Perchtoldsdorf und sein historischer Marktplatz

#1
Eine kleine Zeitreise in den geschichtsträchtigen Ort, möchte ich mit euch teilen!

Burg Perchtoldsdorf
Die Anfänge der Burg Perchtoldsdorf gehen in das frühe 11. Jahrhundert zurück. Unmittelbar nachdem der Bayernherzog Heinrich der Zänker die Ungarn 991 besiegt und das Umland von Wien wie auch den Alpenostrand besetzt hatte, entstand an der südlichen Abdachung des Wienerwaldes eine Befestigungskette zur Abwehr von Einfällen aus dem Osten. Ein Glied dieser Kette war die Burg von Perchtoldsdorf, eine Turmburg aus Stein, mit Wall und Graben sowie einem Palisadenzaun umgeben. Sie war von einer babenbergischen Dienstmannenfamilie auf dem Hügel über dem heutigen Marktplatz errichtet worden. Dieser Familie gehörte wohl auch der legendäre „Berchtold“ an, der dem Ort seinen Namen gab, in den historischen Quellen aber nicht fassbar ist.
Um diese Turmburg herum entstanden im Laufe der Zeit einige Gebäude aus Holz, die den Herren von Perchtoldsdorf in erster Linie zu Wohnzwecken dienten. 1180 wurde der Bergfried erbaut, der heutige Südturm der Burg. 1250 bis 1270 entstanden Palas und Wohntrakt (dreigeschossig) in reinem Quadermauerwerk sowie ein Torturm mit Zugbrücke.
1340 unter Albrecht II. großzügig ausgebaut, wurde die Burg zu Perchtoldsdorf Witwensitz mehrerer Herzoginnen des habsburgischen Herrscherhauses, die den Perchtoldsdorfern, obschon sie nicht permanent im Ort weilten, im Sog ihrer herrschaftlichen Hofhaltung zu einigem Wohlstand verhalfen. Die bedeutendste für den Ort war Beatrix von Zollern, die Witwe Albrechts III. Deren Sohn Albrecht IV. verlieh Perchtoldsdorf 1400 und 1404 zwei Jahrmarktprivilegien sowie das Recht der Richter- und Ratswahl.
Dem ersten Türkensturm 1529 konnte die Burg, die im Laufe ihrer Geschichte schon mehrmals angegriffen und belagert worden war und nun ihre größte Ausdehnung erreicht hatte, standhalten. Im Zuge der 2. Türkenbelagerung 1683 jedoch wurde sie zerstört. Die Dynamik des Wiederaufbaus nach 1683 schloss die devastierte Burganlage nicht mehr mit ein. Da bald danach die Türkengefahr endgültig gebannt war, verzichtete man auf einen Wiederaufbau. Ende des 18. Jahrhunderts gaben die Verantwortlichen des Marktes die Anordnung, die innere Ringmauer abzureißen und den Graben zuzuschütten. Um die dachlosen Gebäude der Burg kümmerte sich niemand mehr. Vielmehr wurde in der Burg alles Mögliche gelagert, von den Feuerwehrrequisiten bis zu Baumaterialien. Natürlich dienten die Gebäude auch für den seit dem 16. Jahrhundert im Burghof angesiedelten Friedhof.
Endlich, nach fast drei Jahrhunderten Dornröschenschlaf, geschah ein kleines Wunder: Im Zuge eines groß angelegten Revitalisierungsplanes nahmen sich die Architekten Paul Katzberger und Karl Harberger Mitte der 1960iger Jahre der schlafenden Schönheit an und bauten sie zu einer kulturellen Veranstaltungsstätte aus. Damit schufen sie die Voraussetzung für die Entwicklung eines eigenständigen Kulturlebens in Perchtoldsdorf.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts zeichnete sich nach vielen guten Jahren mit großen kulturellen und gesellschaftlichen Burg-Ereignissen ein Auslastungsrückgang ab: Ein Burgsaal ohne Lüftung und Lift, ein Sommerfestspielort ohne Regendach, spärliche Garderoben und ein winziges Pausenfoyer lockten ein verwöhntes Publikum längst nicht mehr hinter alte Burgmauern. Die Trademark der Marktgemeinde war „in die Jahre“ gekommen.
Quelle: Burg Perchtoldsdorf

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#3
Kath. Pfarrkirche hl. Augustinus mit Kirchhof und Figurenbildstöcken:
Spätgotische Hallenkirche ohne Turm, dreischiffiger hochgotischer Hallenchor 1362, Langhaus 1449 geweiht. Am Eingangsbau befindet sich ein spätmittelalterliches Ölbergrelief aus farbig gefasstem Breitenbrunner Kalksandstein, das 2008 restauriert wurde.

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#9
Sämtliche Kirchen und historischen Bauwerke sind in div. Kunstführern gelistet, beschrieben und interpretiert.
Aber es geht nichts über persönliche Besuche (samt Fotodokumentationen)!!
 
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