Schlechte Versorgung von US-Soldaten auf Kriegsschiffen in Nahost

josef

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Familien von US-Soldaten berichten von fehlender Versorgung auf Kriegsschiffen in Nahost
Pakete, die unter anderem Lebensmittel beinhalten, werden derzeit wegen des Krieges nicht von der Post verschickt

Auf der USS Abraham Lincoln ist die Versorgung derzeit überschaubar.
AFP/NAVCENT PUBLIC AFFAIRS/US NA

Es schaut nicht sehr appetitlich aus. Viel wichtiger aber noch: Die Tabletts sind relativ leer. Ein Bericht von USA Today sorgt gerade für Empörung in den Vereinigten Staaten. Denn darin wird – auch bildlich – festgehalten, wie spärlich die Versorgung von US-Soldaten ist, die sich derzeit wegen des Krieges gegen den Iran auf Militärschiffen im Nahen Osten aufhalten.

Das eine Tablett mit dem Fladenbrot und dem kleinen Haufen Fleisch stammt von der USS Tripoli. Das andere hat ein Soldat auf der USS Abraham Lincoln seiner Familie nach Hause geschickt. Darauf zu sehen: gedünstete Karotten, ein weiteres Häufchen Fleisch und eine Scheibe Trockenfleisch, die ein bisschen an die berüchtigte Schuhsohle erinnert.

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17.Apr.2026

Das bereitet den Verwandten nachvollziehbarerweise Sorgen. Viele von ihnen füllen daher Pakete mit Lebensmitteln, Hygieneprodukten und – für den Zeitvertreib – unter anderem Spielkarten oder Kreuzworträtselbücher. Dafür geben sie insgesamt hunderte oder mitunter sogar Tausende US-Dollar aus. Nur: Derzeit kommt nichts bei ihren Liebsten im Nahen Osten an.

Zustellungen eingestellt
Die Post hat laut dem Bericht die Zustellung bei 27 Militärpostleitzahlen auf unbestimmte Zeit eingestellt. Auf diesem Wege kann unter normalen Umständen auch Post in Einsatzgebiete geliefert werden. Diese Möglichkeit haben die US-Post sowie die Militärpost der Vereinigten Staaten für den Nahen Osten aber Anfang April vorerst gestrichen. Grund dafür seien "Luftraumsperrungen und andere logistische Auswirkungen des laufenden Konflikts", erklärte das Militär gegenüber USA Today.

Das US-Medium zitiert Dan F., dessen Tochter das Foto von der USS Tripoli geschickt hatte. Die Lebensmittelvorräte würden rationiert, frisches Obst und Gemüse gäbe es gar keines mehr, außerdem sei die Kaffeemaschine ausgefallen. Aus Solidarität habe auch der Vater aufgehört, Kaffee zu trinken.

Als seine Tochter schrieb, die Hygieneprodukte würden bald zur Neige gehen, verschickte ihre Familie vor einem Monat ein Paket unter anderem mit Zahnpasta, Tampons und Shampoo. Eine zweite Sendung beinhaltete Vitamin-C-Pulver – die Tochter klagte über Halsschmerzen – und saubere Socken. Weder das eine noch das andere kamen an.

"Stärkstes Militär der Welt"
"Wir haben das stärkste Militär der Welt. Ihnen sollte das Essen nicht ausgehen, und sie sollten auch Post auf die Schiffe bekommen können", sagte Dan F., selbst ein Ex-Marine, der Tageszeitung.

Eine Mutter aus Texas berichtet von Nachrichten ihres Sohnes, der sich ebenfalls auf der USS Tripoli befindet. Demnach "werden die Vorräte wirklich knapp", und "die Moral wird auf einem absoluten Tiefpunkt sein".

Das Kriegsschiff USS Tripoli mit rund 3500 Militärangehörigen an Bord hat am 11. März und damit vor mehr als einem Monat seinen Heimathafen in Japan verlassen. Sie soll mithelfen, die US-Blockade iranischer Häfen durchzusetzen. Daher geht die Crew auch nicht von einem baldigen Hafenbesuch aus.

Angst vor Strafmaßnahmen
Die Eltern, die in dem Bericht zitiert werden, wollten übrigens alle nicht mit (vollem) Namen genannt werden – aus Angst vor Strafmaßnahmen gegen ihre Kinder.

Im Bericht wird noch Lynn Heidelbaugh zitiert, Kuratorin am US-Postmuseum. Es sei normal, sagt sie, dass Kriege die Postzustellung ins Einsatzgebiet verzögern. Dass die Zustellung an Militärpostzahlen aber gänzlich eingestellt werde, habe sie noch nie erlebt.

USA Today bat das Pentagon um eine Stellungnahme zu alldem. Es gab keine Rückmeldung.
(Kim Son Hoang, 17.4.2026)
Familien von US-Soldaten berichten von fehlender Versorgung auf Kriegsschiffen in Nahost
 
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