Parlamentsgebäude Wien I.

josef

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#1
Das Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße wird einer Generalsanierung unterzogen:

https://www.parlament.gv.at/GEBF/PROJ/

Im derStandard ist heute eine Fotostrecke von Räumlichkeiten und Einrichtungen zu sehen, die es nach der Sanierung bzw. Umbau nicht mehr geben wird (-> Artikel-Text..., ich nehme an, es sollte eher lauten - "in dieser Form nicht mehr geben wird..." ):

Im Bauch des Parlaments
23. Juni 2017

Eher unbekannte Plätze des Parlaments, die es demnächst nicht mehr geben wird.
Davon einige Fotos:
Teil 1:

Die ganz alten Belüftungsregler


Die Weichenzentrale der Rohrpostanlage






Lüftungsgänge















fotos: matthias cremer

http://derstandard.at/2000059702684/Im-Bauch-des-Parlaments
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

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#3
Noch einige Fotos aus dem Parlamentsgebäude:

Die letzten Tage vor dem Parlamentsumbau
In den nächsten drei Jahren wird das Parlament generalsaniert. Nicht nur die Technik wird erneuert, auch die Mitarbeiter und Besucher bekommen mehr Platz. Die größten Veränderungen gibt es im Dachgeschoss.


In den Raum direkt unter dem Plenarsaal kommen nur ausgewählte Personen, hier befindet sich das Lüftungssystem. Jeder Abgeordnete wird mit Frischluft versorgt. Gut bei stundenlangen Debatten, sagt Schnell: „Das heißt, von unten wird gekühlte oder geheizte Luft in den Saal hineingedrückt, mit ganz vielen Gittern. Dadurch ist es relativ zugfrei und es steigt durch die normale Thermik auf und wird oben an der Glasscheibe abgesaugt.“




ORF


Durch Glasscheibe die Abgeordneten beobachten
Die Grundidee der Lüftung sei gut, so Schnell: „Sehr gute Raumkonditionen, heute natürlich ein bisschen veraltet - das Prinzip werden wir beibehalten, aber mit Computersteuerung erneuern.“ Gerade bei der Dachkonstruktion über dem Nationalratssaal ist die Patina des 130 Jahre alten Gebäudes zu spüren. Hier finden die größten baulichen Veränderungen statt, erklärt Schnell: „Hier sehen Sie einen jetzt noch hohlen Dachraum, der in Zukunft für Besucher, für Kinder, für Workshops und Führungen genützt werden.“

Die Umgestaltung soll auch für die Abgeordneten Auswirkungen haben, so Schnell: „Von dem Dachraum aus wird man durch eine Glasscheibe in den laufenden Plenarbetrieb hineinschauen können. Und man kann dabei etwas erklären, dass ist natürlich sehr attraktiv.“

Inventar im Plenarsaal wird versteigert
Ein Team von Restauratoren hat das Gebäude untersucht. An manchen Stellen genügt eine Auffrischung, anderorts ist ein größerer Umbau notwendig, erklärt der Vizedirektor des Parlaments, Alexis Wintoniak: „In dieser nachhaltigen Sanierung geht es zunächst um die Beseitigung von Schäden und Mängel. Um die Herstellung des technischen Zustandes, der heute üblich ist. Aber auch in Sicherheitsfragen der Aufrüstung.“

Doch nicht nur technische Änderungen wird es geben, sagt Wintoniak, sondern auch „um die Schaffung neuer Räumlichkeiten und das Heben von Raumpotentialen für den parlamentarischen Betrieb.“ Große Teile des Inventars im Plenarsaal kommen unter den Hammer. Wer einen Teil der Regierungsbank oder einen Abgeordnetensessel sein Eigen nennen will, muss sich allerdings noch gedulden. Momentan wird eine Liste erstellt. Mehrere Museen haben bereits ihr Interesse angemeldet. Der Rest wird versteigert.


Links:

Publiziert am 30.06.2017






















http://wien.orf.at/news/stories/2851944/
 

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#4
Kaiserlicher Fund im Parlament
Im Zuge der Umbauarbeiten im Parlament sind die originalen Samtbehänge für die Loge und den Salon von Kaiser Franz Joseph aus dem Jahr 1883 gefunden worden. Der Kaiser hatte diese Loge nie benutzt.

Gefunden wurden die beiden mit dem kaiserlichen Wappen bestickten Samtbehänge im Keller. Anton Habrich, ein Mitarbeiter des Bau- und Gebäudemanagements, entdeckte bei der Räumung ein Stoffbündel von offenbar beträchtlichem Alter. Anhand von historischen Bilddokumenten konnten sie eindeutig identifiziert werden.


APA/Johannes Zinner
Nationalratspräsidentin Bures und Habrich mit den gefundenen Samtbehängen

Die wertvollen Textilien seien „in erstaunlich gutem Zustand“, sagte Nationalratspräsidentin Doris Bures. Sie weisen keine Beeinträchtigungen durch Schädlinge oder Feuchtigkeit auf. Da sie aber Gebrauchsspuren und kleine Beschädigungen haben, müssen sie fachkundig restauriert werden. Der Öffentlichkeit sollen sie zu besonderen Anlässen präsentiert werden.

Zwei Kaiserbesuche im Parlament
Die Samtbehänge für die Loge und den Salon von Kaiser Franz Joseph I. stammen aus dem Jahr 1883. Franz Joseph benützte die Loge im Historischen Sitzungssaal allerdings nie. Er betrat das Hohe Haus nur zweimal, bei der Gleichenfeier und nach Fertigstellung des Baus.

Die Samtbehänge sind in Schwarz, Rot und Gold gehalten. Die Gestaltung des Kaiserwappens trägt laut Parlament die Handschrift von Theophil Hansen. Die Formsprache knüpfe an dekorative Elemente an, die der Architekt auch in anderen Teilen des Hauses verwendet hat. Das Erscheinungsbild des Wappens zeige das Bemühen, das Parlamentsgebäude einem einheitlichen Gesamtkonzept zu unterwerfen.

Start am 28. August
Die Sanierungsarbeiten im Parlament sollen am 28. August mit Sicherungsmaßnahmen und Abbauarbeiten beginnen. Die eigentlichen Baumeisterarbeiten stehen erst später auf dem Plan.


ORF


Die Arbeiten werden rund drei Jahre dauern. Vor dem Parlamentsgebäude können sich Interessierte im Infopoint „Bau.Stelle“ über die Parlamentssanierung informieren - mehr dazu in Infocenter zur Parlamentssanierung.

Die Nationalratssitzungen werden während der Arbeiten in den Redoutensälen der Hofburg stattfinden. Bei der Sitzung am 13. Juli hat der Nationalrat seine letzte Sitzung im alten Plenarsaal abgehalten. Dieser wird nach der Renovierung des Parlaments merkbar umgestaltet sein - mehr dazu in Letzte Sitzung im alten Plenarsaal.

Link:













Alle Bilder ORF

Publiziert am 23.08.2017 http://wien.orf.at/news/stories/2861908/
 

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#5
Parlament im Dornröschenschlaf
Die Abgeordneten sind ausgezogen, die letzten Umzugskartons abgeholt. Das Parlament am Wiener Ring gehört in den kommenden Jahren den Bauarbeitern. Bevor die Sanierungsarbeiten im Haus am Ring begannen, konnte ORF.at aber noch einen Blick in das Zentrum der österreichischen Demokratie werfen. Hier die Bilder eines Zustands, wie er so nicht mehr kommen wird.

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ORF.at/Roland Winkler
Die Bänke sind abgebaut, die Verkabelung ist aus den Kanälen gezogen. Nur der Adler blieb vorerst: Das Republikssymbol wird nur in Form einer Replik ins Ausweichquartier in den Redoutensälen übersiedeln.


ORF.at/Roland Winkler
Bis zur Sommerpause war der große Plenarsaal im Parlament in Betrieb. Jetzt wird er - wie der Rest des Gebäudes am Ring - generalsaniert.


ORF.at/Roland Winkler
Wenn Stühle sprechen könnten, dann müsste sich immer noch jemand finden, der ihnen zuhört


ORF.at/Roland Winkler
„Hast seit frühen Ahnentagen, hoher Sendung Last getragen“


ORF.at/Roland Winkler
Bis vor wenigen Monaten bot der sich Parlamentspräsidentin noch der Rundumblick über das Plenum


ORF.at/Roland Winkler
Jetzt zeigt sich: Unter der Fassade von Regierungsbank und Parlamentsvorsitz verbirgt sich doch nur Sperrholz


ORF.at/Roland Winkler
Die Ziegel aus der K.-u.-k.-Zeit haben bereits fast ein Jahrhundert überdauert. Sie werden wohl auch im sanierten Saal noch ihre tragende Funktion erfüllen.


ORF.at/Roland Winkler
Ein Überbleibsel aus einer Zeit, als bestenfalls die Uhr am Handgelenk digital war


ORF.at/Roland Winkler
Tageslicht ist überbewertet. Erst recht in einem so gemütlichen, mit dunklem Holz verschalten Kämmerchen.


ORF.at/Roland Winkler
Übersiedeln hieß es auch für den Bundesrat. Der „kleinen Parlamentskammer“ fehlt mittlerweile sogar bereits der Boden.


ORF.at/Roland Winkler
Die Säulenhalle: Treffpunkt für Abgeordnete, Ort für Sektempfänge und Fixpunkt bei Parlamentsführungen. Und momentan Zwischenlager für Hunderte Sessel.


ORF.at/Roland Winkler
Auch zahlreiche andere Möbel warten auf ihren Weitertransport


ORF.at/Roland Winkler
Zwei Flaggen in trauter Zweisamkeit. Die Sitzbank dahinter sieht zwar aus wie ein Einzelstück, ist aber keines.


ORF.at/Roland Winkler
Auch hier steht ein Exemplar des Sitzmöbels. Der Trümmerhaufen war einmal das Pult der Parlamentspräsidentin und ihrer Stellvertreter.


ORF.at/Roland Winkler
Ein Pickerl, das Rätsel aufgibt: Wer ist der Generalplaner? Und was hat das Fragezeichen zu bedeuten?


ORF.at/Roland Winkler
Ein Raum, der es kaum auf Fotos schaffte: In der Parlamentskantine herrschte striktes Fotografieverbot


ORF.at/Roland Winkler
Auch die Klubräume und Büros der Abgeordneten bekam die Öffentlichkeit nicht allzu oft zu sehen


ORF.at/Roland Winkler
Nur Ring und Volksgarten trennen das Parlamentsgebäude von den Ausweichquartieren auf dem Heldenplatz


ORF.at/Roland Winkler
Ein Vorgeschmack auf die Zukunft? Auf jeden Fall ein Blick auf die kommenden drei Jahre. Während das Parlamentsgebäude saniert wird, tagt der Nationalrat im eigens dafür umgebauten Redoutensaal.


ORF.at/Roland Winkler
Wie auch im „echten“ Plenarsaal hat jede und jeder der 183 Abgeorndeten einen eigenen Patz unter Josef Mikls Deckengemälde. Das wird auch noch im Redoutensaal hängen, wenn die Mandatarinnen und Mandatare wieder in ihrem angestammten Saal am Ring sitzen.

Roland Winkler (Bild), Martin Steinmüller-Schwarz (Text), beide ORF.at

Publiziert am 12.09.2017
http://orf.at/ballhausplatz2/stories/2406501/
 

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#6
Parlamentsfiguren müssen abgenommen werden
Für die Generalsanierung des Parlaments müssen die 44 Statuen vom Dach des Parlaments abgenommen werden. Derzeit begutachten Restauratoren den Figurenschmuck, um den sicheren Abtransport gewährleisten zu können.
„Hier wird eine Sichtkontrolle durchgeführt, wo sichtbare Risse zu sehen sind. Es wird angeklopft und geprüft, wo Hohlstellen sind, und dann wird alles dokumentiert für die Ausschreibung“, so Anton Habrich vom Parlament gegenüber „Wien heute“.

Zuletzt wurden die Figuren nach Wiederaufbaus des Parlaments nach dem Zweiten Weltkrieg begutachtet. Anlässlich der aktuellen Generalsanierung ist es wieder so weit. Die Restauratoren müssen überprüfen, in welchem Zustand sich die Statuen befinden. Denn bevor die Kräne und schweren Baumaschinen anrücken, werden die Figuren abgenommen, abtransportiert und konserviert - bis sie nach den Sanierungsarbeiten wieder auf das Dach zurückkehren.



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Fabelwesen und Greifvögel
Der Baumeister des Parlamentsgebäudes Theophil Hansen stellte seinerzeit das Programm für die üppige figürliche Ausstattung selbst zusammen. Jeweils 22 Attikafiguren und eine Vielzahl an Greifvögeln und Fabelwesen bilden den oberen Abschluss der Baukörper der beiden Sitzungssäle. Die Figuren hatten sich dem griechischen Stil des Parlamentsgebäudes anzupassen.


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Das Hohe Haus am Ring ist im Inneren bereits verwaist

Symbole für Menschenliebe und Ausdauer
Die allegorischen Statuen auf der Attika waren nicht als bloße Dekoration konzipiert, sondern haben eine jede für sich Symbolik. Sie verkörpern zum einen Tugenden und Eigenschaften, denen Parlamentarierinnen und Parlamentarier gerecht werden sollten: Ruhe, Ausdauer, Besonnenheit, Begeisterung, Menschenliebe, Klugheit, Mäßigung, Geduld oder Selbstbeherrschung.

Zum anderen sind verschiedene Berufsgruppen, Wirtschaftszweige und Wissenschaften dargestellt. Hier spannt sich ein weiter Bogen von Priestern und Richtern über Techniker und Handwerker bis hin zu Künstlern und Gelehrten, von Ackerbau und Handel über Eisen- und Glasindustrie bis hin zu Fischerei und Schiffbau, von Geographie und Mechanik über Physik und Chemie bis hin zu Archäologie und Astronomie.


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Sanierung dauert vier Jahre lang
Im kommenden Jahr soll es dann mit der 352 Millionen Euro teuren Sanierung so richtig losgehen. Die Abgeordneten und Mitarbeiter müssen bis zur Fertigstellung im März 2021 in den Ausweichquartieren in der Hofburg bleiben - mehr dazu in Parlamentssanierung dauert länger.

Links:
Publiziert am 22.12.2017

Parlamentsdirektion / Michael Buchner


Parlamentsdirektion / Michael Buchner


Parlamentsdirektion / Michael Buchner


Parlamentsdirektion / Michael Buchner


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http://wien.orf.at/news/stories/2885412/
 

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#9
NS-Objekte aus Parlament sollen ins Museum
Im Zuge der Sanierungsarbeiten sind im Parlament NS-Darstellungen, die etwa Adolf Hitler zeigen, gefunden worden. Historiker haben die Objekte untersucht und empfehlen, die Malereien und Büsten einem Museum zu übergeben.
Vergangenen Herbst hatte das Parlament den Fund von vier Malereien, zwei Kopfskulpturen und einem Relief bekanntgegeben. Die Zeithistoriker Bertrand Perz und Verena Pawlowsky von der Universität Wien nahmen die Relikte, die in einem verschlossenen Panzerschrank im Müllraum des Parlamentsgebäudes entdeckt worden waren, unter die Lupe: Es handle sich um „sieben eindeutig aus der NS-Zeit stammende Objekte“, schreiben sie in einem Bericht - mehr dazu in NS-Malereien im Parlament gefunden.


APA/Hans Klaus Techt
Das Parlament wird derzeit saniert, der Adler übersiedelte

Künstler waren zum Teil NSDAP-Mitglieder
Vier der „künstlerischen Objekte der NS-Propaganda“ entstanden laut den Wissenschaftlern nachweislich in der Zeit vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, ein Gemälde entstand kurz danach. Bei den beiden Hitler-Kopfskulpturen lasse sich nicht eruieren, wann sie angefertigt wurden. Die Künstler waren zum Teil NSDAP-Mitglieder, „wahrscheinlich aber jedenfalls Sympathisanten“.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stammen die Darstellungen aus der Zeit, als das Parlamentsgebäude als Sitz des „Reichskommissars für die Wiedervereinigung“ (1938 - 1940) bzw. als „Gauhaus“, also als Sitz der Wiener Gauleitung der NSDAP (1940 - 1945), diente. Im Gebäude am Ring wurden immer wieder nationalsozialistische Objekte gefunden, etwa Dokumente, Fotos, Plakate und Bücher.

Objekte sollen in Archiv oder Museum
Zum weiteren Umgang mit den nunmehr gefundenen NS-Darstellungen stellten sich die Historiker durchaus auch die Frage, ob man sie überhaupt aufbewahren soll oder ob man ihnen damit nicht zu viel Beachtung schenke. Perz und Pawlowsky plädieren aber dafür, die Objekte „in ihrem historischen Wert zu sehen“: Sie könnten für künftige Forschung, aber auch für Ausstellungszwecke von Interesse sein.

„Ihre Vernichtung hätte zudem - jenseits des Aufwandes - auch einen symbolischen Charakter und kann den Vorwurf nach sich ziehen, dass ihre Entsorgung dazu diene, eine unbequeme Geschichte unsichtbar zu machen“, warnen die Wissenschaftler. Es biete sich an, die Darstellungen einem Archiv oder Museum zu übergeben, das in der Lage ist, solche Objekte sachgemäß zu archivieren.


APA/Hans Klaus Techt

Denn vor allem die Gemälde seien in einem Zustand, der eine angemessene Lagerung verlangt - so zerbrösle beispielsweise bei oftmaliger Hantierung die Farbschicht. Als geeignete Institutionen schlagen die Historiker etwa das Haus der Geschichte, das Wien-Museum, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands oder das Wiener Stadt- und Landesarchiv vor.

Konkrete Entscheidung steht noch aus
Wie es mit den NS-Relikten tatsächlich weitergeht, ist noch nicht entschieden. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) werde dazu „eine breite Meinungsbildung mit allen Fraktionen suchen“, hieß es aus dem Hohen Haus gegenüber der APA.

Perz und Pawlowsky waren bereits 2015 von der damaligen Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) beauftragt worden, die Geschichte des Hauses in den Diktaturen zwischen 1933 und 1945 aufzuarbeiten. Ihre umfassende Studie „Inbesitznahmen. Das Parlamentsgebäude zwischen 1933 und 1956“ wird als Publikation im Herbst erscheinen.

Links:
Publiziert am 31.03.2018
http://wien.orf.at/news/stories/2904325/
 

josef

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#10
Der Wappenadler aus dem Nationalratssitzungssaal durfte fliegen...

Parlamentsadler für Restaurierung zerlegt
Die Demontagearbeiten im Parlamentsgebäude laufen auf vollen Touren, nun musste auch der Wappenadler weichen. Der 650 Kilogramm schwere Vogel wurde zerlegt und wird jetzt in Traiskirchen zwischengelagert.
Im Zuge der Generalsanierung müssen vor den eigentlichen Umbauarbeiten im Nationalratssitzungssaal zunächst denkmalgeschützte Bereiche, Einrichtungsgegenstände oder Dekorationen gesichert oder abgebaut werden. Für den Abtransport des Wappentieres musste zunächst die Stahlskulptur noch an der Wand auseinandergeschraubt und in seine vier ursprünglichen Teile zerlegt werden. Mittels Kran wurden diese über den Balkon auf der Schmerlingplatzseite ins Freie gehievt.


APA/Georg Hochmuth

Zu schwer für Redoutensaal
Nach Abschluss der Sanierung soll der Adler wieder an der Stirnseite des neugestalteten Sitzungssaales hängen. Eine Übersiedlung in das Ausweichquartier in der Hofburg kam übrigens nicht infrage, denn er wiegt 650 Kilogramm und hätte nur unter großem technischen und finanziellen Aufwand im Redoutensaal montiert werden können. Das vier mal 2,8 Meter große Wappentier wurde im Zuge des Wiederaufbaus des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg vom akademischen Bildhauer Rudolf Hoflehner entworfen - mehr dazu in Parlamentssanierung: Adler-Kopie für Hofburg.

Wegen der Sicherungs- und Demontagearbeiten wurden nach dem Mobiliar sämtliche Luster und Leuchten abmontiert, ebenso wie die Wandvertäfelung im Sitzungssaal. Als nächstes folgt in den kommenden Tagen der Figurenschmuck auf dem Dach des Parlaments. Hierzu wurde der Zustand der 44 Attikafiguren untersucht.

Link:
Publiziert am14.06.2018











Alle Fotos APA/Georg Hochmuth

Parlamentsadler für Restaurierung zerlegt
 

josef

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#11
Figuren am Parlament werden abgebaut
Im Zuge der Generalsanierung des Parlamentsgebäudes wird diese Woche der Figurenschmuck auf dem Dach abgebaut. Die 44 Attikafiguren ragen über das Gesims hinaus und beeinträchtigen den Einsatzbereich der Baukräne.
Außerdem wird das gesamte Dach - und damit auch der Untergrund der Figuren - neu eingedeckt, teilte die Parlamentsdirektion am Donnerstag mit. Die Figuren werden in der Restaurierungswerkstätte Zottmann in Wien untersucht und gegebenenfalls restauriert. Vor Abschluss des Sanierungsprojekts werden die Figuren an ihren angestammten Platz zurückkehren. Alle Arbeiten werden vom Bundesdenkmalamt begleitet.


ORF

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg abgenommen

Der Entwurf des Figurenschmucks von Architekt Theophil Hansen stammt aus dem Jahr 1878. Hansen wählte historische und mythologische Figuren und gab ihnen Namen wie Ruhe, Ausdauer, Besonnenheit, Kraft, Mut, Klugheit, Mäßigung, Geduld oder Namen von Berufen wie Jagd, Fischerei, Waldbau, Technik, Kunst. Die 44 Attikafiguren sind aus Carrara-Marmor bzw. Kalkstein, jeweils 2,7 Meter hoch und wiegen rund 1,5 Tonnen.

Die 1883 begonnene Aufstellung der Figuren musste unterbrochen werden, da damals das Interesse der Bevölkerung überaus groß war. Deshalb wurden die Werke ausgestellt, bevor sie 1887 endgültig auf dem Dach des Parlamentsgebäudes aufgestellt werden konnten. Beim Wiederaufbau des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1955) wurden die Attikafiguren schon einmal abgenommen.


ORF
Nächster Schritt ist die Öffnung des Daches

Maschinen über geöffnetes Dach
Im Rahmen der Vorbereitung zu den Bauarbeiten wurden nach dem Abtransport des Mobilars im Inneren des Gebäudes bereits umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Auch wurden sämtliche Parkett- und Steinböden herausgelöst sowie alle Lampen und Luster abgenommen. Im Nationalratssitzungssaal wurde die Wandvertäfelung Stück für Stück abgebaut, nummeriert und eingelagert. Außerdem wurde die Glaszwischendecke entfernt.

Als nächster großer baulicher Eingriff steht im Laufe des Sommers die Öffnung des Daches über dem Nationalratssitzungssaal an. Über diesen Weg erfolgt in weiterer Folge der gesamte Zu- und Abtransport der Maschinen und des Baumaterials.















Alle Fotos ORF

Publiziert am 13.07.2018
Figuren am Parlament werden abgebaut
 

josef

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#12
Parlament zurzeit ohne Dach
Die Sanierung des Parlamentsgebäudes in Wien schreitet voran. In den vergangenen Wochen wurde das Dach über dem Nationalratssitzungssaal Stück für Stück abgetragen und der Abbruch der Geschoße darunter in Angriff genommen.
Die Öffnung bleibt in den kommenden Monaten bestehen, über sie wird per Kran Material abtransportiert und angeliefert. Neben dem Problem des Regenwassers, das bisweilen auf die Sitzreihen tropfte, war die Dachkonstruktion des Parlaments auch punkto Tragfähigkeit bereits an ihren Grenzen, hieß es anlässlich einer Baustellenführung. Die Erneuerung ist somit zentraler Teil des Sanierungsprojekts.


Parlamentsdirektion/Thomas Topf
Über dem NR-Sitzungssaal fehlt derzeit das Dach

Lichtdurchlässigkeit durch Schalter
Im Zuge der Generalsanierung wird über den Saal ein neues Glasdach gespannt. 28 Meter Durchmesser und 550 Quadratmeter Fläche wird es haben, aus elektrochromem Glas, bei dem sich die Lichtdurchlässigkeit per Schalter steuern lässt. Die Zwischendecke, die bisher den Blick ins Freie verstellt hat, entfällt.

Dazu kommt ein neues Gästepanorama. Nach der für 2021 vorgesehenen Fertigstellung soll es möglich sein, von dort bei laufender Sitzung das Geschehen im Saal zu beobachten. Die Besuchergalerie im Saal bleibt bestehen. Unter den Sitzplätzen der Abgeordneten wird Raum für ein neues Ausschusslokal geschaffen. Rund 35 Meter beträgt die Höhendifferenz vom künftigen Besucherzentrum im Erdgeschoß zum neuen Dachfirst.

40.000 Quadratmeter Boden neu
Parallel zur Adaptierung des Sitzungssaals steht in nächster Zeit die Arbeit an den Bodenbelägen des Parlaments im Fokus. Insgesamt etwa 40.000 Quadratmeter müssen abgebrochen und inklusive Elektroinstallationen neu verlegt werden. Wie berichtet haben sich im Zuge der Arbeiten gegenüber den Befundungen erhöhte Mengen an Stör- und Schadstoffen gefunden. So wurde beispielsweise zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren in einigen Gebäudeteilen asbesthaltiger Fliesenkleber verwendet.

Eine Änderung hat es mit Ende August in der Projektorganisation gegeben. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat ihre Anteile an der Parlamentsgebäudesanierungsgesellschaft m.b.H (PGSGmbH) vollständig an die Parlamentsdirektion abgegeben und im Gegenzug eine Vereinbarung über „Geschäftsführungs- und Controllingleistungen für die nachhaltige Sanierung des Parlamentsgebäudes“ unterschrieben.

Vergabe von Aufträgen läuft weiter
Damit, so heißt es, nimmt die PGSGmbH ab sofort die Aufgabe des Bestellers ein. Die BIG sorgt als Dienstleister der PGSG vertragsgemäß für die Abwicklung des Projekts auf Basis des bisherigen Planungsstandes. Wie bisher seien die Parlamentsklubs über den Bauherrenausschuss und den Nutzerbeirat auf der Bestellerseite eingebunden, wurde seitens der Parlamentsdirektion betont.

Bezüglich des Vergabeprozesses konnte kurz vor dem Sommer die Ausschreibung der großen Rohbau- und Kerngewerke (Baumeister, Heizung/Lüftung/Klima/Sanitär, Elektroinstallationen) abgeschlossen werden. Für den Herbst ist die Vergabe der Ausbaugewerke (Restaurierung, Maler, Bodenbeläge, Türen und das Glasdach) geplant, womit dann rund 80 Prozent des Bauvolumens beauftragt sein sollen.

Sanierung dauert bis 2021
Die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes sei damit sowohl auf baulicher Seite als auch in Hinblick auf die Vergaben auf einem guten Weg, wurde betont. Planmäßig soll die Sanierung im Frühjahr 2021 abgeschlossen werden. Die per Gesetz fixierte Kostenobergrenze für das Projekt liegt bei 352,2 Mio. Euro - mehr dazu in Der lange Weg zur Parlamentssanierung.

Link:












Alle Fotos des ORF-Beitrages: Parlamentsdirektion/Thomas Topf

Publiziert am23.09.2018
Parlament zurzeit ohne Dach
 

Geist

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#14
Der Bagger im Plenarsaal

Die Arbeiten auf der Baustelle Parlament schreiten seit Jahresbeginn voran. Derzeit sind vor allem Abbruch und Demontage angesagt – Dach gibt es keines mehr. Bearbeitet werden insgesamt rund 70.000 Quadratmeter, etwa ein Drittel davon unterirdisch. Wo vor einigen Monaten noch debattiert wurde, sind jetzt Bagger im Einsatz um Schutt und Schlamm in den Griff zu bekommen.

Online seit heute, 20.21 Uhr

ORF.at/Roland Winkler
Die Kräne vor dem Parlament werden noch länger zum Wiener Stadtbild gehören

ORF.at/Roland Winkler
In den vergangenen Wochen wurde das Glasdach über dem Nationalratssitzungssaal Stück für Stück abgetragen

ORF.at/Roland Winkler
Die Dachkonstruktion des Parlaments war nicht nur in puncto Tragfähigkeit an ihren Grenzen angelangt. Bei stärkerem Regen tropfte regelmäßig Wasser auf die Sitzreihen. Die Erneuerung des Daches ist somit zentraler Teil der Sanierung.

ORF.at/Roland Winkler
So sieht es an dieser Stelle heute aus

ORF.at/Roland Winkler
Mehrere Pumpen sind am Werk, um das dachlose Gebäude von Regenwasser zu befreien

ORF.at/Roland Winkler
Das fehlende Dach ist auch aus logistischen Zwecken notwendig: Baumaterial wird so eingebracht oder abtransportiert

ORF.at/Roland Winkler
Der Plenarsaal dient dabei als zentrales Depot für den Bauschutt aus den umliegenden Gebäudeteilen

ORF.at/Roland Winkler
Bearbeitet werden im Parlament insgesamt 70.000 Quadratmeter, etwa ein Drittel davon unterirdisch

ORF.at/Roland Winkler
Die Wände der Gänge sind während der Bauarbeiten zum Schutz der Stuckaturen verschalt

ORF.at/Roland Winkler
Im Zuge der Arbeiten haben sich Stör- und Schadstoffe in dem Gebäude gefunden: So wurde beispielsweise zwischen den 1970er und 1990er Jahren in einigen Teilen asbesthaltiger Fliesenkleber verwendet

ORF.at/Roland Winkler
Baustelle, so weit das Auge reicht

ORF.at/Roland Winkler
Neue Leitungen und Kabel müssen verlegt und die Erdbebensicherheit des Gebäudes erhöht werden

ORF.at/Roland Winkler
Die Kostenobergrenze der Generalsanierung liegt bei 352,2 Millionen Euro

Parlamentsdirektion/Michael Buchner
Die Skulpturen von dem Dach des Parlaments wurden abtransportiert

Parlamentsdirektion/Michael Buchner
Sie lagern in Außendepots, wo sie während der Sanierung restauriert werden

ORF.at/Roland Winkler
Ein komplett fertiges Dach gibt es erst wieder 2020. Planmäßig soll die Sanierung im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

Bilder: Roland Winkler, ORF.at, Text: red, ORF.at
Quelle: Baustelle Parlament: Der Bagger im Plenarsaal
 

josef

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#15
Neues Parlament: Ideen der Bürger gesucht
Bei der Sanierung des Parlaments wird der alte Besuchersaal durch ein wesentlich größeres Besucherzentrum ersetzt. Dafür sucht man jetzt nach Gestaltungsideen und wendet sich erstmalig an die Bevölkerung.

Das Wissen und die Ideen einer Menschenmenge für ein Projekt zu sammeln nennt man Crowdsourcing. Beim neuen Parlamentsgebäude wird das erstmals in Österreich auf bundespolitischer Ebene angewandt. Konkret sollen die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge zur Gestaltung des neuen Besucherzentrums einbringen. „Das kann von Ideen zur Barrierefreiheit, die man noch nicht bedacht hat, bis zu Digitalisierung reichen“, sagte Thomas Lang von der Stabstelle Crowdsourcing des Parlaments.


ORF
Das Parlament wird seit dem Sommer des Vorjahres saniert
Die Frage, die den Menschen dafür gestellt wird, lautet: „Was soll das neu gestaltete Besucherzentrum unseres Parlaments bieten, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ihr Parlament, seine Arbeitsabläufe und Räumlichkeiten kennenlernen können und wollen?“ Ihre Ideen dazu können die Bürgerinnen und Bürger bis 30. November über die Website des Parlaments übermitteln. Sie müssen sich dazu nur mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren.


Parlamentsdirektion/Thomas Topf

„Ideen, an die man sonst nicht denkt“
In den nächsten Wochen werden dazu auch mehr als 10.000 Personen in Österreich persönlich per E-Mail angeschrieben und zur Aktion aufgefordert. Die E-Mail-Adressen haben die Personen zum Beispiel bei einem Besuch des Parlaments angegeben. „Von dieser sogenannten ‚Crowd‘ erwarten wir externe Ideen, an die man sonst nicht denkt“, sagte Lang. Die besten Einsendungen werden bis Ende des Jahres ausgewählt, öffentlich gemacht und in die Planung eingebunden.

Bevölkerung in Zukunft öfter einbeziehen
Dass es überhaupt möglich ist, die Bevölkerung in diesem Rahmen mitentscheiden zu lassen, ist einem Entschließungsantrag des Parlaments aus dem Vorjahr zu verdanken. Darin hat man eine stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger durch Crowdsourcing, auch auf Bundesebene, festgelegt. In Zukunft soll es dadurch neben dem Parlament auch den Ministerien möglich sein, die Bevölkerung bei Projekten miteinzubeziehen. Das aktuelle Projekt sei eine Neuheit in ganz Europa, betonte Lang.

Antonia Hafner, wien.ORF.at

Link:
Publiziert am 28.10.2018
Neues Parlament: Ideen der Bürger gesucht
 
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