Sammelthread über Schornsteine

josef

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#1
Inspiriert durch einen ORF-Artikel über einen neuen Schornstein in Klagenfurt eröffne ich einen neuen Sammelthread über Industrieschornsteine!

Die Fabriksschlote waren früher prägende Landmarken in den Industrielandschaften und Ausdruck einer gewissen Wirtschaftspotenz einer Region. Der laufende Strukturwandel weg von den "Dreckschleudern" der Grundstoffindustrie, Umstellung auf umweltfreundliche Energieversorgung und Produktionstechniken sowie der globalen Verlagerung ganzer Industriesparten beschleunigte in den letzten Jahrzehnten den Abschied von der herkömmlichen "Schornsteinindustrie"!

Hier sollen Beiträge über noch bestehende imposante Schornsteinobjekte bzw. deren Verschwinden durch Abbruch, Sprengung usw. eingestellt werden...
Aber auch Neubauten, wie jene in Klagenfurt, sollen dokumentiert werden!
 

josef

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#2
Klagenfurt hat ein neues „Wahrzeichen“
Erstmals seit 1949 ist beim Klagenfurter Fernheizkraftwerk ein neuer Schornstein montiert worden, er ist 85 Meter hoch. Der alte, 69 Jahre alte Schornstein wird nächstes Jahr abgerissen.
Kranführer Karl Berghuber aus Oberösterreich ist Experte für Spezialkräne, die zum Aufbau des neuen Schornsteins gebraucht werden. Bis auf 100 Meter Länge können sie den Arm ausfahren und so auch die 22 Tonnen schweren Elemente des neuen Schornsteins versetzen.


ORF
Der alte und der neue Schornstein

Letzte Woche wurden die 110 Tonnen schweren Teile des Schlots mit vier Lkws durch die Stadt transportiert – mehr dazu in 85 Meter hoher Schlot durch Stadt transportiert.


Stadtwerke Klagenfurt
Transport der Schornstein-Teile

Experten am Werk
Die Montage war Millimeterarbeit. Trotz jahrelanger Erfahrung, „Routine ist gefährlich“, sagt der Kranfahrer. „Man muss immer mit Respekt arbeiten und die Gefahren im Auge behalten.“


ORF
Die Montage ist Millimeterarbeit
Die Monteure kommen aus der Slowakei, sie arbeiten seit Jahren für eine Spezialfirma aus Dänemark, die mit der Montage des neuen Schornsteins beauftragt wurde.


ORF
Der alte Schornstein aus dem Jahr 1949, wird im kommenden Jahr abgerissen. Damit dabei kein Schaden entsteht, wird nun geplant, wie der Schlot abgerissen werden soll.


ORF
Teile des neuen Schornsteins

Sanierung nun abgeschlossen
Der neue Schornstein sei „sichtbarer Abschluss“ der neuen Anlage und eines jahrelangen Prozesses, sagte Stadtwerke-Vorstand Clemens Aigner am Dienstag. Als erste Baustufe erfolgte von 2013 bis 2015 die Sanierung des Fernheizkraftwerkes, der Betrieb wurde auf reinen Erdgasbetrieb umgestellt.

Bis zur Errichtung des Biomasseheizkraftwerkes Ost 2016/2017 stellten das Fernheizkraftwerk und das Biomasseheizkraftwerk Süd die Fernwärmeerzeugung sicher. Seit dem Frühjahr 2017 unterstützt das Biomasseheizkraftwerk Ost die Fernwärmeproduktion und seit Frühjahr 2018 auch das Biomasseheizkraftwerk Nord. Damit produziert Klagenfurt über 80 Prozent des Fernwärmebedarfs aus Biomasse.

Link:
Publiziert am 09.10.2018
Klagenfurt hat ein neues „Wahrzeichen“
 

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#3
Hütte Linz der "voestalpine Stahl GmbH" - ein Schlot der ehemals 2 je 135 m hohen Kamine der Erzaufbereitung wurde abgebaut

Von den ehemals 2, bereits von den "Reichswerken H. Göring" errichteten, Kaminen der Erzaufbereitung-Sinteranlage wurde in den letzten Jahren 1 Schlot abgebaut, der Zeitpunkt ist mir nicht bekannt.

1539171159563.png
Bild aus Mitarbeitermagazin der VÖEST AG 2/61
Werkshafen mit Erzkai, links die Erzaufbereitung mit den Schloten der Sinteranlage, rechts die alte, aus RHG-Zeiten stammende Hochofengruppe

1. - 3. Scann von Dias aus 1977 - Vorabendstimmung vom linken Donauufer zwischen Plesching und Steyregg von der B3 bzw. Bild 3. vom Fuße des Pfenningberges aus mit den beiden 135 m Schloten.
4. - 5. Fotos aus Mitarbeitermagazinen der ehem. VÖEST AG (1972, 1977)


Und nun Bilder mit fehlendem 2. Schlot:

6. - 7. Zoombilder vom Linzer Schlossberg aus (08.05.2018), auf der linken Bildhälfte ist der zwischenzeitlich einzelne Schlot zu erkennen.
8. - 9. Und 2 weitere Zoombilder vom Pöstlingberg...(ebenfalls v. 08.05.2018).
 

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josef

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#4
Linz - ehemaliger Schlot am Gelände der damaligen "Chemie Linz AG" - ehem. "Stickstoffwerke Ostmark"

In der gleichen Dia-Serie aus 1977 wie oben stammen auch 2 Bilder eines heute nicht mehr existierenden Schlotes der Stickstoffwerke/Chemie Linz AG - heute "Chemipark Linz":

1. Der Schlot von der damaligen Zufahrt zur A7 von der Vöest kommend (der untere Teil des Kamins wird von einem auf gleicher Sichtachse stehenden Destillationsturm überdeckt). Die Steyregger-Brücke gab es damals noch nicht und ich musste über die A7 die Donau nach Urfahr queren...
2. Das Gelände der "Chemie Linz AG" vom linken Donauufer aus (B3) mit dem Schlot am rechten Rand.
3. Nochmals das gleiche gescannte Dia-Bild aus 1977, etwas aufgehellt.

Auch bei diesem Schlot ist mir das Datum der Abtragung nicht bekant...
 

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josef

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#6
Kohlekraftwerk Dürnrohr - der höchste Schornstein Österreichs

Am Gelände des ehemaligen "Südwerkes" des Donau-Chemie Komplexes wurde 1987 das als Ersatz für das nicht in Betrieb genommene AKW-Zwentendorf errichtet Kohlekraftwerk Dürnrohr eröffnet. Der gemeinsame Schlot für die beiden Kraftwerksblöcke ist mit 206,5 m der höchste Schornstein Österreichs:

1539257176070.png

Einige weitere Bilder, aufgenommen in verschiedenen Jahren bzw. Jahreszeiten:

1. Der die Donauniederung des Tullnerfeldes dominierende Schlot von den Weinbergen bei Gedersdorf aus gesehen.
2. Das Kraftwerk aus der Gegend um Rust im Tullnerfeld aus.
3. Hier diente die Verbindungsstraße Moosbierbaum - Zwentendorf als Aufnahmestandpunkt.
4. Blick vom "Perschling-Gerinne" nach Westen. Rechts vom Kraftwerk die Anlagen der "Müllverbrennungsanlage Dürnrohr".
5. Die "Müllverbrennungsanlage Dürnrohr" mit 2 Metall-Schornsteinen. Zwischen ab Dezember 2016 wurde ein Jahr lang auch Müll aus Rom in Dürnrohr verbrannt bzw. in Energie umgewandelt...
 

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josef

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#7
Frühere Schlote am Gelände des Kohlekraftwerkes Dürnrohr

Das jetzige Kraftwerk steht, wie vorhin schon geschrieben, am historischen Industriegelände der im WKI errichteten Pulverfabrik "Skoda-Wetzler AG", aus der 1938 das zum damaligen "I.G.-Farben Konzern" gehörende "Südwerk" der Donau-Chemie entstand. Das Werk wurde zur Erzeugung von Flugbenzin ausgebaut und war deshalb 1944-45 schweren Bombenangriffen der Alliierten ausgesetzt. Nach Kriegsende wurden Teile der Erdölraffinerie durch die sowjetische Besatzungsmacht als USIA-Betrieb im Konzern der "Sowjetischen Mineralölverwaltung" (SMV) weiterbetrieben. Nach Abzug der Besatzungsmacht 1955 wurde das Werk Moosbierbaum von der "Österreichischen Mineralölverwaltung" (ÖMV) weiterbetrieben. Nach Ausbau des ÖMV-Standortes Schwechat zur Großraffinerie wurde Anfang der 1960iger Jahre die Raffinerie Moosbierbaum stillgelegt und demontiert. Auf Teilen des übrig gebliebenen Ruinengeländes wurde dann in den 1980iger Jahren das Kohlekraftwerk Dürnrohr errichtet.

Nachfolgend einige Fotos mit Schornsteinen der ehemaligen Raffinerie Moosbierbaum:

1. Schlote der Energiezentrale aus der Zeit der Pulverfabrik. Die Anlage wurde für die Bedürfnisse der Raffinerie umgebaut und erweitert - Aufnahme 1938.
2. Fast das gleiche Bild, die Objekte nun versehen mit Tarnanstrich und leichten Beschädigungen nach einem Bombenangriff - ca. 1944.
3. Schlot mit Destillationsturm der "DORA" - Anlage (-> DOnauRAffinerie)
4. "Skyline" der Raffinerie mit einigen Schloten nach einem Bombenangriff 1944 oder 45.
5. Im Herbst 1972 stehen noch einige Schlote am damaligen Ruinengelände
6. Auch der Schlot der "DORA" - Anlage ist 1972 noch erhalten
7. Überblick über das Gelände mit 5 erkennbaren Schornsteinen - 1972
8. - 9. Sprengung von 2 Schloten zur "Baureifmachung" des Geländes für das Kohlekraftwerk. Es dürfte sich um die auf Bild 7 am linken Rand erkennbaren Objekte handeln.


Bildquellen:
1.-4., 8.-9. Eine mir zur Verfügung gestellte CD von © Richard Richter mit Basisdaten für "Das Werden der Donau Chemie AG (Zwentendorf 2002)" bzw. Bildtafeln im Museum Zwentendorf
5.-7. Gescannte Dias aus 1972
 

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