Studie zur Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten

josef

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#21
Tirol: Zahlreiche Moore sollen wiederbelebt werden
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In Tirol sollen in den kommenden Jahren über 60 Hektar Moorflächen renaturiert werden. In Tirol ist bei Gries am Brenner nun die erste Fläche im Rahmen des österreichweiten EU-Life-Projekts „AMooRe“ renaturiert worden.
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1,7 Hektar groß ist das Moor im Ortsteil Nösslach der Gemeinde Gries am Brenner. Das ursprüngliche kalkreiche Niedermoor wurde in den letzten Jahrzehnten als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Felix Lassacher von der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol sagt, man habe in Nösslach mithilfe von Holzrundlingen und Erdmaterial den Graben verschlossen, um die Entwässerung zu stoppen. So könne das Moor wieder vernässen. Zudem seien einige Bäume entfernt worden.

Lebensraum für Schmetterlinge und Heuschrecken
„Den Rest erledigt die Natur selbst“, so Lassacher. Durch eine Pflegemahd in den ersten Jahren könne die moortypische Vegetation zusätzlich unterstützt werden. Mit der Flora komme dann auch die Fauna zurück. „Wir erwarten hier in Nösslach neben zahlreichen niedermoortypischen Pflanzen auch Lebensräume für seltenen hochspezialisierte Tierarten wie Schmetterlingen und Heuschrecken.“

Land Tirol/Rauch
Die typische Moorvegetation muss sich erst entwickeln

Speicher für Kohlenstoff
Moore bedecken weltweit zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche, sind aber ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Moore speichern 30 Prozent des weltweiten Kohlendioxids und damit mehr als doppelt so viel als alle Wälder zusammen.

In Tirol bereits mehrere Moore wiederbelebt
Im Rahmen eines durch das Land Tirol finanzierten Vorgängerprojekts „Renaturierung ausgewählter Moorstandorte“ konnten in Tirol seit 2020 bereits neun Moore revitalisiert werden bzw. deren ökologischer Zustand verbessert werden. Das nun angelaufene Projekt AMooRe wird zu 60 Prozent aus EU-Mitteln finanziert und geht über die Grenzen Tirols hinaus: Neben den neun Bundesländern ist auch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Projektpartner.

Land Tirol/Rauch
Das frisch renaturierte Moor bei Nösslach

Alleine in Tirol sind bereits mehr als 60 Hektar Moorflächen Teil des Projekts und werden in den kommenden Jahren renaturiert. 18 weitere Hektar sind derzeit in Verhandlung mit den Grundeigentümern – oftmals Gemeinden. Insgesamt stehen bis 2034 insgesamt 44 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zur Verfügung, 2,3 Millionen Euro davon für Tirol.

Hermann Hammer
Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher, hier das Rotmoos bei Absam

Trockenlegung kann rückgängig gemacht werden
Umweltlandesrat Rene Zumtobel verweist darauf, dass die Trockenlegung von Mooren rückgängig gemacht werden könne. „Was es dazu braucht, ist die Bereitschaft der Grundbesitzerinnen und -besitzer, wissenschaftliche Expertise, einige bauliche Maßnahmen und die notwendige Geduld bis sich natürlich vorkommende Pflanzen- und Tierarten ihren Lebensraum wieder zurückerobern“, so Zumtobel.
24.10.2025, red, tirol.ORF.at
Zahlreiche Moore sollen wiederbelebt werden
 

josef

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#22
Thaya bekommt wieder mehr Lebensraum
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Die Thaya bekommt ihre Altarme zurück. Nachdem der Grenzfluss lange in ein enges Bett gezwängt worden war, wird nun der Uferabschnitt östlich von Bernhardsthal (Bezirk Mistelbach) renaturiert. Die Arbeiten für das grenzüberschreitende Projekt starteten bereits.
Online seit heute, 17.11 Uhr
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Um den Verlauf der Thaya ökologisch aufzuwerten, werden seit Herbst 2024 zwei abgetrennte Mäander – also Flussschlingen – auf tschechischer Seite wieder angebunden. Auf niederösterreichischer Seite wird nun ein rund 1.600 Meter langer Uferabschnitt renaturiert. Auf diese Weise sollen die Biotopvielfalt der Thaya sowie ihre Retentionswirkung verbessert werden, wird in einer Aussendung der Wasserstraßengesellschaft viadonau betont.

„Das hilft im Hochwasserfall, schafft aber auch wertvolle Natur- und Naherholungsräume für die Bevölkerung in der Region“, heißt es dazu von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Grenzüberschreitendes Projekt
Die viadonau arbeitet gemeinsam mit tschechischen Partnern im Rahmen des INTERREG-Projekts „Nature Connect Dyje/Thaya“ daran, die Bewegungsfreiheit des Grenzflusses Thaya durch Mäander und neugestaltete Uferstrukturen dauerhaft zu verbessern.
„Weder die Natur noch Hochwasserereignisse orientieren sich an Staatsgrenzen, und es sind gerade die gemeinsamen Hochwasser- und Naturschutzprojekte, die uns verdeutlichen, wie wichtig gute länderübergreifende Zusammenarbeit ist“, wird der zuständige Infrastrukturminister Peter Hanke zitiert.

Fluss soll selbst „bestimmen“
Die Regulierung der Thaya in den 1980er- und 1990er-Jahren habe die Dynamik des Fließgewässers stark eingeschränkt und den Flusslauf östlich von Bernhardsthal monoton gemacht, betont die viadonau. Weiters heißt es: „Die dynamische und vielfältige ökologische Entwicklung von Flusslandschaften gelingt am besten, wenn der Fluss in seinen eigenen Naturraum eingreifen kann.“

Das Revitalisierungsprojekt wird mit EU-Fördermitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro unterstützt. Bei der viadonau hebt man die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor und möchte auf „Erfolge früherer Vorhaben“ wie „Thaya 2020“ aufbauen.
28.10.2025, red, noe.ORF.at

Link:
viadonau

Thaya bekommt wieder mehr Lebensraum
 
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