Schneechaos - einige ORF-Berichte und Bilder

josef

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#1
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ORF-Salzburg:

Hütten bis zum Dach zugeschneit
Die immer größeren Schneehöhen führen in Salzburgs Bergen zu neuen Problemen. Viele Ski- und Almhütten sind schon bis zu den Dachkanten zugeschneit. Das Arturhaus beim Hochkönig ist schon evakuiert.
Die neue meteorologische Messstation auf dem Lauskopf in 2.100 Meter Seehöhe oberhalb von Dienten (Mitter- bzw. Unterpinzgau) zeigte Mittwochmittag zum Beispiel schon eine Schneehöhe von 3,70 Meter. Es soll in den nächsten Tagen noch mehr dazukommen.


Marianne Köberl
Die zunehmenden Schneehöhen bringen immer neue Probleme

Auch Fenster nun seitlich von Schneelast bedroht
Auch bei der unter Alpinisten bekannten Sporta-Hütte oberhalb von Mühlbach am Hochkönig (Pongau) gibt es große Probleme beim Abschaufeln des Daches. Der Schnee reicht an den Hauswänden schon fast bis zur Dachkante. Der zusätzliche Schnee vom Dach könnte nun seitlich die Fenster eindrücken, heißt es aus dem Pongau. Ähnlich sei die Lage bei vielen anderen privaten Ski- und Almhütten in der Region.

Arthurhaus evakuiert
Ab der Lärchenallee ist die Mandlwandstraße wegen der Lawinengefahr schon länger gesperrt. Das Arthurhaus unter den Mandlwänden wurde schon vor einigen Tagen evakuiert. Nur Wirtin Heidi Radacher halte dort noch die Stellung, schreibt uns der Salzburger Alpinist Gerd Frühwirth: „In der Region Hochkönig heißt es, niemand könne sich erinnern, dass jemals in so kurzer Zeit so viel Schnee gefallen ist.“

Die Lawinengefahr dürfte im Gebiet von Hochkönig, Mandlwänden und den Steilhängen des Vorlandes am Mittwochnachmittag die fünfte Warnstufe und damit die höchste Klassifizierung („sehr große Gefahr“) erreichen. Hier gab es Anfang des 20. Jahrhunderts ein großes Lawinenunglück mit sehr vielen Opfern.


Armin Haberl
"Rettung" eines Autos in Obertauern (Pongau/Lungau)


ORF/ORS/Hans Kerschbaum
Sendertechniker von der ORF-Tochterfirma ORS auf dem Salzburger Gaisberg - mit Tourenski unterwegs zum Gipfel, weil der obere Teil der Straße wegen Lawinengefahr gesperrt ist


Hans Kerschbaum
Straßensperre auf dem Gaisberg


ORF/ORS/Hans Kerschbaum


Hans Kerschbaum
ORF-Sendertechnik bei Wind und Wetter auf dem Gaisberg


ORF/ORS/Hans Kerschbaum
Sendertechniker von der ORF-Tochterfirma ORS auf dem Salzburger Gaisberg


ORF/ORS/Hans Kerschbaum
Sendertechniker von der ORF-Tochterfirma ORS auf dem Salzburger Gaisberg


ORF/Marina Schlager
Meterhohe Schneewände an der Straße in St. Koloman


ORF/Hummer
In Dienten ist das Bundesheer seit Dienstag im Einsatz


ORF
Entfernung der Schneemassen von einem Dach: Georg Ebner und sein Sohn im Hinterseer Ortsteil Lämmerbach bereiten mit der großen Zugsäge (oben) riesige Blöcke vor, um sie in stundenlanger Arbeit abrutschen zu lassen


ORF


ORF



Gerald Lehner

Marterl im Tennengau


Gerald Lehner
Alte Mühle in einem Tennengauer Graben


Gerald Lehner
Ganzer Meter zusätzlich in wenigen Stunden
Hütten bis zum Dach zugeschneit
 

josef

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#3
ORF - Vorarlberg:

Sechs Orte bleiben bis Donnerstag abgeschnitten
In Vorarlberg gibt es aufgrund der aktuellen Lawinengefahr zahlreiche Straßensperren. Schröcken, Warth, Lech, Zürs, Stuben am Arlberg und Gargellen sind nicht erreichbar und bleiben es zumindest bis Donnerstagfrüh.
Aufgrund der derzeitigen Schneelage wurden in Vorarlberg zahlreiche Straßen gesperrt. Die Orte Schröcken, Warth, Lech, Zürs, Stuben und Gargellen sind derzeit auf dem Straßenweg nicht erreichbar und damit von der Außenwelt abgeschnitten. Im Kleinwalsertal ist der Ortsteil Baad nicht erreichbar.

Bilder aus Damüls:







Alle Fotos von Dietmar Mathis

Am späten Nachmittag entschied die Lawinenkommission, die Bregenzerwaldstraße zwischen Schröcken und Warth geschlossen zu halten, sagt Herbert Schwarzmann, Bürgermeister von Schröcken - bis Donnerstag müsse man abwarten.


Krobath
Straßensperre in Schoppernau

Gesperrt werden muss über Nacht - ab 20.00 Uhr - auch die Strecke zwischen Fontanella und Faschina. Beide Orte bleiben aber erreichbar. Es sind weniger die Neuschneemengen, die zu den Sperren führen, sondern vor allem die enormen Schneeverfrachtungen. Die Lawinenkommissionen werden Donnerstagfrüh die Lage neu beurteilen.
Sechs Orte bleiben bis Donnerstag abgeschnitten
 

josef

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#4
ORF - Steiermark:

Weiter Kampf gegen die Schneemassen
Über der nördlichen Obersteiermark liegt eine dicke Schneedecke - von Winteridylle kann man aber nicht sprechen: Vom Dachstein über das Tote Gebirge bis zum Hochschwab herrscht weiter Lawinenwarnstufe fünf.
Auch am Mittwoch gibt es keine Spur von Entwarnung: In der nördlichen Obersteiermark bleibt die Lawinengefahr hoch, in einigen Gebieten ist sie sogar sehr hoch.

Spontane Lawinen jederzeit möglich
„Mit den enormen Schneemengen sind spontane Entladungen in Form von trockenen Schneebrett- und Lockerschneelawinen aus den Hochlagen zu erwarten, die in tiefere Schichten durchreißen und somit große bzw. sehr große Ausmaße annehmen können“, wird im aktuellen Lagebericht betont, „zudem ist auch in tieferen und mittleren Lagen mit spontanen Lawinen aus sehr steilen Hangbereichen zu rechnen."

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Derzeit keine Gefahr für Wohngebiete
Wohngebiete seien derzeit nicht gefährdet, und wo es eine Gefahr gab, etwa in Hohentauern oder einem Ortsteil von Eisenerz, wurden Häuser bereits evakuiert und Familien in Sicherheit gebracht. Großflächige Evakuierungen seien derzeit nicht geplant, hieß es nach einer Krisensitzung am Dienstag zwischen Einsatzkräften und Politikern.

Auf jeden Fall sind sämtliche Mitglieder der Lawinenkommissionen im Dauereinsatz. Überall gibt es ständig Lagebesprechungen, und auch die Pisten in den Skigebieten werden laufend kontrolliert, heißt es: Momentan ist das Skifahren in den meisten steirischen Skigebieten aber noch ohne Probleme möglich.

Weiter keine Flüge möglich
Flüge zur Erkundung oder Versorgung konnten auch am Mittwoch vorerst nicht durchgeführt werden: „In Aigen im Ennstal beträgt die Horizontalsicht unter 100 Meter, nach oben ist es noch weniger. Wir haben derzeit kein Flugwetter für die Hubschrauber“, so Oberst Christian Fiedler. Aus der Landeswarnzentrale hieß es, man habe rund 30 Flugaufträge, darunter Lebensmittellieferungen nach Radmer, eine Erkundung wegen eines Stromausfalls in Johnsbach oder Treibstofflieferungen nach Hohentauern zur Schneeräumung.


APA/Peter Lechner
Wetterbriefing für Hubschrauberpiloten des Bundesheers in Aigen im Ennstal

Energie Steiermark vorbereitet
Beim Landesenergieversorger Energie Steiermark ist man laut Sprecher Urs Harnik-Lauris vorbereitet. Man halte Reparaturmannschaften und Notstromaggregate aus nicht vom Schnee betroffenen Landesteilen bereit. Problematisch könnte es werden, wenn der bisher lockere Neuschnee nass und patzig werde und dadurch brechende Bäume auf Stromleitungen stürzten. Bisher habe es allerdings nur sehr kleinräumige Stromausfälle gegeben.

Zwischen Sonnenschein und vier Metern Schnee
Nach den Worten von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer war die Steiermark hinsichtlich Wetter und Schneehöhen in den letzten Tagen „zwei- bis dreigeteilt“: Während in den südlichen Landesteilen wie Bad Radkersburg oder Leibnitz oft die Sonne schien und kein Schnee lag und Graz nur „angezuckert“ wurde, gab es in der Weststeiermark relativ geringe Schneehöhen von bis zu einem halben Meter. Am Loser im Ausseerland lagen dagegen bis zu vier Meter Schnee.






3 Fotos APA/Harald Schneider

Über ein Dutzend Ortschaften sind abgeschnitten oder nur schwer erreichbar, dabei dürfte es sich um bis zu 2.000 Einheimische und Touristen handeln; zahlreiche Verkehrsverbindungen sind nach wie vor gesperrt. Laut Landeswarnzentrale sind zu den schon bisher bestehenden Straßensperren auch die Verbindung (B20) über den Seeberg von Turnau nach Gollrad dazugekommen, und auch die Präbichlpassstraße (B115) wurde wieder dichtgemacht, nachdem am Dienstag rund 100 Urlauber und Einheimische aus dem Skigebiet gebracht wurden.

Neu gesperrt wurde die B71 über den Zellerrain im Mariazellerland. Die Gesäuse Straße (B146) bei Johnsbach und Gstatterboden musste wieder gesperrt werden, auch die Mautstraße auf das Plateau des Stoderzinken bei Gröbming wurde gesperrt. Zuvor hatten alle dort ansässigen oder in der Gastronomie beschäftigten Personen den Berg verlassen. Lediglich ein Förster war auf eigenen Wunsch oben geblieben, um Winterfütterungen für das Wild durchzuführen.

Genügend Helfer vorhanden
Nach den Aussagen der Einsatzkräfte sind genügend Helfer verfügbar. Falls Feuerwehrleute abgelöst werden müssten, könnte dies durch vom Wetter nicht betroffene Wehren aus dem Süden der Steiermark geschehen. Wetterbesserung ist erst am Freitag angesagt, der starke Wind dürfte anhalten, was Hubschrauberflüge stark einschränkt.

APA/GEMEINDE PÖLSTAL/GEMEINDE PÖLSTAL

APA/BFV LIEZEN/CHRISTOPH SCHLÜSSLMAYR

ORF


Weiter Kampf gegen die Schneemassen
 

josef

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#5
ORF - Niederösterreich:

Hochkar zum Katastrophengebiet erklärt
Das Hochkar (Bezirk Scheibbs) wurde am Mittwoch zum Katastrophengebiet erklärt. Wegen großer Lawinengefahr wurden auch die Skigebiete Lackenhof am Ötscher (Bez. Scheibbs) und Gemeindealpe (Bez. Lilienfeld) gesperrt.
Nach einer Sitzung der Lawinenkommission am Mittwoch in der Früh wurde das Skigebiet Lackenhof am Ötscher gesperrt. „Die Lage verschärft sich bis Freitag weiterhin“, sagte Renate Gruber, Bürgermeisterin von Gaming gegenüber noe.ORF.at. Der große Ötscher, das Kinderland und der Fuchstal-Lift bleiben mit Sicherheit bis Freitag gesperrt, sagte Gruber. Die Situation wird täglich bei Sitzungen der Lawinenkommission neu bewertet.


feratel
Am Mittwoch wurde das Skigebiet Lackenhof am Ötscher gesperrt

Vier Häuser mussten evakuiert werden
„Ich musste als Vorsichtsmaßnahme auch vier Häuser evakuieren lassen“, so die Bürgermeisterin. „Die Bewohner sind bei Familienmitgliedern untergekommen oder ich habe Quartiere organisiert.“ Zudem wurde die Zellerrain-Straße zwischen Maierhöfen und Zellerrain (beide Bezirk Scheibbs) wieder gesperrt. Laut Gruber wird die Sperre ebenso bis zumindest Freitag aufrecht bleiben. „Uns sind die Hände gebunden“, sagte Gruber. „Wir müssen abwarten, wie es weitergeht.“ Gesperrt wurden am Mittwoch auch die Skigebiete Gemeindealpe in Mitterbach am Erlaufsee und Maiszinken in Lunz am See (Bezirk Scheibbs).

Lawinensprengung am Hochkar geplant
Lawinensprengungen seien in Lackenhof am Ötscher nach Angaben der Bürgermeisterin von Gaming am Mittwoch nicht möglich. Anders ist die Situation am Hochkar. Das Skigebiet bleibt zwar ebenso gesperrt und wurde zum Katastrophengebiet erklärt, allerdings soll am Mittwochnachmittag eine Lawine in der Klamm von der Straße aus gesprengt werden, sagte Friedrich Fahrnberger, der Bürgermeister von Göstling an der Ybbs (Bezirk Scheibbs). Das Hochkar wurde bereits am Montag gesperrt - mehr dazu in Hochkar gesperrt: Gemeinde bittet Heer um Hilfe (noe.ORF.at; 7.1.2019).


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Verlassenes Skigebiet: Das Hochkar am Mittwoch

Laut Fahrnberger rechnet man laut aktuellen Wetterprognosen damit, dass sich am Freitag ein Wetterfenster auftut, sodass ein Hubschrauber starten und Lawinen von der Luft aus sprengen kann. Der Bürgermeister rechnet damit, dass man noch etwa eineinhalb Tage brauchen wird, bis die Alpenstraße bis nach oben geräumt sein wird.

Tourengeher können nicht gesucht werden
Die Suche nach den seit Samstag vermissten Tourengehern bei Hohenberg (Bezirk Lilienfeld) konnte am Mittwoch nicht fortgesetzt werden, da die Lawinengefahr und die Gefährdung für die Einsatzkräfte zu hoch ist. Täglich brechen Erkundungstrupps in der Früh in Richtung Berg auf, um die Situation zu bewerten, sagte der Einsatzleiter der Bergrettung, Robert Salzer. Die Männer aus dem Bezirk Krems brachen am Samstag zu Mittag zu einer Skitour auf - mehr dazu in Hohenberg: Zwei Tourengeher vermisst (noe.ORF.at; 6.1.2019).

Publiziert am 09.01.2019
Hochkar zum Katastrophengebiet erklärt
 

josef

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#6
ORF - Oberösterreich:

Orte im Salzkammergut abgeschnitten
Wegen Lawinengefahr sind Orte im Salzkammergut ab Mittwochnachmittag nicht mehr erreichbar. Die Lawinenwarnkommission entschied, Straßen zu Gosau, Hallstatt und Obertraun zu schließen.
Aus Sicherheitsgründen ist Gosaur weder von Oberösterreich noch von Salzburg aus erreichbar, berichtet die Lawinenwarnkommission. Die Pass Gschütt Straße (B166) musste am Mittwochnachmittag wegen der extremen Schneefälle geschlossen werden.


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Gosau ist seit Mittwochnachmittag von den Verkehrswegen abgeschnitten

Die Versorgung für die Bevölkerung und für die etwa 1.000 Urlauber sei gesichert. Über einen Güterweg Richtung Abtenau sei auch eine Zufahrt etwa für Rettungskräfte oder Einsatzfahrzeuge möglich. „Wir müssen jetzt mit dieser Situation umgehen lernen“, sagt Bürgermeister Friedrich Posch. Ab Freitagmittag, 11.1., sollen weitere Entscheidungen fallen.

Obertraun und Hallstatt sind seit 19.00 Uhr nicht mehr erreichbar. Die Hallstättersee-Landesstraße musste wegen Lawinengefahr gesperrt werden.

St. Leonhart abgeschnitten
Betroffen ist aber auch das Mühlviertel: St. Leonhard bei Freistadt ist seit Mittwoch nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Die Gutauer Landesstraße wurde zwischen Herzogreith und Rebuledt gesperrt, um Gefahren durch umgestürzte Bäumen zu vermeiden. Auf ihrer Homepage informiert die Gemeinde über die Sperren.

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Weitere Verkehrsinfos: „Straßensperren in Oberösterreich“(ooe.ORF.at)

In Teilen Oberösterreichs wurde die Lawinenwarnstufe am Mittwoch auf die höchste Stufe 5 angehoben. Der Lawinenwarndienst geht davon aus, dass dies auch am Donnerstag gelten soll. Höchste Vorsicht gelte für den gesamten alpinen Bereich. Lawinen könnten den Talboden erreichen, heißt es. Mehr dazu: „Angespannte Lage wegen Schneemassen“

Publiziert am 09.01.2019
Orte im Salzkammergut abgeschnitten
 

josef

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#7
ORF - Tirol:

Ein Lawinentoter und abgeschnittene Orte
Bei einem Lawinenabgang im Arlberg-Gebiet ist am Mittwoch ein Wintersportler getötet worden. Das Unglück ereignete sich außerhalb der gesicherten Pisten. Wegen großer Lawinengefahr sind einige Orte in Tirol derzeit nicht erreichbar.
Der Alarm nach dem Lawinenunglück ging kurz nach 16.30 Uhr bei den Einsatzkräften in St. Anton ein. Nach bisherigen Informationen konnte eine Person nur mehr tot geborgen werden. Drei weitere Personen sollen den Lawinenabgang demnach lebend überstanden haben. Details zur Identität und zum Unglückshergang waren zunächst nicht bekannt.

Straßen zu mehreren Orten gesperrt
Wegen Lawinengefahr sind derzeit eine Reihe von Straßen in Tirol gesperrt, darunter die Zufahrten nach Galtür und ins Kühtai. Galtür war seit Mittwochfrüh nicht erreichbar. Die Straße bleibt bis Donnerstag auf jeden Fall gesperrt, bewohntes Gebiet sei aber nicht bedroht, betonte die Gemeinde. Donnerstagfrüh tagt die Lawinenkommission erneut. Galtürs Bürgermeister Anton Mattle erklärte, dass sich die Lawinenkommission mit der Sperre für ein „hohes Maß an Sicherheit“ entschieden habe. Auch die Straße ins Kühtai wurde gesperrt. Die Straße nach Vals wurde am späten Nachmittag gesperrt, dort wurde der Notweg aktiviert.

Pfafflar und Teile der Gemeinde Berwang im Bezirk Reutte. Ginzling im Zillertal, die Gemeinde Kaunertal und die Gemeinde St. Leonhard im Pitztal waren über die Straße ebenfalls nicht erreichbar. Die Versorgung sei in den betroffenen Gemeinden sichergestellt, erklärte Marcel Innerkofler von der Landeswarnzentrale.


ZOOM.Tirol
Lawinenabgang am Hechenberg in Innsbruck

Immer wieder Stromausfälle
65 Mitarbeiter der Tinetz waren vor allem im Unterland im Einsatz, um die Stromversorgung in einzelnen Orten wieder herzustellen. Immer wieder fielen Bäume wegen der zu hohen Schneelast auf Stromleitungen. Betroffen war vor allem der Raum Söll und das Brixental, kleinräumigere Störungen gab es in Karrösten und im Raum Jenbach in Richtung Achental. Insgesamt waren 7.700 Stromkunden in 18 Gemeinden betroffen.

Wenn die Techniker zu den Trafostationen kamen, war der Schaden im Regelfall nach etwa zwei Stunden behoben, erklärte Klaus Schüller von der Tinetz. In Summe verzeichnete die Tinetz innerhalb von 24 Stunden über 50 Einsätze.


Tinetz
Zahlreiche Stromleitungen wurden beschädigt

Wie sich die Situation weiter entwickle lasse sich derzeit schwer sagen, der Schnee werde zwar durch die sinkenden Temperaturen leichter, gleichzeitig sei der Schneefall aber unverändert stark. Dazu komme, dass der alte Schnee auf den Bäumen zum Teil festgefroren sei, der Boden sei dagegen sehr weich. Die Gefahr, dass Bäume aus der Erde umstürzen sei deshalb immer noch sehr groß.


ZOOM.Tirol
Neben der Autobahn wurden weitere gefährliche Bäume gefällt

Inntalautobahn war zweieinhalb Stunden gesperrt
In Kirchbichl stürzte am Mittwochmorgen auf der Inntalautobahn ein Baum auf einen Lkw, die Autobahn ist mittlerweile wieder frei. Durch den auf einen Lkw gestürzten Baum baute sich auf der Richtungsfahrbahn Innsbruck rasch ein kilometerlanger Stau auf. Glücklicherweise kam es nur zu einem Sachschaden.


ZOOM.Tirol
Stau und Schneeräumung auf der Inntalautobahn bei Wörgl

Auch sonst kam es auf der Inntalautobahn am Mittwochmorgen vor allem im Unterland aufgrund des starken Schneefalls und der Schneeräumung immer wieder zu ausgedehnten Staus.


ZOOM.Tirol
Die Feuerwehr spritzt Schnee von den Bäumen

Lawinenabgang in Hopfgarten
Relativ ruhig ist aus Sicht der Landeswarnzentrale die Nacht auf Mittwoch verlaufen. In Hopfgarten im Brixental ging in der Nacht eine Lawine auf den Lehenweg ab. Bergrettung und Feuerwehr suchten sofort, es wurde jedoch niemand verschüttet. Die Lawine hatte sich gegen 23.00 Uhr von einem steilen Wiesenhang oberhalb der Straße gelöst.


ZOOM.Tirol
Lawineneinsatz in Hopfgarten

Bahn zwischen St. Johann und Saalfelden steht still
Die Bahnstrecke zwischen Saalfelden und St. Johann ist laut den ÖBB derzeit unterbrochen. Der Bahnverkehr zwischen St. Johann in Tirol und Wörgl kann eingeschränkt aufrecht erhalten werden. Die S-Bahn Züge verkehren in diesem Abschnitt im Stundentakt. Die REX-Züge entfallen. Zwischen St. Johann, Hochfilzen und Saalfelden wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.


APA/ÖBB/MÜHLANGER
ÖBB-Mitarbeiter bei der Schneeräumung von Gleisen

Der Zugverkehr zwischen Scharnitz und Mittenwald musste aufgrund der Lawinengefahr auch am Mittwoch unterbrochen bleiben. Wegen der örtlichen Gegebenheiten könne dort aber auch kein Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten werden, so die ÖBB. Am Nachmittag musste auch die Bahnstrecke der Mittenwaldbahn zwischen Innsbruck und Seefeld und Scharnitz gesperrt werden.

Auch einige Straßen sind wegen Lawinengefahr gesperrt, unter anderem die Felbertauernstraße und die Seefelder Straße im Bereich des Grenzübergangs bei Scharnitz. Die Arlbergpassstraße ist auf Vorarlberger Seite zwischen St. Christoph und Langen gesperrt.

Lawinengefahr: Stufe fünf nicht in Sicht
Patrick Nairz vom Tiroler Lawinenwarndienst sagte gegenüber dem ORF, man werde in den nächsten Tagen nicht die höchste Lawinenwarnstufe fünf ausgeben müssen. Der Grund sei, dass in Tirol tieferliegende Schwachstellen in der Schneedecke fehlen, was positiv zu werten sei. Auf der Innsbrucker Nordkette habe es seit Beginn der Aufzeichnungen 1973 zu dieser Zeit so viel Schnee gegeben, so Nairz. Derzeit würden dort dreieinhalb Meter Schnee liegen. Derzeit gilt in Tirol oberhalb der Waldgrenze bei der Lawinengefahr die Stufe vier.

Schutzbauten haben noch genug Kapazität
Was die Lawinenverbauungen und den Schutz der Siedlungsräume betrifft, zeigt sich der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebhard Walter optimistisch. Man erstelle Schutzbauten für Situationen, die nur alle 100 Jahre vorkommen, „eine solche Extremsituation habe man derzeit in keinster Weise“. Es könnten noch genügend weitere Schneefälle aufgenommen werden. Man müsse zuwarten, wie sich der weitere Winter abspielt. Hier gelte es, die Schutzbauten im Blick zu behalten.

Link:
Publiziert am 09.01.2019

ZOOM.Tirol
Lawinenabgang auf Tannheimerstraße im Bereich Haldensee


ZOOM.Tirol
Hochfilzen


ZOOM.Tirol


ZOOM.Tirol

Ein Lawinentoter und abgeschnittene Orte
 
#8
Obwohl es schön aussieht, ist es doch eine Katastrophe für alle Betroffenen. Da sind wir bei uns doch noch ganz gut dran, ich hoffe für alle Betroffene auf baldige Besserung der Situation. Solche Schneemassen kennen wir hier gar nicht mehr. mfg.kallepirna
 

josef

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#9
Lawinengefahr: Derzeit keine Überschallflüge
Wegen der großen bis sehr großen Lawinengefahr in großen Teilen Österreichs dürfen die Bundesheer-Eurofighter vorerst nicht mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Das entschied das Kommando Luftstreitkräfte in Salzburg.

Die Luftstreitkräfte reagieren im Flugdienst auf die Lawinenlage. Die Eurofighter sind zwar jederzeit startbereit, Überschallflüge wird es mit den Maschinen allerdings nicht geben. Luftraumüberwachung und Luftraumsicherung seien jedoch sichergestellt - auch wenn Flüge mit mehr als 1.000 km/h über lawinengefährdeten Gebieten nicht stattfinden.


Gerald Lehner
Die Eurofighter dürfen derzeit nur mit Unterschallgeschwindigkeit fliegen

„Überschnallknall könnte Lawine auslösen“
„Natürlich ist die Luftraumüberwachung immer aktiv“, betont Moritz Galsterer vom Kommando Luftstreitkräfte. „Die einzigen Einschränkungen, die sich bei Lawinenwarnstufe vier oder fünf ergeben können, ist, dass der Eurofighter nicht Überschall fliegt, wenn hier ein Vorfall wäre. Der Überschallknall könnte nämlich eine Lawine auslösen - und das wollen wir nicht in Kauf nehmen, dass hier eventuell Personen gefährdet sind.“

Hubschraubereinsätze seien davon nicht betroffen, betont Galsterer: „Die können ihre Einsätze natürlich bestmöglich umsetzen.“ Der militärmeteorologische Dienst bewertet die Wetterlage minütlich neu. Bis zur Entspannung der Lawinensituation werden auch Übungsflüge reduziert.

Lawinengefahr: Derzeit keine Überschallflüge
 

josef

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#12
Beiträge interessant, aber gehört das wirklich hierher?
In dem das Forum zwecks Fortbestand für weitere Themenkreise geöffnet wurde (-> Erweiterung der Kategorien...) und bereits über besondere Naturereignisse geschrieben wurde (-> Hochwasser usw. ...), kann bzw. sollte auch über andere außergewöhnliche Situationen berichtet werden!
Man sieht ja gerade auch in der letzten Zeit, wie "ausgereizt" das ursprüngliche Grundthema "unterirdisch" schon ist! Großartige Neuentdeckungen wird es da nicht mehr geben und somit "trocknet" der Informationsfluss für neue Beiträge zusehends aus! Teilbereiche des Forums dienen daher nur mehr der Informationsbeschaffung für irgend welche "Sondlertypen" oder als Spielwiese für Verschwörungstheoretiker, die in Weinkellern riesige Raketen sahen oder im OÖ.-NÖ. Grenzraum kilometerlange Stollenverbindungen kennen...

Ein Forum ohne Beiträge ist TOT und daher muss durch eine Öffnung für den "Blick über den Tellerrand" eine "Grundauslastung" von Themen und Beiträgen gesichert werden! Wobei es unbestritten schwierig ist, einen gewissen "Qualitäts-Level" zu halten...

Und wem ein Beitrag nicht gefällt, der braucht in ja nicht zu lesen... ;)
 

josef

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#13
ORF - Niederösterreich:

Hochkar: „Absoluter Ausnahmezustand“
Der Bürgermeister von Göstling, Friedrich Fahrnberger, hat sich am Samstagnachmittag mit Einsatzkräften ein erstes Bild von der Lage am Hochkar gemacht. „Es herrscht Ausnahmezustand“, sagt er gegenüber noe.ORF.at.
Nach neun Tagen gelang es den Räumfahrzeugen am Samstagnachmittag, die Zufahrtstraße zum Hochkar wieder freizulegen. Friedrich Fahrnberger, Bürgermeister von Göstling an der Ybbs (Bezirk Scheibbs), konnte daraufhin gemeinsam mit Einsatzkräften zu einer ersten Besichtigung in das eingeschneite Gebiet aufbrechen.

„Es herrscht ein absoluter Ausnahmezustand in dem Gebiet, das wird die Einsatzkräfte am Sonntag sehr fordern“, sagte Fahrnberger nach dem Lokalaugenschein gegenüber noe.ORF.at. „Was wir da oben gesehen haben, sieht verheerend für mich aus.“


Friedrich Fahrnberger

„Es gibt drei, vier Meter hohe Schneeverwehungen. Ich war in einem Lokal drinnen, wo man normalerweise auf die Terrasse hinauskommt, da sieht man nicht einmal beim Fenster hinaus, der Schnee dringt schon in das Lokal ein - eine absolute Extremsituation“, sagte Fahrnberger.

Zufahrtswege zu Häusern sind frei
Es habe ihn überrascht, dass die Zufahrtswege zu den Lokalen und Häusern am Hochkar frei gehalten wurden, „alle fünf Bewohner, die oben geblieben sind, haben also fleißig gearbeitet“. Sie hätten keine Probleme, „sie sind es gewohnt am Berg zu leben, da gibt es keine Schwierigkeiten“, erklärte der Bürgermeister.

Das Hochkar liegt unter einer Schneedecke
Bis die Normalität am Hochkar wieder eintritt, „das wird bestimmt noch Tage dauern, eine Zeitangabe kann man noch nicht machen, auch nicht, ob der Schnee große Schäden angerichtet hat“, sagte Fahrnberger. Am Sonntag sollen rund 300 Helfer von Bundesheer und Feuerwehr damit beginnen, die Häuser und Liftanlagen am Hochkar freizuschaufeln - mehr dazu in Hochkar-Alpenstraße ist wieder frei (noe.ORF.at; 12.1.2019)

Link:
Publiziert am 12.01.2019










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Alle Fotos Friedrich Fahrnberger

Hochkar: „Absoluter Ausnahmezustand“
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

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#14
ORF - Steiermark:

Radmer nach acht Tagen wieder erreichbar
Auftatmen in der tief verschneiten, nördlichen Obersteiermark. Die L127 nach Radmer wird nach acht Tagen am Sonntag Vormittag wieder frei gegeben. Starker Wind hat am Samstag nur kurze Hubschrauberflüge erlaubt, einige Lawinen konnten aber gesprengt werden.
Samstagvormittag waren noch keine Flüge möglich - die Sicherheit der Piloten wäre nicht gewährleistet gewesen, hieß es von Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ); am Nachmittag gab es dann zumindest kurze Flüge.

Hohentauern und Präbichl wieder offen
Der Präbichl konnte freigegeben werden - Eisenerz ist damit wieder über Vordernberg erreichbar -, und auch Hohentauern ist wieder über die B114 von St. Johann aus erreichbar.

Zusätzliche Hilfskräfte der Feuerwehr
Seit Samstag sind im Bezirk Liezen auch zusätzlich zu den lokalen Hilfskräften über 200 Feuerwehrleute vom KHD (Katastrophenhilfsdienst) im Einsatz: Vier Züge aus den Bezirken Deutschlandsberg, Knittelfeld, Voitsberg und Graz-Umgebung sind laut Feuerwehr mit 48 Fahrzeugen sowie 213 Personen in den von Schneemassen betroffenen Gebieten am Werk.

Auch in Eisenerz unterstützen sie die örtlichen Einsatzkräfte dabei, Dächer abzuschaufeln. Besonders im Fokus stehen dabei Gebäude, die zwischen 1983 und 2005 errichtet wurden - in diesem Zeitraum galten weniger strenge Ö-Normen für Dachlasten.


APA/OLIVER-JOHN PERRY


BM d.V. Stefan Riemelmoser



APA/BEKTAS /LAND STEIERMARK



APA/Erwin Scheriau


BFV Liezen / KHD52 S5

Aufatmen in Radmer
Die Planneralm ist allerdings noch nicht erreichbar. Entwarnung gibt es hingegen für Radmer. Die L127 wird am Samstag um 10 Uhr wieder für den Verkehr frei gegeben. Die Lawinenkommission hat entschieden, dass keine akute Gefahr mehr entlang der Landesstraße droht, nachdem gestern einige Lawinen gesprengt werden konnten.

20 Zentimeter Neuschnee sind seit Samstag Abend in der Gemeinde Radmer noch hinzu gekommen. Am Freitag konnten die 530 Bewohner noch mit Lebensmitteln versorgt werden, am Samstag allerdings drohte Treibstoff für die Schneeräumung auszugehen.

Treibstoff drohte auszugehen
Eine Versorgung aus der Luft war nicht möglich, weshalb am Samstag entschieden wurde, „unter strenger Aufsicht der Lawinenkommission drei Kommunalfahrzeuge der Gemeinde auf dem Landweg mehrere Versorgungsfahrten durchführen zu lassen“, so Katastrophenschutzreferent Schickhofer. Diese Versorgungsfahrten funktionierten, der Treibstoff kam gut in Radmer an - laut Bürgermeister Ludwig Gottsbacher ist man damit für die nächsten Tage gerüstet; außerdem konnte hier eine Lawine gesprengt werden. Am Sonntag will die Lawinenkommission über das weitere Vorgehen beraten.


ORF


ORF/Ulli Enzinger



ORF/Ulli Enzinger

In Wörschach mussten zwei Straßen wegen der akuter Lawinengefahr gesperrt werden - eine Siedlung mit 60 Bewohnern ist daher von der Außenwelt abgeschnitten. Insgesamt sind weiter mehr als 1.500 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten oder nur schwer erreichbar.

Verkehr:
Der Schnee beeinträchtigt auch den Verkehr - das Ö3-Verkehrsservice bietet mit einer interaktiven Karte einen Überblick über die aktuelle Verkehrssituation in der Steiermark und in ganz Österreich.

Bus rutschte von Straße
Die Einsatzkräfte sind auch immer wieder mit Unfällen beschäftigt: Samstagvormittag etwa rutschte bei Öblarn ein Reisebus von der Straße - laut Landeswarnzentrale wurde niemand verletzt, allerdings musste die L734 - die Umleitungsstrecke für die B320 - für die Bergung des Busses gesperrt werden.

Ebenfalls am Samstag verletzte sich in Ramsau am Dachstein ein Mann beim Abschaufeln eines Daches: Der 67-Jährige wollte, nachdem er das Dach abgeschaufelt hatte, über ein Vordach und ein Dachgiebelfenster wieder ins Haus klettern - dabei dürfte er die Seilsicherung zu früh gelöst haben. Er verlor den Halt und stürzte mehrere Meter in die Tiefe. Sein Sohn, der auf der Hinterseite des Daches stand, bemerkte den Unfall und verständigte die Einsatzkräfte. Der 67-Jährige wurde dann ins Krankenhaus Salzburg gebracht.

Stromnetz wiederhergestellt
Im Dauereinsatz ist auch die Energie Steiermark, um die beschädigten Stromleitungen zu reparieren. Die zerstörte 110kV-Hochspannungsleitung im Bereich Hall/Admont konnte bereits repariert werden - mehr dazu in Schnee: Stromnetz wiederhergestellt.


Energie Steiermark

Lage spitzt sich wieder zu
Das Wetter wird allerdings wieder schlechter, schildert Andreas Gubie vom Lawinenwarndienst: „Die Lage wird wieder angespannter: Es gibt wieder intensivere Niederschläge, das heißt die Triebschneesituation wird wieder angespannter.“

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Am Freitag gab es erstmals seit längerem kaum Neuschneezuwachs, stürmischer Wind führte aber zu frischen Triebschneeansammlungen. Innerhalb der Triebschneeauflage befanden sich Schwachschichten, dieser Teil der Schneedecke war daher instabil. Unterhalb von 2.000 Meter nahm das Schneegleiten auf Wiesenhängen und in Laubwäldern stark zu - es wird empfohlen, auch die Auslaufbereiche der Gleitschneelawinen großräumig zu meiden.

Wetter:
Aktuelle Wetterwerte sowie den aktuellen Lawinenwarnbericht finden Sie auf wetter.ORF.at
Außerdem besteht die Befürchtung, dass sich aus steilem Felsgelände Schneebrettlawinen oder Lockerschneelawinen lösen könnten und Verkehrswege gefährden. Im Tourenbereich gelten besonders Geländeübergänge und Hohlformen als gefährlich, weil dort eine Auslösung von Schneebrettlawinen durch geringe Zusatzbelastung möglich ist. Südlich des Alpenhauptkammes gibt es außerdem ein Altschneeproblem oberhalb der Baumgrenze. Kritische Bereiche für die Auslösung von Schneebrettlawinen sind besonders die Übergänge von Bereichen mit viel Schnee zu Bereichen mit wenig Schnee.

Bilder und Berichte über die Schneemassen in der nördlichen Obersteiermark verunsichern derzeit viele Urlauber - Touristiker beruhigen aber:
„Schlicht Winter“
Die meisten Pisten sind geöffnet, das Skifahren ist großteils uneingeschränkt möglich.

Auch Landeshauptmann Schützenhöfer wies darauf hin, dass einem Urlaub in der Steiermark derzeit nichts im Wege stünde: „Die Steiermark ist kein Sperrgebiet“, sondern es sei „schlicht Winter“ - mehr dazu in Schneemassen: Verunsicherung bei Urlaubern.

Es wird noch einmal kritisch
Neue Schneefälle könnten die Lage am Wochenende wieder verschärfen, dazu kommt starker Wind bzw. Sturm. Weitere Straßensperren sind wahrscheinlich - mehr dazu in Weiterhin große Lawinengefahr (news.ORF.at).

Publiziert am 12.01.2019
Radmer nach acht Tagen wieder erreichbar
 
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josef

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#16
ORF - Salzburg:

Schneechaos: Lage verschärft sich wieder
Beim aktuellen Schneechaos in Salzburg droht sich die Lage wieder zu verschärfen. Es schneit und regnet wieder. In der Nacht auf Sonntag sind bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gefallen, der Regen erschwert die Schneelast auf Dächern.
Seit 5.00 Uhr früh sind wieder Feuerwehrleute unterwegs, um etwa in Thalgau (Flachgau) und Kuchl (Tennengau) umgestürzte Bäume von der Straße zu räumen. Wegen der hohen Lawinengefahr ist Rauris ist auf dem Straßenweg zur Zeit nicht erreichbar. 3.000 Einheimische und ca. 2.000 Gäste sind dort derzeit abgeschnitten.

In diesen Tagen ist auch Nachbarschaftshilfe groß geschrieben. Am Samstag haben Feuerwehrleute aus dem Lungau im Pongau ausgeholfen. Sonntagfrüh sind 60 Feuerwehrleute aus dem Pongau ins benachbarte Bayern zur Hilfeleistung ausgerückt. Der Katastrophenzug wurde vom Landratsamt in Traunstein angefordert. Dort müssen zahlreiche von Schneemassen verstopfte Schornsteine geräumt werden, damit die Menschen ihre Heizungen wieder in Betrieb nehmen können.

Bilder von der aktuellen Lage
ORF-Redakteur Gerald Lehner war Samstag wieder länger im Schnee unterwegs und hat diese aktuelle Bildergalerie gestaltet - mit eigenem Material und dem von anderen Fotografen:


Herbert Schweighofer
Für die Geschichtsbücher: Schneewand mit vier Metern an einer Straße in den Osterhornbergen - mit der Salzburger Alpinistin Diana Schweighofer

Unter nachfolgenden Links finden Sie den jeweils aktuellen Stand der Behinderungen und Einschränkungen. Die Seiten werden auch am Wochenende regelmäßig aktualisiert.

Link:
Publiziert am 13.01.2019

Gerald Lehner
Viel zu tun vor dem nächsten Schneesturm


Gerald Lehner
Talstation im Skigebiet Gaißau


Gerald Lehner
Junge Gaißauer bei der freiwilligen Arbeit am Wochenende


Herwig Derstvenscheg
Guten Morgen, Frau Holle


Gerald Lehner
Flug über dem tief verschneiten Flachgau mit dem Buchberg. Links hinten: Obertrumer See und Grabensee


Gerald Lehner
Eine kleine "Kurve" über die Grenze nach Bayern:
Flug über dem Rupertigau nach Salzburg. Hinten: Högl bei Piding und Untersberg


Gerald Lehner
Flug über dem Rupertigau:
Teisendorf. Hinten: Untersberg, Berchtesgadener Alpen und Ausläufer des Hochstaufen bei Bad Reichenhall.


Gerald Valentin
Gipfelplateau des Salzburger Gaisberges mit der ORF-Sendeanlage


Gerald Lehner
Team der Straßenverwaltung mit seinem schweren Turbo-Diesel


Gerald Lehner
Flug über der Gemeinde Mattsee. Mit Obertrumer See und Mattsee


Gerald Lehner
Die Schneeräumer auf dem Salzburg Airport haben seit zwei Wochen alle Hände voll zu tun. Anflug auf Piste 33 von Süden her

Schneechaos: Lage verschärft sich wieder
 

josef

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#17
ORF - Tirol:

Wild leidet unter großen Schneemengen
Das Wild leidet in Teilen Tirols, vor allem im Raum Kitzbühel, unter den großen Schneemassen. Ruhe sei für die Tiere in dieser Situation besonders wichtig, mahnt die Jägerschaft. Die Lage sei drastisch, Tirols Jäger rechnen mit großen Ausfällen.
An und für sich hätten Wildtiere eine gute Überwinterungsstrategie entwickelt, sagt Anton Larcher, Tirols Landesjägermeister. Die Voraussetzungen dafür seien aber ausreichend Ruhe und Futter. Aufgrund der großen Schneemengen und Lawinengefahr könnten einige Fütterungsanlagen derzeit nicht erreicht werden. In manchen Gebieten sei dies nur noch mit Schneeschuhen oder Skiern möglich. Andere Jäger bleiben mehrere Tage auf Hütten in der Nähe zur Betreuung der Fütterung, da die An- und Abfahrt in das Tal aufgrund der Lawinensituation zu gefährlich wäre.

Hubschrauberflüge zu Futterstellen
Die Situation sei lokal unterschiedlich. Im Lechtal etwa werde derzeit überlegt, Jäger mittels Hubschrauber zu den Fütterungen zu fliegen, um das Wild ausreichend versorgen zu können. Auch im Raum Kitzbühel, in Richtung Pass Thurn liegt meterhoher Schnee. Futterstellen müssten freigeschaufelt werden, es sehe nicht gut aus, betont Larcher. Er könne sich zuletzt im Jahr 1999 an eine solche Situation erinnern.


ORF
Die Fütterung der Wildtiere stellt derzeit eine große Herausforderung dar

Tirols Jägerschaft rechnet mit massiven Ausfällen bei Gams- und Steinwild. Rund 50 Prozent vor allem der jungen und schwachen Tiere werde den heurigen Winter nicht überleben, schätzt Larcher. Sie hätten im hohen Schnee und bei großer Lawinengefahr keine Chance. Bereits jetzt gebe es zahlreiche Meldungen über Wildtiere, die mit dem Schnee zu kämpfen haben oder geborgen werden müssen.

Konflikt Wild und Wintersportler
Larcher mahnte unterdies Ruhe für die Wildtiere ein. Dies sei vor allem in dieser Situation das wichtigste. Sportler, die immer häufiger auch mit Stirnlampen im Wald unterwegs seien, sollten sich an markierte Wege und Steige halten. Zudem sollten Begegnungen zwischen Wild und Mensch vermieden und Fütterungsanlagen nicht betreten werden. Beobachten Passanten ein Wildtier, das im Schnee feststeckt, sollte der Fachmann also Jäger verständigt werden.

Zudem forderte der Jägerverband einmal mehr Wildruhegebiete zum Schutz des Wildes. Durch den Lebensraumverlust der letzten Jahrzehnte sei das Wild massiv unter Druck geraten. „Wir müssen endlich Ruhegebiete für das Bergwild schaffen und sichere Rückzugsgebiete, ganz ohne Störungen durch den Menschen, freigeben“, verlangte Landesjägermeister Larcher.

Publiziert am 13.01.2019
Wild leidet unter großen Schneemengen
 

josef

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#18
Was die Wissenschaft zu den Schneemassen sagt

Neuschneerekorde, Lawinenabgänge, gesperrte Straßen:
Die STANDARD-Wissenschaftsredaktion beantwortet Fragen zu diesem Thema Wie kann man Lawinenwarnungen verbessern?
Unter anderem durch Zusammenarbeit. Schnee kennt keine Bundesländer- oder Staatsgrenzen. Also sollten jene Experten, die vor den einhergehenden Gefahren warnen, auch keine kennen. Deshalb ist man gerade dabei, Lawinenwarnungen über Grenzen hinweg einheitlicher zu gestalten und den Austausch von Know-how zu fördern. Mit dem Projekt "Albina" wird bereits ab der aktuellen Saison ein gemeinsames, mehrsprachiges Lawinenwarnsystem für die Region Tirol, Südtirol und Trentino umgesetzt – inklusive der regelmäßigen Veröffentlichung von Neuschneekarten für die gesamte Region.

Ein ähnlicher Vernetzungsprozess läuft gerade in der Steiermark, Kärnten und Slowenien. Während im Nordstau der Alpen derzeit große Schneemengen vorhanden sind, blieb diese Region bisher weitgehend schneefrei. Das ist natürlich nicht immer so. Arno Studeregger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), einer Forschungseinrichtung des Wissenschaftsministeriums, kann sich durchaus an Situationen in den vergangenen Jahren erinnern, als auch hier Lawinenwarnstufe 5 herrschte. "Jeder Nutzer, jeder Tourengeher soll Informationen in der gleichen Qualität bekommen. Es soll zum Beispiel nicht so sein, dass in Kärnten Warnstufe 3, auf der anderen Seite der Grenze, in Slowenien, dagegen nur 2 ausgegeben wird", erklärt Studeregger.


foto: apa
Lawinenwarnschild am Pass Lueg

Beispielsweise führe die jeweils unabhängige Beurteilung in manchen Fällen zu widersprüchlichen Einschätzungen in der Region um Selenitza. Im Projekt "Crossrisk", das im Rahmen des EU-Programms Interreg Slowenien-Österreich gefördert wird, arbeitet die ZAMG mit der FH Joanneum, den Ländern Steiermark und Kärnten, der Slowenischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Maribor und dem slowenischen Umweltministerium zusammen. Einschlägige Kurse für Tourengeher und Experten werden veranstaltet. Gemeinsam soll auch hier ein länderübergreifender Lawinenlagebericht entstehen. Hier soll er in Deutsch, Englisch und Slowenisch zugänglich sein. Ob das Modell ähnlich wie in Tirol-Südtirol-Trentino aussehen wird, ist laut Studeregger offen. Gleichzeitig sollen im Rahmen des Projekts auch lokale Lawinenvorhersagen – für konkrete Hänge etwa nahe von Skigebieten – verbessert werden. Auf Basis von Quellen wie Schneehöhenradaren sollen Modellketten entwickelt werden, die örtlich zur Anwendung kommen können. Drei Studienregionen in der Steiermark, in Kärnten und in Slowenien sind geplant.

In einem weiteren Projekt, "Alarm 2", kümmern sich ZAMG, Boku Wien und Partnerorganisationen darum, dass das Lawinen-Know-how auch tatsächlich in den jeweiligen Gemeinden vorhanden ist. Organisatorische Kapazitäten sollen aufgebaut werden, damit im Notfall alles glattläuft. "Besonders wichtig ist, dass das lokale Wissen der Lawinenkommissionen weitergegeben und langfristig erhalten wird", so Studeregger.

Wird der umfangreiche Schneefall das Abschmelzen unserer Gletscher stoppen?
Die Nahrung der Gletscher ist Schnee. Angesichts der vorherrschenden Wetterlage in den Alpen müssten bei den Gletscherforschern nun die Sektkorken knallen. Denn das ewige Eis in unseren Bergen müsste ja eigentlich von den enormen Schneefällen dieser Tage profitieren. Doch das ist ein Trugschluss, wie der renommierte Glaziologe und Klimaforscher Georg Kaser von der Universität Innsbruck erklärt, dem 2007 gemeinsam mit Al Gore der Friedensnobelpreis verliehen wurde und der als einziger Wissenschafter aus Österreich bereits zweimal beim Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Weltklimarat der Vereinten Nationen, mitgearbeitet hat.

Bei der Frage des Einflusses der Schneefälle auf den Gletscherschwund zeige sich einmal mehr, dass Wetter und Klima eben zwei Paar Schuhe sind, wie der Forscher erklärt. Zwar stimme es prinzipiell, dass ein Gletscher vom sogenannten Massehaushalt bestimmt wird. "Das funktioniert wie bei einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung", erklärt Kaser. Die Einnahmen seien bei den meisten Gletschern im Wesentlichen die Schneefälle. Die Ausgaben wiederum sind das Abschmelzen des Gletschereises und das damit verbundene Abfließen dieses Schmelzwassers.

Neben der Funktion, den Gletschern einen Massegewinn zu bescheren, erfüllt der Schnee auch eine schützende Aufgabe. Die weiße Schneeschicht kann nämlich bis zu 90 Prozent des Sonnenlichtes reflektieren. Blankes Gletschereis, das wegen Verunreinigungen oft eine dunkle Farbe hat, weist hingegen nur eine Reflexionsfähigkeit von ungefähr zehn Prozent auf.


foto: apa
Abgerutschter Schnee auf Häusern in Lackenhof.

Der Schnee bildet somit eine weiße Schutzschicht, die das Abschmelzen des Gletschers verhindert oder zumindest verzögert. "Je mehr Schnee da ist, desto länger dauert es, bis diese Schutzschicht weg ist", erklärt Kaser. Gerade bei den Eisfeldern in den Ostalpen sei dies von großer Bedeutung. "Weil unsere Gletscher schon in einem sehr jämmerlichen Zustand sind. Die schmelzen nicht nur an der Zunge ab, sondern der ganze Gletscher ist betroffen", sagt der Experte. Solange Schnee das dunkle Eis bedeckt, werde dieser Prozess zumindest verlangsamt.

Doch die Balance zwischen den beiden Seiten ist aufgrund viel zu heißer Sommer nicht mehr gegeben. "Unsere Winter sind sehr variabel, was die Schneemengen angeht", sagt Kaser. Und selbst die im Moment zu verzeichnenden Rekordschneefälle würden nicht ausreichen, um der sommerlichen Hitze etwas entgegenzusetzen. In der Massebilanz überwiegt seit vielen Jahren somit insgesamt das Abschmelzen der Gletscher.

Kaser verweist auf die sogenannte Akkumulationsperiode, also den Herbst, den Winter und den Frühling des Vorjahres, weil die unseren Gletschern außergewöhnlich viel Schnee gebracht hat. Im vergangenen Winter fiel in den Zentralalpen deutlich mehr Schnee als bisher im diesjährigen: "Doch der August war dann wiederum so warm, dass am Ende nichts davon übrig geblieben ist." Die Sommer seien in den Alpen mittlerweile so heiß, dass selbst die stärksten Winter nichts mehr dagegen auszurichten hätten.

Doch weder Massenzuwachs noch Schutzfunktion werden die in den vergangenen Tagen gefallenen Schneemassen merklich beeinflussen. Denn die Flocken fielen aufgrund der Wetterlage schlicht an den falschen Stellen (siehe dazu auch den Text rechts). "Die jetzige Schneesituation betrifft vor allem Gebiete am Alpennordrand", erklärt Glaziologe Kaser die Nordstauwetterlage. Die heimischen Gletscher befinden sich aber allesamt in den Zentralalpen. "Dort hatten wir bisher normale Schneemengen zu verzeichnen", weiß Kaser. Und die seien eben für das Wohlergehen der Gletscher nur von geringer Bedeutung.

Erschwerend hinzu kommt der starke Wind, der zu erheblichen Schneeverfrachtungen in den Bergen geführt hat. "Wir hatten sehr heftigen Wind in der Höhe, sodass der Schnee vielfach weggeblasen wurde" , sagt Kaser. Insgesamt sei derzeit in den Gletschergebieten Österreichs nicht mehr Schnee als in durchschnittlichen Jahren zu verzeichnen, und das genüge eben nicht, um das Abschmelzen im Sommer zu stoppen.

Wieso ist Kärnten praktisch schneefrei?
Während Salzburg förmlich im Schnee ertrinkt, ist es in Kärnten vielerorts aper (schneefrei). Im Karwendel herrscht Lawinenwarnstufe 5, während eine halbe Autostunde weiter im Sellrain ein relativ unspektakulärer Winter wie üblich auf dem Programm steht. Das Wetterphänomen hinter dieser ungleichen Schneeverteilung nennt sich Nordstau. Meteorologe Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erklärt, was es damit auf sich hat.

"Man kann sich die Alpen wie eine gewaltige Staumauer vorstellen", sagt der Wetterexperte. Seit Anfang Jänner ziehen nun kalte und feuchte Luftmassen von Norden heran, die genau dort aufgehalten werden. Im konkreten Fall ist es feuchte Luft aus dem Nordatlantik, die zum Polarkreis gezogen ist, wo sie schließlich abkühlte und Kurs in Richtung Süden, zu den Alpen eingeschlagen hat.

Zu Beginn der heftigen Schneefälle lud diese feucht-kalte Front ihre Feuchtigkeit noch eher im Osten bei Salzburg, Ober- und Niederösterreich in Form von Schnee ab. "In den vergangenen Tagen drehte die Strömung dann mehr auf Nordwest, wodurch viele Regionen Vorarlbergs und Nordtirols sehr viel Schnee bekamen", erklärt Wostal.


foto: apa
Eingeschneite Schaufeln vor einem Haus in St. Koloman bei Salzburg

Die Nordalpen sind die erste gebirgige Staumauer, auf die Luftmassen treffen, wenn sie von Nordeuropa hereinziehen. Darum laden sie dort auch den Großteil ihrer weißen Fracht ab. "Mit jeder Bergkette weiter südlich nimmt dieser Niederschlag bei Nordstaulagen ab", sagt der Meteorologe. Und er kann dies auch mit Zahlen veranschaulichen: "Nimmt man die Neuschneemenge eines durchschnittlichen Jahres, so weist Reutte im Tiroler Außerfern 3,02 Metern auf. Das weiter südlich gelegene Innsbruck hingegen nur 99 Zentimeter." Noch ergiebiger als Nordstau ist sein südliches Pendant. "Weil die Luft, die vom Mittelmeer kommt, in der Regel noch mehr Feuchtigkeit mitbringt", wie Wostal erklärt. Die Zahlen verdeutlichen das. So liegt der Rekord für die größte in 24 Stunden gefallene Menge an Neuschnee bei 1,70 Metern und wurde am 1. Februar 1986 im Osttiroler Sillian gemessen. Der Rekord im Norden, am 13. März 1988 in Holzgau gemessen, beträgt hingegen nur 1,16 Meter.

"Grundsätzlich sind die Alpenränder die niederschlagsreicheren Regionen" , sagt Wostal. Das erkläre auch das Phänomen der inneralpinen Trockentäler, die wegen dieser Staulagen deutlich weniger Niederschlag abbekommen. Das Inntal und das obere Salzachtal seien Beispiele.

Die bisher gefallenen Neuschneemengen seien sehr ungewöhnlich, wie Wostal erklärt, müssten aber nicht zwingend zu Hochwasser führen, wenn die Temperaturen wieder steigen: "Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen viel Schnee im Winter und Überschwemmungen im Frühling." Nur wenn zum Tauwetter auch noch Starkregenereignisse hinzukämen, könnte sich die Hochwassersituation zuspitzen.
STEFFEN ARORA, ALOIS PUMHÖSEL, 16. Jänner 2019
Was die Wissenschaft zu den Schneemassen sagt - derStandard.at
 

josef

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#20
Hütten müssen Saisonstart verschieben
Viele Schutzhütten in den Bergen müssen den Beginn der Sommersaison um mehrere Wochen verschieben. Laut dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) sind viele Hütten, die jetzt öffnen sollten, noch gar nicht erreichbar.
Die enormen Schneemengen, die bis weit ins Frühjahr hinein im Gebirge zusammengekommen sind, stellen für den Österreichischen Alpenverein eine enorme Herausforderung dar. Dutzende Hütten in den mittleren und oberen Lagen, die an und für sich Ende Mai bzw. Anfang Juni den Sommerbetrieb aufnehmen sollten, sind noch gar nicht erreichbar.

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Große Schneemassen oberhalb von 2.000 Meter
„Die Hüttensaison wird sich jedenfalls um ein paar Wochen verzögern“, meinte Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie im Alpenverein, im Gespräch mit der APA. In vielen Regionen Österreichs halten sich oberhalb von 1.500 Metern noch Schneefelder, über 2.000 Meter liegen laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aktuell 50 bis 100 Zentimeter mehr Schnee als in dieser Jahreszeit üblich.

Einige Hütten stark beschädigt
Der schneereiche Winter und der kontinuierliche Nachschub an Nassschnee haben beträchtliche Schäden an der Infrastruktur hinterlassen. Etliche Hütten wurden beschädigt, die auf 2.385 Meter gelegene Totalphütte oberhalb des Lünsersees in Vorarlberg wurde von einer Staublawine fast komplett zerstört und muss neu aufgebaut werden - mehr dazu in 2,5 Mio. Euro für Wiederaufbau der Totalphütte.


ORF
Die zerstörte Totalphütte in Vorarlberg

Von Lawinen schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Bonn-Matreier-Hütte und die Neue Prager Hütte in der Venedigergruppe in Osttirol, berichtete Kapelari. Etliche Hütten - der Alpenverein betreibt insgesamt 230 - konnten noch nicht „ausgewintert“, Lebensmittel für die bevorstehenden Wander-Monate noch nicht eingelagert werden.

Wege müssen repariert werden
In einigen Regionen hat der viele Schnee den Wegen stark zugesetzt. Streckenweise sei ihr Zustand „katastrophal“, sagte Kapelari: „Die Frühjahrsreparaturen werden bis in den Herbst nicht abgeschlossen sein.“ Bei der Wiederherstellung der Wege gehe man nach dem Prioritätsprinzip vor. Die Sanierung von Brücken und gefährlichen Passagen habe Vorrang: „Wo Gefahr im Verzug herrscht, muss gleich etwas gemacht werden. Wo es um bloße ‚kosmetische‘ Verbesserungen geht, wird man eher zuwarten.“


ORF
Freiwillige bei der Arbeit am alpinen Wegenetz

Finanziert werden die Sanierungsmaßnahmen mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds des Alpenvereins, der sich aus Mitgliedsbeiträgen und der langjährigen Unterstützung des Unternehmens „Handl Tyrol“ speist. Die Wiederherstellung der Wege wird nach Einschätzung von Kapelari mehrere 100.000 Euro kosten.

Erfreut zeigt man sich beim Alpenverein, dass vor allem in Osttirol und Kärnten, insbesondere im Lesachtal bereits Freiwilligen-Trupps unterwegs sind, um ramponierte Wege wieder in Ordnung zu bringen. Wo professionelle Kräfte und technisches Gerät nötig sind, hofft man beim Alpenverein auf zusätzliche finanzielle Unterstützung seitens der betroffenen Bundesländer und des Tourismus.

ÖAV will nicht mehr Bittsteller beim Bund sein
Der ÖAV fordert eine dauerhafte gesetzliche Verankerung der Bundesförderung zum Erhalt der Hütten und Wege. „Es ist traurig, dass die alpinen Vereine nach wie vor Bittsteller sind und immer wieder aufs Neue der Politik nachlaufen müssen, um Förderungen zu bekommen, die der Allgemeinheit dienen“, sagte ÖAV-Präsident Andreas Ermacora im Gespräch mit der APA.

3,6 Millionen Euro an Bundessubventionen pro Jahr für alle alpinen Vereine seien im Jahr 2013 paktiert worden - für einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Jahr 2017 schließlich wurden 2,6 Millionen pro Jahr plus eine Sonderförderung für hochalpine Hütten ausverhandelt. Diese Vereinbarung läuft im Jahr 2021 aus, so Ermacora.

„Es braucht endlich eine gesetzliche Regelung, in der ein fixer jährlicher Betrag auf Dauer valorisiert, wertgesichert, fixiert wird“, plädierte der Alpenvereins-Präsident für eine dauerhafte Lösung. Weniger als 3,6 Millionen Euro pro Jahr dürfte es auch dann auf keinen Fall sein, denn sonst wäre die Erhaltung der vielen Hütten und Wege - und damit die alpine Infrastruktur - in Gefahr. „Das wanderbare Österreich würde ohne die alpinen Vereine, die sich um das Wegenetz kümmern, nur mehr im Tal stattfinden“, betonte Ermacora. Auch der Tourismus würde nachhaltigen Schaden erleiden.

Ehrenamtliche betreuen 26.000 Kilometer Wege
26.000 Kilometer an alpinen Bergwegen erhalte der Alpenverein in Österreich für die Allgemeinheit - durch ehrenamtliche Helfer und Funktionäre. Wege und Hütten bedingen einander, breche das eine weg, sei auch das andere betroffen. „Ein Drittel unseres jährlichen Budgets von rund 42 Millionen Euro wenden wir für die Erhaltung der alpinen Infrastruktur auf“, verdeutlichte Ermacora zudem.

Publiziert am 30.05.2019
Hütten müssen Saisonstart verschieben
 
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