Salzburger "Stiegl-Bahn" vor Einstellung

josef

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#1
Stieglbrauerei setzt auf LKW statt Eisenbahn
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Auf den Stiegl-Gleisen in Salzburg-Maxglan und Lehen sollen ab kommendem Jahr keine Gütertransporte mehr stattfinden. Der Vertrag der Brauerei mit der Salzburger Eisenbahn Transportlogistik (SETG) läuft Ende Dezember aus, Lastwagen seien flexibler und billiger, sagt Braumeister Christian Pöpperl.
2. Juli 2026, 6.30 Uhr (Update: 2. Juli 2026, 13.30 Uhr)
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Drei bis vier Mal pro Woche sind auf den Gleisen der kleinen Schleppbahn derzeit Lieferungen für die Privatbrauerei unterwegs. Aktuell wird die Strecke ausschließlich von Güterzügen befahren, wäre seit 1988 aber auch für Personenverkehr zugelassen. Seit 1920 ist die Gleisverbindung zur ÖBB-Stammstrecke in Betrieb. Anfangs gehörten Waggons und Lokomotiven der Brauerei selbst, später wurde der Betrieb an die damalige Salzburger Eisenbahn- und Tramway-Gesellschaft (SETG) und Vorläuferin der heutigen Salzburger Eisenbahn Transportlogistik (SETG) verpachtet.

Die Entscheidung auf Lastwagen umzustellen, sei ihm nicht leicht gefallen, da der Transport von Braumalz auf den Schienen mehr als hundert Jahre gelebte Praxis gewesen sei, so Pöpperl. Die LKW-Lieferungen seien aber flexibler, billiger und pünktlicher.

Fotostrecke
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Stiegl-Gleis-Abzweigung von der Bahnstrecke Salzburg-München an der Guggenmoosstraße
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Verschubgleise an der „Endstation“ Stiegl-Brauerei in Salzburg Maxglan, im Hintergrund der Gaisberg
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Ein beträchtlicher Teil des Gleises ist bereits auf Betonschwellen verlegt …
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Eisenbahnunternehmer SETG führt derzeit die Transportfahrten der Privatbrauerei durch
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Lokremise der Brauerei und Verschubgleise in Salzburg-Maxglan
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Was mit den Eisenbahngleisen künftig passieren soll, lässt Stiegl offen – Ideen für Personenverkehr gibt es seit Jahrzehnten

Traditionsreiche Partnerschaft mit Bahnunternehmen
Für das Transportunternehmen SETG fallen so zwar Aufträge weg, Stiegl sei aber nur ein kleines Geschäftsfeld, sagt dazu SETG-Geschäftsführer Günther Pitterka. Was künftig mit den Eisenbahngleisen passieren soll, lässt Stiegl noch offen.

Die Bahnstrecke zwischen den Stadtteilen Lehen und Maxglan ist 3,4 Kilometer lang und seit Jahren immer wieder als Teil des Öffentlichen Nahverkehrs etwa zur Anbindung großer Siedlungen in beiden Stadtteilen im Gespräch. Zuletzt gab es 2024 bei der Planung für die Verlängerung der Lokalbahn (S-Link) Überlegungen das Stiegl-Gleis ins Streckennetz der Salzburger S-Bahn (salzburg.ORF.at; 5.11.2024) einzubinden.

Grüne fordern Nutzung der Strecke für Personenverkehr
Die Stadt-Grünen befürchten, dass mit dem Ende des Güterverkehrs auch die Konzession für die Strecke verloren gehen könnte. Für Verkehrsstadträtin Anna Schiester von der grünen Bürgerliste schwinden damit die Chancen auf eine künftige Nutzung der Stieglbahn für den Personenverkehr.
„Wenn die Gleise einmal nicht mehr befahren werden und diese Infrastruktur nicht mehr genutzt wird, besteht die Gefahr, dass sie verfällt und irgendwann nicht mehr nutzbar ist. Natürlich kann die Stieglbahn nicht von heute auf morgen für den Personennahverkehr genutzt werden. Aber sie bleibt eine langfristige Perspektive. Dazu habe ich bereits Gespräche mit dem Verkehrsministerium und den ÖBB geführt.“

Kritik an Verlagerung des Güterverkehrs
Aus dem Büro von Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) heißt es auf Nachfrage, dass derzeit keine entsprechenden Gespräche laufen. Zudem sei die Strecke in den kommenden 20 Jahren ohnehin nicht für den Personenverkehr nutzbar, da die notwendigen Kapazitäten fehlten. Die Grünen pochen dennoch auf rasche Gespräche mit allen Beteiligten. Die letzten Gütertransporte sollen im Dezember über die Stiegl-Gleise rollen. Kritik kommt auch von der KPÖ: Vertreter der Partei bemängeln, dass die Transporte künftig auf die Straße verlagert werden und dadurch zusätzlicher Verkehr in der Stadt entsteht.
red, salzburg.ORF.at

Links:
Stieglbahn – Wikipedia
Stieglbrauere
SETG

Stieglbrauerei setzt auf LKW statt Eisenbahn
 

josef

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#2
Stieglbahn: Runder Tisch soll Zukunft klären
Land, Stadt und Stiegl wollen im September bei einem runden Tisch über die Zukunft der Stieglbahn beraten. Die Stieglbrauerei gab ja vor kurzem bekannt, den Güterverkehr auf dem Gleis mit Jahresende einzustellen. Nun ist eine Nutzung für den öffentlichen Verkehr im Gespräch.
Online seit gestern 12.07.2026, 18.54 Uhr
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Aktuell werden noch drei- bis viermal pro Woche Braumalz-Lieferungen für Stiegl über das Gleis zwischen Lehen und Maxglan transportiert. Es sei aber günstiger und flexibler, den Güterverkehr künftig per Lkw abzuwickeln, heißt es von der Stieglbrauerei. Daher werde man den Betrieb des Stieglgleises mit Jahresende einstellen. Offen ist, wie die knapp 3,5 Kilometer lange Bahnstrecke künftig genutzt werden soll.

Schnöll: „Wollen alle Möglichkeiten prüfen“
Man sei derzeit in Abstimmung mit der Stadt Salzburg und mit der Stieglbrauerei und lote die Möglichkeiten aus, sagte der Verkehrsreferent des Landes, Stefan Schnöll (ÖVP): „Wir wollen natürlich keine Chance vergehen lassen, aber auch keine Erwartungen schüren, die man nicht befriedigen kann. Es geht darum, sich mit einem Konzept zu überlegen, was mit dem Stiegl-Gleis alles möglich ist.“ Angesichts des engen Budgets sei das umso schwieriger, so Schnöll.

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Die Stieglgleise kreuzen mehrere befahrene Straßen

Öffentlicher Verkehr könnte über Gleise rollen
Die Stieglbahn war in den vergangenen Jahren immer wieder als zusätzliche Trasse für den öffentlichen Personenverkehr im Gespräch. Einfach umsetzbar wäre das allerdings nicht, denn zahlreichen Straßen kreuzen die Stieglbahn. Darunter etwa die Innsbrucker Bundesstraße, eine Hauptverkehrsroute der Stadt.

„Es wäre nicht von heute auf morgen möglich, das ist also immer eine langfristige Perspektive. Von den ÖBB kommt das Signal, das vertieft prüfen zu wollen, wenn auch von Stadt und Land die richtigen Signale kommen“, sagte die Planungsstadträtin der Stadt Salzburg, Anna Schiester (Bürgerliste), dazu.

Kooperative Gespräche mit ÖBB
Die ÖBB, die planen die Zugstrecke nach Freilassing viergleisig auszubauen, zeigen sich dabei kooperativ, was die Anbindung der Stieglgleise betrifft, so Schiester. Sie wolle diese Chance ungern verstreichen lassen. Der viergleisige Ausbau nach Freilassing ist jedoch erst für 2040 geplant – Budget gibt es dafür noch keines.

Auch Radweg ist Option
Sollte das Stieggleis nicht erhalten bleiben, würde man sich über eine andere Nutzung – etwa einen Radweg – Gedanken machen. Das sei derzeit aber kein Thema so Schiester: „Wir versuchen, diese Schiene zu retten. Sollte sich das zerschlagen, werden wir uns Gedanken machen, wie wir die Stadtentwicklung dort vorantreiben können und welche anderen Formen der Verkehrserschließung dort möglich wären.“

Land, Stadt und Stiegl wollen nun im Herbst bei einem runden Tisch über die Zukunft der Stieglbahn beraten.

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13.07.2026, red, salzburg.ORF.at
Stieglbahn: Runder Tisch soll Zukunft klären
 

josef

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#3
Stieglbahn: Riesenchance einer neuen Verkehrsachse in der Stadt Salzburg
Die Stieglbahn ist Salzburgs Riesenchance: Bereits ab 30 Mio. Euro könnte eine neue leistungsfähige Bahnachse entstehen. Mit einer möglichen Verlängerung bis Bad Reichenhall ließe sich zudem eine Lücke für tausende Pendler schließen.
Die Stieglbahn ist die Riesenchance einer neuen leistungsfähigen Verkehrsachse in der Stadt Salzburg. Die Chance liegt darin, dass die Bahn bereits vorhanden ist und nur für den öffentlichen Verkehr adaptiert werden muss. Sie benötigt lediglich neue Haltestellen, deren Platz bereits vorhanden ist, die Elektrifizierung sowie eine Anpassung der Ampelschaltungen an den Straßenkreuzungen.

Gleichzeitig ist die bestehende Bahntrasse ein unschätzbarer Wert. Bahntrassen in dicht bebauten Stadtgebieten sind heute praktisch nicht mehr neu zu errichten. Wer eine bestehende Strecke aufgibt und durch eine Straße ersetzt, verliert diese Schieneninfrastruktur unwiederbringlich. Dabei besitzt die Stieglbahn bereits eine Konzession zur Personenbeförderung und könnte künftig sowohl für den öffentlichen Personenverkehr als auch weiterhin für den klimafreundlichen Güterverkehr genutzt werden.

Der Ausbau bis zur Kendlerstraße ist bereits für rund 30 Millionen Euro zu realisieren. Für weitere rund 250 bis 280 Millionen Euro wäre eine Verlängerung mit einem unterirdischen Lokalbahnhof am Flughafen möglich. Fertig! So preisgünstig wie kaum irgendwo sonst kann eine völlig neue leistungsfähige Bahnachse entstehen. Dazu müsste lediglich das Land Salzburg beziehungsweise die Schiene Salzburg die Stieglbahn von der Stieglbrauerei erwerben. Nicht eingerechnet sind dabei die 14 Zweisystem-Triebwagen der Linzer Lokalbahn, die ab kommendem Jahr frei werden und sich für einen Einsatz auf der Stieglbahn eignen würden. Mit diesen Fahrzeugen wäre sogar eine direkte Weiterfahrt über das ÖBB-Netz bis zum Salzburger Hauptbahnhof möglich.

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Mittleres Bild: Zweisystem-Triebwagen der Linzer Lokalbahn, die ab kommendem Jahr frei werden

Die Bahn durchfährt ein Gebiet mit rund 59.341 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das entspricht in etwa der gesamten Einwohnerzahl der Landeshauptstadt St. Pölten. In den vergangenen Jahren sind entlang der Strecke zahlreiche neue Wohngebiete entstanden beziehungsweise befinden sich derzeit in Entwicklung. Haltestellen wie beim Freiraum Maxglan oder beim neuen Recyclinghof wurden bei den Bauprojekten bereits berücksichtigt, ebenso wurden Bahnsteige im Bereich der Stieglbrauerei mit Bundesförderungen errichtet. Diese Stadtteile benötigen leistungsfähige öffentliche Verkehrsangebote – keine zusätzlichen Straßen.

Dazu kommt noch der Flughafen Salzburg, an dem im Jahr 2025 rund 1,8 Millionen Passagiere abgefertigt wurden. Diese könnten künftig umsteigefrei und direkt mit der Bahn bis ins Innergebirg beziehungsweise in die Tauernregionen oder Richtung Saalfelden und Kitzbühel reisen. Der unterirdische Flughafenbahnhof könnte im Zuge der bereits geplanten Umbauarbeiten am Flughafen gleich miterrichtet werden. Dadurch würde nicht nur die Erreichbarkeit des Flughafens deutlich verbessert, sondern auch dessen zukünftige Entwicklung nachhaltig unterstützt.

Im Rahmen der bisherigen Planungen zur Salzburger Mobilitätslösung war vorgesehen, die Stieglbahn gemeinsam mit der Regionalstadtbahn als westlichen Stadtast in das öffentliche Verkehrsnetz einzubinden. In Kombination mit dem Salzburger Obus-System könnte eine leistungsfähige Querverbindung entstehen, welche den Hauptbahnhof sowie die Innenstadt entlastet und den öffentlichen Verkehr insgesamt deutlich attraktiver macht.

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Auch für den Güterverkehr besitzt die Strecke große Bedeutung. Bund und Land Salzburg fördern derzeit ausdrücklich die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene und unterstützen Anschlussbahnen mit erheblichen Fördermitteln. Eine Stilllegung der Stieglbahn würde genau das Gegenteil bewirken: Güter müssten künftig wieder verstärkt mit Lastkraftwagen transportiert werden. Jeder Güterzug, der entfällt, bedeutet zusätzliche LKW-Fahrten auf Salzburgs Straßen.

Ebenso zeigen zahlreiche verkehrswissenschaftliche Untersuchungen, dass neue Straßen zusätzlichen Autoverkehr erzeugen. Eine Umwandlung der Stieglbahntrasse in eine Straße würde daher mehr Individualverkehr, mehr Lärm und höhere Schadstoffbelastungen verursachen. Hinzu kommt, dass die bestehende Trasse abschnittsweise relativ schmal ist und fraglich erscheint, ob daraus überhaupt eine leistungsfähige Straßenverbindung entstehen könnte.

Europaweit investieren Städte heute in den Ausbau ihrer Schieneninfrastruktur. Zahlreiche ehemals stillgelegte Bahnstrecken werden reaktiviert, weil ihre Bedeutung für eine nachhaltige Mobilität erkannt wurde. Salzburg sollte diesen Weg ebenfalls einschlagen, anstatt eine bestehende Bahntrasse dauerhaft aufzugeben.


Potentialanalyse Stieglbahn - Flughafen

Die Haltestellen der Stieglbahn sind wie folgt vorgesehen: „S-Bahn Guggenmoos“, „Freiraum Maxglan“, „Wirtschaftshof“, „Innsbrucker Bundesstraße“, „Stiegl Getränkemarkt“, „Bergerhof/Lanserhof“, „Volksschule Leopoldskron“, „Kleingartenanlage Kendlersiedlung“ sowie der unterirdische Bahnhof „Salzburg Airport“.

Für rund 300 Millionen Euro erhält Salzburg eine preisgünstige neue Bahnachse mit sehr hohem Verkehrswert und einem Mehrfachnutzen für Bevölkerung, Güterverkehr und Flughafen. Gleichzeitig wird eine bestehende Schieneninfrastruktur gesichert, die in Zukunft kaum mehr neu geschaffen werden könnte. Eine Straße kann auch an anderer Stelle entstehen – eine aufgegebene Bahntrasse kommt hingegen kaum jemals zurück. Gerade deshalb sollte Salzburg diese einmalige Chance nutzen und die Stieglbahn als leistungsfähige Verkehrsachse für kommende Generationen erhalten und weiterentwickeln.

Visionär gedacht könnte die Stieglbahn vom Salzburg Airport über Wals bis zur Staatsgrenze verlängert werden. Im Bereich des Landratsamtes in Bad Reichenhall ließe sich die Trasse direkt an die bestehende Bahnstrecke anbinden. Mit einer Gesamtlänge von rund 9,6 Kilometern würde diese Verbindung eine bedeutende Lücke im grenzüberschreitenden Schienennetz schließen. Dadurch erhielte das Projekt „Stieglbahn“ nicht nur einen deutlich höheren verkehrlichen Nutzen, sondern könnte aufgrund seines grenzüberschreitenden Charakters auch für eine Förderung durch die Europäische Union infrage kommen.

An die werten Redaktionen: Für eine Weiterverbreitung dieser Pressemeldung danken wir Ihnen herzlich.
Text | Verein: Die Rote Elektrische
17. Juli 2026, 07:00 Uhr von A.D.
Bilder | in-motion.me
https://in-motion.me/articles/2026-...ner-neuen-verkehrsachse-in-der-stadt-salzburg
 

Bergwacht9902

Well-Known Member
#4
Sehr schade wenn die Strecke verloren und regelrecht abgehängt wird.
Zumal ich denke das eine einmal abgetrennte Bahnstrecke nach vielen Jahren nur sehr schwer zu reaktivieren ist.
 
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