"Rucksackbomben" (A-Bomben) in Österreich

josef

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#2
Wer weiß etwas von amerikanischen Einlagerungen von den sogenannten Rücksack-A-Bomben in Österreich - speziell im Grenzbereich!
mfg Fred
Hallo Fred,
interessante Frage!

Derartiges ist mir innerhalb der österreichischen Staatsgrenzen nicht bekannt! Gerüchteweise jedoch bei euch in Bayern => "Flint-Kaserne" Bad Tölz?

Die von den Amis (und auch Briten) angelegten Waffendepots in Österreich enthielten "nur" normale Infanteriewaffen...

lg
josef
 
V

Virago

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#3
Rücksack-A-Bomben

Hallo !
Was bitte versteht man unter Rücksack-A-Bomben?
Hab ich mein Leben lang noch nicht gehört,
kann mir da wer helfen ?
Gruß
Virago
 

josef

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#5
TV-Beitrag...

Vorhin liefen gerade bei ZDF-Info einige Beiträge der Serie "Geheimnisse des Kalten Krieges". Dabei wurde neben den "Sprengschächten" für herkömmlichen Sprengstoff auch über solche für "Atom-Minen" und kurz über die "Rucksackbomben" berichtet. Diese sollten von 2-Mann Trupps zum Einsatz gebracht werden. Als Ziele waren hauptsächlich Verkehrsbauten vorgesehen (Brücken, Tunnels, Kreuzungen von Straße und Bahn...).
 
#6
Wer weiß etwas von amerikanischen Einlagerungen von den sogenannten Rücksack-A-Bomben in Österreich - speziell im Grenzbereich!
Würde strategisch gar keinen Sinn machen, da Östereich für einen First Strike keine strategische Bedeutung hätte. Ziel eines Erstschlags musste die Überwindung des Rheins als letztes großes Gewässer vor dem Atlantik sein. Zur Sperrung dieses Areals wurden die Atomic Demolition Munition (ADM) entwickelt. Verantwortlich für den Einsatz war die 567TH ENGINEER CO (ADM) HANAU unter dem Kommando des V.(US) CORPS FRANKFURT. Die 141 Minen (Fulda Gap 114 Sprengköpfe und Kinzigtal 27 Sprengköpfe) mit Nuklearsprengköpfen von 01 - 10kT TNT Sprengkraft waren im V-Fall innerhalb 2Stunden an vorbereitete Sprengstellen (Sprengschächte) zu laden. Bekannt auch als "Zebrapaket". Das woanders welche unkontroliert gelagert wurden, dafür waren die Amerikaner bei A-Waffen viel zu paranoid. :D
 

josef

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#8
Würde strategisch gar keinen Sinn machen, da Östereich für einen First Strike keine strategische Bedeutung hätte. Ziel eines Erstschlags musste die Überwindung des Rheins als letztes großes Gewässer vor dem Atlantik sein...
Da geht es nicht wie um die kurzfristige Befüllung/Aktivierung der vorbereiteten Sprengschächte im Fulda Gap usw. mit den A-Minen beim First Strike mit Ziel Rhein-Querung -> Atlantikküste, sondern um die Flanke dieses Szenarios im süddeutschen Raum (Bayern, BaWü...)! Diese Flanke sollte mit WAPA-Verbänden aus den Bereitstellungsgebieten der damaligen CSSR und Ungarn durch das österreichische Donautal/Voralpenland her aufgerollt werden! Siehe dazu die Kartenskizzen hier...

Der Einsatz von "Rucksackbomben" - lt. Film ca. 30kg schwer, leider ist mir die Sprengwirkung nicht bekannt, sollte im Hinterland des Gefechtsfeldes von 2 Mann-Trupps gegen Verkehrsinfrastruktur eingesetzt werden. Im vorgenannten TV-Film sah man eine Übung bei der die Männer in Taucherkombi aus einem Hubschrauber mit dem "Ei" in ein Gewässer sprangen...

Jedenfalls wäre ein Einsatz von solchen verdeckt operierenden Kleinkampftruppen in Österreich sicher auch möglich gewesen! Nur eine geheime Einlagerung von Rucksackbomben auf österr. Staatsgebiet ähnlich der CIA-Waffendepots dürfte es nicht gegeben haben...
 
Zuletzt bearbeitet:
#9
Da geht es nicht um die kurzfristige Befüllung/Aktivierung der vorbereiteten Sprengschächte im Fulda Gap usw. mit den A-Minen beim First Strike mit Ziel Rhein-Querung -> Atlantikküste, sondern um die Flanke dieses Szenarios im süddeutschen Raum (Bayern, BaWü...)!
Romminger hat aber nach "Rucksack-A-Bomben" gefragt. :D

Diese Flanke sollte mit WAPA-Verbänden aus den Bereitstellungsgebieten der damaligen CSSR und Ungarn durch das österreichische Donautal/Voralpenland her aufgerollt werden!
Für euch Österreicher galten folgende Szenarien als möglich:

• Die Bundesländer Tirol und Vorarlberg als Durchzugsgebiet von NATO-Verbänden beispielsweise zur Sicherung der italienischen Nordostflanke.
• Oberösterreich als Umgehungsraum für Verbände der NATO oder der Staaten des Warschauer Vertrages.
• Der südliche und südostwärtige Raum mit den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Burgenland als Umgehungsraum für ebenfalls beide Seiten von Ungarn nach Oberitalien oder Jugoslawien.
• Für Niederösterreich besteht die Möglichkeit, in beide vorgenannten Umgehungsräume einbezogen zu werden.

In keinem der Szenarien ist ein Einsatz von SADMs wirklich sinnvoll. Sollten je atomare Mittel in Betracht gezogen worden sein, wären taktische Kurzstreckenraketen und/oder atomare taktische Abwurfmunition eher das Mittel der Wahl.Die Ungarn verneinen aber das für ihre Stoßrichtung "Oberitalien" von den Sowjetischen Streitkräften atomare Mittel zur Disposition bereitgestellt waren.

Die Aktenlage ist da auf beiden Seiten dünn, vieles scheint dadurch möglich.

Fakt ist: Eure Neutralität war eure große Schwäche. Das hat man bei der CSSR-Krise 1968 gesehen. Gaben noch bei der Niederschlagung des Ungarnaufstandes 1956 und dem Einmarsch der sowjetischen Kräfte in Ungarn durch die USA, Großbritannien und Frankreich eine konkret formulierte Sicherheitsgarantie für Österreich, waren es 1968 nur noch ein paar vage Formulierungen. Grund: Die NATO hatte die ganzen Truppenmanöver im Vorfeld eher ignoriert und war nicht vorbereitet. Man hatte Rüstungstechnisch das Landheer vernachlässigt und auf Marine und Luftwaffe gesetzt. Dazu war die USA seit 4 Jahren mit einer Menge Logistik und Truppen in Südostasien (Vietnam-Krieg) gebunden. Auch liefen gerade die SALT Verhandlungen.

Das war glaube ich die Geburtsstunde eurer Milizarmee die einen Rahmen von 360.000 Mann erreichen sollte, tatsächlich bis zur Heeresreform 1991 lediglich 240.000 Mann zählte. Durch die Gewissheit allein zu sein, entwarf Armeekommandant Emil Spannocchi ein alternatives Konzept, das er in seinem Buch "Verteidigung ohne Schlacht" publizierte: Die Raumaufteilung. :gut:

In dieser Zeit entstand auch die dazu notwendigen neuen zivilen(Regierungsbunker) und militärischen(elektronische Luftraumüberwachungssytem "Goldhaube") Führungsstrukturen.
 

josef

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#10
Romminger hat aber nach "Rucksack-A-Bomben" gefragt. :D
Ja stimmt, nur :lesen: -> deren Einsatz war durch die Amis bei einem Angriff des WAPA in die oben zitierte NATO-Flanke aus dem Donau-u. Voralpenraum in Österreich nicht auszuschließen!
Für euch Österreicher galten folgende Szenarien als möglich:

• Die Bundesländer Tirol und Vorarlberg als Durchzugsgebiet von NATO-Verbänden beispielsweise zur Sicherung der italienischen Nordostflanke.
• Oberösterreich als Umgehungsraum für Verbände der NATO oder der Staaten des Warschauer Vertrages.
• Der südliche und südostwärtige Raum mit den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Burgenland als Umgehungsraum für ebenfalls beide Seiten von Ungarn nach Oberitalien oder Jugoslawien.
• Für Niederösterreich besteht die Möglichkeit, in beide vorgenannten Umgehungsräume einbezogen zu werden.
Für Niederösterreich (NÖ.) bestand nicht die Möglichkeit mit einbezogen zu werden, sondern wäre mit Teilen von Oberösterreich im Falle des Falles entlang der Donauachse das primäre Durchmarschgebiet der WAPA-Truppen aus Ungarn und der CSSR Richtung Grenzraum Inn/Salzach gewesen!
Zur Einhaltung des geplanten Zeitfensters der WAPA-Verbände zur Erreichung der Etappenziele wäre es bei Verzögerungserfolgen durch das Raumverteidigungskonzept des ÖBH wahrscheinlich zum Einsatz von "tactical nuclear Weapons" zuerst vom WAPA gekommen. Zur Abriegelung eines dadurch erfolgten raschen Durchmarsches der WAPA-Truppen durch Ö hätte die NATO dann ebenfalls mit taktischen A-Waffen noch auf Ö - Staatsgebiet reagiert...

Der Einsatz der "Westentschen- A-Waffen" in Form der "Rucksackbomben wäre sicher im großen Szenario nur von sekundärer Bedeutung gewesen...

Siehe dazu:
1. Skizze der Raumsicherungszonen, Schlüsselzonen und Sperrzonen des Raumverteidigungskonzeptes. Die groben Bewegungsrichtungen aus H und CSSR mit Stoßrichtung D habe ich mit Pfeilen gekennzeichnet. Blau die "Hauptkonfliktszone" in NÖ. und OÖ.

2. Eine damals vom Heeresnachrichtenamt erstellte Bedrohungsskizze, nach Fall des "Eisernen Vorhanges" durch WAPA-Organe/Dokumente in etwa bestätigt!

Karten aus: Manfried Rauchensteiner Hrsg., Zwischen den Blöcken – NATO, Warschauer Pakt und Österreich
 

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#12
Rucksackbomben - Info

Original Übersetzter Text mit Google translate:
Während dieses nuklearen Wettrüstens erwog der Westen Optionen, um seine Dominanz vor Ort im Falle eines bewaffneten Konflikts zu erhöhen. Tragbare Atomwaffen wurden nicht nur zu einer theoretischen Lösung, sondern wurden auch hergestellt und trainiert. "Littlest Boy", klein und seinem Namen treu, war ein Schritt in eine möglicherweise erschreckende Entwicklung der Atomwaffen. Diese neue Waffe trägt auch den Namen "Backpack Nuke", und genau so klingt es. Es wurde gehofft, dass der kleinste Junge mächtig genug sein würde, um eine Schlacht zu gewinnen, aber klein genug, um internationalen Aufschrei zu vermeiden ...
 
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