RAD-Lager Marchegg

H

Harald 41

Guest
#1
Habe vorgestern was in Google Earth gesucht,und zwar die Hunderennbahn in Marchegg,fand sie auch war dorten schon ca.30 jahre nicht mehr,da diese damals einem Freund meiner Eltern gehörte.
Neben der Rennbahn stehen noch heute zwei alte Zollhäuser,ich glaube das eine ist bewohnt und das vordere beherbergt wie ich gestern feststellte Soldaten des ÖBH aus allen Landesteilen zum Schutz der Befölkerung wegen Einbruchs usw...
Als ich einen Soldaten fragte ob er was von einem Lager wüsste verneinte Er und sagt mir das er zwar täglich dorten Joggen gehe aber ihm nichts aufgefallen ist,nebenbei fragte er mich ob ich Roggendorf kenne ich sagte Ja ist aber jetzt entgültig zu Er lachte und sagte das wird immer wieder aufgebrochen.
Soweit sogut genug erzählt.
Ich ging links neben dem Zollhaus ca.100m hinauf als der Weg nach rechts weiterging,und links war eine kleine Ausbuchtung in der Eine Plastikplane lag,plötzlich standen vor mir links und rechts je zwei Pfeiler ca.1x1x2.5m man kann noch die schanieren drauf sehen.
Ging also durch und sah einige Fundamente,die noch gut erhalten waren (bis gestern und fast unberührt):D.
Weiters fand ich etliche Abwasseschächte eine Senkgrube,einige Bunker oder Häuser Ruinen fünf oder sechs Barackenfundamente einen behelfsmässigen Sendeplatz??? stehen drei Sokel beieinander,
Es lagen auch noch etliche verrostete Eisenteile wie ein Ofen dort herum.
Ich sprach noch in Marchegg mit einer älteren Frau und unabhängig davon auch mit einem alten Mann,die mir beide sagten das das ein Gefangenenlager von Hitler im zweiten Weltkrieg gewesen sei.
Mehr konnte ich selbst nicht herausfinden.
Ich kann noch sagen wie ich darauf kam, zoomte mit GE auf die Rennbahn,plötzlich sprangen südlich im Wald drei Blaue Punkte auf als ich einen anklikte stand dort Radlager Marchegg..
So das wars schon,würde mich freuen,wenn jemand mehr dazu weiss.:hopp

LG Harry

PS: Markus könnte das in Geheimprojekte.at unter Marchegg einstellen????

Bilder gibts in einem Album das ich bereits einstellte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Hallo Harry,
war eines von hunderten Lagern (RAD-Lager?), die es im damaligen Reichsgebiet gab.

Manchmal wurden Teile (Baracken) von ursprünglich "reinen" RAD-Lagern auch zur Unterbringung von Fremdarbeitern oder Kriegsgefangenen benutzt. Wenn das so war, dann auch wiederum als Sublager eines Stammlagers wie z.B. Stalag XVIIA Kaisersteinbruch oder Stalag XVIIB Krems-Gneixendorf... Fast jeder größere Industriebetrieb bzw. landwirtschaftliche Gutsbetrieb usw. bediente sich damals zur Substitution der eingerückten Stammbelegschaft am Potential der zwangsrekrutierten Fremdarbeiter und der Kriegsgefangenen!

lg
josef
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#4
... Manchmal wurden Teile (Baracken) von ursprünglich "reinen" RAD-Lagern auch zur Unterbringung von Fremdarbeitern oder Kriegsgefangenen benutzt. Wenn das so war, dann auch wiederum als Sublager eines Stammlagers wie z.B. Stalag XVIIA Kaisersteinbruch oder Stalag XVIIB Krems-Gneixendorf...
Das gab es auch mit KZs. Beispiel:aus dem RAD-Lager in Glau (bei Trebbin) wurde ein Aussenlager des KZ Sachsenhausen.
 
H

Harald 41

Guest
#5
Danke,Danke für die schnell Aufklärung,aber warum gerade in Marchegg dort in der nächsten Umgebung gab es jar gar nichts,oder lieg ich da falsch.
Dacht ich hab was neues entdeckt, schade.
Es ist aber nirgendwo im Netz was zu finden,und ausser einer Gösserdose und aufgewühltem Boden von den Wildscheinen ist dort nichts verunstaltet.
War trotzdem interessant anzusehen.

LG Harry

PS:Habe aus der Gegend noch was recherchiert,kommt aber erst morgen im laufe des Tages.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#6
aber warum gerade in Marchegg dort in der nächsten Umgebung gab es jar gar nichts
Für den RAD gab es dort genug Betätigungsfelder, wie z.B. Bau von Wegen für die Landwirtschaft, Trockenlegung von Sumpfwiesen entlang der March, Dammbauten für den Hochwasserschutz, Forstarbeiten in den Auwäldern und, und und...

Betreffend Kriegsgefangenenlager oder Zwangsarbeiterlager fand ich zu Marchegg nichts offizielles. Kann aber in den letzten Kriegsmonaten durchaus in diese Richtung etwas gegeben haben => Einsatz beim Bau der "Reichsschutzstellung" (Südostwall - SOW)! Da soll es entlang der March noch zu einigen Stellungsbauten gekommen sein: Siehe meinen SOW-Bericht (Teil 1) aus 2003 unter http://unterirdisch.de/index.php?threads/projekt-südostwall-reichsschutzstellung.2373/ wo ich damals schrieb:

Auch am Unterlauf der Thaya, im Raum Lundenburg (Breclav) bis zur Mündung in die March in der nähe von Hohenau, wurden Stellungen gebaut => “Thayalinie“. Die anschließende Reichsgrenze entlang der March bis zu deren Mündung in die Donau sollte auch befestigt werden, aber außer einigen Stellungen bei Grub-Stillfried und Angern konnte bis Kriegsende nichts mehr verwirklicht werden.
Jedenfalls sind die Angaben zu "Gefangenen- und Zwangsarbeiterlager" für mich nicht belegt und daher reine Spekulationen...

lg
josef
 
H

Harald 41

Guest
#7
Hallo Josef;
Dein Bericht ist ja ein Wahnsinn,möchte gar nicht wissen wieviel zeit Du dafür investiert hast super.
Diesen link kannte ich noch gar nicht leider ,werde mir aber demnächst alles in Ruhe durchlesen.
Nochmals vielen Dank,das Gefangenenlager kann ich leider auch nicht bestätigen,kann nur weitergeben was mir die Leute sagten??:gruebel

LG Harry
 
#8
Hallo!
Ein interessantes Gebiet. Komm aus dieser Ecke, und bin in einem dieser Zollhäuser aufgewachsen. Ist mittlerweile auch schon wieder 30 Jährchen her. Mein Großvater der in den 50ern nach Marchegg kam, erklärte mir welche Gebäude wofür verwendet wurden. Scheinbar konnte man das damals noch eindeutig erkennen. Jedenfalls haben wir voriges Jahr im Bereich des Gebäudes welches mein Großvater als Küche bezeichnete eine beträchtliche Anzahl an Scherben sowie Töpfe und eine Ofentüre im Erdreich gefunden. Die Scherben hatten auf dem Boden den Aufdruck "Reichsarbeitsdienst 1942" und wurden unserem Heimatmuseum übergeben.
Im Wald unterhalb des Lagers befinden sich (mittlerweile kaum noch erkennbar) Panzerstellungen und Schützenlöcher in denen in den 80er Jahren noch Helme und Schutzmasken gefunden wurden, in zwei Fällen sogar noch die dazugehörigen Soldaten.
Direkt bei den Zollhäusern befindet sich der sagenumwobene Gscheibte Berg, welchem einiges angedichtet wird (Tumulus usw.). Auf dessem Plateau befindet sich allerdings nur ein Wasserreservoir welches das Barackenlager der Arbeiter für den Hochwasserschutzdamm (193x?) das sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite befand mit Wasser versorgte. Von diesem Lager kann man links neben dem dort stehenden Haus noch einige Fundamente erkennen.
lg,
Moachegger
 
H

Harald 41

Guest
#10
Hallo Herby;
von mir auch ein herzliches willkommen,noch einer aus dem Bezirk Gf.,wie Josef schon sagte aus der NO Ecke bräuchten wir sowiso etwas Verstärkung.
Ist nicht extrem weit für mich aber bin in der gegend von Marchegg auch nicht so bewandert.:D
Wünsche Dir viel spass im Forum.

LG Harry
 

Bunker Ratte

Well-Known Member
#11
Dadurch ich schon einiges der vor Poster über das RAD-Lager Marchegg gelesen habe "in diesem Sinne ein herzliches Dankeschön" wollte ich wissen ob noch Übereste bzw. Ruinen vorhanden sind. Die zwei Betonpfeiler vom Ehemalingen Eingang, konnte man ja kaum übersehen:)auch weitere Ruinenreste kann man gut erkennen:Dim dickicht des Waldes.

Foto12.jpg
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
Oben