Rom: Sensationelle archäologische Funde

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1
SENATORENRESIDENZ
Luxuriöse Stadtvilla aus römischer Zeit entdeckt
Im eleganten Haus aus spät-republikanischer Zeit ist eine Wand mit kunstvollem Mosaik geschmückt

Der größte Schatz dieses Fundes ist ein Mosaik, das eine Wand in einem repräsentativen Raum schmückt
Foto: Ministero della cultura

Seit Jahrhunderten gräbt man auf römischem Boden nach den Schätzen des Altertums – und doch findet man immer noch Außergewöhnliches unter der italienischen Hauptstadt: Forschende vom Archäologischen Park des Kolosseums haben nun einige Räumlichkeiten eines eleganten Hauses aus spät-republikanischer Zeit freigelegt. Das Haus, eine sogenannte Domus, befindet sich an jener Stelle, an der in der Zeit des Kaisers Augustus die Lagerhäuser entlang der Handelsstraße standen, die den Flusshafen am Tiber mit dem Forum Romanum im Stadtzentrum verband.


Eine der Wände in der Villa aus der spät-republikanischen Zeit.
Foto: Ministero della cultura

Mehrere Stockwerke
Einige Wandstrukturen der Wohnung waren bereits 2018 freigelegt worden. Zwischen den Lagerhäusern und den Hängen des Palatinhügels erstreckt sich das Haus über mehrere Stockwerke, die in Terrassen gegliedert sind. Sie sind das Ergebnis einer Schichtung von mindestens drei Bauphasen, die zwischen der zweiten Hälfte des 2. und dem Ende des 1. Jh. v. Chr. datieren. Die um einen Garten verteilte Anlage weist einen Hauptsaal auf und einen Festsaal auf, der während der Sommersaison genutzt und ursprünglich durch Wasserspiele belebt wurde.


Ein Ausschnitt des Mosaiks in der Senatorenvilla.
Foto: Ministero della cultura

Das Besondere an der Entdeckung ist eine außergewöhnliche Wandverkleidung in einem der Räume: Ein Mosaik, das nach Meinung der Archäologen wegen der Komplexität der dargestellten Szenen seinesgleichen sucht. Das Mosaik wurde aus den Schalen verschiedener Muschelarten, ägyptischen blauen Mosaiksteinen, kostbarem Glas, winzigen Plättchen aus weißem Marmor und anderen Gesteinsarten wie Travertin zusammengesetzt und zeigt eine komplexe Abfolge von Szenen. In einem angrenzenden Empfangsraum brachten die Archäologen eine weiße Stuckdecke mit Landschaften und Figuren von höchster Qualität ans Licht.


Eine Nahaufnahme zeigt, welche Materialien der Künstler für dieses Mosaik verwendet hat.
Foto: Ministero della cultura

Senatoren-Domus
Die Domus gehört zu den Residenzen der römischen Senatorenfamilien im nordwestlichen Bereich des Palatins. "Es handelt sich um eine außergewöhnliche Entdeckung, die ein authentisches Juwel ans Licht bringt. Nach Abschluss der Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten wird die Domus zu den neuen Besucherrouten hinzugefügt, die in den letzten Jahren eröffnet wurden und die das vielfältige kulturelle Angebot des Archäologischen Parks des Kolosseums ausmachen", betonte die Leitung des Archäologische Parks des Kolosseums.
(red, APA, 12.12.2023)
Luxuriöse Stadtvilla aus römischer Zeit entdeckt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#2
FUND IN ROM
Prachtvolles Mosaik einer Therme an der Via Appia Antica entdeckt
Kunstwerk aus schwarzen und weißen Kacheln bedeckte einst einen weitläufigen Raum
Die Via Appia Antica in Rom ist eine Straße, die etwa dem Verlauf der historischen Via Appia der alten Römer folgt. Angesichts der zahlreichen historischen Bauten, Ruinen und Grabmäler entlang der Straße gilt die Via Appia Antica gleichsam als das längste Museum der Welt. Ein aktueller Fund hat dieses Museum nun um ein weiteres Exponat bereichert: Bei archäologischen Grabungen im Gebiet von Capo di Bove an der Via Appia Antica haben Forschende ein großes Mosaik entdeckt.


Herzstück des Ausgrabungskomplexes ist eine Thermenanlage aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.
Foto: Parco archeologico Appia Antica

Nahe des Mausoleums der Cecilia Metell
Das Mosaik besteht hauptsächlich aus schwarzen und weißen kleinen Quadraten und bedeckte ursprünglich einen weitläufigen Raum eines Gebäudes. Das Areal, in dem die Ausgrabungen nach einer mehr als 20-jährigen Unterbrechung zuletzt wieder aufgenommen wurden, befindet sich etwa 500 Meter vom Mausoleum der Cecilia Metella entfernt, einem Wahrzeichen der altrömischen Straße.

Herzstück des Komplexes ist eine Thermenanlage aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die in den folgenden Jahrhunderten verändert und erweitert wurde, teilten die Leiter des archäologischen Parks mit. Die Ausgrabung ist Teil eines größeren Projekts zur Neugestaltung des Gebiets Capo di Bove.


Das schwarz-weiße Mosaik bedeckte einst den Boden eines großen Raumes in einer Therma an der Via Appia
Foto: parco archeologico Appia Antica

Herkules wird genauer untersucht
Die überraschendste Entdeckung des Jahres 2023 auf der Via Appia Antica war eine Herkules-Statue. Sie wurde bei Arbeiten an der Kanalisation auf einer Tiefe von 20 Metern gefunden. "Wir haben die Statue nun in einen von unseren Lagerräumen gebracht und prüfen verschiedene Hypothesen, um seine Herkunft und Datierung zu rekonstruieren", betonte die Archäologin Federica Acierno, Entdeckerin der Statue.

Die rund 540 Kilometer lange Römerstraße war eine der wichtigsten Handelsstraßen des römischen Reiches. Sie führte von Rom zum Adria-Hafen Brindisi, in der Antike der wichtigste Hafen für eine Reise nach Griechenland und bedeutendster Umschlagplatz für Waren und Sklaven aus dem Orient. Italien bemüht sich um die Anerkennung der Via Appia als UNESCO-Welterbe.
(red, APA, 27.12.2023)

Prachtvolles Mosaik einer Therme an der Via Appia Antica entdeckt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Ausgrabungen
Herkules-Schrein angefüllt mit Bronzestatuetten in Rom entdeckt
Forschende fanden mehrere Figuren des antiken Helden, Terrakotta-Gegenstände und große Wasserbecken mit eindrucksvollen Grabbauten

Das Grabungsgebiet war einst offenes Land. Heute ist es ein schlammiges Areal am Rand von Rom. Der ehemalige Park war lange vernachlässigt worden und wird heute von einer stark befahrenen Straße sowie Wohnblocks aus den 1970er-Jahren begrenzt.
Italienisches Kulturministerium

Archäologinnen und Archäologen haben in Rom einen dem Herkules geweihten Kultschrein mit Bronzestatuetten des antiken griechischen Helden entdeckt. Eine der Figuren zeigt den nackten Herkules mit einer massiven Keule in der einen Hand und dem Fell eines Löwen in der anderen – eine ikonische Darstellung des Halbgottes.

Die archäologischen Arbeiten auf dem rund vier Hektar großen Gelände in der Via di Pietralata im Osten der Stadt begannen im Jahr 2022 und nähern sich nun ihrem Abschluss. Zwar ist das Gebiet für eine bauliche Entwicklung vorgesehen, doch die archäologischen Überreste sollen dauerhaft erhalten bleiben.


Eine der entdeckten Bronzefiguren zeigt einen nackten Herkules, der mit der einen Hand eine schwere Keule schwingt und in der anderen das Fell eines Löwen hält.
Italienisches Kulturministerium

Sechs Statuetten
Insgesamt kamen bei den Grabungen sechs Statuetten zutage, von denen mindestens drei Herkules darstellen dürften, der in der Antike vor allem für seine übermenschliche Kraft verehrt wurde. Die nur rund zehn Zentimeter hohen Figuren wurden aus dicken Schlammschichten geborgen, die die Überreste eines Heiligtums aus dem 2. Jahrhundert vor Christus bedeckten. Herkules war zur Zeit der römischen Republik Gegenstand eines weit verbreiteten Kults.

Neben den kleinen Statuen legten die Forschenden Terrakottaobjekte in Form von Füßen, Beinen, Köpfen und Armen frei. Dabei handelt es sich vermutlich um Votivgaben, die Menschen den Göttern darbrachten, wenn sie an Beschwerden an den entsprechenden Körperteilen litten. Ebenfalls gefunden wurden weibliche Tonfiguren sowie zwei kleine Statuetten von Ochsen.


Am Fundort legten die Forschenden auch Terrakotta-Objekte in Form von Füßen, Beinen, Köpfen und Armen frei. Sie wurden vermutlich als Votivgaben von Menschen dargebracht, die an Krankheiten oder Beschwerden an den jeweiligen Körperteilen litten.
Italienisches Kulturministerium

Uralte Quellen
Nur wenige Meter vom Heiligtum entfernt stieß die Archäologengruppe auf eine römische Straße aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Beiderseits dieser Straße entdeckte sie zwei große Wasserbecken, die ihrer Einschätzung nach für kultische Rituale genutzt wurden. Gespeist wurden die Becken von Quellen, die bis heute aus dem Boden sprudeln, über das Gelände fließen und weite Teile der Grabungsfläche in zähen Schlamm verwandeln.

"Die Becken wurden angelegt, um Wasser zu sammeln, aber wir glauben, dass sie auch eine rituelle Funktion im Zusammenhang mit dem Herkuleskult hatten", sagte Fabrizio Santi, leitender Archäologe der Ausgrabung. "Herkules war eine Gottheit, die eng mit der Viehwirtschaft verbunden war. Er war in Mittelitalien sehr beliebt. Der Fundort liegt ganz in der Nähe der Via Tiburtina, einer antiken Straße, die zum Treiben von Schafherden und anderem Vieh genutzt wurde. Sie führte in die Stadt Tivoli – von den Römern Tibur genannt –, wo sich ein bedeutender Herkulestempel befand."

Am Grund der heiligen Becken fanden die Archäologinnen und Archäologen außerdem antike Krüge, die vermutlich für rituelle Trankopfer mit Wein verwendet wurden. "All diese Funde sind von außergewöhnlicher Bedeutung", betonte Santi.


Die großen Becken wurden von Quellen gespeist, die dort noch heute aus dem Boden sprudeln.
Italienisches Kulturministerium

Beeindruckende Grabmäler
Über den Wasserbecken erheben sich zwei eindrucksvolle Grabbauten, die aus vulkanischem Tuffstein gehauen wurden und aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammen, also aus der Zeit der römischen Republik. Die beiden Wasserbecken erinnern mit ihren gepflasterten Zugangsrampen an große moderne Schwimmbecken – doch zum Baden waren sie nicht gedacht. Zur Datierung des Areals trugen Bronzemünzen aus dem 2. und 3. Jahrhundert v. Chr. bei, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden.

In einem der Gräber befindet sich ein großer Sarkophag, der wahrscheinlich die Gebeine eines wohlhabenden Grundbesitzers oder Aristokraten beherbergt, der in der Gegend ein Landgut besaß. Daneben fanden sich drei steinerne Urnen, von denen eine die verbrannten Überreste einer jungen Frau enthielt, die zum Zeitpunkt ihres Todes etwa 20 Jahre alt gewesen sein dürfte.


Eines der beiden Grabmäler nahe der antiken Straße Via Tiburtina.
Italienisches Kulturministerium

Schädel mit Eingriffsspuren
Im zweiten Grab stießen die Forschenden auf die Überreste eines männlichen Schädels, der Spuren eines chirurgischen Eingriffs aufwies – offenbar war dabei ein bohrähnliches Instrument zum Einsatz gekommen.

Die Ansammlung bemerkenswerter Entdeckungen stammt aus einem unscheinbaren, schlammigen Areal am Rand von Rom. Es handelt sich um einen ehemaligen Park, der lange vernachlässigt worden war und heute von einer stark befahrenen Straße sowie Wohnblocks aus den 1970er-Jahren begrenzt wird. Ungewöhnlich ist der Fundort vor allem deshalb, weil er nicht im historischen Zentrum Roms liegt, sondern in der heute zersiedelten Peripherie, die vor 2000 Jahren offenes Land mit landwirtschaftlichen Gütern war.
(tberg, APA, 15.1.2026)
Herkules-Schrein angefüllt mit Bronzestatuetten in Rom entdeckt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
Unter künftigem Studentenheim
Antike Gräber der Ostiense-Nekropole bei Bauarbeiten in Rom entdeckt
Forschende legten gemauerte, reich dekorierte Grabstätten und einfachere Erdgräber auf dem Gebiet der Basilika Sankt Paul frei. Die Funde sind außergewöhnlich gut erhalten
In Rom genügt oft schon ein herkömmliches Bauprojekt, um auf Spuren der Antike zu stoßen. Unter Straßen und Höfen liegen Schichten aus Jahrtausenden, die bei Erdarbeiten annähernd täglich ans Tageslicht kommen. Das lange historische Erbe der Stadt macht solche Funde zu einer wiederkehrenden Begleiterscheinung moderner Stadtentwicklung.

Das zeigte nun auch ein Fund an der Via Ostiense: Bei Ausgrabungen auf einem Baugelände für die Errichtung eines Studentenwohnheims im Gebiet der Basilika Sankt Paul außerhalb der Mauer ist eine große antike Begräbnisstätte entdeckt worden. Das Areal mit gemauerten, dekorierten Grabstätten und Erdgräbern ist außergewöhnlich gut erhalten, teilte das Kulturministerium in Rom mi


Die Dekoration der kaiserzeitlichen Grabgebäude ist außergewöhnlich gut erhalten.
Ministero della Cultura

Kaiserzeitliche Grabgebäude
Bei den von der Archäologin Diletta Menghinello geleiteten Ausgrabungen kam in etwa einem Meter Tiefe ein Komplex aus fünf kaiserzeitlichen Grabgebäuden mit quadratischem Grundriss und Gewölbedach zum Vorschein. Die Gebäude sind in Nordost-Südwest-Richtung ausgerichtet und werden von zwei kleineren Strukturen flankiert. Ein sechstes Gebäude, das senkrecht zu den anderen angeordnet ist, deutet zusammen mit weiteren Raumresten darauf hin, dass der Komplex um einen Innenhof gruppiert war.

Nach Angaben Menghinellos handelt es sich vermutlich um sogenannte Kolumbarien – Grabkammern mit Nischen für Urnen mit Asche der Verstorbenen. Obwohl sich die Ausgrabung noch in einer frühen Phase befindet, sind bereits reich verzierte Wandmalereien mit Streifen- und Pflanzenmotiven, Stuckarbeiten sowie Nischen mit Figuren der römischen Totensymbolik – etwa betende Gestalten oder geflügelte Siegesfiguren – zu erkennen. Weitere Funde wie Grabbeigaben, Inschriften oder Mosaikböden könnten bei fortgesetzten Untersuchungen ans Licht kommen.


Die Funde kamen bei Bauarbeiten zur Errichtung eines Studentenwohnheims an der Via Ostiense an Licht.
Ministero della Cultura

Nekropole aus der Spätantike
In einem Bereich näher an der Via Ostiense wurden zudem in größerer Tiefe eine apsidenförmige Halle und ein weiterer großer Raum mit Resten eines Mosaikbodens entdeckt. Beide Strukturen bestehen aus Ziegelmauerwerk; ihre Funktion soll durch weitere Untersuchungen geklärt werden. In spätantiker Zeit entstand hinter dem monumentalen Grabsektor eine wesentlich einfachere Nekropole.

Diese ist durch eine lange Mauer aus Tuffsteinblöcken getrennt und besteht aus einfachen Erdgräbern mit wenigen Beigaben, die dicht übereinander angelegt wurden. Die Funde gehören zur weitläufigen Nekropole entlang der Via Ostiense, die sich vom späten republikanischen Zeitalter bis in die Spätantike entwickelte.


Zu den wichtigsten Funden zählen kleine Ädikulä mit Figuren der römischen Grab-Symbolik. Darunter finden sich Darstellungen von Oranten – betenden Frauengestalten – sowie geflügelte Viktorien; beides Bildmotive, die eng mit der Hoffnung auf Transzendenz und den Triumph über den Tod verknüpft sind
Ministero della Cultura
Weitere Untersuchungen

"Die Ostiense-Nekropole, eine der größten des antiken Rom, liefert uns ein weiteres bedeutendes Zeugnis", erklärte Kulturminister Alessandro Giuli. Der Fund soll jetzt untersucht und ausgewertet werden, ohne dass das Projekt eines neuen Studentenwohnheims gestoppt werden müsse. Das archäologische Areal soll künftig auch für Besucher zugänglich sein.

Die Leiterin der Sonderaufsichtsbehörde für Rom, Daniela Porro, betonte, der Fund bestätige erneut die außergewöhnliche Komplexität des archäologischen Erbes der Stadt, das auch bei städtebaulichen Veränderungen immer wieder zum Vorschein kommt. "Die Qualität der Strukturen, die Organisation der Räume und der reiche Dekorschmuck bieten wichtige Möglichkeiten für weitere wissenschaftliche Untersuchungen", so Porro. (red, APA, 5.3.2026)
Antike Gräber der Ostiense-Nekropole bei Bauarbeiten in Rom entdeckt
 
Oben