Schlacht bei Deutsch Wagram 1809

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Black-Adder

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#1
Wie einige vielleicht wissen gab es die berühmte Schlacht von Wagram von Napoleon Bonaparte.
Diese fad direkt in Deutsch-Wagram statt und ich hatte nun das Privileg endlich Karten von der damaligen Zeit zu bekommen =) die sonst nichtmal im Heimatmuseum in Deutsch-Wagram für die Öffentlichkeit zugänglich sind ;)

So warum die Karten... mehrere befreundete Polizisten (die ich vom Reitsport noch kenne) sind ziemlich genervt davon dass hin und wieder Autostopper die Wagramer auf der B8 verrückt machen. Immer wieder sollen Gestalten in alter Armeekleidung am Straßenrand stehen, fährt man hin und hält an, sind die Gestalten weg. Die Exekutive freuen die Anrufe natürlich recht wenig, wenn sie jedesmal ausrücken müssen und dann einen haufen Papierkram haben obwohl man nichts findet ...

Nun hab ich mir die Mühe gemacht, die alten Karten mit den aktuellen Karten von Deutsch-Wagram zu vergleichen und habe herausgefunden dass die Straße an der die Autostopper stehen sollen ein wichtiger Schlachtpunkt in der Schlacht um Wagram waren, da genau dort die Kontrahenten aufeinander trafen.

Leider kann ich die Karten nicht einscannen da sie teilweise auf A3 Papier kopiert wurden =(

Falls aber jemand Lust hat kann er sich die Karten gerne mal ansehen
 
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hebbel

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#3
Klingt lustig. Des Rätsels Lösung, wenn es sich nicht um einen Schabernack handelt, könnten aber z.B. Sondler sein. Gut vorbereitet, oder durch den Sucherfolg geleitet wissen die schon, wo man was finden kann.
Hübsche Geschichte...:D

LG
Dieter
 
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Black-Adder

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#4
Geister? Nööö eher ein dummer Streich ;)

Was mich fasziniert an den Karten, das man richtig schön sieht, was in all den Jahren dazugekommen ist und wie viel Gebäude noch erhalten wurden die letzten Jahrzehnte.
 
B

Black-Adder

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#5
Klingt lustig. Des Rätsels Lösung, wenn es sich nicht um einen Schabernack handelt, könnten aber z.B. Sondler sein. Gut vorbereitet, oder durch den Sucherfolg geleitet wissen die schon, wo man was finden kann.
Hübsche Geschichte...:D

LG
Dieter
Ganz deiner Meinung, grad in dem Wald kann man sich ja dann gut verstecken ... wir waren als Kinder ja auch nicht anders *gg* Hab die Story nur vorab erzählt das ihr euch zusammenreimen könnt wie ich auf die Idee komme mir solche Karten zu besorgen =)
 
#8
Soldatenfriedhof Ulrichskirchen

Hallo !

Ende August 2015 habe ich als ehemaliger Schleinbacher nach 42 langen Jahren (!!) wieder an meine Jugenderlebnisse gedacht und eine Spontan-Fahrt aus dem Gedächtnis unternommen.

Das Ergebnis habe ich auf einigen Aufnahmen für Euch festgehalten.

Eigentlich war ich der Überzeugung dass es sich bei dieser Stelle um den 2. Weltkrieg handelt, ist aber nicht so und deshalb habe ich meinen Beitrag hier angehängt.

Einmal um die Kurve weiterfahren in westlicher Richtung und nach ca. 200 m befindet sich dieser Andachtsort. Als jugendlicher Mopedfahrer befand sich an dieser Stelle nur das kleine Betongebäude mit der Quelle, das Wasser stand damals kristallklar bis zum Rand.

Ich werde mir das im Herbst/Winter nochmals ansehen....

LG.
Ronald
 

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josef

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#10
Skelette von Napoleons Soldaten entdeckt
Bei archäologischen Grabungen im Vorfeld des Baus der Marchfeld-Schnellstraße (S8) sind Überreste der Schlacht bei Wagram entdeckt worden. In dem Gemetzel hatten Napoleons Truppen 1809 die österreichische Armee besiegt.

Nachdem die Österreicher im Mai 1809 bei Aspern bei Wien Napoleon seine erste Niederlage zugefügt hatten, besiegten knapp zwei Monate später die französischen Truppen die österreichische Armee in der Schlacht bei Wagram. Überreste dieses Gemetzels wurden nun bei archäologischen Grabungen im Vorfeld des Baus der Marchfeld-Schnellstraße (S8) entdeckt.


Novetus
80.000 Soldaten starben in der Schlacht bei Wagram zwischen Österreich und Frankreich

Die staatliche Autobahnholding ASFINAG will mit der Schnellstraße eine Verbindung von der geplanten S1 nordöstlich von Wien bis zur Staatsgrenze bei Marchegg schaffen und damit Gemeinden wie Gänserndorf, Strasshof und Deutsch-Wagram (alle Bezirk Gänserndorf) verkehrsmäßig entlasten. Im Vorfeld des für 2019 geplanten Baubeginns wurden entlang der Trasse archäologische Grabungen in Auftrag gegeben, drei Mio. Euro investiert die ASFINAG dafür. Die Grabungen im Vorfeld sollen Unterbrechungen durch archäologische Funde während des Baus vermeiden.

Massengrab, Uniformen und Waffen gefunden
Seit Mitte März graben die zwei beauftragten archäologischen Dienstleister Novetus und Archnet im Gemeindegebiet von Deutsch-Wagram und Parbasdorf und stießen dabei bereits auf Überreste der Schlacht bei Wagram, bei der 300.000 Soldaten von Napoleon und Erzherzog Karl von Österreich aufeinandertrafen. „Wir haben bisher verschiedene bauliche Maßnahmen, vielleicht Unterkünfte oder Stellungen, ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von fünf Soldaten beider Seiten mit erkennbaren Schussverletzungen, Uniformteile, Münzen, Waffenteile und Munition gefunden“, erklärte Alexander Stagl, der gemeinsam mit Slawomir Konik die Grabungen leitet, gegenüber der APA.


ASFINAG
Die Grabungen im Vorfeld sollen Unterbrechungen während des Baus der Schnellstraße vermeiden

Im Laufe des Jahres werden bis zu zehn Archäologen auf einem insgesamt 30 Hektar großen Gebiet graben. Weil das gesamte Marchfeld aufgrund der fruchtbaren Böden und der guten Wasserversorgung schon lange ein beliebtes Siedlungsgebiet ist, rechnet Stagl auch mit deutlich älteren Funden. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf urzeitliche Funde stoßen, ist groß“, sagte der Archäologe. Die bei den Grabungen freigelegten Funde werden laut Stagl dem Niederösterreichischen Landesmuseum übergeben, menschliche Überreste im Naturhistorischen Museum untersucht.

Publiziert am 05.05.2017
http://noe.orf.at/news/stories/2841276/
 

josef

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#12
Archäologie vor dem Straßenbau: Die Grabung am Schlachtfeld Deutsch-Wagram

Funde dieses Austragungsorts der napoleonischen Kriege befinden sich besonders nahe an der Oberfläche
Zwischen 1799 und 1815 versuchte der französische Kaiser Napoleon I. Bonaparte, wiederholt Herrschaft über Europa zu erlangen. Er stürzte den Kontinent in einer Reihe von Kriegen in ein Chaos, das in Brutalität und Blutigkeit nur mehr durch die Weltkriege des 20. Jahrhunderts übertroffen wurde. Das Kaiserreich Österreich unter der Herrschaft von Kaiser Franz I. (II.) war in der gesamten Zeit an den Kriegen beteiligt, das heutige Territorium Österreichs war während der Kriege der Zweiten (1799–1802), Dritten (1805) und Fünften Koalition auch wiederholt Kriegsschauplatz. Die historischen Fakten und Hintergründe dieser Zeit sind gut bekannt. Anders verhält es sich jedoch mit den archäologischen Zeugnissen.

Artefakte der Schlachten wie Waffen, Munition oder auch die Knochen von zahlreichen Schauplätzen der Napoleonischen Kriege kamen bereits seit dem 19. Jahrhundert zumeist durch Bauarbeiten, Heimatforscher, Sondengänger und seltener auch durch archäologische Forschungen zu Tage – im besten Fall finden sich diese heute in Heimatmuseen, häufiger vermutlich jedoch in "Privatbesitz". Eine systematische archäologische Erforschung der Schlachtfelder, wie sich dies in den vergangenen Jahren international als Forschungszweig etablierte, steckt in Österreich jedoch erst in den Anfängen. Neben den Forschungen am Schlachtfeld von Aspern 1809 über das hier im Archäologieblog bereits berichtet wurde, ist es besonders ein neues Projekt im Bereich des Schlachtfeldes von Wagram nordöstlich von Wien, das dies nun vorantreiben möchte.

Archäologischer Glücksfall
Das Schlachtfeld von Wagram liegt direkt entlang der geplanten Trasse der S8 Marchfeldschnellstraße, ein großflächiges Infrastrukturprojekt der staatlichen Infrastrukturgesellschaft Asfinag, mit dessen Bau 2019 begonnen werden soll. Der enorme Umfang des Projektes bedeutet eine deutliche Veränderung des Bodens und der Umgebung. Viele verschiedene Faktoren müssen daher bei der Planung berücksichtigt werden; einer dieser Faktoren ist der Denkmalschutz. Um diesem Rechnung zu tragen, werden seit 2016 archäologische Vorerkundungen durchgeführt; mehrere Verdachtsflächen konnten so definiert werden. Eine Bergung und Dokumentation der archäologischen Zeugnisse, durchgeführt nach den Richtlinien des Bundesdenkmalamtes, sind eine der gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen für das Bauvorhaben. Die Bergung und Dokumentation der archäologischen Funde wird von der Asfinag beauftragt und finanziert.

Ein Glücksfall für die Archäologie – die S8-Trasse verläuft über einer besonders interessanten Fundstelle, dem Schlachtfeld und dem österreichischen Militärlager von 1809.

Verlustreiche Schlacht
Im Februar 1809 erklärte Österreich – in der Hoffnung, Napoleon diesmal besiegen zu können –, einmal mehr den Krieg und begann damit den kurzen, aber ausgesprochen verlustreichen Fünften Koaliationskrieg. Nach mehreren kleineren Schlachten in Süddeutschland erreichte der Krieg einen ersten Höhepunkt mit der Schlacht von Aspern vom 21. bis 22. Mai 1809, in der Napoleon erstmals auf Land besiegt werden konnte.

Die Niederlage der napoleonischen Truppen bei Aspern war zwar ein schwerer Schlag, aber keine endgültige Niederlage. Napoleon war mit seinen Truppen nicht abgezogen, sondern zog sich in die Lobau zurück, um sich neu zu organisieren und zu verstärken. Die militärische Entscheidung sollte am 5. Juli 1809 bei Deutsch-Wagram, wo sich die österreichische Armee unter der Führung Erzherzog Karls in Stellung gebracht hatte, endgültig herbeigeführt werden. Die zwei Tage dauernde Schlacht wurde zur bis dato größten der Napoleonischen Kriege mit insgesamt bis zu 300.000 Soldaten. Erst am Nachmittag des 6. Juli rief Erzherzog Karl zum Rückzug, wenige Tage danach war der Krieg mit dem Vertrag von Schönbrunn für Österreich offiziell verloren. Die Schlacht von Wagram wurde durch die besonders stark zum Einsatz kommende Artillerie eine der verlustreichsten Schlachten der Napoleonischen Kriege. Schätzungen gehen von 40.000 Verlusten auf österreichischer und 34.000 auf französischer Seite aus.

Funde nah an der Oberfläche
Ein Schlachtfeld archäologisch zu untersuchen, bedeutet auch die Grabungsmethodik an die Befundsituation anzupassen. Die Funde am Schlachtfeld von Wagram befinden sich besonders nahe an der Oberfläche. Daher wird vor dem Abtrag der ersten Bodenschicht bereits eine intensive Untersuchung und Kartierung von Artefakten mittels Metallsonde und GPS durchgeführt. Bisher konnten so 8.000 Einzelfunde geborgen und kartiert werden: 2.000 Musketenkugeln, 400 Kartätschenkugeln, Granatsplitter und massive Kanonenkugeln, 1.000 Knöpfe, davon mehr als 300 französische mit Regimentnummern, 500 Münzen vom 16. Jahrhundert bis 1990, Gewehrteile und so weiter.

Die zweite große Kategorie von archäologischen Befunden am Schlachtfeld von Wagram sind die Massengräber, die sich ebenfalls, was bei archäologischen Grabungen eher selten ist, zwischen 20 und 50 Zentimeter unter dem gegenwärtigen Gehniveau befinden. Die 13 bisher dokumentierten Gräber sind einfache, runde und eckige Gruben, in denen zwischen ein und sechs Toten in unregelmäßiger Lage teils am Rücken, teils auch bäuchlings niedergelegt wurden, so dass eher der Eindruck einer hastigen Entsorgung der Toten an den Orten an denen sie fielen als einer regelrechten Bestattung entsteht. Ein solches Vorgehen war auf den großen Schlachtfeldern der Napoleonischen Kriege wohl Usus und wird auch in historischen Schilderungen erwähnt.

Einzigartige Funde aus dem Soldatenalltag
Obwohl auch überliefert ist, dass die Toten vor der Bestattung oft ihrer Uniformen und Ausrüstung beraubt wurden, konnte bei den bisher dokumentierten Soldaten doch eine Reihe von Gegenständen gefunden werden, die sowohl auf Herkunft aber auch Soldatenalltag schließen lassen. Etwa Überreste einer Gamasche mit Knöpfen, ein Taschenmesser mit verziertem Griff aus Bein, ein Beutel mit Kupfer-Münzen oder Glasfläschchen, die möglicherweise Medizin enthielten.

Die sechs Skelette der französischen Soldaten dienten in der sogenannten Armee d’Italie (Regimenter Nummer 1, 8, 52 und 29), acht Bestattete im Zweiten Corps Oudinot (Regimenter Nummer 9, 96, 94 und 23). Durch eine Reihe von Funden kann teilweise bestimmt werden, welche der gefallenen Soldaten zu welcher Einheit gezählt werden können. Diese Bestimmung erfolgt an Hand der Funde, wie zum Beispiel Uniformbestandteile. Sehr wichtig ist es daher – insbesondere bei Massengräbern – auch die kleinsten Fundgegenstände den entsprechenden Individuen zuzuordnen.

Die Grabung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber erste Zwischenergebnisse zum Schlachtverlauf und den gefallenen Soldaten sind bereits möglich. Auf Grund der Lage der Munitionsgegenstände lassen sich Bereiche mit intensiven Kampfhandlungen identifizieren, verlorene Stollen, Hufeisen und Wagenteile lassen auf alte Lagerwege und Infrastruktur, die für die Schlacht genutzt wurden, schließen. Was die Skelette über das Leben und den Tod der Soldaten aussagen können, darüber berichten Michaela Binder und Hannah Grabmayer kommende Woche im Archäologieblog. (Slawomir Konik, Alexander Stagl, 29.3.2018)

Slawomir Konik ist Archäologe und Partner der Novetus GmbH. Er leitet seit vielen Jahren Grabungen in Österreich und Deutschland, insbesondere bei größeren Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbauprojekten. In der jüngeren Vergangenheit hat er sich bei der Entwicklung von schlachtfeldarchäologischen Methoden verdient gemacht.

Alexander Stagl ist Archäologe und Cogeschäftsführer der Novetus GmbH. Hauptaufgaben sind die Organisation und Planung von Rettungsgrabungen und die Erstellung von archäologischen Gutachten im Vorfeld von Bauprojekten.

Zum Thema


  • foto: novetus gmbh/asfinag
    Musketenkugeln zählen zu den häufigsten Funden in den Gräbern.


  • foto: novetus gmbh/asfinag
    Am Schlachtfeld von Wagram bisher einzigartiger Fund von Überresten einer Gamasche mit Knöpfen am Unterschenkel eines Soldaten.

  • foto: novetus gmbh/asfinag
    Auch Zeugnisse des Alltagslebens finden sich immer wieder bei den Soldaten: Taschenmesser mit verziertem Griff aus Bein.


  • foto: novetus gmbh/asfinag
    Bei einem der Soldaten fand sich ein Beutel mit Kupfer-Münzen. Es handelt sich um österreichische Kreuzer (Nominale 1, 9, 15, 30, eventuell auch 6) die vermutlich alle 1807 geprägt wurden.


  • foto: novetus gmbh/asfinag
    Glasfläschchen, die möglicherweise Medizin enthielten, waren ebenfalls unter den Besitztümern der Soldaten.
https://derstandard.at/200007696970...au-Die-Grabung-am-Schlachtfeld-Deutsch-Wagram


 

Bunker Ratte

Well-Known Member
#13
Bei der Heimfahrt vom Kreuttal machte ich einen Abstecher in Pillichsdorf auf den Grabhügel (Tumulus), bei dem ich schon so oft verbeifuhr. Es hatte sich jedenfalls gelohnt, weil ich wusste nicht, dass hier Kaiser Franz 1. die Schlacht um Wagram mit Hilfe eines Teleskops beobachtete!
1809 Von 5. bis 6. Juli tobte die blutige Schlacht bei Wagram zwischen den Truppen Kaiser Napoleons von Frankreich und den österreichischen unter Erzherzog Karl in der Ebene zwischen der Lobau und Deutsch-Wagram. Insgesamt waren über 300.000 Soldaten daran beteiligt, ca. 12.000 von ihnen verloren dabei ihr Leben. Die Niederlage der Österreicher beendete den 5. Koalitionskrieg.In dieser Zeit soll Kaiser Franz I. den Fortgang der Schlacht mit Hilfe eines Teleskops vom Pillichsdorfer Tumulus aus beobachtet haben. Die Föhrenwälder südlich der Ortschaft existierten damals noch nicht – sie wurden erst um 1890 angelegt, um die Flugsandbildung zu verringern – und so hatte der Kaiser freie Sicht.
Quelle: http://www.pillichsdorf.at/Der_Tumulus_aus_der_Hallstattzeit_ca_650_v_Chr_

2.jpg
 

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Geist

Administrator
Mitarbeiter
#14
Bitte immer genau lesen. Da steht nicht, dass er tatsächlich beobachtet hat. So entstehen nämlich aus Eventualitäten Tatsachen und wohin das führt, sieht man ja ..
Aber ansonsten danke für den Beitrag!

In dieser Zeit soll Kaiser Franz I. den Fortgang der Schlacht mit Hilfe eines Teleskops vom Pillichsdorfer Tumulus aus beobachtet haben.
 

Bunker Ratte

Well-Known Member
#15
Bitte immer genau lesen. Da steht nicht, dass er tatsächlich beobachtet hat.
Hallo Geist,
danke, für den Hinweis. Jedoch ist mir die Sache nicht ganz klar? Beziehungsweise weis ich nicht woher die "Quelle" des Gedenksteines kommt!
Da steht zwar nichts von "beobachten" jedoch, so nehme ich an, ein Text der anders zu verstehen ist.
Ich Zitiere:
Von hier aus verfolgte Kaiser Franz 1. mit Hilfe eines Teleskopes den Verlauf der Schlacht von Wagram am 5 und 6 Juli 1809

Lg
Michi
 

Geist

Administrator
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#16
Hallo Geist,
danke, für den Hinweis. Jedoch ist mir die Sache nicht ganz klar? Beziehungsweise weis ich nicht woher die "Quelle" des Gedenksteines kommt!
Da steht zwar nichts von "beobachten" jedoch, so nehme ich an, ein Text der anders zu verstehen ist.
Ich Zitiere:
Von hier aus verfolgte Kaiser Franz 1. mit Hilfe eines Teleskopes den Verlauf der Schlacht von Wagram am 5 und 6 Juli 1809

Lg
Michi
Gut, und was hast du hier zitiert?
 

Geist

Administrator
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#18
Gut, worauf's mir ankommt, steht bereits oben: Bei der Bildung einer Meinung immer unterscheiden zwischen den Aussagen, die belegt sind und solchen, die nur eventuell gewesen sein könnten. Vor allem, wenn's um wichtigere Dinge geht, als ob der Kaiser dort am Hügel stand oder doch am Hügel daneben. ;)
 

josef

Administrator
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#20
Tod, Krankheit, Schmerzen: Das Leben der Soldaten von der Schlacht um Wagram


Fiebernd, von Entzündungen und Krankheiten gezeichnet, standen sie der gegnerischen Armee gegenüber. Für manche Männer war der Tod im Kampf eine Verkürzung ihres Leids
Wer an einem schönen Sommertag schon einmal im Marchfeld war, weiß, wie drückend heiß es hier werden kann. Der sonst so windige Landstrich lässt an den heißesten Tagen höchstens ein laues Lüftchen zu. Erschwerte Bedingungen, wenn man als Anthropologin die Überreste der dort am 5. und 6. Juli 1809 bei der Schlacht von Wagram verstorbenen Soldaten ausgräbt. Noch sehr viel härtere Bedingungen, wenn man im 19. Jahrhundert wochenlang in voller Militärausrüstung mit tausend anderen Männern auf engstem Raum auf den Einzug in die Schlacht wartet. Über die Hintergründe der Ausgrabungen auf dem Schlachtfeld wurde bereits vergangene Woche im Archäologieblog berichtet, diesmal beleuchten wir, welche Informationen die Skelette der Soldaten über ihr Leben und ihren Tod bewahrt haben.

Gezeichnet von den Strapazen
Die von uns geborgenen Überreste sind Zeugen der dort herrschenden widrigen Verhältnisse. Die bis zum heutigen Tag im Bioarchäologielabor des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersuchten Toten zeigen in vielen Fällen Anzeichen von chronischem Vitamin-C-Mangel (Skorbut), starke Entzündungen im Mundraum, die bis in die Nasenöffnungen und in die Nebenhöhlen gewandert sind, massive aktive Abszesse im Kiefer sowie chronische Hirnhaut- und Lungenentzündungen.

Obwohl die meisten Verstorbenen gerade einmal zwischen 18 und 30 Jahre alt waren, zeigen ihre Gelenke bereits starke Abnützungserscheinungen. Die langen Märsche und schweren Lasten, die sie auf ihren Wegen zu tragen hatten, spiegeln sich auch deutlich an ihren Knochen wider. Starke Entzündungen an den Beinen und Füßen konnten bei fast allen Individuen nachgewiesen werden. Zum Teil waren die Mittelfußknochen durch eine zu starke Beanspruchung im Sinne einer Marschfraktur gebrochen, in manchen Fällen sogar mehrmals, da einfach – trotz vermutlich sehr großer Schmerzen – weitermarschiert wurde.

Anders als bei der Schlacht um Aspern, die nur wenige Wochen vor der Schlacht von Wagram stattfand, wurden an den verstorbenen Soldaten zahlreiche Teile ihrer Ausrüstung und ihrer Kleidung gefunden. So konnten wir einige der Individuen als Angehörige der französischen Armee identifizieren und zuordnen, zu welchem Regiment sie gehörten. Da alle bisher untersuchten Skelette zahlreiche Krankheitszeichen zeigen und hinsichtlich des Gesundheitszustands keine deutlichen Unterschiede sichtbar waren, lässt sich daraus schließen, dass die Lagerbedingungen sowohl auf der französischen als auch auf der österreichischen Seite gleichermaßen fürchterlich gewesen sein müssen.

Schussverletzung als häufigste Todesursache
Der Einzug in die Schlacht war daher für viele dieser jungen Männer kein besonders glorreicher. Fiebernd und von zahlreichen Entzündungen und Krankheiten gezeichnet, standen sie der gegnerischen Armee gegenüber. Für einige von ihnen war der Tod im Kampf wohl auch eine Verkürzung ihres Leids, da sie vielleicht ohnehin wenige Tage später an den Folgen ihrer Erkrankungen gestorben wären. Viele Männer verloren an diesen Tagen auf beiden Seiten ihr Leben. Bei den von uns untersuchten Toten konnten sehr häufig durch Musketenkugeln verursachte Verletzungen als Todesursache identifiziert werden, insbesondere im Bereich des Schädels. In einigen Fällen wurde die Kugel sogar noch im Schädel gefunden. Auch stumpfe Kopfverletzungen sowie Schusswunden im Brustraum konnten als Todesursache nachgewiesen werden.

Mit der Kleidung am Leib bestattet
Als die zwei Tage dauernde Schlacht zu Ende war, ließ man die Verstorbenen an Ort und Stelle liegen, wo sie erst Tage später von der einheimischen Bevölkerung bestattet wurden. Von einer Bestattung im herkömmlichen Sinne kann man hier jedoch nicht sprechen. Die Art und Weise, wie wir die Skelette in den Gräbern vorfanden, lässt den Schluss zu, dass sie einfach in die bereits vorhandenen Wohngruben geworfen und zugeschüttet wurden. Zum Teil hatten sie auch noch persönliche Gegenstände bei sich, wie ihren Geldbeutel, einen Ring am Finger oder einen Löffel im Stiefel. Die Anzahl der Verstorbenen pro Grube lag bisher bei maximal sechs Personen, Einzelbestattungen konnten aber ebenfalls nachgewiesen werden.

Ein schweres Leben auch schon vor dem Krieg
Aber auch über ihr Leben vor dem Krieg lassen sich bereits einige Aussagen treffen. Das häufige Auftreten von Rachitis (chronischer Vitamin-D-Mangel, der im Kindesalter zu Deformationen der Knochen führen kann) und die deutlich ausgeprägten Zahnschmelzveränderungen an den Zähnen (lineare Zahnschmelzhypoplasien), die durch eine Störung während der Bildung der Zähne entstehen (physischer Stress durch chronische Krankheiten, Unterernährung et cetera), lassen darauf schließen, dass die verstorbenen Soldaten zu großen Teilen aus den ärmeren Schichten der Bevölkerung stammten und bereits im Kindesalter an diversen Mangelerscheinungen litten.

An den Zähnen einiger Soldaten konnten aber auch Spuren von ausgeprägtem Tabakkonsum nachgewiesen werden. Zum Teil spiegelte sich dieser in Form von starkem, schwarz verfärbtem Zahnstein an den vorderen Zähnen wider (Kautabak). Es konnten aber auch sogenannte "Pfeifenraucherfacetten" an den Zähnen identifiziert werden, die aufgrund des jungen Alters der Individuen auf einen sehr starken und schon frühen Konsum von Tabak schließen lassen. (Hannah Grabmayer, Michaela Binder, 5.4.2018)

Hannah Grabmayer ist Masterstudentin der Anthropologie an der Universität Wien. Seit April 2017 gräbt und untersucht sie als Mitarbeiterin der Firma Novetus GmbH im Marchfeld die gefallenen Soldaten der Schlacht von Wagram.

Michaela Binder ist Bioarchäologin am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie erforscht für das British Museum menschliche Überreste aus dem antiken Sudan. Website: oeaw.ac.at, michaelabinder.at

Zum Thema


foto: j. kreuzer, öai@öaw
Deutlich sichtbare Zahnschmelzveränderungen (lineare Zahnschmelzhypoplasien) an den vorderen Zähnen sowie erste Anzeichen einer Pfeifenraucherfacette im Bereich des Eckzahns.


foto: j. kreuzer, öai@öaw
Stark ausgeprägter, schwarz gefärbter Zahnstein durch den Konsum von Kautabak


foto: j. kreuzer, öai@öaw
Mehrfach gebrochene, stark aktiv entzündete Marschfraktur des Mittelfußknochens


foto: j. kreuzer, öai@öaw
Schussverletzung am Schädel durch eine Musketenkugel



foto: j. kreuzer, öai@öaw
Großer Abszess an der Wurzel des ersten Backenzahns mit Entzündungsspuren, die darauf hindeuten, dass der Prozess zum Zeitpunkt des Todes noch aktiv war


foto: j. kreuzer, öai@öaw
Schädel eines 25 bis 35 Jahre alten männlichen Individuums mit gebrochener Nase sowie Spuren von Entzündungen rund um die Nasenöffnung, am Jochbein und im Bereich der Augenbrauen. Die zahlreichen Entzündungen im Bereich des Schädels könnten für Skorbut sprechen.







foto: novetus gmbh/asfinag
Freilegung eines Grabes am Schlachtfeld von Wagram

https://derstandard.at/2000077315077/Tod-Krankheit-Schmerzen-Das-Leben-der-Soldaten-von-der-Schlacht
 
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