruch soll an die Tapferkeit der Kärntner erinnern, die sich gemeinsam mit den Tirolern den Franzosen mutig in den Weg stellten. „Wenn man nicht weiß, dass das hier zu finden ist, kann es sein, dass man achtlos vorbei fährt.“
27.03.2020, red, kaernten.ORF.at
Möllbrücke während der Franzosenkriege
 

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#2
Schloss Stein: Juwel des Drautals

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Für manche unentdeckt liegt Schloss Stein in der Nähe von Dellach im Drautal, am Nordhang der Jauken. Das Schloss thront 200 Meter über dem Boden des Drautals und stammt aus verschiedenen Bauperioden.
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Die ältesten Teile stammen aus dem 12. Jahrhundert, zwei Geschosse wurden überhaupt in den Fels eingehauen. 1669 kaufte Wolf Andre Graf von Rosenberg das Schloss, bis heute ist es in Besitz der Familie. „Zeitweise lebt meine Familie hier drinnen, zu bestimmten Zeiten, also speziell zu Weihnachten, zu Ostern oder auch unterm Jahr im Sommer. Das Drautal bestand aus vielen Zick-Zack-Burgen, die Wehrburgen waren. Das hat bei Lienz angefangen und hat sich das ganze Drautal durchgezogen, immer so im Zick-Zack, eine rechts eine links, aber das hier ist die letzte bewohnte“, so Besitzer Johannes Orsini-Rosenberg.

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Hoch über dem Drautal thront Schloss Stein

Wie kleines Neuschwanstein
Laut Orsini-Rosenberg ist das Schloss irgendwie eine Miniaturausgabe von Schloss Neuschwanstein auch wenn Schloss Stein viel älter ist. „Schloss Stein ist ursprünglich eine Zwillingsburg, es gab eine Holzbrücke, die man abbrennen konnte, wenn der Feind in der Nähe war“. Das Dach des Schlosses wurde vor ungefähr vier Jahren komplett erneuert. „Die Schieferschindeln, die draufwaren, sind immer wieder gebrochen und die Dachdecker haben sich irgendwann nicht mehr raufgetraut, deswegen mussten wir ein komplett neues Dach machen.“

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Ursprünglich war Schloss Stein eine Zwillingsburg

Burg oder Schloss?
„Wir nennen es eigentlich Burg, es steht auch überall Burg drauf, aber in diversen Büchern und auf Broschüren steht Schloss Stein“, so Orsini-Rosenberg. Herzstück des Schlosses ist eine Doppelkapelle. Eine im ersten Stock für die „Herrschaften“ und eine im Untergeschoss für das „Gesinde“. „Aber es hat auch diese Kapelle ein unglaubliches Flair, weil sie noch aus dem Mittelalter stammt. Es ist eine ganz besondere Stimmung hier drinnen, eine düstere und dumpfe, aber auch schön“.

Fotostrecke mit 9 Bildern
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Schloss Stein im Drautal
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Schloss Stein im Drautal

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Im Inneren des Schlosses

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Die Kapelle der „Herrschaft“

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Ein Fresko in der Kapelle

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Ein Fresko in der Kapelle

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Die Decke der Kapelle ist mit vielen Fresken versehen, die noch ihre Originalfarbe haben und nie restauriert wurden

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Der Altar

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Die Kapelle des „Gesindes“

Die Kapelle für die „Herrschaften“ entstand später. „Sie wurde erst später im Jahr 1505 auf die untere aufgesetzt und das unglaubliche an dieser Kapelle ist, dass die ganzen Malereien und Fresken nie restauriert worden sind und es noch immer die Originalfarbe ist. Sie schauen aus, als wären sie vorgestern renoviert worden. Hier saß die Herrschaft, die Schloss- bzw. Burgbesitzer. Das Gesinde sah von unter herauf auf den Priester, der hier die Messe gelesen hat“, so Orsini-Rosenberg.
05.06.2020, red, kaernten.ORF.at

Link:
Schloss Stein: Juwel des Drautals
 

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#3
Zu Besuch auf Schloss Karlsberg

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Schloss Karlsberg ist ein geschichtsträchtiges Anwesen im Herzen Kärntens. Oft wechselte es seine Besitzer, 1499 etwa diente der Besitz der Begleichung von Spielschulden in der Höhe von 500 Gulden. 50 Jahre später kostete es bereits 10.500 Gulden.

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Erbauer des Schlosses war Karl Rudolf Freiherr von Wangler, der Burg und Herrschaft Karlsberg von 1635 bis 1667 besaß. 1687 wurde es von Kardinal Freiherr von Goess erworben und ist seither im Besitz der Familie Goess.

Niki.LCC BY-SA 4.0
Von der Burg Karlsberg stehen nur noch ein paar Mauerreste

Das Schloss wurde unterhalb der alten Burg Karlsberg erbaut und war eigentlich ein Meierhof, ein bäuerliches Gehöft, das zur Burg gehörte. Es steht heute unter Denkmalschutz. Die Burg Karlsberg stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Ruinen der zumindest bis ins 16. Jahrhundert bewohnten Zwillingsburg stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

"Größter Stellenwert für Familie
Es habe als Besitz den größten Stellenwert für die Familie, da es auch über eine Landwirtschaft verfüge, so Peter Goess, er ist Land- und Forstwirt.

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Goess bewohnt das Schloss gemeinsam mit seiner Frau. Die gemeinsamen Kinder seien in aller Welt „verstreut“.

Im Empfangsraum wacht das „Geistl“
Im Empfangsraum wacht ein Bildnis des Heiligen Geistes über die Besucher, so Goess: „Man findet es in vielen alten Bauernhäusern im oberen Stock.“
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Das Geistl – ein Bildnis des Heiligen Geistes soll das Haus beschützen

Im Speisesaal befinden sich zahlreiche prunkvolle Gemälde. Seinen Zweck erfüllt dieser allerdings nur, wenn wirklich viele Gäste zu Besuch sind – sonst isst das Ehepaar in der Küche.



Peter Goess über eines der Gemälde: „Diese Dame war eine berühmte venezianische Kurtisane mit ihrem Hofstaat – Musikern, Sängern und Eunuchen. Daher konnte man das Bild auf 1529 datieren.“

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Goess’Lieblingsplatz im Schloss Karlsberg bietet eine herrliche Aussicht auf das Glantal mit Liebenfels, Pulst, St. Veit und den Ulrichsberg

Mußestunden im Salon unter Jugendbild Maria Theresias
Im Salon hängt ein Jugendbild von Kaiserin Maria Theresia. Daneben eines von Peter II. „Er war Landeshauptmann in Kärnten und Gouverneur in Istrien“, so Goess.

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Salon auf Schloss Karlsberg. Das Klavier im Musikzimmer sei schon lange verwaist. Zuletzt habe sein Sohn darauf gespielt, er selbst sei wenig musikalisch, sagte Goess.
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Eine Kapelle als Herzstück des Schlosses
Herzstück von Schloss Karlsberg ist die Kapelle, eine Filialkirche von Tanzenberg, die dem Heiligen Johannes und dem Heiligen Petrus gewidmet ist.

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Janusköpfige Madonna – eine früher oft von Bilderstürmern zerstörte Rarität

Einzige janusköpfige Madonna Kärntens
Peter Goess: „Das ist, glaube ich, die einzige janusköpfige Madonna, wie sie früher rund um den Ulrichsberg in allen Kirchen vom gotischen Kreuzbau hingen. Die sind von den Bilderstürmern als heidnisches Relikt zerstört worden. Diese hier wurde in die Glan geschmissen. Als die Glan reguliert wurde, baggerte man sie heraus. Mein Großvater hat sie gleich ‚einkassiert‘“, so Goess.
13.06.2020, red, kaernten.ORF.at
Zu Besuch auf Schloss Karlsberg
 

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#4
Neues Schindeldach für Stift St. Georgen

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Die Kirche im Stift St. Georgen am Längsee bekommt – ein paar hundert Jahre früher als geplant – um 450.000 Euro ein neues Dach. Viele Steinschindeln waren brüchig. Ein Unternehmen, das sich auf die Renovierung von Kirchen spezialisiert hat, führt die Arbeiten durch.

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Vor 25 Jahren wurde die große Dachfläche neu eingedeckt, doch einige Schieferschindeln lösten sich mit der Zeit. An die sechs Wochen ist die Spezialfirma mit schwindelfreien Osttiroler und Oberkärntner Arbeitern dabei, die 1.500 Quadratmeter am Dach des Stiftes St. Georgen abzudecken. Stein für Stein muss mitsamt Nagel gelöst werden.

Weil die Schindeln 140 Tonnen wiegen, müssen kleine Flächen – einmal auf der einen Seite, dann wieder auf der anderen Seite des Daches – beseitigt werden. Sonst wäre der Druck auf den Dachstuhl einseitig zu groß. Arbeit für Experten, wie Dachdecker Philipp Weis: „Man muss sich koordinieren und schauen, dass die Zusammenarbeit gut läuft. Die Sicherung mit zwei Seilen und Helme sind Pflicht.“ Der Arbeitsplatz ist bis zu 30 Meter hoch. Man braucht dafür nicht nur Können, sondern auch Kraft und Ausdauer.

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Blick aus der Vogelperspektive auf das Dach des Stiftes St. Georgen

Falscher Schiefer begann sich zu lösen
Der Grund für die Neudeckung: Ein Teil der Schieferplatten ist wesentlich schneller gealtert, als erwartet, so der Dachdeckexperte: „Es handelt sich um falschen Schiefer. Er ist rostig geworden. Durch das Regenwasser und den Frost brach er den Stein immer weiter auf. Nach dem Winter sind immer wieder Schindeln herunter gefallen.“

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Die Schindeln werden vorsichtig gelöst
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Stiftspfarrer Christian Stromberger

Stiftspfarrer hofft auf Segen „von oben“
Die einstige Lieferfirma gibt es nicht mehr, die neuen Steinplatten sind wesentlich schwerer. Etwa 20 Tonnen mehr Gewicht wird der Dachstuhl tragen müssen. Der Grüne Serpentin soll deutlich länger halten als die alten Steinplatten. Statt 25 200 bis 300 Jahre.
Stiftspfarrer Christian Stromberger bittet um den Segen „von oben“, sodass sich in Zukunft nicht weitere Steinplatten lösen.

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Dacharbeiten in schwindelerregender Höhe

Neue Verwendung für intakte alte Schindeln
Die Steinplatten werden vorsichtig gelöst, denn einige haben in der Nachbarschaft einen Abnehmer gefunden. Ganz gebliebene Exemplare sollen künftig die Burg Hochosterwitz decken, so der Stiftspfarrer: „So sind Nachhaltigkeit und Umwegrentabilität gegeben.“

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Alte Steinschindeln

Die mühsame Arbeit auf dem Kirchendach wird noch Monate dauern. Voraussichtlich im Herbst soll das neue Dach fertig sein.
17.06.2020, red, kaernten.ORF.at
Neues Schindeldach für Stift St. Georgen
 

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#5
Gerlitzen-Kanzelbahn

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Kärntens älteste Seilbahn führt auf die Kanzelhöhe der Gerlitzen. Eine Seilbahn, die lange vor einem möglichen Skitourismus gebaut wurde.

Der gesamte Bericht des ORF-Kärnten mit der Bildstrecke befindet sich themengerecht hier unter "Transport- und Verkehrswege".
 

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#6
Der letzte seiner Art: Hochofen Konstantin
In Eisentratten im Liesertal steht Konstantin, ein Relikt aus der Bergbautradition des Tales. Der zehn Meter hohe Turm, der sich im Gemeindewappen wiederfindet, ist einer der letzten großen Hochöfen, die in der Bergbauregion errichtet wurden.

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Kärnten Guide Astrid Legner sagte, Konstantin sei einer der letzten, großen Hochöfen, die damals gebaut worden seien. Er stehe mitten in der kleinen Gemeinde Eisentratten, einem Ortsteil von Kremsbrücke: „Er steht direkt neben der Bundesstraße von Spittal zum Katschberg. Er wird von vielen heute gar nicht mehr wahrgenommen, weil sie nicht an der Straße unterwegs sind, sondern über die Tauernautobahn fahren.“

Grafen von Lodron beherrschten Bergbau
Das Kremstal bzw. das obere Liesertal war neben Bleiberg, Hüttenberg oder Eisenkappel eine der führenden Bergbauregionen, so Legner: „Man hat nicht nur abgebaut, sondern auch weiterverarbeitet. Eine dieser Verarbeitungsstätten stand bis ins späte 19. Jahrhundert in der Gemeinde Eisentratten.“

Wobei es in Eisentratten schon im 16. Jahrhundert erste Verarbeitungsstätten gab: „Die zu den modernsten Verhüttungsanlagen der damaligen Zeit gehörten, nicht nur in Eisentratten, sondern auch in Kremsbrücke." Hochofen Konstantin wurde im 19. Jahrhundert von der Familie von Lodron, die seit dem 17. Jahrhundert bedeutend für den Bergbau in dieser Region war. Der klingende Name kommt vom Erbauer, Konstantin Graf von Lodron. Er hat ihn 1862 errichten lassen.“

Popie/commonswikiCC BY-SA 3.0
Benannt nach seinem Erbauer Konstantin, steht der ehemalige Hochofen unter Denkmalschutz

Konstantin war auch Wegbereiter. Von Kremsbrücke aus nahm die Erfindung des Floß- oder Hochofens ihren Ausgang in andere Erzgegenden Österreichs. Konstantin war aber nicht nur der erste seiner Art, er zählt auch zu den besonderen Schmuckstücken unter den Hochöfen. Ein mächtiger, fast schon majestätischer Turmbau, so Legner: „Im Untergeschoß gemauert aus wunderschönen Grünschiefer. Der zweite Teil, die Rauchhaube, ist aus Ziegeln gemauert. Im Inneren gibt es ein Gewölbe, wie das damals bei Hochöfen typisch war.“

Nebengebäude wurden abgerissen
Natürlich gehörte zum Ofen selbst auch eine Verarbeitungshütte. Die umgebenden Gebäude wurden 1950 abgebaut, so steht der Hochofen als Solitär in der Gemeinde. In den 1960er Jahren restaurierte man ihn. Heute wird in der Gemeinde kein Erz mehr abgebaut. Konstantin spielt aber immer noch eine große Rolle: „Er ist im Wappen der Gemeinde Krems“. Somit ist er ein stolzes Wahrzeichen der Region, das man im Rahmen von Führungen besuchen kann.

02.07.2020, red, kaernten.ORF.at

Link:
Der letzte seiner Art: Hochofen Konstantin
 

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#8
Ein weiterer steht gar nicht so weit weg östlich des Katschberg in Bundschuh (Hochofenanlage Bundschuh mit angeschlossenem Museum)
Auch wenn sich der Hochofen in Bundschuh auf der Salzburger Seite im Lungau befindet, ist auch rein auf Kärnten zutreffend die ORF-Aussage "Der letzte seiner Art" nicht richtig! Die Anlagen in Heft bei Hüttenberg haben zwar ein etwas anderes Aussehen, der Hochofen in Hirt (gegenüber der Brauerei) ist jedoch von der gleichen Bauform!
 
#9
Auch wenn sich der Hochofen in Bundschuh auf der Salzburger Seite im Lungau befindet, ist auch rein auf Kärnten zutreffend die ORF-Aussage "Der letzte seiner Art" nicht richtig! Die Anlagen in Heft bei Hüttenberg haben zwar ein etwas anderes Aussehen, der Hochofen in Hirt (gegenüber der Brauerei) ist jedoch von der gleichen Bauform!
Na wir wissen ja wie der ORF recherchiert. :p
 

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#10
Wechselhafte Geschichte der Burg Griffen

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Das Wahrzeichen der Gemeinde Griffen ist der Schlossberg mit seiner Burgruine. Auch diese Burg gehört wie Vieles andere in Kärnten einst den Bambergern. Im Inneren des Berges liegt außerdem eine Tropfsteinhöhle und außen auf dem Berg sei einigen Jahren ein Klettergarten.

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Sie wurde zwischen 1124 und 1146 erbaut. 1292 besetzte Ulrich von Heunburg bei einem Aufstand gegen den Sohn von König Rudolf die Festung, aber nur bis 1293. 1759 endete die Bamberger Herrschaft. Die Burg wurde der Kärntner Herrschaft einverleibt.

Schutz vor Türken und Ungarn
Im 16. Jahrhundert zu einer richtigen Festung um- und ausgebaut, so Kärnten Guide Elke Bitzan: „Weil die Türken im 15. und 16. Jahrhundert immer wieder in Kärnten eingefallen sind und auch die Ungarn waren Ende des 15. Jahrhunderts in Kärnten. Die Burg konnte damals nicht eingenommen werden.“

MunsCC BY-SA 3.0
Schlossberg Griffen

Die Wehrburg war ein mächtiges Bauwerk, vergleichbar mit den beiden anderen Kärntner Burgen in Strassburg und Landskron bei Villach.
Vom Feind konnte die Burg nicht eingenommen werden, gegen höhere Gewalten war aber selbst die stolze Burg zu Griffen oft machtlos, wie im Jahr 1659: „Wie es oft passiert hat ein Blitzschlag die Dächer der Burg zerstört.“ Im 19. Jahrhundert wurden auch die restlichen maroden Dächer dann eingerissen. Besitzer der Burg nach den Bambergern waren Maria Theresia, die Freiherrn von Helldorf und die Grafen Egger, deren Namen noch heute das bekannte Palais Egger-Helldorf in der Klagenfurter Herrengasse trägt.

Gemeinde Griffen kaufte die Burg
Die Burg drohte zu verfallen. Am Ende des letzten Jahrtausends entschied sich dann die Gemeinde Griffen, helfend einzugreifen: „Um 1999 herum hat die Marktgemeinde die Burg gekauft und beschlossen, dass man die Burg der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte“, so Bitzan. „Der Berg war total verwachsen, man hat die Ruine kaum gesehen. Das wurde alles gerodet, die drei Aufgänge wurden zugänglich gemacht.“

NturpuurCC BY-SA 4.0
Tropfsteinhöhle im Kalk des Schlossberts

Höhle im Krieg wieder entdeckt
Die Tropfsteinhöhle unter der Burg, tief drinnen im Berg, wurde fast vergessen: „Man hat sie erst wieder während des Zweiten Weltkriegs entdeckt, als man auf der Suche nach Schutz vor Luftangriffen war. In den 1950er Jahren hat man sie für Besucher wieder zugänglich gemacht.“ Die Funde in der Höhle konnten sich sehen lassen. Dort lag sehr viel Geschichte verborgen: „Man hat Knochen von eiszeitlichen Tieren gefunden und auch Spuren der ersten Kärntner.“

Anspruchsvoller Klettersteig
Es zahlt sich aus, in den Berg hinein und auch hinauf zu wandern. Neben tiefen Einblicken drinnen und einem weiten Ausblick von oben gibt es zu Ostern noch eine Besonderheit am Schlossberg in Griffen: „Sehr sehenswert ist der Kreuzgang, den sie vor Ostern extra errichten.“ Außen an der Südwestwand des Schlossbergs wurde vor zwei Jahren ein Sport-Klettersteig eingerichtet, der wegen seines großen Schwierigkeitsgrades immer wieder zu Rettungseinsätzen führt.
31.08.2020, red, kaernten.ORF.at

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Wechselhafte Geschichte der Burg Griffen
 

josef

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#11
Die Geschichte des Lendkanals

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Der Lendkanal mitten in Klagenfurt ist eine rund vier Kilometer lange künstliche Wasserstraße, ein Naherholungsgebiet und in manchen Wintern kann man dort auch Eislaufen. Ursprünglich diente er als Transportweg aber auch für Lustfahrten.

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Der Lendkanal erstreckt sich vom Lendhafen bei der Villacher Straße bis zum Lendspitz. Der Name Lend stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen, sagte Elke Bitzan von den Kärnten Guides: „Lände bedeutet Hafen oder Verladeplatz am Wasser.“
Heute wird die Wasserstraße vorwiegend für Freizeitaktivitäten genutzt. Das war nicht immer so.

„Die wenigsten, die dort entlang spazieren oder laufen sind sich dessen bewusst, dass der Lendkanal als Wasserstraße schon im 16. Jahrhundert angelegt wurde. Ab 1527 hat man mit dem Aushub begonnen und eine Wasserstraße für den Transport geschaffen, zum Beispiel für Bau- oder Heizmaterial“, so Bitzan. Wichtig sei auch das Wasser für den Stadtgraben gewesen, den habe es bis 1809 gegeben.

Usser Exi Wikipedia/Scan aus Hansgeorg Prix Klagenfurt einst, 1993
Steinerne Brück um 1880 mit dem Dampfschiff Loretto I.

Stege und Brücken mit Geschichte
Der Lendkanal diente aber auch zum Personentransport: „Auch für Lustfahrten wurde er genutzt. Im 17. Jahrhundert hat Graf Johann von Rosenberg, der Erbauer von Schloss Maria Loretto, hat Kaiser Leopold I. zu so einer Lustfahrt eingeladen. Mit prunkvoll geschmückten Booten ging es zum Lendspitz beim Schloss Loretto. Bei der Rückkehr wurde er mit 25 Kanonen-Salutschüssen von der Villacher Bastei empfangen.“

Johann JaritzCC BY-SA 3.0
Rizzisteg

Wer den Lendkanal schon entlang ging, dem sind sicher auch die vielen Brücken aufgefallen. Jede davon hat ihre eigene Geschichte, so Bitzan: „Die erste ist der Elisabethsteg, der zu Ehren der Kaiserin Elisabeth erbaut wurde. Sie war sogar 1856 selbst da, um den Steg einzuweihen. Der Jergitschsteg ist interessant, der Name kommt vom Begründer der ersten freiwilligen Feuerwehr in Kärnten.“
ORF
Naherholungsraum Lendkanal unter dem Elisabethsteg

Beliebtes Fotomotiv Steinerne Brücke
Dann gibt es noch den Rizzisteg, der nach dem Dichter Vinzenz Rizzi benannt wurde und die Steinerne Brücke, die 1535 aus Bruchsteinen errichtet worden sei, so Bitzan. 1966 wurde sie für den Straßenverkehr erweitert. Die Brücke sei ein beliebtes Fotomotiv, wenn sich der Halbbogen im Wasser spiegle und zu einem Rundbogen werde. Das Aushubmaterial beim Bau des Kanals wurde auf der Nordseite aufgehäuft und ist heute ein beliebter Spazier- und Radweg.

Johann JaritzCC BY-SA 3.0
Jergitschsteg

Dass es den Lendkanal in seiner heutigen Form gibt ist einem verheerenden Brand im Jahr 1518 zu verdanken. Denn zuvor, im 13. Jahrhundert, wollten Heinrich und Albert von Haileck schon einmal den Wörthersee mit der Stadt durch einen Kanal verbinden. Dieser Plan scheiterte damals aber am Widerstand des Klosters Viktring, dem die entsprechenden Grundstücke gehörten.
24.09.2020, red, kaernten.ORF.at

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Die Geschichte des Lendkanals
 

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#12
Hemmaberg-Globasnitz

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Im Mittelalter ist auf dem Gipfel des Hemmaberges eine Wallfahrtskirche erbaut worden. In der mystischen Rosaliengrotte wird seit dem Barock die Pestheilige Rosalia verehrt. Der Name Hemmaberg kommt von der Heiligen Hemma von Gurk. In der Region wurden archäologisch wertvolle Funde gemacht.

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Der Hemmaberg (842 Meter) ist Teil des Karawankenvorlandes und befindet sich am Südrand des Jauntales, westlich von Globasnitz. Gebildet wurde die Erhebung im Tertiär vor zwölf bis 14 Millionen Jahren. An der Nordseite fällt der Hemmaberg steil ab, wodurch er in der Antike nur auf drei Seiten befestigt werden musste.

Meditationspfad und Freilichtmuseum
Seit 2002 befindet sich auf dem Hemmaberg ein Meditationspfad „ad fontes“. Die Ausgrabungen sind als Freilichtmuseum öffentlich zugänglich. Die Mosaike befinden sich im Museum in Globasnitz. Erste Siedlungsspuren auf dem Hemmaberg gibt es von 1.500 und 1.250 v. Christus. Die Siedlung wurde bei einem Brand um 600 n. Chr. im Zuge der slawischen Landnahme zerstört. Zwei Doppelkirchen (westlich und östlich) wurden bei Ausgrabungen entdeckt.

Fotostrecke mit 8 Bildern
Tourismusregion Südkärnten/Riepl
Kirche auf dem Hemmaberg
Tourismusregion Südkärnten/Riepl
Ausgrabungen von oben gesehen

Gemeinde Globasnitz
Rosaliengrotte von außen

Evelyn Hronek
Zugang zur Grotte

Evelyn Hronek
Rosaliengrotte innen

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Übersicht über den Hemmaberg

Tourismusregion Südkärnten
Ausgrabungen mit Kirchenresten

Tourismusregion Südkärnten
Kirche auf dem Hemmaberg

Die westliche Doppelkirche enthält die Gemeindekirche mit rechteckigem Grundriss und diente Eucharistiefeiern. Die zweite Kirche, die Memorialkirche, liegt etwas tiefer. Ein Grab nahe eines Märtyrers galt als Beleg für die Auferstehung. Die Kirche wird daher als Gedächtniskirche bezeichnet, hier wurde ausschließlich die Firmung gespendet. Enthalten ist auch ein Baptisterium (Taufbecken). Die östliche Doppelkirche besteht aus der Gemeindekirche und einer Taufkirche.

Heilige in Marmorschrein gefunden
In der Gemeindekirche der westlichen Doppelkirche wurde 1992 eine Marmorkiste gefunden. Neben den Fragmenten des Schreins wurden ein silberner Fingerring und die Gebeine einer Märtyrerin geborgen. Die Frau hatte einen verheilten Schlüsselbein- und Wirbelbruch, durch den sie gelähmt war. Der Großteil des Schädels und eine Beckenschaufel fehlten. Die Knochenproben ergaben, dass die am Hemmaberg verehrte Frau in der Zeit der frühen Christenverfolgung in der Region gelebt hatte und im 1. oder 2. Jahrhundert verstorben war. Damit ist es sich um „die älteste Heilige Österreichs“.

In der Rosaliengrotte unterhalb der antiken Siedlung entspringt eine Quelle, die der spätantiken Siedlung zur Wasserversorgung diente. Die Quelle ist frei zugänglich, soll besondere Heilkräfte haben, besonders für die Augen. In der Grotte befindet sich die Rosalienkapelle. 1669 wurde in der Grotte die Statue der heiligen Rosalia aufgestellt, die der Superior des Stiftes Eberndorf in Marburg in Auftrag gab.

Pestpatronin Rosalia
1680 versprachen die Pfarrgemeinden von Eberndorf, St. Kanzian, Stein (Jaunstein), St. Veit, Galizien, Sittersdorf und Kappel (Eisenkappel) die Errichtung einer Kapelle, sollte die Region von der Pest verschont bleiben. 1681 wurde die Kapelle in einer Prozession mit 23 Priestern und 1000 Personen eingeweiht. Die Hl. Rosalia wird seit 300 Jahren als Pestpatronin verehrt. Der Sage nach wurde einst ein Kleinkind in die Grotte geworfen, das dort aufgefangen wurde und unversehrt blieb.

Die heutige Holzkapelle wurde nach einem Brand 1926 errichtet. Der Entwurf für die Statue der heiligen Rosalia stammt von Switbert Lobisser, ausgeführt wurde sie vom Südtiroler Bildhauer Stefan Planker, der das Werk mit den Initialen Lobissers signierte.

Vorgängerbau aus 6. Jahrhundert
Im Zuge von Ausgrabungen im Norden und Osten der heutigen Wallfahrtskirche wurde nachgewiesen, dass die heutige Kirche auf einem Vorgängerbau des sechsten Jahrhunderts errichtet wurde. Zudem wurden Gebäudereste gefunden, die römischen Heiligtümern zugeordnet werden können. Überregionale Bedeutung wurde dem Fund im sechsten Grab zuteil. Es handelt sich um einen fränkischen Mann, der an seinem linken Bein mit einer hölzernen Prothese ausgestattet war. Somit gilt der Fund als bisher älteste nachgewiesene Prothese Europas.

Am dritten Sonntag im September findet der Rosalien-Kirchtag auf dem Hemmaberg statt. Hier werden Messen nicht nur in der Wallfahrtskirche, sondern auch in der Gemeindekirche der östlichen Doppelkirche gefeiert.
07.10.2020, red, kaernten.ORF.at
Landessieger: Hemmaberg-Globasnitz
 
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